Panoramarunde um Bad Belzig

Panoramarunde um Bad Belzig
Bad Belzig, 22.04.2019

Wunderbar blühen die Obstbäume rund um Bad Belzig gerade

Wenn eine Wanderung den Begriff “Panorama” im Titel trägt, ist das in der Regel ein verheißungsvolles Zeichen. So auch bei dieser wunderschönen Wanderung, die uns heute 16 km rund um Bad Belzig im Hohen Fläming geführt hat. Hier befand sich einst der geographische Mittelpunkt der DDR.

Wir stehen an der Stein-Therme am Stadtrand, allerdings nicht auf dem offiziellen Womo-Stellplatz dort, denn der ist von englischen Tinkerern mit ihren Wohnwagen belegt. Aber für uns kein Problem, denn wir sind ohnehin nicht auf Strom angewiesen.

Nachdem ich im Feld neben dem Großparkplatz der Therme mein Morgen-Yoga praktiziert habe, mache ich mich mit Doxi auf den Weg. Zunächst geht es in das historische Zentrum der Stadt mit dem schönen Marktplatz und der historischen Burg Eisenhardt auf dem Bricciusberg oberhalb der Altstadt.

Belzig wurde erstmals 997 als Burgward urkundlich erwähnt. In der Gegend der Burg soll es eine Höhensiedlung der späten Bronzezeit gegeben haben. Um das Jahr 1200 ließ Graf Siegfried von Belzig erstmals eine massiv gebaute romanische Steinburg errichten.

Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg durch schwedische Truppen stark beschädigt. Mit ihrer Wiederherstellung wurde erst in den 1680er Jahren unter Kurfürst Johann Georg III. begonnen. Nach der Abschluss der Sanierungen weihte der Fürst die Burg 1691 neu ein.

Von Burg Eisenhardt führt uns der Panoramaweg bei herrlichem Frühlingswetter hinaus in die leicht gewellte Landschaft rund um Bad Belzig. Es geht über ausgedehnte Feldflächen, durch dichte Kiefernwälder und vorbei an der Gedenkstätte für ein Außenlager des KZ Ravensbrück im zweiten Weltkrieg.

Anders als gestern bei unserer Wanderung rund um Wiesenburg stoßen wir dabei immer wieder auf Bäche und Wasserflächen, an denen Doxi sich stärken kann. Und sie macht davon intensiv Gebrauch, denn ihr ist in der starken Frühlingssonne ganz schön warm.

Nach vier Stunden erreichen wir wieder unsere Startpunkt an der Therme. Ich freue mich auf die Sauna dort heute Abend. Aber erst laufe ich mit Doxi nach der Mittagspause noch ein wenig …

( MITI )

Doxi unter Wölfen

Doxi unter Wölfen
Wiesenburg/Mark, 21. April 2019

“Wölfe”, Skulptur von Marion Burghouwt aus dem Jahre 2010

Das war ein bewegter und ereignisreicher Ostersonntag heute. Am Morgen bin ich mit Doxi den 26 km langen Rundwanderweg 60 von Wiesenburg nach Grözke gelaufen. Am Abend dann noch einmal 12 Kilometer in Richtung Bad Belzig.

Trockene, sandige Böden und endlos scheinende Kiefernwälder bestimmen die Landschaft. Es ist viel Wild unterwegs. Und zwischen Wiesenburg und Bad Belzig begegnen uns immer wieder Kunstwerke mitten im Wald.

In der Mittagspause zwischen den beiden Wanderungen dann eine böse Überraschung: Plötzlich knallt es und das Wohnmobil bekommt einen Schlag.

Ein führerloser PKW ist rückwärts rollend in die Seite des Wohnmobils gekracht. Der Fahrer hatte wohl versäumt, die Handbremse zu arretieren, und so hat sich sein Fahrzeug auf dem leicht abschüssigen Parkplatz selbständig in Bewegung gesetzt.

