Ins Grüne ab Museum Morsbroich

Ins Grüne ab Museum Morsbroich
Leverkusen, 14. Juli 2020

Das frühere Schloss Morsbroich, in dem das 1951 gegründete Kunstmuseum Morsbroich beheimatet ist

Mit Doxi bin ich heute eine stadtnahe, aber dennoch sehr grüne Tour durch Leverkusen gelaufen. Wir starten am Schloss Morsbroich im Stadteil Schlebusch. Entlang des Schlossgrabens geht es durch die ausgedehnte Obstplantage von Gut Morsbroich, das sich an den Schlossgarten anschließt.

Durch den Grüngürtel einer Wohnsiedlung laufen wir weiter in Richtung des Ophovener Mühlenbachs, der am Zuckerberg im Ophovener Weiher aufgestaut wird.

Wir durchlaufen die Kleingartensiedlung Mathildenhof und stehen bald vor der hübschen Johannes-von-Nepomuk-Kapelle von 1737 im Stadtteil Leverkusen Steinbüchel/Fettehenne.

Durch den schönen Ortsteil Höfen mit der alten Höfer Mühle geht es anschließend ins Grüne.

Wir steigen durch den Wald auf bis zum Uppersberg. Von den Häusern dort hat man einen unglaublichen Panoramablick auf die Skyline von Köln und von Leverkusen.

Nach unserem Abstieg vom Uppersberg erreichen wir am ländlich geprägten Ortsteil Hummelsheim den Fluß Dhünn, der aus dem Bergischen kommt und sich in die Wupper ergießt, unmittelbar bevor diese in den Rhein mündet. Der Dhünn folgend passieren wir am Hammerweg das Industriemuseum Freudenthaler Sensenhammer, eine historische Sensenfabrik.

Ins Grüne ab Museum Morsbroich

Doxi vor dem Industriemuseum Freudenthal

Das erste Hammerwerk, das die Wasserkraft der Dhünn nutzte, entstand dort bereits 1778. 1837 begann die Produktion von Sicheln und Sensen, im Jahre 1914 waren es mehr als 200.000 Stürck pro Jahr.  Und so ging es bis zur Stillegung 1987.

Hinter dem Industriemuseum laufen wir weiter an der schönen Dhünn entlang. Doxi nutzt wiederholt die Gelegenheit, um sich im flachen Flußbett Abkühlung zu verschaffen.

Wir passieren den Wuppermann-Park und erneut das Obstgut Morsbroich und gelangen nach rund drei Stunden wieder an unseren Startpunkt am Schloss Morsbroich.

Eigentlich wollte ich mir noch die Kunstausstellung im Museum Morsbroich anschauen, aber es ist zu warm, um Doxi alleine im Auto zurückzulassen. Also lieber ein anderes Mal …

( MITI )

Von Langenfeld nach Leichlingen

Von Langenfeld nach Leichlingen
Langenfeld, 13. Juli 2020

Wasserschloss Haus Graven bei Langenfeld

Auf einer abwechslungsreichen Tour durch Wald, Feld und stadtnahe Ortsteile war ich heute bei uns im Rheinland zwischen Langenfeld und Leichlingen unterwegs. Das Gebiet gehört zur Bergischen Heideterrasse, auf der der Ur-Rhein in der letzten Eiszeit enorme Mengen an Sand und Kies bis an den Rand des Bergischen Landes gespült hat.

Der Boden in diesem etwa 80 km langen und 5 km beiten Streifen ist dadurch wenig fruchtbar und wurde deshalb über Jahrhunderte vorwiegend als Heidefläche für die Beweidung mit Schafen, Rindern, Ziegen und Schweinen genutzt.

Mit der zunehmenden Industriealisierung im 19. Jahrhnundert ging diese Nutzung verloren. Heute zeugen davon noch einige ausgewiesene Schutzgebiete wie die Ohligser Heide bei Hilden oder die Wahner Heide im Süden von Köln.

