Rund ums Heimbuchenthal

Rund ums Heimbuchenthal
Heimbuchenthal, 13.05.2022

Am Hofgut „Heimatenhof“

Wir sind weiter im Hochspessart unterwegs. Von Mespelbrunn fahren wir in südlicher Richtung 15 km weiter nach Heimbuchenthal. Das Dorf liegt eingeschmiegt zwischen den Waldbergen im oberen Elsavatal.

Hier fanden früher die beliebten Hofjagden der Mainzer Kurfürsten statt. Irgendwann erhielten die angesiedelten Jagdhelfer jeweils einen Landstreifen zur Eigenbewirtschaftung. Daraus entstand nach und nach das Dorf Heimbuchentahl.

Wir finden einen Stellplatz am Alten Bahnhof und starten von dort am späten Nachmittag eine Wanderung, die der Tour 32 aus dem Wanderführer „Spessart“ folgt.

Doxi stärkt sich kurz im Elsavabach, dann laufen wir aus dem Tal hoch in den Wald und kommen bald zum idyllischen Waldsee „Buttenbrunnsee“. Nach einem weiteren Aufstieg geht es hinunter zum Höllhammer, einem historischen Hammerwerk am Elsavabach. Zu Beginn des 19. Jh. galt er als Erstes und leistungsfähigstes Hammerwerk im Fürstentum Aschaffenburg.

Von dort geht es steil hinauf durch den Wald zum früheren Hofgut „Heimatenhof“, heute ein Hotel mit tollem Blick über den Hochspessart. Nach einem weiteren Ab- und Aufstieg gelangen wir zur Kapelle „Herrin der Berge“, die Amerika-Auswanderer aus dem Spessart gestiftet haben.

Dahinter beginnt unser Abstieg nach Heimbuchenthal, wo wir nach rund dreieinhalb Stunden und 13 Wanderkilometer wieder eintreffen.

( MITI )

Schloss Mespelbrunn

Schloss Mespelbrunn
Mespelbrunn, 13.05.2022

Ikonisch: Das Schloss Mespelbrunn im Spessart

Es ist das Wahrzeichen des Spessarts schlechthin: das Wasserschloss Mespelbrunn in einem kleinen Seitental des oberen Elsava-Tals am Rande der gleichnamigen Gemeinde im Hochspessart. Ich möchte nicht wissen, auf wie vielen Veröffentlichungen über den Spessart dieses Schloss abgebildet ist. Vermutlich kann man sie nicht zählen.

Durch seine romantische Lage und das von Kriegen unberührte malerische Erscheinungsbild hat Schloss Mespelprunn weltweit Bekanntheit erlangt. Jahr für Jahr zieht es bis zu 100.000 Besucher an.

Auch ich möchte das Schloss gerne einmal sehen. Ich parke im Ortsteil Hessenthal von Mespelbrunn und laufe mit Doxi 4 Kilometer entlang des Elsava-Bachs durch den Talgrund zum Schloss.

Es ist herrliches Wetter: Von oben scheint die Sonne und von unten rauscht der kanalisierte Bach lieblich durch den Ort.

Geich hinter dem Ortsrand liegt Schloss Mespelbrunn, das seine Entstehung einer Schenkung des Mainzer Erzbischofs Johann II. von Nassau verdankt. Dieser übereignete im Jahre 1412 seinem kurfürstlichen Forstmeister im Spessart, Hamann Echter, eine „Wüstung und Hofstätte“ genannt Espelborn.

Es war Peter III. Echter von Mespelbrunn (1520–1576) und seine Gemahlin Gertrud von Adelsheim, die die kleine Wehranlage ab 1551 zu einem Schloss Stil der Renaissance ausbauen ließen.

Eines ihrer Kinder, Julius Echter von Mespelbrunn, sollte später selbst zum Bischof von Würzburg und Fürst von Ostfranken aufsteigen. Ihm ist ein 8 km Rundweg zwischen dem Schloss und dem Ort gewidmet, dem wir auf einigen Abschnitten folgen.

Am Eingang zum Krebsbachtal mit dem Schloss befindet sich seit 1875 außerdem die Gruftkapelle St. Maria der Grafen von Ingelheim. Alles wirkt wirklich sehr malerisch hier und lädt zum Träumen ein. Dem kann man sich nur schwer entziehen, das finde ich auch.

