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Tourausklang am Laacher See

Tourausklang am Laacher See
Maria Laach, 18. Mai 2019

Abtei Maria Laach

Tag
7
Wir haben den Hunsrück und die Mosel verlassen und sind wieder in Richtung Norden gefahren, bis die grauen Wolken Platz gemacht haben und der blaue Himmel zum Vorschein kam. Gelandet sind wir in der Vulkaneifel am Laacher See auf einem Waldparkplatz unter mächtigen Buchen.

Im prächtigen Sonnenschein laufe ich mit Doxi um den See zur Abtei Maria Laach, einem vielbesuchten Pilgerort. Die Kirche wurde als Abbatia ad Lacum („Abtei am See“) zwischen 1093 und 1216 als Stiftung Heinrichs II. von Laach und seiner Frau Adelheid erbaut. Der Bau steht in der Tradition der großen rheinischen Kaiserdome in Speyer, Mainz und Worms. Ihren heutigen Namen erhielt die Abtei im Jahre 1863.

Die sechstürmige Klosterkirche, das Laacher Münster, ist eine gewölbte Pfeilerbasilika mit prachtvollem Westeingang, dem sogenannten Paradies . Sie gilt als eines der schönsten Denkmäler der romanischen Baukunst aus der Salierzeit in Deutschland.

Ein Teil des Baumaterials stammt aus den Steinbrüchen am See, der vulkanischen Ursprungs ist. Dies zeigt sich noch heue in Form von Ausgasungen. Der ovale See ist mit rund 3,3 km² der größte See in Rheinland-Pfalz und wird vollständig von einem mehr als 100 m hohen bewaldeten Wall umgeben.

Wie ich aus den Infotafeln am See erfahre, handelt es sich geologisch gesehen um eine wassergefüllte Caldera – ein mehr oder weniger kreisrundes Becken, das durch das Absacken der Decke der entleerten Magmakammer unterhalb des Vulkans entstanden ist.

Am Mittag ist in der Abtei und auf den Uferwegen rund um den See richtig viel los. Als wir später am Tag zu einer Abendrunde um den See aufbrechen, hat sich der Trubel längst wieder gelegt. Allerdings fängt es auf halber Strecke richtig stark an zu regnen. Als wir nach einer knappen Stunde im Regen wieder am Wohnmobil eintreffen, bin ich bis auf die Unterhose durchnässt. Aber kein Problem, ich habe im Wohmobil genug Anziehsachen dabei. Und für Doxi gibt es ein feines Handtuch zum Abtrocknen.

( MITI )

Keltenpark Otzenhausen

Keltenpark Otzenhausen
Otzenhausen, 18. Mai 2019

Die rekonstruierte Keltensiedlung in Otzenhausen

Tag
7
Die letzten beiden Tage unserer Womo-Tour an Mosel, Saar und Hunsrück sind angebrochen und wie angekündigt hat das schlechte Wetter Einzug gehalten. Es ist feucht und diesig, als wir ganz früh am Morgen an unserem Übernachtungsplatz in Tholey aufbrechen. Ich habe für heute mehrere Besichtigungspunkte im hohen Hunsrück heraus gesucht.

Als erstes steuern wir den Keltenpark Otzenhausen bei Nonnweiler im Norden des Saarlands an. Der Park liegt zwischen der Talsperre Nonnweiler und einer mehr als zweitausend Jahre alten, mächtigen keltischen Befestigungsanlage am Hang des Dollberges. Nach heutiger Lehrmeinung handelt es sich dabei um die Überreste der Befestigung einer Siedlung des keltischen Stammes der Treverer (nach denen Trier benannt ist).

Archäologen datieren ihre Entstehung in die frühe La-Tène-Zeit (5./4. Jahrhundert v. Chr.). Im 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. wurde die Anlage beträchtlich erweitert. Um das Jahr 51. v. Chr. wurde der Ringwall schließlich von den Römern erobert und anschließend aufgegeben – das Marschlager der Römer befindet sich bei Hermeskeil und liegt in unmittelbarer Nähe.

