Schiefer als Pisa

Schiefer als Pisa
Bad Frankenhausen, 11. April 2023

Fast 5 Grad geneigt: Der Schiefe Turm von Bad Frankenhausen

Ich habe die Nacht am Panorama-Museum in Bad Frankenhausen am Südhang des Kyffhäusergebirges verbracht. Bevor das Museum am Morgen öffnet, unternehme ich mit Doxi einen ausgedehnten Spaziergang hinunter in die Stadt.

1525 fand am Stadtrand die letzte große Schlacht des Deutschen Bauernkrieges statt. Die aufständischen Bauern hatten mehr als 6000 Todesopfer zu beklagen.

Der revolutionäre Theologe Thomas Müntzer wurde dabei gefangen genommen und später hingerichtet. Noch heute heißt der Weg hinauf zum Schlachtberg „Blutrinne“.

Dort am Stadtrand steht auch der „schiefe Turm von Frankenhausen“, der Turm der Oberkirche, dessen Neigung bereits im 14. Jahrhundert erwähnt wurde.

Bedingt durch geologische Prozesse im Untergrund hat sich die 56 m hohe Turmspitze inzwischen um fast 5 Grad geneigt. Damit hat der Kirchturm von allen Türmen in Deutschland die größte Schieflage. Er ist stärker geneigt als der Schiefe Turm von Pisa.

Nach dem Einsturz von unterirdischen Hohlräumen drohte im Jahr 1908 erstmals der Abriss. Doch durch eine aufwendige Sicherungskonstruktion konnte der Turm dauerhaft stabilisiert werden.

Er ist das Wahrzeichen der Stadt, die viele hübsche Ecken aufzuweisen hat. Die meisten Häuser wurden in den letzten dreißig Jahren liebevoll restauriert. Von der „grauen“ DDR-Vergangenheit ist kaum noch etwas sichtbar.

( MITI )

Bad Lauterberg im Harz

Bad Lauterberg im Harz
Bad Lauterberg, 10.04.2023

Vor sechs Jahren war ich schon einmal im Harz. Damals stand es bereits nicht so gut um den Zustand des Kiefernwaldes, und seither ist die Situation noch schlimmer geworden. Große Flächen wurden bereits abgeholzt und müssen rekultiviert werden. Vielen weiteren Flächen steht es noch bevor.

Das tut den zahlreichen Heilbädern am Fuße des Harzes natürlich nicht gut. Ich hatte schon wieder vergessen, wie wenig mich das Ambiente dieser ehemals prosperierenden Orte anspricht.

Sonst wäre ich vermutlich nicht in Bad Lauterberg gelandet, einer früheren Bergbaustadt, die seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ganz auf den Bäder- und Heiltourismus setzt.

Die Stadt ist etwa 40 km von Göttingen und 70 km von Braunschweig entfernt und liegt an der Oder, die hier aus dem Herzen des Harzes in das Vorland strömt.

Eigentlich wollte ich in Bad Lauterberg die Nacht verbringen, doch nach einem Rundgang durch den Kurpark und das Ortszentrum fahre ich schnell weiter. Alles nicht so mein Fall, hier.

( MITI )

Bad Gandersheim

Bad Gandersheim
Bad Gandersheim, 10.04.2023

Rathaus von Bad Gandersheim

Von Holzminden geht es weiter nach Osten in Richtung des Harzes. Zehn Kilometer westlich davon liegt im Harzvorland Bad Gandersheim mit einer sehenswerten Altstadt und der prächtigen evangelischen Stiftskirche St. Anastasius und St. Innocentius.

Die um das Jahr 830 gegründete Stadt erlebte eine Blütezeit unter den Liudolfingern im 10. Jahrhundert. Zu dieser Zeit lebte auch die Dichterin Roswitha von Gandersheim, in deren Gedenken sich die Stadt bis heute als „Roswithastadt“ bezeichnet.

Im Mittelalter gab es in und bei Gandersheim fünf Klöster: Stift Gandersheim, Kloster Brunshausen, Kloster Clus, Marienkloster und ein Kloster der Franziskaner. Doch mit der Reformation wurde die Stadt protestantisch.

Sehenswert ist auch das historische Rathaus im Stil der Renaissance und ehemalige Burg der Braunschweiger Herzöge.

Der hübsche kleine Womo-Stellplatz liegt einige hundert Meter vom Zentrum entfernt am Flüsschen Gande und der mittelalterlichen Georgskirche.

Der gotische Bau mit romanischem Turm wirkt alt, gedrungen und wehrhaft. Dort befand sich das ursprüngliche Siedlungszentrum vor der Stadtgründung und damit außerhalb der späteren Wehrmauern.

( MITI )

Düftestadt Holzminden

Düftestadt Holzminden
Holzminden, 10.04.2023

Weser-Promenade von Holzminden

Weiter geht es in Richtung Osten zur Weser, die bei Holzminden die Landesgrenze zwischen NRW und Niedersachsen bildet.

Die Stadt liegt im Zentrum des Weserberglands am nordwestlichen Rand des Sollings. Hier mündet die Holzminde in die bereits schiffbare Weser. Nicht weit entfernt liegt Höxter und das berühmte Stift Corvey.

Holzminden bezeichnet sich gerne als „Stadt der Düfte und Aromen“, weil hier das Unternehmen Symrise angesiedelt ist. Daneben bildet Stiebel Eltron den wichtigsten Arbeitgeber der Stadt.

Holzimnden verfügt über eine sehenswerte historische Altstadt mit vielen hübschen Fachwerkhäusern unmittelbar an der Weser. Darüber hinaus gibt es einige prächtige Gründerzeitbauten, die in den Kriegen des 20. Jahrhunderts nicht zerstört wurden.

Bei Womo-Fahren ist die Stadt offensichtlich beliebt. Der Womo-Stellplatz an der Weser ist bis auf den letzten Platz gefüllt.

( MITI )