Rund um Schloss Moyland

Rund um Schloss Moyland
Bedburg-Hau, 17. Juli 2021

Blick vom Nordturm des Schloss Moyland zum Katzenbuckel mit dem Moyländer Wald

Heute wollen wir Schloss Moyland und seine Kunstausstellung besuchen. Und weil wir Doxi dabei haben, starten wir erst einmal mit einer Wanderung rund um das Schloss und den schönen Moyländer Wald.

Hinter dem Schloss laufen wir durch eine Allee mit prächtigen Eichen, die als Sichtachse vom Schloss wegführt. In der Verlängerung führt diese Allee als Wanderweg von Schloss Moyland bis zur Schwanenburg in Kleve.

Dann biegen wir in den Moyländer Wald ab, der sich auf dem „Katzenbuckel“, einer Endmoräne der Saale-Eiszeit, westlich von Schloss Moyland erhebt. Der Wald wird von mächtigen Buchen gesäumt, die an diesem sommerlichen Tag wunderbar Schatten spenden.

Dort im Wald läuft auch der Voltaire-Weg, ein alter Postweg, der im 18. Jahrhundert vom brandenburgischen Königsberg über Berlin bis ins rheinische Kleve führte.

Auf diesem Weg soll einst der berühmte Philosoph Voltaire nach Moyland gekommen sein, um sich dort im September 1740 mit dem Preußenkönig Friedrich der Große zu treffen.

Vorbei am Naturschutzgebiet Moyländer Bruch gelangen wir in den Heidkamp. Dort gibt es im Wald hinter dem Entsorgungszentrum Moyland einen idyllischen Waldsee. Wir umrunden den See auf schmalen Uferpfaden und laufen dahinter zurück zum Schlossparkplatz, wo wir nach rund zwei Stunden wieder eintreffen.

( MITI )

Mühlenweg rund um Kürten

Mühlenweg rund um Kürten
Kürten, 12. Juli 2021

Typisch Bergisches Fachwerkhaus gegenüber der alten Kirche in Kürten

Heute bin ich mit Doxi den Bergischen Streifzug Nr. 7 gelaufen. Der sogenannte Mühlenweg führt rund um Kürten auf die Spur historischer Mühlen, von denen es im Gemeindegebiet einstmals mehr als 30 Stück gab.

Heute sind davon leider nur noch wenige erhalten geblieben und darunter nicht eine, die noch funktionstüchtig ist.

Bedauerlicherweise hat das Wetter nicht so mitgespielt, denn es war unglaublich schwül heute. Außerdem empfand ich die Waldpassagen als sehr deprimierend.

Rund um Kürten sind in den vergangenen Jahren viele Fichten und Kiefern durch die Dürre und den Borkenkiefer abgestorben. Stellenweise hat man deshalb mittlerweile komplette Hänge leer geschlagen. Diese warten nun auf ihre Aufforstung und geben bis dahin ein trostloses Bild ab.

Das alles hat dazu geführt, dass ich die Runde ein wenig abgekürzt habe, was auch ganz in Doxis Sinne war, denn ihr war es ebenfalls zu schwül. Statt 13 km sind wir so nur 8 km gelaufen. Ist sonst gar nicht meine Art, aber für heute hat das irgendwie gereicht.

( MITI )

Sonnenuntergang Raketenstation

Sonnenuntergang Raketenstation
Raketenstation Hombroich, 10. Juli 2021

Von der untergehenden Sonne angestrahlte Wolken über den Kraftwerken von Grevenbroich

Heute Abend waren Heike und ich mit den Fahrrädern auf der Raketenstation Hombroich bei Neuss-Holzheim, wo u. a. die Langen Foundation ihren Sitz hat.

Dort kann man regelmäßig einen besonders schönen Sonnenuntergang beobachten. Leider war unser Lieblingsplatz an der großen Skulptur Begiari V schon besetzt.