Es dauert eine Weile, bis die Polizei eintrifft und wenig später erscheint auch der völlig verdutzte Halter, ein älterer Herr, der sich maßlos über seinen Fehler ärgert. Mein Wohnmobil hat eine Beule und ein paar Kratzer an den seitlichen Zierleisten abbekommen. Aber die Fahrtüchtigkeit scheint nicht beeinträchtigt. Ich hoffe, das ist tatsächlich so und ich habe noch einmal Glück im Unglück gehabt.

( MITI )

Im hohen Fläming

Im hohen Fläming
Wiesenburg/Mark, 20.04.2019

Schloss Wiesenburg in Wiesenburg/Mark im südwestlichen Brandenburg

Was für ein Kontrast! Nach dem pulsierenden und bunten Leben in der Großstadt Leipzig sind wir nun in einer ganz und gar ländlichen Region angelangt: Im Hohen Fläming im Südwesten von Brandenburg.

Die Landschaft hier ist flach, sandig, trocken und stark bewaldet. die Wirtschaft strukturschwach, die Menschen vielfach arm, eigenbrötlerisch und wenig freundlich gegenüber Fremden. Und im Supermarkt trägt jeder fünfte männliche Erwachsene ein Nazi-Tshirt. Aber dafür ist die Natur richtig schön und auch das Schloss Wiesenburg, an dessen Park wir stehen.

Die Wurzeln der Anlage gehen auf eine mittelalterliche Burg aus dem 12. Jahrhundert zurück. Deren ältester noch bestehender Teil ist der 50 Meter hohe Bergfried an der Nordostseite der Anlage.

Sein heutiges Aussehen im Stil der Neorenaissance erhielt das Schloss bei Umbauarbeiten im 19. Jahrhundert. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Schloss als Internat genutzt. 1998 wurde es an private Investoren verkauft, die es umfassend sanierten und in exklusive Wohnungen und Büroräume umwandelten.

Der dazugehörende, öffentlich zugängliche Schlosspark erstreckt sich zwischen dem Schloss und dem zwei Kilometer entfernten Bahnhof Wiesenburg und steht seit 1982 unter Denkmalschutz.  Als ich am Abend mit Doxi von einer zwölf Kilometer langen Wanderung zurück kehre, sitze ich noch ein wenig im Schlosspark und genieße die wunderschöne Anlage. So einen Garten möchte ich haben – aber dann bitte acch das Geld für den Gärtner 🙂

( MITI )

Ferropolis – Stadt aus Eisen

Ferropolis – Stadt aus Eisen
Gräfenhainichen, 20.04.2019

Doxi vor dem Schaufeldradbagger “Big Wheel”dav

Von Bitterfeld fahren wir weiter nach Gräfenhainichen östlich von Dessau zum Industriemuseum Ferropolis, das sich auch die „Stadt aus Eisen“ nennt. Auf einer Halbinsel im früheren Tagebau Golpa-Nord werden dort riesige ausrangierte Bagger aus dem Braunkohletagebau ausgestellt.

Ursprünglich befanden sich an dieser Stelle die Werkstätten, die Energieversorgung und die Sozialeinrichtungen des Tagebaus, der zum Bitterfelder Bergbaureviers gehörte.

Nach dem Ende des Braunkohlebergbaus 1991 entstand durch die Stiftung Bauhaus Dessau die Idee eines Freilichtmuseums, für das man fünf Großgeräte zusammenführte.

Neben einem Eimerkettenschwenkbagger (Spitzname „Mad Max“) und einem Schaufelradbagger („Big Wheel“) werden auch zwei Absetzer („Gemini“ und „Medusa“) und ein Raupensäulenschwenkbagger („Mosquito“) ausgestellt.

In der ehemaligen Stromversorgungs-Station ist zusätzlich neben der Schaltwarte, den Knochen eines ausgegrabenen Waldelefanten und den Spuren des Braunkohlebergbaus auch eine Ausstellung zur Vermessungstechnik (Markscheiderei) zu sehen. Und seit 2006 betreibt das Standesamt Gräfenhainichen in der stillgelegten Schaltwarte des Tagebaus Golpa-Nord eine Nebenstelle für Hochzeiten.

