Schön im Schlick

Schön im Schlick
Delfzijl (NL), 18. September 2021

Mmhh, wie fein das klebt

Am späten Nachmittag passen wir die Ebbe im Dollart ab für eine kleine Wattwanderung. Allzu weit kommen wir jedoch nicht, denn kaum 30 Meter vom Strand entfernt, ist der Schlick bereits knietief, sodass man kaum noch vorankommt.

Wir wollen kein Risiko eingehen, und wagen uns nicht weiter hinaus. Ist aber auch nicht schlimm. Auch so macht es Spaß, durch den Matsch zu stapfen und auf den entleerten Dollart zu blicken.

Einige Siele in Strandnähe führen zwar noch Wasser, doch weiter draußen können wir große Flächen ausmachen, die komplett trockengefallen sind. Toll sieht das aus, wie sich die Wolken in den nassen Flächen spiegeln.

( MITI )

Am Dollart

Am Dollart
Delfzijl (NL), 18.09.2021

Heike hilft den Seeleuten bei ihrer Arbeit auf dem Marktplatz an der historischen Holländer-Turmwindmühle

Den zweiten Tag unserer Nordholland-Tour verbringen wir in Delfzijl am Dollart, der großen Meeresbucht, in der die Ems in die Nordsee übergeht. Delfzijl liegt an der Mündung des Delf, einem Kanal, der Groningen mit dem Dollart und der Nordsee verbindet.

Die Stadt war deshalb über viele Jahrhunderte ein strategisch wichtiger Vorposten und deshalb u. a. im 80-jährigen Krieg zwischen Spanien und seinen rebellierenden holländischen Provinzen hart umkämpft.

Wir stehen mit dem Wohnmobil auf dem schönen Stellplatz gleich hinter dem Deich unmittelbar am Aquarium und dem kleinen öffentlichen Sandstrand am Dollart. Von dort unternehmen wir mit Doxi eine große Runde durch die Stadt und die ausgedehnten Hafenanlagen.

Vom Deich aus haben wir an diesem sonnenklaren Morgen einen wunderbaren Blick über den Dollart, der gerade durch die Flut komplett gefüllt ist. Auf der gegenüberliegenden Seite des Dollart liegt in rund 16 Kilometer Entfernung das deutsche Emden.

Interessant finde ich, dass der genaue Grenzverlauf im Dollart zwischen Deutschland und den Niederlanden bis heute umstritten ist. Jede Partei beansprucht einen größeren Anteil für sich. Ein Teil der rund 16 km² großen Wasserfläche steht deshalb unter gemeinsamer Verwaltung und für die Schifffahrt gilt die spezielle binationale Schifffahrtsordnung „Emsmündung“.

( MITI )

Stadtwanderung Groningen

Stadtwanderung Groningen
Groningen, 17.09.2021

Provinciehuis hinter der Martinskerk – Sitz der Provinzregierung

Wir beginnen unsere Womo-Tour durch Nordholland mit einem Besuch der 230.000-Einwohner-Stadt Groningen.

Von unserem Stellplatz im Erholungsgebiet Kardinge im Nordosten der Stadt laufen wir mit Doxi rund 4 Kilometer ins Zentrum. In den Vororten begegnen uns dabei viele architektonisch interessante Sozialsiedlungen aus den 1920er bis 1940er  Jahren.

Zahlreiche Kanäle und Wasserstraßen rahmen das Herz der von 50.000 Studenten geprägten Stadt ein. Das Zentrum ist reich an historischen Bauten aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Dazwischen erheben sich einige ultramoderne Gebäude wie der Museumskomplex am Bahnhof oder das 54 Meter hohe Forum gleich hinter dem Alter Markt.

Mehr als fünf Stunden sind wir in der quirligen Innenstadt unterwegs und legen dabei mehr als 12 Kilometer zurück. Eine wirklich beeindruckende Stadt, die man an einem Tag gar nicht vollständig erfassen kann. Hier kommen wir bestimmt noch einmal hin.

( MITI )

Rund um den Blausteinsee

Rund um den Blausteinsee
Eschweiler, 13. September 2021

An diesem Morgen komplett verwaist: der Strandbereich

Vor drei Jahren war ich zum ersten Mal am schönen Blausteinsee bei Eschweiler. Damals war dort richtig viel los und es reichte nur für eine kleine Stippvisite. Heute habe ich etwas mehr Zeit mitgebracht.

Mit Doxi laufe ich eine erweiterte, rund 10 km lange, Runde um den See und die angrenzende Hochfläche. Und an diesem verschlafenen Montagmorgen haben wir den See fast für uns alleine. Da stört es niemanden, wenn ich Doxi am Strandbereich des Sees ein wenig im Wasser schwimmen lasse.