Aber dafür hatten wir am Rande der Skulpturenhalle von Thomas Schütte einen wunderbaren Ausblick in Richtung Grevenbroich. Dort steht auch eine beeindruckende neue Skulptur von Thomas Schütte, die „Nixe“ aus patinierter Bronze. Musste ich meinen Schatz natürlich gleich davor ablichten 🙂

( MITI )

Zwischen Hase und Hunte

Zwischen Hase und Hunte
7. Juli 2021

Morgendämmerung am Mittellandkanal bei Bramsche

Hurra, ich kann wieder reisen! Nach zehnmonatiger Corona-Zwangspause bin ich endlich wieder On-The-Road. Und dabei sogar schon zweimal geimpft, sodass ich allen Begegnungen mit Infizierten und Nichtinfizierten relativ gelassen entgegenblicken kann.

Mein Ziel ist eine Region, die auf meiner großen Deutschland-Tour bis jetzt zu kurz gekommen ist: das Land zwischen den Flüssen Hase und Hunte im Osnabrücker und Oldenburger Münsterland.

Ich starte meine Tour in Warendorf und arbeite mich langsam in nördlicher Richtung voran. Meine weiteren Stationen sind Bad Iburg, Hagen am Teutoburger Wald, Kalkriese, Bad Essen, Bramsche, die Dammer Berge, der Dümmer See, das Oppenweher Moor, Diepholz, das Pestrumer Gräberfeld, Wildeshausen, Delmenhorst, Elsfleth, Brake, Rodenkirchen und Nordenham.

An der Nordseeküste angekommen, kehre ich um und besuche Burhave, Tossens, Schweiburg, Rastede, den Park der Gärten, die Tülsfelder Talsperre, Vechta, Quakenbrück, Löningen, Haselüne, Fürstenau und Rheine.

Ich habe sehr viel Wasser und schöne Natur gesehen, nicht nur Hunte und Hase, sondern auch Weser und Ems, den Mittellandkanal, die Nordsee, den Jadebusen und das Zwischenahner Meer.

Hübsche und weniger hübsche Städte lagen auf meinem Weg, viel interessante Architektur, tolle Parks und Gärten und beeindruckende Relikte vergangener Zeiten. Mehr als 200 km war ich mit Doxi zu Fuß unterwegs, größtenteils bei schönem Wetter, aber auch einige Male bei kräftigem Regen.

Was soll ich sagen, es war einfach herrlich! Ich wäre gerne immer weiter und weiter gefahren, aber zu Hause warten meine Lieben auf mich. Alle Fotos und Beiträge von dieser ereignisreichen Tour gibt es hier.