Die ungewöhnliche Industriekulisse direkt am See wird regelmäßig für Open-Air-Konzerte genutzt. Uner anderem traten dort bereits Die Ärzte, Die Toten Hosen, Linkin Park, Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg, Nena, Deep Purple und Alice Cooper auf.  Ein wirklich faszinierender Ort.

( MITI )

Meisterhäuser Dessau in neuem Glanz

Stil prägend sind die klaren kubischen Formen und die großen Glasflächen

Dessau hat sich in den letzten Jahren zur einer Art Pilgerort für mich entwickelt. Das Bauhaus, die Garten- und Parklandschaft Dessau-Wörlitz – ich bin einfach total fasziniert davon. Jetzt war ich schon zum dritten Mal in Dessau, weil die Meisterhäuser an der Ebertallee frisch renoviert wurden und erstmals wieder vollständig der Öffentlichkeit zugänglich sind.

Dort, in der Nähe des Bauhauses, baute Walter Gropius vor knapp einhundert Jahren die wegweisenden Häuser als Unterkunft für die Meister des Bauhauses. Gleichzeitig dienten sie als Musterhäuser für modernes Wohnen. Als Bauherr trat die Stadt Dessau auf, die Bauhausmeister wohnten zur Miete.

Umringt von Kiefern stehen dort von Ost nach West das Einzelhaus Gropius, sowie jeweils die Doppelhäuser Moholy-Nagy/Feininger, Muche/Schlemmer und Kandinsky/Klee. Die drei Doppelhäuser weisen identische Grundrisse auf, wobei die eine Hälfte jeweils um 90 Grad gegenüber der nachfolgenden gedreht wurde.

Kennzeichnend für die Architektur der Häuser und stilistisch wegweisend waren die kubische Form mit Flachdach, große einfarbige Flächen und enorme Fenster. Diese schufen eine Verbindung zwischen Innen und Außen, die auch durch die großen Terrassen und Balkone betont wurde. Prägende Bauelememte in den verschiedenen Räumen waren auch die massiven Heizkörper der Zentralheizung, zu dieser Zeit ein starkes Symbol für den Komfort der “Moderne”.

Farbe im Treppenhaus

Ein Teil der Häuser wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, die anderen verblassten über die Jahrzehnte. Die noch bestehenden Häuser wurden nun in Stand gesetzt und unter der Federführung des britischen Architekten David Chipperfield durch passende Neubauten ergänzt. Dabei wurde auch versucht, die ursprüngliche farbliche Gestaltung der Innenräume gemäß der Farbenlehre des Bauhauses wieder herzustellen.

Die abstrakten weißen Formen, ihre starke Öffnung nach außen, kombiniert mit den lebendigen, sehr harmonisch wirkenden Farben der Innenräume – ich bin wieder einmal total begeistert von den Meisterhäusern. Und der große Besucherandrang zeigt: Viele andere Menschen auch. Als ich Dessau wieder verlasse, fühle ich mich richtig ein wenig beseelt. Keine Frage: So würde ich auch gerne wohnen.

( MITI )

Am Bitterfelder Bogen

Am Bitterfelder Bogen
Bitterfeld-Wolfen, 20.04.2019

DEr Bitterfelder Bogen

Gestern haben wir einen wunderbaren Tag in Leipzig verbracht. Am nächsten Morgen verlassen wir die Stadt, um weiter nach Bitterfeld zu fahren. Der Kontrast könnte kaum größer sein, aber ich möchte gerne den Bitterfelder Bogen sehen, eine begehbare Stahl-Bogenbrücke mit toller Aussicht über die Region.

Die Architekturskulptur des Frankfurter Künstlers Claus Bury steht auf einer Hochkippe, dem so genannten Bitterfelder Berg, über der neu entstandenen Kultur- und Seenlandschaft der Region Bitterfeld.