Wir starten am Segelfluplatz Langenfeld und laufen durch den schönen Wald am Tannenbuschgraben. Weiter geht es durch Wiescheid zum Wenzelnberg, wo wir das Mahnmal für 60 kurz vor Kriegsende willkürlich erschossene Gegner der NS-Diktatur besuchen.

Hinter Ziegwebersberg stoßen wir auf die Wupper und folgen dieser bis zum nördlichen Orstrand von Leichlingen. Dann drehen wir wieder in Richtung Langenfeld ab, umrunden den Waldfriedhof bei Immigrath und passieren erneut den Wenzelnberg.

Hinter Wiescheid erreichen wir schließlich die malerische Wasserburg Haus Graven, die sich fast drei Jahrhunderte im Besitz der Grafen von Mirbach-Harff befand. Heute wird das Anwesen u.a. von der Stadt Langenfeld für Kulturveranstaltungen genutzt. Leider ist die Burg derzeit geschlossen. Dennoch mache ich mit Doxi am Rande des Wassergrabens im Schatten eine kurze Rast, bevor es den letzten Kilometer zurück zu unserem Startpunkt geht.

( MITI )

Eifelschleife Stille im Buchenwald

Eifelschleife Stille im Buchenwald
Dollendorf / Blankenheim, 11. Juli 2020

Sanfte Hügel und Buchenwälder prägen die Landschaft an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz

Eine Woche nach der Rückkehr von unserer vierwöchigen Womo-Tour durch Mecklenburg-Vorpommern war ich heute endlich wieder auf Schusters Rappen unterwegs. Mit meiner Wanderfreundin Gabi bin ich die 16 km lange Eifelschleife “Stille im Buchenwald” bei Dollendorf in der Nordeifel gelaufen.

Die unspektakuläre Tour im südwestlichsten Zipfel von NRW, nur wenige Kilometer vor der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz, verläuft größteneils auf gut ausgebauten und ruhigen Waldwegen. Auf halber Strecke bietet sie einige schöne Fernblicke in die Ahreifel mit dem Aremberg und der Nürburg am Horizont.

Weil wir viel zu erzählen hatten, sind die vier Stunden auf der Strecke wie im Flug vergangen. Auch Doxi hatte viel Spaß, weil die frisch gemähten Waldwiesen am Wegesrand immer wieder zum Stöckchenschmeißen einluden.

( MITI )

25 Tage in Mecklenburg

25 Tage in Mecklenburg
3. Juli 2020

Heike und Doxi an der Kreide-Steilküste von Rügen im Nationalprak Jasmund – frei empfunden nach Caspar David Friedrich

Auf diese Reise hatte ich mich lange schon gefreut: Nachdem ich vor drei Jahren bereits die Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern bereist hatte, wollte ich unbedingt auch das Landesinnere kennen lernen. Insbesondere die Mecklenburger-Seenplatte.

Dass wir dann doch in der Mitte dieser Tour für zehn Tage an die Küste und nach Rügen ausgewichen sind, lag ausschließlich am Wetter und war so nicht geplant. Aber das ist ja das Schöne am Womo-Reisen, dass das so problemlos möglich ist.

Auch im Norden von MV haben wir eine sehr schöne Zeit gehabt, obwohl es nicht einfach war, dort Stellplätze zu finden, die noch nicht belegt oder überbucht waren.

Die meiste Zeit konnten wir wunderbares Sommerwetter genießen. Dazwischen gab es auch einige wenige Regentage, aber die haben wir gut genutzt, um schöne Städte zu erkunden.

Eigentlich wollte ich täglich mehrere Stunden wandern. Das hat nicht ganz geklappt, aber dafür waren wir viel Schwimmen und Paddeln und mit dem Fahrrad unterwegs. In Summe sind es aber immer noch mehr als 200 km Wanderstrecke geworden.

