Heimatrunde im Sturm

Heimatrunde im Sturm
Büttgen, 10. März 2019

Auf dem Golfplatz am Ortsrand von Büttgen sind bei diesem Wetter nur die ganz Harten unterwegs

Seit einer Woche zieht bei uns im Rheinland ein Sturmtief nach dem anderen durch. Am Rosenmontag hat es angefangen. Ein Wochenende später bin ich mit Doxi auf unserer sonntäglichen Heimatrunde unterwegs. Und es stürmt schon wieder.

Jetzt, Anfang März, wirkt die Natur noch winterlich verschlafen. Doch wenn man genau hinschaut, entdeckt man bereits die ersten Frühblüher. Das macht Hoffnung auf den herannahenden Frühling.

Als wir losgehen scheint noch die Sonne und es windet nur. Doch unterwegs im freien Feld, da wo auch die Windräder stehen, kommen wir voll in den Sturm und in den Regen. Ich liege gefühlt 45 Grad im Wind, um überhaupt Richtung Westen voranzukommen. Und Doxi stehen die Haare und die Ohren zu Berge.

Als wir uns auf den Rückweg machen und in den Wind drehen, pustet es uns ordentlich ins Kreuz. Wäre ich auf Inline-Skatern unterwegs, ich müsste wahrscheinlich nur die Arme ausbreiten, um mich vom Wind vorantreiben zu lassen.

Doch so schnell wie die Regenwolken kommen, ziehen sie bei diesem Wind auch wieder vorbei. Und dann steht plötzlich in der Ferne ein Regenbogen über unserem Dorf.  Wie schön!

( MITI )

Karnevalssamstag am Rhein

Karnevalssamstag am Rhein
Neuss-Grimmlinghausen, 2. März 2019

Überflutungsflächen bei Neuss-Grimmlinghausen

An diesem Wochenende strebt die Karnevalssession bei uns im Rheinland ihrem Höhepunkt entgegen. Vor zwei Tagen war Altweiber, übermorgen ist Rosenmontag.

Heute Abend gehe ich auf meine Lieblingskarnevalsparty, den großen Karnevalsbäsch mit der Ska-Band “Kapelle 3” im Barinton in Köln-Ehrenfeld. Da gibt es Karnevalslieder mal auf eine ganz andere Art.

Aber vorher drehe ich mit Doxi am Morgen eine große Runde am Rhein zwischen Neuss-Grimmlinghausen und Neuss-Üdesheim. Der Rhein schlägt hier noch einmal einen langgezogenen Bogen, bevor er zügig auf Düsseldorf zustrebt.

Die linksrheinischen Wiesen auf Neusser Seite dienen dabei als Überflutungsflächen. In den Sträuchern und Bäumen am Flussufer hängen in drei, vier Metern Höhe noch die angeschwemmten Müllreste vom Hochwasser im letzten Jahr – mittlerweile von der Sonne ausgebleicht und vom Wind zerfetzt.

Leider ist das Wetter am Wochenende ziemlich bescheiden. Für den Rosenmontag ist sogar Sturm angesagt. Wäre Karneval doch eine Woche früher gewesen, da hatten wir fünf Tage lang wunderbares Hochdruckwetter. Aber man “kann et sich nit usssücke”, wie der Kölner sagt. 🙂 Und schließlich “is et jo noch immer jut jejange”.

( MITI )

Von Röhndorf zur Löwenburg

Von Röhndorf zur Löwenburg
Rhöndorf, 24. Februar 2019

Blick von der Löwenburg hinunter zum Rhein nach Bad Honnef

Dieses Wochenende verwöhnt uns mit wunderbarem Vorfrühlingswetter. Gestern war ich mit Doxi im Warchetal in Ostbelgien, heute sind wir mit unserer Wanderfreundin Gabi im Siebengebirge bei Bonn unterwegs.

Wir starten extra früh in Rhöndorf unterhalb des berühmten Drachenfelsens, damit wir vor den großen Menschenmassen am Berg sind.  Die Bäume sind noch unbelaubt und so haben wir durch den Wald hindurch immer wieder herrliche Fernblicke auf die verschiedenen Gipfel des Siebengebirges und den strahlendblauen Himmel.

