Auf dem Rheindeich bei Budberg

Blick Rchtung Duiisburg

Heute eine kleine Wanderung auf dem Rheindeich beim Rheinberger Ortsteil Budberg, rund 15 Kilometer nördlich von Duisburg. Gegenüber, auf der Ostseite des Flusses, liegen die Rheinauen zwischen Walsum und Dinslaken.

Wir laufen in nördlicher Richtung auf das 2017 stillgelegte Kohlekraftwerk Voerde zu. Die Landschaft wird vom Wasser und von Wiesen geprägt, doch am Horizont sind auch zahlreiche Industrieanlagen sichtbar. Dazu die schwer beladenen Frachtschiffe, die sich stampfend  mit und gegen die Rheinströmung vorwärts schieben – eine interessante Mischung ist das.

Nach den Hochwassern der letzten Wochen hat sich der Rhein wieder in sein angestammtes Bett zurückgezogen. Auf den Wiesen unterhalb des Deichs sind die Hinterlassenschaften des Hochwassers aber noch deutlich zu sehen, Arbeiter haben das Treibholz bereits zu größeren Stapeln aufgetürmt. Nun liegt es zum Abtransport bereit.

Die Rheinauen Walsum zu unserer Rechten sind weiterhin überflutet. Das Geschrei hunderter Gänse hallt von dort herüber. Aber auch zu unserer Linken ist aus dem Naturschutzgebiet am Polder Hasenfeld viel Vogellärm zu vernehmen. Ganz schön was los hier, an diesem kalten Wintertag. Nur auf dem Dech sind wir fast alleine in der Sonne unterwegs. Shön ist das.

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Am Oberlauf der Rur bei Monschau

Winter an der Rur

Monschau

Heute waren wir auf einer meditativen Wanderung am Oberlauf der Rur bei Monschau unterwegs. Meditativ deshalb, weil die Wege am Flussufer stark vereist waren und deshalb jeder Schritt vorsichtig und bedacht gesetzt werden musste. Außerdem sind wir gerade am Heilfasten und haben seit nunmehr fünf Tagen nichts mehr gegessen. So kommt es, dass wir für gerade einmal neun Kilometer Strecke mehr als dreieinhalb Stunden benötigt haben.

Aber schön war es dank des herrlichen Sonnenscheins, der klaren Luft und der schönen Natur an der Rur und oberhalb des Rurtals dennoch. Lustigerweise war ich auf den Tag genau vor zwei Jahren zum letzten Mal an dieser Stelle wandern. Müssen wir also wohl in genau zwei Jahren wiederkommen, um das Gesetz der Serie fortzuschreiben 🙂

 

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Auf der Halde Norddeutschland #2

Das „Hallenhaus“ auf der Spitze der Halde Norddeutschland. Ein Werk der niederländischen Künstlergrupe „Obersarvatorium“.

Die Halde Norddeutschland zwischen Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort ist bekannt für ihren fantastischen Fernblick in das westliche Ruhrgebiet. Vor knapp einem Jahr war ich zum ersten Mal hier. Damals herrschte diesiges Winterwetter und vom Ruhrgebiet war nicht wirklich viel zu sehen.

Ganz anders dagegen heute bei meinem zweiten Besuch auf der 100 Meter hohen Halde. Ein winterliches Hochdruckgebiet beschert uns eine perfekte Fernsicht bis nach Duisburg, Essen und weit darüber hinaus. Mit bloßem Auge kann man zahlreiche Kraftwerke, Industrieanlagen und Fernsehtürme in mehr als dreißig Kilometern Entfernung erkennen. Toll ist das!

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Kloster Kamp – Klein Sanssouci am Rhein

Blick aus dem Terrassengarten zum Klostergebäude

Heute besuchen wir das Kloster Kamp bei Kamp-Lintorf, dessen terrassenförmig angelegter Barockgarten unweigerlich an das Schloss Sanssouci bei Potsdam erinnert. Tatsächlich sind beide Anlagen etwa zur selben Zeit entstanden (im Jahre 1740 bzw. 1744) und spiegeln so den Geist dieser Epoche wider.

Das Kloster Kamp wurde 1123 gegründet und war das erste Zisterzienserkloster im deutschsprachigen Raum. Die Klosteranlage liegt auf dem Kamper Berg, einer kleinen Erhöhung am nordwestlichen Rand des heutigen Stadtgebiets von Kamp-Lintfort.

