In der Horst-Schimanski-Gasse

In der Horst-Schimanski-Gasse
Duisburg-Ruhrort, 12. Januar 2020

Wo sonst, außer in Duisburg kann es diesen Straßennamen geben?

Ich war noch ein Teeny, als der legendäre Tatort-Kommissar Horst Schimanski, verkörpert von Götz George, regelmäßig Sonntagabends über die TV-Bildschirme flimmerte. Damals ich habe den ruppigen Charme dieses Charakters und das leicht gammelige Industriemilieu im Hafen von Duisburg geliebt.

Mehr als dreißig Jahre später bin ich auf meiner ersten Wanderung im Jahr 2020 zum ersten Mal mitten im Ort des Geschehens, in der Horst-Schimanski-Gasse in Duisburg Ruhrort. Mit Doxi und meiner Wanderfreundin Gabi wandere ich rund um die Mündung der Ruhr in den Rhein.

Wir starten in Duisburg-Homberg und laufen auf der Westseite des Rheins mehrere Kilometer am Rande alter Industrieanlagen am Rheinufer entlang. Es ist grau, kalt und regnerisch. Winter halt, und so sind an diesem Sonntagnachmittag nur wenige Menschen draußen unterwegs.

Auf dem Fußweg der viel befahrenen Autobahnbrücke A40 wechseln wir unter ohrenbetäubenden Verkehrslärm die Rheinseite. Von der Brücke haben wir einen pittoresken Blick auf die Industrie- und Hafenkulisse von Duisburg und die durch einen großen roten Pylonen markierte Mündung der Ruhr in den Rhein.

Anschließend geht es auf den Rheinwiesen zur Ruhrmündung und weiter zum modernen Binnenhafen von Duisburg gleich neben dem historischen Zentrum mit dem prächtigen alten Rathaus.

In der Horst-Schimanski-Gasse

Ikonisch: Götz George als Kommissar Horst Schimanski

Von dort laufen wir nach Duisburg-Ruhrort, wo wir auf der Uferpromenade die Horst-Schimanski-Gasse entdecken. Der Metallpfeiler mit dem Straßenschild ist übersät mit Stickern, darunter auch einer mit dem markanten Konterfei des Kommissars.

Zurück nach Duisbug-Homberg auf der gegenüberliegenden Rheinseite gelangen wir über die Friedrich-Ebert-Brücke, die von den historischen Hebetürmen der einstmaligen Homber-Ruhrorter Rheintrajektanstalt eingerahmt wird.

Nach 15 Kilometern und dreieinhalb Stunden Wanderzeit erreichen wir reichlich durchnässt wieder unseren Startpunkt. Gabi und ich sind uns einig: Das war eine sehr stimmungsvolle Wanderung, auch wenn das Wetter nicht sehr einladend war. Doch zur Industriekulisse von Duisburg hat es absolut gepasst.

( MITI )

Rückblick auf das Jahr 2019

Mit dem Jahreswechsel geht in diesem Jahr auch ein ganzes Jahrzehnt zu Ende. Es war wieder ein bewegtes Jahr für mich: Ich bin 138 Mal mit Doxi gewandert, wir haben dabei mehr als 2.000 Kilometer zurück gelegt. Fast 200 Blog-Einträge sind daraus entstanden.

88 Nächte haben wir im Wohnmobil verbracht und auf vier großen Touren zunächst Teile von Ostdeutschland und später die Mosel, Niedersachsen und die Schwäbische Alb mit Bodensee besucht. Vermutlich wäre es noch etwas mehr geworden, hätte mich ein Meniskusschaden im August nicht ins Krankenhaus gezwungen und anschließend eine behutsame Rehabilitation erforderlich gemacht.

Ziemlich beseelt nach der Mantraweihe

Aber das Jahr stand auch sehr im Zeichen meiner Yoga-Praxis und der weiter voranschreitenden Ausbildung. 261 mal habe ich Yoga praktiziert, im Januar meine Meditations-Kursleiter und im März meine Yogalehrer-Ausbildung abgeschlossen.