Über wenig begangene Wege schleust uns Gabi hinauf zur Ruine der Löwenburg, die einen spektakulären Blick in das Rheintal bietet. Im Norden breitet sich vor uns Bonn aus, dahinter Köln. Sogar die weit entfernten Kraftwerke bei Grevenbroich sind zu erkennen.

Nach Süden geht der Blick über den Rhein hinweg zu den Höhenlagen der Eifel. Am Horizont ist bereits der Fernsehturm bei Koblenz deutlich zu erkennen. Doxi ist ganz aufgekratzt und bekommt von Gabi immer wieder Stöckchen geworfen. Da geht ihr gleich das Hundeherz auf.

Nachdem wir wieder nach Rhöndorf hinabgestiegen sind, laufen wir zunächst zum ehemaligen Wohnhaus von Konrad Adenauer. Leider dürfen Hunde nicht mit auf das für seine üppigen Rosenstöcke berühmte Grundstück, doch von der Straße aus können wir wenigstens einen Blick darauf erhaschen.

Und bevor wir die Heimreise antreten, kaufe ich am beliebten Cafe Profittlich am Marktplatz von Rhöndorf noch ein paar Stücke Torte ein. Ich kann mich kaum entscheiden, angesichts all der Leckereien. Aber ich muss ja auch nicht alles auf einmal essen. Besser wär’s jedenfalls 🙂

( MITI )

Am höchsten Punkt Belgiens

Am höchsten Punkt Belgiens
Signal de Botrange, 23. Februar 2019

Der Aussichtsturm “Signal de Botrange”. Mit knapp 700 Metern ü.N.N. die höchste Erhebung Belgiens.

Auf dem Weg von Eupen kommend, passieren wir auf unserer Fahrt Richtung Warchetal den höchsten Punkt Belgiens am Berg Botrange. Von 1815 bis 1920 gehörte dieser Punkt zur Preußischen Rheinprovinz, und es waren die Preußen, die hier den markanten Aussichtsturm “Signal de Botrange” errichten ließen, der heute noch steht.

Auf preußischen Karten wurde die Höhe des Botrange mit 692 m angegeben, 2 m weniger als auf belgischen Karten. Dies resultiert daraus, dass die Preußen ihre Höhenangaben vom Amsterdamer Pegel ableiteten, Belgien dagegen von einem Pegel bei Ostende.

Nach der Übernahme des Gebiets durch Belgien ließ die belgische Regierung das Gelände neu vermessen. Um die gewünschte Höhe von 700 m exakt zu erreichen, wurde neben dem Aussichtsturm extra ein kleiner Steinhügel als Referenzpunkt errichtet, der die noch fehlenden Höhenmeter hinzufügte.

Der Botrange liegt mitten im Naturpark Hohes Venn-Eifel. Gleich nebenan hat man von einer Beuscherplattform aus einen wunderbaren Panoramablickk in das Venn. Schön, dass wir hier kurz Halt gemacht haben, um diesen geschichtsträchtigen Ort zu besuchen.

( MITI )

Im wildromantischen Warchetal

Im wildromantischen Warchetal
Ovifat, 23. Februar 2019

Hier mündet die Bayehon in die Warche

Am Rande des Hohen Venns im Osten von Belgien liegt das wildromantische Warchetal. Dort habe ich heute mit Doxi bei frühlingshaftem Wetter eine wunderschöne Wanderung unternommen. Die Gegend gehört zur Gemeinde Weismes und befindet sich unweit von Malmedy.

Wir starten am Rande des kleinen Ortes Ovifat und erreichen schon nach wenigen hundert Metern die Burg Reinhardstein. Die prächtige Anlage oberhalb des Warchetals wurde ab 1354 für Graf Wenzel von Luxemburg erbaut. Nach vielen Zerstörungen im Laufe von Jahrhunderten wurde die Burg ab 1969 rekonstruiert und lockt heute jährlich tausende Besucher an.

