So schön kann eine Zwischenfrucht zur Bodenbereicherung aussehen
Gestern war Sommersonnenwende und damit Beginn des kalendarischen Sommers. Doch im Hinblick auf die Temperaturen haben wir bereits seit drei Wochen Sommer. Und erneut fällt viel zu wenig Regen.
In den Feldern rund um ein Heimatdorf sind die mobilen Beregnungsanlagen im Dauersatz. Gut, dass wir dafür noch genug Grundwasser haben. Aber ob das auch in Zukunft so sein wird, ist angesichts des Klimawandels mehr als fraglich.
Der Weizen ist fast schon wieder erntereif, die Kartoffeln blühen, die Erdbeeren sind bereits im Endspurt und mit Doxi muss ich meist schon früh morgens gehen, weil ihr sonst viel zu warm wird.
Hier die schönsten Bilder von meinen Spaziergängen und Abendwanderungen aus den letzten drei Wochen.
Eigentlich ist es gerade zu heiß zum Kochen. Aber egal, ich möchte gerne mal wieder etwas Neues ausprobieren. Und da, wo dieses Gericht herkommt, sind unsere aktuellen 32 Grad Außentemperatur noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.
Ich rede von Khichdi, einem beliebten indischen Linsen-Reis-Gemüse-Eintopf. Die Inder kochen es gerne in einem Dampfkochtopf. Darin geht es relativ schnell, wenn man erst einmal das ganze Gemüse (nach Wahl), Kartoffeln, Zwiebeln, Ingwer, Knoblauch und Tomaten geschnibbelt hat.
Da ich keinen Schnellkochtopf zur Hand habe, dauert es bei mir im normalen Kochtopf etwas länger. Ich glaube, ich habe noch nie so viele indische Gewürze auf einmal in ein Gericht gegeben.
Erst das Taka (Gewürzgrundlage) im Kochtopf anbraten aus Ghee, einem Lorberblatt, zwel Nelken, vier Kügelchen Pfeffer, einer Prise Asafötida (Teufelsdeck) und Kreuzkümmel.
Sobald sich das Aroma entfaltet, kommt Korianderpulver, Kurkumapulver, Chillipulver, Garam Marsala, Salz und die Zwiebeln hinzu. Nachdem diese angebraten sind, das gesamte Gemüse und die Tomaten hinzugeben und gut mit den Gewürzen vermischen.
Schließlich wird der Reis und die Linsen mit reichlich Wasser dazugegeben, vermengt und das Ganze so lange gekocht, bis das Wasser weitgehend verdunstet ist. Zurück bleibt das Khichdi, ein wunderbar indisch schmeckender Eintopf.
Ich bin nach Bonn gekommen, um das Arithmeum zu besuchen. Aber wenn ich schon einmal da bin, lasse ich mir auch die aktuelle Ausstellung in der Bundeskunsthalle nicht entgehen.
Die 1920er Jahre sind das Thema einer großen Show, die die Veränderungen nach dem Ersten Weltkrieg beleuchtet in Gesellschaft, Kultur, Medien, Sport und Arbeitswelt.
Es war eine Zeit des Aufbruchs. Frauen wurden unabhängiger, gingen arbeiten, ließen ihre langen Haare und überkommene Kleiderordnungen fallen. Es wurde sich amüsiert, getanzt, geflirtet und Drogen konsumiert.
Viele Gemälde aus dieser Zeit bringen diese Entwicklungen zum Ausdruck, daneben audiovisuelle Medien, Möbel, Kleider und Designobjekte.
Einhundert ist das nun her, doch es weht ein Geist der Modernität durch diese Zeit, der bis heute anhält.
Roboterwesen aus Fritz Langs Kinoerfolg „Metropolis“
1920er Lounge
Rafal Malczewski, Automobil vor Winterlandschaft, 1929
Rennwagen aus den 1920er Jahren
Experimentalfilm über die Arbeit Sonia Delaunays
Ikonen des Bubihaarschnitts
Christian Schad, Anna Gabbioneta, 1927
Aleksandra Belcova, die Tennisspielerin, 1927
Willi Baumeister, Läuferin 1, 1925
Max Beckmann, Rugbyspieler, 1929
Marianne Brandt, Ihre wirksame Mithilfe, 1926
Paul Citroen, Metropolis, 1919
Paul Citroen, City, 1923
Kinoplakate aus den 1920er Jahren
Fortunato Depero, The New Babel, 1930
Marek Wlodarski, Herr mit Gramophon, 1926
Fernand Leger, Frau und Stillleben, 1921
Karl Hofer, Tiller Girls, 1927
Franz Wilhelm Seiwert, Freudlose Gasse, 1927
Otto Heinrich Muck, Laufkatzen, 1919
Alber Renger-Patzsch, Kurbelwellenherstellung in der Gutehoffnungshütte Duisburg, 1929
Otto Heinrich Muck, Hydraulische Hämmer, 1919
Willi Baumeister, Tennispiel mit Zuschauern, 1929
Alice Lex-Nerlinger, Der Maschinist, 1930
Leon Chwistek, Industriestadt, 1920
Albert Renger-Patzsch, Hochofenwerk Herrenwyk Lübeck, 1928
Prächtig verzierte Rechenmaschine aus der Barock-Zeit
Heute habe ich das Arithmeum im Forschungsinstitut für Diskrete Mathematik der Universität Bonn besucht. Die Ausstellung widmet sich der Kulturgeschichte des Rechnens von den Sumerern und Ägyptern, über das Mittelalter, bis in die Neuzeit.