Ende Mai war ich auf dem großen Yoga Vidya Musikfestival in Bad Meinberg und im November auf der Kirtan- und Harmonium-Woche zur Ausbildung als Mantra-Yogalehrer. Zum ersten Mal habe ich auch Weihnachten im Yoga Ashram verbracht. Das war sehr stimmungsvoll.

Dabei begann das Jahr eigentlich sehr traurig für mich mit einer Trennung nach 14 gemeinsamen Lebensjahren. Daraufhin musste ich mich erst einmal sammeln und habe ab dem Aschermittwoch fast vier Wochen heilgefastet.

Mitte des Jahres habe ich mich dann auf die Suche nach einer neuen Partnerin gemacht und bin zum Ende des Jahres tatsächlich wieder in eine neue Beziehung eingetreten. Das war ein sehr versöhnlicher Abschluss des Jahres.

Mitte Dezember ist leider mein Freund, der Wattführer Wolfgang Gedat aus Schillig, völlig unerwartet und ohne vorherige Anzeichen kurz vor Vollendung des 80. Lebensjahrs verstorben. Zwei Wochen zuvor hatten wir noch die Termine für seine Wattwanderungen im kommenden Jahr auf der Website eingestellt, die ich ehrenamtlich für ihn entwickelt und betreut habe. Lieber Wolfgang, ruhe in Frieden!

Und was wird das kommende Jahr bringen? Ich habe lange mit mir gerungen, mich aber dann doch überreden lassen, meinen alten Yogakurs bei der VHS-Kaarst als Yoga-Lehrer zu übernehmen. Nun werde ich immer mittwochs in Kaarst präsent sein müssen, was meine Womo-Reisen ein wenig einschränken dürfte. Aber der ganze Aufwand der Yogalehrer-Ausbildung macht natürlich nur Sinn, wenn man irgendwann auch einmal in dieser Funktion tätig wird. Darauf freue ich mich jetzt.

( MITI )

Im Medienhafen Düsseldorf

Im Medienhafen Düsseldorf
Düsseldorf, 28. Dezember 2019

Blick in die Marina am Medienhafen gleich neben dem Landtag

Der städtebaulich eindrucksvollste Teil von Düsseldorf ist ohne Zweifel der neue Medienhafen, der aus dem alten Güterhafen hervorgegangen ist. Neben dem Funkturm, dem Landtag und dem WDR-Funkhaus springen hier vor allem die ikonischen Gehry-Bauten und weitere farbenprächtige Neubauten in den Blick, in denen Büros und Hotels untergebracht sind. Von der Altstadt gelangt man über die Uferpromenade auf direktem Weg dorthin. Prädikat: Sehenswert.

( MITI )

Von der Südbrücke zur Altstadt

Von der Südbrücke zur Altstadt
Düsseldorf-Hamm, 28. Dezember 2019

Reger Schiffsverkehr auf dem Rhein trotz Hochwassers

Tag vier nach Weihnachten. Erstmals hat es in der Nacht wieder Frost gegeben. Der Morgen beginnt bei uns zu Hause mit einem herrlich roten Himmelsglühen. Das verspricht gutes Wetter im Laufe des Tages.

Am Vormittag mache ich mich mit Doxi auf zu einer Wanderung am Rhein entlang vom Düsseldorfer Ortsteil Hamm in die Altstadt und weiter zum Medienhafen. Was mir dabei sofort ins Auge springt: Die Rheinwiesen am Deich sind vom Nachtfrost nach ganz  in weiß getünscht.

Wir laufen unter der modernen Eisenbahnbrücke über den Rhein hindurch, vorbei an den Türmen der alten Eisenbahnbrücke und einer Schafherde, die die Nacht offensichtlich unbeschadet im Freien verbracht hat.

Am großen Rheinbogen passieren wir den Düsseldorfer Golfplatz auf den Rheinwiesen und laufen dann am Rheinstrand entlang auf den Düsseldorfer Funkturm zu, immer mit Blick auf die Uferpromenade und die Altstadt.

