Archiv der Kategorie: Unterwegs

Auf der Burg Nideggen

Luftbild der Burg Nideggen (Foto Wolkenkratzer)
Nideggen, 25. November 2016

Luftbild der Burg Nideggen (Foto Wolkenkratzer | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Im Anschluss an unsere Wanderung durch die Drover Heide sind wir ins zehn Kilometer weiter westlich gelegene Nideggen gefahren, um die Burg Nideggen zu besichtigen.

Die rechteckige Höhenburg im Naturpark „Hohes Venn-Eifel“ war einst Sitz der mächtigen Grafen und Herzöge von Jülich. Sie wurde ab dem Jahre 1177 im strategisch wichtigen Grenzgebiet zur damaligen Herrschaft Monschau errichtet und sollte das geerbte Gebiet der Grafen gegen die Interessen des Erzbischofs von Köln sichern.

Die Burg befindet sich westlich der Kernstadt von Nideggen auf einem nach Westen gerichteten Felssporn oberhalb der Rur. Aufgrund ihrer exponierten Lage genoss sie im frühen Mittelalter den Ruf, uneinnehmbar zu sein.

Das änderte sich jedoch mit dem Aufkommen immer leistungsfähigerer Artilleriegeschütze. Im Dritten Geldrischen Erbfolgekrieg (auch bekannt als Jülicher Fehde), wurden Burg und Stadt 1542 durch kaiserliche Artilleriegeschütze erstmals zerstört.

1689 wurde sie im Zuge des Pfälzischen Erbfolgekrieges von Truppen Ludwigs XIV. ein weiteres Mal ausgeplündert und niedergebrannt. Erdbeben in den Jahren 1755 und 1878 taten ihr Übriges. Die Burg verfiel zu einer Ruine und wurde erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wiederaufgebaut. Heute ist sie einer der größten touristischen Anziehungspunkte in der Region.

Wir haben Glück, dass dort an diesem kalten Freitagnachmittag wenig los ist. So kann ich ungestört einige Aufnahmen machen, während Doxi sich im Schlosshof austobt. Der Blick von der Burg hinunter ins Rurtal ist wirklich beeindruckend.

( MITI )

In der Drover Heide

Herbstliche Heidelandschaft
Soller, 25. November 2016

Herbstliche Heidelandschaft

Während meiner Pilotenausbildung in Weilerswist bin ich einige Male über die Drover Heide zwischen Kreuzau und Vettweiß südlich von Düren geflogen.

Von oben hebt sich die Heide als ein markantes Rechteck in Nord-Süd-Richtung vom Umland ab. Sie eignet sich deshalb gut für die Orientierung aus der Luft.

Damals habe ich mich gefragt, wie diese einzigartige „Trockenlandschaft“ in unmittelbarer Nähe zur Eifel wohl von unten aussieht.

Tatsächlich ist die Drover Heide erst seit 2004 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich, nachdem sie fast einhundert Jahre lang als Truppenübungsplatz genutzt wurde.

Heute war ich mit Doxi zum ersten Mal dort. Wir haben eine schöne 14 Km-Wanderung durch das Naturschutzgebiet und das angrenzende Umland unternommen.

Das Terrain der Drover Heide ist eine flache Scholle, die sich gegenüber der Umgebung markant abhebt und Richtung Süden leicht ansteigt.

Im Hinblick auf ihre Vegetation erinnert die Drover Heide sehr an die rund 40 Km weiter östlich gelegene Wahner Heide bei Köln.

Was die Drover Heide einzigartig macht, ist die Tatsache, dass die Römer sie vor beinahe 2.000 Jahren untertunnelt haben. Der Drover-Berg-Tunnel ist mit einer Länge von 1.660 Metern das längste bekannte römische Tunnelbauwerk nördlich der Alpen.

Heute wird angenommen, dass darin das Wasser einer Quelle („Heiliger Pütz“) quer durch den Berg, die Drover Heide, zu einer römischen Villa geleitet wurde. Der Tunnel beginnt südlich von Drove und endet südlich von Soller.

Von der Erdoberfläche wurden in geringen Abständen annähernd 100 senkrechte Schächte abgeteuft, um unten in beide Richtungen graben zu können. Die Schächte erreichten eine Tiefe von rund 26 m an der höchsten Stelle der Drover Heide. Dabei wurde nicht ganz gerade gebaut, sondern in leichten Bögen, um Geländevorteile durch Eintiefungen an der Oberfläche nutzen zu können.

