Schlagwort-Archive: kunst

Heinrich Heine. Lebensfahrt.

Heinrich Heine. Lebensfahrt.
Düsseldorf, 15. Januar 2023

Der junge Heinrich Heine mit Blumenkranz im Haar

Im Herzen von Düsseldorf, in der Carlstadt südlich der Altstadt, gibt es noch einige wenige Straßenzüge, in denen man sich in das frühe 19. Jahrhundert zurückversetzt fühlt: Kopfsteinpflaster, klassizistische Häuserfassaden, Gaslaternen – alles wie im Biedermeier.

Dort ist auch das Heinrich-Heine-Institut untergebracht, das sich dem Leben und Werk des großen Düsseldorfer Dichters und Literaten widmet.

Neben einer Dauerausstellung mit mehr als 250 Exponaten zum Leben Heines gibt es dort auch ein Archiv, eine Bibliothek, sowie Platz für Wechselausstellungen.

Zurzeit werden dort Bilder aus einer Graphic-Novel gezeigt, die zum 225. Geburtstag des Dichters in diesem Jahr erscheinen wird und sein Leben nacherzählen soll.

Das Projekt wird von dem Künstlerpaar Gaby von Borstel und Peter Eickmeyer aus Melle bei Osnabrück mit Unterstützung des Instituts entwickelt.

Mir hat der Stil der Zeichnungen sehr gut gefallen, aber auch die Exponate in der Dauerausstellung. Erstmals habe ich hier auch historische Stadtpläne des alten Düsseldorfs und seiner Umgebung gesehen. Man spürt sehr deutlich: Die Welt war noch eine ganz andere damals. Alles sehr interessant.

( MITI )

Julia Stoschek Collection: Worldbuilding

Julia Stoschek Collection: Worldbuilding
Düsseldorf, 8. Januar 2023

Heute habe ich eine bemerkenswerte Ausstellung in den Hallen der Julia Stoschek Collection in Düsseldorf besucht. Die von Hans Ulrich Obrist kuratierte Schau widmet sich dem Genre interaktiver Videospiele und untersucht, wie sich Künstler mit dem Medium auseinandersetzen und es zu einer neuen Kunstform erheben.

Viel mehr als herkömmliche Malerei und Bildhauerei ermöglichen es Videospiele, eigene Welten zu erschaffen und diese lebendig werden zu lassen.

Doch in der Ausstellung sind auch Werke vertreten, die sozio-politische Aspekte des Genres beleuchten und Kritik an den häufig stereotypischen und nicht selten diskriminierenden Darstellungen üben, die die Milliarden-schwerte Gaming-Industrie hervorbringt.

Laut und bunt geht es in der Ausstellung zu, und an den meisten Stationen können die Besucher selbst zum Joystick, Tablet oder Gamepad greifen, um aktiv zu werden und mit der Darstellung zu interagieren. Einige Installationen laden über VR-Brillen zu einem vollkommen immersiven Erlebnis ein.

Die großzügigen Ausstellungsräume in einer alten Fabrik bieten viel Raum für die zahlreichen Exponate, die auf Bildschirmen oder auf großformatigen Leinwänden dargestellt werden. Der Eintritt ist kostenlos, die Ausstellung noch bis Ende des Jahres jeweils Sonntags von 12-18 Uhr geöffnet.

( MITI )

Vier Künstler in der Kunsthalle

Vier Künstler in der Kunsthalle
Düsseldorf, 13. Dezember 2022

Matthias Groebel – A Change in Weather (Broadcast Material 1989-2001)

Die Kunsthalle Düsseldorf zeigt seit Samstag neue Einzelausstellungen mit den Werken von drei Künstlern. Die Arbeiten von Florian Krewer, Raphaela Simon und Carina Brandes stehen unter dem Thema „Es liebt Dich und Deine Körperlichkeit ein Verwirrter“.

Die drei in den 1980er Jahren geborenen Künstler thematisieren in Malerei, Skulptur und Fotografie Fragen zu körperlicher Selbstbestimmung und Selbstgestaltung. Sie zeigen Körperlichkeit als wechselhafte Erfahrung von Lust und Last. Illustriert wird das Hin- und Herpendeln zwischen Nähe und Distanz, Anziehung und Verdrängung. Der Körper erscheint als originäres Objekt, das uns durch Raum und Zeit trägt.

Hinzu kommen im Obergeschoss und etwas abgetrennt davon Werke von Matthias Groebel, der mit einer speziellen Technik TV-Bilder aus den Jahren 1989-2001 zu Grafiken aufbereitet hat.

Florian Krewer

Florian Krewer (*1986) studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und zeigt in seinen großformatigen Ölgemälden häufig reduziert dargestellte Gruppen von jungen Menschen in urbaner Umgebung. Die Abgebildeten wirken oft angespannt und hängen in der Dunkelheit der Nacht herum. Viele Figuren zeigen eine sexuelle Identität jenseits einfacher binärer Zuschreibungen. Auf neueren Werken thematisiert Krewer außerdem die Verbindung zwischen Mensch und Tier.