Im Laufe seiner langen Geschichte wurde das Kloster durch Kriege, Brände und dem starken Erdbeben von 1504 mehrmals zerstört und immer wieder aufgebaut. Seine letzte Blützezeit erlebte die Abtei unter dem Abt Franziskus Daniels zwischen 1733 und 1749.

Zu dieser Zeit entstand der eindrucksvolle Terrassengarten, der ursprünglich als reiner Obst- und Gemüsegarten genutzt wurde. Die Terrassierung erfolgte dabei nach italienischer, die Ausfüllung der Flächen nach französischer Mode. Für die Wasserspiele wurde das Gefälle des Hanges genutzt. Der Wasserspeicher befand sich unter dem Südturm der Klosterkirche.

Der Niedergang des Klosters begann nach der Französischen Revolution und der Besetzung des Rheinlandes durch die Franzosen. Im Jahre 1802 wurde die Säkularisation des Klosters angeordnet und alle beweglichen und unbeweglichen Güter konfisziert. Die letzten 27 Mönche verließen das Kloster, das bald darauf bei einer Versteigerung in Aachen an sechs Kaufleute fiel. Ein Großteil der Gebäude wurde daraufhin abgerissen oder umgebaut,

Heute beherbergt das Kloster ein geistliches und kulturelles Zentrum, in dem u.a. Besinnungstage und Kontemplationen stattfinden. Im Rokokosaal werden kulturelle Veranstaltungen abgehalten. Auf dem Abteiplatz vor der Klosterkirche sind noch einige Gebäude aus der Blütezeit des Klosters erhalten, darunter auch das Klostermuseum, in dem viele Gegenstände aus der Geschichte des Klosters ausgestellt sind. Eine wirklich sehenswerte Gartenanlage, wie ich finde. Sogar im Winter!

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Von Marienthal zum Weltende

Bei Alhausen an der Nister. Hier endet der Naturpfad Weltende.

Veilchendienstag: Bei uns herrscht wunderbares winterliches Hochdruckwetter mit ganz viel Sonnenschein. Wir starten am Morgen in Richtung Westerwald zu einer Wandertour, die ich schon lange auf meiner Liste habe. Vom ehemaligen Kloster Marienthal im Landkreis Altenkirchen geht es zum Weltende in der Kroppacher Schweiz.

Wir folgen dabei dem Westerwaldsteig  und dem Kölner Weg durch größtenteils schneebedeckte Wälder ins Tal der Großen Nister. Lediglich auf den offenen Feldflächen in Südwest-Lage ist der Schnee bereits geschmolzen.

Von den Höhen oberhalb des Flusses haben wir herrliche Fernblicke in die Kroppacher Schweiz. Bald geht es steil bergab durch einen knorrigen Eichenwald zum Ufer der Nister und dort scharf nach rechts. Hier beginnt der „Naturpfad Weltende“, ein in den Fels gehauener und mit Stahlseilen gesicherter Pfad entlang der Großen Nister. Der Pfad ist zurzeit aufgrund der Schneesituation gesperrt. Wir versuchen es trotzdem, kehren aber nach wenigen hundert Metern wieder um. Das wird bei diesem Wetter nichts.

Also nehmen wir einen zwei Kilometer langen Umweg entlang der Nister. Der führt uns bis zur kleinen Siedlung Alhausen, wo wir den Fluss auf einer schmalen Fußgängerbrücke überqueren, an der auch der Naturpfad Weltende endet.

Wir folgen noch ein wenig dem Lauf der Nister und verlassen dann den Westerwaldsteig, um über den Kölner Weg zurück in Richtung Kloster Marienthal zu wandern. Nach vier Stunden und 15 Wanderkilometern erreichen wir schließlich wieder unseren Ausgangspunkt. Leider sind zu dieser Jahreszeit alle Ausflugslokale in Marienthal geschlossen, denn ich könne jetzt gut ein warmes Getränk vertragen …

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Traumpfad Virne-Burgweg

Blick zur Virneburg

Heute ist Altweiber und ich habe auch noch Geburtstag. Das passt ja. Am Morgen lade ich meine Frau in Köln ab und fahre weiter in die Eifel nach Virneburg bei Mayen. Hier herrscht traumhaftes Winterwanderwetter: Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, es liegt Schnee und kein Wind weht. Schöner kann’s gar nicht sein.

