Adieu Mallorca, adieu Cala d’Or

Blick vom Balkon meiner Wohnung auf den Yachthafen von Cala d’Or

 Cala d'Or, 25. Mai 2021

Heute ist ein bewegender Tag für mich: Nach 27 Jahren habe ich meine Wohnung auf Mallorca verkauft. Am Mittag war die Beurkundung beim Notar in Felanitx.

Viele Jahre war der Südosten der Belaereninsel mein zweites zu Hause. In den 1990er Jahren habe ich sogar eine zeitlang dort gelebt, als ich eine Computer-Schule in Cala d’Or aufgebaut habe.

Und weil ich immer viel gewandert bin und mit dem Fahrrad unterwegs war, kenne ich mich in der Region zwischen Santanyi, Felanitx, Porto Petro, Porto Colom und Cala d’Or, zwischen dem Meer, dem Hügelland und den Bergen richtig gut aus.

Es ist ein wirklich schöner Flecken Erde. Nicht zufällig liegen einige der beliebtesten Buchten und Badestrände Mallorcas in dieser Region. Ich denke dabei an die Cala Mondrago, den Strand Es Trenc und die vielen schönen kleinen Buchen in und rund um Cala d’Or.

Mein Favorit im Ort war immer die Cala Esmeralda, die in wenigen Minuten von meinem zu Hause aus erreichbar war. Wie oft war ich am frühen Abend dort, um nach Feierabend noch ein wenig zu baden, zu schnorcheln und den Sonnenuntergang zu genießen.

Und wie sehr habe ich den Blick von meinem Balkon auf den Yachthafen von Cala d’Or genossen. Das Kommen und Gehen der Yachten zu beobachten, die Menschen, die durch den Hafen strömen, und doch dem ganzen Geschehen durch die herausgehobene Lage entzogen zu sein, das war schon herrlich. Und mit der Web-Cam in meinem Wohnzimmerfenster hatte ich das alles auch von Deutschland aus immer in Echtzeit im Blick.

Meine Hausbucht, die Cala Esmeralda

Und keine fünfhundert Meter abseits des touristischen Trubels begann für mich das ländliche Mallorca mit Fincas, Steinmauern, Mandel- und Olivenbäumen, Schafen, Pferden und Ziegen. Wie habe ich das geliebt …

Doch alles im Leben hat seine Zeit, und meine Zeit auf Mallorca ist nun vorbei. In den letzten fünfzehn Jahren – seit ich erst auf den Hund und dann auf das Womo-Reisen gekommen bin – war ich nicht mehr so oft dort. Ich hatte einfach keine richtige Lust mehr aufs Fliegen und dass es immer so viel Aufwand bedeutet, um dort hinzukommen.

Außerdem ist Mallorca in den letzten 25 Jahren immer voller geworden. Als ich dort hinkam, war Deutschland noch ganz mit der Wiedervereinigung beschäftigt und niemand wollte auf die Belearen ziehen. Heute gefällt es mir dort nur noch außerhalb der Touristensaison, wenn die Insel ihr wahres Gesicht zeigt.

Mein besonderer Dank geht an Jutta, die den Verkauf für mich gemanaged hat. Ich bin froh und dankbar, dass die Wohnung einen glücklichen neuen Besitzer gefunden hat und das Ganze nun mit einem Happy End abgeschlossen werden konnte.

So bleibt am Ende ein weinendes und ein lachendes Auge zurück. Adieu lieber Südosten von Mallorca, eines Tages sehen wir uns bestimmt wieder, dann aber bevorzugt in Herbst, Frühjahr oder Winter.

( MITI )

Pfingsten am Parlamentsufer

Brücke über die Hafeineinfahrt von Düsseldorf mit Blick zum Parlamentsufer. Im Hintergrund: Die ikonischen Gehry-Bauten.

 Düsseldorf, 23. Mai 2021

Pfingsten, normalerweise wären wir und Millionen Deutsche jetzt auf Kurzurlaub unterwegs, wenn nicht Corona wäre. Doch in diesem Jahr ist ja alles anders. Auch wenn das Impfen der Bevölkerung mittlerweile zügig voran schreitet und die Inzidenzen derzeit täglich sinken: vorbei ist der Spuk noch nicht.

