Windräder soweit das Auge reicht

Windräder soweit das Auge reicht
Jülich, 25.03.2022

Windkraftanlagen zwischen Jülich und Grevenbroich

Nach einer ruhigen Nacht in Düren am Wasserschloss Burgau fahre ich am Morgen weiter zu meinem Wohnmobil-Händler in Jülich. Anschließend stelle ich mich auf den Wanderparkplatz an der ehemaligen Höllermühle am Ostrand der Sophienhöhe, gleich neben Jülich.

Von dort reicht der Blick bis zu den Kohlekraftwerken bei Grevenbroich. Und dazwischen reiht sich Windkraftanlage an Windkraftanlage. Kaum eine Feldfläche, auf der es nicht in den Himmel „spargelt“, so wirkt es aus der Ferne.

Wir waren in den vergangenen Jahren mehrmals zum Wandern auf der schon länger rekultivierten Abraumhalde des angrenzenden Braunkohletagebaus Hambach. Doch heute bin ich mit Doxi in einem Bereich unterwegs, der erst in den letzten Jahren rekultiviert und für die Öffentlichkeit freigegeben wurde.

Ganz oben wird weiterhin Abraum aus dem Tagebau aufgetürmt. Dort wirkt die Landschaft total unwirklich, aber das können wir nur aus einiger Entfernung betrachten, denn diese Bereiche sind noch gesperrt.

Die Frühlingssonne knallt ordentlich auf uns hinab. Doxi hat Durst und sucht in jeder Kuhle nach Wasser, doch die Landschaft ist total trocken.

Endlich treffen wir auf einen kleinen „Bergsee“, den es offensichtlich schon länger gibt, denn er ist auf den Karten verzeichnet und die Ufer sind mit Schilf bewachsen. Hier kann sich Doxi stärken und ein wenig durch das kühle Nass stapfen. Und man sieht ihr die Freude dabei an.

( MITI )

Am Wasserschloss Burgau

Am Wasserschloss Burgau
Düren, 24.03.2022

Wasserschloss Burgau in Düren nahe der Rur

Von Leversbach sind wir weiter gefahren nach Düren, dem „Tor zur Nordeifel“. Die Stadt an der Rur etwa auf halbem Weg zwischen Köln und Aachen ist nicht unbedingt für ausgesprochenen Liebreiz bekannt.

Doch südlich des Stadtzentrums gibt es im Stadtteil Niederau ein hübsches Schloss mit Park, das viele Besucher anzieht, das Wasserschloss Burgau.

Dahinter befindet sich ein großer Wald, der ursprünglich genau wie weitere Besitzschaften zur Herrschaft Burgau gehörte.

Die frühesten Spuren des Wasserschlosses stammen aus der Zeit um 1100 n. Chr. Durch Vererbung und Verkauf kam das Schloss über die Jahrhunderte in den Besitz unterschiedlicher Familien. Seit dem Jahr 1900 war es nicht mehr bewohnt und verfiel zusehends.

Nach der Eingemeindung Niederaus in die Stadt Düren entstand eine Bürgerbewegung, die sich ab 1974 für den Wiederaufbau des Schlosses einsetzte. Bis 1991 war der Instandsetzung abgeschlossen.

Wir stehen mit dem Wohnmobil auf einem großen Parkplatz zwischen dem Schloss und den örtlichen Sportanlagen. Von dort drehe ich am späten Nachmittag eine kleine Runde mit Doxi zum Schloss und durch den Stadtteil Niederau zur Rur. Das Schloss und der Park gefällt mir wirklich sehr gut. Schön, das einmal gesehen zu haben.

( MITI )

Grünkohl über Obermaubach

Grünkohl über Obermaubach
Leversbach / Kreuzau, 24.03.2022

Blick hinunter nach Obermauchbach und zum Staubecken

Unsere nächste Station ist Leversbach, kurz hinter Nideggen, aber schon zu Kreuzau gehörend. Das Dorf liegt am Rand eines großen Waldes, der steil zum Staubecken der Rur bei Obermaubach abfällt.

Als ich mit Doxi den Wald durchquere und auf das Staubecken blicke, wird mir klar: Hier war ich im vergangenen Jahr schon einmal auf einer längeren Tour, nur kam ich da von Kreuzau und bin erst zum See und dann hinauf in den Wald gewandert.