Wir waren in Schwerin, Neukloster, Wismar, auf der Insel Poel, am Kap Arkona, bei den Kreidefelsen von Rügen, in Dranske und im Bug, im Mönchgut, in Sellin, Wolgast, Neubrandenburg, Neustrelitz, in Waren und in Röbel an der Müritz, am Plauer See, in Malcho, Plau am See, Parchim und im Storchendorf Rühstädt.

Alle Fotos und Beiträge von dieser ereignisreichen Tour gibt es hier.

Impressionen von dieser Reise

Und hier haben wir mit dem Wohnmobil gestanden:
OrtBezeichnungAnfahrtPreisSt
Alt Schwerin
25 Tage in MecklenburgWomo-Stellplatz vor langgezogenem Camping-Platz am Ufer des Plauer Sees. Unmittelbarer Seezugang, Sicht auf den See durch hohes Schilf jedoch verdeckt. Komplett ausgestattet. Guter Ausgangspunkt zum Baden, Paddeln, Surfen und Wandern auf der schönen Seeinsel Werder.
Inselcamping WerderInsel Werder 8
17214 Alt Schwerin
22€25 Tage in MecklenburgStrom verfügbar
Burg Stargard
25 Tage in MecklenburgParkplatz unmittelbar an der Burg mit schönem Blick ins Grüne. Wohnmobile werden dort geduldet. Keine Infrastruktur.
Parkaplatz an der Burg 25 Tage in Mecklenburgkein offizieller StellplatzWeinbergstraße
17094 Burg Stargard
4€
Dranske
25 Tage in MecklenburgLeicht verwahrloster Campingplatz mit Stellplätzen unter Bäumen. Guter Ausgangspunkt für Wanderungen zum Kap Arkona und nach Dranske.
Luigis Campingplatz NonnevitzNonnevitz 9
18556 Dranske auf Rügen
28€25 Tage in MecklenburgStrom verfügbar
Gager / Mönchgut
25 Tage in MecklenburgSchotterparkplatz zwischen Feldern und Strand. Eigentliche nicht zum Übernachten erlaubt. Aber das Ordnungsarmt kommt erst morgens um 10:00 und wenn man keine Camping-Möbel draußen hat, können sie wenig sagen.
Parkplatz Gager 1 25 Tage in Mecklenburgkein offizieller StellplatzBoddenstraße
18586 Gager
4€
Lohme
25 Tage in MecklenburgStellplatz auf Schotter am Rande eines Großparkplatzes unmittelbar am Rande des Nationalparks Jasmund. Schöner Blick auf die Felder und den Buchenwald von Jasmund. Bis zu den berühmten Kreidefelsen sind es rund 2,5 km. V/E vorhanden.
Stellplatz am KönigsstuhlStubbenkammerstraße 57
18551 Lohme
12,5€25 Tage in MecklenburgStrom verfügbar
Neubrandenburg
25 Tage in MecklenburgGeduldetes Womo-Parken am Rande eines asphaltierten Großparkplatzes direkt am Stadtpark. Nur zwei Fußminuten zum Tollensee, fünf Fußminuten bis zur Altstadt. Keine Infrastruktur.
Parkplatz JahnsportforumParkstraße
17033 Neubrandenburg
0€
Neukloster
25 Tage in MecklenburgGroßer Stellplatz auf Rasenflächen unmittelbar am See am Ortsrand von Neukloster. Seerundweg direkt am Platz, V/E vorhanden.
WoMoPark NeuklosterseeAlte Gärtnerei 3
23992 Neukloster
14€25 Tage in MecklenburgStrom verfügbar
Neustrelitz
25 Tage in MecklenburgSchöner und gut gepflegter Stellplatz auf Rasen direkt am Stadthafen. Nur wenige Schritte bis zum Schlossgarten und zur historischen Alstadt. V/E vorhanden.
Stellplatz am StadthafenZierker Nebenstraße
17235 Neustrelitz
8€25 Tage in MecklenburgStrom verfügbar
Röbel / Müritz
25 Tage in MecklenburgToller Platz durch seine exklusive Lage direkt zwischen den Segelbooten und am Wasser. Komplett ausgestattet, feine Sanitäranlagen. Sehr gutes Firschrestaurant direkt am Platz. Einer unserer absoluten Favoriten in Mecklenburg-Vorpommern.
Stellplatz am SeglerhafenMüritzpromenade 20
17207 Röbel/Müritz
22€25 Tage in MecklenburgStrom verfügbar
Rühstädt
25 Tage in MecklenburgHübscher kleiner Platz am Orstrand im Grünen. Keine Infrastruktur, aber schön leise und ruhig und direkt bei den Störchen. Morgens hört man die Hähne krähen und die Störche klappern. Nur 1.500 Meter bis zur Elbe.
Stellplatz am BesucherzentrumNeuhausstraße 9
19322 Rühstädt
0€
Sellin
25 Tage in MecklenburgGroßer und vollausgestatter Platz mit Stellplätzen auf Rasen und Schotter. Nach meinem Empfinden zu teuer.
Reisemobilhafen SellinKiefernweg 4
18586 Sellin Ostseebad
22€25 Tage in MecklenburgStrom verfügbar
Timmendorf / Insel Poel
25 Tage in MecklenburgGroßer Stellplatz auf Schotter und Rasen. Nur wenige hundert Meter vom Strand entfernt. V/E vorhanden.
Stellplatz am StrandparkplatzTau'n Lüchttorm,
23999 Insel Poel
14€25 Tage in MecklenburgStrom verfügbar
Waren / Müritz
25 Tage in MecklenburgStellplatz neben Gärtnerei am nördlichden Rand der Altstadt. Sauber und komplett ausgestattet. Tagsüber nicht immer leise wg. Bundesstraße und Eisenbahnstrecke hinger dem Platz, nachts aber wohl.
Stellplatz am BlumenhausMecklenburger Straße
17192 Waren/Müritz
13€25 Tage in MecklenburgStrom verfügbar
Wismar
25 Tage in MecklenburgGroßer Parkplatz am Rande der Altstadt. Wohnmobile werden hier geduldet.
Parkplatz Wismar 25 Tage in Mecklenburgkein offizieller StellplatzLübsche Str. 109
23966 Wismar
0€
Wolgast
25 Tage in MecklenburgParkplatz an einer Brachfläche am Hafen unmitelbar am Zugang zur Altstadt und mit Blick auf den Binnenhafen. Wohnmobile werden dort geduldet. Für eine Nacht vollkommen in Ordnung.
Parkplatz am Hafen 25 Tage in Mecklenburgkein offizieller StellplatzAm Speicher 5
17438 Wolgast
0€

