Köhlerpfad am Steinbach

Köhlerpfad am Steinbach
Katzenloch/Kempfeld, 12.10.2021

Die Steinbachtalsperre bei Kempfeld wird derzeit saniert und ist deshalb nur zu einem Bruchteil gefüllt

Unsere heutige Wanderung führt uns rund um die Steinbachtalsperre bei Katzenloch, Gemeinde Kempfeld. Die 1,3 Kilometer lange und 36 Meter tiefe Talsperre wurde 1966 in Betrieb genommen und dient der Trinkwasserversorgung der nahegelegenen Stadt Idar-Oberstein. Sie speichert bis zu 4,8 Millionen Kubikmeter Wasser.

Der 13 km lange „Köhlerpfad am Steinbach“ startet am Wasserwerk Katzenloch und führt zunächst am Flachsbach entlang durch einen schönen Wiesengrund.

Bald erklimmen wir die Höhen nördlich der Talsperre und bekommen am Aussichtspunkt einen Blick auf die Talsperre. Die Talmauer der Sperre wird zurzeit saniert und um 20 Zentimeter erhört, deshalb wurde das Wasser im April 2021 weitgehend abgelassen.

Weiter laufen wir durch Felder und Waldabschnitte in Richtung des Köhlerdorfes Langweiler. Wir steigen weiter auf und umrunden das Dorf. Dahinter erblicken wir in der Ferne erneut die Talsperre, der wir uns nun wieder annähern.

Am Rande des Ortes Sensweiler überqueren wir den Steinbach, kurz bevor dieser in die Talsperre fließt. Dem Südrand der Talsperre folgend laufen wir zurück zu unserem Startpunkt, den wir nach etwas mehr als drei Stunden wieder erreichen.

Eigentlich sollte es heute den ganzen Tag regnen, aber zumindest auf dieser Vormittagswanderung sind wir schon einmal trocken geblieben. Glück gehabt.

( MITI )

Auf dem Mittelalterpfad

Auf dem Mittelalterpfad
Herrstein, 11. Oktober 2021

Blick hinunter nach Herrstein, dem Ausgangspunkt des Mittelalterpfads

Wir sind in den schönen Ort Herrstein gekommen, weil dort ein bekannter Wanderweg startet, der im Jahr 2010 sogar zum schönsten Wanderweg Deutschlands gekürt wurde: der Mittelalterpfad.

Er verbindet den historischen Burg- und Talort Herrstein mit den offenen Hunsrückhöhen, die sich zwischen Soon- und Idarwald erstrecken. Unterwegs eröffnen sich uns immer wieder herrlich weite Panoramablicke in die Landschaft.

Dazwischen gibt es lauschige Bachtäler, dichte Waldabschnitte, Felsrücken mit knorrigen Eichen und immer wieder interessante Infotafeln über die Geschichte der Region und ausgewählter Plätze am Wegesrand in den Zeiten des Mittelalters.

Eine wirklich abwechslungsreiche, gut ausgeschilderte und klug ausgewählte Streckenführung.

Da ich mit Doxi erst um 16:30 zu der Tour aufbreche, haben wir auf dem Rückweg etwas Mühe, nicht in die Dunkelheit zu kommen. Auf dem serpentinenartigen Abstieg vom Aussichtsturm hoch oben im Wald hinunter nach Herrstein wird es schwierig.

Vor allem spürt man, dass die Nacht naht: Überall kommen bereits Rehe aus der Deckung. So erwächst auf den letzten Kilometern der Tour eine ganz eigentümliche Stimmung, die wir beim Wandern nicht so häufig erleben.

( MITI )

Historisches Herrstein

Historisches Herrstein
Herrstein, 11.10.2021

Marktplatz mit dem Schinderhannesturm

Unser Übernachtungsort heute ist Herrstein an der Deutschen Edelsteinstraße, rund sechs Kilometer von Fischbach entfernt. Der Ort liegt im Hunsrück südlich des Idarwalds. Durch ihn fließt der Fischbach, der später beim gleichnamigen Ort in die Nahe mündet.

Herrstein ist ein beliebter Ausflugsort seit einer großen Restaurierungskampagne in den späten 1970er Jahren. Dabei wurden die zugeputzten oder mit Schiefer verkleideten Fachwerkhäuser des historischen Ortskerns freigelegt.

So entstand das malerisch wirkende Ensemble eines mittelalterlichen Marktfleckens inklusive Stadttor, Wehrturm und Resten der früheren Stadtmauer.

Dass Wohnmobile an einem so schönen Ort und unmittelbar vor den Toren der Altstadt kostenlos parken können, nehmen wir sehr gerne an.

( MITI )

Kupferbergwerk Fischbach

Kupferbergwerk Fischbach
Fischbach, 11.10.2021

Plakat am Eingang zum Bergwerkgeschaff

Oberhalb von Fischbach an der Nahe, rund 10 km von Idar-Oberstein entfernt, existiert seit der Zeit der Kelten und Römer ein Kupferbergwerk, das seit 1975 der Öffentlichkeit zugänglich ist.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde es im Jahre 1461 bei die Verleihung der Bergrechte durch die lokalen Machthaber, den Pfalzgrafen von Sponheim und den Wildgrafen von Kyrburg.

Noch über diese Zeit hinaus erfolgte der Vortrieb und Abbau des erzhaltigen Vulkangesteins komplett in Handarbeit mit Hammer und Stößel. Mehr als zwei bis vier Zentimeter kam ein Bergmann in seiner zwölfstündigen Schicht kaum voran.

