Das Korn ist reif 2021

Doxi auf einem frisch gepressten Strohballen

 Büttgen, 28. Juli 2021

Hui, wie das Jahr voranschreitet: Jetzt wird auf den Feldern rund um mein Heimatdorf schon wieder die Ernte eingefahren und das Korn gemäht. Überall sieht man die Mähdräscher emsig am Werk, wie sie Bahn um Bahn die Felder durchflügen, die Ähren aufnehmen, das Korn behalten und das Stroh wieder auswerfen.

Dahinter rollen die Strohsammler durchs Feld. Sie nehmen das Stroh auf, pressen und stampfen unentwegt und lassen alle paar hundert Meter große runde Ballen zurück – alle von gleicher Größe.

Viele davon werden bald schon in den zahllosen Reitställen unserer Region landen.

Wie ich gelesen habe, hatten in einigen Landstrichen im Süden und Westen Deutschlands Starkregen und Hagel Ende Juni heftige Schäden in der Gerste hinterlassen.

Auch bei uns sind die Erntefenster zwischen den Regenschauern derzeit kurz. Aber die Eträge sind heuer ordentlich, wie mir ein befreundeter Landwirt kürzlich berichtete.

Bald schon werden die abgeernteten Felder umgepflügt und wieder neu eingesät. Dann ist der Sommer fast schon vorüber und der Jahreszyklus geht weiter seinen Gang …

( MITI )

Aggerhöhen bei Vilkerath

Heike und Doxi auf der Aggerbrücke bei Ehreshoven

 Vilkerath / Ehreshoven, 25. Juli 2021

Gemeinsam mit Heike und Doxi bin ich heute die schöne Panoramatour an der Agger rund um das Wasserschloss Ehreshoven gelaufen. Vor vier Jahren war ich schon einmal hier. Damals durfte man noch am Wasserschloss vorbeilaufen. Auch das Betreten des Schlosshofes war noch nicht “Streng verboten”, so wie jetzt.

Und weil die Wege rund um das Schloss nun versperrt sind, mussten wir uns gemeinsam mit anderen Wandereren durch Stacheldraht zwängen und eine feuchte Kuhweide mit angrenzendem Bach überwinden, um nicht einen weiten Umweg zu laufen. Aber was soll’s.

Die Tour führte uns von Vilkerath zunächst auf die Hänge nördlich der Agger. Dort hatten wir tolle Talblicke auf den Fluss. Gleichzeitig mussten wir feststellen, wie viele Waldflächen aufgrund sterbender Nadelbäume auch hier schon freigeräumt werden mussten.

Nach dem Abstieg zur Agger ging es weiter über die schwankende Holzbrücke am Wasserwerk Ehreshoven und dann weiter zum besagten Wasserschloss. Dahinter wären wir gerne auf Talniveau weiter an der Agger und dem Aggerstausee Ehreshoven II zurück zu unserem Startpunkt gelaufen. Doch da fehlt leider ein kurzes aber entscheidendes Wegstück zwischen den Wasserflächen.

Also mussten wir auf der Südseite der Agger erneut die Höhen über dem Aggertal erklimmen. Über Forkscheid, Obermiebach und Untermiebach führte uns dann der Weg zurück zu unserem Startplatz bei Vilekarth, den wir nach knapp vier Stunden und 14 Wanderkilometern wieder erreichten.

Es war eine schöne Tour, allerdings in den waldfreien Passagen bei starker Sonneneinstrahlung auch sehr schweißtreibend. Viel länger hätte die Tour deshalb nicht gehen dürfen, sonst hätten die beiden Damen an meiner Seite vermutlich gestreikt 🙂

( MITI )

Damerbruch – Sieben Quellen

Weiher mit Hochzeitskapelle an den “Sieben Quellen”

 Herongen, 23. Juli 2021

Auf einer schönen Wald- und Wiesenwanderungen war ich heute mit Heike und Doxi im Deutsch-Niederländischen Grenzgebiet kurz vor Venlo unterwegs. Wir starten im Zentrum von Herongen an der Kirche St. Amandus und laufen vorbei an der alten Heronger Mühle hinauf auf die Heronger Höhen.

