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18 Tage in den Voralpen

18 Tage in den Voralpen
26. September 2018

Kreuz an der Kreuzbergalm mit Blick auf den Schliersee

Ich melde mich zurück von einer herrlichen Herbsttour ins südliche Bayern mit Doxi und dem Wohnmobil. Wir waren 18 Tage unterwegs, haben an 20 Orten Station gemacht, sind 360 Kilometer gewandert und haben dabei  7.500 Höhenmeter bewältigt. Neben wunderschöner Landschaft haben wir auch tolle Burgen, Schlösser, Klöster und historische Altstädte besucht.

Und wir hatten großes Glück mit dem Wetter: Nur zwei Mal hat es in dieser Zeit geregnet. Meistens war es für diese Jahreszeit überdurchschnittlich sonnig und warm.

Auf dem Hinweg in den Pfaffenwinkel südwestlich von München haben wir zunächst einen schönen Tag in Heidelberg verbracht. Dann ging es weiter nach Augsburg und Landsberg am Lech. Am Ammersee waren wir in Dießen und dann am Kloster Andechs.

In Murnau haben wir eine wunderschöne Wanderung am Staffelsee unternommen, anschließend ging es weiter nach Oberammergau, wo wir zwei Tage verbracht und erste Bergerfahrungen gesammelt haben.

In Garmisch-Partenkirchen sind wir dann als erstes auf den Wank aufgestiegen und mit der Seilbahn wieder hinuntergefahren. Am nächsten Tag ging es zur berühmten Partnachklamm. die ich unbedingt einmal sehen wollte. Auch am Fuße der Zugspitze waren wir.

Nach einem Zwischenhalt in Bad Tölz fuhren wir anschließend an den bezaubernden Schliersee weiter, wo wir drei Tage verbracht haben. Dann haben wir den Chiemsee angesteuert und uns nach zwei Tagen dort so langsam wieder in Richtung Norden gewandt.

Als nächstes haben wir das romantische Wasserburg am Inn besucht. Anschließend ging es nach Landshut, Ingolstadt, Nürnberg und über Bad Camberg im Taunus wieder nach Hause. Das war eine richtige Erlebnistour und durchaus eine Herausforderung für meine zum Schluss hin wanderwunden Füße. Zu Hause sind jetzt erst einmal zwei Tage Erholung angesagt …

Hier haben wir haben bei dieser Tour mit dem Wohnmobil gestanden:

OrtBezeichnungAnfahrtPreisSt
Andechs
18 Tage in den VoralpenSehr beliebter Stellplatz direkt am Kloster Andechs. Toller Blick auf das Kloster und teilweise auch in die schöne Umgebung. Entsorgungsmöglichkeiten vorhanden. Hervorragender Ausgangspunkt für Wanderungen.
Stellplatz am Kloster AndechsSeefelder Str. 21
82346 Andechs
18 Tage in den Voralpen14 € ohne Strom, 17 € mit Strom18 Tage in den VoralpenStrom verfügbar
Augsburg
18 Tage in den VoralpenFunktionaler, aber nicht sehr einladender Stellplatz auf einem PKW-Schotterparkplatz an einer großen Sportanlage. Ca. 20 Gehminuten bis zur Innenstadt.
Parkplatz an der SportanlageSchillstraße 105
86152 Augsburg
7 €18 Tage in den VoralpenStrom verfügbar
Bad Camberg
18 Tage in den VoralpenSüßer kleiner Stellplatz in der Nähe der historischen Altstadt. Kostenlos und mit V/E.
Reisemobil-Stellplatz auf dem P1Jahnstraße
65520 Bad Camberg
0€18 Tage in den VoralpenStrom verfügbar
Bad Tölz
18 Tage in den VoralpenGroßer Schotterparkplatz direkt an der Isar nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt. Am Platz gibt es Toiletten und Frischwasser, sowie Entsorgungsmöglichkeiten für Grauwasser und Chemie-WC.
Stellplatz an der IsarKönigsdorferstraße
83646 Bad Tölz
8 €
Bernau am Chiemsee
18 Tage in den VoralpenStellplatz auf großem Schotterparkplatz am Freizeitpark Felden in unmittelbarer Nähe zur Autobahn A8. Drei Plätze mit direktem Blick auf den Chiemsee. Toiletten, Duschen und Entsorgungsmöglichkeiten vorhanden. Sieben Kilometer bis zur Seeschifffahrt in Prien.
Wohnmobil-Stellplatz am SeeRasthausstraße 11
83233 Bernau am Chiemsee
6 €
Dießen am Ammersee
18 Tage in den VoralpenSchotterparkplatz extra für Wohnmobile am Bahnhof. Trotz Nähe zur Bahn nicht sehr laut. Ammersee nur zwei Gehminuten entfernt, ebenso die Innenstadt von Dießen. Entsorgungsmöglichkeiten und Frischwasser vorhanden.
Stellplatz am AmmerseeSeestraße 86911
Dießen/Ammersee
8 €18 Tage in den VoralpenStrom verfügbar
Garmisch-Partenkirchen
18 Tage in den VoralpenGroßer Asphaltparkplatz für bis zu 100 Wohnmobile unterhalb des Wank direkt an der Talstation der Wank-Bahn. Entsorgungsmöglichkeiten, Duschen und Toiletten vorhanden. Super Ausgangspunkt für Wanderungen. Ca. 20 Gehminuten bis zur Innenstadt von Partenkirchen.
Stellplatz Alpencamp am Wank Wankbahnstraße 2
82467 Garmisch-Partenkirchen
18 Tage in den Voralpen13 € plus Kurtaxe18 Tage in den VoralpenStrom verfügbar
Ingolstadt
18 Tage in den VoralpenAbgetrennter Bereich für Wohnmobile am Rande eines Großparkplatzes zwischen den Wallanlagen und der historischen Innenstadt. V/E vorhanden
Stellplatz am HallenbadJahnstraße 9
85049 Ingolstadt
18 Tage in den Voralpen6,50 € (inkl. Stom)18 Tage in den VoralpenStrom verfügbar
Landsberg am Lech
18 Tage in den VoralpenAusgewiesene Womo-Stellplätze neben dem großen Festplatz. Nur wenige Kilometer von der Autobahn A96 entfernt. Ca. 10 Gehminuten zur Innenstadt. Frischwasser und WC vorhanden.
Stellplatz Waitzinger WieseGottesackerangerweg 1
86899 Landsberg am Lech
7 €18 Tage in den VoralpenStrom verfügbar
Landshut
18 Tage in den VoralpenGroßparkplatz an der Isar am Rande der Altstadt. Keine Infrastruktur für Wohnmobile, aber dafür zentrunsnah gelegen und teilweise mit schönem Blick auf die Isar und den angrenzenden Park, Ein Teil der Parkplätze befindet sich auf Schotter, diese sind kostenlos. Ein Teil befindet sich auf Asphalt, diese sind kostenpflichtig.
Mix Parking GrieserwieseWittstraße
84032 Landshut
18 Tage in den Voralpenkostenlos auf Schotter, 1 € auf Asphalt
Murnau am Staffelsee
18 Tage in den VoralpenEinige wenige markierte Womo-Stellplätze auf dem großen PKW-Asphaltparkplatz am Bahnhof. Nur wenige Gehminuten zur Innenstadt und zum wunderschönen Staffelsee. Entsorgungsmöglichkeiten vorhanden.
Stellplatz am BahnhofSeehauser Straße 18
82418 Murnau am Staffelsee
5 €
Nürnberg
18 Tage in den VoralpenEinfacher kleiner Stellplatz in der Nähe des Wöhrder Sees ohne Infrastruktur. Platz liegt an einer Bundesstraße und einer Bahnlinie. Bis zur historischen Altstadt sind es rund 3 km.
Stellplatz am Wöhrder SeeDr.-Gustav-Heinemann-Straße
90491 Nürnberg
0€
Oberammergau
18 Tage in den VoralpenEinfacher Schotterparkplatz neben dem Festplatz ohne Infrastruktur. Direkt neben dem Campingplatz. Dort gibt es ebenfalls Stellplätze mit kompletter Infrastruktur. Zehn Fußminunten bis zur Ortsmitte. Idealer Ausgangspunkt für Wanderungen rund um Oberammergau.
Übernachtungsplatz am CampingparkEttaler Straße 56b
82487 Oberammergau
7 €
Schliersee
18 Tage in den VoralpenKleiner Stellplatz an einem Parkplatz mitten im Ort ohne Infrastruktur. Nur wenige Gehminuten zur Therme und zum See. Idealer Ausgangspunkt für Wanderungen und Touren am Schliersee.
Stellplatz SchönauerstraßeSchönauerstraße
83727 Schliersee
0€
Wasserburg am Inn
18 Tage in den VoralpenGroßer Asphaltparkplatz am Bade- und Sportzentrum oberhalb der Altstadt. Fußweg dorthin rund 15 Minuten. Kein V/E vorhanden.
Stellplatz Badezentrum BadriaAlkorstraße14
83512 Wasserburg am Inn
0€18 Tage in den VoralpenStrom verfügbar
( MITI )

Die Türen von Heidelberg

Die Türen von Heidelberg
Heidelberg, 26. September 2018

Hier fehlt die Tür: Portal am zerstörten Heidelberger Schloss

Tag
1
In der Altstadt von Heidelberg finden sich so viele prächtige Gebäude aus der Zeit zwischen 1780 und 1900, viele davon mit ebenso prächtigen Türen und Portalen. Hier eine kleine Auswahl.

( MITI )

Schloss Heidelberg

Schloss Heidelberg
Heidelberg, 26. September 2018

Bloick über den Neckarzum Heidelberger Shloss (Foto Pumuckel42| http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Tag
1
Es ist eine der meistbesuchten Touristen-Attraktionen Deutschlands: Die Ruine des Heidelberger Schlosses hoch über der Altstadt von Heidelberg. Bis zu seiner Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg war es die Residenz der Kurfürsten von der Pfalz.