( MITI )

Rotweinweg und Seltenbachschlucht

Rotweinweg und Seltenbachschlucht
Erlenbach, 12. Mai 2022

Enger Pfad durch die Seltenbachschlucht

Unsere Abendwanderung führt uns heute am Mainufer entlang vom Womo-Stellplatz nach Erlenbach, die nördlich gelegene Nachbarstadt von Klingenberg.

Erlenbach wird als Tor zu den Weinterrassen bezeichnet, denn vom Ortsrand kann man in die südwestlich ausgerichteten Steillagen der Weinberge zwischen Erlenbach und Klingenberg oberhalb des Mains aufsteigen.

Die Winzer haben dort in Jahrhunderten eine einzigartige Kulturlandschaft geschaffen. Die Kombination aus mediterranem Mikroklima und Buntsandstein lässt vollmundige Rotweine, aber auch hervorragende Weißweine reifen.

Entlang des Rotweinwanderwegs durch die Weinberge informieren Schilder über die gebietstypische Fauna und Flora, Sehenswürdigkeiten, Naturdenkmäler, Weinbergslagen und historische Flurnamen.

Kurz vor Klingenberg steigen wir noch etwas weiter auf in den Wald oberhalb der Weinberge und wenden uns Richtung Mechenhard. Von dort gelangen wir zum Einstieg in die Seltenbachschlucht, die hinunter nach Klingenberg zum Main führt.

Die Schlucht bildet ein enges Kerbtal mit steil aufragenden Wänden. Diese sogenannte Klinge verlieh der Clingenburg und später der Stadt Klingenberg ihren Namen.

In der Schlucht sind rote, gelbe und weiß gestreifte Gesteine aus der Zeit des Mittleren Buntsandstein aus der Erdgeschichte vor ca. 250 Millionen Jahren aufgeschlossen.

In der Eiszeit vor etwa zwei Millionen Jahren schnitt sich der Main in die flache Landschaft ein. Dadurch gruben sich auch die seitlichen Nebenbäche wie der Seltenbach ein. Enge und steile Schluchten entstanden, fast wie bei einer Klamm.

Heute ist die Seltenbachschlucht nicht nur eine Touristenattraktion, sondern auch ein Naturschutzgebiet, in dem Molche und Feuersalamander leben. Die Laubbäume in der Schlucht sind mit Moosen und Efeu bewachsen. Ein uriger Anblick ist das.

( MITI )

Rund um Klingenberg

Rund um Klingenberg
Klingenberg, 12.05.2022

Blick vom Weinberg hinunter nach Klingenberg

Wir arbeiten uns Schritt für Schritt entlang das Mains nach Norden voran. Heute machen wir am Bayerischen Main im unterfränkischen Klingenberg nahe der Landesgrenze zu Hessen Station.

Die Landschaft auf unserer Seite des Flusses gehört noch zum Spessart. Drüben beginnt der Odenwald.

Über der hübschen kleinen Altstadt von Klingenberg erheben sich malerisch zwei Weinberge mit terrassenförmigen Steillagen, an denen vorwiegend Rotwein angebaut wird, Spätburgunder und Portugieser.

Über den Weinbergen sitzt die Ruine der staufischen Clingenburg, die 1177 von Conradus Colbo erbaut wurde, dem kaiserlichen Mundschenk von Kaiser Barbarossa. Sie ist das erste Ziel unserer heutigen Morgenwanderung. Wir folgen dabei der Tour 47 aus dem Rother Wanderführer „Spessart“.

Von der Altstadt geht es über zahllose Stufen hinauf zur Burg. Dahinter laufen wir in südlicher Richtung durch die Weinberge und genießen malerische Blicke auf den Main.

Noch mehr weitet sich das Panorama, als ich den 1906 errichteten Aussichtsturm oberhalb des Burgareals erklimme: Wasser, Weinberge und Wälder soweit das Auge reicht.

Rund um Klingenberg

Beschützer der Burg

Dahinter geht es durch den frisch ergrünten Buchenwald abwärts und über lauschige Hohlwege ins wiesengrüne Rollbachtal mit der Paradiesmühle, einem Hotel und Restaurant.

Wir folgen ein Stück dem Bach durchs Tal und steigen dann wieder auf naturnahen und teils mit umgestürtzen Bäumen übersäten Waldwegen wieder hinauf in Richtung des alten Bergwerks  (eine Tongrube) im Wald über Klingenberg.

Oberhalb der Klingenberger Schlucht, in der sich der Seitenbach tief ins Bundsansteingebirge eingegraben hat, laufen wir anschließend wieder hinunter nach Klingenberg, wo wir nach knapp 4 Stunde und 14 Wanderkilometern wieder eintreffen.

