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Ostsee: Von Rügen bis Flensburg

Blick über den Hafen zur Altstadt von Flensburg
27. Mai 2016

Blick über den Hafen zur Altstadt von Flensburg

Gerade sind wir von einer zweiwöchigen Tour mit dem Wohnmobil entlang der deutschen Ostseeküste zurückgekehrt. Eigentlich wollte ich ja zum Wandern in den Bayerischen und in den Oberpfälzer Wald fahren, habe mich dann aber aufgrund der Wetteraussichten umentschieden.

Und das war gut so, denn während es im gesamten Rest von Deutschland fast vierzehn Tage ununterbrochen regnete und Unwetter wüteten, hatten wir an der Ostsee perfektes Sommerwetter mit Dauersonne und 20 bis 27 Grad Temperatur. Das war einfach herrlich.

Ich war zum ersten Mal an der Ostsee und habe nicht damit gerechnet, dass dort so viel schöne Natur und Städte und Häfen auf uns warten. Von der polnischen Grenze haben wir uns bis zur dänischen Grenze voran gearbeitet. Ich bin viel mit Doxi gewandert, einige Male waren wir im Wasser, ich habe an verschiedenen Orten gepaddelt und einige größere Touren mit dem Fahrrad unternommen – ein echter Aktivurlaub.

Wir waren in Dömitz (Elbe), Wismar, Dorf Mecklenburg, Stralsund, Zingst, Peenemünde, Lubmin, Greifswald, Kap Arkona, Lohme, Warnemünde, Hamburg, Travemünde, Plön, Langballig, Glücksburg, Flensburg und haben die drei größten Deutschen Inseln Usedom, Rügen und Fehmarn besucht. Wir haben die berühmten Kreidefelsen und das längste Gebäude der Welt auf Rügen gesehen und waren am nördlichsten Punkt auf dem Deutschen Festland auf der Halbinsel Holnis bei Glücksburg. Das hat sich wirklich gelohnt.

Zwischendurch haben wir auch noch Klemens und Sabine mit dem kleinen Sinok getroffen, die ebenfalls an der Ostsee mit dem Wohnmobil unterwegs waren. Anschließend war ich für drei Tage gemeinsam mit meinen Schützenzugkameraden in Hamburg, wo wir viel unternommen haben.

Und ich habe in Rostock meinen ersten Verkehrsunfall in 30 Jahren verursacht. Glücklicherweise ohne Personenschäden und nur mit leichtem Blechschäden. Aber immerhin. Sehr ärgerlich und doch relativ schnell abgehakt angesichts der vielen schönen Momente, die wir auf dieser tollen Reise erlebt haben.

Hier haben wir haben bei dieser Tour mit dem Wohnmobil gestanden:

OrtBezeichnungAnfahrtPreisSt
Altenkirchen (Rügen)
Ostsee: Von Rügen bis FlensburgWohnmobilstellplatz vor Campingplatz. Wir haben uns ausnahmsweise einmal für den Campingplatz entscheiden. Hatten tollen Stellplatz direkt an der Steilküste mit herrlichem Blick aufs Meer. Ruhig und mitten in der Natur. 7 km bis zum Kap Arkona.
KNAUS Reisemobilhafen Rügen Zittkower Weg 30
18556 Altenkirchen
16€Ostsee: Von Rügen bis FlensburgStrom verfügbar
Altenteil / Fehmarn
Ostsee: Von Rügen bis FlensburgHerrlicher Stellplatz vor dem Campingplatz direkt am Strand mit Blick aufs Meer. Strom, Dusche V/E - alles vorhanden. Beliebtes Revier für Kitesurfer.
Stellplatz Fehmarnbelt CampingAltenteil
23769 Fehmarn
14€Ostsee: Von Rügen bis FlensburgStrom verfügbar
Binz
Ostsee: Von Rügen bis FlensburgGroßer Schotterparkplatz in der Nähe des Dokumentationszentrums Prora. Nur 500 Meter bis zum Strand.
Großer Parkplatz Ostsee: Von Rügen bis Flensburgkein offizieller StellplatzPoststraße 30
18609 Binz
(54°26'24.6"N 13°34'08.9"O)
0€
Bösdorf / Plön
Ostsee: Von Rügen bis FlensburgStellplatz vor Campingplatz am Großen Plöner See. Wir haben uns entschlossen, auf den Campingplatz zu gehen und standen dort in erster Reihe direkt am See. Herrlich war das!
Stellplatz am CampingparkMissionsweg 2
24306 Bösdorf
16€
Bremen
Ostsee: Von Rügen bis FlensburgToller Stellplatz auf der Insel zwischen Weser und Werdersee vor den Toren der Innenstadt. Größtenteils unter Bäumen. Alles vorhanden, was man braucht. Wir kommen sehr gerne hierhin.
Reisemobilstellplatz Am KuhhirtenKuhhirtenweg 11
28201 Bremen
11€Ostsee: Von Rügen bis FlensburgStrom verfügbar
Dömitz
Ostsee: Von Rügen bis FlensburgEin ruhiger und naturverbundener Stellplatz, mit allem was man braucht. Wer einen Platz in der ersten Reihe erwischt, schaut direkt auf die Elbe. Gutes und gemütliches Restaurant direkt am Hafen.
Stellplatz am HafenHafenplatz 3
19303 Dömitz
15€Ostsee: Von Rügen bis FlensburgStrom verfügbar
Flensburg
Ostsee: Von Rügen bis FlensburgParkplatz am Hafen. Sonntags kostenfrei. Wohnmobile stören dort nicht, aber für lange Mobile ungeeignet.
Parkplatz am Ballastkai Ostsee: Von Rügen bis Flensburgkein offizieller StellplatzBallastkai 5
24937 Flensburg
Greifswald
Ostsee: Von Rügen bis FlensburgEinfacher Platz auf Betonplatten direkt am Hafen. Kein Schmuckstück, aber Strom, Wasser, WC und Dusche im Preise inklusive. Ideal zur Besichtigung von Greifswald.
Stellplatz am MuseumshafenMarienstraße 10
17489 Greifswald
14€Ostsee: Von Rügen bis FlensburgStrom verfügbar
Hamburg (City)
Ostsee: Von Rügen bis FlensburgEinziger mir bekannter Stellplatz in der Hamburger City. 2,5 km bis zur Binnenalster, 3 km bis St. Pauli. An viel befahrener Bundesstraße und unter hoher S-Bahn-Brücke, von daher nicht ganz leise, aber mit allem ausgestattet, was man braucht (und im Preis inklusive). Ich bin gerne dort.
Wohnmobilhafen HamburgGrüner Deich 8
20097 Hamburg
19€Ostsee: Von Rügen bis FlensburgStrom verfügbar
Langballig
Ostsee: Von Rügen bis FlensburgSchöner Stellplatz vor dem Campingplatz am Hafen von Langballigau an der Flensburger Förde. Nur zehn Schritte bis zum Sandstrand.
Stellplatz am CampingplatzStrandweg 3
24977 Langballig
13€Ostsee: Von Rügen bis FlensburgStrom verfügbar
Lohme (Rügen)
Ostsee: Von Rügen bis FlensburgRelativ enger, nicht ganz billiger Stellplatz ohne tolle Aussicht, aber hervorragender Ausgangspunkt für Wanderungen in den Nationalpark Jasmund und die Besichtigung der berühmten Kreidefelsen.
Stellplatz am DorfladenArkonastraße 25
18551 Lohme
16€Ostsee: Von Rügen bis FlensburgStrom verfügbar
Lubmin
Ostsee: Von Rügen bis FlensburgKleiner Platz ohne Infrastruktur mit herrlichem Blick auf die Dünen und das Meer (in der ersten Reihe). Nach 20 Metern ist man im Wasser.
Stellplatz Hafenstraße Hafenstraße
17509 Lubmin
5€
Rüterberg
Ostsee: Von Rügen bis FlensburgSüßer kleiner, aber feiner Platz in geschichtsträchtiger Umgebung nahe der Elbe. Ruhig und friedlich. Hier kann man sich richtig wohl fühlen.
Stellplatz Dorfrepublik RüterbergRingstraße 2
19303 Dömitz
5€Ostsee: Von Rügen bis FlensburgStrom verfügbar
Stralsund
Ostsee: Von Rügen bis FlensburgSchöner Platz. Alles unkompliziert und gut organisiert. Duschen und Toiletten sehr sauber. Nicht weit in die Altstadt.
Stellplatz an der Rügenbrücke Werftstraße 9
18439 Stralsund
15€Ostsee: Von Rügen bis FlensburgStrom verfügbar
Travemünde (Lübeck)
Ostsee: Von Rügen bis FlensburgStellplatz am Hafen mit Blick aufs Wasser (in der ersten Reihe). Alles vorhanden, was man braucht. 2 km bis zur Strandpromenade.
Stellplatz am FischereihafenAuf dem Baggersand 17
23570 Lübeck
15€Ostsee: Von Rügen bis FlensburgStrom verfügbar
Warnemünde (Rostock Küste)
Ostsee: Von Rügen bis FlensburgEinfacher, großer Stellplatz in toller Lage direkt an der Hafenausfahrt, wo auch die großen Kreuzfahrtschiffe vor Anker liegen. Wenige Schritte zum Strand und zur Hafenpromenade.
Parkplatz Stadtmitte Am Bahnhof
18119 Rostock
16€
Wismar
Ostsee: Von Rügen bis FlensburgGroßer, gut ausgestatteter Platz mit prima Lage in der Nähe des Hafens und der Altstadt. Stark frequentiert, von daher gar nicht einfach, dort ohne Anmeldung unterzukommen.
Wohnmobilpark Westhafen Schiffbauerdamm 12
23966 Wismar
10€Ostsee: Von Rügen bis FlensburgStrom verfügbar
Zingst
Ostsee: Von Rügen bis FlensburgDie Lage ganz nah am Meer ist super. Infrastruktur und Platzpflege könnten besser sein. Erinnerte mich manchmal ein wenig an eine (übriggebliebene) Hippie-Kommune. Wer autark stehen kann, ist hier prima aufgehoben.
Stellplatz am WassersportzentrumAm Sportstrand Übergang 6
18374 Zingst
( 54°26'25.9"N 12°42'28.9"O)
16€Ostsee: Von Rügen bis FlensburgStrom verfügbar
( MITI )