Seit den Zerstörungen durch die Soldaten Ludwigs XIV. im Jahre 1689 und der Sprengung durch französische Pioniere am 6. September 1693 wurde das Heidelberger Schloss nur teilweise restauriert.

Nachdem am 24. Juni 1764 Blitze die teilweise renovierte Anlage in Brand gesetzt hatten, wurde die Wiederherstellung aufgegeben. Die Schlossruine aus rotem Neckartäler Sandstein erhebt sich 80 Meter über dem Talgrund am Nordhang des Königstuhls und dominiert von dort das Bild der Altstadt. Das Schloss gilt deshalb als das Wahrzeichen von Heidelberg.

Es wird heute von bis zu einer Million Menschen jährlich besucht, darunter viele Amerikaner und Asiaten auf Europa-Tour. Schon der amerikanische Schriftsteller Mark Twain äußerte sich nach seiner Europareise im Jahr 1878 hoch begeistert über Heidelberg und das Schloss. Diese Bekanntheit in den USA führte dazu, dass Heidelberg im Zweiten Weltkrieg weitgehend von Bombenangriffen verschont blieb.

( MITI )

Aufstieg zum Königstuhl

Aufstieg zum Königstuhl
Heidelberg, 26. September 2018

Blick vom Königstuhl hinunter nach Heidelberg und in oberrheinische Tiefebene Im Hintergrund: Der Pfälzer Wald.

Tag
1
Nach unserem Besuch des Schlosses Heidelberg wandere ich mit Doxi zum Königstuhl hinauf, dem höchsten Berg (567  m.ü.N.N.) des Kleinen Odenwaldes wie auch der Bergstraße. Weil sich dort oben ein Fernmelde- und ein Fernsehturm in den Himmel recken, ist der Gipfel schon von weitem zu erkennen.

Mehrmals passieren wir die Gleise der Heidelberger Bergbahn, die seit Anfang des 20. Jahrhunderts Touristen hinauf zum Gipfel bringt.

Im Königstuhlmassiv stehen mächtige Schichten aus Buntsandstein, die in mehreren Steinbrüchen abgebaut wurden und die regionale Architektur prägten.

Oben angekommen, genießen wir am Starthügel der Gleitschirmflieger den herrlichen Fernblick hinunter nach Heidelberg und in die oberrheinische Tiefebene. In der Ferne ist sogar der Pfälzer Wald auszumachen.

Für den Abstieg wählen wir die fast 1.400 Stufen umfassende “Himmelsleiter“, die vom Heidelberger Schloss direkt zur Gipfelregion des Königstuhles führt. Die unregelmäßige Treppe aus grob behauenen ungleichen Sandsteinen überwindet 270 Höhenmeter.

Erbaut wurde die Treppe ab 1844 unter Bezirksförster Adam Laumann. 1994 wurde sie fast vollständig saniert. Die Treppe ist nicht ganz einfach zu gehen. Ich bin froh, dass wir für den Aufstieg den deutlich längeren Weg durch den Wald am Westhang des Königstuhls gewählt haben.

( MITI )

Landsberg am Lech

Landsberg am Lech
Landsberg am Lech, 27.09.2018

Blick vom Lechfall hinüber zur Altstadt von Landsberg (Foto Zairon | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International)

Tag
2
Landsberg am Lech, die Stadt ist mir seit meiner Gymnasialzeit aus dem Geschichtsunterricht ein Begriff. Adolf Hitler saß hier nach dem gescheiterten Putsch von 1923 mit einigen Getreuen in der Festung ein und verfasste in dieser Zeit sein unseliges Werk “Mein Kampf”.

Ich habe noch genau die Bilder von damals aus dem Geschichtsbuch im Kopf: Hitler und Heß in ihrer Zelle in weißen Hemden, mit schwarzen Krawatten und knielangen Lederhosen, ein großer Mercedes im Innenhof der Festung, der Hitler bei seiner Entlassung abholte.

Zu dieser Zeit hatte ich noch keine Ahnung, wo dieses Landsberg wohl liegen mag. Jetzt 35 -Jahre später, bin ich da..Wir stehen mit dem Wohnmobil auf einem großen Parkplatz auf der anderen Lechseite gegenüber der Altstadt.

Die Stadt liegt rund 30 Kilometer südlich von Augsburg und zählt zu den sonnigsten Städten Deutschlands, wie ich jetzt erfahren habe. Sie ist das Zentrum des Lechrains, der Grenzlandschaft zwischen Altbayern und Schwaben. Die Stadt liegt am Hochufer des Lechs und besitzt eine gut erhaltene und sehenswerte Altstadt.

Darüber erhebt sich die Oberstadt mit der ehemaligen Festung, der Kirche und dem Gefängnis, das heute eine Haftanstalt für verurteilte männliche Straftäter ist. Das ursprünglich dort angesiedelte Schloss wurde bereits im Jahre 1800 abgebrochen.

