Der April war ja so grau in Deutschland und der Mai verspricht auch nicht viel besser zu werden. Als sich doch einmal drei Tage mit schönem Wetter auftun, breche ich gleich mit dem Womo auf nach Gemünd im Nationalpark Eifel.
Dort laufe ich bei herrlichem Sonnenschein einige schöne Touren mit Doxi zwischen der Urft und der Olef im Tal und den Höhen darüber.
Auf den Höhen sprießt das Gras und Millionen von Sonnenblumen lassen die Wiesen gelb leuchten.
Im großen Wald Kermeter sind die Buchen noch nicht ergrünt, viele andere Bäume aber schon.
Und auch bei den Buchen kann es nicht mehr lange dauern, denn die prallen Knospen recken sich bereits der Sonne entgegen.
Abends praktiziere ich mit schönem Blick auf den Kurpark von Gemünd und umgeben von einem unglaublichen Vogelgezwitscher im Sonnenuntergang Yoga. Herrlich ist das!
Der Einsatz von gutem Olivenöl macht sich hier bezahlt
Erneut ein Rezept, ausgerichtet an dem, was bald aufgebraucht werden sollte, bevor es in meinem Kühlschrank verdirbt.
Die Auberginen-Paprika-Pfanne besteht neben den genannten Zutaten aus Tomaten, Knoblauch, Zwiebeln und reichlich Thymian. Falls nicht frisch vorhanden, gerne aus dem Gewürzspender.
Die Zutaten anbraten in gutem Olivenöl, anschließend in der Pfanne mit 200 ml heißem Wasser und 1 EL Gemüsebrühe aufmischen, Dann mit Salz und weißem Pfeffer würzen, leicht aufkochen lassen, bis die Flüssigkeit weitgehend verdampft ist.
Kurz vor dem Servieren noch mit gewürfeltem Schafskäse unterfüttern. Für Auberginen-Freunde ein Genuss.
Ich fahre mit Doxi ja regelmäßig zum Rhein. Sie liebt es, Stöckchen aus dem Wasser zu fischen. Aber im Winter geht das nur in den ufernahen Bereichen.
Denn für das Schwimmen ist es dann zu kalt. Nicht im Wasser, aber hinterher auf dem Rückweg zum Auto mit patschnassem Fell.
Doch jetzt hat die Badesaison für Madame wieder begonnen. 18 Grad sind es heute, als ich ihr Stöckchen wiederholt einige Meter weit über das Ufer hinaus in den Fluss werfe.
Doxi zögert kurz, weil sie den Boden unter den Füßen nicht so gern verlassen will. Doch dann fasst sie sich ein Herz und schwimmt munter los.
So geht es eine ganze Weile. Und jedes Mal wird sich hinterher erst einmal ordentlich im Sand gewälzt. Sonst lohnt sich das alles ja gar nicht. Also für mich und fürs Staubsaugen am nächsten Morgen. 🙂
18 Grad Außentemperatur – das passt
Schön abgerollt im Sand
Die Reste vom Rheinstrand habe ich hinterher im Teppich 🙂
Von Lüttich fahre ich noch einmal 60 km weiter nach Westen, nach Namur, der Hauptstadt der Wallonie. Die Stadt liegt an der Mündung der Sambre in die Maas, rund 60 km südöstlich von Brüssel.
Die sehenswerte Altstadt wird überragt von einer riesigen Festung auf dem Bergsporn über dem Zusammenfluss von Maas und Sambre. Die Anlage ist größtenteils im Berg eingegraben und zählt mit einer Gesamtfläche von rund 80 ha zu den größten Festungsanlagen in Europa.
Vom Mittelalter bis in die Neuzeit war die Festung immer wieder umkämpft von spanischen, niederländischen, französischen und später auch von deutschen Truppen. Die Geschichtsschreibung zählt zwanzig Belagerungen in acht Jahrhunderten.
Eine Seilbahnführt von der Maas hinauf zur Festung, aber Doxi und ich lassen es uns natürlich nicht nehmen, zu Fuß hinaufzusteigen.
Von oben hat man einen tollen Blick auf die Altstadt. Und das bei diesem Kaiserwetter heute am letzten Tag des Aprils. Kein Wunder, dass an diesem Sonntagnachmittag viele Menschen in Namur unterwegs sind.