Das 2006 eröffnete Bauwerk mit einer Länge von 81 Metern und einer Höhe von 28 Metern wird als Aussichtspunkt genutzt. Der Bogen ist das neue Wahrzeichen der Stadt Bitterfeld-Wolfen, die dieses Motiv auch für ihr Logo verwendet.

Doxi läuft wie immer voraus und ist schon oben auf der höchsten Ebene, als ich noch unterwegs bin. In der Mogensonne blicken wir über die Stadt und den Große Goitzschesee. Alles so schön grün hier. Keine Erinnerung mehr an die Umweltsünden aus der DDR-Zeit.

( MITI )

Klassizismus in Leipzig

Klassizismus in Leipzig
Leipzig, 19. April 2019

Im Zentrum von Leipzig

Leipzig ist berühmt für seine zahllosen klassizistischen Wohnbauten. Viele davon haben die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieg überstanden oder sind nach der Wiedervereinigung wieder aufgebaut, bzw. instand gesetzt worden. Nur ganz wenige Bauruinen sind noch darunter.

Auf unserer großen Stadtwanderung durch den Osten und das Zentrum von Leipzig kommen wir an zahleichen beeindruckend klaren und schönen Bauten aus dieser Zeit vorbei. Hier eine kleine Auswahl.

( MITI )

Stadtwanderung durch Leipzig

Stadtwanderung durch Leipzig
Leipzig, 19. April 2019

Das Neue Rathaus von Leipzig

Nachdem wir uns das Völkerschlachtdenkmal angeschaut haben, mache ich mich mit Doxi auf eine 26 km lange Stadtwanderung durch Leipzig.

Die Tour mit dem schönen Titel “Parks und Kieze im Osten von Leipzig” bringt uns vom Völkerschlachtdenkmal im Südosten des Zentrums bis in den Stadtteil Mockau im Nordosten.

Die Tour führt vorbei an vielen architektonischen Perlen des in Leipzig überall präsentieren Klassizismus, durch zahlreiche schöne Parks und den Kiez, wo sich ein Döner-Restaurant an des nächste reiht und schlecht rasierte Araber in Trainingsanzügen wild gestikulierend in ihre Handys brüllen.

Der Rückweg der Tour soll eigentlich per Straßenbahn erfolgen, doch wir laufen zurück ins Zentrum und schauen uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt an. Eine tolle, aber auch ein wenig anstrengende Tour, auf der wir ganz viel von Leipzig gesehen haben.

( MITI )

Am Völkerschlachtdenkmal

Am Völkerschlachtdenkmal
Leipzig, 19.04.2019

Das Völkerschlachtdenkmal in der untergehenden Abendsonne

Heute ist Karfreitag. Mit dem ersten Sonnenlicht bin ich früh am Morgen in Erfurt aufgebrochen, um zeitig am Völklerschlachtdenkmal in Leipzig einzutreffen – bevor die großen Besuchermassen anrücken.

Gleich gegenüber dem Denkmal, in einer breiten Sackgasse, die den Wilhem-Külz-Park durchschneidet, habe ich einen kostenlosen Parkplatz für mein Wohnmobil ausgemacht. Und tatsächlich erweist sich dieser Ort als wunderbarer Ausgangspunkt für die Entdeckung von Leipzig.

Das 1913 eingeweihte Völkerschlachtdenkmal ist wirklich riesig. Mit einer Höhe von 91 zählt es zu den größten Denkmälern Europas.

Es gehört zu den Wahrzeichen von Leipzig und bildet eine weithin sichtbare Landmarke mit markanter Silhouette. Fast eine Million Besucher werden jährlich gezählt.

Unmittelbar vor dem Völkerschlachtdenkmal befindet sich der künstlich angelegte See der Tränen. Er soll die Tränen der Völker symbolisieren, die um ihre Gefallenen der Schlacht trauern.