( MITI )

Rund um Rühstädt

Rund um Rühstädt
Rühstädt, 2. Juli 2020

Regenbogen über unserem Stellplatz am Abend

Rund um das Storchenforf Rühstädt kann man schön wandern: entlang der Elbe, aber auch durch die Felder im Hinterland.

Wie überall in der dünn besiedelten Prignitz ist es sehr ruhig. Wir genießen das nach den vielen Tagen “on-the-road” und begegnen bei unseren Spaziergängen Rehen, Füchsen, riesigen Langohren und ganz vielen Schmetterlingen.

Auf den Feldern weiden Kühe und Pferde, die sich über ein wenig menschlichen Kontakt freuen. Richtig entspannt ist es hier.  So können wir die Tour schön ausklingen lassen.

( MITI )

Die Störche von Rühstädt

Die Störche von Rühstädt
Rühstädt, 1.07.2020

In allen fünf Nestern auf dem Bild gibt es Nachwuchs

Die letzten zwei Tage unserer vierwöchigen Womo-Tour durch Mecklenburg-Vorpommern verbringen wir in Rühstädt (Brandenburg). In dem kleinen Dorf an der Elbe brüten jährlich rund 20 Storchenpaare, zumeist auf vorbereiteten Nistplätzen auf Scheunendächern.