Tour-Kalender

Impressionen von dieser Reise

Stellplätze auf dieser Tour

1.) Warendorf / Stellplatz am Bootshaus Emssee Zwischen Hase und HunteToller Stellplatz auf Asphalt direkt an den Grünanlagen am Emssee, nur fünf Fußminuten zum historischen Zentrum. V/E vorhanden.
Sassenberger Straße 26, 48231 Warendorf (0 € / Zwischen Hase und HunteStrom verfügbar)
2.) Bad Iburg / Stellplatz an der Schloßmühle Zwischen Hase und HunteEinfacher Stellplatz halb auf Rasen, halb auf Schotter am Fuße des Burgbergs. Unmittelbar an der Bundesstraße, dadurch tagsüber laut. Keine Infrastruktur vorhanden. Für das Gebotene etwas zu teuer,
Charlottenburger Ring 35, 49186 Bad Iburg (8 € / kein Strom)
3.) Hagen am Teutoburger Wald / Stellplatz am Schulten Holz Zwischen Hase und HunteWunderbarer Stellplatz am Ortsrand unmittelbar am Kirschlehrpfad mit schönem Blick auf die Kirschbäume und in die Landschaft. Immer gut besucht. V/E vorhanden.
Zum Jägerberg 20, 49170 Hagen am Teutoburger Wald (0 € / Zwischen Hase und HunteStrom verfügbar)
4.) Bramsche OT Kalkriese / Parkplatz Museum und Park Kalkriese Zwischen Hase und HunteGroßer Parkplatz für Busse und PKW auf Asphalt neben dem Park/Museum. Keine Infrastruktur. Wohmobile stören dort nicht. Gut für eine Nacht.
Cheruskerstraße, 49565 Bramsche (kein offizieller SP)
5.) Bad Essen / Parkplatz Schloss Ippenburg Zwischen Hase und HunteGroßer Schotter-/Rasenparkplatz für Schlossbesucher. Gleich neben der noch jungen Hunte. Wohnmobile stören dort nicht. Keine Infrastruktur, dafür weite Blicke in die flache Landschaft.
Navi: Falkenburg 3, 49152 Bad Essen,, dann Schildern Richtung Schloss Ippenburg folgen (kein offizieller SP)
GPS = N52.343846, E8.363818
6.) Bad Essen / Reisemobilhafen Falkenburg Zwischen Hase und HunteVollausgestatteter Stellplatz auf Rasen direkt am Kanal, ein Stück weit vom Zetrum entfernt.
Falkenburg 3, 49152 Bad Essen (12 € / Zwischen Hase und HunteStrom verfügbar)
7.) Bramsche / Stellplatz Hasebad & Varus-Therme Zwischen Hase und HunteMarkierte Plätze auf großem PKW-Parkplatz vor dem Bad. Nicht sehr einladend, aber nahe am Hasesee und am Zentrum.
Malgartener Straße 49, 49565 Bramsche (0 € / Zwischen Hase und HunteStrom verfügbar)
8.) Bramsche / Parkplatz für Angler am Kanal Zwischen Hase und HunteKleiner Platz am Ende eines Feldwegs unmittelbar am Mittellandkanal. Ausreichend für max. 2 Wohnmobile nicht länger als 6 Meter. Keine Infrfastruktur. In der Woche sehr laut wg. angrenzendem Baustoffwerk.
Zufahrt über, Heywinkelstraße 9, 49565 Bramsche (kein offizieller SP)
GPS = N52.408, E8.0664
9.) Damme OT Dümmerlohausen / Stellplatz am Olgahafen Zwischen Hase und HunteStellplatz am Rande eines PKW-Parkplatzes auf Schotter, teilweise unter Bäumen. V/E vorhanden. Nur wenig Schritte zum Wasser und zur Gastronomie.
Dümmerstraße 41, 49401 Damme (0 € / Zwischen Hase und HunteStrom verfügbar)
10.) Oppenwehe / Wanderparkplatz Oppenweher Moor Zwischen Hase und HunteEinacher Wanderparkplatz ohne Infrastruktur mitten in der Natzur, gut geschützt und nahe am Moor.
hinter Moordamm 140, 49448 Bockum (kein offizieller SP)
11.) Diepholz / Stellplatz Heldenhain Zwischen Hase und HunteStellplatz auf Wiese am Rande des großen Festplatzes, nur wenige Schritte vom Zentrum entfernt. V/E vorhanden.
Am Heldenhain, 49356 Diepholz (0 € / Zwischen Hase und HunteStrom verfügbar)
12.) Wildeshausen / Wanderparkplatz Pestruper Gräberfeld Zwischen Hase und HunteGroßer Parkplatz für Busse und PKW neben Landstraße. Keine V/E. Für eine Nacht stört man dort nicht.
