Rock gegen Rechts Dussi 2026

Rock gegen Rechts Dussi 2026
Volksgarten Düsseldorf, 23.08.2026

Großer Andrang am Abend bei den Busters

Gestern habe ich zum ersten Mal das kostenlose OpenAir-Festival „Rock gegen Rechts“ im Düsseldorfer Volksgarten besucht. Nachdem ich erneut den ganzen Tag über ordentlich für die anstehenden Semesterklausuren geübt hatte, war das dann sozusagen meine Belohnung.

Das durch Spenden und städtischen Mitteln finanzierte Festival gibt es mittlerweile seit über 20 Jahren. Es geht auf den rassistisch motivierten Sprengstoffanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn im Jahr 2000 zurück, bei dem zehn überwiegend jüdische Zuwanderer teils lebensgefährlich verletzt wurden und eine schwangere Frau ihr ungeborenes Kind verlor.

Daraufhin formierte sich das ehrenamtliche Bündnis „Rock gegen Rechts Düsseldorf“ und etablierte ein jährlich stattfindendes, eintägiges Umsonst-und-Draußen-Festival. Neben Live-Konzerten bildet eine große „Meile der Initiativen“ mit NGOs, Gewerkschaften und Aufklärungsständen das Herzstück. Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt. Für Kinder ist ein Karussell aufgebaut.

Ich war am Nachmittag kurz da und kehre am Abend zum Headliner-Act zurück. Es spielen die Busters, die vielleicht bekannteste Deutsche Ska-Band. Die Gruppe aus Baden-Württemberg engagiert sich seit vielen Jahren gegen Rassismus und Faschismus. Mit ihren pulsierenden Rhythmen heizt die neunköpfige Combo dem Publikum ordentlich ein – um mich herum wird extatisch rumgesprungen und gefeiert.

Gleich neben mir geht plötzlich eine stark angetrunkene junge Frau zu Boden. Die Band pausiert, während rasch ein Team aus Security und Sanitätern anrückt, um sich zu kümmern. Alles sehr professionell organisiert hier und wirklich ein tolles Fest.

( Michael Tischer )

Pauken zwischen Richter & Picasso

Pauken zwischen Richter & Picasso
Düsseldorf, 22. August 2026

Studierzimmer mit Bibliothek im K20

Der finale Countdown hat begonnen: In 48 Stunden schreibe ich die erste von zwei Abschlussklausuren meines vierten Studiensemesters in Psychologie. Zwar habe ich in den vergangenen Monaten gut gelernt, doch ein paar Dinge muss ich noch Pauken, damit sie besser sitzen und ich bei der Klausur nicht ins Schleudern komme. Beispielsweise den Unterschied zwischen parvozellulärem und magnozellulärem Pfad bei der visuellen Wahrnehmung. Die Beiden verwechsle ich immer.

Ich habe mir zwei Seiten mit Merksätzen zum Auswendiglernen aufgeschrieben und einen stillen und erhabenen Ort zum Pauken gesucht, das Kunstmuseum K20 in Düsseldorf. Dort gibt es zwei Säle, in denen man wunderbar Lernen kann: Ein Studierzimmer mit Blick auf die Düsseldorfer Altstadt und eine kleine Empore mit Sitzecke, umgeben mit renommierter Kunst von Richter bis Picasso. Und jetzt, am späten Nachmittag, ist es im Museum auch nicht mehr so voll. Ich liebe es!

( Michael Tischer )

Extrem-Sommer endlich vorüber?

Extrem-Sommer endlich vorüber?
22. August 2026

Feuer, so weit das Auge reicht:

Der Sommer in diesem Jahr war echt anstrengend für die Menschen und die Natur. Er war lang und heiß und extrem trocken. Zwischen dem achten Juli und dem siebzehnten August hat es in NRW praktisch nicht geregnet. Flüsse wie Rhein, Main und Oder sind auf historisch nicht gekannte Pegel gefallen, die Binnenschifffahrt beinahe zum Erliegen gekommen.

Bauern, die ihre Feldfrüchte nicht regelmäßig mit Grundwasser beregnen lassen konnten, müssen mit erheblichen Ernteeinbußen rechnen, insbesondere beim Mais und bei den Kartoffeln, den Möhren und den Rüben. Das wird sicherlich die Verbraucherpreise weiter ansteigen lassen.

Regional, insbesondere an Rhein und Main, gab es mehr als 25 Hitzetage mit über 30 Grad. Vielerorts wurden historische Höchstmarken von mehr als 40 Grad übertroffen. Auch ich habe an einigen Tagen zum ersten Mal seit Jahren wieder meine mobile Klimaanlage zum Einsatz gebracht, um bei nächtlichen Temperaturen nahe 25 Grad schlafen zu können.

Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt die Zahl der hitzebedingten Sterbefälle für den Sommer 2026 bislang auf rund 14.000 Menschen – ein historischer Höchststand in Deutschland. Bundesweit ist eine Diskussion über den besseren Hitzeschutz in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen entbrannt.

Extrem-Sommer endlich vorüber?

