Auf dem Bergbauwanderweg im Muttental

Ruine der Burg Hardenstein an der Ruhr bei Witten-Herbede

Immer wenn es im Sommer so richtig heiß wird, fühle ich mich draußen im kühlen Wald am besten aufgehoben. Für den heutigen Tag hatte ich deshalb eine Wanderung mit hohem Waldanteil heraus gesucht. Bei Witten-Herbede ging es südlich der Ruhr über eine verlängerte Variante des Bergbauwanderwegs Muttental. Der Weg wurde 1972 eröffnet und gilt als eine der schönsten Wanderstrecken im Ruhrgebiet.

Entlang des Wanderweges stoßen wir auf zahlreiche Zeugnisse aus mehr als fünf  Jahrhunderten Ruhrbergbau. Dazu zählen Stollen, Pingen, Fördergerüste, Halden, Verladeanlagen und mehr. Manche dieser Relikte sind im Gelände gar nicht so einfach zu erkennen. Die verschiedenen Stationen werden deshalb durch Infotafeln hervorgehoben und  erläutert.

Zu den Attraktionen des Wanderwegs zählen mehrere Stollenmundlöcher, ein Bethaus und das LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall. Die schönen Waldabschnitte, Wiesen und der Muttenbach machen den Weg zu einem Naturerlebnis.

Ein Teil des Weges verläuft durchs Naturschutzgebiet Hardenstein mit der Burgruine Hardenstein direkt an der Wanderstrecke. Die Wasserburg wurde zwischen 1345 und 1354 erbaut und war bis ins 18. Jahrhundert bewohnt, bevor sie langsam verfiel.

Der Sage nach lebte zu Zeiten des Burgherren Neveling von Hardenstein ein unsichtbarer Zwergen-König namens Volmar auf der Burg. Man speiste, trank und feierte zusammen. Nachdem ein Küchenjunge Mehl gestreut hatte, um die Fußspuren des Zwergenkönigs sichtbar zu machen, tötete der Zwergenkönig den Jungen und belegte die Familie des Burgherren mit einem Fluch, bevor er für immer verschwand.

Unmittelbar hinter der Ruine fließt die Ruhr. Dort verbindet seit 2006 die Ruhrtalfähre Hardenstein als einzige Fähre im Radwegenetz des Ruhrtals die beiden Flußufer. Am selben Anleger verkehrt auch das Ausflugsschiff MS Schwalbe II der Stadtwerke Witten.

Unsere verlängerte Variante des Bergbauwanderwegs führt uns hinter der Hardenburg zur etwas entfernt liegenden Zeche Egbert, der letzten erhaltenen Kleinzeche des Ruhrgebietes. Nach vier Stunden und rund 14 Wanderkilometern erreichen wir schließlich wieder unseren Startpunkt auf einem Waldparkplatz bei Herbede. In der prallen Sonne merke ich, wie schön kühl es im Wald tatsächlich war. Diese Tour hat sich wirklich gelohnt.

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Meppen: Zwischen Hase und Ems

Marktplatz von Meppen mit dem Alten Rathaus

Wir sind an unserem heutigen Tagesziel in Meppen angekommen. Mit dem Wohnmobil stehen wir auf dem Womo-Stellplatz am Emsbad schön unter Bäumen im Schatten. Nach unserer langen Wanderung zum Borkener Paradies am Vormittag packe ich Doxi ins Wohnmobil und mache mich mit dem Fahrrad auf eine Tour durch die schöne historische Innenstadt.

Meppen liegt im Zentrum des Emslandes an der Mündung der Hase in die Ems, rund 20 Kilometer von der niederländischen Grenze entfernt. Etwa einen halben Kilometer vor ihrer Mündung in die Ems nimmt die Hase den Dortmund-Ems-Kanal auf, der südlich von Meppen in einem künstlich erstellten Gewässerbett verläuft.

Erste urkundliche Erwähnung fand Meppen im Jahre 834 in einer Schenkungsurkunde von Kaiser Ludwig dem Frommen. 1360 wurde Meppen durch den Bischof Adolf von Münster das Recht zur Stadtbefestigung verliehen und somit das Stadtrecht. Bis 1660 wurde Meppen zur Festungsstadt ausgebaut. Der Mittelalterliche Ringwall, der die Kernstadt umfasst, ist heute als Radweg und Fußweg ausgebaut.

