Hilfe, ich bin schwach geworden

Meine neue Mondrian-Vase made in China, sold by Temu

 16. März 2026

Eigentlich hatte ich mir ganz fest vorgenommen, nichts bei Temu zu bestellen. Doch Anfang des Jahres bin ich schwach geworden. Nicht bei irgendwelchem Billig-Nepp, sondern bei einem ganz süßen Design-Produkt, das ich so vorher noch nirgendwo gesehen hatte: Einer Blumen-Vase aus Plexiglas im Mondrian-Stil, die man auf drei verschiedene Arten hinstellen kann, wobei sie immer anderes farbig ausschaut und ein anderes Blumen-Fach nach oben weist.

Bin ich ganz begeistert von, und war auch nicht so günstig, dass man irgendwie ein schlechtes Gewissen haben müsste. Ich habe sogar extra ein paar Euro mehr für den CO2-freien Versand aus China mit DHL bezahlt. Da bin ich doch quasi fast unschuldig, oder? Haha.

( MITI )

Die zwei Foundations: Incarnate

Lu Yang, DOKU: The Flow, 2023 – klassische asiatische Spiritualität trifft auf moderne Technologie

 NE-Holzheim, 14. März 2026

Die Ausstellung „Incarnate“ führt zwei der führenden privaten Kunstsammlungen Nordrhein-Westfalens zusammen: Videokunst aus der Julia Stoschek Collection trifft auf klassische japanische und asiatische Kunst aus der Sammlung Viktor und Marianne Langen.

Ausstellungsort ist das ikonische Museumsgebäude der Langen Foundation auf der früheren Raketenstation bei Neuss-Holzheim, dessen Außenmauern derzeit mit Tarnnetzen überzogen sind, um Solidarität mit der von Russland angegriffenen Ukraine zu zeigen.

Incarnate lädt die Besucher ein, zwischen materiellen und immateriellen Welten zu wandeln und Verbindungen zwischen spirituellen Fragen und medialen Ausdrucksformen zu entdecken. In den Begegnungen von religiöser Kunst und digitalen Avataren zeigt sich, wie überliefertes Wissen und zeitgenössische Ausdrucksformen miteinander in Beziehung treten.

Die Ausstellung macht eine überraschende Nähe zwischen den metaphysischen Fragestellungen des Buddhismus und den illusionistischen Strategien zeitgenössischer Videokunst sichtbar: hier das buddhistische Misstrauen gegenüber dem äußeren Schein zugunsten einer tieferen Wirklichkeitserfahrung, dort die ambivalente Auffassung der Videobildfläche als Fenster oder Schleier. Die Auswahl der Werke ist zudem inspiriert vom Wandel des Begriffs „Avatar“ – von seinen Ursprüngen in der östlichen Philosophie hin zu seiner heutigen Bedeutung in der digitalen Kultur.

Als Begriff in der Philosophie und Theologie steht Inkarnation für das Sichtbarwerden des Unsichtbaren, die Erscheinung des Geistigen in einer endlichen, materiellen Form. Begegnungen zwischen antiken, modernen und zeitgenössischen Kunstwerken symbolisieren eine wiederkehrende Schleife zwischen Form und Inhalt, wie auch in dem Herz-Sutra, dem vielleicht am häufigsten rezitierten Text in der gesamten Tradition des Mahayana-Buddhismus, zum Ausdruck kommt: Form ist Leere und Leere ist Form.

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One-Pot-Pasta mit Brokkoli

Hier zubereitet mit Bronzo Calamari, große kurze Röhrennudeln

 Büttgen, 13. März 2026

One-Pot-Pasta-Gerichte sind mir immer die liebsten. Frisch ausprobiert: ein Rezept mit Brokkoli, Möhren, Schinken und Kräuterfrischkäse als Geschmacksträger an der Sauce. Dazu verwendet habe ich Bronzo Calamari, große kurze Röhrennudeln, die etwas dicker sind und dadurch im Kern ein wenig bissfest bleiben können, sofern man das mag.

Die Möhren, Zwiebeln und den Brokkoli zunächst in kleine Stücke schneiden. Möhren und Zwiebeln anschließend mit Öl im Topf andünsten. Dann kommen die rohen Nudeln und 1 Liter bereits erhitztes Nudelwasser hinzu. Das Ganze zum Kochen bringen, zwei Esslöffel Brühpulver, sowie Salz und Pfeffer hinzugeben und abschmecken.

Nach den ersten fünf Minuten Kochen die Brokkoliröschen hinzugeben und weiterkochen, bis die Pasta die gewünschte Konsistenz erreicht hat.

In der Zwischenzeit den Kochschinken in kleine Stücke schneiden, frische Dillspitzen klein schneiden. Nun zunächst eine Packung Kräuterfrischkäse in den Topf geben und gut unterrühren. Kurz bevor die Nudeln gar sind, noch die Schinkenstücke und den Dill hinzugeben, und fertig! Geht schnell und schmeckt schön intensiv.