Bald rücken der NRW-Landtag und die ikonischen Gehry-Bauten ins Blickfeld. Wir überqueren die Ausfahrt des alten Hafens und laufen entlang der Rheinpromenade bis zur Altstadt, wo am Burgplatz derzeit noch ein Riesenrad aufgebaut ist.

Zurück geht es anschließend durch den Medienhafen und Düsseldorf Hamm, bis wir nach rund drei Stunden und 12 Wanderkilometern wieder unseren Startpunkt erreichen. War es am Morgen noch kalt und diesig, so ist mittlerweile die Sonne hinter den Wolken hervor getreten. Herrlich ist das.

( MITI )

2.000 Kilometer per Pedes

2019: Wieder ein Jahr, das wir für ganz viele schönen Wanderungen genutzt haben

Jetzt habe ich die 2.000 Wanderkilometer in diesem Jahr voll gemacht! Dabei sah es nach meiner Miniskusoperation im August eigentlich nicht so aus, dass ich dieses “Minimalziel” noch erreichen könnte. Aber nun hat es doch geklappt 🙂

In den letzten beiden Jahren hatte ich mit Doxi jeweils rund 2.400 km p.a. auf Schusters Rappen zurück gelegt. Und dabei sind die normalen täglichen Hunderunden noch gar nicht mitgezählt. Aber so viel Strecke haben wir in diesem Jahr aus den genannten Gründen dann doch nicht geschafft.

Insgesamt war ich in diesem Jahr 137 Mal wandern. Die letzten, noch ausstehenden 15 Kilometer bis zur 2000er-Marke bin ich vom Yoga Vidya-Ashram in Horn-Bad Meinberg aus durch die Lippische Hügellandschaft gewandert. Und ich muss gestehen: Es war die schrecklichste Wanderung das gesamten Jahres, ein wahres Potpourri der Widrigkeiten:

Wir sind unterwegs in Kälte, Regen und Sturm gekommen, habe keine vernünftigen Wege fernab der asphaltierten Landstraßen gefunden, sind in die Dunkelheit geraten, dann ist die Taschenlampe ausgefallen, ich habe vom vielen Regen nasse Füße bekommen und bin auch noch so tief in eine Matschfütze getapst, dass mir die eklig-kalte Schmunze voll in die Schuhe lief.

Aber wenn man ein großes Ziel vor Augen hat, dann kann man ja so einiges aushalten. Und nachdem wir zurück im Schutz des warmen Wohnmobils eingetroffen sind, war auch wieder alles gut. Ich habe Doxi abgetrocknet, mir einen feinen Tee zubereitet und ich war glücklich, die 2.000 Kilometer-Marke doch noch geknackt zu haben. Nun kann das neue Wanderjahr 2020 kommen 🙂

Blick in die Lippische Hügellandschaft bei Brüntrup

( MITI )

Heiligabend im Yoga-Ashram

Heiligabend im Yoga-Ashram
Bad-Meinberg, 24. Dezember 2019

Der Weihnachtsmann bei der großen Feier im Shivananda-Saal

Zum ersten Mal habe ich den Heiligabend in diesem Jahr nicht bei meiner Familie, sondern im Ashram von Yoga Vidya in Bad Meinberg verbracht. In der “Raunacht” vom 23. auf den 24. Dezember bin ich mit Doxi im Wohnmobil angereist – meine erste Nachtfahrt seit langem. Ich glaube, ich bin noch nie so geschmeidig auf der viel befahrenen Strecke durch das Ruhrgebiet durchgekommen. Vielleicht sollte ich das ja öfters so machen.

Doch auch fernab von zu Hause konnte ich meinem gewohnten Schicksal zunächst nicht entfliehen. Bei uns gibt es auf Heiligabend regelmäßig Gans, Kartoffelklöße und Rotkohl, hier im Ashram gab es als großes Festessen und zur Freude vieler Rotkohl, Kartoffelklöße und vegane Bratlinge! Dazu wurden Unmengen an vegangen Weihnachtskeksen angeboten, und die waren wirklich sehr lecker!

