Reiz der Ruinen

Reiz der Ruinen
Dargun, 13. Juni 2024

Schlossruine Dargun

Wir beschließen den zwölften Tag unserer Reise in Dargun. Die kleine Stadt liegt in einem Seitental der Peene, wenige Kilometer nördlich des Kummerower Sees, in dem die Peene ihren Ausgang nimmt.

Überregional ist Dargun für seine große und eindrucksvolle Schlossruine bekannt, in der jährlich in den Sommermonaten Kulturveranstaltungen stattfinden.

Das Schloss ging auf ein Zisterzienserkloster zurück, das bereits 1552 säkularisiert wurde und fortan als Nebenresidenz des Herzogs Ulrich von Mecklenburg und seiner Nachfahren diente.

Die Klosteranlage wurde ab 1590 zunächst als Jagdschloss und später zur Renaissanceresidenz umgebaut. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Schloss erheblich zerstört, später aber in noch größerer Pracht wiederaufgebaut.

Doch den Zweiten Weltkrieg überlegte die Anlage nicht. In den letzten Kriegstagen 1945 fiel der gesamte Komplex der Brandschatzung durch Rotarmisten zum Opfer.

Der Abbruch der Ruinen konnte jedoch verhindert werden. Seit den 1990er Jahren engagieren sich Bürger und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz für die Erhaltung und Sicherung der Ruinen. Es wurde Raum für Stadtinformation, die Stadtbibliothek und das Archiv geschaffen. Heute ist die Anlage ein beliebter Aufführungsort.

( MITI )

Hansestadt Demmin

Hansestadt Demmin
Demmin, 13. Juni 2024

Hebebrücke über die Peene („Kahldenbrücke“) am Hafen

Unsere nächste Station an der Peene flussaufwärts ist die alte Hansestadt Demmin. Auf dem Weg von Loitz kommend, passieren wir entlang der Bundesstraße zunächst die markante Peene-Schleife im Ortsteil Randow kurz vor Demmin.

Am Hafen von Demmin stehen wir dann einige Minuten vor der geöffneten Kohldenbrücke, die gerade einem Sportboot auf der Peene den Weg frei macht.

Die Stadt und ihre nähere Umgebung sind ein beliebtes Urlaubsziel für Nautrliebhaber. Im Ort fließen die drei Flüsse Peene, Trebel und Tollense zusammen.

Demmin gehört heute verwaltungstechnisch zum Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, war aber über Jahrhunderte fester Bestandteil von Vorpommern.

1283 trat Demmin der Hanse bei. Von mittelalterlicher Blüte und Reichtum zeugen bis heute das mächtige Luisentor und die große St. Bartholomaei-Kirche. Sieht man einmal von dem prächtig wiedererrichteten Rathaus ab, dominiert ansonsten die typische DDR-Nachkriegsbebauung.

Unter dem Stichwort „Massenselbstmord von Demmin“ ging die Stadt am Ende des Zweiten Weltkriegs in die Geschichte ein. Obwohl die Stadt kampflos an die Rote Armee übergeben worden war, kam es zu massiven Übergriffen auf die Zivilbevölkerung, auch als Vergeltung für die heimtückische Vergiftungsaktion eines deutschen Apothekers an russischen Offizieren.

Aus Angst vor Gräueltaten und der Rache der Sieger sollen sich bis zu 1.000 Mensen – fast ausschließlich Frauen mit ihren Kindern – erhängt oder in der Peene ertränkt haben. In den folgenden Jahrzehnten wurde diese Ereignisse mehrfach verfilmt. Schrecklich dieses Leid.

( MITI )

Fast wie in Holland

Fast wie in Holland
Loitz, 13. Juni 2024

Das wirkt ja ein wenig wie in Holland, hier

Am Lauf der Peene wurden seit der Deutschen Wiedervereinigung mehrere Klappbrücken errichtet. Das lässt die Hafenansichten  stellenweise wirken, als befände man sich in Holland. So auch an den Quais von Loitz.

Der Ortsname geht auf die slawischen Lutizen zurück, deren Siedlungstätigkeit rund um den Hafen für das 10. Jahrhundert n.Chr. archäologisch nachgewiesen wurde.

Die Loitzer Stadtkirche St. Marien fand 1299 erstmalig Erwähnung in den Chroniken. In der historischen Altstadt ist bis heute das enge Straßenraster aus dieser Zeit prägend, deshalb gibt es zahlreiche Einbahnstraßen.

In Ermangelung große Arbeitgeber ist die Stadt nach der Deutschen Wiedervereinigung nicht wirklich aufgeblüht.