Also begnügen wir uns mit einem großen Pfingstspaziergang am Rhein in Düsseldorf. Dort, wo wir vor vier Monaten durch das Winterhochwasser gewatet sind, blüht und grünt es nun auf den Rheinwiesen.

Wir laufen von Düsseldorf-Hamm aus einmal komplett um den Hafen und das Rheinknie, vorbei an Funkturm, Landtag, Rheinuferpromenande und durch die Altstadt und den Medienhafen wieder zurück.

Fast dreieinhalb Stunden sind wir auf diese Weise unterwegs. Es ist ziemlich windig und anfangs auch noch ein wenig kalt, aber die Sonne setzt sich immer mehr durch.

Wir wundern uns, dass für einen Feiertag doch gar nicht so viel am Rhein und in der Altstadt los ist, aber das kommt bestimmt noch. Vielleicht sind wir einfach zu früh dran.

( MITI )

An der Siegmündung

Auwald an der Siegmündung in den Rhein bei Troisdorf

 Troisdorf, 22. Mai 2021

Bei herrlichem Licht unter einem konstrastreichen Himmel waren Heike und ich heute an der Siegmündung bei Mondorf (Stadt Triosdorf) unterwegs.

Die Sieg ist ein 155 km langer rechter Nebenfluss des Rheins. Sie entspringt im Rothaargebirge und mündet zwischen Bonn und Niederkassel in den Rhein.

Auf seinen letzten Kilometern strömt der Fluss durch das schöne und artenreiche Naturschutzgebiet Siegaue.

Vor allem für Wasser- und Watvögel ist das Areal von landesweiter Bedeutung, denn dort gibt es neben Feldflächen und Streuobstwiesen auch Pappelforste und Auwaldreste, sowie eingebettete Altarme der Sieg.

Eine Flußinsel, die Kemper Werth, separiert die Sieg im Mündungsbereich vom Rhein. Gleich daneben, am Mondorfer Hafen, gibt es eine Marina und die Personenfähre Mondorf-Graurheindorf, sowie ein Fischereimuseum.

Alles wirklich sehr sehenswert und jetzt im Mai so frisch und grün, wie zu keiner anderen Zeit des Jahres.

( MITI )

Bummel durch Poppelsdorf

Gründerzeitfassaden nahe Schloss Poppelsdorf

 Bonn, 22. Mai 2021

Nach unserer Wanderung in den Siegauen kurz vor Bonn unternehmen wir noch einen Abstecher auf die linke Rheinseite und besuchen Heikes Tochter im Bonner-Stadtteil Poppelsdorf.

Das noble Quartier im Herzen der früheren Bundeshauptstadt wird vom Lustschloss Clemensruhe und der Poppelsdorfer Allee geprägt.

Das ursprünglich für den Kurfürsten Clemens August I. von Bayern errichtete Schloss wurde durch Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. im Jahre 1818 der Universität Bonn überlassen. Heute beherbergt es Institute der Fachrichtung Biologie und das Mineralogisch-Petrologische Institut.

Auf dem Schlossgelände befindet sich der sehenswerte Botanische Garten der Stadt Bonn, eine der ältesten Gartenanlagen Deutschlands. Deren Anfänge reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück.

Die rund einen Kilometer lange, mit Kastanien bewachsene Poppelsdorfer Allee, verbindet das Kurfürstliche Schloss im Zentrum mit dem südlich gelegenen Poppelsdorfer Schloss.

Links und rechts der Allee und in den angrenzenden Straßen des Viertels haben sich viele Wohnhäuser aus der Gründerzeit und dem Historismus (1840-1870 und 1870-1910) erhalten.

Viele dieser Bauten mit ihren aufwändigen und gut erhaltenen Fassaden sind eine echte Pracht. Dazu die vielen weißen und roten Kastanien, die das Viertel durchziehen und derzeit blühen – ein wunderbarer Anblick.