Mitten in der Innenstadt steht das 1408 erreichtete Rathaus am alten Marktplatz, an dem auch die moderne Haupteinfkaufsstraße beginnt. An den Marktplatz grenzen das alte Zeughaus und die zwischen 1726 und 1729 erbaute Residenz, heutiger Sitz der Verwaltung und des Rektorates des Windhorstgymnasiums. Nett ist das hier. Ein wenig historisch, ein wenig modern und alles schön nahe beieinander. Gefällt mir gut, dieses Meppen.

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Von Meppen ins Borkener Paradies

Hier geht’s zum Borkener Paradies

Von unserem Stellplatz am Emsbad in Meppen brechen wir am Vormittag zu einer 16 km langen Wanderung entlang der Ems und durch den Esterfelder Forst zum „Borkener Paradies“ auf. Das 30 ha große Naturschutzgebiet liegt nordwestlich von Meppen und hat nichts mit der gleichnamigen Stadt im Münsterland zu tun. Es wird von einem Altarm der Ems umgeben und stellt eine ehemalige Hutelandschaft für Rinder, Schafe und Schweine unter Schutz, die als Allmendeweide (gemeinschaftliches Eigentum) genutzt wurde.

Das Gebiet wird heute von Auwald-, Heide- und Weideflächen geprägt. Auf den sandigen und trockenen Böden stehen alte Eichen zwischen ausgehenden Flächen von Magerrasen.

In der Mitte des Gebietes befindet sich ein Weiher mit Verlandungszonen. Um den Heidecharakter der Landschaft zu erhalten, wird das Gebiet mit Kühen und Pferden beweidet. Man sieht den Rasenflächen an, dass es auch hier lange nicht mehr geregnet hat. Alles ganz schön vertrocknet.

Wir sind an diesem Vormittag alleine im Naturschutzgebiet unterwegs. Es ist wirklich unheimlich schön und idyllisch hier. Den Namen „Paradies“ hat sich dieser kleiner Flecken uralter Natur- und Kulturlandschaft wirklich verdient.  Aber auch der Rest des Weges entlang der Ems und durch den Wald macht bei diesem bei herrlichem Sommerwetter richtig Spaß. Eine ganz tolle Tour!

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Schloss Clemenswerth

Schloss Clemenswerth

Von Cloppenberg machen wir uns früh am Morgen auf den Weg in Richtung Meppen. Auf halber Strecke steuern wir zunächst das Schloss Clemenswerth in Sögel an. Die sehenswerte Anlage gehört zu den Hauptwerken des westfälisch geprägten Barock und wurde zwischen 1737 und 1747 für Clemens August I. von Bayern als Jagdsitz errichtet. Sie besteht aus einem zentralen Hauptschloss, das von acht Pavillons umgeben wird.

Die Gesamtanlage des Jagdwalds hat aus der Luft betrachtet die Form einer Glocke. Die Spitze ist auf die Gemeinde Sögel gerichtet, am gegenüberliegenden Ende befinden sich drei durch Gräben verbundene Teiche.

Das eigentliche Schloss ist ein zentraler, achteckiger Pavillon mit einem nahezu kreuzförmigen Grundriss. Es beherbergt die Gesellschaftssäle, wobei vier Arme mit Kabinetten und dem Treppenhaus aus dem Grundkörper hinaus ragen.

Die Innenausstattung und der Bauschmuck an dem aus Backstein errichteten Bauwerk nimmt Bezug auf das Thema der Jagd. Die Fenster sind so angeordnet, dass sie in die acht Sichtschneisen der Außenanlage hinausführen.

Wir haben schon viele Schlösser im Münsterland und im Emsland besucht, aber eine derartige Anlage mit dieser Symmetrie und Betonung von Repräsentation und Jagd haben wir noch nirgendwo gesehen. Wirklich etwas ganz Besonderes!

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Stadtspaziergang durch Cloppenburg

Das Amtsgericht Cloppenburg

Nach unserem Besuch im Niedersächsischen Freilichtmuseum laufe ich mit Doxi ins Zentrum von Cloppenburg. Ich bin auf der Suche nach sehenswerten historischen Gebäuden, werde aber nicht so richtig fündig. Die Kreisstadt im Oldenburger Münsterland zwischen Osnabrück und Oldenburg verfügt zwar über eine große Einkaufsstraße, auf der viele bekannte Marken und Warenhäuser vertreten sind, einen historischen Ortskern oder eine Altstadt gibt es jedoch nicht.

