Auf dem Höhenweg bei Hattingen

Auf dem Höhenweg bei Hattingen
Hattingen, 4. Dezember 2019

Blick hinunter auf Hattingen vom Aussichtspunkt am Schulenberg

Bei perfektem Sonnenschein war ich heute mit netter Begleitung rund um Hattingen an der Ruhr unterwegs. Die 16 km lange Tour führt uns vom Schützenplatz am Schulenberg auf dem Höhenweg in den Wald und bald hinunter ins Wodantal, immer mit Blick auf den riesigen Funkmast des UKW-Senders Langenberg in einigen Kilometern Entfernung.

Von Nierenhof geht es anschließend hinauf auf den Kamm des Isenbergs und wieder hinunter zur Ruhr, die hier am Naturschutzgebiet Hattingen-Winz eine große Schleife macht.

Wir lassen das Zentrum von Hattingen links liegen und erreichen bald eine ehemalige Bahntrasse, die heute als Fahrradweg genutzt wird.

Der Weg führt uns durch den ehemaligen Bahntunnel am Schulenberg unter unserem Startpunkt hindurch. Nach einer weiteren Schleife durch den Wald und rund vier Stunden Wanderzeit erreichen wir wieder unsere Fahrzeuge, ein wenig durchgefroren, aber auch beglückt von ganz viel Sonne.

( MITI )

Oberbusch und Blauer See

Oberbusch und Blauer See
Ratingen, 29. November 2019

Blick von den Steilhängen hinunter in den Blauen See

Eine Woche war es herbstlich grau und regnerisch, heute scheint endlich einmal wieder die Sonne. Das nutze ich mit Doxi für eine schöne Waldwanderung am Ostrand von Ratingen. Es geht durch den ausgedehnten Oberbusch und am Blauen See vorbei.

Der See entstand Mitte der 1930er Jahre aus einem stillgelegten Kalksteinbruch, der mit Grundwasser volllief. An seinen Steilufern lässt sich die Umwandlung des Kalksteins zu Dolomit in allen Phasen erkennen.

Überregional bekannt wurde der Blaue See durch die gleichnamige Naturbühne auf dem Ufergelände. Unter anderem fanden dort von 1949 bis 1994 Karl-May-Festspiele statt und viele Aufführungen von „Winnetou“ mit Pierre Brice als Hauptdarsteller.

Seit 1999 werden dort in den Sommermonaten jährlich wechselnde Theaterinterpretationen von Klassikern der Kinder- und Jugendliteratur aufgeführt.

Bei unserer Wanderung durch den Oberbusch umkreisen wir den kuppenartigen Stinkesberg, um den sich seit dem dreißigjährigen Krieg zahlreiche Mörder- und Schauergeschichten ranken. Die Nationalsozialisten verklärten den Berg zu einer „germanischen Thing- und Richtstätte“.

Bis heute ist der Berg immer wieder Treffpunkt für Rollenspieler, Gothic- und New-Wave-Anhänger, Okkultisten und Esoteriker, teilweise auch für Rechtsextreme aus der Region. Er gilt als „mystischer Ort“. Am hellichten Tage und bei schönem Herbstlicht ist davon allerdings nur wenig zu spüren, jedenfalls kam es mir heute so vor.

( MITI )

Das Römerlager Oberaden

Das Römerlager Oberaden
Oberaden bei Bergkamen, 25. November 2019

Nachbau der Befestigungsanlagen des Römerlagers

Nach unserer Waldwanderung in der Haard fahren wir weiter zur Fundstätte des ehemaligen Römerlagers bei Oberaden, einem Ortsteil von Bergkamen im Kreis Unna. Eigentlich sind es dorthin nur 15 Kilometer, aber weil die Lippebrücke bei Ahsen dauerhaft gesperrt ist, müssen wir einen langen Umweg nehmen.

Das Römerlager Oberaden ist ein ca. 56 Hektar großes römisches Militärlager aus der Zeit um 11 v. Chr., das im Zuge der Drusus-Feldzüge in Germanien entstand. Zu dieser Zeit war es das größte Militärlager der Römer nördlich der Alpen.

