Unterwegs im Nationalpark Eifel. Jetzt, Anfang Februar, ist hier einfach mal gar nichts los. Der Wald liegt total still da. Wir laufen einige unbekannte Wege und stehen plötzlich einer Gruppe von Rehen gegenüber. Sechs ausgewachsene Weibchen, groß wie Lamas, kommen sie mir vor.
Die Tiere gucken uns ganz verdutzt an und bewegen sich keinen Schritt. Mir bleibt fast das Herz stehen. Auch Doxi erstarrt.
Erst als wir uns vorsichtig wegbewegen, traben auch die Rehe von dannen. Richtig majestätisch sieht das aus, wie ihre kräftigen Beine über den Waldboden tanzen, während Rumpf, Hals und Kopf fast unbewegt bleiben. Was für eine aufregende Begegnung.
Luftbildaufnahme des Klosters Steinfeld (Foto Wolkenkratzer | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)
Heute eine schöne Eifelwanderung mit drei Hunden rund um das Kloster Steinfeld bei Kall in der Eifel. Wir starten am Bürgerhaus im Ortsteil Sötenich, verlassen bald den Ort und wandern über Felder weiter zu einem Steinbruch. Von dort geht es durch Wald hinab ins Kuttenbachtal.
Nach der Schneeschmelze der vergangenen Woche ist die Landschaft mit Feuchtigkeit mehr als gesättigt.
Die Wiesen leuchten uns dunkelgrün entgegen, und als ein paar Vögelchen von den Bäumen herab zwitschern, meint man fast einen kurzen Hauch von Frühling zu spüren. Leider ist es aber noch nicht so weit.
Wir überqueren den Kuttenbach und beginnen unseren Aufstieg zum Kloster Steinfeld. Das Kloster ist eine ehemalige Prämonstratenserabtei mit einer bedeutenden Basilika aus dem frühen 12. Jahrhundert.
Seit 1923 befindet sich die weitläufige Anlage im Besitz des Salvatorianerordens. Eine Statue im Klosterhof ist dessen Gründer, Franziskus Jordan, gewidmet.
Weiter geht es hinab ins Urfttal, wo wir an einem schmucken Gutshaus die Bahnstrecke Köln-Trier und die Urft überqueren. Wenig entfernt befindet sich die Burg Dalbenden mit einem schönen Innenhof.
Nun beginnt ein längerer Anstieg zur Ruine der Stolzenburg oberhalb von Sötenich. Dabei passieren wir den bekannten Römerkanal-Wanderweg und erblicken Reste der alten römischen Wasserleitung von der Eifel nach Köln.
Wir kommen in das Naturschutzgebiet „Auen und Hänge an Urft und Gillesbach“ und beginnen unseren Abstieg Richtung Sötenich, wo wir nach 14 Kilometern Wanderstrecke und 500 Höhenmetern wieder an unseren Startpunkt zurückkehren.
Doxi, Bellis und Bentley hatten unterwegs viel Spaß und auch uns hat diese landschaftlich reizvolle Tour sehr gut gefallen. Im Frühling oder im Herbst kommen wir bestimmt noch einmal wieder.
Wanderkarte unserer Tour
Alte Lok aus einem Steinbruch am Bürgerhaus in Sötenich
Blick über die Höhen der Vordereifel bei Kall
Steinbruch an einem Zementwerk
Doxi im Kuttenbachtal
Bellis prüft die Wasserqualität des Kuttenbaches
Eingangsportal des Klosters Steinfeld
Innenhof des Klosters
Statue des Ordensgründers Franziskus Jordan
Klosterbasilika aus dem frühen 12. Jahrhundert
Februar 2017: Bellis, Doxi und Bentley nahe der Ruine Stolzenburg
Gutshaus im Urfttal an der Bahnstrecke Köln-Trier
Innenhof der restaurierten Burg Dabenden
Alte römische Wasserleitung von der Eifel nach Köln
Ein für die Region typisches Schiefer- und holzverkleidetes Haus mit grünen Fensterläden
Auf dem Rückweg von der Elfringhauser Schweiz machen wir spontan in der Altstadt von Langenberg halt. Der Ort war mir bislang nur als Standort für den Sender Langenberg des Westdeutschen Rundfunks bekannt.
Die von der Anlage abgestrahlten UKW-Programme sind in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens zu empfangen und decken ein Einzugsgebiet mit weit mehr als 10 Millionen Einwohnern ab. Damit ist Langenberg der UKW-Sender mit der höchsten „technischen Reichweite“ in ganz Deutschland.
Langenberg gehört zur Stadt Velbert und liegt am Zusammenfluss des Hardenberger Baches und des Deilbaches, Vom Zentrum Langenbergs gehen drei Täler aus.