Gleich neben der Burg stürzt der mit 60 Metern höchste Wasserfall Belgiens ins Warchetal hinab. Wir folgen von nun an der Warche stromaufwärts durch das Tal. Immer wieder müssen wir auf schmalen Stegen die  Seiten wechseln.

Nach und nach steigen wir hinauf zum Rande des Tals und erreichen dort den Stadtwald von Malmedy. Nach einer längeren Waldpassage stoßen wir auf den äußersten Rand des hohen Venns.

Nun folgen wir der im Venn entspringenden Bayehon zurück in Richtung Warchetal. Zunächst kommen wir dabei am berühmten Bayehon-Wasserfall vorbei, der sich vom erhöhten Wanderweg aus wunderbar beobachten lässt. Dann geht es in Richtung der alten Bayehon-Mühle, einem beliebten Ausflugslokal, dessen Außengastronomie heute bei dem schönen Wanderwetter komplett besetzt ist.

Wir folgen weiter der Bayehon, bis diese das Warchetal erreicht und dort in die Warche mündet. Über einen steilen Anstieg geht es anschließend wieder zur Burg Reinhardstein, die wir nach gut vier Stunden und 15 Wanderkilometern wieder erreichen. Eine wirklich ganz bezaubernde Tour mit viel Naturromantik, abwechslungsreichen Landschaften und sehr viel Wasser.

( MITI )

Entlang der Göhl bei Kelmis

Entlang der Göhl bei Kelmis
Kelmis (B), 18. Februar 2019

Unterwegs in der wasserreichen Landschaft rund um Kelmis

Volle Sonne , 17 Grad – und das Mitte Februar. Eben hatten wir noch tiefsten Winter, jetzt möchte man am liebsten im T-Shirt herumlaufen. Das stimmt doch was nicht! Ich nutze das schöne Wetter, um mit Doxi eine Runde im Grenzgebiet von Deutschland, Belgien und den Niederlanden südwestlich von Aachen zu drehen.

Bei Kelmis laufen wir auf belgischem Gebiet 15 Kilometer durch schöne Wald- und Wiesenlandschaften entlang der Göhl, einem Nebenfluss der Maas.

In der Region wurde seit dem Mittelalter intensiv Erzbergbau betrieben. Teilweise reichten die Erzadern bis an die Oberfläche heran. Zahlreiche versperrte Stolleneingänge entlang unserer Wanderstrecke zeugen von dieser Vergangenheit.

Im Mittleren Teil der Wanderung laufen wir quer durch zahlreiche Grasflächen, die in der warmen Jahreszeit von Kühen, Schafen und Eseln beweidet werden. Spezielle Durchlässe für Wanderer ermöglichen den Übergang von einer Fläche zur nächsten. Die Weidetiere sind menschliche Begegnungen gewöhnt, nur bei Kühen mit Kälbern muss man sich vorsichtig verhalten. Doch jetzt im Winter sind alle Weiden verwaist, so dass wir die großen Wiesenflächen völlig ungestört passieren können.

Immer wieder begegnen uns auf dieser Wanderung Bauernhöfe und Chalets in der für diese Region typischen Natursteinbauweise. Viele davon wurden in der Zwischenzeit liebevoll restauriert und werden heute als Wochenendhäuser genutzt. Eingebettet in die kontrastreiche, leicht wellige Landschaft, sieht das teilweise ganz bezaubernd aus.

Kurz bevor wir wieder Kelmis erreichen, passieren wir Burg Eyneburg, die im Mittelalter zum Herzogtum Limburg gehörte. Die Burg dominiert das linke Ufer des Flusses Göhl und wurde als eine von wenigen Befestigungen in dieser Region auf einer Anhöhe errichtet, weshalb sie keinen Wassergraben benötigte. Erstmals wurde die Eyneburg im Jahre 1260 erwähnt. Zu dieser Zeit befand sich die Burg als ehemaliges Lehen des Aachener Marienstiftes im Besitz des Rittergeschlechts von Eyneberghe. Leider können wir die Burg heute nicht nicht von innen besichtigen. Aber auch von außen macht die Anlage einen imposanten Eindruck.