Zentrum der Stadt ist der dreieckige Hauptplatz mit dem um 1700 errichtete Marienbrunnen in Mittelpunkt. Dort befindet sich auch das Alte Rathaus mit einer prächtig bemalten Rokokofassade. Im Südwesten des Platzes liegt das ehemalige Ursulinenkloster, im Nordosten der Schmalzturm aus dem 13. Jahrhundert. Weiter nördlich dominiert die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt die Landsberger Altstadt.

Vom Schmalzturm führt die Alte Bergstraße den „Berg“ hinauf auf das östliche Hochufer. Südlich der Alten Bergstraße befinden sich das romantische „Hexenviertel“, in dem heute viele hübsche und kreative Läden angesiedelt sind, die Heilig-Kreuz-Kirche und das ehemalige Jesuiten-Gymnasium, in dem nunmehr das Stadtmuseum residiert.

Die Landsberger Altstadt wird von drei, teilweise noch gut erhaltenen Stadtmauern umgeben. In deren Verlauf befinden sich unter anderem Dachlturm und Sandauer Tor im Norden, Bäckertor und Färbertor im Westen sowie Nonnentörl und Jungfernsprung im Süden.

Glanzstück der Landsberger Stadtbefestigung ist allerdings das 1425 erbaute Bayertor im Osten, eines der imposantesten und schönsten Stadttore Süddeutschlands. Genau das habe ich bei meiner ausgiebigen Stadtbesichtigung am Abend leider nur von der weniger pittoresken “falschen” Seite eingefangen. Aber man kann ja nicht immer alles haben 🙂

( MITI )

In der Fuggerstadt Augsburg

In der Fuggerstadt Augsburg
Augsburg, 28.09.2018

Am Rathausplatz: Der Perlachturm mit St. Peter (links) und das historische Rathaus

Tag
2
Ich bin weiterhin auf dem Weg in Richtung Südbayern. Am Morgen fahre ich von Heidelberg nach Augsburg. weiter. Die Strecke führt über die stark frequentierten und mit endlosen Baustellen belasteten Autobahnen A5 und A8. Immer wieder kommen wir nur schleppend voran, doch am Mittag haben wir endlich Augsburg, die drittgrößte Stadt Bayerns erreicht.

Augsburg liegt an den Flüssen Lech, Wertach und Singold und gehört zu den ältesten Städten in Deutschland. Ihr Name geht auf das im Jahre 15 v. Chr. gegründete römische Heerlager und die spätere römische Provinzhauptstadt Augusta Vindelicorum zurück.

Im 13. Jahrhundert löste sich die Stadt von der Bischofsherrschaft, wurde zur Reichsstadt und häufiger Schauplatz von Reichstagen.

Im 15. und 16. Jahrhundert wurde Augsburg durch die wirtschaftlichen Erfolge der Kaufmannsfamilien Welser und Fugger weltberühmt. Sie profitierten bei ihren Geschäften u.a. von Augsburgs zentraler Lage an alten Fernstraßen wie der Via Claudia Augusta, der Via Raetia und der Via Imperii . Denn dadurch wurden zuverlässige Handelssbehiehungen zu den Hansestädten an Nord- und Ostsee, sowie nach Italien erst möglich.

Heute ist Augsburg die einzige deutsche Stadt mit einem auf das Stadtgebiet beschränkten gesetzlichen Feiertag, dem Augsburger “Hohen Friedensfest”, das jedes Jahr am 8. August gefeiert wird.

Auf meinem dreistündigen Spaziergang durch die Innenstadt begegnen mir viele prächtige historische Profanbauten, Kirchen und Brunnen, deren Erichtung teilweise durch die großen Patrizierfamilien der Fugger und der Welser (mit-) finanziert wurde. Mehr als fünf Jahrhunderte nach dem Niedergang dieser ehemals so erfolgreichen Handelshäuserist ist deren Präsenz noch immer spürbar. Eine faszinierende Stadt.

( MITI )

Die älteste Sozialsiedlung der Welt

Die älteste Sozialsiedlung der Welt
Augsburg, 28. September 2018

Skulptur des Stifters, Jakob Fugger („der Reiche“)

Tag
2
Diesen Ort wollte ich unbedingt einmal sehen: Die Fuggerei in Augsburg ist die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt.

Die Reihenhaussiedlung stiftete Jakob Fugger („der Reiche“) im Jahr 1521. Das Ensemble mit acht Gassen und drei Toren ist eine „Stadt in der Stadt“ mit eigener Kirche, „Stadtmauern“ und mehreren „Stadttoren“.

Heute wohnen in den 140 Wohnungen der 67 Häuser 150 bedürftige katholische Augsburger Bürger für eine Jahreskaltmiete von 0,88 Euro.

Sie sprechen dafür täglich einmal ein Vaterunser, ein Glaubensbekenntnis und ein Ave Maria für den Stifter und die Stifterfamilie Fugger. Bis heute wird die Sozialsiedlung aus dem Stiftungsvermögen Jakob Fuggers unterhalten.

