Die Türen von Rendsburg

Die Türen von Rendsburg
Rendsburg, 31. Mai 2023

Pfarrhaus an der Christuskirche

Reste der historischen Bausubstanz findet man in Rendsburg vor allem in der Altstadt, sowie rund um den ehemaligen Paradeplatz im Stadtteil Neuwerk. Dort habe ich auch einige schöne alte Türen entdeckt.

( MITI )

Abendrunde durch Rendsburg

Abendrunde durch Rendsburg
Rendsburg, 30. Mai 2023

Innenhof des Kanalmuseums

Bevor die Sonne untergeht, setze ich mit der Fähre von Schacht-Audorf über den Nordostsee-Kanal und radel für eine kleine Ortsbesichtigung ins Zentrum von Rendsburg.

Der Ort war mir in der Vergangenheit vor allem durch die zwei Hochbrücken bekannt, die hier den NOK queren: Die der Bundesautobahn A7 sowie die Rendsburger Eisenbahnbrücke, die auch die berühmte Schwebefähre über den Kanal trägt. Beides ein Technikdenkmal.

Hoch müssen die Brücken sein, weil auf dem NOK seegängige Schiffe mit einer Höhe von bis zu 40 Metern über der Wasserlinie verkehren können.

Weil der Bahnhof Rendsburg nur einen Kilometer vom Kanal entfernt liegt, konnte die zu erreichende Höhe nicht auf dieser kurzen Zugwegstrecke realisiert werden.

Deshalb wurde zwischen dem Bahnhof und der Brücke eine Schleife errichtet, in der die Züge auf einem Viadukt aus Stahl an Höhe gewinnen. Der darunter liegende Stadtteil erhielt passenderweise den Namen „Schleife“.

Wie die tonnenschweren Personen- und Güterzüge in lichter Höhe weit über den Dächern der Häuser verkehren, ist sicher einmalig in Deutschland.

Rendsburg erweist sich bei meinem Besuch als historisch interessantes Städtchen, wenngleich insbesondere im Bereich der Altstadt etliche Häuser dem Verfall preisgegeben sind. Dort und rund um den Paradeplatz am ehemaligen Schloss heben sich jedoch auch viele historische Bauten erhalten.

Es gibt ein schönes Theater, ein Kanalmuseum, ein Jüdisches Museum, mehrere Kirchen, einen ausgedehnten Stadtpark und vielerlei gastronomische Angebote. Auf jeden Fall deutlich mehr, als nur zwei Hochbrücken 🙂

( MITI )

24 Stunden am NOK

24 Stunden am NOK
Schacht-Audorf, 30. Mai 2023

Zurücklehnen und zuschauen

Acht Jahre ist es bereits her, dass ich zuletzt am Nordostsee-Kanal die dicken Pötte bestaunt habe. Nun stehe ich erneut in Schacht-Audorf direkt am Kanal und habe das Glück, einen Platz in der ersten Reihe auf dem beliebten Womo-Stellplatz ergattert zu haben.

Im Viertelstunden-Rhythmus kommen Schiffe vorbei, manchmal gleich mehrere hintereinander. Aber hier immer nur in einer Richtung, weil der Kanal nicht breit genug ist, damit sich die ganz großen Schiffe kreuzen könnten.

Man hört die Frachtschiffe bereits von weitem tuckern und blubbern, auch wenn sie auf dem Kanal bei weitem nicht mit Höchstgeschwindigkeit unterwegs sein dürfen.

Ihre Positionen lassen sich außerdem auf diversen Seiten im Internet verfolgen. So weiß man immer schon im Voraus, wer wann am Womo-Fenster vorüberziehen wird.

Denn Fracht- und Passagierschiffe müssen ihre Positionen über ein automatisiertes System regelmäßig melden, und diese Daten sind öffentlich verfügbar.

Ich genieße es, einmal nicht den gesamten Tag zu laufen, sondern ein wenig am Laptop zu arbeiten und regelmäßig aufzuschauen, wenn wieder ein großes Schiff vorüberzieht.