Erst im späten Mittelalter kamen dann Sprengverfahren auf, allerdings in viel kleinerem Maßstab, als man das heute aus dem Bergbau kennt.

Es ist unglaublich, dass die Bergleute auf diese Weise mitten im Berg einen Hohlraum geschaffen haben, der in Europa einzigartig ist und die gesamte Porta Nigra, das berühmte römische Stadttor von Trier, aufnehmen könnte.

Wo die Besucher heute auf einem Asphaltweg bequem auf halbe Höhe den Berg hinauflaufen und dann über einen kurzen Stollen in den riesigen Hohlraum gelangen, haben sich die Bergleute früher vom Fuße des Berges erst 200 Meter in den Stein hineingehauen und dann noch einmal 60 Meter aufwärts.

Allein um diese Strecke zu ihrem Arbeitsplatz im Berg zu bewältigen, benötigten die Bergleute täglich eine Stunde für den Auf- und eine für den Abstieg. Und das zählte nicht zu ihrer zwölfstündigen Arbeitszeit!

Kupferbergwerk Fischbach

Schematische Darstellung der Stollen im Berg

Auf dem geführten Rundgang mit einer Besuchergruppe erfahre ich, dass kaum ein Bergmann damals mehr als 40 oder 45 Jahre alt wurde. Und doch war dies mehr als die Durchschnittsbevölkerung, weil die Bergleute gut mit Obst und Gemüse und im Krankheitsfall auch medizinisch versorgt wurden. So hart die Arbeit aus heutiger Sicht erscheint: Sie war in dieser Zeit ein begehrter und mit Stolz ausgeführter Beruf.

Im Berg arbeiten durften übrigens nur Männer. Frauen brachten Unglück und ließen die Stollen einstürzen, dachte man damals. Dafür arbeiteten Frauen und Mädchen am Fuß des Berges, wo das heraus geschaffte Erz zerkleinert, pulverisiert und dann verhüttet wurde, um möglichst reines Kupfer zu gewinnen. Alles unglaublich aufwändig und aus heutiger Sicht unerträglich harte Arbeit. Was geht es uns im 21. Jahrhundert doch gut!

( MITI )

Auf dem Kupfer-Jaspis-Pfad

Auf dem Kupfer-Jaspis-Pfad
Fischbach, 11. Oktober 2021

Blick aus dem Wohnmobil am Wanderparkplatz, unserem Startpunkt zum Kupfer-Jaspis-Pfad

Am Kupferbergwerk Fischbach gibt es eine beliebte und gut ausgeschilderte Traumschleife: den Kupfer-Jaspis-Pfad.

Auf einer Länge von rund 20 Kilometern führt die Tour überwiegend auf schmalen Pfaden und Naturwegen durch die hügelige Wald- und Feldlandschaft zwischen den Gemeinden Fischbach, Burschweiler, Niederwörresbach, Gerrach und Hintertiefenbach.

Den riesigen Steinbruch an der L160 im Fischbachtal spart sie dabei geschickt aus, sodass man diesen gar nicht zu Gesicht bekommt.

Für mich ist die sechsstündige Tour heute ein wenig zu lang, da ich am Nachmittag eine Führung durch das Bergwerk besuchen möchte.

Also folge ich mit Doxi auf den ersten Kilometern der vorgegebenen Streckenführung und laufe dann in einer Schleife zum Startpunkt am Kupferbergwerk zurück.

( MITI )

Rauf zur Kyrburg

Rauf zur Kyrburg
Kirn, 10. Oktober 2021

Blick von der Ruine der Kyrburg zum Steinbruch oberhalb von Kirn

Als letzten Aufstieg des Tages laufe ich mit Doxi von unserem Stellplatz in Kirn hinauf zur Kyrburg, dem Wahrzeichen von Kirn. Die 1128 erstmals urkundlich erwähnte Höhenburg sitzt zwischen den Tälern der Nahe und des Hahnenbachs.

Im Dreißigjährigen Krieg von den Spaniern, Schweden und den kaiserlichen Truppen besetzt, kam die Burg 1681 in die Hand der Franzosen.

1734 wurde die Festung, wiederum unter französischer Besatzung, gesprengt. Die Burgruine diente daraufhin den Kirnern als Steinbruch. Ihre Überreste kamen in den 1980er Jahren in den Besitz der Stadt Kirn.

Am Fuße der Burgruine befindet sich das 1764 errichtete Garnisonshaus, in dem heute das Restaurant Kyrburg residiert. In seinen Kellerräumen befindet sich ein bekanntes Whisky-Museum.

Die Burgruine kann begangen werden. Von oben hat man einen wunderbaren Blick in die Täler der Nahe und des Hahnebachs und die sie umgebenden Gipfel. Auch die Ausmaße des Steinbruchs am Hellberg kann man erst von dort richtig ermessen.

Und man kann sehr gut im Norden des Hahnebachtals die Kirner Dolomiten in rund 3 km Entfernung erkennen. Mehrere frei stehende, bis zu 30 Meter hohe Quarzitfelsen, ragen dort über die Baumkronen. Besonders markant sind die Oberhauser Felsen, der Kallenfels und die Wehlenfelsen.

Vor allem hat man oben auf der Burg noch Sonnenlicht, wenn das Tal am Abend bereits im Schatten des Berges liegt. Mit Doxi sitze ich deshalb noch eine Weile dort oben und genieße die untergehende Sonne, bis sie hinter dem Berg verschwunden ist. Ganz wunderbar ist das.

( MITI )