Vor vier Jahren war ich schon einmal hier, da kam ich aber genau eine Woche zu spät: Alle Störche waren bereits ausgeflogen in Richtung ihrer Winterquartiere in Afrika und Asien.

Aber diesmal passt es: Fast alle Nester sind wieder belegt und der Nachwuchs – oft zwei oder drei Jungstörche – bereits so groß wie ihre Eltern.

Teilweise haben sie sich sogar schon mehr Gewicht angefuttert als ihre Alten, weil sie den ganzen Tag im Nest verbringen und nicht auf Futtersuche gehen.

Die Alten füttern ihren Nachwuchs zwar noch fleißig, verbringen aber bereits viel Zeit mit etwas Abstand zu ihren Nestern und schauen sich das Treiben des Nachwuchses aus einigen Metern Entfernung vom Dachfirst aus an.

Die jungen Störche fliegen noch nicht, breiten aber immer wieder ihre Schwingen aus und simulieren das Fliegen. Mitunter heben sie dabei bereits für einige Zentimeter aus ihren Nesten senkrecht nach oben ab, um gleich wieder zu landen. Putzig sieht das aus.

Bald werden sie das Fliegen lernen und dann im August bereits rund zwei Wochen vor ihren Eltern zu ihrer ersten großen Reise aufbrechen. Dies und noch viel mehr erfahfren wir bei einem Besuch im NABU-Informationszentrum in Rühstädt. Prädikat: Sehr empfehlenswert.

Leider kann man die Störche aus der Entfernung mit dem Handy nicht so gut fotografieren. In meiner Verzweiflung halte ich mein Fernglas vor das Handy, aber das funktioniert auch nicht so richtig. Dennoch hier meine besten Aufnahmen von den Störchen in Rühstädt 2020.

( MITI )

Die Türen von Parchim

Die Türen von Parchim
Parchim, 1. Juli 2020

Prächtige Fassade der Sparkasse am Moltkeplatz im ehemaligen Wallhotel

Keine Stadt in Mecklenburg ohne prächtige historische Haustüren und Eingangsportale. Hier meine “Ausbeute” aus Parchim.

( MITI )

Stadtbummel durch Parchim

Stadtbummel durch Parchim
Parchim, 30. Juni 2020

Ehemaliges Kaiserliches Postamt am Schuhmarkt

Eigentlich wollten wir nach unserem Besuch in Plau am See das ehemalige Kloster Dobbertin besichtigen, bis 1918 eines der größten Landgüter und Wirtschaftsbetriebe in Mecklenburg.

Doch als wir nach einer halbstündigen Autofahrt in Dobbertin eintreffen, werden wir noch an der Zufahrt freundlich, aber bestimmt abgewiesen: Die gesamte Anlage, auf der heute psychisch-kranke und hilfebedürftige Menschen durch die Diakonie betreut werden, steht unter Corona-Quarantäne.

Spontan entschließen wir uns, nach Parchim weiter zu fahren, rund 30 km weiter südwestlich. Parchim ist die Kreisstadt des Landkreises Ludwigslust-Parchim und liegt am Südrand der Sternberger Seenlandschaft.

Die Stadt war das Siedlungsgebiet des westslawischen Stammes der Smeldinger. Durch die Stadt fließt die Elde, der sich hier in mehrere Flußarme aufteilt und Inseln gebildet hat.

Das erweiterte Stadtrecht erhielt Parchim 1226. In den darauf folgenden Jahrezehnten wurde eine massive Stadtmauer mit einer Höhe von bis zu 6 Metern errichtet. Auf einer Länge von rund 3 km ist diese Mauer noch heute erhalten.

Schon um 1530 fand in Parchim die Reformation statt. Im Dreißigjährigen Krieg, durch die Pest und mehrere große Brände, wurde die Stadt im ausgehenden Mittelalter stark in Mitleidenschaft gezogen. Von einstmals mehr als 5.000 Einwohnern überlebten kaum mehr als 1.200.