Mit Doxi laufe ich den Traumpfad Virne-Burgweg, einer der wenigen Traumpfade, die auf meiner Liste noch fehlen. Aber erst Mal müssen wir an den Möhnen im Ort vorbei, was uns ein paar Euro kostet. Auf meine Frage, ob das Geld für einen sozialen Zweck verwendet wird, schallt es mir entgegen: „Ja, für uns!“ Alles klar, denke ich 🙂

Der Traumpfad startet am Gemeindehaus. Von dort geht es auf einer schmalen Brücke über den Nitzbach in den Ort hinein und hinauf zu einer kleinen Kapelle. Von dort windet sich ein enger und vereister Pfad hinauf zur mächtigen Ruine der Virneburg. An diesem Morgen sind wir ganz alleine hier, so dass ich ungestört fotografieren kann. Doxi wälzt sich währenddessen erst einmal schön im Schnee ab.

Kiefer am Rand der Wachholderheiden am Schafberg

Anschließend geht es wieder hinab in den Ort und oberhalb des Nitzbaches weiter durch den Wald. Stetig bergan führt der verschneite Weg durch ein Seitental in den Hochwald und dann zu den Wacholderheiden am Schafberg. Hier bietet sich uns ein prächtiges Eifelpanorama.

Nach einer weiteren Feld- und Waldpassage queren wir eine Bundesstraße und erreichen dahinter die Blumenrather Heide, die heute im Schnee verborgen liegt. Vorbei am Brauberg geht es von dort zur Schutzhütte oberhalb von Virneburg, wo sich ein toller Blick bietet.

Wir folgen einem schmalen Bergpfad entlang der Hangkante und steigen wieder in das Nitzbachtal hinab. Gemessen an unserem normalen Wandertempo sind wir heute im Schnee ganz schön langsam unterwegs und mittlerweile habe ich auch schon komplett nasse Füße. Am Fuße der Virneburg beschließe ich deshalb spontan, den letzten Schlenker der Tour auszulassen und ein wenig abzukürzen.

Nach drei Stunden und zehn Wanderkilometern erreichen wir wieder unseren Startplatz am Gemeindehaus. Die Sonne scheint noch immer. Ein wirklich perfekter Wandertag und eine tolle Tour, die ich gerne im Frühling oder Sommer noch einmal laufen möchte. Dann aber mit meinem Schatz 🙂

 

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Durch den Uedemer-Hochwald

Kurz vor Marienbaum: Blick hinüber zum Uedemer-Hochwald

Ein großer Wald, zwei ehemalige Bahnstrecken und ein früheres Kloster, das sind die Zutaten für eine schöne Wanderung, die wir heute am nördlichen Niederrhein unternommen haben. Bei eiskalten -4°C  starten wir unter einem strahlend blauen Himmel an der Wallfahrtskirche St. Maria Himmelfahrt in Marienbaum, einem Ortsteil von Xanten.

Marienbaum beansprucht den Titel als „ältester aktiver Wallfahrtsort des Niederrheins“ für sich. Die Wallfahrtsgeschichte geht auf das Jahr 1430 n.Chr. zurück. Der Sage nach soll ein gelähmter Hirtenjunge in der Krone einer treppenförmigen Eiche eine Marienfigur entdeckt haben und daraufhin gesundet sein. Acht Jahre später begann an dieser Stelle der Bau einer Kapelle, aus der im Jahre 1460 ein Doppelkloster hervorging, das von Maria von Burgund gegründet wurde.

Gleich hinter dem Ort beginnt der Hochwald, der zum größten Teil zum Gemeindegebiet von Uedem gehört. Der Wald ist Bestandteil des Niederrheinischen Höhenzugs, einem Endmoränenwall aus der Saaleeiszeit. Im östlichen Teil des Waldes befindet sich eine weithin sichtbare Radaranlage zur Luftraumüberwachung durch den Einsatzführungsdienst der Luftwaffe. Die Reichweite des Radars beträgt annähernd 450 Kilometer in jeder Himmelsrichtung.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde ein Großteil des Waldgebietes zerstört. Von Ende Februar bis Anfang März 1945 fanden hier schwere Gefechte zwischen den vorrückenden kanadischen Truppen und der deutschen Wehrmacht statt. Die so genannte Operation „Blockbuster“ diente dazu, die Schlacht im Reichswald zu gewinnen. Auch die Römer haben hier schon gekämpft. Vor wenigen Jahren wurden Überreste römischer Kastelle bzw. Übungslager im Wald nachgewiesen.

