Rauf auf den Puig de Santueri

Rauf auf den Puig de Santueri
Felanitx (Mallorca), 16. September 2018

Hier geh es hinauf

Im Südosten von Mallorca erhebt sich ein kleiner Bergzug mit mehreren Gipfeln aus der flachen Küstenlandschaft.

Die beiden markantesten Erhebungen sind der „Puig des Mila“ mit dem Kloster Sant Salvador (510 Meter ü.N.N.) und der Tafelberg „Puig de Santueri“ (410 Meter ü.N.N.). Auf dessen abgeflachter Spitze thront die frühmittelalterliche Festung „Castell de Santueri“, die erst seit wenigen Jahren wieder zugänglich ist. Dorthin sind wir heute hinaufgewandert.

Vom Felsplateau auf der Bergspitze hat man einen fantastischen Blick über nahezu ein Drittel der gesamten Inselfläche. Man blickt bis zur Südspitze von Mallorca und zur Insel Cabrera, zur Inselmitte mit dem Berg Randa und nach Norden in Richtung der Berge von Arta. Südlich und östlich sind an der Küste deutlich die Orte Colonia de Sant Jordi, Porto Pedro, Cala D’or, Portcolom, Calles de Mallorca und weitere Siedlungen auszumachen.

Bereits in römischer Zeit (nach 123 v. Chr.) wurde auf dem Bergrücken eine Festung errichtet. Nach der islamischen Eroberung Mallorcas durch das Emirat von Córdoba (902 n. Chr.) war der Berggipfel ebenfalls mit einer Festung gesichert. Es gab dort oben genügend Trinkwasser und sogar Ackerflächen für die Versorgung der maurischen Besatzung.

Diese leistete bei der spanischen Rückeroberung Mallorcas (Reconquista) ab 1229 durch Jakob I. von Aragon mehr als ein Jahr Widerstand, bevor die Festung fiel und nahezu vollständig geschleift wurde. Auf den Überresten dieser Höhenburg wurde im 14. Jahrhundert durch die spanische Krone eine neue Festung errichtet, die u. a. dem Schutz vor Überfällen durch Piraten und türkischen Flotten diente. Seit dem 18. Jahrhundert verfiel die Festung.

Von der aus weißem Kalkstein errichteten Kastellburg sind einige Teile wie Umfassungsmauern und Türme erhalten, die einen Eindruck von der früheren Größe der Anlage vermitteln. Wir erfreuen uns nicht nur an den tollen Ausblicken in die Landschaft, sondern auch an den zahlreichen großen Schmetterlingen, die dort oben unterwegs sind. Es ist nicht ganz einfach, die „zappeligen“ Falter mit der Kamera festzuhalten, siehe unten.

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Die Stauseen von Mallorca

Die Stauseen von Mallorca
Serra de Tramuntana (Mallorca), 12. September 2018

Blick auf den halb gefüllten Cuber-Stausee

Zu den schönsten Stellen im Tramuntana Gebirge, das die gesamte Nordflanke der Insel durchzieht, gehört die Region um die beiden Stauseen Gorg Blau und Cuber. Hier sind wir heute unterwegs.

Da ich mir beim Einlaufen meiner neuen Joggingschuhe blutende Fersen eingefangen habe, reicht es heute leider nicht zu einer längeren Wanderung – wohl aber zu einem kleinen Spaziergang durch die herrliche Landschaft.

Die beiden Stauseen liegen nur wenige Kilometer voneinander entfernt im Gemeindegebiet von Escorca. Sie dienen als Unterstützung der Trinkwasserversorgung für den Großraum Palma. Sind die Seen nach den Niederschlägen des Winters nicht fast vollständig gefüllt, sind Versorgungsprobleme in der nachfolgenden Touristensaison vorprogrammiert.

