Heute waren wir im Südwesten von Friesland unterwegs und haben die Städte Franeker, Harlingen und Sneek besucht. Es ist ein Kulturraum und deshalb wundert es nicht, dass sich dort auch die Haustüren ähneln. Hier unsere Ausbeute:
Der schiefe Turm von Leeuwarden

Universitätsgebäude und Sitz der Rabobank am Museumshafen
Nun sind wir in der 120.000-Einwohner-Stadt Leeuwarden angekommen, dem Verwaltungszentrum der niederländischen Provinz Friesland. Wir stehen am Yachthafen im Industriegebiet rund 2,5 km außerhalb des Zentrums, mit schönem Blick auf das Wasser.
Als wir uns am Nachmittag zu Fuß zu einer Stadttour aufmachen und zunächst den weithin sichtbaren Turm der St.-Bonifatius-Kirche ansteuern, sind wir erst einmal enttäuscht: Ganz schön heruntergekommen und gammelig hier, die Häuser, die Straßen und Geschäfte, sogar die Schiffe in den Kanälen. Überall steht Müll herum. Kein Vergleich mit Groningen.Bald merken wir, dass wir zu weit nach Norden gelaufen sind und das historische Zentrum um 2 Kilometer verfehlt haben. Dort finden wir sie dann, die schönen historischen Bauten und Kanäle, die modernen Museen, Verwaltungspaläste und Universitätseinrichtungen und die hübschen Parks in den Resten der historischen Wallanlagen.
Rund vier Stunden sind wir auf diese Weise in Leeuwarden unterwegs. Und auf dem Rückweg zu unserem Stellplatz entdecken wir dann ebenfalls noch die bürgerlichen Wohnviertel mit schönen historischen (Reihen-) Häusern und die prächtigen Straßen für die Betuchten an den Kanälen. Ist also doch sehr ansehnlich dieses Leeuwarden man muss nur in der richtigen Ecke unterwegs sein.
Die Türen von Leeuwarden
Bezauberndes Dokkum

Häuser an der Bontebrug über den Kleindiep
Wir sind weiterhin mit dem Womo im Norden der Niederlande unterwegs. Heute machen wir zunächst Halt in Dokkum, einem Wallfahrtsort der Katholiken, weil hier im Jahre 754 n. Chr. der Missionar Bonifatius ermordet wurde.
Bonifatuis spielte eine maßgebliche Rolle bei der Missionierung Frankreichs und der Friesen, gründete u. a. die Klöster Mainz und Fulda und war päpstlicher Legat für Germanien.Dokkum hatte früher über einen Kanal direkten Zugang zur Nordsee und kam dadurch zu Wohlstand. Das sieht man der Stadt noch heute an. 1597 siedelte sich die Admiralität der friesischen Marine hier an.
Das Zentrum der Stadt innerhalb der spätmittelalterlichen Wallanlagen ist durchsetzt mit vielen schönen historischen Bauten, die teilweise noch auf das frühe 17. Jahrhundert zurückgehen.
Wir genießen es, die Stadt bei einem zweistündigen Bummel zu erkunden. Richtig schön ist es hier.
Im Sperrgebiet Marnewaard

Starenschwarm an einem Wasserloch in der Marnewaard
Eine eindrucksvolle Begegnung mit riesigen Schwärmen von Staren haben wir heute im Sperrgebiet Marnewaard gehabt. Der größte offene Truppenübungsplatz der Niederlande darf auf markierten Fahrrad und Wanderwagen passiert werden, wenn das Militär gerade nicht aktiv ist.
Sonntags ist dies meistens der Fall, und so haben wir Glück, und können diese eindrucksvolle Landschaft hinter dem Lauwersdamm bei einer 12 km langen Wanderung kennenlernen.Schön von weitem hören wir tausende von Staren schnattern. Und wir sehen, wie sich die Schwärme immer wieder in den Bäumen und Büschen am Rande der offenen Schießflächen niederlassen, um bald darauf wieder abzuheben.
Kurz darauf sind wir auch schon mittendrin. Es ist absolut faszinierend, wie die einzelnen Schwärme in der Luft scheinbar dreidimensionale Formen bilden, die sich ständig verändern. Wir können gar nicht schätzen, wie viele Tiere es sind, aber es müssen Tausende sein.
Uns beeindruckt nicht nur das vielstimmige Schnattern der Vögel bei der Rast in den Bäumen, sondern auch das tausendfache Klatschen der Flügelschläge, wenn sich komplette Schwärme fast zeitgleich wieder in die Lüfte erheben. Magisch ist das.
Am Lauwersmeer

Im Hafen von Lauwersoog
Heute haben wir einen wunderbaren Spätsommertag in Lauwersoog am Lauwersmeer verbracht, genau in der Mitte der friesischen Nordseeküste der Niederlande. Ausnahmsweise stehen haben wir einmal auf einem Campingplatz Station gemacht, aber dafür auch direkt am Wasser.
Das Lauwersmeer ist eine ehemalige Meeresbucht, die bei einer Sturmflut um das Jahr 1280 n. Chr. entstanden ist und in den 1960er Jahren durch einen 13 km langen Damm eingedeicht wurde.Ein Teil des eingedeichten Gebiets wurde trockengelegt, wodurch unter anderem der Ort Lauwersoog entstand.
Lauwersoog ist heute ein bedeutender Fischereihafen. Außerdem starten von hier die Fähren ins Watternmeer zur Insel Schiermonnikoog.
Rund um den Ort gibt es zahlreiche Marinas. Sportboote gelangen durch eine große Schleuse (Robbengatsluis) vom Lauwersmeer in das Wattenmeer. Ein herrlicher Ort für Wassersportler.


