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Wonderwalls im Forum-NRW

Wonderwalls im Forum-NRW
Düsseldorf, 13. Oktober 2022

Eine fast endlose Wand identischer, aber unterschiedlich gestalteter Designer-Toys

Pop trifft Street-Art: Das NRW-Forum präsentiert eine quietschbunte Ausstellung für junge und junggebliebene Freunde urbaner Kunst. 2000 Werke der Fotografie, des Grafikdesign, sowie Graffitis, Skulpturen und Designer Toys verschmelzen zu einem Gesamtkunstwerk der Popkultur.

Sämtliche gezeigte Arbeiten stammen aus der Sammlung des Düsseldorfer Unternehmers Selim Varol. Der Gastronom sammelt seit mehr als 30 Jahren und hat über 10.000 Werke urbaner Kunst und Designer Toys zusammengetragen.

Darunter findet sich viel Lustiges, aber auch einige bitterböse Arbeiten, die der westlichen „Leitkultur“ gnadenlos den Spiegel vorhalten, etwa von Banksy.

Street-Art ist ursprünglich aus Protestkulturen und zivilem Ungehorsam hervorgegangen, als junge Graffiti-Künstler*innen in den USA damit begannen, Häuser und U-Bahn-Waggons zu besprühen.

Später entstanden daraus immer anspruchsvollere Bilder, die gesamte Stadt wurde zur Galerie.

Mittlerweile ist Street-Art so populär, dass auf Auktionen für Werke von Künstler*innen wie Banksy oder JR Millionen gezahlt werden. Zu Weltruhm hat es auch Shepard Fairey gebracht, der für den ehemaligen US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama das ikonische „Hope“-Wahlkampfplakat entwarf.

In der Ausstellung verschmilzt die New Yorker Straßenkultur von Hip-Hop, Breakdance und Graffiti, mit der japanischen Manga-Kultur zu einem ganz eigenen visuellen Kosmos. Eine spektakuläre Bilderwelt, die mich voll geflasht hat 🙂 Aber sicher nicht nur mich.

( MITI )

Kunstsammlung NRW

Kunstsammlung NRW
Düsseldorf, 11. Oktober 2022

Grabbeplatz vor dem K20. Gesehen aus dem Lesesaal des Museums.

Heute habe ich die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen besucht, die größtenteils am Rande der Düsseldorfer Altstadt in einem modernen Museumsbau untergebracht ist, dem K20.

Die seit den 1960er Jahren vom Land NRW zusammengetragene Sammlung umfasst eine einzigartige Auswahl an Werken des 20. und 21. Jahrhunderts.

Zu den Höhepunkten gehören Bilder des deutschen Expressionismus, wichtige Gemälde von Pablo Picasso, Wassily Kandinsky, Jackson Pollock oder Piet Mondrian und Installationen von Joseph Beuys und Nam June Paik.

Das Künstlerverzeichnis liest sich wie ein Who-is-who des 21. Jahrhunderts: Modigliani, Macke, Matisse, Dali, Delauny, Rauschenberg, Warhol, Richter, Lüppertz, Klee, Kandinsky, Kirchner, um nur einige zu nennen. Auch die Jungen Wilden wie Jonathan Meese sind bereits vertreten.

Viele der ausgestellten Werke habe ich schon in Kunstbüchern gesehen, aber ich glaube, ich noch nie neben einem echten Kandinsky oder Warhol gestanden. Voll aufregend!

( MITI )

Christo-Werkschau in Düsseldorf

Christo-Werkschau in Düsseldorf
Düsseldorf, 2. Oktober 2022

Verhüllung des Reichstags 1995, Heike war mit dabei 😉

Heute haben Heike und ich die umfassende Werkschau des „Verhüllungskünstlers“ Christo im Düsseldorfer Kunstpalast besucht.

Die letzte Ausstellung, der Christo vor seinem Tod im Mai 2020 zugestimmt hat, zeichnet die kunsthistorische Entwicklung  des Künstlerpaares Christo und Jeanne-Claude seit Mitte der 1950er Jahre bis heute nach.

Außerdem stellt sie das in Frankreich ent­standene frühe Schaffen im Kontext mit Arbeiten von Weggefährt*innen vor.

Gezeigt werden zahlreiche Objekte sowie großformatige Zeichnungen, grafische Arbeiten und Fotografien.

In der Ausstellung werden sämtliche von Christo und Jeanne-Claude realisierten Projekte seit Wrapped Coast von 1968/69 vorgestellt.

Gezeigt werden auch Zeichnungen und Skizzen von Projekten, die nicht zustande kamen, beispielsweise die Verhüllung des Kölner Doms oder das gigantische Projekt „Mastaba“ in Abu Dhabi. Dort wollten Christo und Jean Claude 410.000 Ölfässern zu einem Objekt auftürmen, dessen Dimensionen die Pyramide von Gizeh übertroffen hätte.

Ich habe Christos Arbeiten immer bewundert und die Reichstagsverhüllung 1995 in Berlin erlebt. Das Leitmotiv von Christo und Jean Claude taugt in meinen Augen als Blaupause für alles künstlerische Schaffen: „Unsere Kunst dient keinem Zweck. Sie gehorcht keiner Moral. Sie ist absolut frei.“ Verehrter Christo, ruhe in Frieden.

