K21 – Das Museum ist der Star

K21 – Das Museum ist der Star
Düsseldorf, 22. September 2022

Die Installation Spheres unter der Kuppel des Ständehauses

Als ich 1995 die Georg Baselitz-Ausstellung im Guggenheim-Museum New York besuchte, erlebte ich zum ersten Mal, dass nicht nur der Künstler und sein Werk, sondern auch das Museum der Star sein kann.

Heute beeindrucken weltweit zahlreiche Ausstellungsgebäude durch ihre Architektur und ihre Ausstrahlung. Und das K21 in Düsseldorf ist eines davon.

Das ehemalige Ständehaus am Rande der Düsseldorfer Altstadt war von 1880 bis zur Machtergreifung der Nazis Sitz des Provinziallandtags der preußischen Rheinlande.

Nach dem Zweiten Weltkrieg tagte dort bis 1988 der nordrhein-westfälische Landtag.

Ab 1996 wurde das Gebäude umfassend saniert und umgebaut. Heute beherbergt es die Abteilung „Zeitgenössische Kunst“ der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen mit Wechselausstellungen und festen Installationen.

Ein besonderes Highlight ist die begehbare Rauminstallation „in Orbit“ des Künstlers Tomás Saraceno, die seit 2013 direkt unter der lichtdurchfluteten Glaskuppel des Gebäudes hängt.

Die Konstruktion aus nahezu transparenten Stahlnetzen schwebt in mehr als 25 Meter Höhe über der Piazza des K21. Die Installation mutet je nach Betrachter wie eine surreale Landschaft, ein Wolkenmeer oder wie der Weltraum mit seinen Planeten an.

Innerhalb der 2.500 Quadratmeter umfassenden Netzstruktur sind fünf luftgefüllte ‚Sphären‘ platziert. Besucher sind eingeladen, die Installation zu betreten und kletternd zu entdecken.

Gleichzeitig hat man von dort oben durch die Glaskuppel einen fantastischen Rundumblick über Düsseldorf. Beeindruckend, aber auch ein wenig aufregend, wenn man nicht vollkommen schwindelfrei ist.

( MITI )

Gartenpark Dyck

Gartenpark Dyck
Jüchen, 21. September 2022

Zugang zum Gartenpark Schloss Dyck

Schloss Dyck zwischen Neuss und Grevenbroich ist von einem wunderbaren englischen Landschaftsgarten umgeben, dessen Wurzeln in das 17. Jahrhundert zurückreichen.

Im Jahre 2002 bildete das Schloss und sein Park das Zentrum der dezentralen Landesgartenschau Nordrhein-Westfalens, sowie der Schau der Europäischen Gartenregion „EUROGA 2002plus“.

Auf dem 53 Hektar großen Areal befinden sich wertvolle Gehölze, die in Alter und Artenreichtum europaweit ihresgleichen suchen.

Rieseneibe und Mammutbaum, Sumpfzypresse und Tulpenbaum präsentieren sich als majestätische Erscheinungen, die vor der Kulisse des Schlosses hervorragend zur Geltung kommen.

Weite Wiesen, sanft modellierte Hügel und Wasserflächen lassen ein liebliches Landschaftsbild entstehen und führen die Blicke immer wieder sanft zum Schloss. Zahlreiche Bänke, Liegestühle und zwischen Bäumen aufgespannte Hängematten laden die Parkbesucher zum Verweilen ein.

Für die Landesgartenschau wurden im historischen Park diverse Themengärten angelegt. Diese sind erhalten geblieben und wurden seitdem weiter gepflegt und ergänzt, etwa durch einen Asia-Schaugarten.

Auch jetzt, zu Beginn des Herbsts, blüht im Park noch einiges, beispielsweise die Dahlien. Alles wirklich sehr ansprechend, finde ich.

( MITI )

Bezauberndes Schloss Dyck

Bezauberndes Schloss Dyck
Jüchen, 21. September 2022

Wassergraben mit Fontäne am Wasserschloss Dyck

Es gilt als eines der kulturhistorisch bedeutendsten Wasserschlösser des Rheinlandes: Schloss Dyck zwischen Neuss und Grevenbroich gelegen, wurde im Jahre 1094 erstmals urkundlich erwähnt.

Fast 900 Jahre blieb die Anlage aus einer Hochburg und zwei Vorburgen im Besitz der Adelsfamilie zu Salm-Reifferscheidt-Dyck. Kurz vor der Jahrtausendwende wurde das Schloss verkauft und in eine Stiftung für Gartenkunst und Landschaftskultur überführt.

Das vierflügelige, von Ecktürmen begrenzte Schloss wird von einem großen Wassergraben umgeben. Mit seinen Vorburgen und dem Wirtschaftshof erstreckt es sich über vier Inseln im Kelzenberger Bach.

Obwohl das Schloss zwischen den mittelalterlichen Machtzentren Kurköln, Jülich und Geldern angesiedelt war, konnte die Schlossherrn ihre Autonomie als Herren des „Dycker Ländchen“ über viele Jahrhunderte bewahren.

Die Anlage ist von einem malerischen englischen Landschaftsgarten umgeben, der ab 1794 unter Fürst Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dyck entstand. Die ältesten Bäume im Park wurden bereits 1630 gepflanzt.

Im ausgehenden 18. Jahrhundert avancierte Dyck zu einer weithin bekannten Rokoko-Residenz und wurde zum Treffpunkt der feinen Gesellschaft. Feinste Tapeten und erlesene Möbel gehörten zum Interieur.