Das riesige befestigte Areal, das bis zu drei Römischen Legionen Schutz bot, wurde im Jahr 1905 von Pfarrer Otto Prein entdeckt. Es liegt auf einer Anhöhe südlich der Lippe und wies eine Seitenlänge von rund 840 × 680 Meter auf.

Geschützt war es durch eine 2,7 Kilometer lange Umwehrung, bestehend aus einem vier bis fünf Meter breiten Spitzgraben, der zwei bis drei Meter tief war. Zum Lagerinnern hin folgte eine drei Meter breite Holz-Erde-Mauer, die alle 25 Meter mit Türmen befestigt war. Toranlagen fanden sich im Norden, Osten, Süden und Westen der Umwehrung.

Im Innern des Areals stießen die Archäologen bei ihren Ausgraben auf eine komplexe Bebauung mit Mannschaftskasernen, Häuser für die Centurionen, ein Kommandeurshaus und zugehörige Versorgungseinrichtungen wie Brunnen und Wasserableitungen.

Allerdings wurde das gesamte Lager vermutlich schon im Jahre 8 v. Chr. beim Rückzug der Römer von diesen selbst niedergebrannt und die Brunnen vergiftet, damit die Anlage nicht in die Hände der Germanen fiel.

Heute erinnert ein ausgeschilderter Rundweg um das Areal an dessen Größe und verschiedene bedeutende Fundstellen. Ein kleiner Römerpark zeigt zudem den Nachbau eines Teilstücks der Befestigungsanlagen. Es ist viel Phantasie erforderlich, um sich das Lager in seiner ganzen Größe vorzustellen. Ich hatte mir irgendwie etwas mehr erhofft, aber was will man erwarten nach zweitausend Jahren und intensiver nachfolgender Besiedlungsgeschichte in dieser Region?

( MITI )

Am Nordostrand der Haard

Am Nordostrand der Haard
Ahsen, 25. November 2019

Am Morgen ist es noch ein wenig diesig an der Kanalbrücke zwischen Ahsen und der Haard

Heute war ich mit Doxi und netter Begleitung auf einer Waldwanderung im Norden des Ruhrgebiets am Übergang zum Münsterland unterwegs.

Die Haard ist eine rund 55 km² große Hügellandschaft aus Sandstein im Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland. Sie erstreckt sich zwischen Haltern am See im Norden, dem Kreis Recklinghausen im Süden, Marl im Westen und Datteln im Osten.

An ihrem Nordrand wird die Haard durch den Wesel-Datteln-Kanal begrenzt. Dort, beim Dorf Ahsen, startet auch unsere Wanderung, die uns zunächst am Kanal entlang führt, bevor es hinein in den Wald geht.

Auf wenig genutzten Forstwegen stapfen wir durch den herbstlich bunten Wald in Richtung des Schrammbergs. Dort ergibt sich ein schöner Blick auf das große Baggerloch Flaesheim.

Weiter geht es durch das Kollental zum Gernebach und entlang der Ahsener Allee wieder zurück zu unserem Startpunkt. Mittlerweile hat die Sonne den Nebel verscheucht und so genießen wir auf einer Bank noch ein wenig die tiefstehende Herbstsonne, bevor wir uns aufmachen, um den Römperpark bei Oberaden zu besuchen.

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Cato ist Papa geworden

Cato vom Niederrhein

Jetzt ist unsere feine Bellis (Berta vom Niederrhein) zum ersten Mal Oma geworden: Ihr Sohn Cato vom Niederrhein aus ihrem zweiten Wurf hat erfolgreich die Hündin Blijke von Haskerazathe gedeckt.

Vier gesunde Welpen sind auf dem Bauernhof der Familie Ubbels-Den Ouden im Norden der Niederlande bei Leeuwarden zur Welt gekommen, allesamt Rüden. Sie werden die Gene unserer geliebten Bloxi, der Mutter von Bellis, weiter in die Welt hinaus tragen, genau wie die Gene der vielen anderen Hovawarte, in deren Tradition unsere Zuchtlinie steht.

Wir sagen herzlichen Glückwunsch an Jean-Piere, dem Besitzer von Cato, und der Familie Ubbels-Den Ouden.

