Bad Münstereifel

Bad Münstereifel
Bad Münstereifel, 27. Juni 2023

Doxi in der Erft an der historischen Stadtmauer

Nach unserem Besuch der Bruder-Klaus-Feldkapelle fahre ich mit meiner Mutter in das nur 8 km entfernte Bad Münstereifel.

Das historische Städtchen an der noch jungen Erft ist seit 2014 der erste Ort, in dem ein Outlet-Center in einer gewachsenen Innenstadt und nicht als Ansiedlung auf der Grünen Wiese entstanden ist.

Das hat die Stadt, in der Heino ein berühmtes Cafe unterhält, spürbar revitalisiert. Während ich mit Doxi durch den Ort anschaue, macht meine Mutti ein wenig Shopping.

An vielen Stellen wird gebaut, was den harmonischen Eindruck in der historischen Altstadt ein wenig trübt.

Doch auch Münstereifel war von der Flutkatastrophe im Juni 2021 betroffen, als die Erft historische Höchststände erreichte und aus ihrem kanalisierten Flussbett ausbrach, das sich mitten durch das historische Zentrum zieht.

80 km weiter westlich mündet der Fluss bei uns im Rhein-Kreis-Neuss in den Rhein. Deshalb ist es schön, die Erft hier so zu sehen. Doxi lässt es sich nicht nehmen, ausgiebig die Wasserqualität zu testen. Soweit ich feststellen kann, gibt es dabei keine Beanstandungen 🙂

( MITI )

Muttis 81. Geburtstag

Muttis 81. Geburtstag
Wachendorf, 27. Juni 2023

Da hinten ist die Kapelle

Anlässlich des Geburtstags meiner Mutter besuchen wir heute die überregional bekannte Bruder-Klaus-Feldkapelle in der Nordeifel bei Wachendorf nahe Mechernich.

Die privat finanzierte und zwischen 2005 und 2007 errichtete römisch-katholische Kapelle steht mitten in den Feldern der Stifterfamilie Trudel und Hermann-Josef Scheidtweiler.

Sie ist dem „Bruder Klaus“ genannten Schweizer Friedensheiligen Nikolaus von Flüe gewidmet, dem Schutzpatron der katholischen Landvolkbewegung und der katholischen Landjugendbewegung.

Die Kapelle weist im Äußeren und im Inneren eine bemerkenswerte Architektur auf, die in Zusammenarbeit mit Schweizer Architekten Peter Zumthor entstand.

Bei der Annäherung durch die Felder präsentiert sich die Kapelle von außen als minimalistischer, blockhafter und fensterloser Turmbau mit einem fünfeckigem Grundriss.

Der Innenraum, den man durch eine schwere, dreieckige Edelstahltüre betritt, wirkt wie eine Höhle aus in den Himmel gerichteten Fichtenstämme, die als Negativform in Beton gegossen wurden.

Der Raum ist nach oben offen, sodass durch eine Rundung in der Decke der Himmel erscheint und Licht und Regen in den ansonsten dunklen Raum fallen.

Es gibt keine elektrischen Anlagen und auch keinen Altar, sondern lediglich eine kleine Bank, einen Opferstock und eine bronzene Stele mit einer Halbfigur des Bruder Klaus. Das Ganze wirkt überaus meditativ und erhaben.

Meine Mutter ist ganz happy, die Kapelle an diesem besonderen Tag endlich einmal zu besuchen und das macht natürlich auch mich ein wenig glücklich. Gemeinsam zünden wir ein Kerzlein für unsere Verstorbenen an.

( MITI )

Wiebke Siem: Das maximale Minimum

Wiebke Siem: Das maximale Minimum
Bonn, 26. Juni 2023

Arbeit von Wiebke Siem

Das Kunstmuseum Bonn bietet mit seiner aktuellen Ausstellung einen spannenden Überblick über das plastische Werk von Wiebke Siem (*1954) von den 1980er-Jahren bis heute.

Die in Berlin lebende Künstlerin wurde in den 1990er-Jahren mit raumgreifenden Installationen bekannt. Zu ihrer Kunst gehört es, Alltagsgegenstände zu verfremden oder in überdimensionierte Objekte zu transformieren, darunter Kleidungs­stücke oder Spielzeug.

Auch skurrile, marionetten-artige Figuren aus Stoff spielen in Siems Werk eine wiederkehrende Rolle. In Verbindung mit Möbelstücken und Haushaltsgegenständen erschafft die Künstlerin einzigartige Installationen, die teilweise beklemmend, teilweise humorvoll wirken.

Ihre For­mensprache und Präsentationsweise lassen regelmäßig Bezüge zu ethnologischen Objekten und Sammlungen erkennen. Sie rücken damit die fragwürdigen Aneignungsstrategien von außereuropäischer Kunst im Zuge des Kolonialismus ins Blickfeld. Das macht ihr Werk heute aktueller denn je.

Die Ausstellung zeigt auch die interaktive Installation „der Traum“, die in der Tradition der Konzeptkunst eines Franz Erhard Walther und anderen steht. Darin können die Besucher:innen eigenständig lebensgroße Figuren oder abstrakte Gebilde aus hölzernen Einzelteilen zusammenstellen, die von Wiebke Siem bereitgestellt wurden.