Pestruper Str. 90, 27793 Wildeshausen (kein offizieller SP)
13.) Wildeshausen / Wasserwanderer Parkplatz Zwischen Hase und HunteKleiner Schotterparkplatz direkt an der Huntebrücke unterhalb des Kirchbergs. Einsetzstelle für Wasserwanderer, zentrumsnah. Wenig Platz, keine V/E, aber ein Womo stört dort nicht.
Im Hagen, 27793 Wildeshausen (kein offizieller SP)
14.) Delmenhorst / Reisemobilhafen Delmenhorst Zwischen Hase und HunteAbgetrennte Flächen für Womos auf Asphalt auf dem großen Festplatz/Parkplatz neben dem Burginsel unmittelbar am Rathaus/Zentrum. V/E vorhanden.
An den Graften, 27753 Delmenhorst (0 € / Zwischen Hase und HunteStrom verfügbar)
15.) Elsfleth / Stellplatz Hafen Elsfleth Zwischen Hase und HunteStellplatz auf Pflaster unmittelbar an der Kaimauer mit Blick auf die Hunte. V/E vorhanden.
Weserstraße 14, 26931 Elsfleth (8 € / Zwischen Hase und HunteStrom verfügbar)
16.) Brake / Stellplatz Brake Zwischen Hase und HunteAusgewiesene Flächen am Rande eines Parkplatzes mit direktem Blick in den Binnenhafen von Brake. Zentrum und Eisenbahn in der Nähe. V/E vorhanden.
Hafenstraße 7, 26919 Brake (Unterweser) (0 € / Zwischen Hase und HunteStrom verfügbar)
17.) Rodenkirchen / Stellplatz Rodenkirchen Zwischen Hase und HunteGroßer Platz am Bahnhof in der Ortsmitte, auf dem sonst die Volksfeste stattfinden. Teilweise Rasen, teilweise Rasengittersteine. Entsorgung möglich.
Marktplatz, 26935 Stadland (0 € / kein Strom)
18.) Nordenham / P+R Parkplatz Fähre Bremerhaven Zwischen Hase und HunteAsphaltparkplatz gegenüber dem Weserschlösschen und dem Fährableger. Tagsüber gebührenpflichtig, von 18:00 bis 9:00 frei. Keine Infrastruktur.
Titanstraße 1, 26954 Nordenham (kein offizieller SP)
19.) Schweiburg / Stellplatz Schweiburg Zwischen Hase und HunteStellplätze in einer Reihe auf Schotter am Ortsrand vor einem Rasenbolzplatz. Nur wenige hundert Meter zum Jadebusen. V/E vorhanden.
Quittenweg 9, 26349 Jade (0 € / Zwischen Hase und HunteStrom verfügbar)
20.) Goldenstedt / Stellplatz am Naturschutzzentrum Zwischen Hase und HunteEinfacher Parkplatz unter Bäumen am Naturschutzzentrum am Moor. Keine Infrastruktur, ruhig. Für eine Nacht wunderbar.
Arkeburger Straße 22, 49424 Goldenstedt (kein offizieller SP)
21.) Quakenbrück / Stellplatz am Schützenhof Zwischen Hase und HunteKomplett ausgestatteter Platz auf Pflatersteinen unmittelbar an der Hase, 2,5 km vom Stadtzentrum entfernt. Ruhig gelegen. Schöner Fußweg in die Stadt entlang einer Eichenalle an der Hase.
Schützenhof 1, 49610 Quakenbrück (10 € / Zwischen Hase und HunteStrom verfügbar)
22.) Haselünne / Stellplatz am See Zwischen Hase und HunteAbgetrennte Stellplätze auf einem Parkplatz direkt am See. Tolle Lage, komplett ausgestattet. Nachts ruhig. Fußweg fünf Minuten zur Innenstadt.
Am See 1, 49740 Haselünne (0 € / Zwischen Hase und HunteStrom verfügbar)
23.) Fürstenau / Stellplatz am Schloss Zwischen Hase und HunteAusgewiesene Stellplätze auf einem gepflasterten Parkplatz am Schloss. Ruhige Lage. Direkt am Ortszentrum. Keine V/E.
Schloßplatz 1, 49584 Fürstenau (0 € / Zwischen Hase und HunteStrom verfügbar)
24.) Rheine / Stellplatz am Salinenpark Zwischen Hase und HunteAusgewiesene Stellplätze auf einem Großparkplatz auf Rasengittersteinen, teilweise unter Schotter. Nahe am Tierpark/Kloster. Keine Infrastruktur.
Weihbischof-Dalhaus-Straße, 48431 Rheine (0 € / kein Strom)
( MITI )