Als einziges prächtiges und historisches Gebäude begegnet mir das 1909 errichtete Amtsgericht auf dem Gelände der früheren Cloppenburg, Die Burg ging auf einen Hof zurück, den Graf Otto III. von Tecklenburg um 1297 errichten ließ. Im Jahr 1400 kam die Anlage in den Besitz des Bischofs Otto von Münster, der die Burg ausbauen und erweitern ließ. Doch im Jahre 1716 suchte ein großer Stadtbrand Cloppenburg heim, bei dem auch die Burg unterging.

Eine ausgesprochene architektonische Perle ist Cloppenburg also nicht. Vielleicht ist der Wohnmobil-Stellplatz am Freilichtmuseum auch deshalb kostenlos. Aber zumindest das Freilichtmuseum ist absolut sehenswert.

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Im niedersächsischen Freilichtmuseum

Die Hofanlage Haake mit einer Kappenwindmühle im Hintergrund

Ich bin auf dem Rückweg von der Ostfriesischen Nordseeküste ins Rheinland. Als erstes mache ich am Museumsdorf Cloppenburg halt. Das Niedersächsische Freilichtmuseum ist eines der ältesten Freilichtmuseen Deutschlands und das meistbesuchte Museum in Niedersachsen. Es hat sich zur Aufgabe gemacht, die ländlichen Baudenkmäler des Bundeslandes zu erforschen und in Beispielen originalgetreu zu dokumentieren.

Auf dem 20 ha großen Gelände stehen drei Mühlen sowie zahlreiche Höfe, Scheunen, Lagerhäuser und Werkstätten – insgesamt rund 50 historische Gebäude mit den zugehörigen bäuerlichen Gärten. Sie zeigen die Geschichte des ländlichen Raumes Niedersachsens vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. In einer Dauerausstellung werden außerdem mechanische Uhren aus dieser Zeit, schmuckvolle Möbel und Trachten gezeigt

Da ich mit Doxi früh dran bin, haben wir das Muesumsgelände in der ersten Stunde unseres Besuches fast für uns alleine. Ich finde es sehr interessant, durch das Gelände zu laufen und in die vollständig rekonstruierten Gebäude mit ihren Küchen, Kammern, Schlafräumen, Ställen und „guten Stuben“ zu schauen. Eine Besuch, der sich absolut gelohnt hat.

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Richtig fette Landmaschinen

Na, das ist doch mal ein ordentiches Landgerät: Der Moorpflug Oldenburg

In der Dr. Helmut-Ottenjann-Ausstellungshalle neben dem Eingang zum Museumsdorf Cloppenburg werden Landmaschinen aus zwei Jahrhunderten ausgestellt. Sie spannen einen Bogen von der vorindustriellen ländlichen Gesellschaft in die Zeit, als die Mechanisierung das Leben der Menschen auf dem Lande zunehmend zu bestimmen begann.

Vor 130 Jahren war in der Weser-Ems-Region noch rund die Hälfte der Menschen in der Landwirtschaft tätig – heute gilt dies nur noch für rund drei Prozent der Einwohner. Die Ausstellung zeigt den Landwirt im Spannungsfeld zwschen Beharrungsvermögen und dem Zwang zur Rationalisierung. Unter den Exponate bbefinden sich einige kurios und altertümlich wirkende Geräte. Für Fans von alten Traktoren und Landmaschinen ein absolutes Muss.

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Allein im Watt

Doxi draußen im Watt mit Stöckchen.

Heute Abend war ich nach der Yogastunde und dem Abendessen im Hause Yoga Vidya noch mit Doxi im Watt vor Schillig. Als wir den Strand erreichten, war es bereits nach acht und niemand mehr draußen im Watt unterwegs.

Es war drei Stunden vor dem Höhepunkt der Ebbe, und das Meer hatte sich bereits fast einen Kilometer vom Strand zurückgezogen. Dadurch konnten wir ganz weit rauslaufen. Ich hatte extra einen Stock mitgebracht, damit Doxi schön durch das Watt und entlang der Wasserlinie sprinten und sich richtig austoben konnte.

