Stadtlohn im Renovierungsfieber

Stadtlohn im Renovierungsfieber
Stadtlohn, 3.03.2022

Alles im Umbau – auch die Alte Berkelmühle

Ich bleibe an der Berkel und fahre von Gescher weiter nach Stadtlohn. Der offizielle Womo-Stellplatz liegt am Frei- und Hallenbad an der Berkel und wirkt wenig einladend. Das liegt allerdings auch daran, dass das gesamte Areal am Fluss derzeit in einem großen Stadtentwicklungsprojekt umgestaltet wird.

Ich wundere mich ein wenig, dass ich in der Innenstadt so wenig historische Bausubstanz entdecke. Doch die Erklärung ist einfach: Im März 1945 wurde Stadtlohn durch Bombenangriffe fast völlig zerstört. In der Nachkriegszeit wurde die Stadt neu erbaut.

Eigentlich wollte ich hier mit Doxi in den Berkelauen wandern, die zwischen Stadtlohn und Vreden auf ganzer Länge unter Naturschutz gestellt sind. Aber wir finden keinen guten Einstieg in die Auen, und da der Tag schon weit fortgeschritten ist, fahren wir zu unserem nächsten Ziel weiter.

Unterwegs stoßen wir auf das hübsche Eisenbahnmuseum Stadtlohn, das sich an der ehemaligen Bahnstrecke Borken-Burgsteinfurt befindet. Zwei Lokomotiven der Westfälischen Landeseisenbahn (WLE) werden hier ausgestellt.

( MITI )

Glockenstadt Gescher

Glockenstadt Gescher
Gescher, 3.03.2022

Fabrikantenvilla auf der Hauptstraße vor der Kirche

Von Velen fahre ich weiter nach Gescher, der Glockenstadt des Münsterlandes. Hier gibt es keinen offiziellen Womo-Stellplatz, aber einen ruhig gelegenen Schotterplatz beim Freibad nahe der Berkel, wo Wohnmobile nicht stören.

Die Berkel ist ein 115 km langer Nebenfluss der Ijssel, die 20 km westlich von Münster entspringt und über die Städte Billerbeck, Coesfeld, Gescher, Stadtlohn und Vreden bis zur niederländischen Grenze fließt.

In den Niederlanden passiert der Fluss die Städte Eibergen, Borculo und Lochem, um bei Zutphen in die Ijssel zu münden.

Links und rechts der Gescher siedelten im heutigen Stadtgebiet von Gescher ursprünglich die germanischen Stämme der Brukterern und Chamaven.

Um das Jahr 1000 n. Chr. entstand die erste Kirche und mit ihr eine Siedlung, die über die Jahrhunderte wuchs, aber 1570 fast vollständig niederbrannte.

Prägend für die Region war im 19. und 20. Jahrhundert die Textilindustrie, die aus der in Heimarbeit zu leistenden Verarbeitung von Flachs zu Leinen hervorging. Diese Industrie ist längst weiter gezogen, doch die Villen erfolgreicher Textilfabrikanten säumen die Straßen im Zentrum der Stadt noch immer.

1790 siedelte sich in Gescher die Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock an, die bis heute besteht. Ihr verdankt Gescher seinen Ruf als „Glockenstadt“.

1980 wurde das westfälische Glockenmuseum eröffnet. Eine der wohl berühmtesten und größten Glocken aus Gescher ist die Weltjugendtagsglocke „Johannes Paul II“ im Geläut der Kölner Basilika von St. Aposteln.

( MITI )

Am Schloss Velen

Am Schloss Velen
Velen, 3.03.2022

Zufahrt zu Schloss Velen (Foto Günter Seggebäing, Coesfeld | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Auf dem Weg ins westliche Münsterland mache ich zunächst am Schloss Velen im Herzen des gleichnamigen Ortes Station.

Die pittoreske Schlossanlage mit Park, Tiergarten und Orangerie stammt ursprünglich aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts und war im Dreißigjährigen Krieg mehrfach umkämpft. Heute befindet es sich im Besitz der Familie Landsberg-Velen, die 1840 in den Grafenstand erhoben wurde.

In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die Gebäude durch den bedeutendsten westfälischen Baumeister, Johann Conrad Schlaun, umgestaltet. Die Grafenresidenz galt seitdem als „Märchenschloss des Münsterlandes“.

Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1931 wurde das Schloss wieder aufgebaut und beherbergte zunächst ein Lazarett, ein Altersheim und dann eine Zollschule. Nach umfangreichen Renovierungs- und Restaurierungsmaßnahmen wurde im Jahr 1988 das heutige Sport- und Tagungshotel mit Golfplatz eröffnet.

( MITI )

Am Himmelgeister Rheinbogen

Am Himmelgeister Rheinbogen
Düsseldorf-Himmelgeist, 2. März 2022

Doxi am Rheinstrand

Das erste Mal in diesem Jahr, dass man draußen im T-Shirt herumlaufen könnte. In der strahlenden Mittagssonne sind wir im Süden von Düsseldorf am Himmelgeister Rheinbogen unterwegs.

Große Feld- und Auenflächen vor dem Deich dienen hier als Überflutungsraum bei Rheinhochwassern.

Auf der gegenüberliegenden Seite liegen Neuss-Uedesheim und Stürzelberg. Es ist richtig schön warm: Erst ziehen wir uns die Jacken aus, später die Pullover, die wir über der langen Unterwäsche tragen.

Und die ersten Krokusse im Park von Schloss Mickeln blühen auch bereits. Das macht Vorfreude auf den Frühling.

( MITI )

Historisches Wachtendonk

Historisches Wachtendonk
Wachtendonk, 28. Februar 2022

Rathaus von Wachtendonk

Meine Wanderung rund um Wachtendonk nutze ich für einen ausgiebigen Spaziergang durch den historischen Ortskern nahe dem Zusammenfluss von Niers und Nette.

Wachtendonk liegt im Süden des Kreises Kleve am unteren Niederrhein nahe der niederländischen Grenze bei Venlo.

Die Stadt erhielt bereits 1343 die Stadtrechte und wurde mit Gräben und einer Stadtmauer befestigt.

Im niederländischen Freiheitskampf gegen die Herrschaft Spaniens war der Ort im Achtzigjährigen Krieg heftig umkämpft. Mehrmals wurde die Festung von den Niederländern erobert und von den Spaniern wieder zurückerobert.

Schließlich fiel der Ort am Beginn des 18. Jahrhundert im Frieden von Utrecht an Preußen.

Die meisten Häuser wurden bald nach dem letzten großen Brand von 1708 errichtet. Die Straßenführung ist seit mehr als 300 Jahren unverändert.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Wachtendonk kaum in Mitleidenschaft gezogen und in den 1970er Jahren mit Unterstützung des Landes NRW aufwändig restauriert. Der historische Ortskern links der Niers mit zahlreichen alten Häusern und winkeligen Sträßchen steht seitdem unter Denkmalschutz.

Ich hatte mich schon gefragt, warum es rund um die Innenstadt so viele ausgewiesene Parkplätze gibt. Aber nun verstehe ich, warum: Das historische Zentrum zieht insbesondere an Wochenenden viele Besucher an. Es ist aber auch wirklich nett hier. Und es hat auch schöne Türen, was mir persönlich besonders gut gefällt.

( MITI )

Rosenmontag an der Niers

Rosenmontag an der Niers
Wachtendonk, 28. Februar 2022

Doxi testet die Wasserqualität der Niers

Rosenmontag im Zeichen des Ukraine-Kriegs: Eigentlich wollten Heike und ich heute zur Friedensdemo nach Köln. Aber da wir keinen Hundesitter für Doxi parat haben, ist Heike allein demonstrieren gefahren. Und ich bin mit Doxi zum Wandern an der Niers bei Wachtendonk gelandet.

Bei herrlichem Sonnenschein laufe ich mit Doxi die 13 km lange Tour „Erlebnispfad Kulturlandschaft Wachtendonk“.

Die Wanderung führt in vielen Abschnitten an der Niers entlang, einem 110 km langen rechten Zufluss zur Mass, der südlich von Mönchengladbach entspringt und u. a. über Geldern, Kevelaer und Goch der Maas bei Gennep (NL) zustrebt.

Die Landschaft ist von Wasserflächen, Feuchtwiesen, Kopfweiden und der für den Niederrhein typischen Backsteinarchitektur geprägt. An zahlreichen Stationen erklären Infotafeln interessante Aspekte der Landschaft und der Natur.

Mehrmals queren wir auf der Tour auch die Nette, die von Dülken kommt und nach 28 km bei Wachtendonk in die Niers mündet.

Kurz vor dem Zusammenfluss von Nette und Niers müssen wir mit einer Handkurbelfähre über die Niers setzen. Doxi ist das gar nicht geheuer, aber sie muss mit 🙂

( MITI )