
Dänische Design-Harmonie
Ribe ist nicht nur eine sehenswerte historische Stadt an der Westküste von Dänemark, sondern auch reich gesegnet mit wunderschönen Türen und Portalen. Echte Handwerkskunst aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Blick über die Heidelandschaft von der Düne Spidsbjerg
Meine erste Dänemark-Wanderung! Und das bei stürmischem Wetter. Ich habe Sylt mit der Fähre verlassen und mache kurz hinter dem Fährhafen von Römo halt für eine 14 km lange Wanderung durch den Nationalpark Vadehavet.
Die dreistündige Tour gibt einen Vorgeschmack auf die Landschaftsbilder, die mich in den kommenden Tagen bei meiner Tour an der Westküste Dänemarks erwarten: Kiefernwälder, Heideflächen, Dünenlandschaften, Salzwiesen, Wattflächen, Strand und Meer.Erst geht es durch den Wald „Kirkeby Plantage“, dann queren wir die Heide-Dünenlandschaft mit schönen Aussichtspunkten auf den Dünen. Darauf folgen weit gestreckte Weideflächen und eine lange Baumreihe, die das Land gegen den Wind vom Meer schützen soll.
Dahinter erstrecken sich Richtung Meer endlose Salzwiesen, durchsetzt mit Prilen, die bei Hochwasser regelmäßig überflutet werden. Es folgt die Wattfläche mit Strand und Meer.
Bei Ebbe kann man hier kilometerweit bis zur Wasserlinie laufen, doch gerade ist Hochwasser, deshalb müssen wir am Ende der Salzwiesen haltmachen. Unter dem Eindruck des dunklen Himmels, der Weite und des mächtigen Windes wirkt das Land urwüchsig und ungezähmt. Eine interessante Erfahrung.

Dünen an der Südspitze von Sylt
Endlich kann ich mitreden, wenn von Sylt die Rede ist. So wie die Reichen und Schönen, so wie die Punks von 2022, so wie alle, die die Nordsee und endlose Strände lieben.
Auf meinem Weg nach Dänemark habe ich für vier Tage ganz im Süden der Insel, auf dem Womo-Stellplatz in Hörnum, mein Lager aufgeschlagen, bei herrlichstem Wetter.Und mir war gar nicht klar, dass die Insel tatsächlich 40 km lang ist. Da gab es viel zu entdecken an Natur und Dörfern und Städten.
Ich war mit Doxi am nördlichsten Punkt von Deutschland am Ellenbogen, in List, in Keitum, in Westerland, in der Baderuper Heide, in Morsum am Kliff, am Rantum-Becken und an ganz vielen Stränden.
Und wir waren mit dem schnellsten Schiff des Wattenmeers auf einer Mini-Kreuzfahrt unterwegs. Das war sehr spannend.
Nur die Schicki-Micki-Places habe ich gemieden und in der Sansibar war ich auch nicht. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich deshalb etwas verpasst habe 🙂
Alle Fotos und Beiträge von dieser ereignisreichen Tour gibt es hier.

