Archiv der Kategorie: Unterwegs

Unterwegs im Steinwald

Burg Weißenfels im Steinwald
Marktredwitz, 2. August 2016

Burg Weißenfels im Steinwald ist auf Granit erbaut

Heute habe ich mit Doxi eine 22 Km-Wanderung durch den Naturpark Steinwald im Regierungsbezirk Oberpfalz zwischen Marktredwitz und Erbendorf unternommen.

Naturräumlich gehört der Steinwald zur Haupteinheit Hohes Fichtelgebirge und besteht genau wie dieses aus vulkanischem Granitgestein.

Das besondere Merkmal im Steinwald sind die zahlreichen Granitblöcke und Felsbastionen, die oft kuriose Formen und klingende Namen wie „Katzentrögel“, „Zipfeltannenfelsen“ oder „Saubadfelsen“ tragen.

Der Steinwald ist ein beliebtes Wandergebiet, doch an diesem grauen und regnerischen Dienstagvormittag sind wir fast alleine im Wald unterwegs.

Von unserem Startpunkt in Pfaben unweit des Steinwaldhauses steigen wir zunächst auf zur „Platte“, der zentral gelegenen und mit 946 Metern ü.N.N höchsten Erhebung des Steinwaldes.

Sie wird vom 35 Meter hohen Oberpfalzturm gekrönt, von dessen Spitze man einen wunderbaren Fernblick genießen kann, wenn es nicht gerade so diesig ist, wie heute.

Weiter geht es durch den endlos scheinenden Wald zur Burgruine Weißenstein auf 863 Metern, Sie wurde im 13. Jahrhundert in die bizarren Steinformen des Granits hineingebaut und ist deshalb ein beliebtes Wanderziel und Fotomotiv. Auch für uns an diesem Tag.

( MITI )

Morgenspaziergang durch Kemnath

Die Fischzucht in künstlichen Teichen ist ein Merkmal dieser Region
Kemnath, 2.08.2016

Die Fischzucht in künstlichen Teichen ist ein Merkmal dieser Region

Wir sind früh unterwegs heute, denn vor unserer langen Tageswanderung im Steinwald möchte ich noch einen kurzen Abstecher nach Kemnath unternehmen.

Leider beginnt es zu regnen und das Licht will keine schönen Fotos gelingen lassen, doch dafür sind die Straßen morgens um Sieben noch total leer.

Kemnath gilt als das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des westlichen Landkreises Tirschenreuth in der Oberpfalz.

Die Stadt ist umgeben von den Naturparks Fichtelgebirge und Steinwald. Nur wenige Kilometer entfernt befindet sich der Rauhe Kulm, den wir am gestrigen Tag besucht haben.

Wir parken auf dem total süßen, kostenlosen Womo-Stellplatz der Stadt, direkt am „Eisweiher“.

Dort begegnet uns die erste von mehreren Karpfen-Skulpturen, die über das Stadtgebiet und die umliegenden Dörfer verteilt, sind eine Reminiszenz an die intensiv betriebene Fischzucht in dieser Region. Nett ist das hier.

( MITI )

Aufstieg zum Rauhen Kulm

Vorne Neustadt an der Kulm, im Hintergrund der Rauhe Kulm
Neustadt am Kulm, 1.08.2016

Vorne Neustadt an der Kulm, im Hintergrund der Rauhe Kulm

Was für ein Tag! Auf dem letzten Teilstück meiner Reise in den Oberpfälzer Wald stimmt irgendetwas mit dem Womo nicht.

Alles vibriert während der Fahrt, viel stärker als sonst. Also steuere ich eine Fachwerkstatt in Bayreuth an.

Nach einer Testfahrt scheint die Angelegenheit klar: ein beschädigtes Radlager vorne rechts. Die Ersatzteile werden bestellt, ich kann vorerst noch kurze Strecken weiterfahren, bis die Ersatzteile in zwei Tagen da sind.

Gesagt, getan, doch nach wenigen Fahrkilometern Richtung Kemnath überholt mich ein Autofahrer und gibt mir Zeichen: Der hintere rechte Reifen eiere total. Tatsächlich fühlt es sich bei der Fahrt auch genauso an.

Also Warnblinkanlage angeschaltet und in ganz, ganz langsamer Fahrt zurück zur Werkstatt nach Bayreuth.

Ich komme ordentlich ins Schwitzen, doch das Rad hält. In der Werkstatt stellt man fest: Der besagte Reifen ist tatsächlich kaputt, zwar nicht platt, aber mit der inneren Struktur stimmt etwas nicht.