Der größere und höher gelegene der beiden Seen ist der Gorg Blau. Westlich des Sees erhebt sich der höchste Gipfel von Mallorca, der Puig Major. Südwestlich vom Gorg Blau liegt mit dem Cúber der zweite Stausee. Über ihn wird auch das Wasser des Gorg Blau in Richtung Palma abgeleitet.

Die Umgebung des Cuber ist eingezäunt und wird von Eseln, Schafen und Kühen beweidet. Am Rande des Sees führen öffentliche Wanderwege entlang. Auch der berühmte GR221 passiert den See.

Parallel zu den Seen führt die Landstraße von Pollenca nach Soller durch das Gebirge. Immer wieder bieten sich fantastische Ausblicke über die Berge und hinunter zum Meer. Eine herrliche Strecke, die auch von zahlreichen Rennradfahrern genutzt wird.

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Im Kloster Lluc

Im Kloster Lluc
Lluc / Escorca (Mallorca), 11. September 2018

Blick auf das Kloster Lluc in den Bergen der Serra de Tramuntana (Foto Defisch | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

So oft schon war ich auf Mallorca, aber noch nie im berühmten Kloster Lluc, das gar kein Kloster ist, wie ich jetzt gelernt habe, sondern eine Marien-Wallfahrtsstätte. Und es leben auch keine Mönche dort, sondern Padres, die die Anlage und ihre zahlreichen Besucher betreuen.

Der offizielle Name lautet Santuari de Santa Maria de Lluc “ (Heiligtum der Heiligen Maria von Lluc) . Im Zentrum der Anlage steht eine prunkvoll ausgestattete Wallfahrtskirche (Basilika) von 1691, in der die „Gottesmutter von Lluc“ in Form einer Schwarzen Madonnenstatue verehrt wird.

Die Anlage befindet sich 34 Kilometer nordöstlich von Palma auf 525 Metern Höhe über dem Meeresspiegel in einem Talkessel des Tramuntana-Gebirges in der Gemeinde Escorca. Sie ist von mehreren über 1.000 Meter hohen Bergen umgeben.

Um dorthin zu gelangen, muss man auf schmalen Straßen zahlreiche Steigungen und enge Kurven überwinden.

Das Hauptgebäude des Santuari besteht aus mehreren Flügeln, in denen ein Gymnasium mit Internat, ein Museum, eine Herberge, die Gemeindeverwaltung von Escorca sowie die Wallfahrtskirche untergebracht sind.

Im Kloster Lluc

Die helige Maria von Lluc (Foto H. Zell | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Die Gründungslegende von Lluc geht auf das Jahr 1229 zurück. Kurz nach der christlichen Rückeroberung der Insel soll ein Hirtenjunge namens Lluc („Lukas“), eine dunkle Marienstatue zwischen den Felsen am Ufer des Baches hinter der heutigen Sakristei des Santuari gefunden haben. Die Figur wurde noch am selben Tag in die Pfarrkirche von Escorca gebracht, war jedoch am nächsten Morgen verschwunden.

Man entdeckte sie an der Stelle ihres ursprünglichen Fundortes und brachte sie erneut nach Escorca. Am nächsten Tag wiederholte sich der Vorgang. Daraufhin entschlosssich der Gemeindepfarrer, dem Standbild der Gottesmutter Maria an ihrem Fundort eine kleine Kapelle zu errichten. So entstand die Pilgerstätte, die im Laufe der folgenden Jahrhunderte zu einer immer größeren Einrichtung ausgebaut wurde.

Heute besuchen jedes Jahr mehr als eine Million Menschen das Santuari de Lluc. Wir haben Glück, dass wir erst am späten Nachmittag eintreffen. Die meisten Tagesgäste haben die Anlage zu diesem Zeitpunkt bereits wieder verlassen, und so können wir uns dort ungestört von den ganz großen Menschenmassen umschauen. Ich freue mich, diesen berühmten Ort endlich einmal kennengelernt zu haben.