Der historische Bezugspunkt für dieses Monument ist die im Oktober 1813 vor den Toren von Leipzig ausgetragene Völkerschlacht, die Teil der napoleonischen Befreiungskriege war.

Sie führte zu einer Niederlage Napoleons gegen die Truppen Russlands, Österreichs, Preußens und Schwedens. In der Schlacht, die bis zum Ersten Weltkrieg als die größte der Geschichte galt, kämpften Deutsche auf beiden Seiten.

Die Bauzeit des Denkmals betrug 15 Jahre, Mehr als 26.000 Natursteinblöcke wurden dabei verbaut. Im Innern des Denkmals erhebt sich eine Kuppelhalle mit einer Innenhöhe von 68 Metern. Exakt fünfhundet Stufen führen vom Fuß des Denkmals hinauf zum Eingang der Kuppelhalle. Die überlebensgroßen Wächterfiguren in der Halle haben eine Höhe von 10 Metern. Ein wirklich gewaltiges und beeindruckendes Bauwerk, wie ich finde.

( MITI )

Rummel vor dem Erfurter Dom

Rummel vor dem Erfurter Dom
Erfurt, 18. April 2019

Fahrgeschäfte auf dem Domvorplatz

Die nächste Station auf meiner Womo-Tour durch Mitteldeutschland ist Erfurt. Von Weimar ist es dorthin nur ein Katzensprung. Ich besuche meine lieben Verwandten in der Nordstadt von Erfurt und verbringe mit ihnen einen schönen Tag.

Am Morgen laufe ich mit meinem Onkel Ojay und Doxi eine kleine Runde entlang der Gera raus aus der Stadt in Richtung Gispersleben. Nach dem Mittagessen fahren wir in die Gartenlaube meiner Lieben, wo gerade die Tulpen in den schönsten Farben blühen – bunt wie Ostereier.

Und abends laufe ich mit Doxi von der Nordstadt ins Zentrum von Erfurt. Wir kommen am Dom vorbei, wo gerade viele Fahrgeschäfte aufgebaut sind, passieren den Fischmarkt mit dem Alten Rathaus und laufen zur Krämerbrücke. An den Wasserflächen links und rechts der Gera sitzen viele junge Leute und genießen die Frühlingssone. Leichtigkeit und Heiterkeit liegen in der Luft. Schön ist das.

( MITI )

Kunst in Weimar

Das Neue Museum Weimar

Weil man aufgrund des großen Andrangs im Neuen Bauhausmuseum auch nach dem glücklichen Erwerb einer Karte noch mehrere Stunden auf den Einlass warten muss, kann man mit dem Ticket auch andere Museen in Weimar besuchen. 

Ich nutze diese Gelegenheit, um mir neben der Bauhaus-Ausstellung auch die drei Ausstellungen im Neuen Museum Weimar anzuschauen. Außerdem entdecke ich beim meinem Stadtbummel interessante Kunstobjekte im öffentlichen Raum. Hier meine  Impressionen zum Thema “Kunst in Weimar”.

( MITI )

Fußmarsch zum Schloss Belvedere

Fußmarsch zum Schloss Belvedere
Weimar-Eichenleite, 17. April 2019

Schloss Belvedere oberhalb von Weimar

Wir sind noch immer in Weimar. Am späten Nachmittag mache ich mich mit Doxi zu einer Wanderung zum Schloss Belvedere oberhalb der Stadt auf.

Weimar ist reich gesegnet mit Parks und Grünanlagen und so gelingt es uns, die sechs Kilometer lange Strecke bis zum Schloss fast komplett durchs Grüne zu laufen.

Besonders eindrucksvoll ist der langgezogene “Park an der Ilm”, der am Rande der Altstadt beginnt und entlang der Ilm in südöstlicher Richtung aus der Stadt hinausführt.

Mitten im Park liegt Goethes früheres Gartenhaus, ein unverzichtbarer Besuchspunkt für alle, die auf Goethes Spuren in Weimar wandeln wollen.