In der Hoffnung, dass es mundet, habe ich gleich etwas mehr auf Vorrat gekocht

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Kirschblüte 2026: Es geht los

Zugang zum Museum Langen Foundation

 NE-Holzheim, 12. März 2026

Bei uns im Rheinland startet gerade die Kirschblüte. Heute Vormittag habe ich die Langen Foundation besucht, um zu schauen, wie weit die Blüte der Japanischen Zierkirschen dort bereits gediehen ist. Die Blüten sind tatsächlich alle da, einige haben sich auch bereits geöffnet, aber die ganz große Blüte startet wohl erst in den kommenden Tagen. Trotzdem haben sich bereits jetzt einige sehr schöne Fotomotive ergeben, finde ich.

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Gerhard Hoehme im MKM

Eingang zur Ausstellung im Museum Küppersmühle, Duisburg

 Duisburg, 11. März 2026

In einer frisch eröffneten Wechselaustellung präsentiert das Museum Küppersmühle rund 80 Arbeiten aus dem umfassenden Schaffenswerk von Gerhard Hoehme (1920-1989) , Künstler und Kunstprofessor an den Universitäten Düsseldorf und Gießen.

Hoehme zählt zu den richtungsweisenden Künstlern der Abstraktion und des Informel in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Er hat ein facettenreiches, experimentelles Werk am Übergang zwischen Malerei und Objektkunst geschaffen. Seine frühen Bilder sind tachistisch-lyrisch, und ab 1957 begann er, das konventionelle Bildformat zu verlassen und verschiedene plastisch-malerische Erscheinungsformen von Farbe zu erproben.

Ab 1965 entstanden erste Raumobjekte und -installationen mit Schnüren und Schläuchen aus Kunststoff. Die aus dem Bild heraus weisende Schnur wird zu einem essenziellen Ausdrucksmittel. Hoehme sah seine Werke als Energiefelder, die unmittelbare Verbindungen zwischen Raum und Betrachter herstellen. Seine poetischen, assoziativen Bildtitel steigern die Vielschichtigkeit seiner Arbeiten und verweisen auf den intensiven Austausch mit Literatur und Musik.

Hoehme in seinem Atelier

Gerhard Hoehme setzte sich mit Geschichte, Politik und Mythos auseinander. Er war ein artiste engagé, dessen Einfluss weit über die rein formalen Aspekte seines Werkes hinausreichte. Als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf prägte er jüngere Künstler wie Sigmar Polke oder Chris Reinecke.

Zur Zeit der Studentenunruhen 1968 und der revolutionären Lehransätze von Joseph Beuys überdachte Gerhard Hoehme an der Kunstakademie Düsseldorf in zahlreichen Texten die Situation der Akademie und entwickelte Gedanken zu Reformen.

Das früheste Bild der Schau stammt von 1951, das späteste entstand 1988, ein Jahr vor Hoehmes Tod an seinem Wohnort Neuss. Die Schau ist auf besonderen Wunsch des MM-Stifterehepaars Sylvia und Ulrich Ströher zustande gekommen, wobei Ulrich Ströher im Herbst 2025 nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben ist.

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German Pop Art

Titelbild zur Ausstellung: Bodo Boden, Whoom (Mondfähre), 1970

 Oberhausen, 10. März 2026

An der Zufahrtsstraße zum Konsumheiligtum „Centro Oberhausen“ liegt auch die Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen. Das Museum geht auf das Sammlerehepaar Peter und Irene Ludwig zurück, die bereits während ihres Studiums in den 1960er Jahren begannen, erste Werke zusammenzutragen. Heute sind es tausende von Objekten, die in der Stiftung Ludwig gebündelt sind, die mehrere Ludwiggalerien und Ludwigmuseen im Rheinland und darüber hinaus unterhält.

Der Stiftungsableger „Ludwiggalerie Oberhausen“ zeigt derzeit eine viel beachtete Schau, die sich der Druckgrafik aus den Siebzigern widmet, die man gemeinhin der Deutschen Pop Art zurechnet. Diese Sammlung geht auf den Düsseldorfer Rechtsanwalts Heinz Beck zurück und wird sonst im Ludwigshafener Wilhelm-Hack-Museum aufbewahrt. Die weit über 100 Werke machen deutlich, dass sich die German Pop Art im internationalen Vergleich nicht verstecken muss.

Neben Motiven des Alltags und der Konsumwelt sind die gezeigten Arbeiten von Künstler*innen wie Almut Heise, Bodo Boden, Peter Sorge, Gerno Bubenik, Klaus Staeck, Joseph Beuys oder Sigmar Polke, geprägt von Kritik am politischen Zeitgeist, Anti-Kriegs-Haltungen und Vergangenheitsbewältigung. Es handelt sich um Werke, die vielfach Bewegungen wie Fluxus, ZERO oder dem Kapitalistischem Realismus zugeordnet werden. In ihnen drückt sich der radikale Wille zu einer Demokratisierung der Kunst aus, das viele deutsche Künstler*innen dieser Zeit verfolgten. Indem sie sich der Druckgrafik, Auflagenkunst und Multiples bedienen, erreichten sie eine breite Öffentlichkeit – und heute wieder, mit dieser gelungenen Ausstellung.

( MITI )