Nach Abschluss der Baumaßnahme wurden die senkrechten Schächte mit Ton aufgefüllt, damit kein Niederschlagswasser einsickern konnte. Über die Jahrhunderte sackte die Verfüllung jedoch nach unten, sodass sich an der Oberfläche charakteristische kegelförmige Mulden bildeten. Dadurch ist der Tunnelverlauf auch heute noch zu erkennen. Und das alles ist komplett ohne Maschinen entstanden – Wahnsinn!

( MITI )

Durch das Wurmtal bei Aachen

Die Wurm hat sich tief in den Talgrund eingegraben
Würselen, 23. November 2016

Die Wurm hat sich tief in den Talgrund eingegraben

Heute war ich mit Doxi nördlich von Aachen im Naturschutzgebiet Wurmtal unterwegs. Die Wurm entspringt am Nordabhang des Aachener Waldes und fließt in Richtung Norden über Übach-Palenberg und Geilenkirchen bis nach Heinsberg, wo sie in die Rur mündet. Auf einigen Kilometern erstreckt sich der Fluss dabei auch auf niederländischem Gebiet.

Im Bereich des Naturschutzgebietes Wurmtal liegt auf der westlichen Talseite Kohlscheid und Herzogenrath, auf der östlichen Seite die Stadt Würselen.

Der Talgrund wird landwirtschaftlich genutzt und ist von Wiesen bedeckt, in die sich die mäandernde Wurm rund 1,5 Meter tief eingegraben hat.

Oberhalb des Tals reicht die Wohnbebauung nah an die steil abfallenden Hänge heran, weshalb hier viele Spaziergänger mit ihren Hunden unterwegs sind.

In dieser Region wurde vom frühen Mittelalter bis in die Neuzeit intensiv Bergbau betrieben. Zeitweilig gab es im Tal mehr als 25 Gruben.

Bereits für das Jahr 1113 ist die urkundliche Erwähnung eines Steinkohlebergbaus belegt – die erste in ganz Mitteleuropa. In den 1960er Jahren begann das Zeichensterben. 1969 verließ der Bergbau mit der Schließung der Zeche Gouley das Wurmtal.

Wir wandern zunächst auf der westlichen Seite der Wurm Richtung Norden bis zur ehemaligen Zeche „Neue Furth“. Dort wechseln wir auf die östliche Seite der Wurm und treten unseren Rückweg an. Kurz darauf steigen wir hoch zur ehemaligen Burg Wilhelmstein, die heute neben einem Restaurant auch eine Freilichtbühne beherbergt. Diese wird in den Sommermonaten als Veranstaltungsort für Konzerte, Kabarett und Kino genutzt.

Wir folgen weiter dem Verlauf der Wurm in südlicher Richtung, passieren mehrere Teiche und ehemaligen Mühlen, bevor wir nahe der Lipizzaner-Zucht „Gut Wolfsfurth“ nach insgesamt 13 Kilometern wieder unseren Ausgangspunkt erreichen.

Leider war das Wetter heute nicht sehr einladend und die Landschaft wirkte stellenweise ein wenig trostlos auf mich. Aber das mag durchaus dem Herbst und meiner entsprechenden Stimmung geschuldet sein. Im Frühjahr und Sommer sieht es hier bestimmt ganz anders aus.

( MITI )

Winterberg bei Obersprockhövel

Weite Blicke in die Landschaft vom Fuße des Winterbergs
Obersprockhövel, 19. November 2016

Weite Blicke in die Landschaft vom Fuße des Winterbergs

Heute war ich mit Doxi im Bergisch-Märkischen Erholungsgebiet zwischen Hattingen, Sprockhövel und Wuppertal unterwegs. Wir folgten einer Route aus dem Rother- Wanderführer Ruhrgebiet: Tour 22, „Rund um den Winterberg“, durch das obere Felderbachtal und das obere Deilbachtal.

Dabei durchquerten wir mehrere schöne Waldgebiete, folgten dem Lauf malerischer Bäche und genossen herrliche Ausblicke in die weite Landschaft am Übergang zwischen Ruhrgebiet und Bergischem Land.

Winterberg bei Obersprockhövel

Wanderkarte unserer Tour

( MITI )

Sturm über dem Windtestfeld

Eine Siemens-Testanlage mit einem Rotodurchmesser von 93 Metern und einer Höhe von fast 140 Metern
Grevenbroich, 18. November 2016

Im Vordergrund: Eine Siemens-Testanlage mit einem Rotordurchmesser von 93 Metern und einer Höhe von fast 140 Metern

Ui, ist das ein Wind. Heute herrscht im Rheinland richtiger Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 90 Km/h.