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Im Tal der jungen Sülz

Im Tal der jungen Sülz
Dohrgaul, 5. September 2018

Überquerung der beinahe zugewachsenen Sülz bei Leiberg. Links und rechts des Flusses: Kuhweiden.

Als Abschluss unserer spätsommerlichen Wandertage geht es heute ins Bergische Land. Südöstlich von Wipperfürth starten wir im kleinen Ort Dohrgaul zu einer 12 Kilometer langen Wanderung entlang der jungen Sülz.

Doch bis wir zur Sülz gelangen, müssen wir erst einmal mehrere Höhen östlich von Dohrgaul erklimmen. Bei warmen Temperaturen und starker Sonneneinstrahlung geht es über kleine Asphaltstraßen. Die Aussichten in die Landschaft sind lieblich, aber etwas Schatten würde durchaus gut tun.

Den bekommen wir, als wir durch eine Laubensiedlung zur Schnipperinger Mühle hinabsteigen und dort auf das Tal der noch jungen Sülz treffen. Die Sülz ist ein 25 km langer rechter Nebenfluss der Agger. An dieser Stelle ist sie noch ein Bach, der sich mäandernd durch ein ruhiges Tal mit Wald und Kuhweiden zieht.

Doxi lässt es sich natürlich nicht nehmen, erst einmal die Wasserqualität der Sülz zu testen. Wir folgen dem Bach für einige Kilometer in westlicher Richtung, bevor wir nach Norden abdrehen und über mehrere Höhen wieder auf Dohrgaul zusteuern. Nach knapp drei Stunden erreichen wir schließlich wieder unseren Startpunkt.

Zehn Wandertage, in denen wir in der Eifel, im Ruhrgebiet, an der Mosel, in Holland, Belgien und Luxemburg unterwegs waren, gehen damit zu Ende. Einige der Touren waren durchaus anstrengend. Jetzt freue ich mich auf ein paar ruhige Tage auf Mallorca.

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Am Duivelsberg bei Nimwegen

Am Duivelsberg bei Nimwegen
Berg en Dal, 4. September 2018

Im Wald am Duivelsberg

Holland überall ganz flach? Von wegen! Heute war ich mit Doxi nahe der Deutsch-Niederländischen Grenze bei Nimwegen unterwegs. Wir sind der beliebten Wanderroute N70 gefolgt.

Auf einer Strecke von 14 Kilomentern haben wir dabei nicht weniger als 300 Höhenmeter überwunden, größtenteils im Wald. Nach dem vorangegangenen Regen war es im dichten Laubwald subtropisch warm und feucht. Schon nach der ersten Hälfte der Strecke waren meine Oberteile beinahe komplett durchgeschwitzt.

Die angrenzende Gemeinde am Südrand von Nimwegen heißt nicht umsonst „Berg en dal“ – Berg und Tal.

Über 8 „Berge“ mit schönen Namen wie Boterberg, Sterrenberg und Duivelsberg geht es bei der Tour ständig auf und ab. Im Osten fällt der Wald steil ab und geht in die flache Landschaft des Niederrheins über.

Der Duivelsberg hieß ursprünglich Wylerberg und gehörte zu der angrenzenden deutschen Gemeinde Wyler. Das Gebiet wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch die britische Militärverwaltung unter niederländische Verwaltung gestellt und 1963 endgültig niederländisches Staatsgebiet.

Die Gemeinden am Wald waren seit Beginn des 20. Jahrhunderts privilegiertes Wohngebiet für reichte Städter. Immer wieder begegnen uns auf dieser Wanderung prächtige, meist gut erhaltene Villen.  Eine faszinierende Tour.

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Im Nordsternpark Gelsenkirchen

Im Nordsternpark Gelsenkirchen
Gelsenkirchen, 3. September 2018

Wahrzeichen des Nordsternparks: Die Doppelbogenbrücke über den Rhein-Herne-Kanal

Nach unserer langen und anstrengenden Stadtwanderung in Luxemburg gestern habe ich für heute eine etwas kürzere Wanderung im Ruhrgebiet heraus gesucht: Wir wandern durch den Nordsternpark bei Gelsenkrichen zur Schurenbachhalde.