Wie auch andere Städte der Region, wurde die Parchim 1806 durch napoleonische Truppen geplündert. Erst nach 1815 erholte sich die Stadt allmählich und kam durch die einsetzende Industrialisierung zu Wohlstand.

Nach der Wiedervereinigung wurde die historische Altstadt im Rahmen der Städtebauförderung und des Programmes Städtebaulicher Denkmalschutz grundlegend saniert. Rund um das Rathaus und den Marktplatz findet man dadurch heute viele schöne Häuser, die wir uns auf einem Spaziergang durch die Altstadt anschauen. Anschließend geht es für uns weiter in Richtung Elbe zum Storchendorf Rühstädt.

( MITI )

In Plau am See

In Plau am See
Plau am See, 30. Juni 2020

Blick über die Elde zur Altstadt von Plau am See

Bevor wir den schönen Plauer See verlassen, besuchen wir noch die namensgebende Stadt an der Mündung der Elde in den See. Über die Müritz-Elde-Wasserstraße ist Plau am See mit den jeweils rund 250 km entfernt liegenden Städten Hamburg und Berlin verbunden.

Bis 1994 trug die Stadt lediglich ihren ursprünglichen Namen Plau, der dann ergänzt wurde, um Verwechselungen mit Plaue, Plauen und Plaue (Brandenburg an der Havel) zu vermeiden.

Die Stadt ist im 13. Jahrhundert aus einer slawischen Siedlung von Fischern und Flößern hervor gegangen.

Die nördlich gelegene slawische Burg und Siedlung Quetzin bildete ein kulturelles Zentrum des slawischen Stammes der Warnower.

Im Mittelalter hatte die Stadt unter der Pest, dem Dreißigjährigen Krieg und mehreren verheerenden Stadtbränden zu leiden, bei denen wiederholt ein großer Teil von Plau zerstört wurde.

Im November 1806 plünderten die französiche Revolutionsarmee mit 18.000 Mann drei Tage lang die Stadt und verursachten enorme Schäden. Erst danach begann der wirtschaftliche Aufschwung, u.a. durch eine große Tuch- und Maschinenfabrik.

Heute, 30 Jahre nach der Deutsch-deutschen-Wiedervereinigung, präsentieren sich viele der historischen Häuser im Stadtkern fein renoviert und mit hübscher Fassade. Die Lage an der Elde und am Plauer See verleihen der Stadt ein maritimes Flair. Richtig gut gefällt es uns hier. Schön, dass wir diesen Abstecher unternommen haben, bevor es weiter an die Elbe geht.

( MITI )

Die Türen von Plau am See

Die Türen von Plau am See
Plau am See, 30. Juni 2020

Häuserzeile in Plau am See

Zweieinhalb Stunden in der Altstadt von Plau haben ausgereicht, um wieder einen wahren Schatz prächtiger Haustüren und Portale zu entdecken. Hier eine Auswahl meiner schönsten Aufahmen.

( MITI )

Seeadler am Moorochsen

Seeadler am Moorochsen
Plauer See, 29. Juni 2020

Blick vom Moorochsen auf das Feucht- und Seengebiet, in dem viele Wasservögel leben

Am zweiten Abend auf der Insel Werder fahren wir mit den Rädern zum 6 Kilometer entfernten Aussichtgspunkt “Moorochse” am Nordrand des Sees.

“Moorochse” ist die volkstümliche Bezeichnung für die Rohrdommel, einem Vogel aus der Familie der Reiher.

Im Frühjahr geben die Männchen dumpfe Balzrufe von sich, die kilometerweit zu hören sind und eher nach einem kapitalen Rind klingen, als nach einem Wasservogel.

In dem Naturschutzgebiet am Rande des Plauer Sees leben und brüten zahlreiche wasserliebende Vögel, darunter Kormorane, Eisvögel und sogar Seeadler.

Fünf Brutpaare soll es rund um den See geben und vor allem ihretwegen sind wir zu diesem Aussichtsturm gekommen.

