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Im Kloster Bebenhausen

Kloster Bebenhausen
Bebenhausen, 4.11.2016

Kloster Bebenhausen mit Nebegebäuden von Westen gesehen

Tag
8
Auf dem Weg von Tübingen nach Böblingen sind wir durch ein sehr schönes Waldgebiet gefahren, den Naturpark „Schönbuch“, wie ich später herausgefunden habe. Am Rande der Landstraße tauchte dabei ein historischer Baukomplex auf, der nach Burg oder Kirche aussah, und mich neugierig gemacht hat.

Auf dem Rückweg machen wir deshalb dort halt. Es handelt sich um den Ort Bebenhausen und das gleichnamige, perfekt restaurierte Kloster. Der Parkplatz unterhalb des Klosters ist gut gefüllt und nach unserem Besuch dort kann ich das gut verstehen. Die ganze Anlage ist wirklich total hübsch und total mittelalterlich und noch dazu ein wunderbarer Ausgangspunkt für Wanderungen im „Schönbuch“. (siehe unten).

Das Kloster Bebenhausen wurde um 1183 von Pfalzgraf Rudolf von Tübingen am Ort einer älteren Burg als Familiengrablege gegründet. Am Ende des 13. Jahrhunderts umfasste der Konvent bereits über 60 Mönche sowie 130 Konversen. Seine Wirtschaftskraft stieg durch zahlreiche Zuwendungen, so dass es 1301 Stadt und Burg Tübingen kaufen und für kurze Zeit innehaben konnte.

Nach der Einführung der Reformation 1535 durch Herzog Ulrich von Württemberg wurde der Konvent vertrieben. Nach 1800 nahmen die Wirtschaftsgebäude das Oberforstamt Tübingen auf, die Konventsgebäude dienten als königliches Jagdschloss. Hier wohnten nach seiner Abdankung als König im Jahre 1918 Herzog Wilhelm von Württemberg und seine Frau.

Heute ist die gesamte Anlage nach liebevoller Restauration als Museum zugänglich und beherbergt darüber hinaus das Forstamt der Stadt Tübingen. Ein ganz tolles Ensemble, in dem man sich sofort wie im Mittelalter fühlt. Wenn plötzlich ein Mönch oder ein Ritter um die Ecke käme, man würde sich nicht wundern.

( MITI )

Unterwegs im Schönbuch

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Bebenhausen, 4. November 2016
Tag
8

Durch Zufall sind wir auf den Naturpark Schönbuch südwestlich von Stuttgart gestoßen. Das Gebiet ist fast vollständig bewaldet und wurde 1972 wurde zum ersten Naturpark in Baden-Württemberg erklärt. Das Gebiet erstreckt sich zwischen Ostschwarzwald und der Schwäbischen Alb und ist Teil des Keuperberglands.

Zu großen Teilen befindet sich der Naturpark in den Landkreisen Böblingen und Tübingen. Nur der Ort Bebenhausen liegt innerhalb der Naturparkgrenzen. Von dort starten wir nach der Besichtigung des Klosters Bebenhausen unsere Wanderung durch den Schönbuch.

Wir drehen einer Runde durch das Goldersbachtal, wo es einen großen Bestand an alten Buchen und Eichen gibt. Die Buchen kommen mir in ihrem herbstlichen Gelb, Orange und Rot noch farbenprächtiger vor, als wir es zuletzt schon im Schwarzwald erlebt haben. Wunderschön ist das.

Leider soll es in den nächsten Tagen heftig und anhaltend regnen. Sonst würden wir noch ein oder zwei Tage verweilen und wandern. Müssen wir unbedingt ein anderes Mal wiederkommen.