Der Nordsternpark ist ein Landschaftspark auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Nordstern in Gelsenkirchen. Er verbindet die Stadtteile Horst und Heßler und wird vom Rhein-Herne-Kanal sowie der alten Emscher geteilt.

Die Umwandlung des Geländes in eine großzügige Parklandschaft begann nach der Stilllegung der Zeche Nordstern im Jahre 1993. Der Park ist in das European Garden Heritage Network und die Route der Industriekultur eingebunden. 1997 fand hier die Bundesgartenschau statt. 

Markantes Wahrzeichen am Rande des Parks sind die Fördertürme der Schächte 1 und 2 der ehemaligen Zeche Nordstern. Schacht 2 wird seit 2010 von der weithin sichtbaren Skulptur „Herkules“ des  Künstlers Markus Lüpertz gekrönt. Die Statue mit einem überdimensional großen Kopf ist 18 Meter hoch. Sie besitzt blaue, aufgesprühte Haare und einen roten Mund. An ihren Oberschenkel lehnt eine „Herkuleskeule“ , die auf einer Schildkröte ruht.

Unmittelbar am Rhein-Herne-Kanal befindet sich auf dem Parkgelände das Amphitheater Gelsenkirchen, in dem vornehmlich im Frühjahr und Sommer zahlreiche Veranstaltungen stattfinden. Außerdem gibt es auf dem Gelände einen Klettergarten, der vom Deutschen Alpenverein betrieben wird.

Im Nordsternpark Gelsenkirchen

Blick von der Anhähe im Nordsternpark auf die ehemalige Zeche Nordstern

Wir wandern durch den Park, an der ehemaligen Zeche vorbei und auf den Aussichtshügel, der eine schöne Übersicht über das Gelände bietet. Anschließend geht es entlang der Emscher und des Rhein-Herne-Kanals ein Stück in westlicher Richtung auf Essen zu.

An der Stadtgrenze drehen wir um und besteigen am Rande des Rhein-Herne-Kanals die rund 50 Meter hohe Schurenbachhalde, die sich bereits auf Essener Stadtgebiet befindet. Die Halde ist nach dem ab den 1970er Jahren unter ihr begrabenen Gewässer „Schurenbach“ benannt. Bis Mitte der 1990er Jahre wurde sie von der Zeche Zollverein und weiteren Steinkohlezechen zur Lagerung von Abraum genutzt. Anschließend wurde die Halde renaturiert und zum Landschaftsdenkmal umgebaut.

Auf ihrer Spitze befindet sich seit 1998 eine 15 Meter hohe Skulptur des amerikanischen Künstlers Richard Serra. Von dort hat man einen weiten Blick in das Ruhrgebiet, der heute allerdings im Dunst des vorangegangenen Regens verschwimmt.

Wir steigen von der Halde ab und wenden uns wieder dem Rhein-Herne-Kanal zu. In östlicher Richtung wandern wir zurück zu unserem Startpunkt am Nordsternpark. Keine spektakuläre Wanderung, aber dennoch interessant, das alles einmal gesehen zu haben.

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Stadtwanderung durch Luxemburg

Stadtwanderung durch Luxemburg
Luxemburg-Stadt, 2. September 2018

Blick in die Unterstadt mit dem Viertel „Grund“

Rauf und runter sind wir heute auf einer Strecke von 16 Kilometern durch Luxemburg-Stadt gelaufen. Ich bin zum ersten Mal hier und ganz begeistert über die vielen schönen Ansichten und historischen Bauten. Eigentlich wollte ich auf einem Großparkplatz am Rande der Oberstadt, dem Ville Haute, parken. Doch da findet gerade die jährliche Kirmes statt, das „Schueberfouer“.