Oben im Dach brüten ein Dutzend Paare von Mehlschwalben, deren Nachwuchs begierig nach Futter schreit. Ständig kommen und gehen Elternteile, um Nahrung heranzuschaffen. Nur wenige Handbreit gleiten sie pfeilschnell an uns vorbei. Mehrmals haben wir das Gefühl, gleich knallt es.

Mit dem Fernglas suchen wir zunächst vergeblich die Bäume rund um das Ufer ab, doch dann entdecken wir tatsächlich einen kapitalen Adler gleich neben einer Gruppe von rund 70 Schwarzkormoranen, die auf bereits abgestorbenen Bäumen hocken (abgestorben von deren Kot).

Seeadler am Moorochsen

Der hölzerne Aussichtsturm “Moorochse”

Fasziniert beobachten wir aus knapp einem Kilometer Entfernung, wie der mächtige Vogel regelmäßig seinen Kopf von links nach rechts dreht und uns dabei seinen gelben Schnabel zuwendet. Auch die Krallen sind auffallend gelb, das Gefieder hingegen in Tarnfarben braun gemustert.

Irgendwann breitet der Adler dann tatsächlich seinen Schwingen aus und erhebt sich in die Luft. Jetzt wird seine ganze Größe deutlich. Knapp über der Wasserfläche segelt er zu einem Baum am anderen Ende des Sees und bleibt dort sitzen.

Und dann entdecken wir auch noch zwei Eisvögel, ein Paar, das ganz nah am Fuße des Aussichtsturm sein Nest zu haben scheint. Mehrmals kommt eines der Elternteile mit einem ordentlich großen Fisch im Maul zurück zum Nest.

Von oben kann man im Flug wunderbar das leuchtend blauen Gefieder auf dem Rücken beobachten. Und dann zieht auch noch ein großer Schwarm Wildgänse an uns vorbei.

Wir sind ganz begeistert, so mitten drin in einer wunderbar lebendigen Vogelwelt zu sein. Mehr als anderthalb Stunden bleiben wir dort.

( MITI )

Die Türen von Malchow

Die Türen von Malchow
Malchow, 28. Juni 2020

Markanter Hauseingang in Malchow

Malchow ist vielleicht nicht sehr groß, aber einige prächtige Haustüren und Eingangsportale hat es dennoch zu bieten. Hier eine Auswahl meiner schönsten Aufnahmen.

( MITI )

Inselstadt Malchow

Inselstadt Malchow
Malchow, 28. Juni 2020

Blick über den Hafen zur Klosterkirche Malchow

Am ersten Abend unseres Aufenthalts am Plauer See fahren wir mit den Rädern in das zehn Kilometer entfernte Malchow. Das historische Zentrum der Stadt befindet sich auf einer Insel im Malchower See, weshalb die Stadt seit 2011 offiziell den Namenszusatz “Inselstadt” trägt.

Malchow wurde 1147 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt 1235 Stadtrechte. Nach zwei verheerenden Stadtbränden wurde die Stadt ab 1721 zum Festland hin erweitert.

Das östliche Seeufer von Malchow wurde über Jahrhunderte durch eine große Klosteranlage geprägt, die seit dem 18. Jahrhundert durch einen Damm mit der Insel verbunden ist. Der Westteil wurde früher über eine hölzerne Hubbrücke angebunden.

Heute befindet sich an dieser Stelle eine moderne Drehbrücke, die jährlich von rund 18.000 Booten auf der Müritz-Elde-Wasserstraße passiert und mehrmals am Tag vom Brückenmeister geöffnet wird.

Wir kommen genau richtig, um dieses Schauspiel zu verfolgen, das nur wenige Minuten in Anspruch nimmt: Kaum ist die Brücke vollständig zur Seite weggeschwenkt, fahren einige Motorboote durch. Unmittelbar darauf schließt die Brücke auch schon wieder, und der Brückenmeister verabschiedet sich in Richtung Abendbrot.