Das Institut verfügt über eine unglaubliche Anzahl an Rechenhilfen und Rechenmaschinen, insgesamt mehr als 7.500 Exponate, die gar nicht vollständig in der großen Ausstellung gezeigt werden können.
Es beginnt mit der Erfindung des Zählens und der Zahlensysteme vor etwa 6.000 Jahren. Dann folgen einfache Rechenhilfen wie der Abakus oder Multiplizierstäbe, die von der Antike bis ins Mittelalter genutzt wurden.
Den Übergang von der Rechenhilfe zur Rechenmaschine markieren die ersten mechanischen Apparaturen aus der Zeit der Aufklärung wie die Maschine von Wilhelm Schickard aus Tübingen (1623) oder die berühmte Pascaline (1642) von Blaise Pascale.
Erstmals erfolgte der Zehnerübertrag beim Addieren und Subtrahieren dabei automatisch mit Hilfe eines mechanischen Rechenwerks – deshalb spricht man nicht mehr von Rechenhilfe, sondern von Rechenmaschine.
Weiter geht es mit kunstvoll aufgebauten Rechenwerken des großen Mathematikgelehrten Leibniz, die erstmals auch Multiplizieren und Dividieren konnten. Weil es in der Zeit des Barocks noch gar keinen wissenschaftlichen oder kommerziellen Bedarf für solche Maschinen gab, landeten sie teilweise als Kuriosum in den Schatzkammern großer europäischer Fürstenhäuser.
Im 19. Jahrhundert entstehen die ersten mechanischen Vorläufer unserer heutigen Computer, wie die Maschine von Charles Babbage. Noch mit sehr bescheidenen Fähigkeiten, aber bereits mit den meisten Elementen ausgestattet, die man heute in elektrischen Computern findet.
Im Zuge der Industrialisierung folgen immer kompaktere und in Massenproduktion hergestellte mechanische Rechenmaschinen, die die Büros erobern. Dann die ersten Lochkartenmaschinen, wie die von Hollerith, die erstmals eine massenhafte Datenerfassung und Auswertung möglich machen.
Die aktuelle Zeit wird repräsentiert durch Computer und Mikrochips, wie sie auch am Institut für Diskrete Mathematik entwickelt werden. Sie verkörpern die komplexesten Strukturen, die unsere Spezies bisher erdacht und gefertigt hat.
Für Menschen wie mich, die Interesse an Mathematik und Rechnen haben, ist das eine höchst interessante Ausstellung, noch dazu in einem architektonisch sehr ansprechenden Gebäude. Schön, dass ich das entdeckt habe.
Abakus
Rechenstäbe
Mittelalterlicher Rechentisch
Geometrische Rechenhilfen
Schickards erste mechanische Rechenmaschin von 1623 (Nachbau)e
Rechenmaschine aus der Zeit des Barocks
Rechenmaschine aus der Zeit des Barocks
Joseph Edmondsons Divisionsmaschine von 1883
Mechanischer Vorläufer des Computers von Charles Babbage
Das Arithmeum in Bonn verfügt neben unzähligen Exponaten aus der Kulturgeschichte des Rechnens und Zählens auch über eine beeindruckende Bildersammlung zumeist zeitgenössischer Geometrisch-konstruktiver Kunst.
Die Idee, Geometrie aus der Fläche in den Raum zu transferieren, findet sich bereits bei Euklid in seinem Werk „Elemente“ aus dem 3. Jahrhundert vor Christus.
Ab ca. 1500 n. Chr. tauchen dann die ersten Umsetzungen in der Illustration und Malerei auf, etwa bei Dürer.
In der Neuzeit entsteht schließlich die Geometrisch-abstrakte Kunst als eigenständige Kunstrichtung. Mit Farbe und Form wird dabei auf ganz unterschiedliche Weise versucht, aus der Fläche in den dreidimensionalen Raum vorzudringen. Spannend finde ich das.
Frisch aus der KI auf meiner Festplatte: Neu erträumte Architektur-Bilder im Stile von Otl Aicher.
Eine meiner ersten Berührungspunkte als Kind mit modernem grafischen Design waren die Piktogramme für die verschiedenen Sportarten, die Otto „Otl“ Aicher (1922-1991) als Gestaltungsbeauftragter für die Olympischen Spiele von München 1972 geschaffen hatte.
Am Radsport-Leistungszentrum in meinem Heimatort und am Schwimmbad hingen sie als lebensgroße Schilder und faszinierten mich sehr.
Otl war einer der prägendsten deutschen Gestalter bzw. Grafikdesigner des 20. Jahrhunderts und Mitbegründer der Hochschule für Gestaltung Ulm. Er war ein entschiedener Gegner der Nazis und stand der Familie Scholl nahe, deren älteste Tochter Inge er später heiratete.
Aicher gilt als einer der Wegbereiter des Corporate Designs: Er schuf bzw. prägte das Design vieler namhafter Unternehmen von der Lufthansa über die Sparkassen bis zum ZDF. Hier habe ich Variationen seiner Architektur-Zeichnungen erzeugen lassen.
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