In der Hauptstadt des Großherzogtums leben 20% der gesamten Bevölkerung.  Die Stadt ist eine der am stärksten multikulturell geprägten Hauptstädte Europas – fast 70’% der Einwohner sind Ausländer. Denn die Stadt ist ein wichtiger internationaler Finanzplatz und neben Brüssel und Straßburg Verwaltungssitz der Europäischen Union. Gesprochen wir Letzeburgisch und Deutsch, aber vielfach auch Französisch und Englisch.

Das Stadtbild wird geprägt durch das Petruss-Tal. Es ist Fußgängern vorbehalten und trennt die Oberstadt vom Bahnhofsviertel. Nach Osten hin grenzt das Alzette-Tal die Oberstadt vom Kirchberg ab. In der Bebauung sind viele Reste alter Befestigungsanlagen erhalten, denn die Stadt wurde ab dem 16. Jahrhundert zu einer der stärksten Festungen Europas ausgebaut.

Luxemburg war lange dem Herrschaftsstreben der großen europäischen Mächte unterworfen. In der Festung wechselten sich Burgunder, Spanier, Franzosen, Österreicher und dann wieder Franzosen und Preußen ab.

Nach dem Wiener Kongress von 1815 erhielt Luxemburg einen Sonderstatus als Großherzogtum. Es wurde durch den niederländischen König regiert, gehörte aber als militärisch wichtige Region offiziell dem Deutschen Bund an. Die Stadt wurde zur Bundesfestung ausgebaut und erhielt eine preußische Garnison, die erst im Jahre 1867 aufgelöst wurde.

Mehr als sechs Stunden verbringen wir in der Stadt. Am Ende bin ich fast ein wenig ermattet von den vielen Eindrücken. Und ich bin sicher: Hier war ich zwar zum ersten, aber sicher nicht zum letzten Mal. Jetzt bin ich ein Fan von Luxemburg.

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Kunst- und Kulturstadt Luxemburg

Kunst- und Kulturstadt Luxemburg
Luxemburg-Stadt, 2. September 2018

Die Philharmonie Luxembourg als Spiegelbild in den Fenstern der Luxemburger Messe

Bei meiner Stadtwanderung durch Luxemburg begegnen mir auffallend viele Museen und Kunstobjekte im öffentlichen Raum.

Das bedeutendste Museum ist das Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean auf dem Kirchberg-Plateau. Dort wird Kunst der Moderne gezeigt. Direkt daneben ist das Festungsmuseum der Stadt Luxemburg ist in einem renovierten und teils neu errichteten Abschnitt des Fort Thüngen (luxemburgisch: Dräi Eechelen) untergebracht.

Die Villa Vauban – das Musée d’Art de la Ville de Luxembourg – ist die Kunstgalerie der Stadt. Sie zeigt Werke von holländischen und flämischen Künstlern aus den 17. und 18. Jahrhundert sowie von französischen, belgischen, italienischen, deutschen und Schweizer Malern aus dem 19. Jahrhundert.

Ein modernes architektonisches Highlight ist die Philharmonie Luxembourg, ebenfalls auf dem Kirchberg. Ein wirklich beeindruckender Bau, wie ich finde.

 

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Ein Tag mit Sinok #2

Ein Tag mit Sinok #2
Büttgen, 1. September 2018

Sinok (links) und Doxi (rechts)

Zwei Jahre ist es her, dass wir den feinen Sinok unserer Freunde Clemens und Sabine schon einmal zum „Hundesitting“ übernommen haben. Damals war er fast noch ein Junghund.  Jetzt ist er wieder da und mit mehr als zweieinhalb Jahren beinahe ausgewachsen.

Damit Doxi ob der Präsenz eines Rüden in ihrem Revier nicht so rumzickt, hatten wir die Beiden bereits ein paar Tage vorher zusammengebracht. Da war Doxi tatsächlich zunächst ganz schön knurrig, aber heute war es dann schon kein Problem mehr.