Weil ich in der Nacht durch die Anreise wenig geschlafen hatte, bin ich nach dem Abendessen im Wohnmobil kurz eingenickt und dadurch zehn Minuten zur eigentlichen Weihnachtsfeier im großen Shivananda-Saal erschienen. Und da war der Saal bereits so voll, dass sich vor den beiden Eingängen bereits zwei Dutzend Menschen gemütlich gemacht hatten, weil auch sie nicht mehr in den Saal passten.

Erst war ich ein wenig enttäuscht, aber dann habe ich das Beste aus der Situation gemacht und die Veranstaltung aus meinem kuscheligen Womo heraus per Live-Streaming über das Internet geschaut. So war Doxi auch nicht alleine.

Heiligabend im Yoga-AshramDie Feier selbst war sehr christlich inspieriert. Sukadev hat aus der Bergpredigt gelesen und es wurden viele bekannte christliche Weihnachtslieder gesungen. Und als sich der Saal am Ende der Feier gegen 22:30 leerte, bin ich doch noch hinein geschlüpft, zur anschließenden Kerzenmeditiation für den Weltfrieden und die Einheit der Religionen.

Das war sehr besinnlich. Wir haben uns alle gegenseitig Kerzen angezündet und mit den Kerzen dann die Symbole der vier großen Weltreligionen vor der Bühne ausgelegt: Das Om für den Buddhismus und Hinduismus, das Kreuz für das Christentum, den Davidstern für das Judentum und einen Halbmond für den Islam. Dazu wurde gesungen: Om, Christus Eleison, Shalom und Salam Aleikum.

Anschließend wurde betend in den Geburtstag von Jesus Christus um Mitternacht hinein meditiert. Ein wunderbarer Abschluss für diesen schönen Tag.

( MITI )

Ihr Krippenlein kommet

Ihr Krippenlein kommet
Neuss, 21. Dezember 2019

Mini-Krippe aus meinem 3D-Drucker – ein kleines Weihnachtspräsent für meine Freunde

Heute bin ich mit Doxi 16 km von Büttgen nach Neuss und zurück gelaufen, um dort kleine Weihnachtspräsente für meine Freunde zu verteilen. Jeder hat eine Mini-Krippe bekommen, die ich mit meinem 3D-Drucker erstellt habe. Druckzeit jeweils rund 3,5 Stunden pro Exemplar. Plätzchen sind also schneller fertig, aber ein schöner kleiner und durchaus exklusiver Hingucker für den Schreibtisch oder den Küchentisch, wie ich finde. Denn zu kaufen gibt es diese Geschenke garantiert nirgendwo …

( MITI )

Am Rhein bei Langst-Kierst

Am Rhein bei Langst-Kierst
Langst-Kierst, 19. Dezember 2019

Typische Niederrheinlandschaft im Naturschutzgebiet der Altilvericher Rheinschlinge

Den letzten Tag vor Weihnachten mit richtig schönem Wetter habe ich für eine zehn Kilometer lange Wanderung mit Doxi am Hochwasser-führenden Rhein bei Langst-Kierst genutzt.

Von Meerbüsch-Strümp geht es zunächst durch das Naturschutzgebiet der Altilvericher Rheinschlinge, das von Weiden, Feuchtwiesen und zahlreichen Wasserkanälen durchzogen wird.

Am Rhein angekommen, laufen wir anschließend in nördlicher Richtung auf Langst-Kierst zu. Auf der anderen Rheinseite liegt das noble Kaiserswerth, das mit Langst-Kierst über eine Autofähre verbunden ist.

Dahinter erstreckt sich der Flughafen Düsseldorf. Deutlich ist von unserer Rheinseite aus der Tower auszumachen. In schneller Folge erheben sich von dort die Flugzeuge und steigen über uns hinweg in den blauen Himmel auf.

