Archiv der Kategorie: Unterwegs

Info: Unterwegs mit Hund

Die folgenden Beiträge aus der Rubrik “Unterwegs” dokumentieren unsere Aktivitäten mit den Hunden, seien es Tagesausflüge zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Reisen mit dem Wohnmobil. Mindestens ein Hund ist immer dabei, denn sonst haben wir ja gar keinen, der uns durch die Gegend zerrt  😉

( MITI )

Krefeld-Stadtwald, Niepkuhlen, Hülser Berg

Krefeld-Stadtwald, Niepkuhlen, Hülser Berg
Krefeld, 1. November 2018

Mächtige alte Bäume im Krefelder-Stadtwald, herbstlich bunt geschmückt

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Unter diesem Motto war ich heute an Allerheiligen mit meiner Wanderfreundin Gabi auf einer landschaftlich interessanten Tour im Norden von Krefeld unterwegs.

Wir laufen zunächst durch den schönen Krefelder Stadtwald am Stadtwaldhaus und den Wasserflächen des Stadtwaldweihers vorbei. Dann geht es über die lange Allee am Flünnerzdyk in das Naturschutzgebiet Hülser Bruch. Wir lassen den Inrather Berg aus Weltkriegsschutt links liegen und steuern auf den Hülser Berg zu.

Am Fuße des Berges passieren wir den Heinrich-Mertens-Gedenkstein und die “Quelle des Eremiten”, die nach dem regenarmen Sommer und Herbst in diesem Jahr trocken gefallen ist. Dann steigen wir auf den Hülser Berg, der mit 63 Metern höchsten Erhebung in der flachen Landschaft rund um Krefeld.

Gemäß einer lokalen Sage lief einst ein Riese mit einer Schubkarre voller Sand und Lehm auf den Rhein zu. In der Dunkelheit stolperte er über einen Urwald, die Schubkarre kippte um – ihr Inhalt formte den Hülser Berg.

Tatsächlich ist der Hülser Berg Teil des größeren Niederrheinischen Höhenzuges, der während des Drenthe-Vorstoßes der Saale-Eiszeit vor ca. 150.000 Jahren entstand. Das aufgeschichtete Geröll, welches die Eismassen vor und unter sich herschoben, blieb nach dem Abtauen der Gletscher als Stauchendmoräne zurück.

Auf der Spitze des Hülser Bergs steht ein Aussichtsturm, den wir besteigen und die weiten Blicke in die Landschaft Richtung Düsseldorf, Ruhrgebiet, Kamp-Lintfort und Hüls genießen.

Krefeld-Stadtwald, Niepkuhlen, Hülser Berg

Kniefall “Johannes der Täufer” an der Großen Kull

Vom Fuße des Berges wandern wir anschließend zur Großen Kull, einem der vielen kleinen Wasserflächen der Niepkuhlen. Sie sind die Überbleibsel eines uralten Rheinarms, die sich heute als sumpfige Niederung in Form zahlreicher Mäanderschleifen linksrheinisch von Krefeld bis nach Neukirchen-Vluyn ziehen.

Entlang der Kull am Hermannshof, der Schwarzen Kull, der Riethbenden Kull, der Verberger Kull und der Holtmoers Kull geht es anschließend zurück zu unserem Startpunkt, den wir nach rund viereinhalb Stunden wieder erreichen.

Für uns war es keine spektakuläre, aber dennoch eine kurzweilige 18 km lange Tour. Wir haben angeregt geplaudert und einiges gesehen, das wir noch nicht kannten. Was will man mehr? (Na gut, Sonnenschein vielleicht, aber den gibt’s halt nicht immer.)

( MITI )

Zwischenstop in Bad Camberg

Zwischenstop in Bad Camberg
Bad Camberg, 13.10.2018

Der historische Amtshof von Bad Camberg am Obertorturm

Wir sind auf dem Rückweg von Nürnberg ins Rheinland. Auf zwei Drittel der Strecke machen wir am Mittag in Bad Camberg halt. Dort gibt es einen kleinen Womo–Stellplatz, der zur Zeit allerdings von Fahrgeschäften belegt ist, denn im Dorf findet die jährliche Kirmes statt. Kein Problem, stellen wir uns einfach vor das Freibad, gleich nebenan.

