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Kunst im Zoo

Kunst im Zoo
Krefeld, 9. September 2021

Shona-Art aus Zimbabwe im Zoo Krefeld

Bereits im Eingangsbereich des Krefelder Zoos fallen uns einige beeindruckende Steinplastiken auf, die von hoher Kunstfertigkeit zeugen. Wie wir erfahren, handelt es sich um Kunstobjekte aus Serpentinstein, die vom Volk der Shona aus Zimbabwe hergestellt werden.

In einem Pavillon auf dem Gelände werden diese Skulpturen verkauft und man kann dort unter fachkundiger Anleitung selbst als Steinbildhauer kreativ werden.

Neben den Steinskulpturen stellen die Shona auch Metallfiguren und Upcycling-Kunst her, bei der abgenutzte Gebrauchsartikel aus Metall Teil von Kunstobjekten werden. Hier einige schöne Beispiele.

( MITI )

Kinetische Kunst in Gelsenkirchen

Kinetische Kunst in Gelsenkirchen
Gelsenkirchen, 20. Juli 2021

Frontseite des Kunsmuseums Gelsenkirchen

Ich bin ein Fan der so genannten „kinetischen“ oder auch „kybernetischen“ Kunst, in der Bewegung und die Reaktion auf äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Diese Kunstform wurde in den 1950er und 1960er Jahren populär.

Ihre vormodernen Ursprünge liegen in den kunstgewerblichen mechanischen Apparaten und ästhetischen Wasserspielen der Barockzeit.

In der Moderne sind ihre Anfänge in den kinetischen Licht- und Bewegungsobjekten Marcel Duchamps und Man Rays zu finden.

Auch die konstruktivistischen Maschinen von Künstlern wie Wladimir Tatlin, Naum Gabo, Alexander Rodtschenko und László Moholy-Nagy sind von diesem Geist geprägt.

Als Hauptvertreter der zeitgenössischen kinetischen Kunst gelten Yaacov Agam, Pol Bury, Alexander Calder, Rebecca Horn, George Rickey, Jesús Rafael Soto und Jean Tinguely, dessen Werke ich sehr bewundere.

Das Kunstmuseum Gelsenkirchen präsentiert eine der größten Sammlungen kinetischer Kunst in Europa. Der Eintritt ist kostenlos und sehr empfehlenswert. Nach mehreren Jahren war ich heute wieder einmal dort, um mich gemeinsam mit Heike von der Kreativität, Dynamik und Kunstfertigkeit, die in diesen Objekten steckt, begeistern zu lassen.

( MITI )

Joseph Beuys und die Schamanen

Joseph Beuys und die Schamanen
Bedburg-Hau, 17. Juli 2021

Schamanisch inspirierte Objekte von Anatlo Donkan im Schloss Moyland

Das Museum Schloss Moyland beherbergt den weltweit größten Bestand an Werken von Joseph Beuys und das umfangreiche Joseph Beuys Archiv, das von den Gebrüdern Grinten zusammen getragen und gestiftet wurde.

Viele der berühmten Werke sind derzeit an die große Beuys-Ausstellung in Düsseldorf ausgeliehen. Sie feiert das Werk des Kunstprofessors und Künstlers anlässlich seines einhundertsten Geburtstags.

Dafür zeigt Schloss Moyland die interdisziplinäre Ausstellung „Joseph Beuys und die Schamanen“. Erstmalig werden dort Werke von Joseph Beuys mit Objekten schamanischer Lebenswelten aus dem eurasischen Raum zusammen gebracht.

Joseph Beuys thematisierte in frühen Werken immer wieder Schamanen und die Kontexte, in denen diese agieren. Die Figur des Schamanen verkörperte für ihn die auf Künftiges ausgerichtete Idee von Transformation und Ganzheit.

Ein Teil der Ausstellung ist Werken zeitgenössischer Künstler gewidmet, die in ihrem Schaffen schamanischem Denken und Handeln nachgehen. Eigens für die Ausstellung geschaffene Installationen sowie Plastiken, Arbeiten auf Papier und Filme von Melanie Bonajo, Marcus Coates, Anatol Donkan, Unen Enkh, Lili Fischer und Igor Sacharow-Ross werden gezeigt.

Die Werke spannen einen Bogen von der Beschäftigung mit der Schamanenfigur durch Beuys bis in die Gegenwart. Sehr interessant, wie ich finde.