Hier der Link zur Website der Züchter: www.haskerazathe.nl

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Waldrunde im Neusser Süden

Waldrunde im Neusser Süden
Neuss-Rosellen, 22. November 2019

So schön bunt, der sonnendurchflutete Herbstwald

Eines der schönsten Waldgebiete bei uns im Rheinkreis Neuss ist der Mühlenbusch mit dem Kloster Knechtsteden an der Grenze zu Dormagen. Dort bin ich mehrmals im Jahr mit meiner Wanderfreundin Gabi unterwegs.

Heute erfreuen wir uns an den herbstlich bunten Farben des Waldes. Und wir haben Glück, denn immer wieder lugt die Sonne zwischen den Wolken hervor und lässt die Blätter erstrahlen. Fast 14 Kilometer laufen wir so durch den Wald, und die Zeit vergeht dabei wie im Fluge …

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Gestern Schnee, heute See

Gestern Schnee, heute See
Renesse, 20. November 2019

Nach diesem Ausblick habe ich mich gesehnt

Keine 24 Stunden ist es her, dass ich in den schneebedeckten Höhenlagen der Nordeifel unterwegs war. Heute ist mein Ziel die südholländische Nordseeküste bei Renesse, wo am Strand nicht einmal Laub liegt. Was für ein Kontrast!

Für heute ist an der Nordsee volle Sonne angekündigt, deshalb bin ich hier. Außerdem dürfen die Hunde jetzt, nach dem Ende der Tourismussaison, wieder leinenfrei am Strand laufen.

Nach knapp dreistündiger Autofahrt erreichen wir am Mittag den Brouwersdamm, der das Grevelingenmeer von der Nordsee trennt. Fast anderthalb Jahren war ich nicht mehr an diesem Ort, obwohl ich den endlos langen Sandstrand sooo liebe.

Das Thermometer zeigt nur 6 Grad, aber es weht kaum ein Wind und die Sonne scheint von einem wolkenlosen Himmel auf uns herab. Herrlich, wie sich der Strand und das Meer vor uns ausbreiten.

Und es ist wirklich wenig los am Strand: Alle paar hundert Meter kleine Gruppen von Spaziergängern, vielfach mit Hunden – kein Vergleich zur Hauptsaison. Doxi nimmt gleich Kontakt mit einigen ihrer Artgenossen auf, die ebenfalls ohne Leine unterwegs sind. Schnell entsteht daraus ein quirliges hin und her.

Fast vier Sunden laufen wir am Meer entlang, bevor wir uns am späten Nachmittag auf den Rückweg machen. Aber vorher gibt es für mich auf dem Brouwersdamm noch eine Pommes mit Blick aufs Meer. Und Doxi bekommt ihre tägliche Dosis Pallets.

Die Rückfahrt gestaltet sich dann wesentlich anstrengender als die Hinfahrt. Im abendlichen Berufsverkehr reiht sich ein Stau an den anderen. Ob Zieriksee, Breda, Tilburg oder Eindhoven: Überall in der Nähe der Ballungszentren staut sich der Verkehr. Als wir wieder zu Hause eintreffen, bin ich doch ein wenig erschöpft. Aber es war ein wunderbarer Tag am Meer, und das Mitte November.

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Herbstfarben an der Rur

Herbstfarben an der Rur
Widdau, 19. November 2019

Im Rurtal zwischen Widdau und Hammer

Auf dem Weg zurück von den schneebedeckten Höhen an der deutsch-belgischen Grenze müssen wir das Rurtal durchqueren, das sich zwichen Monschau und dem Rursee tief in das Schiefergestein der Eifel eingegraben hat.

Hier ist der Schnee der letzten 48 Stunden bereits geschmolzen, aber dafür empfängt uns der spätherbstliche Wald mit starken Farben. Mehrmals halte ich an, um das Rot der Bäume und die weiten Blicke ins Rurtal zu fotografieren.

Schade, dass ich vom Wandern im Schnee bereits nasse Füße habe. Sonst würde ich mit Doxi hier noch eine Runde durch den bunten Herbstwald drehen.

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Hurra, der erste Schnee ist da

Hurra, der erste Schnee ist da
Kreis Monschau, 19. November 2019

Doxi sprintet durch den verschneiten Wald

Gerade einmal Mitte November und doch hat es in den Hochlagen der Nordeifel zwischen Monschau und Schleiden bereits zum ersten Mal geschneit. Im deutsch-belgischen Grenzgebiet zwischen dem Truppenübungsplatz Camp Elsenborn und dem Rand des Nationalparks Eifel liegen bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt 20 cm Schnee.