In Dömitz an der Elbe

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Dömitz, 27.05.2016
Tag
1

Wir sind auf dem Weg an die Ostsee. Auf Zweidrittel des Weges machen wir in Dömitz an der Elbe Station. Hier, im Dreiländereck von Brandenburg, Mecklenburg- Vorpommern und Niedersachsen, bildete die Elbe vierzig Jahre lang die unüberwindbare Grenze zwischen der DDR und der BRD. Bereits der Zugang zum Fluss war normalen DDR-Bürgern komplett versperrt.

Wir stehen mit dem Wohnmobil auf dem Stellplatz an der Elde-Schleuse kurz vor dem Hafen von Dömitz. Die Elde, der längste Fluss in Mecklenburg-Vorpommern, mündet hier in die Elbe.

Auf der gegenüberliegenden, niedersächsischen Seite sind noch die Reste der alten Eisenbahnbrücke zu erkennen, die bis kurz vor Kriegsende 1945 die beiden Seiten des breiten Flusses verband.

Erst nach dem Ende der DDR entstand in den Jahren 1990/91 wenige Kilometer stromaufwärts wieder eine Brücke, über die heute die vielbefahrene Bundesstraße 191 führt.

Ruhig geht es in Dömitz zu. Es gibt viele Kanäle, viele Schafe, viele alte Eichen und an dem Tag unseres Besuches wahnsinnige viele Blütenpollen von den Bäumen in der Luft. Fast hat es den Anschein, als würde es schneien. Ein kurioser Anblick.

( MITI )

Dorfrepublik Rüterberg

Doxi hinter dem Grenzuaun
Rüterberg, 27.05.2016

Doxi hinter dem Grenzuaun

Tag
1
Rüterberg ist ein kleines Dorf 5 Kilometer stromaufwärts von Dömitz, das im Jahr 1990, wenige Tage vor dem Ende der DDR, für Aufsehen sorgte. In einem zuvor undenkbaren Akt der Rebellion hatten die Bürger eine Dofrepublik mit eigenen Gesetzen ausgerufen, um sich dem strengen Grenzregime der DDR zu widersetzen.