( MITI )

Robert Schad auf Moyland

Robert Schad auf Moyland
Schloss Moyland, 17. Juli 2021

Eine von zahlreichen Werken des Künstlers Robert Schad im Schlosspark Moyland

Noch bis August 2021 werden auf Schloss Moyland zahlreiche Zeichnungen und großformatige Eisenskulpturen des deutschen Künstlers Robert Schad gezeigt.

Schad, der 1953 in Ravensburg geboren wurde, studierte von 1974 bis 19880 an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Albrecht von Hancke und Wilhelm Loth.

Seine teilweise baumhohen Eisenskulpturen passen wunderbar in den Schlosspark Moyland, weil sie trotz ihrer Kälte und Härte an etwas Pflanzliches erinnern. Massive Stahlstreben aus Vierkantstahl wachsen grazil und beinahe tänzerisch in die Höhe.

Betrachtet man die Skulpturen aus verschiedenen Blickwinkeln, erscheint es, als ob man Momentaufnahmen flüchtiger Bewegungen vor sich hat. Fast meint man, skulpturale „Zeichnungen“ und Gesten zu erkennen. Wirklich großartig sieht das vor dieser Kulisse aus.

( MITI )

Wunderschöner Park Moyland

Wunderschöner Park Moyland
Bedburg-Hau, 17. Juli 2021

Zufahrt von Schloss Moyland

Der Park rund um das neugotische Wasserschloss Moyland ist einfach eine Pracht! Barocke Elemente wie das Alleen- und Grabensystem bestimmen noch heute die Grundstruktur des Gartens.

Zeitgleich mit der neugotischen Umgestaltung des Schlosses legte man im ausgehenden 19. Jahrhundert einen Garten im „gemischten Stil“ an.

Darin verbinden sich Partien im Stil des „englischen Gartens“ mit Strukturen des „architektonischen Gartens“ zu einer abwechslungsreichen Park- und Gartenlandschaft.

Neben einem Kräuter- und einem Blumengarten bestimmen Kunstobjekte auf den großen Rasenflächen des Parks den Eindruck.

Derzeit sind es vor allem die großformatigen Eisenskulpturen des Künstlers Robert Schad, die einen faszinierenden Kontrast zwischen Natur und Kunst schaffen.

Die Gartenanlagen von Schloss Moyland sind außerdem bekannt für ihre prächtigen Hortensien, die derzeit blühen. Mehr als 2000 Pflanzen aus über 530 Sorten sind in der historischen Gartenanlage beheimatet, darunter die neue Sorte „Schloss Moyland“.

Bei diesem herrlichen Wetter ist es wirklich ein Vergnügen, im Schlosspark zu wandeln und diese einzigartige Verbindung aus Landschaft, Natur und Kunst zu genießen. Das ist schon etwas ganz Besonderes.

( MITI )

Keith Haring im Folkwang Essen

Keith Haring im Folkwang Essen
Essen, 9. Oktober 2020

Eingang zur Ausstellung – in Corona-Zeiten nur mit Maske

Keith Haring habe ich als junger Mensch in den 1980er Jahren sehr bewundert. Der bereits im Alter von 31 Jahren an AIDS verstorbene Künstler hat damals zunächst in New York, später auch in Übersee für Furore gesorgt. Seine oft großformatigen Bilder mit ikonischen Motiven wie tanzende Männchen, bellende Hunde oder fliegende Untertassen gingen um die Welt.

Harings unverkennbarer, spontaner Stil korrespondierte mit der Dynamik einer Zeit, die von der Clubkultur des Undergrounds, von Hip-Hop, Graffiti, aber auch von Raumfahrt, Robotik, Kernkraft und Videospielen geprägt war.

Mit seinen Werken reagierte Haring auf drängende Themen seiner Zeit wie politische Diktaturen, Rassismus, Homophobie, Drogensucht, Aids, Kapitalismus und Umweltzerstörung.

Dabei arbeitete er mit zeitgenössischen Künstlern wie Andy Warhol und Jean-Michel Basquiat zusammen – ebenso wie mit Grace Jones, Madonna und Vivienne Westwood.

Mit großer Freude haben Heike und ich heute die Keith Haring Ausstellung im Essener Folkwang Museum besucht, in der fast 200 Werke aus dem Schaffen des Künstlers zu sehen sind. Erst haben wir mit Doxi eine Runde durch den nahen Essener Stadtpark gedreht, dann sind wir zweimal durch die Ausstellung gelaufen.

Hinterher waren wir richtig beseelt von der Ausdrucksstärke der Bilder und ihrer prägnanten Formensprache, aber auch, weil uns die Motive an unsere Jugendzeit erinnerten. Eine wirklich sehr sehenswerte Ausstellung, wie ich finde.

( MITI )