Doxi hat total Spaß, durch den Schnee zu rasen. Immer wieder wirft sie sich auf den Boden und rollt sich genüßlich ab. Auf tief verschneiten Wegen stapfen wir durch das jungfräuliche Weiß und laufen weiter durch den Wald in Richtung Hirschrott.

Auf dem belgischen Truppenübungsplatz wird unterdessen scharf geschossen. Immer wieder zerreißt der Lärm der Artilleriegeschosse die winterliche Stille. Die Straße durch das Gelände ist jetzt gesperrt, aber hier auf deutscher Seite der Grenze sind wir sicher.

Irgendwann geht es für uns nicht mehr weiter. Wir stehen vor der Absperrung einer Wildschutzzone. Links und rechts verschneiter Wald, deshalb beschließe ich, umzukehren und aus der Not eine Tugend zu machen, indem ich in meinen eigenen Trittspuren zurück laufe. So fällt das Marschieren im tiefen Schnee gleich viel leichter 🙂

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Klosterwald in Flammenfarben

Klosterwald in Flammenfarben
Grevenbroich-Langwaden, 17. November 2019

Kloster Langwaden an der Erft zwischen Neuss und Grevenbroich

Ein Wald so rot, als stünde er in Flammen. Wir sind am Gilbach zwischen Hülchrath und dem Kloster Langwaden bei Grevenbroich unterwegs.

Heute Nacht hat es bei uns am Niederrhein zum ersten Mal gefroren. Die Luft ist kalt und dunstig, aber das lässt die bunten Farben des Herbstwaldes noch intensiver hervortreten.

Auf der Suche nach den farbenprächtigsten Bäumen arbeite ich mich immer tiefer in den Wald vor. Kein Laut ist zu vernehmen, nur das Laub knarzt leise unter meinen Füßen. So fühlt sich der Herbst an.

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Durch den Elmpter Schwalmbruch

Durch den Elmpter Schwalmbruch
Brüggen, 16. November 2019

Farbenprächtiger Einstieg in den Diergardtschen Wald

Was haben wir ein Glück mit dem Wetter heute! Die ganze Woche war es grau und windig, doch ausgerechnet an unserem Wochenend-Wandertag lässt sich die Sonne blicken.

Gemeinsam mit Doxi und einer charmanten Begleiterin, die anonym bleiben möchte, bin ich im Grenzgebiet zwischen Brüggen und Swalmen kurz vor Roermond unterwegs.

Wir folgen dem Premium-Wanderweg Nummer 1 vom Venekotensee durch den Diergardtschen Wald und auf niederländischer Seite weiter an der mäandernden Schwalm entlang.

Anschließend geht es auf deutscher Seite durch das Heide- und Venngebiet im Elmpter Schwalmbruch.

Der Herbst neigt sich langsam seinem Ende entgegen und dreht farblich noch einmal richtig auf. Wunderschön ist das, wie die Buchen in tiefstem Orange erstrahlen. Bald werden alle Blätter gefallen sein, aber heute ist der Wald stellenweise noch einmal ein richtiges Farbenmeer.

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Mantra-Yogalehrer Intensiv-Woche

Mantra-Yogalehrer Intensiv-Woche
Bad Meinberg, 10. November 2019

Peace, yo. Gesehen im Länder-Waldpark Sylvaticum.

Gerade bin ich von einer Woche Mantra-Yogalehrer Fortbildung im Ashram von Yoga Vidya in Bad Meinberg zurück gekehrt. Wie immer waren die Tage dort angefüllt mit Yoga-Stunden, Lerninhalten und Satsang. Wir haben viel gesungen, Mantras rezitiert, Harmonium gespielt und in dieser themenspezifischen Woche natürlich auch Mantra-Yoga praktiziert.

Immerhin ging es diesmal morgens erst um 7:00 Uhr los und nicht schon um 6:00 Uhr, wie in der Yogalehrer-Ausbildung. Schluss war dann jeweils kurz nach 22:00 Uhr. Und dann lief auch meistens nicht mehr viel.

