Archiv der Kategorie: Unterwegs

In der Wahner Heide bei Troisdorf

In der Wahner Heide bei Troisdorf
Troisdorf, 20. März 2017

Weiter Blick über die Heidelandschaft mit dem Köln-Bonner Flughafen im Hintergrund

Heute war ich mit Doxi im südöstlichen Teil der Wahner Heide bei Troisdorf unterwegs. Das Gebiet wurde bis 2004 teilweise als militärisches Übungsgelände genutzt.

Einige Abschnitte sind nach wie vor für Wanderer und Spaziergänger gesperrt. Tiefe Fahrspuren im Heidesand zeugen davon, dass hier regelmäßig schweres militärisches Gerät unterwegs war.

An ihrem Südostrand grenzt die Heide an die Aggerauen, die zurzeit stellenweise überflutet sind, weil die Agger nach den intensiven Niederschlägen der letzten Tage sehr viel Wasser führt.

Etwas entfernt liegt auch der Flughafen Köln-Bonn in der Wahner Heide. Man kann das Flughafengelände gut an den tieffliegenden Passagiermaschinen im An- und Abflug lokalisieren.

Von einem erhöhten Punkt am Rande der Heide hat man einen sehr schönen Blick über das gesamte Gebiet. Leider ist das Wetter heute nicht so schön, aber die Kargheit der Heidelandschaft passt irgendwie dazu.

( MITI )

Der Spuk von Billerbeck

Der Spuk von Billerbeck
Billerbeck, 18. März 2017

Am Kirchplatz von Billberbeck

Billerbeck, der Name dieser Stadt löst bei mir viele Assoziationen aus, seitdem ich als Teenager eine spannende Detektivgeschichte des Autors Jo Pestum gelesen habe: der Spuk von Billerbeck.

Damals habe ich mich oft gefragt, wo dieses Billerbeck wohl liegen möge. Mehr als dreißig Jahre später stehe ich endlich leibhaftig auf dem Kirchplatz von Billerbeck und wundere mich, dass dieses Städtchen neben einer Stadtkirche auch über einen veritablen Dom verfügt.

Denn Billerbeck ist ein Wallfahrtsort. Der erste Bischof von Münster, der heilige Liudger, wird hier verehrt, seit er im Jahre 809 n. Chr. in Billerbeck verstorben ist. Über seinem Grab wurde der Ludgerus-Dom errichtet.

Aufgrund seiner schönen und zentralen Lage in den Baumbergen wird der staatlich anerkannte Erholungsort auch „Die Perle der Baumberge“ genannt. Wirklich süß ist das hier.

( MITI )

Im Herzen von Coesfeld

Im Herzen von Coesfeld
Coesfeld, 18. März 2017

Marktplatz von Coesfeld mit dem Alten Rathaus und der ehemaligen Jesuitenkirche

Weiter gehts von Xanten nach Coesfeld im westlichen Münsterland. Die Stadt liegt an der Grenze zwischen nährstoffarmen Sandböden (westlich) und nährstoffreichem Lehm- und Kleiboden (östlich).

Vor der Erfindung des Kunstdüngers wirkte sich diese Grenzlage jahrhundertelang ganz direkt auf den Wohlstand der landbewirtschaftenden Bevölkerung aus, außerdem auf Unterschiede in den Dialektversionen (Plattdeutsch) und der Kleidung. Dies galt insbesondere für die Tracht der Frauen: Schwarz stand für „up de Sand“, bunt für „up de Kleij“.

Coesfeld erhielt seine Stadtrechte im Jahre 1197 durch den Münsteraner Bischof Hermann II. von Katzenelnbogen. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts schützte Coesfeld seine Besitzungen außerhalb der Stadt mit einer Landwehr, die später Stadthagen genannt wurde.

Mehrfach und langjährig wurde Coesfeld im Dreißigjährigen Krieg durch fremde Truppen besetzt. Nach dem Westfälischen Frieden dauerte es noch mehrere Generationen, bis die wirtschaftlichen Folgen dieser Zeit überwunden waren. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Bevölkerungszahl der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg wieder erreicht.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der alte Stadtkern Coesfelds zu großen Teilen zerstört. Nur rund um den Marktplatz mit dem Rathaus und der Kirche St. Lamberti ist heute noch historische Bausubstanz erhalten. Hier wirkt Coesfeld so, wie man sich eine Stadt im westfälischen Münsterland vorstellt.

Nach Coesfeld besuchen wir anschließend noch die vor den Toren der Stadt gelegene Benediktinerabtei Gerleve. Das Kloster wurde 1899 von Mönchen der Erzabtei Beuron gegründet und 1904 zur Abtei erhoben. Eine relativ junge Anlage also, die in der flachen Landschaft des Münsterlandes weithin sichtbar über einem Seitental des Coesfelder Bergs thront. Vor dem Kloster grast eine Schafsherde. Und die ersten Osterlämmchen sind schon da …

( MITI )

Am Dom von Xanten

Am Dom von Xanten
Xanten, 18. März 2017

Blick auf den alten Stadtkern von Xanten mit dem Dom

Von Neukirchen-Vluyn sind wir in die Römer-, Dom- und Siegfridstadt Xanten weitergefahren. Deren Ursprünge reichen 2.000 Jahre zurück in die Zeit des Römischen Reiches und beginnen mit der Errichtung des Legionslagers Vetera und der Colonia Ulpia Traiana.