( MITI )

Universitätsstadt Tübingen

Blick von einer der zahlreichen Neckarbrücken in Richtung Altstadt
Tübingen, 4.11.2016

Blick von einer der zahlreichen Neckarbrücken in Richtung Altstadt

Tag
8
Von der Hohenzollernburg sind wir ins 30 Kilometer entfernte Tübingen weitergefahren. Die berühmte Universitätsstadt ist ein Anziehungspunkt für Touristen aus dem Inland und Ausland. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten dieser Größe gibt es dort aber keinen Womo-Stellplatz. Ich habe uns deshalb auf dem zurzeit leeren Festplatz gegenüber des Tübinger Freibads „eingebucht“. Wir stehen wenige Meter vom Neckar entfernt. Bis zur historischen Innenstadt sind es nur 1,5 Kilometer.

Nach einer kalten Nacht unternehme ich mit Doxi am Morgen bei herrlichem Sonnenschein einen ausgedehnten Spaziergang durch die Stadt. Der einzigartige Mix aus alten Fachwerkhäusern und protzigen Villen aus der Gründerzeit ist wirklich beeindruckend. Bemerkenswert finde ich, dass so viele Gründerzeitvillen in allerbester Hanglage über dem Neckar im Besitz von Burschenschaften zu sein scheinen. Da haben die „alten Herren“ ihrem Nachwuchs wohl fleißig vererbt.

Wir steigen zum Schlossberg hinauf, von wo man einen wunderbaren Blick auf die Altstadt und die umliegenden Hügel hat. Erst wollt ich die Stadt auf unserer Baden-Württemberg-Tour ja auslassen, weil es keinen vernünftigen Womo-Stellpatz gibt. Gut, dass ich mich anders entschieden habe.

( MITI )

Auf der Burg Hohenzollern

Luftbild der Burg (Foto A. Kniesel)
Bissingen, 3.11.2016

Luftbild der Burg (Foto A. Kniesel | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Tag
7
Also diesen Ort wollte ich schon lange einmal besuchen. Die Burg Hohenzollern ist die Stammburg des Fürstengeschlechts und ehemaligen preußischen Königs- und deutschen Kaiserhauses der Hohenzollern.

Die Gipfelburg liegt weithin sichtbar auf dem 855 Meter hohen alleinstehenden Bergkegel des Hohenzollern, der der Schwäbischen Alb vorgelagert ist und dieser Region ihren Namen verliehen hat: Zollernalb.

Die Burg hat eine wechselvolle Geschichte. Ihre Errichtung geht vermutlich auf das 11. Jahrhundert zurück. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie zur Festung ausgebaut. 1745 wurde sie im Österreichischen Erbfolgekriegs von französischen Truppen besetzt wurde. Nach dem Abzug der letzten österreichischen Besatzung 1798 verfiel die Burg,

Die Idee zum Wiederaufbau der Burg kam dem damaligen Kronprinzen und späteren Preußischen König Friedrich Wilhelm IV. als er 1819 auf dem Weg zu einer Italienreise auch die Wurzeln seiner Herkunft kennenlernen wollte und den Berg bestieg.

1850 fand die Grundsteinlegung statt. Die Struktur und Ausgestaltung der Anlage spiegelt den romantischen Geist jener Zeit wider und verkörpert die damalige Idealvorstellung einer mittelalterlichen Ritterburg. Zum anderen ist die Burg Ausdruck des politischen Repräsentationswillens der Herrscher von Preußen, die die Stammburg ihrer Ahnen in prunkvoller Form wiederaufgebaut sehen wollten.

Am 3. Oktober 1867 wurde der Bau unter König Wilhelm I. von Preußen vollendet und eingeweiht. Bei einem Erdbeben am 3. September 1978 wurde die Burg schwer beschädigt, die Restaurierungsarbeiten zogen sich bis in die 1990er Jahre hin.

Die Burg ist nach wie vor Privateigentum. Sie gehört zu zwei Dritteln der brandenburgisch-preußischen Linie des Hauses Hohenzollern, zu einem Drittel der schwäbisch-katholischen Linie.

Jährlich besuchen bis zu 300.000 Menschen die Burg. Heute war auch ich darunter Weil ich Doxi dabeihatte, konnte ich die prunkvollen Räume, Schatz- und Waffenkammern leider nicht besuchen.  Aber schon die Einblicke von außen und die herrlichen Fernblicke von der Burg in die Schwäbische Alb waren den Besuch wert.