Wir passieren die Radaranlage im Uedemer Hochwald und laufen bis zum südlichen Waldrand, wo wir auf die Villa Reichswald treffen, ein früheres Hotel, das heute ein beliebtes Ausflugslokal beheimatet. Vom Haupthaus hat man in östlicher Richtung einen schönen Blick hinunter in die Rheinische Tiefebene mit den beiden Türmen des Xantener Doms am Horizont.

Das ursprüngliche Hotel gehörte zur Boxteler Bahn der Deutsch-Niederländischen Eisenbahngesellschaft NBDS (Noord-Brabantsch-Duitsche Spoorweg-Maatschappij). Diese betrieb ab 1870 eine private Eisenbahnlinie von Boxtel über Gennep, Goch, Xanten und Büderich bis nach Wesel.

Wenige hundert Meter weiter treffen wir auf die ehemalige eingleisige Strecke, die heute als Fahrrad- und Wanderweg dient. Wir folgen der Bahntrasse auf einem frisch asphaltieren Teerweg in östlicher Richtung bis wenige Kilometer vor Xanten. Dann drehen wir in nördlicher Richtung ab.

Nun geht es mehrere Kilometer über Landstraßen bis zum Franziskaner-Kloster Mörmter am Jacobus-Pilgerweg. Hier betreiben brasilianische Franziskanermönche heute eine „Fazenda da Esperança“, ein Hilfsprojekt für drogenabhängige Jugendliche.

Weiter geht es durch den abgelegenen und idyllischen Weiler Mörmter mit seiner evangelischen Kirche aus dem 16. Jahrhundert (Messe am ersten Sonntag im Monat 10:00). Beim herrschaftlichen Haus Balken stoßen wir auf die alte Eisenbahnstrecke von Xanten nach Uedem. Auch bei dieser Strecke sind die Gleise längst abmontiert und sie dient heute ebenfalls als Fahrrad- und Wanderweg.

Wir folgen der ehemaligen Bahntrasse und erreichen nach 17 Wanderkilometern schließlich wieder unseren Startpunkt in Marienbaum. Sieht man einmal von den Streckenabschnitten entlang der Landstraße ab, war es eine sehr schöne Wanderung. Aber auch kalt. Ich bin trotz der Sonne ganz schön durchgefroren.

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Hürtgenwald: Vier Täler im Schnee

Am Bosselbach bei Vossenack

Heute waren wir mit meinen Schwiegereltern auf dem beliebten Vier-Täler-Wanderweg bei Vossenack unterwegs. Vor genau zwei Jahren bin ich die Tour am Rande des Hürtgenwaldes schon einmal gelaufen – damals allein und bei sonnigem, trockenem Hochdruckwetter.

Heute stapfen wir durch zentimetertiefen Schnee, der die Wiesen und Bäume in ein grenzenloses Weiß taucht. Der Himmel ist wolkenverhangen, so dass die Landschaft fast wie auf einem Schwarz-Weiß-Foto wirkt. Doch es geht auch anders: Plötzlich lichten sich für einen Moment die Wolken und die Sonne kommt zum Vorschein. Und mit ihr kehren die Farben zurück. Was für ein Kontrast!

Wir starten an der Kirche in Vossenack und verlassen den Ort in nördlicher Richtung. Zunächst geht es hinunter in das Tal des Bosselbachs, dem wir mehrere Kilometer folgen. Doxi und Bentley laufen vergnügt voraus und freuen sich über den Schnee.

Im zweiten Abschnitt führt der Weg parallel zum mäandernden Tiefenbach durch ein Tal mit Feuchtwiesen, in dem u.a. Biber zu Hause sind. Weiter geht es im dritten Tal entlang der Kall zur Mestrenger Mühle. Das frisch renovierte Haupthaus in traumhafter Lage stammt aus dem Jahr 1633.

