Skulpturensammlung Viersen

Skulpturensammlung Viersen
Viersen, 24. Juli 2022

Skulptur vor dem Kreisgebäude

Im Anschluss an unsere Wanderung auf den Süchtelner Höhen besuche ich die Skulpturensammlung rund um die „Städtische Galerie im Park“ im Herzen von Viersen.

Seit 1989 ist in der Stadt zehn Kilometer nordwestlich von Mönchengladbach einer der bedeutenden zeitgenössischen Skulpturenparks in Deutschland entstanden.

Den Anfang machte das 1989 errichtete Monument des Düsseldorfer Kunstprofessors Erwin Heerich (1922–2004) aus Eifeler Basaltlava.

1992 kam die fünfteilige, fast 12 Meter hohe Stahlskulptur „New Star“ des US-amerikanischen Künstlers Mark di Suvero (von 1986/87) vor dem Kreishaus hinzu.

Ein besonderer Anziehungspunkt der Sammlung ist die bronzene Wirbelsäule „the articulated column“, die der englische Künstler Tony Cragg 1996 eigens für Viersen geschaffen hatte.

Weitere ausgestellte Werke: „Kaspar“, bronzene Bildsäule (1989), von Karl Horst Hödicke, „Position im Schwerpunkt“ (1997) von Wolfgang Nestler, „Chaosmos“ (2002) von Roberto Matta, das kinetische Kunstwerk „Optimus II“ (2007) von Günter Haese und „China Daily“ (2010) von Wang Du.

Nach meinem Rundgang durch die Skulpturensammlung laufe ich noch ein wenig durch das Stadtzentrum. Ich bin auf der Suche nach schönen Häusern und Plätzen. Auch dabei werde ich fündig.

( MITI )

Hoher Busch und Süchtelner Höhen

Hoher Busch und Süchtelner Höhen
Viersen, 24. Juli 2022

Schatten Willkommen: Blick aus den Süchtelner Höhen in die umliegenden Felder

Heute soll es wieder richtig heiß werden. Deshalb habe ich eine kleine und gerade einmal 25 km entfernte Wanderung herausgesucht. Es geht auf die Süchtelner Höhen bei Viersen, die höchste Erhebung im Stadtgebiet, rund 2,5 km vom Zentrum entfernt.  Schon um 8:30 laufen wir am Stadionparkplatz „Hoher Busch“ los.

Die Westflanke des Höhenzuges wird durch den Viersener Sprung scharf begrenzt, der eine der großen und noch aktiven Verwerfungen am Niederrhein bildet.

Wiederkehrende Erdbeben in jüngster Zeit und geodätische Messungen belegen die noch aktive Bewegung der Schollen, die im Viersener Sprungsystem einander grenzen: Die Venloer Platte schiebt sich unter die Krefelder Platte.

Für die Quartär-Zeit vor 2,4 Millionen Jahren, konnten Versatzbeträge von bis zu 40 m nachgewiesen werden. Heute beträgt die Absenkungsrate bis zu 0,3 mm pro Jahr. Dabei sinkt die westlich von Hinsbeck gelegene Landschaft in Richtung Westen und Nordwesten ab, während die östlich von Hinsbeck gelegene Landschaft angehoben wird.

Am Rande der Höhen befinden sich mehrere Sportstätten, oben auf dem Kamm die Irmgardiskapelle, das Wahrzeichen von Süchteln. Die Kapelle wurde 1664 zu Ehren der heiligen Irmgardis gestiftet, die laut Überlieferung als Einsiedlerin lange auf den Süchtelner Höhen lebte.

Nicht weit davon erhebt sich aus dem Waldboden eine Jugendstilfassade. Sie bildet den Eingang zu einem 1907 dort errichteten Erdhochbehälter als Wasserspeicher, der bis 1969 in Betrieb war.

Auf unserer knapp zweistündigen Wanderung begegnen uns zahlreiche wiederaufgeforstete Flächen. Wie ich erfahre, gehen diese auf das Sturmtief Frederike im Januar 2018 zurück, bei dem mehr als 15.000 Bäume im Wald umgeweht wurden – insbesondere Fichten. Mannhoch sind die jungen Bäume bereits, aber bis sie so weit in den Himmel aufragen, wie die angrenzenden Buchen, werden wohl noch viele Jahre vergehen.

[Update 17.05.2025: Geologisch relevante Informationen nach Hinweis eines aufmerksamen Lesers ergänzt. ]

( MITI )

Düsseldorf macht sich fein

Düsseldorf macht sich fein
Düsseldorf, 23. Juli 2022

Ikonisches Ensemble: Dreischeibenhaus, Schauspielhaus und Kö Bogen II

Medienhafen, Rheinpromenade, Kö Bogen und Königsallee, Kunstpalast, Tonhalle: Düsseldorf ist reich an sehenswerten Plätzen und Bauwerken.

Und es werden stetig mehr, da in der Stadt rege Bautätigkeit herrscht. Gerade erst wurde der spektakuläre Kö Bogen II mit seiner begrünten Fassade am Gustav-Gründgens-Platz fertiggestellt.