Die Besucher als Künstler: Das habe ich in diesem Rahmen vorher auch noch nirgendwo erlebt.

( MITI )

Macke und die Rheinischen Expressionisten

Macke und die Rheinischen Expressionisten
Bonn, 25. Juni 2023

August Macke, „Gemüsefelder“ von 1911

August Macke (1887 – 1914) war einer der bekanntesten deutschen Maler des Expressionismus. Er wurde in Meschede geboren und lebte später in Bonn, wo das Kunstmuseum Bonn heute über eine der umfangreichsten Macke-Sammlungen mit Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen verfügt.

Macke wurde im Alter von nur 27 Jahren als Soldat im Ersten Weltkrieg an der Westfront getötet. Bis dahin hatte er bereits ein umfangreiches Werk geschaffen, das sich unter dem Einfluss der vielfältigen Kunstströmungen der Zeit stilistisch mehrfach wandelte.

Der heute als typisch für Macke empfundene Stil ist geprägt durch die Beschäftigung mit der Wirkung des Lichts und durch die Verwendung reiner, leuchtender, harmonierender Farben.

Seine Bilder wirken heiter und leicht. Sie zeugen von der Sehnsucht nach einer intakten Welt, in der der Mensch im Gleichklang mit den Dingen steht, die ihn umgeben.

Das Kunstmuseum präsentiert seine Werke im Kreis der Rheinischen Expressionisten dieser Zeit. Dazu zählen u.a. Franz M. Jansen, Helmuth Macke, Carlo Mense, Heinrich Nauen, Paul Adolf Seehaus und Hans Thuar.

Die Bilder zeugen von einem spannenden Aufbruch in die Moderne, Die Rahmungen aus dieser Zeit wirken teilweise noch „Kaiserlich“ verstaubt, doch die Bildinhalte und der Stil sind es bereits nicht mehr.

( MITI )

Deutsche Kunst nach 1945

Deutsche Kunst nach 1945
Bonn, 24. Juni 2023

Raum mit großformatigen Werken im Obergeschoss des Kunstmuseums Bonn

Den Schwerpunkt der Sammlung des Kunstmuseums Bonn bilden Werke deutscher Künstler, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind. Die Sammlung zeichnet wichtige Strömungen der Kunstgeschichte nach.

Aus den Fünfzigerjahren stammen Werke von Fritz Winter, Willi Baumeister, Gerhard Hoehme, Emil Schumacher und Ernst Wilhelm Nay.

Auf sie folgte eine jüngere Generation mit Sigmar Polke, Gerhard Richter und Georg Baselitz, die in der Künstlergruppe ZERO engagiert waren.

Dem angestaubten Konzept der Skulptur verhalfen Joseph Beuys und Franz Erhard Walther durch radikale Impulse zu neuem Ansehen. Beuys-Schüler wie Blinky Palermo, Imi Knoebel und Anselm Kiefer wurden zu führenden Künstlern des Rheinlands.

In den frühen 1980er Jahren waren es die Neuen Wilden um Hans Peter Adamski, Werner Büttner, Walter Dahn und die Oehlen-Brüder, die Furore machen.

Außerdem sind in der umfangreichen Sammlung Werke von Rosemarie Trockel, Ulrich Rückriem, Hanne Darboven, Reinhard Mucha, Andreas Gursky, Georg Herold und Katharina Grosse vertreten.

Unter dem Titel „Raum für phantasievolle Aktionen“ werden zur Zeit viele Werke der Sammlung präsentiert. Sehr sehenswert finde ich das.

( MITI )

Kunstmuseum Bonn

Kunstmuseum Bonn
Bonn, 23. Juni 2023

Kunst vor einem der beiden Eingänge zum Kunstmuseum Bonn

Das Kunstmuseum Bonn ist Teil der Museumsmeile Bonn und ein faszinierender Bau, der von dem Berliner Architekten Axel Schultes entworfen und 1992 eröffnet wurde. Schultes ist auch Architekt des Bundeskanzleramts in Berlin.

Mit seinem „fließenden“ Raumkonzept gilt das Kunstmuseum Bonn als Musterbeispiel neuer Museumsarchitektur in Deutschland. Gleich gegenüber befindet sich die Bundeskunsthalle.

Markant sind die weit gespannten Dachlandschaften, der kreisförmig gefasste Treppenaufgang sowie die Sammlungs- und Ausstellungsräume mit ihren über Eck gelegten Durchgängen.

Das Treppenhaus wirkt wie ein modernes Amphitheater und bildet den Mittelpunkt des Hauses, das auf einem quadratischen Grundriss basiert.  Es verbindet das Foyer mit den oberen Sammlungsräumen.

Diese werden durch großzügige Dachfenster mit Tageslicht geflutet. Nach außen öffnet sich das Museum durch markante Fensterfronten. Nicht nur die gezeigte Kunst, sondern auch der Bau selbst sind absolut sehenswert, wie ich finde.

( MITI )