Der See mit seinem rund 5 Kilometer langen Uferweg ist im Prinzip ein großes Loch innerhalb der durch Aufschüttungen aus dem nahe liegenden Tagebau Inden entstandenen Hochfläche. Mehrere Dörfer, von denen heute nur noch Gedenksteine zeugen, mussten dafür in den 1970er Jahren weichen.

Lange dauerte es, bis dieses Loch komplett mit Wasser gefüllt war. Heute kann man dort wunderbar schwimmen, segeln, paddeln, surfen und tauchen. Der Nordostrand des Sees ist als Naturschutzgebiet gesperrt, doch am Südwestrand befindet sich ein Wassersportzentrum mit Seebrücke, Gastronomie, Badestrand, Segelhafen und Parkplätzen. Ich glaube, auf dem schönen See müssen Heike und ich auch mal ein wenig paddeln …

Rund um den Blausteinsee

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In der Überanger Mark

In der Überanger Mark
Ratingen-Lintorf, 12. September 2021

Allee hinter dem Angermunder See

Nördlich des Düsseldorfer-Flughafens, im Grenzgebiet zwischen Ratingen und Angermund, waren Heike, Doxi und ich heute im schönen Waldgebiet des Hinkesforst und der Überanger Mark unterwegs.

Im Wald treffen wir auf einige Bäche, die jetzt am Ende des Sommers trocken gefallen sind. Das gilt jedoch nicht für den Angerbach, einem 38 km langen rechten Zufluss zum Rhein, der aus dem Bergischen Land kommt und das Waldgebiet auf seinem Weg in Richtung seiner Mündung bei Duisburg passiert. Er ist gut gefüllt.

Am Angerbach liegt auch die „Kellnerei“, die ehemalige Bug Angermund, die einst von den Kölner Erzbischöfen erbaut und den Grafen von Berg vom 15. bis ins 19. Jahrhunderte als Landesburg und nördlichster Grenzposten ihres Territoriums diente.

In den 1980er Jahren wurde die vom Verfall bedrohte Wasserburg umfassend saniert und dient heute als moderne Wohnanlage.

Dahinter treffen wir auf den glasklaren Angermunder See, der zwischen dem Wald und der viel befahrenen Eisenbahnstrecke zwischen Düsseldorf und Essen liegt. Mit einem Stöckchen können wir Doxi überreden, ein wenig im See zu schwimmen, was sie dann auch macht.

Beim Blick über den See sehen wir immer wieder große Passagierflugzeuge im Tiefflug auf den Düsseldorfer Flughafen herabschweben. Beeindruckend sieht das aus.

Hinter dem See erreichen wir wieder das Waldgebiet, das hier zum Düsseldorfer Stadtwald gehört und einen liebevoll gestalteten Waldlehrpfad enthält. Durch die Tiefenbroicher Mark laufen wir anschließend zurück zu unserem Startpunkt, den wir nach zweieinhalb Stunden und zehn Wanderkilometern wieder erreichen.

( MITI )

Bummel durch Rheinberg

Bummel durch Rheinberg
Rheinberg, 11. September 2021

Häuser am Fischmarkt in Rheinberg, im Hintergrund das Underberg-Palais

Nach unserer Wanderung auf dem Hasenpfad am Polder Hasenfeld unternehme ich mit Doxi noch einen kleinen Bummel durch das Zentrum von Rheinberg. Die Stadt befindet sich rund 11 km nördlich von Moers und 16 km südlich von Xanten am Niederrhein nordwestlich des Ruhrgebiets.

Jahrhundertelang lag die Stadt unmittelbar an einem Rheinarm und war eine wichtige Zollstation der Kölner Erzbischöfe. Heute befindet sich das Flussbett rund fünf Kilometer vom historischen Zollturm am Rande der Altstadt entfernt.

Das Ortszentrum ist von einem gut erhaltenen ehemaligen Wallgraben umgeben, der zwischen 1290 und 1311 für die erste Befestigungsanlage mit Stadtmauer und Türmen erbaut wurde.

Die Stadt war zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert immer wieder stark umkämpft: zunächst zwischen Spaniern und Holländern, später zwischen den verschiedenen Fraktionen des Dreißigjährigen Krieges, dann zwischen Holländern und Franzosen und erneut zwischen Franzosen und Preußen. Es machte das Wort die Runde, „Rheinberg ist eine Hure des Krieges“.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt hingegen nur wenig beschädigt. Dadurch sind im historischen Zentrum vergleichsweise viele Häuser – größtenteils aus dem 19. Jahrhundert – erhalten.

Unübersehbar ist die Stadt durch die Firma Underberg geprägt, die hier ihren Stammsitz hat. Neben dem Rathaus im Zentrum befindet sich das protzige Underberg Palais, daneben die ursprüngliche Produktionsstätte mit dem hoch aufragenden ehemaligen Kräuterturm.

( MITI )