Bis dahin war der Ort über drei Jahrzehnte wie eine Enklave innerhalb des Hoheitsgebiets der DDR behandelt worden. Die Gemeinde direkt an der Elbe war auf allen Seiten umfasst vom DDR-Grenzzaun und für die Einwohner nur zugänglich mit Passierschein über eine einzige, von DDR-Grenztruppen kontrollierte Straße.

Dieser Zugang war nur zwischen 5:00 Uhr am Morgen und 22:00 am Abend geöffnet. Besucher durften in dem Ort direkt am Fluss grundsätzlich nicht empfangen werden. So wollte die DDR mögliche Fluchtversuche von Einheimischen und Ortsfremden über die Elbe verhindern.

Noch heute sind im Dorf kleine Teile der ehemaligen DDR-Grenzbefestigung erhalten. Und wer einen Blick in die Gärten des Ortes wirft, dem begegnet an verschiedenen Stellen die kreative Verwendung der robusten ehemaligen Zaunelemenete, sei es als Begrenzung einer kleinen Schafsweide oder als eine Einfassung für die Sammlung von Brennholz.

( MITI )

Wismar – Wenn Backstein auf Backfisch trifft

Die "Wasserkunst" am Marktplatz, das Wahrzeichen von Wismar
Wismar, 28.05.2016

Die “Wasserkunst” am Marktplatz, das Wahrzeichen von Wismar

Tag
2
Wir sind an der Ostseeküste angekommen. Unsere erste Station ist die Hansestadt Wismar, deren historische Altstadt mir ihren markanten Bauten aus der Zeit der Backsteingotik seit 2002 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Von unserem Womo-Stellplatz am Westhafen sind es nur wenige Fußminuten bis in die Altstadt.

An diesem Samstagvormittag ist hier ganz schön was los. Einheimische und Touristen stehen sich beinahe auf den Füßen.

Fast 200 Jahre stand Wismar unter fremden Besitz, nachdem die Stadt im Dreißigjährigen Krieg 1632 von den Schweden erobert worden war.

Einige Häusernamen, Wandbilder und Skulpturen im Stadtgebiet erinnern noch heute daran. Der “alte Schwede” ist vielfach präsent.

( MITI )

Wo Mecklenburg seinen Anfang nahm

Die Pfarrkirche des Dorfes Mecklenburg aus dem 14. Jahrhundert
Wismar, 28. Mai 2016

Die Pfarrkirche des Dorfes Mecklenburg aus dem 14. Jahrhundert

Tag
2
Am Abend unternehme ich eine Radtour von Wismar in das nur wenige Kilometer entfernte Dorf Mecklenburg auf halber Strecke zwischen Wismar und dem Schweriner See.

In dem kleinen Dorf stand einst auf einem Hügel die Burg Mecklenburg, Namensgeberin für das Dorf und die gesamte Region, die heute zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern gehört.

Auf dem ehemaligen Burghügel befindet sich heute ein Friedhof, der noch von Teilen des ursprünglichen Ringwalls umgeben ist. Wenige hundert Meter weiter steht mit der Pfarrkirche aus dem 14. Jahrhundert eine der ältesten noch erhaltenen Kirchen der Ostseeregion.

Auf einem Hügel oberhalb des Dorfes erhebt sich die Holländerwindmühle, eine Rekonstruktion der alten mittelalterlichen Mühle, die hier einstmals stand. Wäre das Dorf nicht von zahlreichen DDR-typischen Plattenbauten durchsetzt, man würde sich hier gleich wie fünfhundert Jahren fühlen.

( MITI )

Morgentour durch Stralsund

Die beräühmte Fassade des Rathauses am Alten Markt
Stralsund, 29.05.2016

Die berühmte Fassade des Rathauses am Alten Markt

Tag
3
Nachdem mich die Backsteingotik in Wismar so begeistert hatte, war ich schon auf Stralsund gespannt. Um den großen Besucherströmen aus dem Weg zu gehen, sind wir ganz früh am Sonntagmorgen von Wismar nach Stralsund aufgebrochen, wo wir zunächst im Herzen der Altstadt auf dem Neuen Markt parken.