Noch bis in die 1930er Jahre wurde hier mit Hilfe der Wasserkraft Getreide gemahlen und Öl aus Buchenhecken gepresst. Heute residiert auf dem Gelände eine beliebte Schankwirtschaft. Wir machen dort kurz Rast und stärken uns mit einem warmen Getränk.

Im letzten Abschnitt des knapp 12 Kilometer langen Rundweges verlassen wir schließlich die Kall und wandern durch das vierte Tal entlang des Richelsbaches zurück zu unserem Ausgangspunkt in Vossenack an der Kirche. Wir sind alle ganz angetan, so schön im Schnee unterwegs gewesen zu sein, denn bei uns in den tieferen Lagen des Rheinlands liegt schon seit vielen Wochen kein Schnee mehr. Das hat richtig Spaß gemacht.

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An der Steinbachtalsperre

An der Steinbachtalsperre mit Blick zur Staumauer

Der Januar neigt sich seinem Ende entgegen und trotz des schlechten Wetters sind wir fast 200 Kilometer gewandert. Heute waren wir an der Steinbachtalsperre bei Euskirchen unterwegs und durften zum ersten Mal in diesem Jahr einen Hauch von Frühling erleben.

Bei herrlichem Sonnenschein und blauem Himmel starten wir an der Steinbachtalsperre, einem beliebten Wander- und Erholungsgebiet am Rande der Eifel. Im Frühling und Sommer ist hier richtig viel los, doch heute begegnen wir auf unserer fast vierstündigen Wanderung nur einmal einem anderen Spaziergänger.

Wir laufen zunächst am Rand der Talsperre entlang, passieren das Waldfreibad und die zur Zeit noch geschlossene Waldschänke und biegen dann in den Kloster Schweinheimer Wald ein.  Wir laufen gegen den Uhrzeigersinn entlang des Steinbachs durch den Wald. Endlich sind auch wieder Singvögel zu vernehmen – ein sicherer Vorbote des Frühlings.

Auf matschigen Pfaden geht es stetig aufwärts, bis wir auf halber Strecke am Hahnenberg den höchsten Punkt unserer Wanderung erreichen. Nun beginnt unser Abstieg zur Madbachtalsperre am Waldrand kurz vor Queckenberg.

Von dort geht es weiter am Rande des Waldes entlang des Madbachs, bis wir auf das ehemalige Kloster Schweinheim treffen, nach dem der Wald benannt ist. Die frühere Zisterzienserabtei bestand von 1238 bis 1802 und stand unter der geistlichen Leitung des Klosters Heisterbach. Nach ihrer Schließung wurde die Kirche niedergerissen. In den verbliebenen Gebäudeteilen befindet sich heute ein Seminarhaus.

Nun ist es nicht mehr weit bis zu unserm Start- und Zielpunkt, den wir nach 15 Wanderkilometern wieder erreichen. Noch einmal blicken wir von der Höhenlage hinab Richtung Euskirchen und der Ville am Horizont. Dann geht es zurück Richtung Neuss.

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Durch die Testerberge bei Hünxe

Viele Bäume auf dem sandigen Untergrand der Testerberge haben dem Sturmtief Friederike nicht Stand gehalten

Unsere letzte Wanderung an diesem verlängerten Wanderwochenende führt uns in Testerberge bei Hünxe. Das große Waldgebiet erstreckt sich auf einem langgezogenen Höhenrücken am Rande des unteren Lippetals.

Gegenüber der flachen Landschaft das östlichen Niederrheins hebt sich dieser Höhenzug markant ab. Bereits in der Jungsteinzeit, der Bronze- und der Eisenzeit lebten hier Menschen, das zumindest legen die Funde zahlreicher Hügelgräber nahe.

Der Untergrund in den Testerbergen ist sehr sandig, weshalb insbesondere Kiefern und Birken hier gut gedeihen. Allerdings bietet Sand als Untergrund wenig Halt. Auf unserer dreistündigen Wanderung müssen wir immer wieder über frisch umgestürzte Bäume klettern, die der Wintersturm Friederike Mitte Januar zu Fall gebracht hat. An ihren nun offenliegenden Wurzelballen lässt sich genau erkennen, wie dünn die Erdkrume hier ist. Darunter ist alles Sand.