Also neuen Reifen bestellen, Ersatzreifen aufziehen und zwei Tage in der näheren Umgebung bleiben, bis der neue Reifen montiert werden kann.

So vergeht mehr als ein halber Tag, ohne dass es richtig weitergeht. Am späten Nachmittag erreichen wir dann aber doch noch das erste Ziel in der Oberpfalz: Neustadt am Kulm direkt neben einem der markantesten Berge des Oberpfälzer Waldes: dem Rauhen Kulm.

Dabei handelt es sich um einen Vulkan, der nie zum Ausbruch kam. Tiefe Risse in der Erdkruste, die im Zusammenhang mit der Auffaltung der Alpen entstanden, bedingten vor 21 Millionen Jahren seine Entstehung.

Das dunkle Magma entstammt direkt aus dem Erdmantel, aus rund 50 Kilometer Tiefe. Auf seinem Weg nach oben erstarrte das Magma, bevor es die Erdoberfläche erreichte. Der so entstandene Basalt bildet heute eine große steinerne Barriere in Form eines steilen Hanges rund um die Spitze des Berges.

Das sieht sehr eindrucksvoll aus, wenn man darunter steht und auf dem Wanderweg durch das Basaltfeld läuft. Im Mittelalter thronte auf der Spitze des Berges eine Burg.

Heute befindet sich dort ein 25 Meter hoher Aussichtsturm, der einen eindrucksvollen Rundblick auf das Fichtelgebirge, die Fränkische Alb und die nördliche Oberpfalz bietet. Doxi nimmt die 110 Stufen bis zur Turmspitze im Sturm, ich komme kaum hinterher.

Anschließend wandern wir noch durch den sehr schönen Wald rund um den Rauhen Kulm und laufen ein wenig durch Neustadt am Kulm. Das versöhnt mich ein wenig mit den unangenehmen Erlebnissen an diesem Tag.

Doch als wir zum Wohnmobil zurückkehren, das einsam auf einer Weise steht, sehe ich schon von weitem Feuerwehrwagen und Feuerwehrleute, die direkt neben dem Wohnmobil hektisch mit Schläuchen hantieren.

Für einen Moment befürchte ich das Schlimmste, aber nein, mein Wohnmobil brennt nicht. Ich habe lediglich dort geparkt, wo die Feuerwehrjugend des Dorfes gerade übt. Alles andere wäre auch wirklich die passende Krönung dieses anstrengenden und aufregenden Tages gewesen …

( MITI )

Bei den Naturfreunden Haßfurt

Hinter unserem Wohnmobil: Der Main.
Haßfurt, 31.07.2016

Hinter unserem Wohnmobil: Der Main.

Welcome to the jungle! Wir sind vom Taunus weiter nach Süden an den Main gefahren, nach Haßfurt zwischen Bamberg und Schweinfurt.

Weil hier gerade heiße Luftmassen aus Südeuropa durchziehen und es eben erst kräftig geregnet hat, fühlt es sich an wie im Tropenhaus. Nur ohne Primaten.

Wir wandern durch den Wald in den Haßbergen und sind schon komplett durchgeschwitzt, bevor wir die ersten Berge erreichen. Man, ist das ein Wetter heute, aber egal.

Auf naturnahen Trampelpfaden folgen wir dem Fluss Wässernach und seinen Nebenbächen, die jetzt im Hochsommer weitgehend trocken liegen. Der Bachgrund ist übersät mit großen schwarzen Basaltsteinen, die sonst unter der Wasseroberfläche verborgen sind.

Nur in einigen wenigen Untiefen steht noch das Wasser und Doxi stürzt sich gleich hinein, egal wie steil die Uferkante abbricht: Hauptsache wasserschlabbern und die heißen Beinchen kühlen. Das könnte mir jetzt auch gefallen.

Nach der zweistündigen Wanderung steuern wir unseren heutigen Stellplatz bei den Naturfreunden Haßfurt an. Der Platz liegt einen Kilometer außerhalb der Stadt wunderbar im Grünen und direkt am Main. Ideal für Doxi und auch für mich, um das Kajak ins Wasser zu lassen.

Haßfurt selbst hat nicht so wahnsinnig viel zu bieten, wie ich bei einer kurzen Stadtbesichtigung mit dem Fahrrad feststelle. Aber der Platz der Naturfreunde ist wirklich ein Traum. Hier kann man es aushalten.

( MITI )

Auf Schloss Braunfels

Kupferstich von Schloss Braunfels aus dem 17. Jahrhundert
Braunfels, 30.07.2016

Kupferstich von Schloss Braunfels aus dem 17. Jahrhundert

Wir sind auf dem Weg in den Oberpfälzer Wald an der Deutsch-tschechischen Grenze. Der Zufall will es, dass genau heute durch den Ferienbeginn in Bayern und Baden-Württemberg extremer Verkehr auf den Autobahnen in Süddeutschland erwartet wird.