Bad Camberg liegt im Hintertaunus an der A3, nördlich von Wiesbaden und von Limburg an der Lahn. Die Gemeinde ist einer der ältesten Kneippkurorte Deutschlands und der Zentralort des “Goldenen Grunds”, der vom Emsbach durchflossen wird, Rund um den Ort sind mehrere Kurkliniken angesiedelt.

Bad Cambach verfügt über eine hübsche historische Altstadt mit zahlreichen Fachwerkhäusern, die größtenteils zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert errichtet wurden. Viele dieser Häuser gruppieren sich um den Marktplatz, der eine Handelsstation auf der Hohen Straße von Köln nach Frankfurt war. Einige dieser Häuser verfügen auf der Straßenseite über aufwändige Holzornamentik. Besonders auffällig sind sie am großen Amtshof gleich neben dem Stadttor.

Nach einem Streifzug durch die Altstadt wandere ich mit Doxi zur Kreuzkapelle, dem Wahrzeichen von Bad Camberg, Die Kapelle liegt weithin sichtbar auf einem Hügel oberhalb der Stadt. Von dort steigen wir in den schönen Wald zwischen Bad Camberg und Dombach hinab. Wir folgen dem Dombach in östlicher Richtung und steigen dann wieder nach Bad Camberg hinauf.

Elf Kilometer sind wir auf dieser Tour unterwegs. Das soll für heute genügen. Weiter geht’s in Richtung Heimat.

( MITI )

20 km barfuß durch Nürnberg

20 km barfuß durch Nürnberg
Nürnberg, 12.10.2018

Das mittelalterliche Heilig-Geist.Spital, in dem früher auch die Reichsinsignien aufbewahrt wuren

Nach zweieinhalb Wochen im südlichen Bayern geht es für Doxi und mich so langsam wieder in Richtung Heimat. Als letzte große Stadt südlich des Mains besuchen wir Nürnberg. Mit dem Wohnmobil stehen wir an einem kostenlosen Stellplatz in der Nähe des innerstädtischen Wöhrder See, rund drei Kilometer von der historischen Altstadt entfernt.

Von dort unternehmen wir am Morgen und am Nachmittag bei herrlichem Sonnenschein zwei ausgedehnte Stadtwanderungen durch Nürnberg. Bei unserer ersten Tour lasse ich mich ein wenig durch die Stadt treiben, bei unserer zweiten Tour versuche ich dann, der sogenannten “historischen Meile” zu folgen, was mir jedoch nur teilweise gelingt. Barfuß war bei diesen beiden Touren übrigens nur Doxi unterwegs, ich hatte meine geliebten Wanderschuhe an  🙂

Mit mehr als einer halben Million Einwohner ist das moderne Nürnberg hinter München die zweitgrößte Stadt im Freistaat Bayern. Sie erstreckt sich in einem flachen Tal auf beiden Seiten der Pegnitz, die die Stadt von Ost nach West durchquert.

Erstmalige urkundliche Erwähnung fand die Stadt bereits in der Sigena-Urkunde aus dem Jahr 1050. Ihre erstes großes Wachstum erlebte sie als eigenständige Reichsstadt des Heiligen Römischen Reichs ab 1219.

Von 1424 bis 1796 wurden im Heilig-Geist-Spital zu Nürnberg die Reichsinsignien bestehend aus Reichskrone, Heiliger Lanze und das Reichsschwert aufbewahrt. Alle deutschen Könige und Kaiser weilten in diesen Jahrhunderten zumindest zeitweilig in Nürnberg, darunter auch Karl IV., der 1356 in Nürnberg die Goldene Bulle erließ.

Die Jahre zwischen 1470 und 1530 gelten als die Blütezeit von Nürnberg. Der Reichtum der Stadt kam durch das ausgezeichnete Handwerk sowie die günstige Lage als Handelsplatz in der Mitte Europas zustande. Gemeinsam mit Köln und Prag zählte Nürnberg In dieser Zeit zu den größten Städten des Heiligen Römischen Reiches.

20 km barfuß durch Nürnberg

Der Adler, Deutschlands erste Eisenbahnlokomotive für den Personenverkehr

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Nürnberg zu einem der industriellen Zentren in Bayern. So fuhr 1835 als erste Eisenbahn für den Personenverkehr in Deutschland der „Adler“ von Nürnberg nach Fürth.