Wir sind erst ein Stück entlang der Wasserlinie nach Süden gelaufen, in Richtung Hooksiel. Anschließend ging es zurück und dann noch ein Stück weiter in nördlicher Richtung auf das Minsener Oog zu. Mehrmals stellten sich uns Priele in den Weg, doch die zu durchwaten war kein Problem.

An vielen Stellen, die gerade trocken gefallen waren, spritzten ganz kleine Fontänen aus dem Sand, jeweils kaum mehr als zwei oder drei Zentimeter hoch, doch das in großer Zahl. Ich nehme an, das waren Muscheln im Sand, die einen Rest Wasser ausgespuckt haben. Das sah auf jeden Fall ganz putzig aus.

Der Abend war lau und das Licht der untergehenden Sonne durch die Wolken sehr ausdrucksstark. Doxi hat sich nach ihren Ausflügen ins Meer immer wieder schön im Sand gewälzt, sodass ich sie bei unserer Rückkehr an den Strand erst einmal ordentlich abspritzen musste.

Wahnsinn, welche Mengen an Sand aus ihrem Fell hinaus quollen. Und das war längst noch nicht alles, wie ich am nächsten Morgen im Wohnmobil feststellen durfte. Denn der Rest des Sandes hatte sich schön auf Doxis Unterlage verteilt.

Auf jeden Fall ein ganz wunderbarer Spaziergang und ein tolles Naturerlebnis so allein weit draußen im Watt. Das machen wir bei userem nächsten Besuch in Schillig sicher wieder.

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Fußmarsch zur Minsener Oog

Am Horizont: Das Minsener Oog. Davor das Watt. Da müssen wir durch.

Heute bin ich mit meinem Freund, dem Wattführer Wolfgang Gedat, von Schillig durch das Watt zur Minsener Oog gelaufen. Wolfgangs „Watthund“ Nemo und meine Doxi waren auch dabei.

Die Minsener Oog ist die östlichste der Ostfriesischen Inseln. Sie liegt knapp zwei Kilometer südöstlich von Wangerooge, von der sie durch die Strömungsrinne Blaue Balje getrennt ist. Vom Festland ist sie nur rund drei Kilometer entfernt. Doch weil man schlecht auf direktem Weg hinüber laufen kann, sind es pro Strecke von Schillig rund 5,5 Kilometer.

Die Insel ist unbewohnt und als Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Lediglich zwei Naturschützer verbringen die Zeit von März bis Oktober auf der Insel. Sie zählen die verschiedenen Arten von Brutvögeln und achten darauf, dass keine Wanderer oder Skipper die Insel betreten.

Um von Schillig zur Minsener Oog zu gelangen, müssen wir mehrere Priele durchqueren. Deren Wasserstand und Strömungsgeschwindigkeit ist vom jeweiligen Tidenstand und der Windrichtung abhängig. Die meisten dieser Priele sind harmlos. Nur der letzte unmittelbar vor der Insel hat es in sich. Er ist der tiefste und auch schlecht einsehbar, weil voller Schlick. Man weiß deshalb nie genau, wie tief der matschige Grund gerade ist.

Wolgang Gedat geht voraus und steckt schon nach wenigen Metern bis zum Gesäß im Wasser. Mit wird etwas unwohl, aber da müssen wir jetzt durch. Doxi ziert sich, dabei kann sie doch schwimmen. Ich sinke mit jedem Schritt tiefer in das trübe Wasser und bin froh, als wir doch ziemlich durchnässt auf der anderen Seite angekommen sind.

Schon von weitem haben wir den Vogelwärter Rolf wahrgenommen, der uns mit dem Fernglas beobachtet. Wolfgang und Rolf schnacken ein wenig, bevor wir von den Randdünen einen Blick auf das Innere der Insel werfen. Überall sind im Gras brütende Möwen und andere Vögel zu sehen. In der Luft ihre Partner, die kommen und gehen, um Futter zu bringen. Es liegt ein ganz schönes Geschrei in der Luft.

Lange können wir nicht auf der Minsener Oog bleiben, denn die Flut läuft bereits. Der letzte Priel vor der Insel ist seit unserer ersten Passage bereits deutlich angeschwollen. Diesmal geht uns das Wasser bereits bis zu den Hüften und der Strömungsdruck hat enorm zugenommen, was die Querung zu einem echten kleinen Abenteuer macht. Aber wir kommen unbeschadet durch.