Im südlichen Bereich der Testerberge erstreckt sich das Naturschutzgebiet Stollbach. Hier wird es auf der eigentlich unspektakulären Wanderung spannend, als wir den Stollbach auf einem völlig heruntergekommenen Steg queren müssen. Nur noch ein schmaler Balken ist passierbar, kaum breiter als ein Schwebebalken. Und aus dem ragen auch noch einige Nägel heraus.

Doxi traut sich nicht über das dürre Brett und auch nicht durch den Bach, der an dieser Stelle dunkel und tief erscheint. Also nehme ich meinen 30-Kilo-Hund auf die Arme und balanciere mit Doxi vor der Brust vorsichtig über den schmalen Steg. Gut, dass sie in diesem Moment still hält, denn sonst wären wir sicher im Wasser gelandet.

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Naturpark Rodebach bei Gangelt

Am Rodebach. Rechts des Baches befindet man sich in Deutschland, links in den Niederlanden

Heute haben wir eine Wanderung im Deutsch-Niederländischen Grenzgebiet bei Gangelt unternommen. Zum ersten Mal seit gefühlt acht Wochen schien wieder richtig die Sonne und so ließ es sich leicht verschmerzen, dass die naturnahen Wege total vermatscht waren.

Wir starten am Wildgehege Gangelt und der Etzenrather Mühle am Rodebach. Der Bach bildet seit dem Wiener Kongress von 1814 an dieser Stelle die Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden.

Jahrhundertelang war der Rodebach eine wichtige Lebensader für die Region des Selfkants. 14 Wassermühlen wurden hier zwischen den Orten Stahe und Isenbruch betrieben.

Heute bildet der Rodebach das zentrale Element des 700 Hektar umfassenden Natur- und Landschaftsparks „Rodebach / Roode Beek“, der sich auf beiden Seiten der Grenze nördlich der Teverner Heide erstreckt. Ein besonderes Highlight sind die freilaufenden Schottischen Hochlandrinder, die Strauch- und Baumtriebe anfressen und dadurch eine Verwilderung der Heidelandschaft verhindern. Man trifft die urigen Zottelviecher sowohl auf den offenen Feldflächen, wie auch im Wald an.

Direkt an den Wald im niederländischen Naturschutzgebiet „Rode Beek / Heringsbosch“ grenzt die NATO-Airbase Geilenkirchen, die sich bereits wieder auf deutschem Gebiet befindet. Der Wald wird von zahlreichen Bächen durchzogen und beinhaltet mehrere schöne Waldseen. Am Uferpfad können wir beobachten, wie Biber Bäume angenagt und dadurch zu Fall gebracht haben.

Nördlich des Waldes treffen wir auf den Segelflugplatz Limburg. Dahinter erstreckt sich das Leiffender Ven, das wir in Richtung des Rodebachs durchqueren. Nun sind es nur noch zwei Kilometer zurück zu unserem Startpunkt, den wir nach knapp drei Stunden und 13 Wanderkilometern wieder erreichen. Unser Schuhe und Hosen sehen total verdreckt aus, aber egal. Das wir wirklich eine schöne Tour.

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An der Dreilägerbachtalsperre

Doxi im Naturschutzgebiet Struffelt oberhalb der Dreilägerbachtalsperre

Man, ist das ein grauer Winter in diesem Jahr. Die Sonnenstunden seit Anfang Dezember kann man bei uns an zwei Händen abzählen. Trotzdem: Wir müssen mal wieder raus, und so machen wir uns an diesem Freitag auf zu einer Wanderung rund um die Dreilägerbachtalsperre in der Nordeifel bei Roetgen.

Wir starten am Wasserwerk am Fuße der Talsperre und wandern gleich über einen steilen und rutschigen Pfad zur Staumauer hinauf. Unser Weg führt uns zunächst in das angrenzende Naturschutzgebiet „Struffelt“, das zum Naturpark Hohes Venn-Eifel gehört.

Namensgebend ist der Struffeltkopf (450 Meter ü.N.N.), der die Umgebung um rund 100 Meter überragt. Die von Westen heranziehenden Wolken regnen sich an ihm regelmäßig ab. Die Gegend ist dadurch sehr wasserreich. Und weil der vorherrschende Lehmboden das Wasser schlecht versickern lässt, wird das Naturschutzgebiet von zahlreichen Bächen durchzogen.