47 Wanderkilometer fehlen mir noch, um auch in diesem Jahr erneut die 2000 km-Marke zu knacken. Deshalb nutze ich in diesen Tagen jede sich bietende Gelegenheit, um Strecke zu machen. Eigentlich wollte ich mit Doxi heute auf eine lange Wanderung in die Eifel fahren, doch dafür waren wir an diesem Vormittag zu spät dran …

( MITI )

Herbst in den Kämpen

Herbst in den Kämpen
Düsseldorf-Urdenbach, 17. Dezember 2019

Unberührte Reste des Altrheins in den Urdenbacher Kämpen

Herbststimmung am Rhein in den Urdenbacher Kämpen im Süden von Düsseldorf. Mit meiner Wanderfreundin Gabi bin ich auf einer 15 km langen Wanderung zwischen den Stadtteilen Benrath, Urdenbach und Garath unterwegs, die am Rande des Parks von Schloss Benrath startet.

Es ist viel zu warm für diese Jahreszeit heute, fast 15 Grad, und das wenige Tage vor Weihnachten. Wir laufen am Rheinufer entlang in südlicher Richtung und bemerken sofort, dass der Rhein ordentlich Hochwasser führt.

Bald müssen wir auf den Rheinwiesen dem Hochwasser ausweichen und schlagen uns durch Brombeerhecken in Richtung der Rheinfähre Zons durch.

Anschließend geht es auf Feldwegen über das historische “Haus Birgel” in Richtung der Urdenbacher Kämpen, einem verwilderten Altrheinarm, in dem viele Wasservögel zu Hause sind.

Jetzt, nachdem die Bäume ihre Blätter abgeworfen haben, kann man die Vögel auch aus der Distanz von den wenigen Wegen aus gut beobachten. Mehrmals begegnen uns “Bird-Spotter” mit ihren teuren Kameras und riesigen Objektiven.

Auch wir entdecken Fischreiher und Kormorane, die oberhalb der Wasserflächen auf abgestorbenen Baumstämmen sitzen und auf Beute lauern. Irgendwie passt die Stimmung hier sehr gut zu den letzten Tagen des Herbstes, die nun angebrochen sind.

( MITI )

Kinetische Kunst in Gelsenkirchen

Kinetische Kunst in Gelsenkirchen
Gelsenkirchen, 15. Dezember 2019

Frontseite des Kunsmuseums Gelsenkirchen

Ich bin ein großer Fan der kinetischen bzw. kybernetischen Kunst, in der Bewegung und die Reaktion auf äußere Einflüsse in Kunstobjekte einfließt. Diese Kunstform wurde in den 1950er und 1960er Jahren populär.

Ihre vormodernen Ursprünge liegen in den kunstgewerblichen mechanischen Apparaten und ästhetischen Wasserspielen der Barockzeit.

In der Moderne sind ihre Anfänge in den kinetischen Licht- und Bewegungsobjekten Marcel Duchamps und Man Rays zu finden.

Auch die konstruktivistischen Maschinen von Künstlern wie Wladimir Tatlin, Naum Gabo, Alexander Rodtschenko und László Moholy-Nagy sind von diesem Geist geprägt.

Als Hauptvertreter der zeitgenössischen kinetischen Kunst gelten Yaacov Agam, Pol Bury, Alexander Calder, Rebecca Horn, George Rickey, Jesús Rafael Soto und Jean Tinguely, dessen Werke ich sehr bewundere.

Das Kunstmuseum Gelsenkirchen präsentiert eine der größten Sammlungen kinetischer in Europa. Der Eintritt ist kostenlos und sehr empfehlenswert, wie ich finde. Nach mehreren Jahren war ich heute wieder einmal dort und erneut total begeistert von der Kreativität, Dynamik und Kunstfertigkeit, die in diesen Objekten steckt.

( MITI )

Schloss Berge – Halde Rungenberg

Schloss Berge – Halde Rungenberg
Gelsenkirchen, 15. Dezember 2019

Eingang zum Hotel-Restaurant Schloss Berge am Abend

Den dritten Advent nutze ich für eine Wanderung im Ruhrgebiet bei Gelsenkirchen. Wir folgen der Tour 34 aus dem Rother-Wanderführer “Ruhrgebiet” vom Schloss Berge durch den Park zur Halde Rungenberg und der Zechensiedlung Schüngelberg an ihrem Fuße.