Sinok ist wirklich ein ganz süßer und lieber Bursche mit richtig viel Kraft. Als ich im Garten Yoga gemacht habe, hat er sich gleich neben meine Matte gelegt. Plötzlich hatte ich seinen großen Kopf auf meiner Brust. Das war soooo herzig!

Ich habe zwischendurch immer wieder mit den beiden Hunden im Garten gespielt. Am Nachmittag ist es Sinok dann aber doch irgendwie langweilig geworden. Oder vielleicht hatte er auch Heimweh. Auf jeden Fall ist er durch den Gartenzaun geschlüpft und stand quietschend vor der Garage der Nachbarn, weil er nicht mehr zurück kam. Ist aber nichts passiert 🙂

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Rundwanderung im mittleren Prümtal

Rundwanderung im mittleren Prümtal
Bierdorf am See (Bitburg), 30. August 2018

Doxi mitten in der Prüm, die zur Zeit wenig Wasser führt

Diese Tour in malerischer Umgebung am Stausee Bitburg und der Prüm hatte ich schon lange auf meiner Liste. Jetzt ergab sich endlich die Gelegenheit, sie zu laufen.

Fast fünf Stunden waren wir auf der 19 km langen Strecke unterwegs und haben mehr als 600 Höhenmeter überwunden. Dabei sind wir kaum jemandem begegnet.

Schroffe Felsen, dichte Wälder und lange Passagen entlang der Prüm prägen die Tour. Dazwischen kleine Siedlungen, eine Burg, ein Jagdschloss und eine Marienkapelle mit Kreuzweg. Mir hat es sehr gut gefallen, und ich glaube, Doxi auch. Nur die Anfahrt war sehr weit, aber so ist das halt manchmal.

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Auf Schloss Hamm

Auf Schloss Hamm
Hamm (Bitburg), 30. August 2018

Blick hinauf zum Schloss vom Ort

Auf unserer Wanderung durch das mittlere Prümtal haben wir mehrmals aus der Ferne das Schloss Hamm erblickt. Leider führte die Tour nicht unmittelbar am Schloss vorbei. Deshalb bin ich mit Doxi anschließend noch die knapp drei Kilometer vom Stausee Bitburg zum Schloss gelaufen. Und der Aufwand wurde belohnt, denn das Schloss ist öffentlich zugänglich.

Tatsächlich wirkt das Schloss oberhalb des Ortes Hamm eher wie eine Burg. Die Anlage thront auf einem langgestreckten Bergsporn, der an drei Seiten von der Prüm umgeben ist. Ihre Wurzeln gehen auf das 11. Jahrhundert zurück.

Das Schlossareal ist von einer Ringmauer umgeben, die überwiegend noch aus dem 14. Jahrhundert stammt und einen rund 3000 m² großen Innenhof umschließt.

Die Burg war Stammsitz der Herren von Hamm und kam über die Familie von Milburg im späten 16. Jahrhundert durch Heirat an Gerhard von der Horst,. Dieser ließ auf den mittelalterlichen Fundamenten einen Schlossartigen-Neubau im Stil der Renaissance errichten.

Nach einem tragischen Unglück 1835 gaben die damaligen Eigentümer das Schloss dem Verfall preis. 1887 übernahmen Graf Friedrich-Anton von Renesse-Breitbach das Schloss und leitete umfassende Restaurierungs- und Wiederaufbauarbeiten ein.

Ein Feuer im März 1945 zerstörte den Palas fast vollständig. Hinter der historischen Fassade befindet sich dadurch heute ein Neubau aus den 1960er Jahren. Aktueller Eigentümer ist Otto Graf von und zu Westerholt und Gysenberg, der die schöne Anlage mit seiner Familie bewirtschaftet und bewohnt.