Erbaut wurde die Anlage zwischen 1516 und 1523 unter Federführung des Baumeisters Thomas Krebs. Die nach weitestgehend standardisierten Grundrissen erstellten Wohnungen in den durchwegs zweigeschossigen Häusern waren für die Verhältnisse der damaligen Zeit großzügig geplant.

Geradezu modern war die Konzeption der Fuggerei als Hilfe zur Selbsthilfe. Die Sozialsiedlung war für von Armut bedrohte Handwerker und Taglöhner gedacht, die aus eigener Kraft, zum Beispiel wegen einer Krankheit, keinen eigenen Haushalt führen konnten.

Sie konnten innerhalb und außerhalb der Fuggerei ihrem Broterwerb nachgehen und sollten im Fall der wirtschaftlichen Erholung wieder ausziehen. Den Bewohnern der Fuggerei blieb eine für die damalige Zeit geradezu luxuriöse Privatheit erhalten.

Neben dem Augsburger Rathaus ist die Fuggerei das wohl beliebteste touristische Ziel in der Stadt. Menschen aus aller Welt besuchen die Siedlung und staunen wie ich über dieses einmalige Ensemble.

( MITI )

In Dießen am Ammersee

In Dießen am Ammersee
Dießen am Ammersee, 28.09.2018

Am Marktplatz von Dießen

Tag
3
Endlich sind wir im Pfaffenwinkel angekommen. Unsere erste Station ist Dießen am Ammersee rund 40 Kilometer südwestlich von München.

Der Ort zieht sich vom Ammersee das Hochufer hinauf bis zum ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift und bietet einen kleinen gepflegten Womo-Stellplatz am Bahnhof, rund 100 Meter vom See entfernt. Mit der Bahn erreicht man in rund einer Stunde die bayerische Landeshauptstadt.

Durch das heutige Ortsgebiet führte seit dem 2. Jahrhundert n. Chr die wichtige römische Fernstraße Via Raetia von Augsburg über den Brennerpass nach Oberitalien.

Der 47 Quadratkilometern große Ammersee ist der drittgrößte See in Bayern und ein beliebtes Segelrevier. In einigen Uferabschnitten reiht sich ein Segelclub an den anderen.

Von Ostersonntag bis Kirchweih verkehren zwischen den verschiedenen Orten am See die vier Fahrgastschiffe der Bayerischen Seenschifffahrt. Blickt man von der Anlegestelle in Dießen über den See, ist in der Ferne auf den Höhen am anderen Ufer deutlich das Kloster Andechs zu erkennen.

Gleich nach unserer Ankunft breche ich mit Doxi zu einer Wanderung in das Hügelland südwestlich von Dießen auf. Wir folgen dabei der Tour 4 aus dem Rother Wanderführer “Pfaffenwinkel”. Hinter dem Ort kommen wir zunächst an einem SOS-Kinderdorf vorbei, dem ersten, das 1956 in Deutschland eröffnet wurde.

Zwischen Wiesen und landwirtschaftlich genutzten Flächen steigen wir langsam zum Gasthof an der Schatzbergalm auf. Dahinter kommen wir in den Wald und folgen dem Burgberg-Lehrpfad bis zur Burgkappelle. Dorthin pilgern die Gläubigen aus Dießen, St. Georgen und Wengen jedes Jahr am Sonntag vor Pfingsten, um die heilige Mechthildis um Schutz vor Unwettern zu bitten.

Am Waldende wechseln wir auf einen Wiesenpfad, der uns weiter zum imposanten Merienmünster am oberen Ortsrand von Dießen führt. Von dort geht es durch den Ort wieder hinunter zum See, den wir nach gut 3 Stunden und 14 Wanderkilometern wieder erreichen. Das war schon einmal ein gelungener Auftakt zu unseren geplanten Touren im Pfaffenwinkel. Und noch dazu bei prächtigstem Wanderwetter.

( MITI )

Bayerns barocke Perle: Das Marienmünster

Bayerns barocke Perle: Das Marienmünster
Dießen am Ammersee, 28. September 2018

Die 1979 zum Münster erhobene Klosterkirche in Dießen am Ammersee

Tag
3
Weithin sichtbar erhebt sich oberhalb von Dießen das in den Jahren 1732 bis 1739 von Johann Michael Fischer errichtete Dießener Marienmünster. Bis zur Säkularisation im Jahre 1803 bildete es den Mittelpunkt des ehemaligen Augustiner-Chorherrenstifts, der 1121/22 von den Grafen von Dießen als deren Hauskloster gegründet wurde.

Die Kirche gilt als eines der prächtigsten Barockensembles in Bayern und wurde deshalb im Jahre 1978 in den Rang eines Münsters erhoben.

Die Außenansicht wird vom hohen Turm Johann Michael Fischers und der eleganten Westfassade bestimmt. Die Putzfelder sind grau abgesetzt, die Architekturglieder hell gestrichen.

Beim Eintritt in das Gebäude durchschreitet man zunächst den rechteckigen Vorraum mit zwei Seitenkapellen, über denen sich die Orgelempore erhebt. Dahinter wird der Blick unwillkürlich zum prächtigen goldenen Hochaltar gelenkt.

