Im Herzen von Usedom

Im Herzen von Usedom
Stadt Usedom, 12. Juni 2024

Überfahrt auf die Insel Usedom vorbei an gefluteten Bäumen, kurz vor der Zecheriner Brücke

Usedom ist eine heute bedeutender Tourismusmagnet im äußersten Nordosten Deutschlands. Doch der namensgebende Zentralort der Insel bekommt davon vergleichsweise wenig ab.

Denn die Stadt Usedom liegt ein Stück weit im Landesinneren, geschützt vor den Sturmfluten der Küsten. Aber eben auch fern der begehrten Strände.

Dennoch lohnt sich ein Besuch dort, weil er zeigt, wie die Inselbewohner vor dem großen Tourismusboom gelebt haben.

Die Landstadt Usedom liegt im südwestlichen Teil der Insel, im sogenannten Achterland am Nordwestufer des Usedomer Sees, einer Bucht des Stettiner Haffs. Im Westen und Norden wird das Stadtgebiet vom Peenestrom umspült.

Am Rande des Ortes erhebt sich ein Schlosshügel, auf dem heute nur noch ein großes steinernes Kreuz errichtet ist. In früher Vorzeit sollen an diesem Ort die ersten slawischen Siedler das Christentum angenommen haben. Später stand dort eine mittelalterliche Burg, die aber bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts bereits weitgehend verfallen war.

Für internationales Aufsehen sorgte das Städtchen Anfang des 20. Jahrhunderts, als Berichte auftauchten, der Bürgermeister sei im März 1913 im Anschluss an eine Kreistagssitzung verschwunden und Wochen darauf in Algier als Mitglied der französischen Fremdenlegion wieder aufgetaucht.

Ein halbes Jahr darauf stand der Bürgermeister wieder vor seiner Haustüre und hinterlies der Welt einen autobiographischen Kurzroman, in dem er seine Erlebnisse schilderte.

( MITI )

Tor zur Insel Usedom

Tor zur Insel Usedom
Anklam, 12.06.2024

Blick über die Peene zur Innenstadt

Wir verbringen den Vormittag in der schönen Hansestadt Anklam am Übergang zur Halbinsel Usedom. Von hier stammt der berühmte Luftfahrtpionier Otto Lilienthal, dem die Stadt ein Museum gewidmet hat.

Anklam liegt am Fluss Peene, wenige Kilometer vor dessen Mündung in den zur Ostsee fließenden Peenestrom.

Östlich von Anklam befindet sich mit der Zecheriner Brücke eine von zwei Straßenbrücken über den Peenestrom auf die Insel Usedom. Die Andere verläuft weiter nördlich bei Wolgast.

Bereits im ersten Jahrhundert v. Chr. wanderten Germanen in das Peeneurstromtal  ein. Im 7. und 8. Jahrhundert ist eine erste Slawenansiedlung im Bereich des heutigen Pferdemarktes nachweisbar. Stadtrechte erhielt Anklam etwa um das Jahr 1250.

Im Zweiten Weltkrieg gehörte Anklam neben Eberswalde und Freiburg i.B.  zu den drei einzigen deutschen Städten, die von der eigenen Luftwaffe bombardiert wurden, um den Gegner aufzuhalten.

Aber auch durch die Angriffe der Alliierten war bei Kriegsende vom historisch vielfältigen Bauensemble der Stadt aus Backsteingotik, Barock und Fachwerk nahezu alles zerstört.

Die DDR errichtete in den entstandenen Baulücken fast ausschließlich Plattenbauten, von denen eine ganze Reihe – etwa die am Marktplatz – nach der Deutschen Wiedervereinigung wieder niedergerissen wurden. Damit wurde einer gefälligeren Bebauung Platz gemacht, die mehr an das historische Anklam erinnert. Und damit wirkt Anklam heute durchaus einladend.

( MITI )

Friedland in der Uckermark

Friedland in der Uckermark
Friedland, 11.06.2024

Neubrandenburger Tor, im Hintergrund die Marienkirche

Wir beenden den Tag auf einem wunderbaren und noch dazu kostenlosen Stellplatz am Mühlensee vor der Toren der Stadt Friedland. Die Stadt liegt im östlichen Teil des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte.

Die ursprüngliche Siedlung entstand im 12. Jahrhundert an einem Wegekreuz alter Handelsstraßen am Rande der großen Niedermoore der Uckermark.