( MITI )

Jetzt bin ich Yogalehrer

Jetzt bin ich Yogalehrer
Bad Meinberg, 17. Februar 2019

Zwei glückliche, frisch zertifizierte Yogalehrer: Nils (links) und Micha

Gerade bin ich vom letzten Teil der Yogalehrer-Intensiv-Ausbildung bei Yoga Vidya in Bad Meinberg zurückgekehrt – mit dem Yogalehrer-Diplom in der Tasche und einer kleinen Belobigung für eine der beiden besten Abschlussarbeiten im Ausbildungskurs.

Es waren wieder ziemlich fordernde Tage mit ganz viel Yoga, Meditation, Satsang und jeder Menge Theorie von Morgens um sechs Uhr bis abends um zehn. Aber der Aufwand hat sich gelohnt – wir haben wirklich unheimlich viel gelernt.

Jetzt bin ich YogalehrerZwischendurch habe ich auch noch an einer feierlichen Mantraweihe teilgenommen und von unserem Meister einen spirituellen Namen aus der yogisch-indischen Tradition erhalten. Im normalen Alltagsleben wird der wohl keine Rolle spielen, denn dort trage ich ja bereits einen christlich spirituellen Namen: Den des Erzengels Michael 🙂

Ich bin glücklich, dass ich es geschafft habe und nicht zwischendurch weg gerannt bin. Eine intensive Erfahrung, die ich mit vielen anderen Absolventen teile.

Und die nächsten Aubsbilungsschritte sind bereits geplant: Im November geht s zum Mantra-Yoga Intensivkurs für Yoga-Stunden, die mit Harmonium und Gesang begleitet werden.

Doch jetzt kommt erst einmal der Frühling und es geht raus in die Natur. Auf Yogamatten gelegen und Meditationskissen breit gesessen habe ich in den vergangenen Monaten genug. Im kommenden Winter geht s dann weiter.

( MITI )

Der graueste Tag des Winters

Der graueste Tag des Winters
Hürth, 2. Februar 2019

Am Otto-Maigler-See: Wo sind nur all die Farben geblieben?

Kürzlich habe ich im Radio gehört, der Januar sei der schlimmste Monat des Jahres. Vielleicht sollte man den Februar da mit einbeziehen. Denn heute ist der graueste Tag, den ich in diesem Winter bislang erlebt habe.

Ich bin mit Doxi am Otto-Maigler-See bei Hürth unterwegs, südwestlich von Köln. Über der Landschaft liegt eine unglaublich dunstige, bleischwere Luft, die weder Sonnenstrahlen noch GPS-Signale durchlassen will. Mein Wandernavi bekommt überhaupt keine Ortung, das habe ich noch nie erlebt.

Im Sommer ist rund um den See und das beliebte Strandbad die Hölle los. Aber heute begegnen uns auf der rund 6 Kilomter langen Seerunde nur die ganz hart gesottenen Hundespaziergänger. Sonst ist überhaupt niemand unterwegs. Und das kann man bei diesem Wetter wirklich gut verstehen. Das weckt Sehnsucht nach dem Frühling.

( MITI )

Venngras unter Schnnee

Venngras unter Schnnee
Rott, 31. Januar 2019

Doxi am Rande des Venns im NSG Struffelt zwischen Rott und Roetgen

Gestern hat es im Westen von NRW fast den gesamten Tag geschneit. Bei uns im Flachland sind trotzdem nur 5 cm zusammengekommen. Doch in der Nordeifel liegt jetzt richtig viel Schnee. Das will ich mir nicht entgehen lassen und breche am Mittag mit Doxi zu einer Tour südlich von Aachen bei Rott auf.

Wir wollen in das NSG Struffelt, das einige der wenigen Vennflächen auf deutscher Seite im Deutsch-Belgischen-Grenzgebiet umschließt. Vom Ortstrand von Rott wandern wir entlang eines Baches hinauf in das schöne Naturschutzgebiet. Doxi hat mächtig Spaß an der weißen Pracht und rollt sich unterwegs immer wieder mit großer Begeisterung im Schnee ab.