Die Seitenaltäre an den Wandpfeilern und der kräftige Chorbogen mit seinem stuckierten Vorhang vermitteln den Eindruck einer barocken Theaterkulisse, die von zahlreichen Putten, Engeln und Heiligen belebt wird.

Die Deckenfresken Johann Georg Bergmüllers zeigen im Langhaus Szenen aus der Geschichte des Chorherrenstiftes. Die Kuppel über dem Altarraum zeigt einer Gruppe von 28 Heiligen und Seligen, die sich um Christus scharen.

Ich hatte gar nicht damit gerechnet, hier eine solche Pracht anzutreffen. Schon das Kloster Ebrach am Main hat mich seinerzeit total fasziniert. Das Marienmünster steht dem in nichts nacht. Wirklich beeindruckend.

( MITI )

Am Kloster Andechs

Am Kloster Andechs
Andechs, 29.09.2018

Das Kloster Andechs auf dem “Heiligen Berg” der Bayern

Tag
4
Man nennt ihn den “Heiligen Berg Bayerns”, den Höhenzug auf der Ostseite des Ammersees, auf dem das Kloster Andechs oberhalb der gleichnamigen Gemeinde residiert.

Das Kloster ist Teil der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz im Bistum Augsburg. Die Benediktinermönche betreuen eine der ältesten Wallfahrten in Bayern und finanzieren mit ihren Wirtschaftsbetrieben das wissenschaftliche, kulturelle und soziale Engagement der Abtei. Nach Altötting ist Andechs der zweitgrößte Wallfahrtsort Bayerns. 

Die wichtigste Einnahmequelle der Mönche ist die Brauerei Andechs. Sie ist die größte noch existierende Klosterbrauerei in Deutschland, die durch eine Ordensgemeinschaft konzernunabhängig geführt wird. Gebraut und abgefüllt wird nur vor Ort in Andechs. Der jährliche Bierausstoß beträgt über 100.000 Hektoliter und umfasst acht Sorten, darunter seit 2016 ein alkoholfreies Weißbier

Am Kloster Andechs

Die Wallfahrstkirche steht im Mittelpunkt der Anlage

Das Kloster entstand am Ort der früheren Burg Andechs, dem Stammsitz der Grafen von Andechs. Im Jahre 1455 wurde hier ein Benediktinerkloster durch Herzog Albrecht III. von Bayern-München gegründet, um einen wieder aufgefundenen bedeutenden Reliquienschatz aufzunehmen.

Die 1423 bis 1427 erbaute und ab 1751 von Johann Baptist Zimmermann im Rokokostil umgestaltete Kirche war als Wallfahrtskirche errichtet worden.

Heute zieht die Anlage und ihr berühmtes Klosterstübl mehr als eine Million Menschen im Jahr an. Auf dem großen Parkplatz unterhalb des Klosters wurde ein Wohnmobil-Stellplatz eingerichtet, der extrem gut besucht ist. Ich bin froh, dass ich hier noch einen Platz ergattern kann. Wir schauen direkt auf eine Wiese mit Obstbäumen und verbringen einen schönen Tag mit der Klosterbesichtigung und zwei Wanderungen in der Umgebung.

( MITI )

Durchs Kiental nach Herrsching

Durchs Kiental nach Herrsching
Herrsching, 29. September 2018

Doxi an der Uferpromenade im Kurpark von Herrsching

Tag
4
Nach unserem Besuch des Klosters Andechs brechen wir zu einer 12 km langen Wanderung durch das wildromantische Kiental hinunter nach Herrsching am Ammersee auf. Wir folgen dabei der Tour 49 aus dem Rother-Wanderfüher “Rund um München”.

Die Strecke ist einer der Hauptpilgerwege zum Kloster Andechs und besonders an Wochenende und Feiertagen stark frequentiert. Wir wandern die Strecke deshalb bewusst in umgekehrter Richtung.

In Herrsching laufen wir bis zum schönen Kurpark an der Uferpromenade des Ammersees. Dort legen wir eine kleine Pause ein. Doxi lässt es sich natürlich nicht nehmen, währenddessen die Wasserqualität des Sees zu testen.

Anschließend laufen wir über den Hörndlweg oberhalb des Kientals zurück nach Andechs, wo wir nach knapp drei Stunden wieder eintreffen.

Während es am Morgen noch bedeckt war, ist mittlerweile die Sonne herausgekommen und taucht den Wald oberhalb des Ammersees in ein wunderbares Licht. So lasse ich mir das Wandern gefallen.

( MITI )

Vom Staffelsee ins Murnauer Moos

Vom Staffelsee ins Murnauer Moos
Murnau, 30.09.2018

Blick ins Murnauer Moos mit den bewaldeten Köcheln. Links das Wettersteingebirge, rechts das Ammergebirge.