Um 1300 entwickelte sich ein gitterförmiges Straßenraster in einem ellipsenförmigen Stadtgrundriss, den man noch heute an der gut erhaltenen Stadtmauer nachvollziehen kann.

Mit dem gotischen Anklamer Tor und dem Neubrandenburger Tor enstanden in den folgenden Jahrhunderten massive Stadttore. Hinzu kam der runde Fangelturm, der 1911 zum Wasserturm umfunktioniert wurde und heute als Aussichtsturm dient.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurden große Teile der Altstadt zerstört bzw. von Rotarmisten niedergebrannt.

Seit 1965 im Altstadtbereich errichtete DDR-Neubauten prägen heute das Stadtbild. Dass diese Bauten für die Einwohner damals eine große Errungenschaft waren, vergisst man heute nur allzu leicht ob ihrer Uniformität und einem Hauch von Tristesse.

( MITI )

Kurzhalt in Strasburg

Kurzhalt in Strasburg
Strasburg / Uckermark, 11. Juni 2024

Stadtkirche St. Marien

Ein Srrasburg gibt es nicht nur im Elsass. Auf dem Weg von Woldegk nach Friedland komme ich durch den Ort Strasburg in der Uckermark und mach dort kurz am belebten Marktplatz halt.

Strasburg ist die einzige Gemeinde der Uckermark, die nicht in Brandenburg liegt, sondern zu Mecklenburg-Vorpommern gehört.

Doch zu sehen gibt es hier nicht viel: Eine mächtige Kirche, ein kleines Rathaus, verfallene Häuser, die vermutlich schon zu DDR-Zeiten unbewohnbar waren. Da fahren wir doch zügig weiter.

( MITI )

Windmühlenstadt Woldegk

Windmühlenstadt Woldegk
Woldegk, 11. Juni 2024

Museumsmühle Woldegk (Erdholländer)

Woldegk ist eine Stadt im Südosten von Mecklenburg-Vorpommern am Rande der Helpter Berge. Mit über 100 m ü.N.N. zählt Woldegk zu den höchstgelegenen Orten Mecklenburgs.

Diese exponierte Lage prädestinierte Woldegk schon im Mittelalter für die Ausnutzung der Windkraft – der Zeit entsprechend durch Windmühlen.

Auf dem Mühlenberg oberhalb des Ortes entstand 1587 eine erste Bockwindmühle. 1635 waren in Woldegk bereits vier Windmühlen verzeichnet, bis 1745 wuchs ihre Zahl auf sieben.

Zwischen 1859 und 1893 wurden sechs dieser Bockwindmühlen abgerissen und an ihrer Stelle Erdholländer-Windmühlen erbaut, die bis heute existieren.

Mit Doxi laufe ich erst zum Mühlenberg hinauf und anschließend noch ein wenig durch den Ort zur Fröhlckeschen Mühle am Ortsrand. Schön zu sehen, dass die Mühlen hier so gut erhalten sind.

( MITI )

Feldberger Seen

Feldberger Seen
Gemeinde Feldberg, 10.06.2024

Blick über den Haussee zum Ortskern von Feldberg

Auch heute heißt es für mich wieder: Aller guter Dinge sind drei. Meine dritte und letzte Station ist der Ort Feldberg, Namensgeber für die Feldberger Seen.

Als wir dort am Nachmittag eintreffen haben sich die Wolken bereits verdichtet. Aber das ist vielleicht gar nicht so schlimm, denn wir haben heute bei unseren Besuchen in Lychen und Fürstenberg/Havel bereits richtig viel Sonne abbekommen.

Feldberg liegt im Südosten Mecklenburg-Vorpommerns, nahe der Landesgrenze zu Brandenburg. Rund um den Ort gibt es zahlreiche Seen zwischen der Mecklenburgischen Seenplatte auf der einen und den Uckermärkischen Seen auf der anderen Seite.

Die größten Seen sind der Breite Luzin, der Carwitzer See, der Schmale Luzin und der Feldberger Haussee. Im Verhältnis zum Rest des Landes hat es hier einige hohe und steile Kuppen mit Höhen von über 150 Metern. Auch das macht den Reiz dieser Landschaft aus.

Mir gefällt besonders die Halbinsel Amtswerder, die nördlich des Stadtzentrums in den Feldberger Haussee ragt. Dort gibt es neben historischen Ferienhäusern und Badestellen auch einen Fußball- und Spielplatz, eine Reitarena sowie ein Stadion für Wasserskiwettbewerbe. Alles umgeben von Wasser. Richtig nett ist das.

( MITI )