Damals schien mir der Wald so dicht und endlos, dass ich gar nicht damit gerechnet hatte, dass nur wenige hundert Meter weiter Richtung Westen ein Dorf liegt. Aber genau dort stehen wir nun mit dem Wohnmobil. Lustig, wie sich die Eindrücke manchmal zusammenfügen.

Und im Anschluss gibt’s erst einmal eine Packung Grünkohl, die ich schon seit fast zwei Wochen im Womo im Gefrierfach habe, mit Kartoffeln und Mettwurst. Aber an den Grünkohl meiner Mom mit gekochter Bratwurst kommt er natürlich nicht heran. Hatte ich mir fast schon gedacht …

( MITI )

Wasserschloss Eicks

Wasserschloss Eicks
Eicks, 24. März 2022

Annäherung an das Wasserschloss

Nach 17 Tagen in Gemünd mache ich mich langsam auf dem Heimweg. Aber einen Moment will ich noch in der Nordeifel verweilen.

Oberhalb von Kommern möchte ich am Rande des Dorfs Eicks auf einem Wanderparkplatz Halt machen, um dort zu wandern. Doch dieser Platz erweist sich als zu eng für ein Wohnmobil. Das wird also nichts.

Trotzdem schaue ich mir kurz das Wasserschloss Eicks an. Erst von hinten und dann von der Seite.

Ein hübsches Schloss denke ich, aber als ich zur Vorderseite komme, trifft mich der Schlag: Hier war ich doch schon mindestens zwei Mal auf Wanderungen von Bürvenich kommend. Das gibt’s doch gar nicht.

Die Herrschaft Eicks wurde 1344 erstmals erwähnt. An Stelle des heutigen Schlosses bestand im Mittelalter ein burgartiger Fronhof. Nach Aussterben des Grafengeschlechts Eicks wechselte die Burg durch Erbteilung und Verkauf häufig ihre Besitzer, doch seit über 500 Jahren befindet sie sich im Besitz der Sybergs. Es wird heute noch von Nachfahren der Familie bewohnt.

( MITI )

Abendstimmung über dem Horrenbachtal

Abendstimmung über dem Horrenbachtal
Gemünd, 23. März 2022

Blick Richtung Urfttal mit dem Turm der Burg Vogelsang im Hintergrund

Ohne Doxi, die sich den linken Vorderlauf vertreten hat, bin ich heute Abend 7 km von Gemünd in das Naturschutzgebiet des Horrenbachtals gelaufen.

Nach dem Aufstieg durch das Bachtal auf die Höhen südlich von Herhahn erwartete mich dabei ein farbintensiver Sonnenuntergang mit herrlichen Fernblicken auf den Kermeter.

Unterwegs habe ich einen Podcast des bekannten Buchautors Peter Wohlleben über die Zukunft des deutschen Waldes gehört, was irgendwie passend war, aber auch recht wenig optimistisch.

In zehn bis zwanzig Jahren sind alle Fichtenplantagen und damit fast 40 % des deutschen Waldes tod, sagt er voraus.

Die große Holzlücke kommt und mit ihr eine enorme Knappheit an Holz, weil es dauert, bis die abgestorbenen oder abgeholzten Flächen wieder einen Holzertrag liefern werden. Alles ganz schön düster.

( MITI )

Zwischen Zingsheim und Weyer

Zwischen Zingsheim und Weyer
Zingsheim, 22. März 2022

Weite Blicke in die Hügellandschaft

In der Nordeifel erstreckt sich zwischen Zingsheim und Weyer eine ganz bezaubernde Hügellandschaft, die überwiegend landwirtschaftlich genutzt wird und mit mehreren kleinen Naturschutzgebieten durchsetzt ist.

Die Hügel entstanden, als der kalkhaltige Boden von Oberflächenwasser ausgespült wurde und sich dadurch Mulden bildeten. Wenige Kilometer weiter in Sötenich wird dieser Kalk seit Jahrhunderten abgebaut.

Die Naturschutzgebiete tragen die Namen „Kalkmagerrasenkomplex bei Weyer“ und „Kalkkuppen auf der Hochfläche der Sötenicher Kalkmulde“.

Als wir von Zingsheim kommend das Gebiet erreichen, kreisen über uns mehrere Milane mit beeindruckender Flügelspannweite in der Thermik der frühlingshaften Mittagssonne.

Wir haben eine 14 km lange Tour vorbereitet, doch das ist uns heute ein wenig zu lang. Deshalb laufen wir immer der Nase nach rund zwei Stunden durch das schöne Gebiet und genießen die Sonne und den weiten Blick in die Landschaft.

( MITI )