Dafür, dass es heute eigentlich den gesamten Tag bewölkt sein sollte, hatten wir ganz schön viel Sonne auf dieser Tour. Und das hat richtig gut getan.

( MITI )

LT1 – Zu den Heunesteinen

LT1 – Zu den Heunesteinen
Freudenberg, 11.05.2022

Blick von der Burg Freudenberg auf den Main. Unten rechts stehen wir 🙂

Noch einmal möchte ich eine Wanderung aus dem Reigen „liebliches Taubertal“ laufen. Die Tour mit der Nummer 1 startet und endet in Freudenberg am Main, rund 8 km östlich von unserem Übernachtungsplatz in Miltenberg entfernt.

Also fahren wir am Morgen stromaufwärts und treffen es auf dem Womo-Stellplatz nahe der Altstat von Freudenberg wunderbar an: Wir ergattern einen Platz in der ersten Reihe mit direktem Blick auf den Main und den davor verlaufenden Main-Radweg.

Das alte Freudenberg im fränkischen Nordosten Baden-Württembergs besteht im wesentlichen aus einer Hauptstraße mit schönen Fachwerkhäusern unterhalb der Ruine der Burg Freudenberg.

Deren Ursprünge gehen auf das Jahr 1197 zurück, als der Würzburger Bischof Heinrich III. von Berg zum Schutz des Mainübergangs oberhalb einer Furt einen Wohnturm errichten lies.

Unter nachfolgenden Bischöfen, aber insbesondere unter den späteren Herren von Wertheim wurde die Burg mehrfach erweitert und befestigt.

1552 wurde sie im Markgräflerkrieg jedoch stark beschädigt und blieb anschließend unbewohnt. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Ruine auf Initiative der Bürger Freudenberg wieder freigelegt und renoviert.

Wir steigen die 420 Stufen vom Mainufer zur Burg hinauf. Dahinter geht es auf dem Main-Panoramaweg durch den schönen Mischwald ständig und teil steils bergauf und weiter zum „Mautersbrunnen“, wo Doxi einen kräftigen Schluck nimmt.

Immer weiter laufen wir durch den Wald und genießen den Wind und den Schatten der Bäume auf den Höhen, denn heute ist es richtig heiß.

Eigentlich geht die Tour immer weiter durch den Wald bis kurz vor Bürgstadt, doch ich entschließe mich für eine Abkürzung. Statt der avisierten 14 km laufen wir „nur“ zehn. Dadurch geht heute Abend noch etwas. Aber eine schöne Tour, auf jeden Fall.

( MITI )

Abendtour zum Kloster Engelberg

Abendtour zum Kloster Engelberg
Großheubach, 10. Mai 2022

Wallfahrtsstätte Kloster Engelberg

Rund fünf Kilometer von Miltenburg entfernt thront auf einem Bergsporn hoch über dem Main das Franziskanerkloster Engelberg. Es ist das Ziel meiner heutigen Abendwanderung mit Doxi.

Bereits im Vorfeld hatte ich gelesen, dass bis dort oben 612 Sandsteinstufen, die sogenannten „Engelsstaffeln“, entlang eines Kreuzwegs zu überwinden sind. Dies möchte ich Doxi ersparen.

Deshalb suchen wir uns einen kleinen Umweg durch den Wald, der diese Passage weitgehend umgeht. Und das funktioniert auch.

Schon in vorchristlicher Zeit soll sich am Ort des Klosters auf der damals noch „Rulesberg“ genannten Anhöhe eine heidnische Kultstätte befunden haben.

Etwa um 1300 wurde auf dem Berg eine einfache Kapelle aus Holz errichtet und dem Erzengel Michael geweiht. Mit der Zeit wurde aus dem alten „Rulesberg“ allmählich der „Engelberg“.

Anfang des 14. Jahrhunderts kam in die Kapelle auch eine Marienstatue, die dort bis heute als wundertätiges Gnadenbild verehrt wird und das Ziel von Wallfahrten ist.

Die fast unüberschaubare Zahl von Parkplätzen links und rechts des Klosters deutet darauf hin, dass viele Pilger und Touristen diesen Ort besuchen. So mancher kommt wohl nicht (nur) wegen der Marienverehrung hier hinauf. Denn das Kloster wird auch gerühmt für sein dunkles Bier aus Holzfässern, das in der Klosterschänke gereicht wird. Na, dann, wohl bekomms …

( MITI )