Tag
5
Wir haben die Nacht am Kloster Andechs verbracht. Früh am Morgen brechen wir von dort nach Murnau am Staffelsee auf. Dort erwartet uns eine 16 km lange Wanderung entlang des Südufers des Staffelsees und weiter über den Molasseriegel ins Murnauer Moos. Wir folgen dabei der Tour 29 aus dem Rother-Wanderführer “Pfaffenwinkel”.

Der Staffelsee ist knapp acht Quadratkilometer groß und weist eine Tiefe von bis zu 40 Metern auf. Er entstand als Toteissee in der Würmeiszeit. Sieben baumbestandene Inseln machen ihn zum inselreichsten See im Alpenvorland. Der See ist ein beliebtes Badegewässer mit ganz klarem Wasser, das beinahe Trinkwasserqualität erreicht.

Wir laufen zunächst fast fünf Kilometer auf dem Seerundweg am Südufer des Sees entlang. Neben uns ragt ein bewaldeter Molassezug steil bergauf. Am Westufer des Sees erreichen wir die Verlandungszone am Obernacher Moos. Hier drehen wir nach Süden ab und überqueren den Molassezug, bis wir dahinter auf die Eisenbahnlinie nach Murnau treffen. Dort öffnet sich der Blick ins Murnauer Moos und dem dahinter aufragenden Gebirge: links das Estergebirge, in der Mitte das Wettersteingebirge und rechts das Ammergebirge.

Wir folgen der Bahnlinie eine Weile oberhalb des Murnauer Moos in östlicher Richtung und genießen dabei die herrlichen Fernblicke. Das Wetter ist perfekt heute, und auf diesem Teil der Tour begegnen uns viele Wanderer, die von Murnau kommend zum Murnauer Moos unterwegs sind.

Bald erreichen wir mitten in der Natur die Ramsachkirche St. Georg, auch “Ähndl” genannt, und den gleichnamigen Biergarten daneben. Schon in vorchristlicher Zeit soll hier eine Kultstätte gewesen sein. In der kleinen Kirche findet gerade eine Taufe statt, deshalb können wir leider keine Fotos machen.

Nun schlagen wir eine nördliche Richtung ein und laufen wieder auf Murnau zu. Auf halber Strecke unternehmen wir einen Abstecher zum “Drachenstich”, einer wildromantischen Schlucht mit einem kleinen Wasserfall, der nach der zurückliegenden Trockenperiode derzeit allerdings kaum Wasser führt. Der Sage nach soll an diesem Ort ein Lindwurm viele Murnauer Jungfrauen verspeist haben.

Vom Staffelsee ins Murnauer Moos

Die Kottmüllerallee: 140 Eichen führen hinauf vom Murnauer Moos nach Murnau

Dahinter steigen wir durch die Kothmüller-Allee mit 140 prächtigen Eichen, gepflanzt im Jahre 1880, wieder nach Murnau auf. Vom Ortsrand haben wir einen wunderbaren Blick auf die Altstadt mit der Kirche und dem ehemaligen Schloss, das heute das Stadtmuseum beheimatet.

Tatsächlich ist in der Stadt heute verkaufsoffener Sonntag. Die Geschäfte haben geöffnet, es sind Bierbuden und Wurststände aufgebaut und die Menschen genießen den herrlichen Sonnenschein auf den Terrassen der Cafes und Restaurants. Doxi läuft mit gesenkter Nase durch die Straße, immer auf der Suche nach einem zurückgelassenen Stück Bratwurst. Und schon sehr bald wird sie fündig.

Nach etwas mehr als vier Stunden erreichen wir schließlich wieder unseren Ausgangspunkt am Bahnhof von Murnach. Die Wanderung ist im Wanderführer mit dem Prädikat “Top” ausgezeichnet, und das hat sie sich wirklich verdient. Herrlich war das!

( MITI )

Oberammergau – Paradies für Lüftlmaler

Oberammergau – Paradies für Lüftlmaler
Oberammergau, 30.09.2018

Lüftlmalerei ist in Oberammergau allgegenwärtig

Tag
5
Nach unserer herrlichen Wanderung rund um Murnau machen wir uns gleich auf in Richtung Oberammergau. Den ganzen morgigen Tag soll es regnen und ich möchte Oberammergau und das Ammertal so gerne in der Sonne erleben.

Oberammergau ist ein beliebtes Touristenziel und zieht deshalb auch viele Wohnmobilfahrer an. Überall sieht man Schilder, die das Übernachten auf den ausreichend vorhandenen Parkplätzen im Ort untersagen. Also stellen wir uns ganz brav auf den einzigen autorisierten Übernachtungsplatz am südlichen Ortsrand gleich neben dem Festplatz.

Oberammergau liegt im Ammertal am Rande des Ammergebirges. Namensgebend ist der Fluss Ammer, der nördlich im Ettaler Moos entspringt und über Unterammergau bis hinunter nach Dießen am Ammersee fließt.