Die 10 km lange Tour startet an den für das Ruhrgebiet einmaligen Parkanlagen von Schloss Berge, das im 13. Jahrhundert als Wasserburg zum Schutz des heutigen Gelsenkirchener Stadtteils Erle entstand.

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde die Anlage zu einem Schloss umgebaut und im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts erneut verändert. Heute präsentiert sich das Herrenhaus im Stil des Spätbarock an der Schwelle zum Klassizismus und wird als Hotel-Restaurant genutzt.

Bemerkenswert sind die historischen Gartenanlagen rund um das Schloss. Neben einem französischen Garten gibt es einen großen englischen Landschaftspark mit einem wertvollen alten Baumbestand.

An den Park schließt sich der Berger See an, der 1930 aufgestaut wurde und der Freizeiterholung dient. Wir umrunden den See und laufen durch den Park am Seeende in Richtung der Halde Rungenberg, die den Abraum der angrenzenden ehemaligen Zeche Hugo trägt.

Die größtenteils begrünte und bewaldete Halde wurde als Landmarke ausgestaltet, deren nachts beleuchtete Spitze über eine 300 Stufen zählende Treppe erreichbar ist. Wir wählen zunächst den sanft ansteigenden Rundweg um die Halde und steigen anschließend über die Treppe zur angrenzenden Zeichensiedlung Schüngelberg hinab.

Die Arbeitersiedlung am Rande von Gelsenkirchen-Buer wurde ab 1897 in mehreren Bauphasen für die Bergleute der Zeche Hugo und deren Familien errichtet. Sie wurde 1989 im Rahmen der Internationalen Bauausstellung denkmalgerecht saniert und ist heute Teil der Route der Industriekultur.

Von dort laufen wir zurück zu unserem Startpunkt am Schloss Berge, den wir nach rund drei Stunden wieder erreichen. Das war eine sehr interessante Tour, die die Natur und die Industriekultur des Ruhrgebiets auf interessante Weise verbindet. Sehr schön!

( MITI )

Ein Tag mit Sinok #3

Ein Tag mit Sinok #3
Büttgen, 14. Dezember 2019

Meine Mom am Mittag beim Spaziergang mit Doxi (links) und Sinok

Nach rund 18 Monaten habe ich erneut den Hovawart-Rüden Sinok meiner Freunde Sabine und Klemens für einen Tag zur Betreuung übernommen. Doxi passt das leider wieder einmal gar nicht, dass ein Rüde ungefragt in ihrem Revier rumlümmelt – nicht ungewöhlich für eine Hündin.

Während unser Garten im Sommer genügend Platz bietet, damit sich die beiden Hunde aus dem Weg gehen können, ist das an diesem regnerischen Herbsttag nicht so ohne weiteres möglich. Den größten Teil des Tages beschäftige ich Sinok deshalb im Haus, während Doxi den Garten für sich alleine hat.

Am Mittag gehe ich gemeinsam mit meiner Mutter mit den beiden Hunden spazieren. Dabei gibt es überhaupt kein Probleme: Die Beiden trotten friedlich nebeneinander her, schnuppern teilweise Nase an Nase an den Markierungspunkten anderer Hunde.

Aber als wir uns wieder unserem Haus und dem Gartentor nähern, beginnt Doxi sogleich, Sinok anzubrummeln. Sie will einfach selbst aussuchen, welchen Rüden sie in ihrem Revier duldet …

Am Nachmittag beschäftige ich Sinok, indem wir in meinem Büro ein wenig spielen und schmusen. Ich sitze auf dem Teppichboden, während sich Sinok auf die Seite legt, alle Viere von sich streckt und sich an mich drückt.