Mit Doxi laufe ich durch den historischen Ortskern um die Alte Kirche mit Fachwerkhäusern aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Uns begegnen viele schöne schiefergetäfelte Häuser, aber auch ein markanter Jugendstilbau: das kürzlich renovierte Bürgerhaus aus dem Jahre 1916. Schön, dass wir das mal gesehen haben.
Die protestantische Alte Kirche am Marktplatz
Denkmal für die Seidenweber, die der Stadt im 18. Jahrhundert Wohlstand brachten
Erholungsgebiet am südlichen Rand des Ruhrgebiets: die Elfringhauser Schweiz
Heute mal eine schöne Wanderung in der Bergisch-Märkischen Hügellandschaft südlich der Ruhr zwischen Hattingen, Wuppertal, Sprockhövel und Velbert.
Die sogenannte Elfringhauser Schweiz ist ein beliebtes Erholungsgebiet mit zwei tiefeingeschnittenen Bachtälern, dem Deilbachtal und dem Felderbachtal.
Siepen führen von den bis zu 300 Meter hohen Berghängen in die Täler und ihre Bäche. Das Gebiet ist auch als „Hattinger Hügelland“ bekannt.
Der Deilbach fungiert hier als „Teilbach“ (Grenzbach) zwischen dem Bergischen Land auf seiner westlichen Seite und dem märkischen Teil Westfalens auf der Ostseite.
In der Elfringhauser Schweiz befinden sich einige die ältesten urkundlich erwähnten Steinkohlebergwerke des Ruhrgebietes. Mit der ehemaligen Schachtanlage Niederheide der Zeche „Alte Haase“ war hier die südlichste Zechenkolonie des Ruhrgebiets angesiedelt.
Nachdem es für eine große Runde um die Hohe Acht dort heute einfach zu glatt war, sind wir zwanzig Kilometer weiter nach Boos gefahren.
Am Rande des kleinen Ortes wartete der Traumpfad Booser Doppelmaar auf uns.
Das Booser Doppelmaar besteht aus zwei verlandeten Maaren mit einem Durchmesser von jeweils rund 700 Metern. Sie sind von Tuffwällen umgeben und als kreisrunde Kessel im Gelände erkennbar.
Die beiden Maare bildeten sich vor 10.150 bis 14.160 Jahren und gehören zum jüngsten Vulkanfeld der Vulkaneifel.
Eigentlich wäre der Titel „Booser Doppelmaar Doppelmatsch“ für diese Tour heute passender gewesen. Denn die Wege waren nach der Schneeschmelze der vergangenen Tage unglaublich feucht und matschig.
Aber egal, so sind wir heute doch noch zu einer schönen Wanderung gekommen.
Der Kaiser-Wilhelm-Turm auf dem Gipfel der Hohen Acht
Eigentlich wollte ich heute mit Doxi eine große Runde um die Hohe Achte drehen, den höchsten Gipfel der Eifel (746,9 m ü.N.N). Doch als wir dort eintreffen, sind die Bedingungen alles andere als einladend.
Während der Schnee in den meisten Teilen der Eifel bereits geschmolzen ist, liegt hier noch Restschnee, der sich durch mehrmaliges Antauen und Wiedergefrieren in eisige Rutschbahnen verwandelt hat.
Die anderthalb Kilometer vom Parkplatz zum Gipfel mit dem Kaiser-Wilhelm-Aussichtsturm gestalten sich wie eine buddhistische Gehmeditation: Jeder Schritt muss mit größter Achtsamkeit gesetzt werden, will man auf den steilen und vereisten Wegen nicht zu Fall kommen.
Ich bin froh, dass die letzten fünfzig Meter des Aufstiegs von einem Geländer gesäumt werden, an dem ich mich festhalten kann.
Nur Doxi hat mit ihrem Vierradantrieb und den eingebauten Spikes (vulgo: Krallen) wieder mal keine Schwierigkeiten. Fröhlich rennt sie über die vereisten Wege.
Vom Gipfel des Turms kann man bei gutem Wetter weit in die Eifel hinein und sogar bis ins Rheinland und zum Siebengebirge schauen.
Doch heute reicht der Blick keine zehn Meter weit. Und beim Abstieg auf den eisigen Wegen komme ich dann doch noch einmal zu Fall. War ja auch irgendwie nicht anders zu erwarten. Nein, die Hohe Acht, war kein gutes Ziel heute. Müssen wir ein anderes Mal wiederkommen.
Infotafel unterhalb des Kaiser-Wilhelm-Turms
Durch mehrmaliges Auftauen und Wiedergefrieren haben sich die verschneiten Wege in Eisrutschbahnen verwandelt
Der Gipfelbereich liegt in feuchtkaltem Nebel
Viele Wanderwege treffen sich hier
Kommt da etwa die Sonne raus?
Doxi beim Aufstieg im Turm
Von Fernsicht keine Spur
Nicht einmal die Gipfel der Bäume in unmittelbarer Turmnähe kann man richtig erkennen
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