( MITI )

Ostseebad Eckernförde

Ostseebad Eckernförde
Eckernförde, 30. Mai 2023

Im quirligen Hafen von Eckernförde

Von Flensburg fahren wir am Morgen weiter ins beschauliche Ostseebad Eckernförde in der gleichnamigen Bucht, auf halber Strecke zwischen Kiel und Schleswig.

Wir parken am Stadtrand und laufen drei Kilometer am schmalen Ostseestrand und durch den hübschen Kurpark entlang ins Zentrum und zum Hafen.

Der Morgen ist bedeckt und deshalb ist am Strand nichts los – außer am 500 Meter langen Hundestrand, wo sich die Vierbeiner vergnügt ins Wasser werfen.

Die Ostsee liegt ganz ruhig da, und so möchte man kaum glauben, dass die gesamte Innenstadt bei Sturmhochwasser bereits mehrfach überschwemmt wurde. Am schlimmsten beim Ostseesturmhochwasser 1872, das das gesamte Stadtgebiet unter Wasser setzte. Mehr als 100 Familien wurden damals obdachlos.

Interessant finde ich, dass in der Stadt über Jahrhunderte auch dänisch gesprochen wurde. Historisch reichte der Sprachraum des Südjütischen bis an die Linie Eckernförde-Treene-Husum.

Die Stadt lebt heute überwiegend vom Tourismus, getrieben durch den vier Kilometer langen Sandstrand, eine sehenswerte Innenstadt und den Jacht- und Fischereihafen.

Ein wichtiger Arbeitgeber vor Ort ist die Bundeswehr. Das Kommando Spezialkräfte der Marine und das Seebataillon der Deutschen Marine sind in Eckernförde stationiert. Auch eine Wehrtechnische Dienststelle der Bundeswehr für Schiffe und Marinewaffen befindet sich in der Stadt. Aus der Ferne kann ich am Rande der Bucht zwei Fregatten ausmachen. Alles wirklich ganz schön maritim, hier.

( MITI )

Zweiter Besuch in Flensburg

Zweiter Besuch in Flensburg
Flensburg, 29. Mai 2023

Blick vom Museumsberg hinunter zur Flensburger Förde im Licht der untergehenden Sonne

Wie unterschiedlich man eine Stadt doch erleben kann. Vor sechs Jahren war ich schon einmal mit dem Womo und Doxi in Flensburg.

Damals standen wir unten auf Meeresniveau an der Flensburger Förde und waren vor allem in der Altstadt und rund um den Hafen unterwegs.

Das war schon beeindruckend. Aber den Museumsberg und die vielen Straßenzüge mit prächtigen Villen und Bürgerhäusern aus preußischer Zeit am Hang oberhalb der Förde habe ich damals verpasst, wie ich nun entdeckt habe.

Diesmal stehen wir mit dem Womo etwas außerhalb des Zentrums. Deshalb bin ich mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs und dabei noch einmal auf ganze andere Viertel gestoßen. Und da ich mich für Architektur sehr begeistern kann, war das höchst spannend.

Vor allem habe ich entdeckt, dass der Jugendstil für die Stadtentwicklung zwischen 1902 und 1910 eine wichtige Rolle gespielt hat. Auf dem Museumsberg gibt es extra eine kleine Stadtroute zu diesem Thema.

Einer der Pioniere und Vordenker des Jugendstils, der Maler und Kunsthandwerker Hans Christiansen (1866-1945), kam aus Flensburg und hat hier bleibende Spuren hinterlassen. Es wird sogar von einem „Flensburger Jugendstil“ gesprochen, der noch einmal etwas andere Nuancen gesetzt hat, als das, was später unter dem Begriff Jugendstil im deutschsprachigen Raum in Mode kam.

( MITI )

Die Türen von Flensburg

Die Türen von Flensburg
Flensburg, 29. Mai 2023

Bei meinem ersten Flensburg-Besuch vor sechs Jahren war mir vollkommen entgangen, wie viele prächtige Bürgerhäuser und Villen aus der preußischen Zeit und im Stil des Historismus es in der Stadt gibt. Insbesondere in den Stadtteilen, die sich westlich der Förde am Hang befinden, also Neustadt und Westliche Höhen. Dort war ich heute, bei meinem zweiten Flensburg-Besuch, unterwegs und habe reiche „Beute“ gemacht.

( MITI )