Deren Wasser landet letztendlich in der Dreilägerbachtalsperre, die einen Großteil der Stadtregion Aachen, sowie Teile des Kreises Heinsberg und die niederländischen Städte Vaals und Kerkrade mit Trinkwasser versorgt.

Im Naturschutzgebiet Struffelt ist eine nährstoffarme Heidelandschaft vorherrschend, in der zahlreiche seltene Pflanzen- und Tierarten leben. Typisch für den Struffelt ist das Pfeifengras. Die langen Halme mit den violettgrauen Ähren wurden früher als Pfeifenputzer benutzt, da die knotenfreien Halme beim Durchziehen nicht im Pfeifenhals steckenbleiben.

Hinter dem Struffelt drehen wir in Richtung Südosten ab und wandern zum Anfang der Talsperre und weiter zu ihrer Vorsperre. Anschließend folgen wir mehrere Kilometer dem Dreilägerbach durch schönen Mischwald. An der Einmündung des Schneebachhanggrabens überqueren wir den Dreilägerbach und folgen nun dem Schneebachhanggraben bis kurz vor Roetgen.

Dann beginnt unser Abstieg zurück zum Fuße der Talsperre. Kurz bevor wir wieder unseren Startpunkt erreichen, kommen wir an Resten des Westwalls vorbei, dessen „Drachenzähne“ die Gegend rund um Aachen durchziehen. Hier wurde der Westwall als fünfreihige Panzersperre sogar über einen Bach geführt. Genutzt hat es freilich nichts, denn am 12. September 1944 durchbrachen amerikanische Verbände die Sperren und eroberten als erste deutsche Stadt Roetgen.

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Wesel: Auesee und Diersfordter Wald

Still liegt der Auesee da

Ein grauer und nasskalter Januar-Tag in Nordrhein-Westfalen. Trotzdem brechen wir zu einer Wanderung auf. Unser Ziel ist der Auesee bei Wesel, einer der saubersten Seen Nordrhein-Westfalens und im Sommer ein beliebtes Bade- und Wassersportrevier. Doch um diese Jahreszeit sind war fast allein am Ufer unterwegs.

Der See liegt nordwestlich der Innenstadt von Wesel und wird im Süden und Westen vom Rhein begrenzt, der gerade Hochwasser führt. Vom Deich zwischen dem Rhein und dem Auesee hat man einen imposanten Blick auf die großen überfluteten Flächen in den Rheinauen. Tausende von Wasservögel sind hier unterwegs und erzeugen eine enorme Geräuschkulisse. Ständig kommen und gehen größere und kleinere Schwärme von Wildgänsen.

Vom Ostrand des Sees folgen wir dem Uferweg in westlicher Richtung. Am Seeende steuern wir auf den Ort Flüren zu und durchqueren ihn. Dahinter beginnt der Diersfordter Wald, in dem wir auf naturnahen Wegen eine große Schleife drehen.

Besonders reizvoll ist die Umgebung des “Schwarzen Wassers“, einem nährstoffarmen Heidesee mitten im Wald. Als wir wieder aus dem Wald heraustreten, erreichen wir kurz darauf den Rheindeich am riesigen Campingplatz der „Grav-Insel“ am Flürener Altrhein. Wir laufen auf dem Deich zurück zu unserem Startplatz am Auesee, den wir nach knapp vier Stunden und 16 Wanderkilometern wieder erreichen.

Kurz vor dem Ziel fällt mein Blick auf den Ultraleicht-Flugplatz Römerwardt am Rande der Weseler-Innenstadt. Hier bin ich im Rahmen meiner Pilotenausbildung mehrmals gelandet. Schon damals war mir beim Anflug der riesige Campingplatz zwischen dem Rhein und dem Auesee aufgefallen. Nun habe ich das alles einmal vom Boden aus gesehen. Sehr schön.

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In der Abtei Rolduc

Innenhof des Klosters mit dem Westwerk der Abteikirche

Bei unserer Wanderung rund um Kerkrade besuchen wir auch die ehemalige Abtei Rolduc, den größten erhaltenen Klosterkomplex der Niederlande. Er steht oberhalb des Wurmtales unmittelbar an der deutsch-niederländischen Grenze zwischen Kerkrade und Herzogenrath.

Das Kloster wurde 1104 vom Chorherren Ailbert von Antoing gestiftet. Es wurde eine Abtei der Augustiner. Der Name Rolduc leitet sich aus der französischen Bezeichnung für Herzogenrath („Rode-le-Duc“) ab. Der deutsche Name des Klosters ist Klosterrath.