Bei unserem zweistündigem Spaziergang kommen uns viele schöne Motive vor die Kamera: Alte Bauten der Backsteingotik, imposante Kirchtürme, das mittelalterliche Rathaus mit seiner berühmten Fassade, aber auch das architektonisch moderne Ozeaneum am Hafen, sowie die Gorch Fock, die dort vor Anker liegt. Eine wirklich wunderschöne Stadt. Vor allem, wenn noch nicht so viel los ist 🙂

( MITI )

Im Ostseebad Zingst

Die Strandbrücke von Zingst
Zingst, 29.05.2016

Die Seebrücke von Zingst

Tag
3
Auf der Nordseite fünf Kilometer feinster weißer Sandstrand, auf der Südseite die malerische Natur des Nationalparks Vorpommerische Boddenlandschaft: Das ist das Ostseebad Zingst auf der gleichnamigen Halbinsel zwischen den Städten Rostock und Stralsund.

Und weil es hier so schön ist, ist an diesem sonnigen Sonntagnachmittag auch richtig was los. Zu viel für uns, weshalb wir nach einem ausgedehnten Spaziergang entlang des Boddens und des Ostseestrands weiterfahren. Nett, aber zu touristisch. Schnell weiter zur nächsten Station unserer kleinen Ostseetour.

( MITI )

Logenplatz am Meer in Lubmin

Blick aus dem Womo auf die Dünen und die Ostsee
Lubmin, 29.05.2016

Blick aus dem Womo auf die Dünen und die Ostsee

Tag
3
Nach dem Trubel in Zingst sind wir glücklich im verschlafenen Lubmin auf Usedom gelandet, das ebenfalls über einen kilometerlangen Sandstrand verfügt.

In der DDR-Zeit war der kleine Ort Sitz des größten Kernkraftwerks der DDR, das im Jahr 1990 stillgelegt und seitdem von mehr als 1000 Arbeitern zurückgebaut wird. Seit Anfang der 1990er Jahr kommt hier die North-Stream-Pipeline an Land, die russisches Gas am Boden der Ostsee nach Deutschland bringt.

Wir stehen auf einem süßen kleinen Stellplatz für sieben Wohnmobile hinter den Dünen mit direktem Blick auf das nur wenige Meter entfernte Meer. Vor den Dünen ist ein FKK-Strand, daran schließt sich nur wenige hundert Meter weiter ein endlos langer Hundestrand an.

Ich schmeiße fleißig Stöckchen, die Doxi mit großer Freude aus dem Wasser fischt, um sich mit ihrem nassen Fell anschließend genüsslich durch den Sand zu drehen.

Etwa in der Mitte des Hundestrands stoßen wir auf eine Gruppe von Schwänen. Vierzig Tiere, die Teils im Wasser dümpeln, teils am Strand Fellpflege betreiben. Da sie keine Jungen dabeihaben, sind die Vögel nicht aggressiv. Als wir uns vorsichtig nähern, wechseln die meisten in Wasser und schauen uns von dort ganz entspannt zu. Ein faszinierendes Bild.

( MITI )

Abstecher nach Greifswald

Historische Bauten am Marktplatz von Greifswald
Greifswald, 30.05.2016

Historische Bauten am Marktplatz von Greifswald. Links das Rathaus der Stadt.

Tag
4
Wir sind auf dem Weg von Usedom nach Rügen. Schon von weitem sind in der flachen Landschaft zwei auffällige Turmspitzen zu erkennen, die offenkundig zur Stadt Greifswald gehören. Grund genug für einen kleinen Abstecher in die Hanse- und Universitätsstadt.

Leider finden wir in der Nähe der Altstadt keinen adäquaten Parkplatz für unser Wohnmobil. Da wir im beschränkten Halteverbot stehen, fällt unser Spaziergang relativ kurz aus. Ein Blick in die Wikipedia zeigt aber, dass wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Innenstadt gesehen haben 🙂

( MITI )

Am Tromper Wiek auf Rügen

Blick von der Steilküste am Tromper Wiek in Richtung Kap Arkona
Glowe, 31.05.2016

Blick von der Steilküste am Tromper Wiek in Richtung Kap Arkona

Tag
5
Wir sind im Norden von Rügen angekommen und stehen mit herrlicher Aussicht auf dem Knaus Campingplatz bei Juliusruh direkt an der Steilküste des Tromper Wiek. Vom Campingplatz führt eine lange, steile Treppe hinunter zum Strand, die Doxi mit viel Elan und Vorfreude aufs Wasser hinunter prescht.

