HER. UN/SEEN

HER. UN/SEEN
Düsseldorf, 31. Januar 2026

Innen / Außen

Kaum zu glauben, dass sich die angesehene Düsseldorfer Künstlervereinigung Malkasten erst im Jahre 1977 auch für Künstlerinnen geöffnet hat,129 Jahre nach ihrer Gründung. Bis dahin war der Malkasten ein exklusiver Männerclub.

Eines der ersten weiblichen Mitglieder war damals die Malerin, Grafikerin und Illustratorin Helga Radener-Blaschke, die sich in den 1950er und 1960er Jahren deutschlandweit einen Namen mit Kunst-am-Bau-Projekten gemacht hatte.

Knapp 50 Jahre nach der entscheidenden Satzungsänderung würdigt der Verein die Arbeiten seiner Mitgliederinnen in einer Ausstellung unter dem Titel „HER. un/seen. Künstlerinnen im Malkasten 1977-1997″.

HER. UN/SEEN

Ausstellungsplakat

Die Ausstellung vermittelt einen Eindruck von der großen Bandbreite weiblicher Positionen im Malkasten in den ersten zwei Jahrzehnten nach der wegweisenden Satzungsänderung. Gezeigt werden die Werke von rund 40 ausgewählten Künstlerinnen, unter ihnen viele Neu- und Wiederentdeckungen.

Die Exponate – Gemälde und Fotografien, Zeichnungen, Collagen und Druckgrafiken, Skulpturen, Videoarbeiten und Installationen – stammen von den Künstlerinnen selbst, aus deren Nachlässen, aus Museen und Privatsammlungen sowie aus dem Archiv des Künstlerverein Malkasten. Zusätzlich belebt wird die Ausstellung durch Video-Interviews mit Künstlerinnen, die eigens aus diesem Anlass geführt wurden.

Während die Ausstellung einerseits die Vergangenheit des Vereins aufarbeitet, zeigt sie andererseits die aktuelle künstlerische Praxis von Frauen. Drei junge Künstlerinnen, Malkästnerinnen aus dem Umfeld der Kunstakademie, haben neue Arbeiten entwickelt, die Bezug nehmen auf drei der älteren Positionen in der Ausstellung.

Künstlerinnen der Ausstellung, die mit Werken und/oder Interviews vertreten sind: Ulrike Arnold, Ulrike Beckmann, Alice Blumberg, Dorothee Bouchard, Charlotte Buck-Bliesener, Adina Caloenescu, Antonia Dombrowski, Ilna Ewers-Wunderwald, Karin Flörsheim, Gretel Gemmert, Lenore Gerber-Sporleder, Maren Heyne, Nan Hoover, Setsuko Ikai-Kottmann, Anna Jocham, Ruth van Kampen, Claudia van Koolwijk, Elisabeth Köhler-Burtscheidt, Herma Körding, Kim-Camille Kreuz, Silke Leverkühne, Julia Lohmann, Marianne Mangold-Nienhaus, Edith Oellers, Elly Ohms-Quennet, Jeanette Plücken, Gerhild Poos, Lu Possehl, Helga Radener-Blaschke, Natascha Schmitten, Ina Seeberg, Brigitte Seeling-Fassbender, Hannelore Strohbach, Nobuko Sugai, Sabine Tschierschky, Ruth Weber, Brigitte Wiegmann, Annette Wimmershoff.

( MITI )

Ein Herz für türkisches Backwerk

Ein Herz für türkisches Backwerk
Büttgen, 29. Januar 2026

Oben links ein Pogaca belegt mit Hackfleisch und Spiegelei, daneben ein halbiertes Börek, gefüllt mit Hackfleisch, und unten ein aufgeschnittenes Gözleme, gefüllt mit Spinat und Fetakäse.

Die türkische Küche ist bekannt für ihre unglaubliche Vielfalt an Teigwaren. Pide, Börek, Gözleme, Poğaça, Lavaş, Baklava – jetzt habe ich in Düsseldorf eine Bäckerei aufgetan, wo man sie alle bekommt. Immer frisch zubereitet, die süßen Nachspeisen und die herzhaften Leckereien. Letztere mag ich ja besonders gerne, wahlweise gefüllt mit Spinat, Lammhackfleisch, Kartoffeln, türkischem Fetakäse, frischen Kräutern oder einer Kombination daraus.