Auf den Straßen wirbelt das Laub umher und überall liegen schon abgebrochene Äste herum. Eine Waldwanderung scheint mir bei diesen Verhältnissen nicht unbedingt ratsam. Unternehmen wir doch lieber einen kleinen Spaziergang auf offener Feldfläche.

Also machen wir aus der Not eine Tugend und besuchen das größte Windkrafttestfeld auf unserem Planeten.

Die Anlage befindet sich auf der Neurather Höhe, einer Abraumhalde aus dem Braunkohlebergbau südwestlich des Grevenbroicher Stadtteils Neurath in Nordrhein-Westfalen. Hier kann der Wind richtig ungestört durchblasen.

Auf dem Testfeld stehen einige der größten und modernsten Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von 600 kW bis 2.500 kW. Die Anlagen werden dort getestet und nach internationalen Richtlinien vermessen, um ihre verschiedenen Komponenten zu optimieren. Nach abgeschlossener Arbeit werden die Anlagen wieder abgebaut und durch neue Prototypen ersetzt.

Schon von weitem sticht ein Windrad durch seine übergroße Höhe deutlich hervor: Die Siemens SWT-2.3-93 mit einem Rotordurchmesser von 93 Metern und einer Nennleistung von 2.300 KW.

Sie ist die erste Windkraftanlage mit einem Hybridturm. Dabei bestehen die unteren 80 Meter des Turms aus Betonfertigteilen. Darauf sitzen noch einmal 53 Meter aus Stahlsegmenten. Ein echter Koloss. Alle anderen Windräder sehen dagegen echt pupsig aus. Und wie schnell sich die Rotoren bei diesem Wind drehen. Wahnsinn!

Gleich daneben, am Fuß der Halde, blicken wir auf die vier Blöcke des Neurather Braunkohlekraftwerks mit einer Bruttoleistung von 4.400 Megawatt.

Es ist das größte Kraftwerk in Deutschland, das zweitgrößte Braunkohlekraftwerk Europas und mit einem Ausstoß von jährlich über 32 Mio. Tonnen auch die zweitgrößte CO2-Schleuder in Europa. Alte und neuen Energien in trauter Nachbarschaft sozusagen. Schön, dass wir das mal gesehen haben.

( MITI )

Unterwegs in der Pellenz

 Nickenich, 12. November 2016


Panoramablick auf den Laacher See

Heute war ich mit Doxi auf dem 16 km langen „Pellenzer Seepfad“ unterwegs, der Teil der Traumpfade Rhein-Mosel-Eifel ist. Die Tour bewegt sich durch das große Waldgebiet südöstlich des Laacher Sees und folgt auf einem Teil der Strecke dem Südufer des schönen Sees.

Die Wanderung beginnt am römischen Tumulus in Nickenich, einem Hügelgrab aus dem ersten Jahrhundert nach Christus. Wenige Meter vom Tumulus entfernt wurde ein Grabmal gefunden, das aus drei mit Löwen bekrönten Nischenstelen aus Kalkstein auf einem Tuffsockel besteht.

In den Nischen befinden sich insgesamt drei Reliefs von Personen. Ihre Kleidung, Haartracht und Schmuck zeugt von der Verschmelzung der römischen und der keltischen Kultur in dieser Region zu dieser Zeit.

Nach einem kurzen Anstieg durch ein idyllisches Tal erblicken wir eine eindrucksvolle Aschewand, die der Laacher-See-Vulkan vor 13.000 Jahren hinterlassen hat,

Ein Stück weiter kommen wir am Rand des Tagebaus am Eppelsberg vorbei, der sich tief in die Vulkanlandschaft eingegraben hat.

Wir passieren den hübschen Krufter Waldsee und beginnen den steilen Aufstieg zur „Teufelskanzel“, einem Felsvorsprung mit weitem Fernblick Richtung Kruft und Neuwieder Becken.

Aschewand bei Nickenich

Anschließend geht es in Serpentinen abwärts durch einen mächtigen Buchenwald und über freies Feld zum Südufer des Laacher Sees. In der Ferne können wir das Kloster Maria Laach erblicken.

Wir folgen eine Weile dem Seeufer, bevor wir nach rechts abbiegen und wieder mit dem Aufstieg auf die umliegenden Höhen beginnen.

Durch einen Mischwald kommen wir zu einem Keltischen Baumkreis. Wir blicken nun Richtung Rhein ins Siebengebirge und in die Pellenz. Wir beginnen mit dem Abstieg und erreichen nach weiteren vier Kilometern wieder unseren Startpunkt am zum römischen Grabmal.

Leider war das Wetter heute nicht so gut. Aber die Tour ist wirklich sehr schön. Müssen wir bei besserem Wetter noch einmal wiederholen.

( MITI )