kostenlos / kein Strom verfügbar (Daten vom 24.05.2023)
Zusatzinfo:
Kostenloser Schotterparkplatz an Dänemarks einzigen Palmenstrand, 3 km außerhalb des Ortszentrums. Keine Infrastruktur.
Wir haben den nördlichsten Punkt unserer Reise hinter uns gelassen. Von nun an gehts an der Ostseeküste Dänemarks langsam wieder zurück gen Süden.
Heute übernachten wir in der Hafenstadt Frederikshavn, die etwas außerhalb des Zentrums tatsächlich einen Palmenstrand unterhält. So weit im Norden, man mag es kam glauben.
Die geschätzt einhundert Palmen stehen allerdings in großen Kübeln. Ich vermute, damit man sie im Herbst ins Warme verfrachten kann. Denn den langen und kalten dänischen Winter würden sie vermutlich nicht lange überstehen.
Die Stadt wird durch ihren Hafen geprägt. Dort gibt es große Werften und Terminals für die Fährlinien nach Oslo, Göteborg und zur Insel Læsø. Als ich dort am Abend mit dem Fahrrad unterwegs bin, liegen ein paar richtige dicke Pötte vor Anker.
Die Stadt bietet eine der längsten Fußgängerzonen Dänemarks mit vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten. Historische Bauten sind allerdings auch in Frederikshavn rar gesät. Hübsch anzusehen sind jedoch die alten Fischerhäuser im Stadtteil Fiskerklyngen mit ihren bunten Farben.
Nach knapp 14 Tagen habe ich das erste große Ziel meiner Reise erreicht: Die Nordspitze von Jütland. Hier endet Festland-Dänemark und treffen Nordsee und Ostsee aufeinander.
Das lockt große Besucherströme an, die vom Parkplatz am Besucherzentrum mit Traktor-gezogenen Waggons zur Küstenlinie gebracht werden.
Das Lustige ist, dort wo alle fleißig Selfies knipsen, befindet sich gar nicht der nördlichste Punkt von Dänemark. Wohl fließen dort Nordsee und Ostsee zusammen, tritt das Skagerrak auf das Kattegat.
Der geografisch nördlichste Punkt liegt jedoch 2,5 Kilometer weiter westlich, wie eine Infotafel verrät. Da, wo sich die große Radarstation der dänischen Armee befindet, und wo auch wir für unsere Wanderung geparkt haben.
Ich laufe mit Doxi am herrlichen blauen Wasser entlang bis zum Selfiepunkt, dann weiter zum Besucherzentrum und durch die Heide hinter den Dünen zurück zum Nordstrand.
Am Rande der Heide stehen viele Vogelspotter mit unglaublich fetten Ferngläsern auf Stativen. Ich kann keine Vögel in der Luft erkennen, wohl aber höre ich verräterische Rufe nahe der Wasserstellen in der Heide. Na, vielleicht macht die liebe Vogelschaar gerade Mittagspause …
Wanderkarte unserer Tour
Infotafel an unserem Startpunkt
Blick durch die Dünen zum Meer
Herrlich, das Wetter heute
Seegras am Strand
Hinweis, die Robben in Ruhe zu lassen
So kommen die Besucher zum Strand
Menschen über Menschen am Selfiepunkt
Hier trifft Nordesse auf Ostsee
Leuchturm von Skagen, davor Bunker des Atlantikwalls
Unübersehbar, was man hier von der EU-Fischereipolitik hält
Meine vorletzte Station auf dem Weg zum „Ende“ von Dänemark ist Hirtshals („Hirschhals“), hoch im Norden Jütlands an der Nordseeküste.
Der Fischerreihafen des kleinen Ortes ist mit mehr als 200 registrierten Fangschiffen der zweitgrößte in Dänemark.
Außerdem gehen von dort Fährverbindungen nach Norwegen, zu den Färöer-Inseln und nach Island ab. Obwohl ein wenig abseits gelegen, ist Hirtshals deshalb verkehrstechnisch gut angebunden.
Der Ort entstand erst im 19. Jahrhundert und hat deshalb wenig historische Bausubstanz zu bieten. Markant ist die von den Künstlern Dorte Dahlin und Mogens Møller gestaltete doppelte Freitreppe über dem Hafen.