Und weil ich bei den Namen nicht so richtig durchblicke, habe ich mal etwas Recherche betrieben und festgestellt: Es ist vor allem der Teig, der den Unterschied macht. Darum herum hat sich bei den einstmals nomadischen Turkvölkern Zentralasiens eine vielfältige Teigkultur entwickelt, die von hauchdünnen Blättern bis zu fluffigen Hefeteigen reicht. Falten, Rollen, Schichten lautet das Motto, das aus ein und demselben Teig ganz unterschiedliche Produkte entstehen lässt. Und die wichtigsten Teigarten sind:

  • Yufka: Der wohl bekannteste türkische und sehr dünn ausgerollte Teig, der für Börek, Gözleme oder als Grundlage für Baklava verwendet wird. Er wird traditionell aus Mehl, Wasser und Salz hergestellt.
  • Filoteig: Ähnlich wie Yufka, aber noch dünner (papierdünn). Er wird geschichtet und für knusprige Backwaren genutzt.
  • Pide-Teig: Ein festerer Hefeteig, der für die gleichnamigen, meist bootförmigen Pizzas (Pide) verwendet wird.
  • Poğaça: Ein weiches, fluffiges Gebäck aus Hefeteig, aus dem eine Art dicke Minipizza hergestellt wird.
    Açma: Ein weicher, oft ringförmiger Frühstückshefeteig.
  • Lavaş: Ein dünnes, weiches Fladenbrot, oft als Wrap (Dürüm) verwendet.
  • Simit-Teig: Ein Hefeteig, der vor dem Backen in Traubenmelasse getaucht und in Sesam gewendet wird, für die berühmten türkischen Sesamkringel.

Teilweise werden diese Teige im Ofen gebacken, teilweise in der Pfanne oder auf heißen Backblechen zubereitet und dann auf der Oberseite mit flüssiger Butter bestrichen. Für mich sind sie alle ein Genuss. Aber Vorsicht: Nichts davon ist wirklich Kalorienarm!

( MITI )

Goethes „Märchen“ heute

Goethes „Märchen“ heute
Düsseldorf, 27. Januar 2026

Goethe-Museum Düsseldorf im Schloss Jägerhof

In seiner Winterausstellung nimmt sich das Goethe-Museum Düsseldorf einem ganz und gar wundersamen Stück deutscher Literaturgeschichte an, über dessen Interpretation bis heute debattiert wird: Goethes geheimnisvolles „Märchen“, verfasst in einer Zeit voller Umbrüche, Kriege und Flucht, ist keine gewöhnliche volkstümliche Erzählung, sondern ein Kunstmärchen.

Wunder, Magie, sprechende Tiere, tödliche Pflanzen, das alles kommt darin vor. Erstmals erschien die fantastische Erzählung 1795 in der von Friedrich Schiller herausgegebenen Zeitschrift „Die Horen“ als letzter Beitrag zu Goethes Novellenzyklus „Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten.“

Die stark verkürzte und um einige Nebenstränge reduzierte Handlung geht in etwa so:

Schauplatz des Geschehens ist eine erst allmählich erkennbare antike Landschaft, die durch einen Fluss geteilt ist. Überquert werden kann dieser nur mithilfe des Fährmanns oder der Schlange, wenn sie sich am Mittag in eine Brücke verwandelt, oder über den abendlichen Schatten eines gewaltigen Riesen. Unterirdisch befindet sich nahe dem Fluss ein Tempel, der vier Könige in Form von Statuen beherbergt.

Goethes „Märchen“ heuteNeben einer Alten, die einen toten Mops zu beklagen und außerdem Schulden beim Fährmann hat, machen sich auch die grüne Schlange und ein Jüngling auf den Weg zur schönen Lilie. Diese vermag es, durch bloße Berührung Totes lebendig zu machen und Lebendiges zu töten.