Also lassen wir es erst einmal ruhig angehen und machen auf etwas weniger als der halben Strecke in Braunfels im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis halt.

Der malerische Ort zwischen Limburg und Wetzlar ist vor allem für sein gut erhaltenes Schloss Braunfels bekannt und bietet einen kleinen, feinen Womo-Stellplatz direkt unterhalb des Schlosses.

Von dort unternehme ich mit Doxi eine schöne 17 Km-Wanderung aus dem Rother Wanderführer „Taunus“. Sie führt uns in östlicher Richtung um Braunfels herum durch Wälder und über Felder zum Ort Phillipstein mit seiner alten Burgruine.

Von den Zinnen der Burg und auch entlang des Weges fällt unser Blick immer wieder auf das malerische Schloss Braunfels in einigen Kilometern Entfernung. Weil das Schloss auf einer Basaltkuppe thront, scheint es die gesamte Region wie ein Leuchtturm zu überragen.

Auf Schloss Braunfels

Brunnen zwischen oberem und unterem Schlosstor

Als „Castellum Bruninvels“ wurde die Burg 1246 erstmals urkundlich erwähnt. Ursprünglich eine Verteidigungsburg gegen die Grafen von Nassau wurde sie ab 1280 Wohnburg der Grafen von Solms und befindet sich noch heute im Familienbesitz der Grafen von Oppersdorff zu Solms-Braunfels.

Während des Dreißigjährigen Krieges war die Residenz schwer umkämpft und wurde stark beschädigt. Im Verlauf des 17. Jahrhunderts wurde sie in ein barockes Schloss umgewandelt, das jedoch 1679 einem flächendeckenden Stadtbrand zum Opfer fiel.

Unter Graf Wilhelm Moritz zu Solms erfolgte zu Beginn des 18. Jahrhunderts ein schneller Wiederaufbau. Dem damaligen Zeitgeist folgend, war die Bauplanung von einem romantisierenden Bild des Mittelalters inspiriert. Vielleicht sieht Schloss Braunfels für uns heute genau deshalb so „echt“ aus – einfach, weil wir uns an diesen Stil gewöhnt haben.

( MITI )

Rund um die Müngstener Brücke

Ausstellungsstück an der Kunstschmiede neben der Müngstener Brücke
Müngsten, 24. Juli 2016

Ausstellungsstück an der Kunstschmiede neben der Müngstener Brücke

Heute habe ich mit Doxi eine sehr schöne 14 Km-Wanderung zwischen Remscheid und Solingen unternommen.

Unser Ausgangspunkt: Die berühmte stählerne Eisenbahnbrücke bei Müngster, die das Tal der Wupper in 107 m Höhe überspannt. Viele Jahre konnte sich die Müngstener Brücke mit dem Titel „höchste Eisenbahnbrücke der Welt“ schmücken.

Als sie im Jahre 1897 eröffnet wurde, stellte sie eine bedeutende und vielfach bewunderte Ingenieursleistung dar, die auf zahllosen Postkartenmotiven festgehalten wurde.

Sogar der deutsche Kaiser Wilhelm II beehrte das Bauwerk durch einen Besuch im Jahr 1899.

Heute ist der 2006 eröffnete Brückenpark unterhalb der Brücke ein beliebtes Ausflugsziel. Hauptattraktion ist die handbetriebene Schwebefähre, mit der Fußgänger und Fahrradfahrer die Flussseite wechseln können.

Außerdem gibt es eine Reihe stählerner Plattformen, auf denen themenspezifische Rätsel und deren Lösungen zu lesen oder zu hören sind.

Wir wandern oberhalb des Brückenparks parallel zur Wupper, verlassen bald den Wald, passieren eine Damwildzucht, kreuzen die Burger Landstraße und laufen dann wieder durch den Wald zur alten Betramsmühle.

Dort stoßen wir auf den hübschen Bertramsmühler Bach, dem wir bis zur Wupper folgen. Entlang der Wupper geht es dann nach Solingen-Burg, wo wir bereits aus der Ferne Schloss Burg oberhalb des Ortes sehen. Entlang der Wupper laufen wir von dort wieder zurück zur Müngstener Brücke.

Viel Wasser, viel Wald, dazu die beeindruckende Brücke – kein Wunder, dass hier an diesem Sonntagvormittag viele Menschen unterwegs sind. Sehr nett alles.

( MITI )