Ganz vorsichtig und beinahe zärtlich knabbert der riesengroße Rüde minutenlang an meinen Fingern herum, während er verträumt ins Leere starrt. Das ist so süß anzuschauen, auch wenn ich mir anschließend erst einmal ordentlich die vollgesabberten Hände waschen muss 🙂

( MITI )

Yogische Hundekekse gebacken

Yogische Hundekekse gebacken
Büttgen, 14. Dezember 2019

Die Plätzchenformen für meine yogischen Kekse aus dem 3D-Drucker

Irgendwie wollte ich meine Yoga-Freunde und Mitpraktizierenden in diesem Jahr zu Weihnachten mit einer schönen kleinen Aufmerksamkeit überraschen. Deshalb habe ich mit meinem 3D-Drucker Plätzchenformen mit Yoga-Stellungen und yogischen Motiven erstellt und insgesamt acht Bleche Yoga-Plätzchen gebacken. Und weil mich die Doxi dabei so plätzchenverliebt angeschaut hat, habe ich noch ein Blech mit Hundekeksen hinterher geschoben – ohne Zucker versteht sich 🙂

( MITI )

Auf dem Höhenweg bei Hattingen

Auf dem Höhenweg bei Hattingen
Hattingen, 4. Dezember 2019

Blick hinunter auf Hattingen vom Aussichtspunkt am Schulenberg

Bei perfektem Sonnenschein war ich heute mit netter Begleitung rund um Hattingen an der Ruhr unterwegs. Die 16 km lange Tour führt uns vom Schützenplatz am Schulenberg auf dem Höhenweg in den Wald und bald hinunter ins Wodantal, immer mit Blick auf den riesigen Funkmast des UKW-Senders Langenberg in einigen Kilometern Entfernung.

Von Nierenhof geht es anschließend hinauf auf den Kamm des Isenbergs und wieder hinunter zur Ruhr, die hier am Naturschutzgebiet Hattingen-Winz eine große Schleife macht.

Wir lassen das Zentrum von Hattingen links liegen und erreichen bald eine ehemalige Bahntrasse, die heute als Fahrradweg genutzt wird.

Der Weg führt uns durch den ehemaligen Bahntunnel am Schulenberg unter unserem Startpunkt hindurch. Nach einer weiteren Schleife durch den Wald und rund vier Stunden Wanderzeit erreichen wir wieder unsere Fahrzeuge, ein wenig durchgefroren, aber auch beglückt von ganz viel Sonne.

( MITI )

Oberbusch und Blauer See

Oberbusch und Blauer See
Ratingen, 29. November 2019

Blick von den Steilhängen hinunter in den Blauen See

Eine Woche war es herbstlich grau und regnerisch, heute scheint endlich einmal wieder die Sonne. Das nutze ich mit Doxi für eine schöne Waldwanderung am Ostrand von Ratingen. Es geht durch den ausgedehnten Oberbusch und am Blauen See vorbei.

Der See entstand Mitte der 1930er Jahre aus einem stillgelegten Kalksteinbruch, der mit Grundwasser volllief. An seinen Steilufern lässt sich die Umwandlung des Kalksteins zu Dolomit in allen Phasen erkennen.

Überregional bekannt wurde der Blaue See durch die gleichnamige Naturbühne auf dem Ufergelände. Unter anderem fanden dort von 1949 bis 1994 Karl-May-Festspiele statt und viele Aufführungen von „Winnetou“ mit Pierre Brice als Hauptdarsteller.

Seit 1999 werden dort in den Sommermonaten jährlich wechselnde Theaterinterpretationen von Klassikern der Kinder- und Jugendliteratur aufgeführt.

Bei unserer Wanderung durch den Oberbusch umkreisen wir den kuppenartigen Stinkesberg, um den sich seit dem dreißigjährigen Krieg zahlreiche Mörder- und Schauergeschichten ranken. Die Nationalsozialisten verklärten den Berg zu einer „germanischen Thing- und Richtstätte“.

Bis heute ist der Berg immer wieder Treffpunkt für Rollenspieler, Gothic- und New-Wave-Anhänger, Okkultisten und Esoteriker, teilweise auch für Rechtsextreme aus der Region. Er gilt als „mystischer Ort“. Am hellichten Tage und bei schönem Herbstlicht ist davon allerdings nur wenig zu spüren, jedenfalls kam es mir heute so vor.

( MITI )