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Jacob Hashimoto

Jacob Hashimoto
Kunst aus der KI, 26. März 2023

Alle Bilder erzeugt nach meinen Vorgaben

Neu aus der KI auf meiner Festplatte: Frisch generierte Kunstwerke im Stile von Jacob Hashimoto.

Ich bin ein großer Fan der bunten Installationen des US-amerikanischen Künstlers (*1973), der als Sohn eines Japaners und einer US-amerikanischen Künstlerin in Colorado aufwuchs.

Hashimoto studierte Kunst an der School of the Art Institute of Chicago. Sein Werk umfasst raumfüllende Installationen aus bunten 3D- und 2D-Elementen.

Obwohl er nach eigener Aussage nie im Land seiner Vorväter war und auch die Sprache nicht spricht, sind Bezüge zur japanischen Origami- und Comic-Kultur unverkennbar.

( MITI )

Refik Anadol im Kunstpalast Dus

Refik Anadol im Kunstpalast Dus
Düsseldorf, 22. März 2023

Refik Anadol erklärt seine Kunst in einem Video

Als Programmierer und Kunstliebhaber bin ich fast zwangsläufig ein Fan der „generative art“, von Computern erzeugter Kunst. Vor einigen Jahren habe ich ein Programmier-Handbuch zu diesem Thema ins Deutsche übersetzt und auch selbst schon viel mit generativen Algorithmen herumexperimentiert.

Sehr gespannt war ich deshalb auf die Ausstellung mit Werken des türkischen Media-Künstlers Refik Anadol, der als Professor an der US-amerikanischen Westküste lehrt.

Die Ausstellung besteht im Wesentlichen aus drei Werken, allesamt Animationen mit fließenden Formen, die sich fortlaufend verändern und die Grenzen der Vorstellungskraft ausloten.

Zwei werden von Beamern auf riesige Wandflächen projiziert, die Dritte läuft auf drei großen Flachbildschirmen. Dazu wird im Hintergrund passende Ambient-Musik abgespielt.

Die Animationen sind sehr farbenfroh und laden in ihrer fortwährenden Veränderungen zum anhaltenden Betrachten ein. Ich konnte beobachten, dass sie viele Museumsbesucher ganz in ihren Bann ziehen.

Mir hat die Präsentation der Werke sehr gut gefallen, es war aber nichts dabei, was ich in der einen oder anderen Form noch nie gesehen hätte. Schön, dass diese Kunstform jetzt auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Das Thema profitiert auf jeden Fall vom aktuellen Hype um das Thema Künstliche Intelligenz.

Refik Anadol im Kunstpalast Dus
Refik Anadol im Kunstpalast Dus

( MITI )

Das Wirken von Max Ernst

Das Wirken von Max Ernst
Brühl, 16. März 2023

Skulpturen im Max-Ernst-Museum

Einer der bedeutendsten Gegenwarts-Künstler aus dem Rheinland war Max Ernst (1891 – 1976), der die Sprache der Malerei des 20. Jahrhunderts auf revolutionäre Weise erneuerte.

In seiner Geburtsstadt Brühl unterhält der Landesverband Rheinland ein wunderschönes Museum, das sich mit einer Vielzahl von Werken dem umfangreichen Schaffen des Künstlers widmet.

Die Ausstellung umfasst rund siebzig Schaffensjahre, von dadaistischen Aktivitäten im Rheinland in den 1920er Jahren, über die Beteiligung an der surrealistischen Bewegung in Frankreich in den 1930er Jahren, das Exil in den USA während der Nazi-Zeit und schließlich die Rückkehr nach Europa im Jahr 1953.

Max Ernst wandte sich als Autodidakt ohne akademische Ausbildung gegen die alte Auffassung von „Talent“ und lobte den Surrealismus, der das „Märchen vom Schöpfertum“ angegriffen und vernichtet habe. Berühmt wurde er nicht nur als Maler und Zeichner, sondern auch als Bildhauer und Kunsttheoretiker.

Seine Gemälde, Collagen und Skulpturen verkörpern oft rätselhafte Bildkombinationen und bizarre Wesen. Phantastische Landschaften und Vögel bilden ein wiederkehrendes Motiv. Die Techniken Frottage, Grattage und Drip Painting, als Oszillation entwickelt, gehen auf ihn zurück.

Neben Picasso und Andy Warhol gilt Max Ernst als meistfotografierter Künstler des 20. Jahrhunderts. Eine Sonderausstellung im Keller des Museums präsentiert aktuell eine Vielzahl von Aufnahmen.

Ich bin ganz begeistert von der Vielzahl der Werke, die in Brühl zu sehen sind, und von der unbändigen Schaffenskraft, die darin zum Ausdruck kommt. Ein wirklich beeindruckender Künstler, finde ich.

( MITI )

Peter Piller im Kunstverein Dus

Peter Piller im Kunstverein Dus
Düsseldorf, 15. März 2023

Motiv aus der Ausstellung

Selten, dass ich durch eine Kunstausstellung laufe und erst einmal so gar keine Idee habe, was das alles soll und wo hier der künstlerische Wert liegen mag.

Doch so erging es mir heute bei der Einzelausstellung von Peter Piller im Kunstverein der Rheinlande und Westfalen, bis … ja, bis ich den Ausstellungskatalog zur Hand nahm. Da lichtete sich der Nebel in meinem Kopf.

Piller war von 2006 bis 2018 Professor für Fotografie im Feld zeitgenössischer Kunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Seit Oktober 2018 leitet er die Klasse für Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf.

