
Vor drei Jahren war der Diesel tatsächlich teurer als heute (jeweils Tageshöchst- und Tagestiefstpreise)
Im Winter 2023/2024 habe ich für mich eine kleine Software entwickelt, die die Diesel-Preise an den vier Tankstellen in meiner Umgebung viertelstündlich abruft und visualisiert. Grundlage dafür sind die Daten, die die Anbieter an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) des Bundeskartellamts melden müssen. Diese Preise sind frei verfügbar, sofern man sich unter einem plausiblen Grund als Nutzer dafür registriert, Stichwort Open-Data.

Mein Preispanel, viertelstündlich aktualisiert, rund um die Uhr, das ganze Jahr
Die Software läuft unabhängig von meinem Arbeitsplatz-PC rund um die Uhr und verbraucht nur wenig Strom. Nach drei Jahren und rund 65 tausend Messerhebungen ist jetzt die Zeit für eine erste Bewertung gekommen.
Im großen Maßstab sieht man sehr deutlich, wie die Spritpreise von den zentralen Themen am Ölmarkt beeinflusst werden und diesen in ihrer Entwicklung folgen: Kriege, Krisen, Konjunktur und die Drosselung bzw. Erhöhung der Produktionsquoten durch die Förderländer hinterlassen teils deutlich ihre Spuren.
Lokal betrachtet, lassen sich auf der kurzfristigen Zeitebene immer wieder die gleichen Muster feststellen: Am Morgen ist der Sprit zunächst einmal sehr viel teurer als am Abend. In der Mittagszeit sackt der Preis für eine Weile ab, bevor es wieder aufwärts geht. Die Differenz über den Tag beläuft sich häufig auf fünfzehn Cent und mehr. Die günstigsten Wochentage sind regelmäßig der Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, während es rund um die Wochenenden teurer wird.
Überraschend war für mich, dass einige Anbieter in ihrer Preisgestaltung doch sehr hektisch schwanken und dabei regelmäßig ihren lokalen Mitbewerbern folgen. Bei anderen Tankstellen bewegen sich die Preise ab Nachmittags dagegen praktisch gar nicht mehr, etwa bei der einzigen Supermarkttankstelle in meiner Beobachtung, die insgesamt fast immer am günstigsten ist. Auch der teuerste Anbieter ist regelmäßig derselbe.
Ganz aktuell sieht man, wie die erhöhte CO2-Bepreisung seit Anfang 2026 ihre Spuren im Benzinpreis hinterlassen hat, bei Diesel etwa mit drei bis fünf Cent. Aber insgesamt ist der Benzinpreis in den letzten drei Jahren nicht gestiegen, eher im Gegenteil. Das macht die rote Grafik deutlich.