Nach rund viereinhalb Stunden erreichen wir schließlich wieder unseren Startpunkt am Haus von Wolfgang gleich hinter dem Deich in Schillig. Ich bin ganz ergriffen von der Schönheit und Unberührtheit des Minsener Oogs und von der aufregenden Durchquerung das schlammigen Priels. Das war wirklich eine tolle und aufregende Tour, die mir sicher noch lange  in Erinnerung bleiben wird.

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Nächster Halt Wangerooge

Am Horizont Wangerooge. Rechts die markierte Fahrrinne für die Fährschiffe-

Auf unserer Fahrradtour nach Carolinensiel machen wir auch einen Abstecher in den nur rund tausend Meter entfernten Badeort Harlesiel an der Mündung der Harle in die Nordsee. Im Hafen legen die Fähren zur ostfriesischen Insel Wangerooge ab. Am großen PKW-Parkplatz endet auch die Bundesstraße 461.

Der Ort entstand zwischen 1953 und 1956, als man nördlich der alten Schleuse von Carolinensiel eine neue Hafen- und Sielanlage baute. Später entstand neben dem Fähranleger ein Campingplatz, ein Meerwasserfreibad und ein beliebter Badestrand.

Hunde sind dort nur in einem kleinen Abschnitt direkt an der Fahrrinne Richtung Wangerooge erlaubt. Aber das eröffnet uns immerhin einen Blick auf die ein- und auslaufenden Schiffe. Am Horizont zeichnet sich in wenigen Kilometern Entfernung die beliebte Urlaubsinsel ab. Den Westturm als höchste Erhebung der Insel kann man vom Strand aus gut erkennen. Ein wenig surreal sieht das aus.

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Auf nach Carolinensiel

Am Museumshafen von Carolinensiel. Hier fließt die Harle Richtung Meer.

Ich bin weiterhin auf Yoga-Ferien bei Yoga Vidja in Horumersiel. Zwischen den verschiedenen Yoga-Aktivitäten ist Mittags von 12:00 bis 16:00 Freizeit. Die nutze ich heute für eine Fahrradtour mit Doxi in das rund zwanzig Kilometer entfernte Carolinensiel.

Zunächst kommen wir an der alten Stumpenser Mühle vorbei, dann geht es nach Minsen, wo wir der Minsener Meerjungfrau unsere Aufwartung machen. Anschließend fahren wir fast 15 Kilometer immer Richtung Westen am Deich entlang, nur leider auf der Binnenseite, also ohne Blick aufs Meer.

Wo heute Carolinensiel liegt, befand sich noch im Mittelalter ein Ausläufer der Nordsee an der Mündung der Harle. Um 1500 begann man mit der systematischen Landgewinnung durch Eindeichung. So wurde der Nordsee neues fruchtbares Marschland abgerungen.

Um 1730 wurde dann das Fischerdorf Carolinensiel gegründet, dessen Name auf die Gemahlin des Ortsgründers Georg Albrecht von Ostfriesland zurückgeht.

Aufgrund seiner geschützten Lage entwickelte sich Carolinensiel schnell zum wichtigsten Hafen im nördlichen Ostfriesland. Nach dem Bau des neuen Deichs und der Friedrichsschleuse im Jahr 1765 war er als einziger ostfriesischer Sielhafen nicht mehr direkt dem Meer ausgesetzt und vor Sturmfluten geschützt.

Heute erinnert das Deutsche Seehafenmuseum und der Alte Hafen in Carolinensiel an diese goldene Zeit, als Schiffe von hier die Nord- und Ostsee und sogar den Atlantik befuhren. Ein hübscher kleiner Ort.

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Abends in Horumersiel

Es ist Ebee: Botte im Hafen von Horumersiel

Ich bin mal wieder für ein paar Tage mit Doxi und dem Wohnmobil auf Yoga-Ferien an der Ostfriesischen Nordseeküste bei Yoga Vidya in Horumersiel. Der Tag ist gut mit Yoga, Meditation und Satsang ausgefüllt, aber dazwischen kümmere ich mich um Doxi. Wir gehen spazieren, fahren mit Rad und Hundeanhänger durch die Gegend oder genießen das Meer am Hundestrand von Schillig.

