Kloster Schönau an der Saale

Kloster Schönau an der Saale
Schönau am Main, 7. Mai 2022

Klosterkirche Schönau mit frischem Maibaum davor

Als Abendwanderung laufe ich mit Doxi von Gemünden durch das Tal der Fränkischen Saale stromaufwärts zum Kloster Schönau im gleichnamigen Kirchdorf.

Das 1189 gegründete Kloster hat eine lange und wechselvolle Geschichte durch die Jahrhunderte hinter sich und wurde mehrmals zerstört und wieder aufgebaut.

Heute sind dort Minoriten (Franziskaner-Konventualen) zu Hause, die in ihrem Wirken dem heiligen Franz von Assisi folgen.

Leider kommen wir ungelegen, um uns die barocke Ausstattung der Kirche mit ihrem prächtigen Hochalter anzuschauen, denn als wir dort eintreffen, findet gerade ein Gottesdienst statt.

( MITI )

Von Gemünden ins Maindreieck

Von Gemünden ins Maindreieck
Gemünden am Main, 7. Mai 2022

Doxi auf einer Apfelwiese kurz vor Massenbuch

Bei Gemünden macht der Main eine scharfe Kehre um den Mühlberg und formt damit die Spitze eines Dreiecks. Dort war ich heute mit Doxi auf Wanderung unterwegs.

Auf einem Teilstück des Fränkischen Marienweges laufen wir zunächst über die große Mainbrücke aus Gemünden hinaus und dann am Fuße des Walds nach Hofstetten, einer von 87 Stationen des 1920 km langen Marienweges.

Auf halber Strecke nach Hofstetten unterqueren wir dabei die Eisenbahnbrücke der Hochgeschwindigkeitsstrecke Hannover – Würzburg, die hier den Main überspannt.

Unmittelbar hinter der Brücke tauchen die Gleise in den 5 Kilometer langen Mühlbergtunnel ein, der den gesamten Mühlberg durchschneidet und von ICEs mit Tempo 250 befahren wird.

Auf der gegenüberliegenden Mainseite können wir beobachten, dass dort ein großes Paddelevent stattfindet. Am Ortsrand von Gemünden sind zahlreiche Zelte aufgebaut und Kajaks im Wasser. Über das Wasser hört man die Ansagen des Veranstalters.

Hinter Hofstetten geht es in den großen Mischwald, der fast den gesamten Mühlberg einnimmt. In einem ausgedehnten Bogen steigen wir im Wald immer weiter auf bis kurz vor dem hoch gelegenen Ort Massenbuch.

Dort erwartet uns nicht nur ein herrlicher Fernblick über die Landschaft, sondern auch eine Wildwiese mit blühenden Apfelbäumen.

Dahinter steigen wir am Rabigsgrund steil durch den Berg wieder hinab nach Gemünd, wo wir nach drei Stunden und 13 Wanderkilometern wieder eintreffen. Gut, dass wir den überwiegenden Teil der Tour durch den Wald gelaufen sind, denn in der Sonne ist es heute wieder ganz schön warm. Aber so war es auch für Doxi erträglich.

( MITI )

Gemünden am Main

Gemünden am Main
Gemünden am Main, 6.05.2022

Blick über die Fränkische Saale nach Gemünden am Main

Kurz hinter Rieneck erreichen wir Gemünden, unserer erste Station am Main. Hier mündet die Sinn in die Fränkische Saale und beide gemeinsam in den Main. Gemüden wird deshalb gerne als Fränkische Dreiflüssestadt bezeichnet.

Gemünden ist ein Verkehrs- und Eisenbahnknoten, was der Stadt kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs zum Verhängnis wurde.

Durch einen alliierten Luftangriff am 16. März 1945 wurden zwei Drittel der Stadt zerstört, inklusive des westlichen und mittleren Altstadtbereichs, der bis dahin eine komplett erhaltene Bebauung aus dem späten Mittelalter aufgewiesen hatte.

Nur wenig von der historischen Architektur wurde nach dem Krieg neu errichtet. Dennoch ist Gemünden aufgrund seiner Lage und Kulisse mit alten Türmen und der Ruine der Scherenburg eine sehenswerte Stadt, außerdem ein sehr guter Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren.

Wir stehen mit dem Wohnmobil nur wenige hundert Meter von der Altstadt entfernt unmittelbar an der Saale mit Blick auf das frühere Huttenschloss und genießen das herrliche Wetter. Gefällt uns gut hier.

( MITI )

Burg Rieneck

Burg Rieneck
Rieneck, 6. Mai 2022

Historisches Ortszentrum von Rieneck mit Heimatmuseum (Altes Rathaus, links), Schindelhaus und klassizistischer Pfarrkirche St. Johannes der Täufer

Bei der Beschäftigung mit dem Spessart und seinen früheren Herrschern habe ich viel über die Herren von Rieneck gelesen. Deshalb wollte ich unbedingt einmal deren Burg sehen. Diese Gelegenheit ergibt sich bei unserer Fahrt durch das Sinntal in Richtung Gemünden am Main.