Am südlichen Ortsrand erhebt sich weithin sichtbar der 1863 errichtete Leuchtturm am Rand einer Steilkippe. Unterhalb finden sich noch Bunker des Atlantikwalls, die die Deutsche Wehrmacht 1941 auf Kosten der Dänen errichten ließ. Nach Kriegsende übernahm sie die dänische Armee, weshalb sie bis heute relativ gut erhalten und auch seit 1997 zugänglich sind.
Schöne Allee auf dem Weg nach Hirtshals
Stadtkirche
Bibliothek und Stadthalle
Blick über den Fischereihafen
Fangboote im Fischerheihafen
Fichereiboote auf Reparatur
Gerade nichts los am großen Fährterminal
Irischer Pub in der Ortsmitte
Skulptur am Marktplatz
Doppelte Freitreppe oberhalb des Hafens
Skulptur auf der Freitreppe
Kunstwerk unterhalb der Treppe
Gedenkstein für sechs ertrunkene Seeleute eines Rettungsschiffs oberhalb des Fischereihafens
Erinnerung an Runensteine der Ureinwohner
Leuchtturm von Hirtshals
Bunker des Atlantikwalls in der Steilküste
Bunkeröffnung zum Abschuss von Mörsergranaten
Infotafel zu den Radarstellungen der Wehrmacht
Panoramabild aus den Dünen unterhalb des Leuchtturms
Nytorv, der Neumarkt am Limfjord am Rande des historischen Zentrums
Hier haben wir gestanden:
Stellplatz:
Sommerparkering
Ort:
Aalborg (DK)
Adresse:
Bådehavnsvej 4
9000 Aalborg (DK)
Geo-Koordinate:
57.056737, 9.903915
Preis pro Nacht:
180 DKK / Strom verfügbar (Daten vom 23.05.2023)
Zusatzinfo:
Parkplatz auf Schotter und Rasen in dritter Reihe am Yachthafen. Nicht sehr hübsch und bei Regen ganz schön vermatscht, aber zentrumsnah. Komplette Infrastruktur.
Die ersten beiden Regentage auf dieser sonnenverwöhnten Tour durch Dänemark verbringe ich in Aalborg. Ich muss ohnehin ein wenig arbeiten und es tut mir auch mal ganz gut, nicht jeden Tag drei Städte abzuklappern und 20 km zu laufen. Ich glaube, Doxi hat auch nichts dagegen 🙂
Wir stehen in einer Riesenpfütze am Yachthafen, aber ich habe rechtzeitig vor dem Regenbeginn die Markise ausgefahren.
Neben dem Wohnmobil hat sich dadurch eine kleine trockene Insel erhalten, auf der Doxi zufrieden liegt und zuschaut, wie die Anderen nass werden.
Die Dänen scheinen Regen gewöhnt zu sein. Bis hier mal jemand den Regenschirm aufspannt oder sich die Kapuze übers Haupt zieht, muss es schon ganz schön plätschern.
Aalborg ist die viertgrößte Stadt des Landes mit 120.000 Einwohnern und wirklich ansehnlich. Sie liegt am Limfjord, der sich hier flussartig verengt eine Verbindung zur Ostsee in 30 km Entfernung herstellt.
Ich bin überrascht, dass es im Limfjord auch Quallen gibt. Ein kleiner Seitenarm des Hafens ist erschreckend voll davon – große und kleine.
Die Stadt blühte im Mittelalter durch den Handel und das Monopol für den Vertrieb von gesalzenen Heringen auf. Mehrmals wurde die Stadt in ihrer Geschichte von Schweden erobert und geplündert. 1864, im Deutsch-Dänischen Krieg, hielten auch preußische Truppen die Stadt für eine Weile besetzt.
Aalborg hat viele schöne Ecken und einige architektonische Highlights zu bieten. Bei Regen sieht natürlich alles nicht ganz so prächtig aus, aber mir gefällt es überaus gut hier.
Lustig ist, dass die Stadt in Folge der dänischen Rechtschreibreform von 1948 eigentlich mit Å als Ålborg geschrieben werden müsste. Aber die Bürger und die Stadtverwaltung wollten nicht. Und so ist es im praktischen Gebrauch bei Aalborg geblieben.