Die Sommersonnenwende liegt erst eine Woche zurück, da ist es abends noch richtig lange hell. Hier an der Küste sogar noch mal fast eine halbe Stunde länger als bei uns im Rheinland.

Heute bin ich nach Abschluss des Abend-Satsangs (Meditation und Gebet) um 21:30 noch mit Doxi an den Deich bei Horumersiel geradelt. Auf dem Weg dortin haben wir in der Ortsmitte des beliebten Feriendorfes halt gemacht, damit Doxi am Dorfbrunnen ordentlich trinken kann. Denn das liebt sie!

Anschließend sind wir zum Hafen gefahren, wo sich auch der Womo-Stellplatz befindet, und von dort auf den Fahrradweg an der Seeseite unterhalb des Deiches eingebogen. Tagsüber sind hier so viele Spaziergänger und Fahrradfahrer unterwegs, dass ich Doxi gar nicht frei laufen lassen kann.

Doch so spät am Abend haben wir den schönen Küstenweg fast für uns alleine. Die Luft ist angenehm mild und der Horizont über dem Wattenmeer leuchtet in der untergehenden Sonne in zartestem Rosa. Herrlich ist das!

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Unkeler Dreisprung 2012

Doxi beim Abstieg entlang des Hähnerbachs durch die Unkeler Schweiz

Puh, das war anstrengend: Unsere letzte Wanderung in Unkel sollte mit 24 Kilometern auch die längste werden. Wir folgten dabei dem Unkeler Dreisprung von 2012 hinauf zum gut zehn Kilometer entfernten Arsberg.

Gleich hinter dem Ortsausgang geht es steil den Leidenberg hoch bis zum Bruchhausener Plateau. Wir passieren den Haanhof und steigen dahinter durch alte Buchen- und Eichenbestände langsam nach Rheinbreitbach hinab.

Ab jetzt geht es stetig bergauf, zunächst am stillgelegten Naturfreibad vorbei und dann zur alten Ziegelei. Der Wald wird dichter und urwüchsiger. Nach einem langen Anstieg erreichen wird die Reste einer V1-Abschussrampe aus dem Zweiten Weltkrieg und kurz dahinter das „Auge Gottes“, einen Bildstock, der um 1890 errichtet wurde.

Der nächste Anstieg bringt uns zum höchsten Punkt der Tour. Es geht einmal um den Arsberg herum und an einem der beiden Seen vorbei, die nach dem Ende des Basaltabbaus am Arsberg entstanden sind. Ganz still und verwunschen liegt der teilweise zugewachsene See da. Doxi lässt es sich natürlich nicht nehmen, erst einmal die Qualität des glasklaren Seewassers zu testen.

Es folgt ein langer Abstieg zu einem Waldparkplatz an der L252 und von dort wieder leicht ansteigend um den Allerscheid ins Tetzelbachtal. Bald darauf erreichen wir die Grillhütte St. Laurentius am Waldrand, die einen Ausblick weit in die Eifel hinein bietet.

Dem Weg durch die Felder folgend, geht es vorbei am Wallfahrtsort Bruchhausen. Bevor wir ins Hähnerbachtal hinabsteigen, labe ich mich an einem großen Kirschbaum auf öffentlicher Fläche. Die Hälfte der Kirschen sind  von Vögeln angefressen oder schon verfault, aber der Rest schmeckt einfach wunderbar. Eine köstliche Stärkung.

Dann folgen wir dem idyllischen Bachlauf des Hähnerbachs durch die Unkeler Schweiz. Kurz vor dem Ortsrand  passieren wir den Unkeler Wasserfall und erreichen bald darauf nach sechs Stunden wieder unseren Womo-Stellplatz im Ortszentrum von Unkel.

Gut 80 Kilometer sind wir in den vergangenen vier Tagen rund um Unkel gewandert. Schön war das, aber ich glaube, jetzt habe ich erst einmal genug geunkelt 🙂

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Mit dem Fahrrad nach Bad Honnef

Historische Häuser am Alten Markt von Bad Honnef gegenüber der Kirche St. Johann Baptist

Heute ist das Auftaktspiel der Deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Fußball-WM in Russland.  Während ich im Radio das glücklose Spiel gegen Mexiko verfolge, radele ich mit Doxi im Fahrradanhänger von Unkel nach Bad Honnef. Unterwegs ist erstaunlich wenig los, vermutlich weil die meisten Menschen zu dieser Stunde vor dem Fernseher sitzen.