Nur am “freien” Donnerstag-Nachmittag bin ich mal rausgekommen. Da bin ich mit dem  Fahrrad durch den Kurpark im Zentrum von Bad Meinberg geradelt und weiter zum Länder-Waldpark “Sylvaticum” hinter dem Gelände von Yoga Vidya.

Dort werde ich wohl auch demnächst mit dem Wohnmobil stehen. Yoga Vidya hat den Park mit angeschlossenem Womo-Stellplatz jüngst vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe übernommen und will die Womos zukünftig dorthin leiten.

Ich weiß noch nicht, ob ich das so gut finden soll. Denn auf dem Stellplatz gibt es zwar Strom und Entsorgungsmöglichkeiten, aber man steht doch etwas weiter weg und fühlt sich nicht so angebunden an den Ahsram. Na, mal sehen.

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Zwei Schlösser an der Ruhr

Zwei Schlösser an der Ruhr
Essen-Kettwig, 2. November 2019

Haupthaus von Schloss Hugenpoet bei Essen-Kettwig

An der Ruhr zwischen Essen-Kettwig und Mühlheim-Mintard liegen zwei Schlösser im Abstand von weniger als 500 Metern am Fuße der Ruhrhöhen: Schloss Landsberg und Schloss Hugenpoet (gesprochen Hugenpoot). Auf Hinweisschildern hatte ich die beiden Anlagen in der Vergangenheit bereits wahrgenommen, aber heute war ich endlich einmal dort – im Rahmen einer zehn Kilometer langen Wanderung.

Wir starten am Schloss Landsberg, das sich auf einem Bergsporn am äußersten nördlichen Zipfel des Stadtgebiets von Ratingen befindet. Nur tausend Meter weiter, und man steht mitten im Zentrum von Essen-Kettwig auf der anderen Seite der Ruhr.

Das Schloss ist von einem englischen Landschaftspark und einem ausgedehnten Waldgebiet umgeben. Die Anlage geht auf eine mittelalterliche Höhenburg vom Ende des 13. Jahrhunderts zurück, die durch den Grafen Adolf V. von Berg erbaut wurde.

Ihre heutige Gestalt im Stil des Historismus erhielt das Schloss durch den Industriellen August Thyssen, der es 1903 erwarb und als repräsentativen Wohnsitz umgestalten ließ. Seit 1926 gehört die Anlage einer Stiftung der Familie Thyssen und ist heute als Seminar- und Tagungsstätte an die thyssenkrupp AG vermietet.

Nur wenige hundert Meter weiter erreichen wir das Wasserschloss Hugepoet, das sich bereits auf dem Stadtgebiet von Essen-Kettwig befindet. Der Name verweist auf die ursprünglich sumpfige Auenlandschaft im Ruhrtal und bedeutet so viel wie „Krötenpfuhl“.

Um 1509 errichteten die Ritter von Hugenpoet dort eine Burg als Ersatz für ein früheres Königsgut Karls des Großen, das im Jahr 778 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die Nachkommen dieser Ritter veräußerten das Schlossgut Hugenpoet im Jahr 1831 an den Freiherrn Friedrich Leopold von Fürstenberg. Dessen Nachfahren sind noch heute Besitzer des Schlosses und betreiben dort ein bekanntes Luxushotel mit angeschlossener Gastronomie.

Die Liegenschaft präsentiert sich als rechtwinklige Schlossanlage im Stile der westfälischen Rennaissance mit innerer und äußerer Vorburg, Wassergraben und einem ausgedehnten Park, der leider nur für Hotelgäste zugänglich ist.

Wir laufen von dort in Richtung der Ruhr und weiter bis Mintard, wo wir durch den bunten Herbstwald auf die Höhen über dem Ruhrtal aufsteigen. In einer großen Schleife geht es anschließend zurück in Richtung unseres Startpunkts am Schloss Landsberg, den wir nach zweieinhalb Stunden wieder erreichen. Unterwegs sind wir ganz schön nass geworden, aber kein Problem, ich habe Wechselwäsche dabei 🙂

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Eine begehbare Achterbahn

Eine begehbare Achterbahn
Duisburg, 2. November 2019

Die Skulptur “Tiger & Turtle – Magic Mountain” im Angerpark auf der Heinrich Hildebrand Höhe in Duisburg-Hüttenheim

Wow, eine begehbare Achterbahn in Form einer riesigen Metall-Skultpur auf der Spitze einer ehemaligen Abraumhalde, das habe ich auch noch nirgendwo gesehen. Nach meiner Wanderung an der Ruhr bei Essen-Kettwig bin ich mit Doxi weiter gefahren nach Duisburg-Hüttenheim.