Unrühmliche Zeiten erlebe die Stadt im Nationalsozialismus als Stätte der NS-Reichsparteitage, durch die “Nürnberger Rassengesetze” und der NS-Kriegsverbrecherprozesse der Alliierten Siegermächte.

Heute ist Nürnberg unter anderem für seine nach starken Kriegszerstörungen in Teilen wiederaufgebaute mittelalterliche Altstadt, den weihnachtlichen Christkindlesmarkt und die einzigartigen Nürnberger Lebkuchen bekannt.

Als wir die Stadt am nächsten Morgen wieder verlassen, mache ich erst  einmal am Fabrikverkauf eines namhaften Lebkuchenherstellers halt. Dort decke ich mich für die kommende Weihnachtszeit ordentlich mit Lebkuchen ein. Ob meine Einkäufe das Weihnachtsfest aber tatsächlich erleben werden, da bin ich nicht ganz sicher. Denn dafür lachen sie mich einfach zu verlockend an  …

( MITI )

Auf der Nürnberger Burg

Auf der Nürnberger Burg
Nürnberg, 12. Oktober 2018

Blick vom Tiergärtnertor mit dem Albrecht Dürer-Haus (rechts) hinauf zur Burg

Ein Stadtspaziergang durch Nürnberg ohne die Besichtigung der Burg – das geht gar nicht. Denn die mehr als 1.000 Jahre alte Nürnberger Burg ist das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt. Sie ist eine Doppelburg, bestehend aus der Kaiserburg und der angrenzenden Burggrafenburg.

Die Anlage liegt nördlich der Pegnitz auf einem Sandsteinrücken oberhalb der Sebalder Altstadt. Im Westen grenzt sie an den Neutorgraben, im Norden an den Vestnertorgraben. Die Burg ist nach Norden hin Teil der Nürnberger Stadtbefestigung. Von der Burg aus bietet sich ein toller Blick auf das unter ihr liegende Handwerkerviertel und die Altstadt.

Die Burg zählt in ihrem historischen Charakter als Wehrbau und Kaiserresidenz, Reichsburg und hohenzollerischer Burggrafensitz zu den geschichtlich und baukünstlerisch bedeutendsten Wehranlagen Europas. Zwischen dem Jahre 1100 und 1571 hielten sich alle Kaiser und Könige des Heiligen Römischen Reichs zeitweilig dort auf.

Im Dreißigjährigen Krieg war die Gegend um Nürnberg Schauplatz eines mehrere Jahre dauernden Stellungskriegs der Kriegsparteien, der 1632 zur Schlacht an der Alten Veste führte. Die Stadt und die Burg wurden aber nicht erobert. Nach dem Krieg verlor die Burg ihre militärische Bedeutung und die Reichstage fanden nicht mehr in Nürnberg, sondern ab 1663 endgültig in Regensburg statt.

Auf der Nürnberger Burg

Derr Tiiergärtnerturm unterhalb der Burg

1806 fielen die Burg und die Stadt an das Königreich Bayern. Mit dem Aufkommen der Romantik entstand ein neues historisches Interesse an der Burg. Nach der bayerischen Niederlage im Deutschen Krieg 1866 musste Ludwig II. dem preußischen König Wilhelm I. die Mitbenutzung der „Burg seiner Väter“ einräumen.

Aufgrund der schweren Beschädigungen durch die Luftangriffe auf Nürnberg im Zweiten Weltkrieg wurde die Burganlage ab 1950 in ihrer historischen Struktur wiederaufgebaut.

Auch bei unserem Besuch wird gerade wieder einmal renoviert. Teile der Burg sind eingerüstet. Dennoch bietet sich uns ein imposanter Anblick. Schön, das endlich einmal gesehen zu haben.

( MITI )

Ein Nachmittag in Ingolstadt

Ein Nachmittag in Ingolstadt
Ingolstadt, 11.10.2018

Das alte Rathaus von Ingolstadt am Rathausplatz

Nach unserer Tour durch Landshut fahren wir am frühen Nachmittag weiter nach Ingolstadt. Es geht auf Bundes- und Landstraßen quer durch Oberbayern, denn die Autobahn zu nehmen hieße, einen enormen Umweg über München einzuschlagen.