Irgendwie haben wir Glück mit dem Wetter. Während es im gesamten Rest von Deutschland regnet und blitzt, haben wir hier im äußersten Nordosten perfektes Sonnenwetter bei 20 Grad und angenehmen Wind.

Am Abend unternehme ich eine großer Radtour rund am die acht Kilometer lange Landzunge, die den Norden von Rügen mit dem Kern der Insel verbindet. Auf der einen Seite die Ostsee im Tromper Wiek, auf der anderen Seite die Wasserlandschaft des Großen Jasmunder Boddens. Dazwischen gerade einmal dreihundert Meter Kiefernwald und eine Bundesstraße.

Im flachen Boddenwasser fallen mir mehrere Dutzend leuchtend weiße Steine auf, die in einiger Entfernung aus dem Wasser ragen. Plötzlich hebt einer der Steine unvermittelt den Kopf aus dem Wasser – es sind Schwäne, die im Wasser gründeln. Ein überraschendes Bild.

Am Ende der Landzunge erreiche ich den Ort Glowe. Das ist mein Wendepunkt. Von dort geht es zurück zu meinem Stellplatz bei Juliusruh.

( MITI )

Rund um das Kap Arkona

Leuchtturm am Kap Arkona
Viet, 31. Mai 2016

Leuchtturm am Kap Arkona

Tag
5
Vom Stellplatz aus wandere ich mit Doxi zum fünf Kilometer entfernten Kap Arkona, dem östlichsten Punkt von Mecklenburg-Vorpommern. Der Leuchtturm an der Steilküste in ein beliebtes Ausflugsziel. Daneben ist eine Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes mit zahlreichen Messstationen untergebracht.

Entlang der Küste geht es weiter in das rund zwei Kilometer entfernte Fischerdorf Viet am Fuße der Steilküste. Obwohl zwischen den malerischen Reetdachhäusern einige Fischerboote liegen, steht hier mittlerweile der Tourismus im Vordergrund. Kaum ein Haus, in dem nicht ein Restaurant, ein Café oder ein Kunsthandel untergebracht ist.

( MITI )

Im Nationalpark Jasmund

Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund zwischen Lohme und Sassnitz
Lohme, 1.06.2016

Kreidefels an der Steilküste m Nationalpark Jasmund zwischen Lohme und Sassnitz

Tag
6
Wir sind von Juliusruh auf Rügen zwanzig Kilometer nach Süden in den kleinen Ort Lohme gefahren, der direkt an den Nationalpark Jasmund grenzt. Gleich hinter unserem Stellplatz beginnt der Uferhöhenweg, der uns durch den Buchenwald des Nationalparks zu den berühmten Kreidefelsen von Rügen führt.

Wie erwartet ist an dem Nationalparkzentrum auf dem 118 Meter hohen Kreidefelsen “Königsstuhl” richtig was los. Dabei kann man den mächtigen Felsen von dort gar nicht richtig sehen, weil man ja quasi draufsteht.

Erst von dem siebenhundert Meter entfernten Aussichtspunkt “Viktoriablick” zeigt sich der Fels in seiner ganzen Pracht. Das perfekte Weiß der mächtigen Kalkwand zeugt von regelmäßigen Abbrüchen, denn älterer Kalk wird sonst durch Umwelteinflüsse mit der Zeit braun und grau.

Wir wandern weiter entlang des Uferhöhenweges in Richtung Sassnitz. Weil uns auf dem Weg zu viel Trubel herrscht, biegen wir in Richtung des Landesinneren ab. Sofort sind wir die Einzigen auf dem Waldweg. Wir durchqueren den herrlichen Buchenwald, der mich doch sehr an unser Heimatrevier, die Eifel, erinnert. Mitten im Wald stoßen wir auf einen Süßwassersee, aus dem es ganz heftig quakt – Lurchi’s Paradise.