In Rheine an der Ems

In Rheine an der Ems
Rheine, 6. Juli 2021

Blick zum Emswehr mit der Stadtkirche St. Dionysius am Marktplatz im Hintergrund

Ich beende meine zweiwöchige Womo-Tour mit Doxi durch das Land zwischen Hase und Hunte mit einer ausgiebigen Besichtigung von Rheine, der zweitgrößten Stadt des Münsterlands.

Die Stadt 40 km nordwestlich von Münster liegt an der nördlichen Grenze der westfälischen Tieflandbucht und wird von der Ems geteilt. Rheine liegt gerade noch in Nordrhein-Westfalen und grenzt im Norden an Niedersachsen.

Die Stadt wurde an einer historischen Furt der Ems errichtet, in der sich die Aue links und rechts des Flusses auf nur 50 Meter verengen. Noch heute strömt der Fluss am großen mittelalterlichen Emswehr unterhalb des historischen Zentrums wild rauschend anderthalb Meter in die Tiefe.

Archäologische Funde zeigen, dass die Region bereits in der Jungsteinzeit um 3.000 v. Chr. besiedelt war. Auch die Römer haben hier bei ihren Germanenfeldzügen reiche Spuren hinterlassen.

Im Mittelalter erlebte die Stadt eine wechselvolle Geschichte, geprägt durch territoriale Streitgkeiten, Glaubenskriege, Plünderungen, Stadtbrände und Seuchen.

Als Keimzelle der Stadt gilt heute der Falkenhof oberhalb des Emswehrs, der im Jahr 838 in einer Schenkungsurkunde Ludwigs des Frommen erstmals erwähnt wurde.

1327 erhielt Rheine das Stadtrecht. Damit wurde der Einfluss der umliegenden Grafschaften und des Münsteraner Hochstifts erheblich zurückgedrängt.

Etwa um das Jahr 1400 begannen die Arbeiten an der spätgotischen Hallenkirche am Marktplatz. Sie wurden rund 120 Jahre später mit der Vollendung des Turmes abgeschlossen.

Spätestens seit dem Jahr 1576 war es durch die Errichtung des Emswehrs mit Schleuse möglich, die Ems von Emden bis Rheine und weiter bis Greven durchgängig zu befahren. Das trug zum wachsenden Wohlstand der Stadt bei.

Ich finde es spannend, die vielen Zeugnisse der langen Stadtgeschichte auf meinem Spaziergang zu entdecken. Fast vier Stunden bin ich mit Doxi in Rheine unterwegs. Wenn ich nicht zurück nach Hause müsste, ich wäre bestimmt noch einen Tag länger in dieser interessanten Stadt geblieben.

( MITI )

Eine ganz besondere Kirche

Eine ganz besondere Kirche
Rheine, 6. Juli 2021

Portalhalle im Eingangsbereich der Basilika St. Antonius mit romanischen Bögen und aufwendig verzierten Säulen

Rechts der Ems im Stadtteil Rheine-Eschendorf steht ein ganz besonderes, schon von weitem sichtbares Kirchengebäude:  Die zwischen 1899 und 1905 errichtete St.-Antonius-Basilika ist ein neoromanisches Kirchengebäude in der Art eines romanischen Kaiserdoms. Sie ist dem heiligen Antonius von Padua geweiht.

Das repräsentative Gebäude mit einer Gesamtlänge von 90 Metern und dem höchsten Turm des Münsterlandes (102 Meter) gilt als einer der aufwendigsten Kirchenbauten des ausgehenden Historismus in Deutschland.

Mit ihren zwei Seitenschiffen und den Hauptschifffenstern im Obergaden erfüllt St.-Antonius alle architektonischen Anforderungen für die Einordnung als Basilika.

Ihre Dimensionen spiegeln den Strukturwandel wider, der sich im ausgehenden 19. Jahrhundert im nördlichen Münsterland vollzog, als in der früher landwirtschaftlich geprägten Region große Industriebetriebe entstanden.

Der Bau ist ein Werk des deutsch-niederländischen Architekten Franz Klomp, der sich ich weitgehend an den Hildesheimer Kirchen St. Michael aus dem 11. Jahrhundert und St. Godehard aus dem 12. Jahrhundert orientierte. Der Westturm wurde in Anlehnung an den Turm des Paderborner Domes gestaltet.

Im vorwiegend weiß gehaltenen Hauptschiff erkennt man in den abwechselnd grau und rot gefassten Säulen und Bögen deutliche romanische Elemente.

Unter dem Chor gibt es eine römischen Katakomben nachempfundene Krypta, die bei meinem Besuch leider nicht zugänglich war. Trotzdem bin ich tief beeindruckt von diesem Bau, auch wenn er – wie der gesamte Historismus – heute ein wenig wie aus der Zeit gefallen wirkt. Aber er passt irgendwie zum Protzertum des Kaiserreichs.

( MITI )