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Zwischenstopp in Kronenburg

Zwischenstopp in Kronenburg
Kronenburg, 30. August 2018

Auf der Burgruine Kronenburg

Auf dem Rückweg von Bitburg ins Rheinland legen wir einen Zwischenstop im historischen Zentrum von Kronenburg ein. Der kleine Ort gehört zur Gemeinde Dahlem und ist vor allem für sein gut erhaltenes, mehr als 400 Jahre altes mittelalterlich geprägtes Ortsbild bekannt.

Die Siedlung gruppiert sich um die Ruine der Burg Kronenburg, die im frühen Mittelalter vom Rittergeschlecht der Edlen von Dollendorf beherrscht wurde. Unter Kaiser Karl V. kam Kronenburg im Jahre 1555 aufgrund seiner Zugehörigkeit zum Herzogtum Luxemburg unter spanische Herrschaft, die bis zum Jahre 1715 anhielt. Aus diesem Grund wird die ehemalige spanische Insel in der Eifel noch heute als „Spanisches Ländchen“ bezeichnet.

Die Burg Kronenburg verfiel seit Mitte des 18. Jahrhunderts. Das Burghaus blieb jedoch erhalten und wurde in den Jahren 2006 bis 2008 aufwändig restauriert, erweitert und in ein 4-Sterne-Schlosshotel umgewandelt.

Von der Burgruine hat man einen wunderbaren Blick in die umliegende Eifel. Südwestlich liegt der Kronenburger See, in dem die Kyll aufgestaut wird. Als ich den See erblicke wird mir klar: Hier waren wir doch schon einmal, denn am See gibt es einen Wohnmobil-Stellplatz und den hatte ich mir schon einmal angeschaut.

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An Rur und Wurm bei Heinsberg

An Rur und Wurm bei Heinsberg
Heinsberg, 29. August 2018

An der Wurm

Nachdem wir gestern bei unserer Wanderung an der Mosel sehr viele Höhenmeter „gemacht“ haben, ist meine Wahl heute auf eine ganz flache Tour gefallen.

Bei Heinsberg wandern wir an der Wurm entlang bis zu ihrer Mündung in die Rur.

Dort, im Naturschutzgebiet „Untere Ruraue“ legen wir unter alten Eichen eine kurze Rast ein. Anschließend folgen wir der Rur ein Stück stromabwärts und kehren dann in einem großen Bogen zu unserem Startpunkt zurück.

Keine spektakuläre Wanderung, aber viele Kilometer durch schöne Natur direkt am Wasser und fast ohne jemandem zu begegnen.

Wir sind schnell unterwegs und legen die 15 Kilometer Strecke in weniger als drei Stunden zurück. Flüsse und Flussmündungen finde ich immer spannend, deshalb Daumen hoch für diese kleine Tour.

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Mosel-Traumpfad Schwalberstieg

Mosel-Traumpfad Schwalberstieg
Niederfell, 28. August 2018

Wir machen Rast auf der Hitzlay mit wunderbarer Aussicht in das Moseltal

Zum ersten Mal nach längerer Zeit bin ich wieder auf einem Traumpfad unterwegs. Der Mosel-Traumpfad Schwalberstieg startet in Niederfell, nur wenige Kilometer stromaufwärts der großen A61-Autobahnbrücke über das Moseltal.

Wir parken an der Linkemühle und laufen über den Nachtigallenweg sanft ansteigend durch das verträumte Aspeler Bachtal. Doxi testet gleich einmal die Wasserqualität des Aspeler Bachs.

Nachdem wir dem Bach eine Weile durch den Wald gefolgt sind, steigen wir zum Schwalberhof auf, der von Feldflächen und Obstbaumwiesen eingerahmt wird. Kurz dahinter öffnet sich vor uns zum ersten Mal ein grandioser Fernblick bis zu den Vulkankegeln der Vordereifel.

Nun steigen wir in das stille Schwalberbachtal hinab. An einer Furt überqueren wir den Bach. Dahinter geht es wieder aufwärts durch den verträumten Niederfeller Wald. Oben auf der Höhe angekommen, genießen wir einen weiten Ausblick über das Moselplateau.