( MITI )

Die Parks von Oberhausen

Am Rhein-Herne-Kanal

Mit meiner Wanderfreundin Gabi bin ich heute bei sehr wechselhaftem Wetter 16 km durch Oberhausen gelaufen. Wir starten an der historischen Burg Vondern, einem mittelalterlichen Lehen der Grafen und Herzöge von Kleve. Die einstmals von Wasserläufen umgebene Burg liegt heute etwas eingezwängt in einem schmalen Grünstreifen zwischen einem Güterbahnhof und der Autobahn A42.

Von dort wandern wir durch den Ortsteil Osterfeld zum OLGA-Park auf dem Gelände der ehemaligen Zeche und Kokerei Osterfeld. Dort fand 1999 die Landesgartenschau NRW statt, die von Bernhard Paul, dem Mitbegründer des Circus Roncalli, konzipiert wurde.

Vom OLGA-Aussichtsturm “Schwarzes Tor” haben wir einen schönen Blick über Osterfeld, das OLGA-Gelände und das nahegelegene Einkaufszentrum “CentrO” neben dem berühmten Gasometer Oberhausen.

Bald überqueren wir den Rhein-Herne-Kanal und die Emscher, einstmals der dreckigste Fluß Europas. Dann laufen wir durch das Gelände des CentrO zum Kaiserpark am Rhein-Herne-Kanal mit dem fein restaurierten Schloss Oberhausen. Wir drehen eine Runde durch den hübschen Schlosspark und durchqueren anschließend den Stadtteil Oberhausen-Neue Mitte.

Derzeit komplett eingerüstet: Das Gasometer Oberhausen

Dahinter wenden wir uns in Richtung einer markanten, weithin sichtbaren Erhebung: Der Knappenhalde, im Volksmund scherzhaft “Monte Schlacko” genannt. Auf dem ehemaligen Gelände eines Bauernhofs wurde dort seit 1857 der Abraum der angrenzenden Steinkohlenzeche Oberhausen aufgeschüttet.

Die in dern 1950er und 1960er Jahren begrünte spitzkeglige Berghalde ist heute die höchste Erhebung im Oberhausener Stadtgebiet. Der Aussichtsturm an ihrer Spitze bietet einen schönen Überblick über die angrenzenden Stadtteile. Am Horizont reicht unser Blick bis zum Landschaftspark Nord in Duisburg mit seinen früheren Stahlwerken.

Nach dem Abstieg von der rund 50 Meter hohen Halde laufen wir durch den Stadtteil Firntrop zum Gehölzgarten Ripshorst. Dort überqueren wir erneut die Emscher und den Rhein-Herne-Kanal und erreichen kurz darauf nach viereinhalb Stunden wieder unseren Starpunkt an der Burg Vondern.

( MITI )

Alles so satt grün hier

Die erste Frühlingsblüte ist vorüber – jetzt dominiert das frische Grün

 Büttgen, 14. Mai 2021

“Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun’ und Fass”, weiß der Volksmund zu berichten. Und so wie in dieser Bauernregel wirkt es gerade auch in den Feldern und Baumschulen rund um mein Heimatdorf: seit es in den letzten zwei Wochen ordentlich geregnet hat, grünt und sprießt und wächst alles wie verrückt, .

Am Ende eines wechselhaften Tages laufe ich zehn Kilometer über Land, um meinen Schatz in die Arme zu schließen. Und staune nicht schlecht, wie verschwenderisch die Natur jetzt mit ihren Talenten um sich wirft.

Der Raps ist in dieser Woche gefühlt noch einmal einen halben Meter in die Höhe geschossen. Die filigranen Samen der Löwenzähne segeln wie kleine Falschirmspringer zu hunderttausenden im Wind.

Sogar der Weizen hat sich bereits geöffnet und seine jungen Ären freigelegt. Dazu ein kontrastreicher Himmel zwischen Wolkenloch und der nächsten Regenfront – das alles sieht so richtig satt aus.

( MITI )