Schloss Neu Barenaue im englischen neoromanischen Landhaus-Stil, Nordfassade
Kalkriese, 26. Juni 2021
Nach unserem Besuch des Parks am vermuteten Ort der Varusschlacht in Kalkriese starten wir zu einer acht Kilometer langen Wanderung durch das flache Land am Fuße des Kalkrieser Berges. Unser Ziel ist das pittoreske Schloss Neu Barenaue am Mittellandkanal.
Dabei passieren wir mehrere typische Fachwerk-Bauernhöfe der Region und genießen schöne Blicke über die reifen Kornfelder hinweg auf die sanften Hügel jenseits des Kanals.
Das zweigeschossige Herrenhaus im neoromanischen Stil ließ die Familie von Bar in den Jahren 1857 bis 1862 im englisch-herrschaftlichen Landhaus-Stil erbauen. Nachkommen der Erbauer leben immer noch dort.
Die Familie von Bar besaß eine Sammlung römischer Fundmünzen, die Bauern in der Umgebung gefunden hatten. Sie war der Ausgangspunkt für die Vermutung, dass hier der Ort der Varusschlacht liegen könnte. So haben auch die von Bars zur Entstehung dieses Mythos beigetragen.
Unsere Wanderung zum Schloss Neu Barenaue
Blick zum Kalkrieser Berg
Typische Fachwerkachitektur der Region
Typische Fachwerkachitektur der Region
Hier stand jahrhundertelang einer Gerichtslinde, die zur Feier des Friedensschluss am Ende des Dreißigjährigens Krieges gefplanzt wurde
Parkplatz Museum und Park Kalkriese (kein offizieller SP)
Ort:
Bramsche OT Kalkriese
Adresse:
Cheruskerstraße
49565 Bramsche
Preis pro Nacht:
kostenlos / kein Strom verfügbar (Daten vom 24.06.2021)
Zusatzinfo:
Großer Parkplatz für Busse und PKW auf Asphalt neben dem Park/Museum. Keine Infrastruktur. Wohmobile stören dort nicht. Gut für eine Nacht.
Es ist nicht ganz klar, wo dieses Ereignis exakt stattgefunden hat, aber dass es von großer historischer Bedeutung war, ist unbestritten: Im Jahre 9 n. Chr. verlordie römische Besatzungsarme in der Varusschlacht drei vollständige Legionen im Kampf gegen die Germanen – immerhin fast ein Achtel der gesamten römischen Armee zu dieser Zeit. Das war das Ende aller römischen Bestrebungen, in Germanien auch rechts des Rheines Fuß zu fassen.
Der Ort der Metzelei ist unter Historikern bis heute strittig. Funde von Münzen, Ausrüstung und Skeletten legen den Ort Kalkriese östlich von Bramsche nahe. Restlos überzeugt ist die historische Forschung jedoch nicht.
Dennoch entstand im Rahmen eines Projekts zur Weltausstellung Expo 2000 der Museumspark Varusschlacht, der im Jahr 2001 durch einen Museumsbau ergänzt wurde. Das Museum erfreut sich seitdem großer Beliebtheit und zieht jährlich rund 100.000 Besucher an.
Mit Doxi besuche ich am Morgen den öffentlich zugänglichen Park, zwei Stunden, bevor das Museum öffnet. Obwohl der Park groß ist, kann er nicht den gesamten Schauplatz der Schlacht abbilden. Denn der römische Zug mit mehr als 20.000 Fußsoldaten und 5.000 Reitern soll 15 bis 20 Kilometer lang gewesen sein.
Das Gelände zeigt unter anderem die Rekonstruktion einer Wallanlage, die die Germanen zur Durchführung ihres aufwändig vorbereiteten Angriffs errichtet haben sollen. Es braucht eine Menge Fantasie, um sich an diesem friedlichen Ort ein derartiges Gemetzel vorzustellen. Aber so ist das mit Geschichte ja häufig. Wollen wir mal dran glauben …
Eingang zum Ticketshop
Der Pfau ist genau wie wir zu früh dran und wartet vor dem Ticket-Shop auf den Einlass 🙂
Übersichtsplan des Parks
Friedenssymbol: Römische Stadarten in den Farben der modernen europäischen Nationen
Turm des Museumsgebäudes, der einen Überblick über das vermutete Schlachtfeld ermöglicht
Rekonstruktion eines germanischen Angriffswalls
Hier können Besucher die Lautsträrke und Reichweite zeitgenössisicher Signalhörner testen
Maske im Museum Kalkriese zur Ausstellung von 2009: „2000 Jahre Varusschlacht (Foto Das Robert | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)
Rüstungen der Gladiatoren aus dieser Zeit (Foto Einsamer Schütze | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)
In Kalkriese gefundene Münzen (Foto Einsamer Schütze | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)
Ausatttung eines römischen Fußsoldaten (Foto Einsamer Schütze | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)
Auf dem Gelände werden weiterhin Ausgrabungen durchgeführt
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