Doch man ist bemüht, ein ansprechendes Stadtbild zu schaffen. Beispielsweise durch subventionierte Sreetart-Arbeiten auf leerstehenden Häusern und Häuserwänden. Das sieht an einigen Stellen wirklich ansprechend aus, finde ich.

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Dorfidyll an der Peene

Dorfidyll an der Peene
Stolpe / Peene, 13. Juni 2024

Doxi schaut den Gänsen auf der Peene hinterher

Ist das eine Seelenruhe hier: Fährt man die Peene von Anklam flussaufwärts, kommt man nach wenigen Kilometern in das idyllische Dorf Stolpe.

Dort gibt es gerade einmal ein paar Dutzend Häuser. Und unten am Fluss hat es eine saisonal betriebene Personenfähre über die Peene sowie eine kleine Marina mit Bootsverleih.

Zwischen Fähre und Sportboothafen befindet sich – liebevoll wiederhergerichtet – der alte Dorfkrug und gegenüber die Ruine eines mittelalterlichen Klosters.

Gleich daneben residiert ein nobles, aber zurückhaltendes Landhotel auf dem riesigen Gelände eines ehemaligen Gutshofs.

Kein Wunder, dass es hier kaum Parkplätze gibt – die Einheimischen genießen es offensichtlich, unter sich zu bleiben. Kann man in diesem kleinen Paradies irgendwie auch nachvollziehen.

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Endloser Usedom-Strand

Endloser Usedom-Strand
Heringsdorf, 12. Juni 2024

Strand beim Ortsteil Baring

Im Nordosten von Usedom erstrecken sich auf einer Länge von mehr als zehn Kilometer feinster Ostseestrand bis zur Deutsch-polnischen Grenze bei Swinemünde (Swinoujscie).

In diesem Abschnitt liegen die Urlaubsorte Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck, die seit 2005 als Seebad Heringsdorf gemeinsam auftreten und agieren.

„Die drei Schwestern“, wie sie früher gerne bezeichnet wurden, sind mit Swinemünde über eine zwölf Kilometer lange Strandpromenade verbunden.

Tatsächlich folgt der rund 40 Meter breite Sandstrand dem Küstenverlauf sogar noch weitere 30 km nordwestwärts bis Peenemünde.

Doch nur diese „Kaiserbäder“ sind geprägt durch sehenswerte Ensembles der Bäderarchitektur, die oftmals Hotels und Ferienwohnungen beherbergen. Manche Etablissements stehen schon seit fast einhundert Jahren für gediegenen Luxus.

Für mich ist das alles eher nichts, und trotzdem finde ich es spannend, sich einmal einen Eindruck davon zu verschaffen. Einmal reicht dann aber bitte gerne 🙂

( MITI )

Im Herzen von Usedom

Im Herzen von Usedom
Stadt Usedom, 12. Juni 2024

Überfahrt auf die Insel Usedom vorbei an gefluteten Bäumen, kurz vor der Zecheriner Brücke

Usedom ist eine heute bedeutender Tourismusmagnet im äußersten Nordosten Deutschlands. Doch der Ort, der der Insel ihren Namen verliehen hat, bekommt davon vergleichsweise wenig ab.

Denn die Stadt Usedom liegt ein Stück weit im Landesinneren, geschützt vor den Sturmfluten der Küsten. Aber eben auch fern der begehrten Strände.

Dennoch lohnt sich ein Besucht dort, weil er zeigt, wie die Inselbewohner vor dem großen Tourismusboom gelebt haben.

Die Landstadt Usedom liegt im südwestlichen Teil der Insel, im sogenannten Achterland am Nordwestufer des Usedomer Sees, einer Bucht des Stettiner Haffs. Im Westen und Norden wird das Stadtgebiet vom Peenestrom umspült.

Am Rande des Ortes erhebt sich ein Schlosshügel, auf dem heute nur noch ein großes steinernes Kreuz errichtet ist. In früher Vorzeit sollen an diesem Ort die ersten slawischen Siedler das Christentum angenommen haben. Später stand dort eine mittelalterliche Burg, die aber bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts bereits weitgehend verfallen war.

Für internationales Aufsehen sorgte das Städtchen Anfang des 20. Jahrhunderts, als Berichte auftauchten, der Bürgermeister sei im März 1913 im Anschluss an eine Kreistagssitzung verschwunden und Wochen darauf in Algier als Mitglied der französischen Fremdenlegion wieder aufgetaucht.

Ein halbes Jahr darauf stand der Bürgermeister wieder vor seiner Haustüre und hinterlies der Welt einen autobiographischen Kurzroman, in dem er seine Erlebnisse schilderte.

( MITI )