Auf einigen der Seitenwege sind wir tatsächlich die ersten Spaziergänger seit dem gestrigen Tag – dort ist der frische Schnee noch vollkommen unberührt.  Als wir den Wald verlassen und uns den offenen Vennflächen nähern, kommt sogar die Sonne raus. Sofort fängt es überall um uns herum an, prächtig zu Glitzern. Richtig malerisch sieht die Winterlandschaft jetzt aus.

Auf verschneiten Holzstegen durchqueren wir das Venn und steigen dahinter zur Dreilägerbachtalsperre ab. Die große Talsperre hat eine wichtige Funktion für die Trinkwasserversorgung in der Region südlich von Aachen hat. Sie ist zurzeit halb zugefroren.

Wir laufen entlang des Nordrands der Talsperre und drehen dann wieder Richtung Rott ab. Ein kleines Stück müssen wir abseits aller Forstwege durch den Wald laufen. Dabei sinken wir ganz schön tief in den Schnee ein – bestimmt dreißig bis vierzig Zentimeter. Gut, dass ich entsprechend angezogen bin. Aber richtig anstrengend ist das.

Nach knapp drei Stunden erreichen wir schließlich wieder unseren Startpunkt. Ich bin ganz überrascht, dass wir in dieser Zeit gerade einmal zehn Kilometer gelaufen sind. Aber im Schnee kommt man einfach nicht so schnell voran. Schön war es natürlich trotzdem!

( MITI )

Doxi, mach Hopp

Doxi, mach Hopp
Meerbusch-Strümp, 29. Januar 2019

Unser Lieblingsbachspringerhund in Aktion

Wenn Doxi einem Stöckchen hinterher jagt, gibt es keine Hindernisse. Und so zögert sie nicht lange, den kleinen Entwässerungskanal im Feuchtgebiet der Alt-Ilvericher-Rheinschlinge zu überspringen, um die begehrte Beute zu erhaschen.

Zum ersten Mal seit bald einer Woche zeigt sich an diesem Dienstag-Mittag wieder die Sonne. Das nutzen wir für einen schönen Hundespaziergang am Rhein, rund 15 Kilometer von unserem Zuhause entfernt.

Im glänzenden Licht der Mittagssonne wirkt die Winterlandschaft plötzlich wieder ganz herbstlich. Schön ist das, aber leider hält dieses Intermezzo nicht lange an. Nach rund zwei Stunden sind die dicken Wolken wieder da. Aber immerhin: Wir haben ein wenig Sonne und damit auch Vitamin-D getankt.

( MITI )

Der Hambi bleibt

Der Hambi bleibt
Tagebau Hambach bei Elsdorf, 26. Januar 2019

Botschaft der Umweltaktivisten am Rande des Hambacher Tagebaus

Für die Umweltaktivisten im Westen von Nordrhein-Westfalen ist es die Nachricht des Tages: Der Hambacher Forst wird nicht gerodet. So zumindest empfiehlt es die Kohlekommission der Bundesregierung in ihrem Plan zur Beendigung der Braunkohleverstromung bis 2038.

Mich erreicht diese Nachricht just auf dem Weg zur Sophienhöhe, der Abraumhalde, die aus dem Aushub des Hambacher Tagebaus in die Höhe gewachsen ist. Sie liegt im Norden des riesigen Erdlochs, während sich der Hambacher Forst auf der gegenüberliegenden Seite am Südrand der Grube erstreckt.

Das Wetter ist winterlich trüb heute. In den letzten Tagen lag im Rheinland noch überall Schnee , doch über Nacht hat ein atlantisches Tief mit Plusgraden und viel Regen den Schnee dahinschmelzen lassen.

Mit Doxi starte ich meine Wanderung am früheren Standort der alten Höllermühle am Fuß der Sophienhöhe. Über gut begehbare Wanderwege steigen wir zur Höhe auf und laufen auf den Hambacher Tagebau zu.

Der größte Teil der Sophienhöhe ist bereits seit vielen Jahren rekultiviert. Der hohe Wuchs der dort angesiedelten Tannen und Laubbäume zeugt davon. Doch am Rande des Tagebaus wird nach wie vor Aushub aufgeschüttet, so dass die Höhe weiter in Richtung Süden wächst.

