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In Rheine an der Ems

In Rheine an der Ems
Rheine, 6. Juli 2021

Blick zum Emswehr mit der Stadtkirche St. Dionysius am Marktplatz im Hintergrund

Tag
13
Ich beende meine zweiwöchige Womo-Tour mit Doxi durch das Land zwischen Hase und Hunte mit einer ausgiebigen Besichtigung von Rheine, der zweitgrößten Stadt des Münsterlands.

Die Stadt 40 km nordwestlich von Münster liegt an der nördlichen Grenze der Westfälischen Tieflandbucht und wird von der Ems geteilt. Rheine liegt gerade noch in Nordrhein-Westfalen und grenzt im Norden an Niedersachsen.

Die Stadt wurde an einer historischen Furt der Ems errichtet, in der sich die Aue links und rechts des Flusses auf nur 50 Meter verengen. Noch heute strömt der Fluss am großen mittelalterlichen Emswehr unterhalb des historischen Zentrums wild rauschend anderthalb Meter in die Tiefe.

Archäologische Funde zeigen, dass die Region bereits in der Jungsteinzeit um 3.000 v. Chr. besiedelt war. Auch die Römer haben hier bei ihren Germanenfeldzügen reiche Spuren hinterlassen.

Im Mittelalter erlebte die Stadt eine wechselvolle Geschichte geprägt durch territoriale Streitgkeiten, Glaubenskriege, Plünderungen, Stadtbrände und Seuchen.

Als Keimzelle der Stadt gilt heute der Falkenhof oberhalb des Emswehrs, der im Jahr 838 in einer Schenkungsurkunde Ludwigs des Frommen erstmals erwähnt wurde.

1327 erhielt Rheine das Stadtrecht. Damit wurde der Einfluss der umliegenden Grafschaften und des Münsteraner Hochstifts erheblich zurückgedrängt.

Etwa um das Jahr 1400 begannen die Arbeiten an der spätgotische Hallenkirche am Marktplatz. Sie wurden rund 120 Jahre später mit der Vollendung des Turmes abgeschlossen.

Spätestens seit dem Jahr 1576 war es durch die Errichtung des Emswehrs mit Schleuse möglich, die Ems von Emden bis Rheine und weiter bis Greven durchgängig zu befahren. Das trug zum wachsenden Wohlstand der Stadt bei.

Ich finde es spannend, die vielen Zeugnisse der langen Stadtgeschichte auf meinem Spaziergang zu entdecken. Fast vier Stunden bin ich mit Doxi in Rheine unterwegs. Wenn ich nicht zurück nach Hause müsste, ich wäre bestimmt noch einen Tag länger in dieser interessanten Stadt geblieben.

( MITI )

Eine ganz besondere Kirche

Eine ganz besondere Kirche
Rheine, 6. Juli 2021

Portalhalle im Eingangsbereich der Basilika St. Antonius mit romanischen Bögen und aufwendig verzierten Säulen

Tag
13
Rechts der Ems im Stadteil Rheine-Eschendorf steht ein ganz besonderes, schon von weitem sichtbares Kirchengebäude:  Die zwischen 1899 und 1905 errichtete St.-Antonius-Basilika ist ein neoromanisches Kirchengebäude in der Art eines romanischen Kaiserdoms. Sie ist dem heiligen Antonius von Padua geweiht.

Das repräsentative Gebäude mit einer Gesamtlänge von 90 Metern und dem höchsten Turm des Münsterlandes (102 Meter) gilt als einer der aufwendigsten Kirchenbauten des ausgehenden Historismus in Deutschland.

Mit ihren zwei Seitenschiffen und den Hauptschiff-Fenster im Obergaden erfüllt St.-Antonius alle architektonischen Anforderungen für die Einordnung als Basilika.

Ihre Dimensionen spiegeln den Strukturwandel wider, der sich im ausgehenden 19. Jahrhundert im nördlichen Münsterland vollzog, als in der früher landwirtschaftlich geprägten Region große Industriebetriebe entstanden.

Der Bau ist ein Werk des deutsch-niederländischen Architekten Franz Klomp, der sich ich weitgehend an den Hildesheimer Kirchen St. Michael aus dem 11. Jahrhundert und St. Godehard aus dem 12. Jahrhundert orientierte. Der Westturm wurde in Anlehnung an den Turm des Paderborner Domes gestaltet.

Im vorwiegend weiß gehaltenen Hauptschiff erkennt man in den abwechselnd grau und rot gefassten Säulen und Bögen deutliche romanische Elemente.

Unter dem Chor gibt es eine römischen Katakomben nachempfundene Krypta, die bei meinem Besuch leider nicht zugänglich war. Trotzdem bin ich tief beeindruckt von diesem Bau, auch wenn er – wie der gesamte Historismus – heute ein wenig wie aus der Zeit gefallen wirkt. Aber er passt irgendwie zum Protzertum des Kaiserreichs.

( MITI )

Kloster und Saline Bentlage

Kloster und Saline Bentlage
Rheine OT Bentlage, 6.07.2021

Das Gradierwerk der Saline Gottesgabe in Bentlage

Tag
13
Ich bin auf dem kostenlosen Womo-Stellplatz der Stadt Rheine im Norden der Stadt eingetroffen. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Naturzoo Rheine, das Kloster Bentlage und das Gradierwerk „Saline Gottesgabe“, eingebettet in eine schöne Parklandschaft.

Richtig idyllisch ist es hier: Auf den Wiesen am Park stolzen Störche umher und gleich hinter dem Kloster fließt die Ems durch eine naturbelassene Auenlandschaft.