Dort genießen wir schöne Blicke von den Höhen hinunter in die Landschaft Richtung Venlo. Bald erreichen wir das Naherholungsgebiet „Sieben Quellen“ in Straelen-Paesmühle.

Ein schön gewundener Weg führt durch Laubwald und über kleine Brücken zum Weiher mit der Hochzeitskapelle und dem ehemaligen Herrenhaus.

Dort stand früher die Wassermühle der Familie “Paes”.  Heute wird das Gelände von der Stadt Straelen als Standesamt für Trauungen in romantischem Ambiente genutzt.

Dahinter wenden wir uns zum rund 70 Hektar großen Naturschutzgebiet „Hangmoor Damerbruch“, das zwar nur 150 Meter an Breite misst, sich aber auf einer Länge von 4 km entlang der Deutsch-Niderländischen Grenze von Nord nach Süd zieht.

Der Damerbruch ist eines der letzten Zeugnisse des Straelener Veens, eines grenzüberschreitenden Moor- und Sumpfgebietes zwischen Venlo, Arcen und Straelen.

Wir genießen den Schatten auf unserem Weg entlang des Damerbruchs, denn auch heute ist es bei uns am Niederrhein wieder sommerlich warm.

Nach einer schweißtreibenden Passage durch die offene Feldlandschaft erreichen wir wieder Herongen, wo wir an einer von zwei großen Produktionsanalagen der Firma Kühne in Deutschland vorbei kommen.

Schon von weitem riecht es nach Gewürzgurken, und tatsächlich können wir durch die geöffneten Fenster der Produktionshalle einen Blick auf die “Gurkengläser-Abfülllstraße” erhaschen. Richtig spannend ist das.

Wir sind ganz begeistert, als wir ein Hinweisschild auf den Kühne-Lagerverkauf entdecken. Doch leider: In Corona-Zeiten geschlossen.

Nach drei Stunden erreichen wir schließlich wieder unseren Startpunkt im Zentrum von Herongen. Und weil es von dort nur 6 km ins Zentrum von Venlo sind, beschließen wir, spontan noch einen kleinen Abstecher nach Holland zu unternehmen. Auf geht’s.

( MITI )

Herten & Freiheit Westerholt

Historische Fachwerkhäuser in der Freiheit Westerholt

 Herten, 20. Juli 2021

Nach dreieinhalb Jahren bin ich mal wieder rund um Herten im nördlichen Ruhrgebiet unterwegs. Gemeinsam mit Heike und Doxi laufe ich die 14 km lange Tour 35 aus dem Rother Wanderführer Ruhrgebiet.

Wir starten am historischen Wasserschloss Herten mit seinem schönen Schlosspark, in dem heute eine Psychiatrische Klinik des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe untergebracht ist.

Dahinter geht es durch die Felder am Holzbach entlang in westlicher Richtung nach Westerholt. Wir laufen durch den historischen Ortskern mit dem nach Hattingen größten erhaltenen Fachwerkensemble im gesamten Ruhrgebiet.

Vorbei am Schloss Westerholt und dem gleichnamigen Golfplatz geht es anschließend in die Lochterheide und dann über die Höhen zwischen Westerholt und Resse zurück in Richtung Herten.

Wir drehen eine große Schleife durch den Schlosspark Herten und erreichen nach rund dreieinhalb Stunden wieder unseren Startpunkt am Schloss.

Wenn man bedenkt, dass wir im dicht besiedelten Ruhrgebiet unterwegs sind, dann war dies eine bemerkenswert grüne Runde mit wenig städtischer Bebauung, aber dafür ganz viel Natur und schönen Ausblicken in die Landschaft.