Brand im Hohen Venn

Verheerend auch die Waldbrände Mitte August in der Nordeifel (Hürtgenwald mit 300 bis 400 Hektar Schadensfläche) und im belgischen Hohen Venn nahe der deutschen Grenze mit bis zu 3000 Hektar verbrannter Natur – die größten Brände seit mehr als einhundert Jahren. Sie haben Feuerwehren und Hilfskräfte an ihre Belastungsgrenzen gebracht und für Rauchbelästigungen bis hin zur Kölner Bucht, dem Bergischen Land, dem Siegerland, der Vulkaneifel sowie Main und Mosel gesorgt.

Erst der einsetzende Regen ab Mitte August hat dazu beigetragen, dass sich die Feuer nicht weiter ausbreiten konnten. Und er hat hoffentlich das Ende dieses Mega-Sommers eingeleitet. Von anhaltender Hitze und Trockenheit haben wir auf jeden Fall erst einmal genug. Aber mit dem menschengemachten Klimawandel hat das natürlich gar nichts zu tun, haha.

( Michael Tischer )

Patrizia Casagranda: Berühre mein Herz

Patrizia Casagranda: Berühre mein Herz
Kaiserswerth, 21. August 2026

Baloon Girl – Embrace Love

Das ehrenamtlich geführte Kunstmuseum Kaiserswerth präsentiert derzeit in seinen Räumen eine Ausstellung der Krefelder Künstlerin Patrizia Casagrande. Gezeigt werden großformatige Frauenportraits und weitere zentrale Themen Ihres Schaffens.

Die Werke wurden in Ihrer einzigartigen Technik des „Sculptural Dot Painting“ realisiert, die Casagrande in Indien entwickelt hat. Sie basieren auf recyceltem Material und weisen eine markante, punktartige dreidimensionale Struktur auf. Die Hintergründe sind flächig gemalt und mit pastosen Farbstrichen oder collagierten Teilen akzentuiert.

In etwas Abstand vom Bild erkennt man das gesamte Motiv, während sich die Werke bei näherer Betrachtung in abstrakte Reliefs auf Malgründen wie Holztafeln, LKW-Planen oder Pappe verwandeln, die aus vielen Schichten aus Pigmenten und Gips aufgebaut sind.

Ursprünglich in zurückhaltenden Farben gemalt, strahlen ihre neueren Werke in stärkeren Tönen, seit die Künstlerin in den Niederlanden den Restbestand einer aufgegebenen Pigmenthandlung erworben hat.

Immer wieder zitiert Casagrande in dieser Technik berühmte Motive aus der klassischen Malerei, etwa von van Gogh, Vermeer oder Leonardo da Vinci. Die Liste ihrer Ausstellungen ist lang. Anerkennung fanden die Werke bereits auf der Biennale in Venedig im Jahre 2024. 2026 wurde sie erneut eingeladen – eine große Auszeichnung.

( Michael Tischer )

Eiter verschwunden

Eiter verschwunden
Büttgen, 19. August 2026

Kein Eiter mehr zu sehen in Doxis linkem Auge

Im letzten dreiviertel Jahr hatte Doxi ständig Eiter am Innenrand des linken Auges, dort wo beim Menschen der Tränenkanal austritt. Wir hatten stark vermutet, dass der gelbliche Schleim aus dem Kiefer aufsteigt, weil das bei Hunden oft so ist, wenn hinten liegende Zähne oder der Kieferknochen entzündet sind.

Doch auch nach einer umfassenden Zahn-OP im Herbst vergangenen Jahres ist der Eiter nicht verschwunden, Ich hatte Doxi deswegen zuletzt auch noch einmal beim Tierarzt vorgestellt. Doch die Ärztin hatte mir nach den Befunden aus der Zahn-OP wenig Hoffnung gemacht, dass sich da noch etwas tut.

Doch nun ist der Eiter plötzlich verschwunden. Seit einer Woche schon kommt da nichts mehr nach. Ob sich zu guter Letzt doch noch eine Entzündung im Kiefer zurückgebildet hat? Das wäre doch schön.

( Michael Tischer )

Fotokunst Klaus Schachtschneider

Fotokunst Klaus Schachtschneider
Düsseldorf, 18. August 2026

Aufnahme aus Düsseldorf vom November 2020

Das Marienhospital in Düsseldorf-Pempelfort zeigt in seinem Foyer derzeit preisgekrönte Fotokunst von Klaus Schachtschneider. Die zehn Werke sind nur ein kleiner Ausschnitt aus dem umfangreichen Schaffenswerk, das der Düsseldorfer Hobby-Fotograf auf seiner Internetseite http://photissimo.com präsentiert.

Die großformatigen Arbeiten sind im Marienhospital bewusst so präsentiert, dass sie auch im Umfeld eines Krankenhauses ihre Wirkung entfalten können.

Fotografie kann einen Raum verändern und für einen Moment den Blick auf etwas anderes lenken. Gerade in einem Krankenhaus, wo Menschen mit sehr unterschiedlichen Situationen und Lebensgeschichten zusammentreffen, bekommt Kunst noch einmal eine besondere Bedeutung“, sagt dazu Klaus Schachtschneider.

Ich kann mich für viele von Schachtschneiders Arbeiten total begeistern. Großen Respekt dafür!

( Michael Tischer )