Ich laufe mit Doxi durch den Park an den Gradierwerken vorbei zum Kloster, das 1437 mit Erlaubnis des Hochstifts Münster durch den Orden vom Heiligen Kreuz gegründet wurde. Zugleich erhielten die Mönche das Recht der Salzgewinnung und der Fischerei in der angrenzenden Ems.

Nach einer wechselvollen Geschichte durch die Jahrhunderte wurde das Kloster im Jahre 1803 säkularisiert und ging anschließend in den Besitz der Adelsfamilie Looz-Corswarem über, die es zu einem Schloss umbauen ließ.

1978 erwarb die Stadt Rheine die Gebäude und die umliegenden Ländereien. 1990 begann der Wiederaufbau des Komplexes, der im Jahr 2000 zum Abschluss gebracht wurde.

Seitdem wird das ehemalige Kloster/Schloss als  „Kulturelle Begegnungsstätte Kloster Bentlage“ durch die Stadt Rhein bewirtschaftet und ist öffentlich zugänglich. Eine wirklich schönes Areal. Ich bin froh, das alles einmal gesehen zu haben.

( MITI )

Samtgemeinde Fürstenau

Samtgemeinde Fürstenau
Fürstenau, 6.07.2021

Doxi vor der Zufahrt zum Schloss Fürstenau

Tag
13
Am letzten Tag meiner knapp zweiwöchigen Tour fahre ich früh am Morgen zunächst von Haselünne nach Fürstenau weiter.

Die historische Hansestadt liegt am Übergang zwischen Emsland und Osnabrücker Land und wurde im Jahre 1344 erstmals urkundlich als „Vorstenowe“ erwähnt.

Die herausragende Sehenswürdigkeit des kleinen Orts ist das Schloss Fürstenau, eine ehemalige Landesburg des Fürstbistums Osnabrück.

Die Burg wurde im 14. Jahrhundert gegründet wurde und diente im 16./17. Jahrhundert als Residenz des Fürstbischofs von Osnabrück.

Das Schloss mit Wassergraben, Vorburg, Bergfried und Kirche wird heute als Verwaltungssitz der Stadt genutzt. Im Südflügel befindet sich die kath. Pfarrkirche St. Katharina. Um das Schloss herum erstreckt sich eine sehenswerte Parklandschaft.

Nach dem Besuch des Schlosses laufe ich mit Doxi noch ein wenig durch die historische Altstadt rund um das Rathaus und die ev. Pfarrkirche St. Georg an der Große Straße. Dann geht es aber schon weiter, denn ich möchte heute noch die Stadt Rheine besuchen.

( MITI )

Am Haselünner See

Am Haselünner See
Haselünne, 5. Juli 2021

Blick zur Insel im Haselünner See

Tag
12
Am Ortstrand von Haselünne liegt der schöne Haselünner See, der von der Hase umflossen und von ihr gespeist wird. Dort stehe ich auf dem kostenlosen Womo-Stellplatz mit Blick auf den See.

An den See grenzt das Naturschutzgebiet Haselünner Kuhweide mit dem Haselünner Wacholderhain, dem größten in Norddeutschland.

Das Gebiet wurde seit dem Mittelalter als Weide genutzt und dadurch gezielt die Bildung von Wald verhindert, der sonst den Wacholder verdrängt hätte.

Heute lässt man in dem Gebiet schottische Hochlandrinder weiden und erhofft sich dadurch eine anhaltende Pflegewirkung. Außerdem lebt auf dem Areal eine Herde Tarpan-Pferde.

Aus der naturbelassenen Verbindung von Wiesen, sumpfigen Niederungen, sandig-trockenen Heideflächen und einem Altarm der Hase entsteht so eine einmalige, parkähnliche Landschaft.

Das Gebiet ist durch einen Naturlehrpfad erschlossen, dem ich am Abend mit Doxi ablaufe. Ich bin ganz begeistert, was für unterschiedliche Landschaften hier auf einer kleinen Fläche zusammen kommen. Richtig schön ist das.

( MITI )

Historisches Haselünne

Historisches Haselünne
Haselünne, 5.07.2021

Das Burghotel, der ehemalige Burgmannshof Lindenberg

Tag
12
Haselünne am Fluss Hase ist die älteste Stadt des Emslandes und erhielt schon um 1250 Stadtrechte. Im Mittelalter kam die Stadt zu einem gewissen Wohlstand, nachdem sich dort aufgrund des guten Wassers viele Brauereien und „Fuselbrenner“ angesiedelt hatten.

Um vom wachsenden Handel zu profitieren, schloss man sich früh einem Bund norddeutscher Städte an, aus dem im 14. Jahrhundert die Hanse hervorging.

Der Stadtname geht auf die sogenannten Lunnien zurück, schweren Rundhölzern, die man an einer ausgewählten Stelle in der Hase versenkte (Haselunnien). So wurde eine Furt zur sicheren Überquerung des Flusses mit Pferden und Ochsen-Gespannen geschaffen.

Eine Besonderheit in Haselünne sind die mittelalterlichen „Burgmannshöfe“, von denen in der Stadt noch einige wenige existieren. Sie entstanden nach der Aufgabe der Burg Haselünne durch den regierenden Bischof von Münster im Jahre 1319.

Als Folge dieser Entscheidung übertrug der Bischof den Bürgen (Burgmannen) von Haselüne die Verteidigung der Stadt und erlaubte ihnen dazu, innerhalb des Stadtgebiets befestigte Sitze (Häuser) anzulegen.

Überhaupt begegnen mir in Haselünne eine Reihe bemerkenswerter Bauwerke, die vom Wohlstand der Stadt zeugen, darunter die prächtige Kirche St. Vincentius, der Burgmannshof Lindenberg, der Burgmannshof von Hütel oder die Häuser rund um den Markt. Eine wirklich sehenswerte Stadt.

( MITI )