( MITI )

Kinetische Kunst in Gelsenkirchen

Frontseite des Kunsmuseums Gelsenkirchen

 Gelsenkirchen, 20. Juli 2021

Ich bin ein Fan der so genannten “kinetischen” oder auch “kybernetischen” Kunst, in der Bewegung und die Reaktion auf äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Diese Kunstform wurde in den 1950er und 1960er Jahren populär.

Ihre vormodernen Ursprünge liegen in den kunstgewerblichen mechanischen Apparaten und ästhetischen Wasserspielen der Barockzeit.

In der Moderne sind ihre Anfänge in den kinetischen Licht- und Bewegungsobjekten Marcel Duchamps und Man Rays zu finden.

Auch die konstruktivistischen Maschinen von Künstlern wie Wladimir Tatlin, Naum Gabo, Alexander Rodtschenko und László Moholy-Nagy sind von diesem Geist geprägt.

Als Hauptvertreter der zeitgenössischen kinetischen Kunst gelten Yaacov Agam, Pol Bury, Alexander Calder, Rebecca Horn, George Rickey, Jesús Rafael Soto und Jean Tinguely, dessen Werke ich sehr bewundere.

Das Kunstmuseum Gelsenkirchen präsentiert eine der größten Sammlungen kinetischer Kunst in Europa. Der Eintritt ist kostenlos und sehr empfehlenswert. Nach mehreren Jahren war ich heute wieder einmal dort, um mich gemeinsam mit Heike von der Kreativität, Dynamik und Kunstfertigkeit, die in diesen Objekten steckt, begeistern zu lassen.

( MITI )

Wildrinder am Rodebach

Schottische Hochlandrinder im Wald am Rodebach

 Gangelt, 18. Juli 2021

Nach dreieinhalb Jahren bin ich wieder im schönen Naturschutzgebiet am Rodebach bei Gangelt unterwegs. Diesmal ist Sommer, nicht Winter, wie beim letzten Mal, und Heike ist mit dabei.

Außerdem hat Gangelt, der kleine Grenzort zu den Niederlanden im Selfkant, seitdem als Ausgangspunkt der Corona-Epedemie in Deutschland bundesweit Bekanntheit erlangt.

Wir starten am Rodebach, der seit dem Wiener Kongress von 1814 die Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden bildet und auf Limburger Seite als “Rode Bek” bekannt ist.

Der Bach war früher eine wichtige Lebensader für die Region des Selfkants. 14 Wassermühlen wurden hier zwischen den Orten Stahe und Isenbruch betrieben.

Heute markiert der Rodebach den Einstieg in den 700 Hektar umfassenden Natur- und Landschaftspark “Rodebach / Roode Beek”.

Ein besonderes Highlight sind die freilaufenden Schottischen Hochlandrinder. Sie halten die Heidelandschaft frei von Strauch- und Baumtrieben und sind auch im Wald unterwegs.

Dieser wird von zahlreichen Bächen durchzogen und beinhaltet mehrere schöne Waldseen. Schatten und Wasser – das sind die Orte, an denen sich die Rinder jetzt im Sommer bevorzugt aufhalten.

Wir begegnen auf unserer Wanderung drei größeren Gruppen von Tieren. Teilweise liegen die Rinder mitten auf den Wegen und lassen sich von Wanderern und Radfahreren nicht beeindrucken. Bei einer Gruppe im Wald entdecken wir zwei kapitale Bullen, die sich bei ihrer Begegnung vernehmbar anschnauben, dann aber doch freundlich bleiben.

Kaum haben wir die Herde ein paar Hundert Meter hinter uns gelassen, setzt ein unglaubliches Gebrüll ein, Ich glaube, ich habe Rinder noch nie so durchdringend im Wald Röhren gehört. Vielleicht ist gar nicht viel passiert, aber das ultralaute archaische Rufen geht uns durch Mark und Bein.

( MITI )