Die MS-Adler Express, das schnellste Schiff im Watt
Auf einer Mini-Kreuzfahrt war ich heute fünf Stunden mit Doxi im Wattenmeer unterwegs. An Bord der MS-Adler Express, dem schnellsten Passagierschiff im Watt, ging es von Hörnum auf Sylt über Amrum, der Hallig Hooge auf die Halbinsel Nordstrand und wieder zurück.
In der Ferne zogen Föhr, Pellworm und die Halligen mit ihren zahlreichen Warften an uns vorüber. Mit dem Fernglas konnte ich alles gut beobachten, doch auf den Handy-Fotos erkennt man leider nicht sehr viel.Wir saßen im Freien auf dem Oberdeck ganz hinten am Schiff und hatten ordentlich Wind in den Haaren. Denn die MS-Adler geht richtig ab, sobald der Kapitän den Gashebel umlegt.
Zwei Turbinenantriebe mit jeweils 1.250 KW-Leistung bringen das Schaff ruckzuck auf 24 km/h. Kraftvoll spucken die beiden Motoren dann bis zu 6000 Liter Wasser in der Sekunde nach hinten aus.
Man spürt die Beschleunigung am ganzen Körper und sieht es am Bug wirbeln und schäumen. Wie eine Fahrspur aus tosender Gicht zieht das Schiff eine Wellenschleppe über Hunderte von Metern hinter sich her.
Da wir alle vier Stationen im Abstand von mehreren Stunden jeweils zwei Mal anliefen, konnte man den Unterschied im Tidenhub deutlich erkennen. Mitten auf See taten sich Sandbänke auf, die bei der Hinfahrt noch nicht da waren. Darauf auch einige Robben, doch zu weit weg für gute Aufnahmen.
Am Vormittag war das Wetter noch frühlingshaft sonnig und einladend, später wirkte das Meer bei bedecktem Himmel und starkem Gegenwind beinahe herbstlich stürmisch. Entsprechend rollte das Schiff hin und her.
Die wenigen Passagiere, die es mit uns im Freien aushielten, waren alle dicht eingepackt. Ohne Kopfbedeckung ging nichts. Eine spannende Erfahrung.

Windgebeugter Baum in der Heide
Die Landschaft von Sylt war einst stark durch Heideflächen geprägt, die sich größtenteils im Gemeinschaftsbesitz der umliegenden Dörfer befanden und von den Tieren der Einwohner gemäß festgelegter Anteile beweidet wurden.
Heute ist davon nur noch ein kleiner Teil erhalten geblieben, etwa die 140 Hektar große Braderuper Heide zwischen Wenningstedt-Braderup und Kampen, die seit 1979 als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist.Das Gebiet umfasst die Dünenlandschaft mit dem bis zu 15 Meter hohen Weißen Kliff im Süden, die vorgelagerten Salzwiesenbereiche im Norden sowie Strandbereiche in der Übergangszone zum Wattenmeer.
Die Beweidung durch Wanderschafherden sowie Mähen, Absoden und Abbrennen sorgen dafür, dass die Heidepflanzen nicht überaltern, absterben und andere Pflanzen ihren Platz einnehmen.
Insbesondere Besenheide, Glockenheide und Krähenbeere sind hier vertreten. Ein ganz bezaubernder Flecken Sylt ist das.

Reetdächer und großzügige Gärten, das zeichnet die Häuser von Keitum aus
Keitum galt bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts als Hauptort von Sylt. Hier praktizierte der einzige Arzt der Insel und es gab die einzige Apotheke. Erst später schrumpfte seine Bedeutung zugunsten von Westerland.
In Keitum siedelten sich im 17. und 18. Jahrhundert zahlreiche wohlhabende Kapitäne an. Als einziger Ort auf der ansonsten armen Insel wies Keitum dadurch einen gewissen Wohlstand auf.Keitum ist bekannt für seine vielen, teils sehr alten Friesenhäuser, die oft von Steinmauern (Friesenwällen) und großzügigen Gärten umgeben sind und heute Millionensummen erzielen.
Der Ort gilt aufgrund seiner zahlreichen Alleen und des alten Baumbestandes als das grüne Siedlungsherz der Insel.
Der prächtige Erhaltungszustand vieler Häuser und die aufwändig gepflegten großen Gärten zeugen davon, dass in Keitum heute viele Reiche vom Festland leben.
Mich interessiert die Architektur der alten Friesenhäuser. Um ungestört fotografieren zu können, bin ich früh am Sonntagmorgen im Ort unterwegs und schwer beeindruckt. Auch wenn man viele Grundstücke aufgrund hoher Hecken nicht einsehen kann – was sichtbar bleibt, lässt den früheren und den heutigen Wohlstand lebendig werden.