Neben den beiden großen Stahlwerken von Mannesmann und ThyssenKrupp liegt die nach dem Duisburger Heimatforscher Heinrich Hildebrand benannte Halde der früheren Metallhütte Duisburg.

Sie wird seit 2010 von der weithin sichtbaren Skulptur “Tiger & Turtle – Magic Mountain” gekrönt, die zu den Landmarken der Route Industriekultur im Ruhrgebiet zählt.

Die Skulptur hat eine Grundfläche von 40 mal 40 Metern und ist etwas mehr als 20 Meter hoch. Sie kann bis auf den Looping vollständig begangen werden.

Von dort oben hat man einen wunderbaren Rundumblick über Duisburg und den Rhein. Am Horizont kann man Düsseldorf und sogar die großen Braunkohlekraftwerke bei Grevenbroich in rund 35 km Entfernung erkennen.

Für den Entwurf der Landmarke wurde im Frühjahr 2009 ein Wettbewerb ins Leben gerufen. Aus diesem ging der Entwurf von Heike Mutter und Ulrich Genth als Sieger hervor. Ihr Werk hat eine begehbare Strecke von 200 Metern und ist mit 349 Stufen aus verzinktem Gitterrost belegt, was einen Bezug zur ehemaligen Zink-Metallhütte neben der Halde herstellen soll. Die Skulptur wird Nachts durch 880 LED-Lampen in den Handläufen beleuchtet. Ihr Gewicht beträgt fast 90 Tonnen.

Leider ist das Wetter bei meinem Besuch dort nicht wirklich einladend: Es regnet und stürmt. Dennoch lasse ich es mir nicht nehmen, die Skulptur zu begehen. Toll ist das. Ich bin völlig begeistert!

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Am Schloss Arenfels

Am Schloss Arenfels
Bad Hönningen, 31. Oktober 2019

Blick aus den Weinbergen auf das Schloss und den Rhein

Heute Nacht endet der Oktober und mit ihm der goldene Herbst, der uns in den vergangenen zehn Tagen mit viel Sonne und warmen Temperaturen verwöhnt hat. Ab morgen soll es eine Woche lang regnen.

Ich nutze den Tag noch einmal für eine Wanderung durch herbstbunte Weinberge – diesmal in Hönningen am Rhein, rund 30 km südlich von Bonn. Die Stadt auf der rechten Rheinseite liegt im Landkreis Neuwied und gehört bereits zu Rheinland-Pfalz. Gegenüber auf der anderen Rheinseite befindet sich Bad Breisig.

Oberhab von Hönningen erstrecken sich die Ausläufer des Westwerwalds und das knapp 10 Hektar große Stadtweingut, in dem u.a. Riesling, Silvaner, Weiß- und Grauburgunder, Gewürztraminer, Portugieser und Dunkelfelder angebaut werden.

Am Rand dieser Weinberge befindet sich das Schloss Arenfels, das die Gemeinde weithin sichtbar überragt. Es geht auf eine in den Jahren 1258 und 1259 durch Gerlach von Isenburg erbaute Burg zurück. 1848 erwarb Reichsgraf Ludolf Friedrich von Westerholt das Schloss und ließ es durch den Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner im neugotischen Stil umbauen. Heute befindet sich die Anlage im Besitz des Barons Antonius Geyr von Schweppenburg.

Mit Doxi laufe ich zunächst an der schönen Uferpromenade von Bad Hönningen entlang, bevor unser Aufstieg zum Schloss beginnt. Dahinter geht es auf der 13 km langen Wanderung erst durch die Weinberge und anschließend durch den Stadtwald von Hönningen. Durch das Rheintal bläst ein eiskalter Wind, aber die Sonne wärmt uns. Schön ist das.

( MITI )