1136 erhielt Rolduc die weltliche Schirmherrschaft der Herzöge von Limburg. In den darauffolgenden Jahrhunderten wurden einige der Herzöge wurden in der Krypta der Abteikirche beigesetzt.

Bereits mit dem Bau des Klosters wurde zu dessen Schutz wenige hundert Meter östlich in Herzogenrath die Burg Rode errichtet. Seit dem Wiener Kongress im Jahr 1815 liegen Kloster und Burg in zwei verschiedenen Ländern. Dazwischen verläuft die Grenze zwischen Deutschland (seinerzeit Preußen) und den Niederlanden.

Heute wird der größte Teil des Komplexes als Hotel und Kongresszentrum genutzt. Ein kleinerer Teil dient immer noch als katholisches Priesterseminar („Groot-Seminarie“) des Bistums Roermond. Eine wirklich beeindruckende Anlage.

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Rund um Kerkrade

Wasserschloss Ehrenstein in Kerkrade

Heute haben wir eine sehr interessante Wanderung im Grenzgebiet zwischen Deutschland und den Niederlanden in der Nähe von Aachen unternommen. Wir starten auf deutscher Seite am Ortsrand von Merkstein, einem Stadtteil von Herzogenrath. Nach wenigen hundert Metern überqueren wir auf einer kleinen Brücke die Wurm und sind Schwups in den Niederlanden, denn der Fluss bildet hier auf mehreren Kilometern die Grenze.

Wir verlassen sogleich das Wurmtal und steigen am Rande des Berenbos-Waldes die Hügel in Richtung Kerkrade hinauf. Im Rückblick auf die deutsche Seite heben sich markant die Berghalden Noppenberg und Nordstein zwischen Alsdorf und Herzogenrath aus der Landschaft ab.

Auch für Kerkrade spielte der unterirdische Steinkohlenbergbau lange eine wichtige Rolle. Neben Heerlen bildete die Stadt das Zentrum des Bergbaus in den Niederlanden, bis dieser Anfang der 1970er Jahre vollständig eingestellt wurde, was eine schwere Strukturkrise in der Region auslöste.

Von der Kammhöhe blicken wir nun auf den Ortsrand von Kerkrade. Zu unserer linken ist der Kirchturm der ehemaligen Abtei Rolduc zu sehen. Wir laufen in das Zentrum von Kerkrade und wundern uns über die vielen liebevoll dekorierten Wohnzimmerfenster mit Karnevalsmotiven. Offensichtlich spielt die fünfte Jahreszeit hier eine große Rolle.

Durch den schönen Stadtpark geht es parallel zum „Konigingsweg“ hinunter in das Tal des Amstelbaches („Anstelerbeek“) in Richtung des hübschen Wasserschlosses Ehrenstein („Kasteel Erenstein „). Umgeben von einer Parklandschaft bildet das Schloss den südlichen Teil der so genannten „grünen Lunge“ von Kerkrade.

Der Name Erenstein geht zurück auf den Familiennamen des rheinischen Rittergeschlechtes „van Ederen“, welches aus dem gleichnamigen Ort im damaligen Herzogtum Jülich stammte. Die Burg wurde um 1340 als Wachburg am bedeutenden Handelsweg zwischen Köln und den flandrischen Städten Gent und Brügge errichtet. Heute sind in der Burg ein Vier-Sterne-Hotel und ein Restaurant untergebracht.

Wir folgen weiter dem Amstelbach in nördlicher Richtung bis zum „Cranenweyer“, überqueren den See und laufen hinauf zum Kaffeberg. Weiter geht es in das Naturschutzgebiet „Carisborg“ und anschließend wieder zurück in das Wurmtal. Auf einer kleinen Brücke überqueren wir die Wurm und befinden uns damit wieder in Deutschland. Jetzt sind es nur noch zwei Kilometer entlang der Wurm, bis wir nach drei Stunden und 13 Wanderkilometern wieder unseren Startpunkt erreichen.

So viel Grün in einer eigentlich dicht besiedelten Region – das war wirklich eine tolle Streckenführung. Vielen Dank an den Autor Engelbert Bos für die Bereitstellung dieser schönen Wanderung.

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