Der Hambi bleibt

Blick in den Hambacher Tagebau

Diese Bereiche sind noch nicht rekultiviert. Schritt für Schritt wird die Landschaft unwirklicher und irgendwann geht es nicht mehr weiter. Hinweisschilder warnen eindringlich davor, die noch nicht verdichteten Bereiche aus frischen Aushub zu betreten. Zum unmittelbaren Rand des Tagebaus dringen wir dadurch nicht vor.

Auf dem Rückweg nach Hause machen wir deshalb mit dem Auto einen Abstecher zu einem der offiziellen Aussichtspunkte am Rande des Tagebaus. Von dort blicken wir tief in die Grube hinab, in der mehrere riesige Bagger mit dem Freilegen der Kohlenflöze und deren Abbau beschäftigt sind. Am rechten Rand der Grube erhebt sich die Sophienhöhe, auf der wir eben noch unterwegs waren. Am linken Rand blicken wir zum Hambacher Forst, der nun möglicherweise seiner Rodung entgehen wird. Das wäre doch wirklich schön!

( MITI )

Winter im Wurmtal

Winter im Wurmtal
Würselen, 21. Januar 2019

Feuchtlandschaft am Rande des Tals

Ich bin mal wieder zum Wandern im Wurmtal zwischen den Städten Würselen und Herzogenaurach an der Stadtgrenze zu Aachen. Im letzten Jahr war ich schon einmal hier, allerdings auf einer etwas anderen Route und zu einer anderen Jahreszeit.

Heute bin ich bei kaltem, aber sonnigen Winterwetter unterwegs. Die Landschaft wirkt ganz still. Über dem warmen Flusswasser lässt die kalte Winterluft Nebelschwaden aufsteigen, in denen sich die Sonnenstrahlen verfangen. Ganz malerisch sieht das aus.

Heute haben wir es mal überhaupt nicht eilig. Immer wieder bleibe ich stehen, blicke in die Landschaft und ziehe einen kleinen Merkzettel aus der Tasche, mit dem ich mich auf die theoretische Prüfung der Yogalehrer-Ausbildung vorbereite. Lernen und Wandern heißt das Motto auf dieser kurzweiligen, elf Kilometer langen Tour ….

( MITI )

Lammersdorf – Kalltalsperre – Lönsfelsen

Lammersdorf – Kalltalsperre – Lönsfelsen
Lammersdorf, 20. Januar 2019

Blick von der Staumauer auf die Kalltalsperre

Meine erste Wanderung nach zwei Wochen im Yoga Vidya Ashram an der Nordsee führt mich in die Höhenlagen der Nordeifel zwischen Aachen und dem Rursee. Bei Lammersdorf laufe ich mit Doxi eine 13 km lange Runde bei herrlichem Sonnenschein durch eine schneebedeckte Landschaft, die wunderbar weiß glitzert.

Vom Ortszentrum an der Kirche steigen wir zunächst auf schmalen Pfaden im dichten Wald hinab zur Kalltalsperre im Naturschutzgebiet Kelscher- und Saarscher Bachtal. Wir umrunden die 1936 eingeweihte Talsperre, die über den unterirdischen 6,2 km langen “Kallstollen” mit der Dreilägerbachtalsperre verbunden ist.

Dahinter steigen wir wieder auf die Höhen über dem Kalltal auf. Wir passieren den Kaiserfelsen und erreichen nach einer aussichtsreichen Passage über das Hochplateau den sogenannten Lönsfelsen. Von dort haben wir einen schönen Blick hinüber nach Lammersdorf.

Am großen Eifelkreuz vorbei laufen wir wieder auf Lammersdorf zu, wobei wir unterhalb des Dorfes einer Gruppe von Lamas und Alpakas begegnen, die jeweils von einem menschlichen Betreuer durch die Schneelandschaft geführt werden. Ganz putzig sieht das aus.