Bei seinen Aufnahmen steht nicht so sehr das einzelne Motiv im Vordergrund, das durchaus trivial, unprofessionell oder ganz einfach belanglos sein mag. Vielmehr geht es um Serien, deren Einzelaufnahmen ein bestimmtes Thema, ein Gedanke, ein Ereignis oder eine Meta-Ebene als Klammer verbindet.

Peter Piller im Kunstverein Dus

Kommentiertes Motiv aus einer DDR-Armeezeitschrift

Piller greift dabei gerne auf Aufnahmen zurück, die in anderen Medien oder Kontexten bereits publiziert wurden.

Wie bei den drei ersten unten gezeigten Motive, die aus einer populären DDR-Armeezeitschrift stammen und der Unschuld junger Frauen militärische Motive mit ähnlicher Anmutung gegenüberstellen.

Oder die Serie, in der Piller Fotos aus ganz unterschiedlichen sozialen Kontexten präsentiert, alle aufgenommen nach den Anschlägen auf das World Trade Center, als in Deutschland zu einer Minute stillen Gedenkens aufgerufen wurde.

Spannend zu beobachten, wie sich die Menschen in diesem Moment bemühen, traurig, andächtig oder betroffen, aber zumindest nicht teilnahmslos zu wirken.

In einer anderen Serie zeigt er das eine offizielle Motiv des amerikanischen Erstschlags auf Bagdad am Beginn des Irakkriegs und wie dieses Motiv in unterschiedlichen Ausschnitten, Farbintensitäten und auf unterschiedlichem Papier gedruckt damals sprichwörtlich um die Welt ging.

Oder Motive aus der Foto-Datenbank einer Schweizer Versicherung, alle aufgenommen von Geschädigten, um einen Versicherungsfall zu dokumentieren.

Hintergründig auch die Sammlung von harmlos wirkenden Motiven mit Blumen aus einem afghanischen Lehrbuch für den Biologie-Unterricht, erschienen in den noch friedlichen 1970er Jahren.

Diese Aufnahmen kontrastiert Piller mit dem Motiv einer geöffneten, rotbefeckten Hand, die das Leiden des afghanischen Volkes symbolisieren könnte. Doch die Hand ist nicht blutverschmiert und mit Patronen gefüllt, wie man auf einen flüchtigen Blick hin glauben könnte. Sondern es ist der Saft reifer Beeren, die süß und verzehrbereit in der offenen Handfläche liegen. Die Botschaft dahinter lautet: Genaues Hinschauen lohnt sich.

( MITI )

Jenny Holzer im K21

Jenny Holzer im K21
Düsseldorf, 14. März 2023

Echte menschliche Knochen als Mahnung an den Irak-Krieg

Jenny Holzer, der Name sagt mir bislang nichts. Die US-amerikanische Konzept- und Installationskünstlerin, Tochter eines deutschen Autohändlers und einer Reitlehrerin, wuchs in Ohio auf und studierte dort Kunst.

Holzers Schaffenswerk ist von mehreren Perioden und Serien geprägt, von denen einige nun im K21 in Düsseldorf zu sehen sind.

Bekannt wurde sie Ende der 1970er Jahre durch ihre „Truisms“, eine Serie von Einzeilern, die sie als anonyme Poster an Gebäuden, Mauern und Zäunen in Lower Manhattan plakatierte.

Später verbreitete Holzer die Truisms auch über andere Medien wie LED-Leuchtbänder, Sitzbänke, Aufkleber, T-Shirts und im Internet.

Eine ihrer Installation, „Mother and Child“, wurde 1990 auf der Biennale in Venedig präsentiert und dort mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.

Bereits seit den 1990er Jahren beschäftigt sich Holzer intensiv mit den Folgen von Krieg und Gewalt. Im K21 sind einige Arbeiten zu sehen, die sich auf den Irak-Krieg beziehen und auf Dokumenten basieren, die die US-Armee auf Druck der Öffentlichkeit preis gegen musste, teilweise geschwärzt, wie die Fingerabdrücke einiger Guantanmo-Inhaftieren, die sie in ihren Bildern verarbeitet.

Immer wiederkehrend: Ihre klassisch geformten Sitzbänke aus Marmor und Stein, auf denen Texte gegen Krieg und Gewalt eingraviert sind.

( MITI )

Out of Sight

Out of Sight
Düsseldorf, 9. März 2023

Der Wirklichkeit neue und unbekannte Ansichten abzugewinnen, das ist das Ziel der Arbeiten des Fotografen Andreas Gefeller.

Der Düsseldorfer Künstler betrachtet unseren Lebensraum und beschäftigt sich mit der technologisierten Gesellschaft und einer vom Menschen dominierten Natur.

Mit seinen Arbeiten fordert Gefeller die visuelle Wahrnehmung heraus: Kategorien wie Groß und Klein, Hell und Dunkel, Farbig und Farblos werden neu bestimmt, das Verhältnis zur Realität immer wieder neu definiert.

Der Künstler setzt Techniken ein wie das Collagieren digitaler Einzelbilder, Langzeit-, Kurzzeit- und Überbelichtung, Aufnahmen bei Nacht sowie aus ungewöhnlichen Perspektiven.

Dadurch gewinnt er aus scheinbar vertrauten Orten noch nicht dagewesene, bislang verborgene Bilder. Man kommt unwillkürlich ins Staunen. Faszinierend ist das.

( MITI )