Karte unserer Stadtwanderung
Blick über die Maas
Graffiti an einem Haus an der Maas
Anlagen am Fuße des Festungsbergs
Häuser an der Sombre
Ehemaliger Fleischmarkt
Blick über die Sombre
Wallonisches Parlament
Blick über die Sambre zur Festung
Marktplatz
Alte Kommerzkammer am Marktplatz
Denkmal vor der Kommerzkammer
Innenhof des historischen Rathaus
Belfried
Ehemaliges königliches Theater
Kirche Saint-Joseph
Kirche Saint-Aubain
Historisches Gebäude hinter der Kirche
Arsenal
Blick durch die Gassen zur Kirche Saint-Aubain
Blick über die Sambre zur Seilbahn hinauf zur Festung
Plan der Festung
Kriegerdenkmal am Fuße des Festungsbergs
Blick durch den Festungsgraben zur Stadt
Festungsgebäude
Blick von der Festung Maasaufwärts
Blick zum Stadtteil Jambes rechts der Maas
Denkmal auf dem Festungsberg
Blick vom Festungsberg auf die Sambre und Namur
Blick vom Festungsberg auf die Sambre und die Bodenstation der Seilbahn
Bei meinem ersten Besuch in Lüttich vor fünf Jahren bin ich ohne Plan einfach ein wenig durch die Stadt geschlendert.
Heute war ich auf meiner Urban-Art-Tour etwas gezielter unterwegs. Ich habe vieles von damals wiedererkannt, aber auch neue Ecken der Stadt kennengelernt.
Man spürt, wie religiös geprägt die Stadt früher war. Es gibt so viele Kirchen, ehemalige Kloster und Prachtbauten der kirchlichen Verwaltung.
Eine wirkliche städtische Autonomie konnte sich erst nach dem Machtverlust der Kirche im Zuge der französischen Revolutionskriege entwickeln.
Lüttich ist eine echte Großstadt. Deshalb gibt es auch viele Sozial-Schwache. Im Stadtzentrum vor der Oper wurde ich Zeuge des Straßen-Drogenhandels.
Ein Dealer lotst seinen Kunden zu einem etwas zurückgesetzten Hauseingang, spuckt ein kleines Plastikpäckchen (Bubble) mit Drogen aus, das er in seinem Mund „aufbewahrt“ hat und reicht es dem Kunden gegen Bargeld. Tja, so läuft das Geschäft wohl. Auch schon am frühen Sonntagmorgen.
Vor fünf Jahren war ich schon einmal für eine Stadtwanderung mit Doxi in Lüttich. Damals war ich total geflasht vom hypermodernen Bahnhof Liege-Guillemins mit seiner offenen und filigranen Architektur aus weißem Sichtbeton mit ganz viel Glas.
Elegant wie ein Rochenüber einem kargen Meeresgrund, titelte ein Architekturmagazin anlässlich der Eröffnung 2009.
Jetzt bin ich vollkommen überrascht, den nach allen Seiten offenen und fassadenlosen Bahnhof total bunt zu erleben. Und zwar vom Dach bis zu den Gleisanlagen. Irre sieht das aus!
Ich frage mich, ob ich damals vielleicht eine Schwarz-Weiß-Brille auf hatte, dass ich das Farbenwunder gar nicht wahrgenommen habe.
Doch ein Blick ins Internet löst das Rätsel: Dies ist eine einmalige Kunstaktion, die noch bis zum 15. Oktober 2023 läuft.
Daniel Buren (*1938), ein international bekannter französischer Konzeptkünstler, hat viele Glasflächen im organisch geschwungenen Bahnhofsdach mit bunter Folie überziehen lassen und dadurch eine beinahe psychedelische Anmutung geschaffen.
Wie schon bei vorherigen Installationen hat Buren die von ihm gewählten Farbennach ihrer alphabetischen Reihenfolge in der jeweiligen Landessprache angeordnet. „Bleu“ macht im französischsprachigen Lüttich den Anfang, „Vert“ beendet die Farbenfolge.
Die Installation wurde terminlich mit einer ohnehin fälligen Reinigung der Glasdachflächen abgestimmt. Für die Projektkosten von rund 600.000 Euro kamen Sponsoren auf.
Zwei Monate haben die Arbeiten mit den selbstklebenden, lichtdurchlässigen Vinylfolien in Anspruch genommen. Und heute, wo die Sonne ungetrübt scheint, entfaltet das Werk einmal mehr seine ganze Farbenpracht. Eine moderne Kathedrale des Lichts. Toll, dass ich das erleben durfte.
Bahnhof Liege-Guillemins
Bahnhof Liege-Guillemins
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