Später geht es über die langgezogene Belvederer Allee, die von der Innenstadt in gerader Linie zur Anhöhe “Eichenleite” mit dem Schloss Belvedere und seinem großzügigen Park führt.

Als wir uns der Eichenleite nähern, bin ich zunächst etwas irritiert. Denn unterhalb des Schlosses haben die Russen nach dem Zweiten Weltkrieg einen Friedhof für ihre gefallenen Soldaten angelegt. Inklusive rotem Stern und den Symbolen von Hammer und Sichel in schwerem Eisen. Und dieser Friedhof besteht bis heute.

Das Schloss und seine Nebengebäude erstrahlen mittlerweile wieder in altem Glanz und sind ein echtes Schmuckstück zeitgenössischer Barockarchitektur.

Das Anwesen ist eine üppig gestaltete Lustschlossanlage, die zu den schönsten Residenzen Thüringens zählt. Mitsamt des Parks gehört sie als Teil des Ensembles „Klassisches Weimar“ seit 1998 zum UNESCO Weltkulturerbe.

Die barocke Schlossanlage wurde in den Jahren 1724 bis 1744 als Residenz für Herzog Ernst August I. von Sachsen-Weimar erbaut. Als Vorbild diente das berühmte Schloss Belvedere in Wien.

Mir haben es vor allem die großzügigen Parkanlagen angetan. Ein wirklich wunderschöner Ort und eine sehr angenehme Wanderung bei herrlichem Frühlingswetter.

( MITI )

Auf Entdeckungstour in Weimar

Auf Entdeckungstour in Weimar
Weimar, 17.04.2019

Deutsches Nationaltheater Weimar mit Goethe- und Schiller-Denkmal

Vom Geisteltalsee bei Mücheln fahre ich am frühen Morgen weiter nach Weimar. Ich möchte unbedingt die Ausstellung zum hundertjährigen Bestehen des Bauhauses sehen, die in der letzten Woche eröffnet wurde.

Die Ausstellung öffnet ihre Pforten an diesem Morgen um 10 Uhr. Als ich zwanzig Minuten später am neu errichteten Museumsbau eintreffe, ist die Schlange an der Ticket-Kasse bereits 50 Meter lang.

Es dauert eine gute Stunde, bis ich ein Ticket erhalte, das zum Einlass drei Stunden später berechtigt. Also mache ich mich mit dem Fahrrad erst einmal zu einer Besichtigungstour durch Weimar auf.

Weimar liegt auf halbem Wege zwischen Erfurt im Westen und Jena im Osten. Es ist die viertgrößte Thüringens und vor allem für ihr reiches kulturelles Erbe bekannt.

Dazu gehören neben den Traditionen der Weimarer Klassik um Wieland, Goethe, Herder und Schiller auch das Bauhaus und die Nationalversammlung von 1919, von der sich der Name der “Weimarer Republik” herleitet.

Bekannte Größen aus Kunst, Kultur und Wissenschaft haben hier gelebt, geforscht und gewirkt, beispielsweise Lucas Cranach d. Ältere und der Jüngere, Johann Sebastian Bach, Franz Liszt, Richard Strauss und Friedrich Nietzsche, um nur einige zu nennen.

Das Bauhaus und seine Stätten in Weimar (und Dessau) wurden 1996, das „klassische Weimar“ 1998 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Weimar war seit 1547/52 Haupt- und Residenzstadt des Herzogtums Sachsen bzw. Sachsen-Weimar. Dies war der erste Staat in Deutschlands, der sich im Jahre 1816 eine Verfassung gab.

Bei so viel kultureller und historische Bedeutung verwundert es nicht, dass Weimar ein Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt ist. Die Stadt ist ganz schön voll, doch mit meinem Fahrrad komme ich überall gut hin. Es gibt viel zu entdecken und zu sehen. Eine wirklich schöne und inspirierende Stadt, finde ich.