Die schöne Lilie hat den Tod ihres geliebten Kanarienvogels zu betrauern und der Jüngling richtet sich selbst durch die freiwillige Berührung der schönen Lilie, die er liebt. Um beide zu retten, opfert sich die grüne Schlange auf. Aus ihren Überresten entsteht eine dauerhafte Brücke über den Fluss.

Obendrein setzt sich der unterirdische Tempel in Bewegung, unterquert den Fluss, steigt am gegenüberliegenden Flussufer wieder empor und nimmt die Hütte des Fährmanns als Altar in sich auf. Der Jüngling wird zum König ernannt und nimmt die schöne Lilie zu seiner Frau. Das Volk ist begeistert, drängt in den Tempel und bestaunt dort seinen König, seine Königin und deren Gefolge. Soweit die Erzählung.

Die Ausstellung im Goethe-Museum Düsseldorf thematisiert die Handlung und die Figuren des Märchens, zeigt Zeitzeugnisse und geht Fragen nach, etwa: Warum wählte Goethe hier einmalig die Literaturform des Märchens? Was sagen uns solche Geschichten inmitten von Krisen und Konflikten heute? Oder: Kann KI Märchen so erzählen wie einst Goethe oder die Brüder Grimm?

Das alles ist liebevoll inszeniert, aber die wesentliche Erkenntnis war für mich heute, dass Goethe überhaupt eine solch fantastische Geschichte verfasst hat. Davon hatte ich bis dato noch nie etwas gehört. Alles so ganz anders, als in Goethes sonstigen Werken. „Wenn da vor 230 Jahren nicht auch mal Drogen im Spiel waren“, kam es mir spontan in den Sinn. Sollen abends am lauschigen Kaminfeuer ja gerne mal geknastert haben, die Herren Goethe und Schiller…

( MITI )

Pablo Picasso, die Zweite

Pablo Picasso, die Zweite
Kunst aus der KI, 25. Januar 2026

Alle Werke erstellt nach meinen Vorgaben

Upps, beim Aufräumen der Festplatte habe ich noch einige sehenswerte KI-Bilder im Stile von Pablo Picasso (1881-1973) gefunden, die ich bei meiner großen KI-Session im Herbst 2024 hatte produzieren lassen. Viel zu schade, um einfach im digitalen Nirvana zu entschwinden. Stecken bestimmt 20 Teraflops an KI-Leistung drin 😉

( MITI )

Herbstpfanne im Winter

Herbstpfanne im Winter
Büttgen, 22. Januar 2026

vor drei Monaten eingefroren, aber schmeckt wie frisch

Wie praktisch, wenn man im Herbst schon für den Winter vorgekocht hat. Als im Oktober Kürbis-Zeit war, habe ich ein interessantes Nudel-Rezept entdeckt und nachgekocht: Tortiglioni-Nudeln mit kleingeschnittenen Stücken vom Hokkaido-Kürbis, dazu Champignons und Hartkäse-Würfel, sowie Ruccola.

Weil ich die Mengenangaben jeweils verdoppelt hatte, ist damals ordentlich was übrig geblieben, und das hatte ich eingefroren. Was für ein Glück. Schmeckt auch im Winter richtig lecker. Hier noch nachträglich angereichert mit frischen Scheiben von der Sauerländer Bockwurst als wärmende Ergänzung.

( MITI )

Hier blüht das Nutella

Hier blüht das Nutella
Büttgen, 20. Januar 2026

Haselblüten bereit zum Abflug

Ungewöhnlich früh und stark hat bei uns im Westen Deutschlands die Haselblüte begonnen. Auf meiner großen Feldrunde heute konnte ich den Abflug der Pollen aus den gelben Kätzchen bereits an mehreren Stellen beobachten. Tatsächlich warnt der Deutsche Wetterdienst für Nordrhein-Westfalen, das Rhein-Main-Gebiet und den Oberrhein aktuell vor mittelstarkem Pollenflug.

Jetzt, Mitte Januar, sind in den besonders betroffenen Regionen nach Aussagen des DWD schon mehr als die Hälfte der Haselsträucher in Blüte. Das ist außergewöhnlich früh. Im Osten Deutschlands sind die Frühblüher dagegen noch nicht so weit. Dort haben kühlere Luftmassen die Entwicklung der Haselsträucher gebremst.

( MITI )