Raphaela Simon

Raphaela Simon (*1986) studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und ist heute bekannt für ihre düster wirkenden Ölgemälde mit einfachen, aber undeutlichen Formen vor monochromen Hintergründen. Ihre Figuren bleiben anonym und unnahbar, mit Gesichtern ohne Details. Häufig scheinen sie aus einer anderen Welt zu stammen.

Carina Brandes

Carina Brandes (*1982) studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. In ihren Schwarz-weiß-Fotografien inszeniert sie sich meist selbst. Merkmal ihrer Werke sind ungewöhnliche Posen und Szenerien abseits des Alltäglichen. Im Zentrum ihrer Kunst steht der oftmals spärlich bekleidete weibliche Körper, der mit anderen Frauen, Tieren oder Pflanzen interagiert.

( MITI )

Museum Ludwig: Klassische Moderne

Museum Ludwig: Klassische Moderne
Köln, 1. Dezember 2022

Das Museum Ludwig vor dem Kölner Dom (Foto Ainars Brūvelis | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Düsseldorf ist mit seinen Kunstmuseen sicherlich ein Hotspot für die Präsentation zeitgenössischer Kunst in NRW. Aber Köln hat mit dem Museum Ludwig gleich neben dem Dom ebenfalls ein Kunstmuseum von internationalem Rang zu bieten.

Das Museum verfügt über eine Ausstellungsfläche von rund 8.000 m². Im Gebäude befinden sich außerdem das Filmforum NRW, die Kölner Philharmonie, sowie die Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln.

Keimzelle des Museums war die Expressionismus-Sammlung des Kölner Rechtsanwalts Josef Haubrich, die im Laufe der Zeit durch weitere Werke der Kunst des 20. Jahrhunderts ergänzt wurde.

Der größte Teil der Pop-Art-Werke geht auf das Sammler-Ehepaar Peter und Irene Ludwig zurück.

Später schenkte das Unternehmer-Paar der Stadt Köln zudem zahlreiche Werke der Russischen Avantgarde und schließlich mehrere hundert Werke von Pablo Picasso.

Damit kam es 1976 zur Gründung des Museums Ludwig, das seit 1986 in dem von den Kölner Architekten Busmann + Haberer entworfenen Neubau zwischen Dom und Rhein residiert.

Gestern und heute war ich dort unterwegs, um mir die beiden Sammlungen der klassischen Moderne und der Pop Art/Moderne anzuschauen. Und ich muss sagen: Ich bin wirklich beeindruckt. Hier folgen die für mich beeindruckendsten Exponate aus der Sammlung der klassischen Moderne.

( MITI )

Art Cologne 2022

Heute habe ich mit Heike und unserem Freund Bruno die älteste und vielleicht größte Kunstmesse der Welt besucht. Nach zwei Jahren Corona-Pause findet die Art Cologne endlich wieder statt. Und das Angebot an zeitgenössischer Kunst ist riesig, genau wie die Preise. Hier alle Werke, die mir auf unserem vierstündigen Messerundgang am besten gefallen haben.

( MITI )

Let it Glow 2022

Let it Glow 2022
Eindhoven (NL), 17. November 2022

„The Reed“ von Cindy Lo im Villenviertel Nachtegaal

Heute haben wir einen tollen Abendausflug in das 100 km entfernte Eindhoven unternommen. Immer im November findet in der 240.000-Einwohner Stadt das Lichtfestival „Glow“ statt, das jährlich tausende von Besuchern anlockt und die halbe Innenstadt einbezieht.

Eine Woche lang ziehen nach Einbruch der Dunkelheit Heerscharen von Menschen auf einer rund acht Kilometer langen Route durch das Zentrum.

Mehr als zwanzig Lichtinstallationen gibt es in diesem Jahr zu bewundern. Teilweise sind es Projektionen an Häusern, animierte Skulpturen, Lasershows oder 3D-Objekte – das Spektrum ist wirklich vielfältig.

Anfangs fragten wir uns noch, ob wir als Ortsunkundige denn auch alle Installationen wirklich entdecken würden, aber man muss nur den Besucherströmen folgen. Es herrscht eine überaus angenehme und friedliche Stimmung.

Schwer zu sagen, was uns am besten gefallen hat, aber besonders eindrücklich war sicherlich die Installation „Shylight“ der Lichtkünstler Lonneke Gordijn und Ralph Nauta in der Paterskerk.

Lichtdurchflutete Medusen aus Seide gleiten von der Kirchendecke herab, entfalten sich dabei im Windstrom und ziehen sich beim Wiederaufstieg erneut zusammen. Unterlegt mit meditativer Musik, ergibt sich aus dem choreografierten Wechselspiel der Objekte eine überaus poetische Installation.

( MITI )