( MITI )

Meditationskursleiter-Ausbildung abgeschlossen

Meditationskursleiter-Ausbildung abgeschlossen
Horumersiel, 19. Januar 2019

Drei glückliche, frisch zertifizierte Meditationskursleiter. V.l.: Nils, Moksha, Micha

Nein, hier konnte meine feine Doxi ausnahmsweise einmal nicht mitkommen: Zwei Wochen war ich mit dem Wohnmobil im Yoga Vidya Ashram Nordsee in Horumersiel zur Ausbildung als Meditationskursleiter.

Das Thema Mediation begleitet mich bereits seit vielen Jahren. Ich meditiere regelmäßig und habe dabei schon wunderbare Erfahrungen gemacht. Meditation beruhigt den Geist, lässt ihn klarer, konzentrierter und ausgeglichener werden. Vieles, was das Gemüt zuweilen beunruhigt oder quält, lässt sich auf diese Weise abmildern oder sogar vollständig aus dem Weg räumen.

Jetzt wollte ich mein Wissen und meine Meditationspraxis auf eine breitere Grundlage stellen, um die segensreiche Wirkung der Meditation auch anderen Menschen vermitteln zu können. Mit 20 weiteren Teilnehmern aus der gesamten Bundesrepublik habe ich deshalb bei Yoga Vidya die Ausbildung zum Meditationskursleiter absolviert.

Das Ausbildungsprogramm war durchaus fordernd. Das Tagesprogramm erstreckte sich jeweils von 6:00 bis 22:00 und beinhaltete viel Theorie und Praxis, sowie Workshops in Kleingruppen, bei denen wir gleich als Meditationslehrer gefordert waren. Pausen gab es nur wenige, aber dafür tägliches Karma-Yoga, d.h. selbstloses Dienen in Form von Hilfstätigkeiten im Haus.

Meditationskursleiter-Ausbildung abgeschlossenAm Ende der ersten Woche haben wir eine theoretische Prüfung abgelegt und die zweite Woche komplett schweigend mit langen Meditationssitzungen verbracht. Dabei habe ich eine Reihe abstrakter Meditationstechniken kennen und schätzen gelernt, die mir bis dahin unbekannt waren.

Und ich bin durch eine intensive körperliche Reinigungserfahrung gegangen, die so mancher erlebt, der sich auf diesen Weg begibt.

Bei sechs Stunden Meditation pro Tag wird schon das anhaltende bewegungslose Sitzen zu einer Herausforderung. Deshalb haben wir in der ersten und der zweiten Woche täglich Hatha-Yoga praktiziert, um den Körper entsprechend vorzubereiten.

Wer die Prüfung bestanden und beide Wochen erfolgreich absolviert hat, auf den wartete am Ende das begehrte Zertifikat als “Meditationskursleiter im Bundesverband der Yoga Vidya Yoga- und Meditationslehrer”. Beim Blick in die glücklichen Gesichter der Absolventen , konnte man erahnen, dass der Weg dorthin durchaus steinig war. Aber wir haben es geschafft. Hallelujah!

( MITI )

Januar: Nichts los an der Nordsee

Januar: Nichts los an der Nordsee
Schillig, 14. Januar 2019

Strandwachturm am Strand von Schillig

Ich bin noch immer für die Ausbildung zum Meditationskursleiter an der ostfriesischen Nordseeküste bei Horumersiel. Die Ausbildung lässt nur wenig Freizeit, doch die nutze ich gelegentlich für einen kurzen Abstecher mit dem Fahrrad ans Meer.

Jetzt, im Januar, ist in den Ferienorten wie Horumersiel und Schillig einfach Mal gar nichts los. Viele Geschäfte haben geschlossen, die großen Campingplätze am Meer sind geräumt und in den Dünen tummeln sich nur einige Einheimische mit ihren Hunden und wenige Touristen.

Sogar mein Freund, der Wattführer Wolfgang Gedat, hat sich nach Teneriffa verdrückt.

Es ist aber auch ein Schietwetter, das kann man nicht anders sagen. Entweder es regnet wie aus Kübeln oder es stürmt. Vorzugsweise auch beides gleichzeitig. Da freut man sich natürlich besonders über die wenigen Momente, wo es einmal trocken bleibt oder vielleicht sogar die Sonne hinter den grauen Winterwolken hervorlugt.

( MITI )