Glaubt man der Nibelungensage, wurde Siegfried von Xanten nach Aufgabe der Colonia Ulpia Traiana in den Ruinen der Stadt geboren und regierte als König in Xanten das Niederland.

Ab dem Jahr 752 n. Chr. ist im Stadtzentrum eine karolingische Kirche belegbar, um die in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts ein Stift zu Ehren Viktors angelegt wurde. Daraus ging später der Dom und der Dombezirk hervor.

Erst nach Gründung des Stifts entwickelte sich südlich an diesen angrenzend der Stadtkern, der insbesondere von fränkischen und friesischen Händlern besiedelt wurde und auf den der Stiftsname „Sanctos“ überging. Bereits 967 war daraus „Xanctum“ geworden, 1144 „Xantum“,

Im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört, wurde der Dom nach dem Krieg wiederaufgebaut. Nach Eröffnung des Archäologischen Parks wurde Xanten 1988 zum staatlich anerkannten Erholungsort sowie ab 2014 zum Luftkurort erhoben. Ein überaus sehenswertes Städtchen, wie ich finde.

( MITI )

Auf der Halde Norddeutschland

Auf der Halde Norddeutschland
Neukirchen-Vluyn, 18. März 2017

Oben auf der Halde: Doxi vor dem skelettartigen „Hallenhaus“ der niederländischen Künstlergruppe „Observatorium“

Schon oft habe ich auf der Fahrt Richtung Holland entlang der Autobahn A57 ein merkwürdiges Gebilde auf einem Hügel kurz hinter Neukirchen-Vluyn wahrgenommen. Nun war ich endlich einmal mit Doxi dort und habe erfahren, dass es sich bei dem Hügel um die „Halde Norddeutschland“ handelt.

Die Aufschüttung der 100 Meter hohen Halde erfolgte durch 80 Millionen Tonnen Gestein aus dem nahegelegenen Bergwerk. Sie wurde im März 2001 abgeschlossen.

Auf dem Gipfel sticht das skelettartige „Hallenhaus“ hervor, das von der niederländischen Künstlergruppe „Observatorium“ errichtet wurde und weithin als Landmarke sichtbar ist.

Den Gipfel erreicht man über eine 359 Stufen zählende Himmelstreppe, die 52 Höhenmeter überwindet. Teilweise hebt sich die Treppe brückenartig vom Grund ab, um geradlinig zu verlaufen und vorhandene Vegetation zu schützen. Doxi ist natürlich gleich vorgelaufen, weil sie als Erste oben sein wollte.

Von der Spitze der Halde hat man einen tollen Fernblick in alle Richtungen. Nach Osten reicht der Blick über weite Teile von Moers, Duisburg, Voerde und Neukirchen-Vluyn. Schön, dass wir das mal gesehen haben, auch wenn das Wetter heute nicht so gut war.

( MITI )

Kettwigs wilde Seiten

Kettwigs wilde Seiten
Essen, 16. März 2017

An der Ruhr bei Kettwig

Sonne, Wasser, Wald und weite Blicke in die Landschaft. Was will man mehr als Wandersmann? Und das am Südrand des Ruhrgebiets, gerade einmal 30 Minuten von unserem Zuhause entfernt.

Heute war ich mit Doxi auf unserer ersten 20 Km-Wanderung in diesem Jahr an der Ruhr im Süden von Essen unterwegs.

Von der S-Bahn-Station Kettwig ging es in östlicher Richtung sogleich hinauf auf die Höhen über der Ruhr, erst an einem Campingplatz und dann an einem schönen Golfplatz vorbei in das Oefter Tal.

Über Lampendahl wanderten wir anschließend zurück in Richtung Kettwig hinunter bis zur Rindersberger Mühle und von dort hinauf auf den Breitscheider Berg, wo wir wieder die Flugzeuge im Landeanflug auf Düsseldorf über uns hatten.

Danach ging es durch schönen Wald hinunter ins Untere Kettwiger Ruhrtal mit Blick auf die große Autobahnbrücke der A52, die das Ruhrtal kurz vor Essen überspannt.

Vorbei an Obstwiesen liefen wir nun parallel zur Ruhr bis nach Kettwig und zum Kettwiger Stausee, wo sich Doxi auf einer Hundewiese noch mal richtig austoben konnte. Dort blühten bereits die ersten Bäume – Wahnsinn.

Zum Abschluss besuchten wir noch die historische Altstadt von Kettwig, wo an diesem wunderschönen Frühlingstag viele Menschen draußen vor den Cafés in der Sonne saßen. Das war eine lange und durchaus anstrengende Wanderung mit 600 Höhenmetern, aber dafür auch mit vielen herrlichen Blicken in die Landschaft.

( MITI )