( MITI )

Am Aachtopf

Hier tritt das versunkene Donauwasser wieder an die Oberfläche
Aach, 3.11.2016

In diesem kleinen See sammelt sich das aufgestiegene Donauwasser und fießt von dort in die Aach ab

Tag
7
Hier also kommt das versunkene Donauwasser wieder zum Vorschein: Der Aachtopf bei Aach in Baden-Württemberg ist die wasserreichste Karstquelle Deutschlands. Aus dieser Schüttung entspringt die Hegauer Aach, die nach 32 Flusskilometern km bei Radolfzell in den Bodensee mündet.

Das Wasser der Aachquelle steigt aus einer 18 m tiefen unterirdischen Quellhöhle auf und bildet einen kleinen See. Die Quelle hat eine durchschnittliche Schüttung von 8.600 Litern pro Sekunde. Im Maximum, wenn die Donau Hochwasser führt, erreicht sie bis zu 24.000 l/s.

Das Wasser der Karstquelle stammt hauptsächlich aus der zwischen Immendingen und Möhringen sowie und bei Fridingen versinkenden Donau. Von der Donauversinkung fließt das Wasser unterirdisch etwa 11,7 km bei einer Geschwindigkeit von ca. 195 m/h durch Hohlräume bis zum Aachtopf.

1719 wurde zum ersten Mal die Vermutung geäußert, das Quellwasser stamme aus der Donauversinkung. Ein Nachweis gelang im Oktober 1877, als ein Geologe das Wasser in der Donauversinkung mit eingefärbten Salzen versetzte. Nach 60 Stunden erreichte das prachtvoll grünleuchtende Salzwasser den Achtopf.

Bei meinem Besuch erkenne ich in dem klaren Wasser des Achtopfs verschiedene große Felsspalten, aus denen es verdächtig blubbert. Dort tritt das Wasser an die Oberfläche. Ich bin ganz begeistert über diesen Effekt und besuche mit Doxi anschließend noch die oberhalb gelegene Altstadt von Aach. Ein wunderbarer Vormittag ganz im Zeichen der Wasserkunde 🙂

( MITI )

In der Altstadt von Engen

In der Altstadt von Engen
Engen, 3.11.2016

Hübsche bunte Häuser in der Straße hinauf zum Markt

Tag
7
Wir folgen der Spur des Donauwassers von seiner Versinkung im Flussbett bei Immendingen hin zum Wiederaufstieg im 12 Kilometern entfernten Quelltopf der Aach beim gleichnamigen Ort. Auf halber Strecke kommen wir an der Kleinstadt Engen vorbei, die über eine sehenswerte restaurierte Altstadt verfügt. Spontan machen wir hier für einen mittäglichen Sparziergang Halt.

Engen liegt im Hegau, einem historischen Gau des Herzogtums Schwaben nordwestlich des Bodensees. Heute gehört Engen zum Landkreis Konstanz.

Wir starten unseren Besuch am Krenkinger Schloss und steuern auf die Stadtkirche Mariä Himmelfahrt aus dem 13. Jahrhundert zu. In der Kirche befinden sich die Grabdenkmäler der Grafen von Lupfen und Pappenheim, also zwei waschechte „Pappenheimer“.

Am Marktplatz ziehen mich die imposanten, großflächigen Fassaden im Trompe-l’œil-Stil an Durch die geschickte Anordnung heller und dunkler Farbflächen erzeugen sie die Illusion von Licht und Schatten, die unser Gehirn dreidimensionale Fassadenstrukturen „sehen“ lässt, wo gar keine sind.

Über die gesamte Altstadt sind verschiedene Brunnen verteilt, die von Künstlern ganz unterschiedlich gestaltet wurden. Zwischen den Häusern fällt der Blick immer wieder auf den nahegelegenen Basaltkegel des Berges Hohenhewen. Hübsch ist das hier. Gut, dass wir nicht daran vorbeigefahren sind.

( MITI )