Wanderkarte unserer Tour
Eisenbahnbrücke über den Limfjord
Autobrücke über den Limfjord
Schlepper am Hafen
Moderne Wohnbebauung am Limfjord
Utzon Center Aalborg
Ehemalige Akvavit-Fabrik, die nun in Wohnraum umgewandelt wird
Historisches Luftabwehrgeschütz oberhalb des Hafens
Hanstholm ist ein ganz besonderer Ort an der jütländischen Nordseeküste. Zum einen knickt die Küstenlinie hier markant von nordwärts nach ostwärts ab.
Zum Anderen ist die Gegend geologisch interessant, weil nirgendwo sonst in Europa die Übergänge von der Kreidezeit zum Tertiär in den Kalkablagerungen des Untergrundes so vollständig erhalten sind.
Was die Mehrheit der Besucher anlockt, ist jedoch die historische Bedeutung des Ortesim Zweiten Weltkrieg. Zur Zeit der deutschen Besatzung Dänemarks wurde hier ab 1940 ein Herzstück des Atlantikwalls errichtet, von dem noch heute viele Überreste zeugen.
Die Festungsanlage Hanstholm und ihre Schwesteranlage im norwegischen Kristiansand sollten von Land aus alliierten Schiffsverkehr im Skagerrak unterbinden und die Zufahrt von der Nordsee zur Ostsee abriegeln.
Dazu ließ die Wehrmacht in der Dünenlandschaft um Hanstholm auf 9 Quadratkilometern insgesamt 455 Bunker errichten. Bunker für die Mannschaften, für Munition, Versorgung, Luftabwehr, sogar eine kleine Schienenbahn.
Doch vor allem Gefechtsstände mit 110 Tonnen schweren Geschützen vom Kaliber 38 cm, wie sie sonst nur auf den größten Schiffen der deutschen Marine zum Einsatz kamen. Denn die abzuriegelnde Meeresenge zwischen Dänemark und Norwegen ist mehr als 100 Kilometer breit. Da brauchte es ein ganz besonderes Kaliber.
Bunker für eine Mörserstellung
Heute erinnert ein Bunkermuseum an diese Anlage und die Zeit, in der sie entstand. Die Bunker selbst sind zwar in der Mehrzahl verschlossen (nicht alle), befinden sich aber auf öffentlichem Gelände und sind daher für jedermann erreichbar.
Unsere Wanderung führt uns durch das „verbunkerte“ Gelände, wobei der größte Teil der Anlagen oberirdisch gar nicht oder nur in Teilen sichtbar ist, durch Eingänge, Schießscharten und Lüftungsauslässe.
Die Bunker liegen eingegraben in einem Höhenrücken, der sich entlang der Küstenlinie zieht. Größtenteils ist er mit Wiesen und Wald bedeckt, doch an einigen Stellen tritt auch die Kreide hervor.
Roh und rau ist die Natur hier, und roh und rau ist auch der Beton, auf dem man hier fast auf Schritt und Tritt läuft. Wirklich ein besonderer Ort und eine ganz besondere Wanderung.
Kleiner Hafen an der Vilsundbroe über den Limfjord
Mein Wanderziel heute ist Hanstholm. Auf dem Weg dorthin schaue ich mir aber erst einmal Thisted an.
Von Nyköbing kommend, überqueren wir bei Vilsund den Limfjord auf der „Vilssundbroe“, eine ausnehmend aparte Brücke, wie ich finde 🙂
Thisted liegt ebenfalls am Limfjord, etwas weiter nördlich, in der Thisted-Bucht. Die Stadt ist ein Zentrum für den Handel mit landwirtschaftlichen Produkten. In ihrem Stadtnamen nimmt sie Bezug auf den germanischen Gott Tyr.
Zehn Gehminuten außerhalb der Stadt gibt es an einem Picknick-Parkplatz auch einige kostenlose Stellplätze für Wohnmobile. Man steht zwar an einer viel befahrenen Straße, aber dafür geht der Blick direkt auf das Wasser des Limfjords.
Und nur einhundert Meter weiter befindet sich die schön gestaltete städtische Badestelle im Fjord. Allerdings konnte ich bereits gestern in Nyköbing bei den vergeblichen Schwimmversuchen der Einheimischen beobachten, dass das Wasser im Fjord derzeit noch viel zu kalt ist.
Da wir nun schon einige Kleinstädte in Jütland besucht haben, ist Thiste keine besonders große Überraschung für uns. Markant allerdings die vielen gelb gestrichenen Fahrräder, die in der langgezogenen Einkaufstraße in der Luft schweben.
Wanderkarte unserer Tour
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