Wenige Kilometer vor Gemünden liegt das historische Zentrum von Rieneck mit der alten Burg auf einem Bergsporn.

Ludwig I., Graf von Loon und Rieneck, ließ das sogenannte „castrum Rinecke“ um das Jahr 1150 an der nordöstlichen Grenze der Grafschaft Rieneck bauen

Damit wollte er seinen Machtbereich gegen die Interessen der umliegenden Territorien von Kurmainz, dem Hochstift Würzburg und dem Stift Fulda absichern.

Mit der Burg kontrollierte er außerdem die Birkenhainer Straße, den wichtigsten mittelalterlichen Verkehrsweg der Region.

Die Burganlage bestand zunächst nur aus dem von Befestigungsmauern umgebenen Burghof und dem siebeneckigen Bergfried mit seinen vier bis acht Meter starken Mauern.

Etwa um das Jahr 1200 wurde die Burganlage stärker befestigt und der heute 29 m hohe achteckige „Dünne Turm“ zum Schutz einer größeren Burgbesatzung erbaut. Beide Türme hatten ursprünglich keine Fenster und keinen ebenerdigen Zugang. Holztreppen, die im Angriffsfall entfernt werden konnten, führten zu Eingängen in der ersten Etage.

Auf verschlungenen und unter Historikern umstrittenen Pfaden kamen der Ort und die Burg später zum Herzogtum Hanau. Heute befindet sich die Burg im Besitz des Verbandes christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Sie dient als internationales Schulungs- und Begegnungszentrum.

Als wir die Burg besuchen, reisen dort gerade zwei Dutzend junge Leute ab. Die Stimmung ist prächtig. Offensichtlich hat es ihnen auf der Pfadfinderburg Rieneck gefallen.

( MITI )

Die Burg im Sinntal

Die Burg im Sinntal
Burgsinn, 6.05.2022

Die Wasserburg im historischen Zentrum von Burgsinn

Wir folgen weiter der Sinn durch ihr langgestrecktes Tal in Richtung Süden. Kurz hinter Jossa haben wir Hessen verlassen. Als wir Obersinn, Mittelsinn und schließlich Burgsinn erreichen, befinden wir uns bereits in Bayern.

Das Zentrum der 2.500 Einwohner-Stadt Burgsinn wird von der Wasserburg der Herren von Thüngen überragt, auch „Altes Schloss“ genannt.

Die Anlage ist trapezförmig aufgebaut, mit jeweils einem Turm an den vier Ecken. Am Zugang zur Burg befindet sich ein gewaltiger Bergfried von 22 Metern Höhe.

Seine Errichtung wird auf das 12. Jahrhundert datiert. Die übrigen Gebäude wurden im 16. oder 17. Jahrhundert umgebaut oder erneuert.

Burgsinn wird von der Aura durchflossen. Südlich der Wasserburg mündet der Fluss in den Flutgraben, einem Seitenarm der Sinn. Um die Stadt vor den Hochwassern der Aura zu schützen, fließt das Wasser bis zum Ortsrand durch ein kanalisiertes Bett.

Wir stehen auf dem Womo-Stellplatz am großen Freibad von Burgsinn am Ortsrand direkt an der Aura. Der Platz ist kostenlos, aber nicht sehr einladend. Deshalb fahren wir nach einem kurzen Spaziergang durch den Ort weiter in Richtung Gemünden am Main.

( MITI )

Im Jossgrund

Im Jossgrund
Jossa, 6.05.2022

„Dreiflüsseaussicht“ nennt sich dieser Punkt im Jossgrund

Von Mernes sind wir in nordöstlicher Richtung weiter durch das Jossatal nach Jossa gefahren. Östlich des Ortes endet das Tal und die Jossa mündet in die Sinn.

Das Sinntal, durch das die Sinn gen Süden abfließt, bildet die Grenze zwischen Spessart und Rhön.

Die südliche Gemarkungsgrenze von Jossa markiert außerdem die Grenze zwischen den Bundesländern Hessen und Bayern. Hinter Jossa beginnt Unterfranken.

Das Ortsbild wird durch ein großes Eisenbahn-Viadukt der alten Nord-Süd-Strecke Fulda–Würzburg geprägt.

Regelmäßig kann man dort Eisenbahnfans beobachten, die die Züge mit großen Zoomobjektiven fotografisch festhalten, insbesondere die Lokomotiven.

Ich bin allerdings nicht wegen der Eisenbahn hier, sondern weil ich mit Doxi noch ein wenig durch diesen nördlichsten Abschnitt des Jossa-Tals wandern möchte. Etwas oberhalb des Flusses laufen wir acht Kilometer durch den Wald.

Es ist schön, zu beobachten, wie sich der Fluss durch das Tal schlängelt. Besonders pittoresk ist dies an einem speziell markierten Aussichtspunkt. Dort verweilen wir einen Moment und genießen den Ausblick, bevor es zurück zu unserem Stellplatz am Fußballplatz von Jossa geht.

( MITI )