Bekannt ist Oberammergau vor allem durch die alle zehn Jahre stattfindenden Passionsspiele, (das nächste Mal wieder im Jahre 2020), sowie die ortsansässigen Holzschnitzer und die mit Lüftlmalerei verzierten Häuser. Häufig sind es religiöse Motive, die die Häuser zieren, es finden sich aber auch dekorative 3D-Illusionen darunter, oder Märchengeschichten, wie die vom bösen Wolf am heutigen Kindergarten.

Bei unserem ausgedehnten Stadtsparziergang begegnen uns zahlreiche dieser Malereien, die auf eine uralte Tradition zurückgehen. Die schönsten davon habe ich auf den folgenden Bildern festgehalten.

( MITI )

Immer anner Ammer lang

Immer anner Ammer lang
Oberammergau, 30. September 2018

Blick hinunter auf Oberammergau im Tal der Ammer

Tag
5
Am späten Nachmittag unternehme ich mit Doxi im tiefstehenden Licht der Herbstsonne eine aussichtsreiche Wanderung von Oberammergau nach Unterammergau. Der kürzeste Weg führt direkt an der Ammer entlang, die nördlich von Oberammergau im Ettaler Moos entspringt und in südlicher Richtung bis Dießen fließt, wo sie in den Ammersee mündet.

Weil auf dem Ammerweg an diesem Sonntagnachmittag viel los ist, entscheide ich mich auf dem Hinweg für eine Alternativroute, die uns am Fuße der Hügel auf der Ostseite des Ammertals entlang führt.

Am Ortsausgang von Oberammergau müssen wir jedoch erst einmal einen kleinen Stopp einlegen, weil eine Kuhherde über den Feldweg zurück in den Stall geführt wird. Ganz fasziniert beobachtet Doxi die vorbeitrabenden Kühe.

Anschließend geht es am Fuße der Hügel durch schöne Wiesenlandschaft, die von zahlreichen Kuhherden beweidet wird. Hinter uns öffnet sich ein herrlicher Blick ins Tal der Ammer mit Oberammergau vor der prächtigen Kulisse der Ammerberge.

Als wir Unterammergau erreichen, steht die Sonne schon tief über den Bergen und wirft lange Schatten ins Tal. Sofort wird es deutlich kühler. Weil ich nicht in die Dunkelheit geraten möchte, machen wir uns schnellen Schrittes auf den Rückweg entlang der Ammer.

Während Oberammergau am Nachmittag noch voller Touristen war, ist es bei unserer Rückkehr am Abend bereits viel ruhiger geworden. Fast dreißig Kilometer sind wir heute gewandert. Ich bin froh, als wir wieder das Wohnmobil erreichen. Das war ein sehr schöner aber auch etwas anstrengender Tag.

( MITI )

Im Ettaler Weidmoos

Im Ettaler Weidmoos
Ettal, 1. Oktober 2018

Alles so schön feucht hier: Blick ins Ettaler Weidmoos

Tag
6
Wir stehen weiterhin mit dem Wohnmobil auf dem Übernachtungsplatz am südlichen Ortsrand von Oberammergau. Bereits gestern war für den heutigen Tag durchgängiger Regen angekündigt, und so kommt es tatsächlich auch. Die dicken Wolken hängen tief über der Landschaft, doch das kann uns nicht schrecken 🙂

Am Morgen mache ich mich mit Doxi auf zu einer Wanderung entlang der Ammer in südlicher Richtung zur Ettaler Mühle. Wir passieren dabei das Naturschutzgebiet “Ettaler Weidmoos”.

Das Kalkflachmoor mit kleinen Hochmoorinseln ist vor allem wegen seiner Wasserverhältnisse eine Besonderheit unter den bayerischen Mooren.

Im Ettaler Weidmoos entspringt die Ammer aus verschiedenen Quelltöpfen, die aus dem hier zutage tretenden Wasser der Linder gespeist. Dieser kleine Gebirgsbach entspringt zehn Kilometer südwestlich unmittelbar an der Grenze zwischen Tirol und Bayern in der Nähe von Schloss Linderhof.

Knapp vier Kilometer westlich des Quellbereichs der Ammer versickert die Linder in dem durchlässigen, kalkigen Untergrund, um nach kurzer Zeit wieder als Ammer zutage zu treten.

Die verschiedenen Quellen vereinen sich schon bald zu zwei stattlichen Bächen. Der eine fließt mit Hilfe eines Dükers unter der Ammer hindurch und treibt das Wasserrad der Ettaler Mühle an. Der andere schlängelt sich in nördlicher Richtung durch das Weidmoos und mündet von links in die Ammer.

Entstanden ist das Weidmoos durch Verlandung eines nach der Eiszeit hier zurück gebliebenen Schmelzwassersees. Einige seltene Pflanzen- und Tierarten sind in diesem Gebiet zu Hause. Das 159 ha große Moor wurde deshalb 1982 unter Naturschutz gestellt.

Im Regen wirkt die unzugängliche Landschaft wie verwunschen. Der Himmel spiegelt sich in den vielen Wasserflächen wider und lässt die Übergange zwischen Land, Wasser und Luft fließend erscheinen. So kann auch das schlechte Wetter seinen ganz eigenen Reiz entfalten.

( MITI )