Bad Honnef liegt am rechten Rheinufer zwischen Königswinter und Rheinbreitbach am Fuße des Siebengebirges. Dort beginnt des Übergangs vom Mittelrhein zum Niederrhein. Alexander von Humboldt hat die Kurstadt aufgrund ihres ganzjährigen milden Klimas einst als „rheinisches Nizza“  gerühmt. Doch damit enden die Parallelen mit der mondänen französischen Hafenstadt auch schon.

Ich will mir die Altstadt von Bad Honnef anschauen, die auf einem Hügel oberhalb des Rheins liegt und sich rund um die Kirche St. Baptist erstreckt. Um mit Doxi im Schlepptau vom Rheinuferweg dort hinauf zu kommen, muss ich mich ganz schön in die Pedale werfen, da hilft auch der Motor meines Pedelecs nur sehr bedingt.

An der Kirche angekommen, stelle ich das Fahrrad ab und drehe mit Doxi eine Runde durch die Altstadt. Abseits des Marktplatzes an der Kirche sind nur wenige historische Häuser erhalten.  Die Fußgängerzone dominieren Bauten, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind. Ein wahre Schmuckstück ist diese Altstadt im Vergleich zu den umliegenden Gemeinden nicht, aber trotzdem finde ich es interessant, das alles einmal gesehen zu haben.

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Unkeler Dreisprung 2014

Blick hinunter nach Unkel. In der Mitte der Astgabel geht der Blick zu unserem Womo-Stellplatz.

Unser dritter Tag in Unkel. Heute sind wir den Unkeler Dreisprung von 2014 gelaufen. Auf einer Länge von 19 Kilometern bei 500 Höhenmetern ging es wieder durch das Waldgebiet östlich von Unkel, allerdings auf ganz anderen Wegen und Pfaden als gestern beim Unkeler Dreisprung von 2016 .

Wir starten mit einem strammen Anstieg hinauf zum 140 Meter hohen Stuxberg. Dort genießen wir die Aussicht nach Remagen zur Apollinariskirche, zum Rolandsbogen und hinunter nach Unkel, wo wir auch unser Womo auf dem Stellplatz sehen.

Weiter geht es durch den von Vogelgesang erfüllten Wald Richtung Orsberg und dann Richtung Bruchhausen. Bald laufen wir auf schmalen Pfaden hinab in das Tal des Kasbaches. Wir folgen dem malerischen Bach bergan und kreuzen mehrmals die Gleise der historischen Kasbachtalbahn.

Nach einem Anstieg durch den Wald erreichen wir die Feldflächen rund um Bruchhausen. Eine Schleife durch den angrenzenden Wald führt uns zur Laurentius Grillhütte, die wir jedoch links liegen lassen.

Statt dessen folgen wir einem Weg unterhalb der Stromtrasse in nördlicher Richtung bis zu einer kleinen Schutzhütte und biegen dann auf einen schmalen Pfad ein, der uns zum höchsten Punkt der Wanderung in die Nähe des Eischeiderkopfes bringt.

Anschließend laufen wir auf einem dicht bewachsenen Rückeweg wieder ins Tal Richtung Rheinbreitbach. Bald steigt der Weg erneut an und führt uns zurück in die Gemarkung Eischeid zu der Schutzhütte, an der wir schon einmal abgebogen sind.

Nun folgen wir dem Weg und streifen den Orstrand von Bruchhausen,. Vorbei am Soldatenfriedhof und über den Haanhof erreichen wir die Talkante oberhalb von Scheuren. Steil bergab durchs „Katzenloch“ geht es durch Scheuren und zurück nach Unkel, wo wir nach fünf Stunden wieder an unserem Womo-Stellplatz eintreffen.

Das war wieder eine sehr schöne Tour bei perfektem Wanderwetter: 20 Grad und teils Sonne, teils Wolken. Für morgen habe ich mir den Unkeler Dreisprung von 2102 vorgenommen, mit 24 Kilometern eine der längsten dieser Touren bislang. Ich vermute, anschließend haben wir auch erst einmal genug vom Unkeler Wald, aber mal sehen …

( MITI / )