Ein Teil der früheren Einrichtung kann heute besichtigt werden. Leider bin ich bei meinem Besuch zu früh dran, denn die Ausstellungen im Schloss öffnen erst um 14 Uhr. Muss ich wohl noch einmal wiederkommen …

( MITI )

Museum Insel Hombroich

Museum Insel Hombroich
Neuss-Holzheim, 18. September 2022

Kunst trifft auf Natur

Mit meiner frisch aktivierten ArtCard für den Besuch von Museen in und um Düsseldorf war ich heute auf der Museum Insel Hombroich.

Das weitläufige Gelände an der Erft zwischen Neuss-Holzheim und Kapellen kam Anfang der 1980er Jahre in den Besitz des Düsseldorfer Kunstsammlers Karl-Heinrich Müller.

In Zusammenarbeit mit befreundeten Künstlern, Architekten und Landschaftsplanern verwirklichte Müller dort seine Vorstellung eines Museums.

Die Kunst wird in dezentralen Ausstellungspavillons präsentiert und tritt dabei in einen Dialog mit der umgebenden Natur.

In den markanten, formreduzierten und lichtdurchfluteten Backsteinbauten sind u. a. Werke von Hans Arp, Alexander Calder, Paul Cézanne, Alberto Giacometti, Yves Klein, Gustav Klimt, Henri Matisse, Kurt Schwitters sowie Kunst der Khmer und Kunstwerke aus dem frühen China zu sehen.

Alles Exponate stammen aus der Sammlung von Karl-Heinrich Müller. Hinzu kommen Werke von Künstlern, die auf dem Gelände ihre Ateliers haben.

Im Gegensatz zur gängigen Museumspraxis sind die Exponate nicht chronologisch oder nach Stilrichtungen geordnet. Passend zu den landschaftlichen Gegebenheiten wechseln sich traditionelle asiatische Kunst und moderne europäische Kunst ab. Ein wirklich beeindruckendes Konzept.

( MITI )

Grüne Hölle Erftauen

Grüne Hölle Erftauen
Neuss-Holzheim, 18. September 2022

An einem Seitenarm der Erft

„Ja, sind wir denn am Amazons, hier?“ möchte man gelegentlich fragen, wenn man in diesen Tagen durch das Gelände der Museum Insel Hombroich streift.

Die Auenlandschaft an der Erft zwischen Neuss-Holzheim und Kapellen präsentiert sich stellenweise klar strukturiert und von Menschenhand domestiziert. Doch in vielen Bereichen wirkt sie auch wild und ausufernd.

Dies kommt an Regentagen und jetzt im Frühherbst besonders eindrucksvoll zur Geltung.

Wenn die vielen Nuancen des Grüns nicht mehr mit den Bunttönen der Blühpflanzen oder dem Blau des Himmels konkurrieren müssen, fühlt man sich an eine Grüne Hölle erinnert. Alles so ganz satt und leuchtend, jetzt. Fast wie aus einer anderen Welt.

( MITI )

Drie Eigen – Paradies an der Maas

Drie Eigen – Paradies an der Maas
Kessenich (NL), 17. September 2022

Belgisch-Niederländische Grenze auf dem Damm zwischen dem Vissenakkerplas und dem Kessenichplas

Anfang der Woche war ich mit Heike in den Maasplassen bei Ohe en Laak unterwegs, heute ist mein Ziel das Gebiet rund um die Gemeinden Thorn, Neeritter und Kessenich wenige Kilometer weiter nördlich.

Die drei flämisch geprägten Orte waren im späten Mittelalter als die „Drie Eigen“ bekannt, weil sie regierungsfreie Herrschaften am Schnittpunkt verschiedener Grafschaften darstellten. Mehrere Jahrhunderte lang arbeiten die Gemeinden bei der Verteidigung, Gerichtsbarkeit und der Landverwaltung eng zusammen.

Doch seit 1842 trennt eine Landesgrenze die Drie Eigen: Thorn und Neeritter liegen seitdem in den Niederlanden, Kessenich in Belgien.

Aber abgesehen von den markanten niederländischen Grenzsteinen nimmt man die Übergänge kaum wahr: Sprache, Baustil, Verkehrsschilder und die Liebe zu allem Frittiertem ähneln sich sehr, nur die Autokennzeichen nicht.

Die 16 km lange Wanderung führt mich zunächst in das urwüchsige Naturschutzgebiet Koningssteen zwischen der Maas und den drei Maasseen Vissenakkerplas, Kessenichplas und Grote Heg.

Wildpferde und Wildrinder sind dort zu Hause und fleißige Biber, die selbst vor den massivsten Baumstämmen nur wenig Respekt zeigen. Auf diesem Abschnitt passiere ich auch den nordöstlichsten Punkt von Belgien, der ganz unspektakulär nur mit einer kleinen Infotafel versehen ist.

Immer am Wasser entlang geht es anschließend nach Thorn, der weißen Stadt, mit ihrem bezaubernden mittelalterlichen Stadtkern. Dahinter erwartet mich das Naturschutzgebiet Vijverbroek, eine Feuchtlandschaft mit Wiesen und Weiden, die vom Bach Itterbeek durchflossen wird.

Entlang des naturbelassenen Baches laufe ich weiter nach Neeritter und von dort über Land nach Kessenich, wo ich nach knapp vier Stunden wieder meinen Startpunkt erreiche. Das Wetter war heute nicht ganz perfekt, aber fast so abwechslungsreich wie die tolle Tour – Sonne, Wolken, Regen, Wind, es war alles dabei.

( MITI )