Hier einige Schnappschüsse von einem Motorradausflug in die Stadt an einem Freitagabend und Sonntagmorgen im Juli.

( MITI )

Von Radevormwald ins Bevertal

Von Radevormwald ins Bevertal
Radevormwald, 17. Juli 2022

Nördlichster Fortsatz der Bevertalsperre – die Scheuerbach-Vorsperre beim Hof Siepenbever

Ich bin wieder einmal im Bergischen Land unterwegs, heuer rund 70 km von meinem zu Hause entfernt.

Am südlichen Rand von Radevormwald starte ich auf eine 14 km lange Wanderung, die mich über die Höhen zum Nordrand der Bevertalsparre und weiter zum Ostrand der Wuppertalsperre führen wird.

In dieser Gegend war ich vor zwei Jahren schon einmal unterwegs, allerdings auf einer anderen Route.

Ich habe den Eindruck, die Fernblicke sind in der Zwischenzeit noch zahlreicher geworden, vermutlich weil weitere Waldflächen leergeräumt und die abgestorbenen Fichten entfernt wurden.

Die so entstandenen Freiflächen hat vielerorts bereits das drüsige Springkraut erobert, eine endemische Art, die mit ihren lila Blüten zwar hübsch aussieht, aber einheimische Arten überragt und verdrängt. Ganz schön viel davon gibt es hier.

Ich bin froh, dass ich bereits um 9:00 in Radevormwald gestartet bin, denn es wird heiß heute und die vielen freien Flächen lassen die Sonne durchscheinen.

Etwas mehr als drei Stunden benötige ich für die Tour, weitgehend ungestört von Autos und anderen Wandern. Bei diesem intensiven Sonnenschein ist zwischen den Orten einfach nicht viel los.

( MITI )

Paddeln im Bevertal

Paddeln im Bevertal
Hückeswagen, 17. Juli 2022

Unterwegs auf der Bevertalsperre

Auf meiner Wanderung rund um Radevormwald heute Morgen habe ich an einer Stelle der Rundtour kurz den nördlichsten Zipfel der Bevertalsperre gestreift.

So schön blau und unberührt lag der Stausee in der Sonne da, das weckte in mir den Wunsch, dort einmal zu paddeln. Mein Faltboot habe ich im Auto dabei, muss ich nur aufbauen.

Und tatsächlich, es geht: Die Bevertalsperre ist für den Wassersport freigegeben. Mit Hilfe von Google Maps finde ich im Anschluss an die Wanderung mühelos einen Parkplatz nahe einer möglichen Slip-Stelle.

Als ich dort kurz nach 13:00 eintreffe, sind mehrere SUP-Fahrer gerade im Begriff, ihre Boards aufzupumpen. Hier muss ich richtig sein.

Also baue auch ich mein Faltkajak auf und keine 20 Minuten später bin ich im Wasser zwischen Unmengen von Badenden, SUP-, Kanu- und Kajak-Fahrern sowie einigen Seglern.

Eine ausgelassene Stimmung liegt über dem See. Beherzt paddele ich los und erkunde auf einer knapp 90-minütigen-Runde die verschiedene Verästelungen und Buchten am See. Herrlich ist das und mit dem anschließendem Schwimmen ein wunderbarer Ausklang der doch etwas anstrengenden Vormittagswanderung.

( MITI )

Am Wipperkotten

Am Wipperkotten
Solingen, 15. Juli 2022

Blick über das natürliche Wupperwehr zum Wipperkotten am Nordufer

An einem schönen Abschnitt der Wupper war ich heute am Übergang zwischen Rheinland und Bergischem Land unterwegs. Der Fluß markiert hier die Grenze zwischen den Städten Leichlingen im Süden und Solingen im Norden.

Dort sind noch frühe Zeugnisse der Industrialisierung im 17. Jahrhundert erhalten. Die Wanderung startet am Wipperkotten, einer von zwei weitgehend im Original erhaltenen Schleifkotten am Nordufer der Wupper.

Der Kotten wird heute als Industrie- und Schleifermuseum genutzt und ist eines der bekanntesten Wahrzeichen von Solingen. Er ist nach der benachbarten Hofschaft Wippe benannt.

Vom natürlichen Wupperwehr zweigt ein Obergraben ab und führt den beiden unterschlächtigen Wasserrädern Wasser zu. Diese sind zwischen dem Innenkotten und den Außenkotten jeweils an separaten Holzwellen aufgehängt.

Die Wasserkraft wird darüber in den mechanischen Antrieb von Schleifsteinen und Polierscheiben umgesetzt – und das bis heute. Auch bei meinem Besuch sind die Kotten gerade in Betrieb, und in der schnellen Rotation der schweren Wellen und Zahnradgewinde kann man die Kraft des Wassers förmlich spüren.

Vom Wipperkotten geht es immer nahe am Fluss entlang stromaufwärts durch das Wupper-Tal zu den kleinen Siedlungen Friedrichstal und Rüden mit schönen Fachwerk- und Schieferhäusern. Ein Stück weiter wechsele ich die Flussseite und laufe am südlichen Ufer zurück zum Startpunkt, den ich nach 4 Stunden und 14 Wanderkilometern wieder erreiche.

( MITI )