( MITI )

Insel Werder im Plauer See

Insel Werder im Plauer See
Insel Werder / Plauer See, 28.06.2020

Mit dem Kayak auf dem Plauer See beim Inselcamping Werder

Von Röbel an der Müritz sind wir weitergefahren zum Plauer See, dem drittgrößten See in Mecklenburg-Vorpommern. Am Ufer des Sees gibt es zahlreiche Camping-Plätze. Wir haben uns für den Platz auf der Insel Werder entschieden, die im Norden des Sees liegt und über einen Damm mit dem Festland verbunden ist.

Wir stehen direkt am Ufer, so dass ich mein Kajak nur wenige Meter tragen muss, um es zu Wasser zu lassen.

Leider ist der unmittelbare Blick auf den See vor unserem Stellplatz durch einen mannshohen Schilfgürtel verdeckt. Sonst wäre dieser Platz ein echter Traum.

Aber auch so ist es sehr schön hier, zumal die Insel Werder komplett bewaldet und ein wenig hügelig ist. Dadurch können wir mit Doxi wunderbar wandern.

Knapp drei Stunden benötigt man, wenn man die Insel auf dem schönen Uferpfad einmal komplett umrunden will.

Doxi tappst unterwegs natürlich bei der ersten Gelegenheit in den See und testet die Wasserqualität. Das Wasser ist total klar und schmeckt ihr offensichtlich gut.

Ich werfe ein Stöckchen über sie hinweg aufs Wasser und zum ersten Mal seit ganz langer Zeit verlässt Doxi tatsächlich den festen Untergrund und schwimmt ein paar Meter hinaus, um den Stock zu ergattern.

Mehrmals wiederholt sich das Schauspiel. Wir sind ganz begeistert, denn wir wissen ja, dass Madame schwimmen kann. Sie macht es nur so selten.

Ganz süß sieht das aus, wie sie patschnass aus dem Wasser kommt und sich dann erst einmal kräftig ausschüttelt. Hinterher hat sie richtiges Minipli im Haar und ihr Fell ist total flauschig.

( MITI )

Tierische Begegnung an der Müritz

Tierische Begegnung an der Müritz
Röbel / Müritz, 27. Juni 2020

Kätzchen beobachtet Schwanenfamilie

Noch einmal sind wir zu dem süßen kleinen Müritz-Strand nördlich von Röbel aufgebrochen, den wir vor zwei Tagen entdeckt hatten. Diesmal haben wir alles für einen entspannten Badetag dabei – auch die Doxi.

Das kleine Kätzchen ist immer noch da. Scheinbar verbringt es den Sommer hier.

Während Doxi im Gras schläft, schleicht es hinter ihrem Rücken vorbei. Als Doxi dem gewahr wird, kommt es zu einer kurzen Begegnung, aber relativ entspannt.

Das Kätzlein droht mit rundem Rücken und Doxi bleibt vorsichtshalber anderthalb Meter auf Distanz. Aber die Beiden scheinen doch sehr aneinander interessiert.

Als ich später gerade vom Schwimmen aus dem Wasser komme, nähert sich eine Schwanenfamilie mit vier größeren Jungen.

Überraschenderweise gehen die sechs unmittelbar vor uns an Land und beginnen, sich ausgiebig das Gefieder zu putzen. So nahe bin ich Schwänen und ihren Jungen noch nie gekommen, und ich wundere mich, dass die Großen uns gegenüber keine drohende Haltung einnehmen und fauchen.

Erst als sich auch das kleine Kätzlein neugierig nähert, zeigen sich die Eltern aggressiv. Dabei ist ihr Nachwuchs bereits viel zu groß und hat nichts zu befürchten.

Interessant zu sehen, wie weit der Körper der kleinen Schwäne im Vergleich zu den Mini-Flügelchen bereits entwickelt ist. Aber das ist wohl normal, wie ich später bei einer Internet-Recherche erfahre. Irgendwie ganz schön aufregend, diese unerwartete tierische Begegnung am Ufer der Müritz.

( MITI )