Durch den Wald und über teils stark mit Brennnesseln bewachsene Feldrandpfade schlagen wir uns zurück Richtung Lohme durch. Als wir wieder am Wohnmobil ankommen, zeigt das Wander-Navi eine Strecke von 15 Km und 400 Höhenmeter an. Man möchte kaum glauben, dass es auf einer “flachen” Insel doch so sehr rauf und runter geht. Aber jetzt habe ich sie endlich mal gesehen, die berühmten Kreidefelsen von Rügen.

( MITI )

Abendtour nach Sassnitz

Altstadt mit Strandpromenade von Sassnitz (Foto Tacachie)
Sassnitz, 1. Juni 2016

Altstadt mit Strandpromenade von Sassnitz (Foto Tacachie | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Tag
6
Ui, das war ein sportlicher Tag heute. Morgens bin ich mit Doxi am Kap Arkona 8 Km gejoggt, mittags sind wir an den Kreidefelsen von Rügen 15 Km gewandert und jetzt am Abend bin ich noch mal 20 Km von unserem Stellplatz in Lohme nach Sassnitz geradelt.

Der Kurort im Nordosten von Rügen erhielt 2012 den UNESCO-Weltnaturerbe-Titel für die reichhaltigen Buchenurwälder im Nationalpark Jasmund auf seinem Gemeindegebiet. Nördlich an die Kernstadt angrenzend beginnt die berühmte Kreideküste mit der Stubbenkammer und dem Königsstuhl.

Zudem ist Sassnitz für seine prächtige Bäderarchitektur im Kurviertel sowie als Hafenstadt bekannt. Im Hafen von Sassnitz beginnen die meisten Touren zu den Kreidefelsen und zum Kap Arkona. Außerdem liegen hier zahlreiche Fischkutter vor Anker und sogar ein ausrangiertes englisches U-Boot, das als Museumsschiff dient.

Abseits der touristischen Zonen sieht man aber auch noch viele vergammelte Überreste aus der DDR-Zeit. Doch das gehört wohl auch dazu.

( MITI )

Prora – Das längste Gebäude der Welt

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Binz, 2.06.2016

Auf der zur See abgewandten Seite sollten die Treppenhäuser, Sanitäräüme, und Speisesäle untergebracht werden

Tag
7
Kaum zu glauben, aber das längste Gebäude der Welt steht nicht in China oder in den USA, sondern auf Rügen zwischen den Seebädern Sassnitz und Binz. “Prora” nennt sich der 5 Kilometer lange, uniforme Gebäudekomplex, in dem die Nazis 20.000 Volksgenossen im Rahmen der KdF-Bewegung (“Kraft durch Freude”) gleichzeitig in Urlaub schicken wollten.

Durch den Kriegsbeginn wurde das gigantische Bauvorhaben unterbrochen und niemals fertiggestellt  Nach dem Krieg wurde die Anlage nur in Teilen erst von der Sowjetarmee und später von der Nationalen Volksarmee der DDR als Kaserne genutzt.

Auch nach der Wiedervereinigung tat man sich schwer, eine sinnvolle Verwendung für Prora zu finden, doch mittlerweile wurde einer von fünf Blöcken zu schmucken Ferienwohnungen umgebaut, und die Renovierung weiterer Blöcke ist im Gange. Die ganze Anlage ist so gigantisch, dass man sie eigentlich nur aus der Luft richtig erfassen kann. Am Boden reicht der Blick gar nicht weit genug Wahnsinn!

( MITI )

Am Hafen von Warnemünde

Die Coasta Favolosa ankert direkt neben dem Womo-Stellplatz
Warnemünde, 2.06.2016

Die Coasta Favolosa ankert direkt neben dem Womo-Stellplatz

Tag
7
Wir haben Rügen verlassen und sind nach Warnemünde weitergefahren. Hier stehen wir am Hafen in erster Reihe und lassen die kleinen und großen Schiffe an uns vorüber ziehen. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht auch große Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Warnemünde anlegen, um neue Passagiere aufzunehmen. Darauf sind wir gespannt.

Am Abend flanieren wir durch das hübsche Hafenviertel und entlang der Strandpromenade und lassen uns ein Fischbrötchen schmecken. Wirklich sehr maritim ist das hier.

( MITI )