( MITI )

Am Geisteltalsee bei Mücheln

Am Geisteltalsee bei Mücheln
Mücheln, 16.04.2019

Doxi erkundet die Uferzone

Unsere letzte Station heute ist der Geiseltalsee, ein gefluteter und renaturierter ehemaliger Braunkohletagebau bei Mücheln in Sachsen-Anhalt. Von Nebra sind es nur rund 25 Kilometer bis dorthin, doch es geht über die schlechtesten Straßen von Mitteldeutschland, so kommt es mir zumindest vor. So viele schlecht geflickte Löcher im Asphalt, so ein Geruppel im Wohnmobil, das habe ich schon lange nicht mehr erlebt.

Doch dafür werden wir mit einem kostenlosen Stellplatz mitten im Grünen belohnt, nur wenige hundert Meter vom See entfernt.

Mit fast 19 Quadratkilometern Fläche ist der Geiseltalsse der größte künstliche See in Deutschland. Er gehört zu den zehn wasserreichsten Seen in unserem Land und ist das größte Gewässer im Mitteldeutschen Seenland.

Der Tagebaubetrieb rund um Mücheln wurde im Jahre 1993 eingestellt. Bis dahin waren dort nahezu 1,4 Milliarden Tonnen Braunkohle abgebaut und ebenso viel Abraum bewegt worden. Zurück blieb ein knapp 80 m tiefes Tagebaurestloch von rund 2.600 Hektar Fläche.

Schon seit der Deutschen Wiedervereinigung zielten die Planungen auf eine Sanierung des Gebiets ab. Als Ziel wurde festgelegt, ein überregionales Erholungs- und Freizeitgebiet als Bergbaufolgelandschaft zu schaffen.

Die Flutung mit Saalewasser begann nach umfangreichen Vorarbeiten im Mitte 2003 und wurde 2011 abgeschlossen. Die geplanten Wald- und Erholungsflächen sollen etwa 800 Hektar umfassen. Auf rund 30 Hektar der sanft abfallenden Uferflächen im Norden wurde das Weinbaugebiet Goldener Steiger angelegt.

Der Uferweg rund um das gesamte Gebiet hat eine Länge von mehr als 22 Kilometern. Mit Doxi laufe ich am späten Nachmittag jedoch nicht um den See herum, sondern über die große Landzunge, die in den See hineinragt und im vorderen Bereich neben einem Strand und einer Marina auch einen Campingplatz beherbergt.

Im hinteren Bereich erwartet uns Natur pur. Viele Wasservögel haben sich hier angesiedelt und Doxi genießt es, durch die flachen Uferbereiche zu stapsen. Mehr als zwei Stunden sind wir bei herrlichem Sonnenschein an den Ufern des tiefblauen Sees unterwegs, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Fast könnte man vergessen, dass das alles künstlich geschaffen wurde Herrlich ist das hier.

( MITI )

Am Fundort der Himelsscheibe von Nebra

Am Fundort der Himelsscheibe von Nebra
Nebra, 16. April 2019

Die Arche von Nebra

Die Himmelsscheibe von Nebra, eine mehr als dreieinhalb Tausend Jahre alte kreisförmige Bronzeplatte mit Applikationen aus Gold, ist die älteste bisher bekannte konkrete Himmelsdarstellung, die die Menschheit hervorgebracht hat.

Das Artefakt aus der frühen Bronzezeit Mitteleuropas zeigt astronomische Phänomene und religiöse Symbole und gilt als einer der bedeutendsten archäologischen Funde aus diesem Zeitalter.

Heute war ich am Fundort der Himmelsscheibe und in der Arche Nebra, einem Multimedia-Musuem, in dem die Geschichte und Deutung der Himmelsscheibe zum Leben erweckt werden.

Jetzt habe ich endlich verstanden, was auf der Himmelsscheibe tatsächlich dargestellt wird, und welche Bedeutung dieses astronomische Wissen für die Menschen ihrer Zeit hatte. Wirklich faszinierend.