Wir kommen an der hübschen Röder-Kapelle vorbei, die einem Bauern gewidmet ist, der sich an dieser Stelle im Jahre 1912 aus Verzweiflung über seine drohende Verarmung umgebracht hat. Kurz drauf erreichen wir die Hitzlay, einem exponierten Aussichtspunkt mit fantastischem Blick in das Moseltal in Richtung Oberfell und Alken.

Entlang üppiger Brombeerhecken und durch Streuobstwiesen geht es anschließend langsam wieder in das Moseltal hinab. Pflaumen, Äpfel- und Birnenbäume säumen unseren Weg. Oberhalb von Kobern-Gondorf erreichen wir die zweistöckige Mönch-Felix-Hütte und genießen noch einmal die herrliche Aussicht in das Moseltal.

Dahinter führt uns der Nachtigallenpfad wieder zum unserem Startpunkt an der Linkemühle, den wir nach etwas mehr als drei Stunden und 13 Wanderkilometern wieder erreichen. Dieser Traumpfad hat seinen Namen wirklich alle Ehre gemacht. Ein wunderschönes Stück Natur und ein gelungener Mix aus stillen Waldpassagen, weiten Blicken über das Moselplateau und herrlichen Aussichten in das Moseltal.

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An der Ruhr zwischen MU und DU

An der Ruhr zwischen MU und DU
Mühlheim a.d. Ruhr, 27. August 2018

In der Styrumer Ruhraue

Zum ersten Mal seit vielen Wochen habe ich beim Wandern eine Regenjacke an. Ich bin mit Doxi an der Ruhr zwischen Mühlheim und Duisburg unterwegs. Der Himmel ist grau und es nieselt immer wieder.

Wir starten am „Theater an der Ruhr“ und laufen zunächst am Wasserkraftwerk Mühlheim-Raffelberg vorbei. Das entstand im Jahr 1926, nachdem an der Ruhr die Kohle knapp wurde, weil Millionen von Tonnen als Reparationsleistungen an die alliierten Sieger des ersten Weltkriegs geliefert werden mussten. So verfiel man auf die Idee, anstelle der Kohle das Wasser der Ruhr für die Energiegewinnung zu nutzen.

Hinter dem Kraftwerk biegen wir in die Styrumer Ruhraue ein. Die Ruhr schlägt hier eine Schleife im Grenzgebiet zwischen Mühlheim, Oberhausen und Duisburg, die als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist und der Trinkwassergewinnung dient. Die Frachtschiffe auf der Ruhr nehmen stat dessen die Abkürzung über den künstlich geschaffenen Schiffahrtskanal, der die Styrumer Ruhrschleife umgeht.

Wir laufen durch schöne Natur an der Ruhr. Aber ruhig ist es hier dennoch nicht. Die vielbefahrenen Autobahnen A3 und A40  kreuzen das Gebiet, außerdem mehrere Eisenbahnlinien, eine Bundesstraße und eine Stromtrasse.

Hinter der Ruhrschleife laufen wir am Autobahnkreuz Duisburg-Kaiserberg über mehrere hundert Meter unter einer Eisenbahnbrücke unmittelbar an der Autobahn vorbei, und das ist wirklich unglaublich laut. So laut habe ich es beim Wandern noch nie gehabt! Nur schnell weg hier.

Wir steigen in den Wald am Kaiserberg auf und laufen durch den Wald auf den Duisburger Zoo zu. Dahinter geht es durch ein großes Naherholungsgebiet zurück auf Mühlheimer Stadtgebiet und zu unserem Startpunkt, den wir nach knapp drei Stunden und 12 Wanderkilometern wieder erreichen.

Die Tour hat sehr schön die verschiedenen Facetten des Ruhrgebiets deutlich gemacht: Es gibt durchaus viel schöne Natur, aber dazwischen auch unglaublich viele Verkehrswege und wahnsinnig viel Verkehr. Damit müssen die Menschen hier leben.

( MITI )