( MITI )

Reinhard Mucha in der Kunstsammlung NRW

Werk aus der Ausstellung mit Spiegelung von Besucher und Saalwächter

Es gibt ja Kunst, die kommt einem zunächst merkwürdig banal vor. Doch wenn man sich die Zeit nimmt und intensiver darauf einlässt, entdeckt man, dass mehr dahinter steckt.

So ist es mir mit dem Werk Düsseldorfer Künstlers Reinhard Mucha ergangen, das derzeit in der Kunstsammlung NRW gezeigt wird.

Mucha arbeitet seit fast vierzig Jahren sujetübergreifend in den Bereichen Konzeptkunst, Bildhauerei, Objekte, Installationen, Fotografie und Mail-Art. Er ist zweimaliger Documenta-Teilnehmer und stellte 1990 im Deutschen Pavillon der Biennale in Venedig aus.

Die Kunstsammlung NRW präsentiert Mucha (*1950) als einen der wichtigsten Bildhauer seiner Generation und konstatiert: „Insbesondere seine vielfältigen Installationen aus Möbeln und Gegenständen des alltäglichen Gebrauchs können als grundlegende Neubestimmung von Skulptur und Installation gelten.“

Seine größeren Kunstobjekte aus Wohnungsinterieur wie Holzmöbeln oder Badezimmerkeramik erinnern ein wenig an das Werk von Marcel Duchamp. Doch bei Mucha sind dies keine Readymades, sondern Bearbeitungen, die bei Standortwechseln regelmäßig neu zusammengesetzt werden.

( MITI )

K21 – Das Museum ist der Star

K21 – Das Museum ist der Star
Düsseldorf, 22. September 2022

Die Installation Spheres unter der Kuppel des Ständehauses

Als ich 1995 die Georg Baselitz-Ausstellung im Guggenheim-Museum New York besuchte, erlebte ich zum ersten Mal, dass nicht nur der Künstler und sein Werk, sondern auch das Museum der Star sein kann.

Heute beeindrucken weltweit zahlreiche Ausstellungsgebäude durch ihre Architektur und ihre Ausstrahlung. Und das K21 in Düsseldorf ist eines davon.

Das ehemalige Ständehaus am Rande der Düsseldorfer Altstadt war von 1880 bis zur Machtergreifung der Nazis Sitz des Provinziallandtags der preußischen Rheinlande.

Nach dem Zweiten Weltkrieg tagte dort bis 1988 der nordrhein-westfälische Landtag.

Ab 1996 wurde das Gebäude umfassend saniert und umgebaut. Heute beherbergt es die Abteilung „Zeitgenössische Kunst“ der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen mit Wechselausstellungen und festen Installationen.

Ein besonderes Highlight ist die begehbare Rauminstallation „in Orbit“ des Künstlers Tomás Saraceno, die seit 2013 direkt unter der lichtdurchfluteten Glaskuppel des Gebäudes hängt.

Die Konstruktion aus nahezu transparenten Stahlnetzen schwebt in mehr als 25 Meter Höhe über der Piazza des K21. Die Installation mutet je nach Betrachter wie eine surreale Landschaft, ein Wolkenmeer oder wie der Weltraum mit seinen Planeten an.

Innerhalb der 2.500 Quadratmeter umfassenden Netzstruktur sind fünf luftgefüllte ‚Sphären‘ platziert. Besucher sind eingeladen, die Installation zu betreten und kletternd zu entdecken.

Gleichzeitig hat man von dort oben durch die Glaskuppel einen fantastischen Rundumblick über Düsseldorf. Beeindruckend, aber auch ein wenig aufregend, wenn man nicht vollkommen schwindelfrei ist.

( MITI )

Museum Insel Hombroich

Museum Insel Hombroich
Neuss-Holzheim, 18. September 2022

Kunst trifft auf Natur

Mit meiner frisch aktivierten ArtCard für den Besuch von Museen in und um Düsseldorf war ich heute auf der Museum Insel Hombroich.

Das weitläufige Gelände an der Erft zwischen Neuss-Holzheim und Kapellen kam Anfang der 1980er Jahre in den Besitz des Düsseldorfer Kunstsammlers Karl-Heinrich Müller.

In Zusammenarbeit mit befreundeten Künstlern, Architekten und Landschaftsplanern verwirklichte Müller dort seine Vorstellung eines Museums.

Die Kunst wird in dezentralen Ausstellungspavillons präsentiert und tritt dabei in einen Dialog mit der umgebenden Natur.

In den markanten, formreduzierten und lichtdurchfluteten Backsteinbauten sind u. a. Werke von Hans Arp, Alexander Calder, Paul Cézanne, Alberto Giacometti, Yves Klein, Gustav Klimt, Henri Matisse, Kurt Schwitters sowie Kunst der Khmer und Kunstwerke aus dem frühen China zu sehen.

Alles Exponate stammen aus der Sammlung von Karl-Heinrich Müller. Hinzu kommen Werke von Künstlern, die auf dem Gelände ihre Ateliers haben.

Im Gegensatz zur gängigen Museumspraxis sind die Exponate nicht chronologisch oder nach Stilrichtungen geordnet. Passend zu den landschaftlichen Gegebenheiten wechseln sich traditionelle asiatische Kunst und moderne europäische Kunst ab. Ein wirklich beeindruckendes Konzept.

( MITI )