Unterwegs begegnen uns immer wieder abgeerntete Hopfenfelder, erkennbar an den vielen Rankstangen, an denen sich der Hopfen gen Himmel streckt. In Ingolstadt kommen wir auf dem Großparkplatz am Freibad unter. Bis zur historischen Altstadt sind es von dort nur wenige Schritte.

Ingolstadt liegt an der Donau und ist die fünftgrößte Stadt im Freistaat Bayern. Sie gehört zu den am schnellsten wachsenden Städten in Deutschland. Im Jahr 806 erstmals urkundlich erwähnt, verfügt Ingolstadt heute über eine weitgehend erhaltene historische Altstadt.

Ingolstadt verdankt seinen Aufstieg von einer kleinen Siedlung zur Stadt vor allem seiner strategischen Lage am Donauübergang in Richtung Nürnberg. Die Stadtrechte inklusive der Erlaubnis zum Bau einer gemauerten Stadtbefestigung wurden 1362 gewährt.

Vom 14. bis zum 18. Jahrhundert war die mittelalterliche Stadtumwehrung Ingolstadts ein gewaltiges Bauwerk aus Graben, Wall und Türmen. Im 15. Jahrhundert wurde die Stadterweiterung mit 87 Türmen abgeschlossen. Dies brachte Ingolstadt den Beinamen „Die hunderttürmige Stadt“ ein.

Ihre halbrunden Türme, die Angriffen besser widerstanden, machten die Stadtmauer zu einer der innovativsten in Bayern. Für viele Stadtmauern wurde sie zum Vorbild, darunter die von Donauwörth, Aichach oder Pappenheim.

Ingolstadt ist auch die Stadt des Bayerischen Bier-Reinheitsgebots. Bereits vor mehr als fünfhundert Jahren wurde hier festgelegt, dass das Bier nur aus Gerste, Hopfen und Wasser herzustellen sei. Ein Bier-Brunnen in der Innenstadt erinnert heute an diese Verordnung. Doxi musste natürlich direkt daran kosten – es kommt aber nur Wasser heraus 🙂

( MITI )

Auf Burg Trausnitz

Auf Burg Trausnitz
Landshut, 11. Oktober 2018

Blick auf die Burg Trausnitz

Neben dem Turm der Basilika St. Martin ist die Burg Trausnitz eine weithin sichtbare Landmarke oberhalb der Altstadt von Landshut. Die Höhenburg befindet sich auf dem Sporn eines Steilhanges, der Hofberg genannt wird.

Auf dem Gelände befand sich bereits seit etwa 1150 ein hölzerner Wachturm, der als “Landeshuata” (Hut und Schutz des Landes) urkundlich erwähnt wird. Aus dieser Bezeichnung ging der Name der neuen Stadt hervor, die 1204 von Herzog Ludwig “der Kelheimer” zusammen mit der heutigen Burg gegründet wurde.

1235 war die Burg weitgehend fertiggestellt, als Kaiser Friedrich II. Gast in Landshut war. In dieser Zeit wurde die Burg zu einem Zentrum der Reichspolitik und der staufischen Kultur. Unter anderem waren berühmte Minnesänger wie Tannhäuser und Walther von der Vogelweide zu Gast auf der Burg.

Im 15. Jahrhundert ließen die Herzöge von Bayern-Landshut die Burg erweitern. Es entstanden erhöhte Ringmauern, die neue Dürnitz und die Wehrtürme. Im 16. Jahrhundert wurde die Burg Landeshuata dann in Burg Trausnitz (Trau dich nicht) umbenannt und war bis 1503 fast durchgehend Herzogssitz der niederbayerischen Wittelsbacher.

Die mittelalterlichen Befestigungen sind bis heute größtenteils erhalten geblieben. Der älteste Bestand der Hauptburg aus der Zeit von 1204 bis um 1230/40 ist im Stil der so genannten Zisterziensergotik errichtet. Der Innenhof wurde ab 1575 im Stile der Renaissance gestaltet, und die Fassaden der Galeriegeschosse des Innenhofs mit weitgespannten Arkaden versehen.

Eine wirklich sehenswerte Anlage. Nur den großen Hofgarten hinter der Burg haben wir leider verpasst. Ich war an den Wirtschaftsgebäuden auf einen Obstgarten gestoßen und hatte diesen für den Hofgarten gehalten. Wäre wir besser mal noch ein Stück weiter gelaufen …