Wahrscheinlich hätte ich mir denken können, dass die rekonstruierte Keltensiedlung aus diversen Holzhäusern und einer Umfriedung aus mächtigen Baumstämmen morgens um 7:30 Uhr noch nicht zugänglich ist. Aber daß der Park erst um 13:00 Uhr öffnet, damit hatte ich nicht gerechnet.  Also wandere ich mit Doxi erst einmal zur Talsperre Nonnweiler, die früh am Morgen ganz ruhig da liegt. Das Wetter ist nicht wirklich einladend und irgendwie sind wir Beide – Doxi und ich – nicht richtig motiviert.

Also kehren wir zum Wohnmobil zurück und fahren weiter. Ich bin unschlüssig, ob es bei diesem Wetter Sinn macht, tiefer in den Hunsrück vorzustoßen. Schöne Fernblicke sind da auf jeden Fall nicht zu erwarten.

Fahren wir doch erst mal weiter auf der Autobahn richtig Norden und schauen, was passiert. Denn das ist ja schließlich das Schöne am Wohnmobil-Reisen, dass man so flexibel ist … sofern einen das eigene Denken nicht daran hindert 🙂

( MITI )

Rauf zum Schaumbergturm

Rauf zum Schaumbergturm
Tholey, 17. Mai 2019

Links der Schaumbergturm, rechts das Himmelszeit, in dem bei unserem Besuch gerade eine katholische Messe gefeiert wurde

Tag
6
Nach unserem Besuch in Schengen fahren wir am Nachmittag weiter über Saarlouis, Dillingen und St. Wendel ins nördliche Saarland nach Tholey. Unser Ziel ist der Schaumbergturm auf dem Gipfel des Schaumbergs. Der Berg gilt als „Hausberg des Saarlands“, weil er er der höchste Berg des ehemaligen Saargebietes war.

Wir parken unterhalb des Bergs am Freizeitzenturm und wandern über die „Tafeltour“ hinauf zum Turm. Der Weg ist gesäumt von zahlreichen Kunstwerken, die in der Natur platziert sind.

Der fast 40 Meter hohe Fernseh- und Aussichtsturm ermöglicht einen weiten Blick in das Umland. Die Aussicht reicht bei guten Bedingungen bis zum Hunsrück im Norden, bis in den Saargau im Westen und bis nach Saarbrücken im Süden. Leider ist an diesem Nachmittag zu viel Feuchtigkeit in der Luft, um tatsächlich so weit zu blicken.

Der Schaumbergturm enthält in seinem Fuß eine Gedenkstätte für die in den Weltkriegen gefallenen Soldaten Deutschlands und Frankreichs. Als deutsch-französische Begegnungsstätte soll er ein Zeichen der Freundschaft zwischen beiden Ländern sein. In den Tagen nach den Terroranschlägen vom 13. November 2015 in Paris erstrahlte der Schaumbergturm nachts in den französischen Nationalfarben blau-weiß-rot, um die Solidarität mit dem Nachbarland auszudrücken.

( MITI )

Dreiländerwanderung Schengen

Dreiländerwanderung Schengen
Schengen, 17.05.2019

Blick von der Moselbrücke hinüber nach Schengen und zum Europa-Museum am Ufer.

Tag
6
Lange schon wollte ich einmal nach Schengen, jenem kleinen Winzerort im Länderdreieck von Deutschland, Luxemburg und Frankreich, der durch das Schengener Abkommen von 1985 zum Synonym für die Reisefreiheit in Europa geworden ist.

Meine erste bewusste Grenzerfahrung als Kind war eine traumatische bei der Einreise in die DDR in den 1970er Jahren, als wir unsere Verwandten in Erfurt besuchen wollten: Die martialisch gesicherten Grenzanlagen, die strenge Ansprache der DDR-Grenzbeamten und mein armer Papa, nahe am Herzinfarkt, weil wir verbotene West-Propaganda (einige Ausgaben des SPIEGEL und des STERN) dabei hatten – das alles hat meine Vorstellungen von Landesgrenzen nachhaltig geprägt.

Wie schön, dass ich heute mit Doxi entlang der Mosel von einem Land ins andere laufen kann – ohne Passkontrollen, Grenzschilder oder Schranken . Herrlich ist das!

Wir parken im deutschen Grenzort Perl am Schwimmbad und laufen von dort nach Schengen hinunter. Die Mosel bildet hier die Grenze zwischen Deutschland und Luxemburg. Gleich hinter der Moselbrücke liegt Schengen mit dem Europa-Musuem und zwei angemalten Betonsegmenten der ehemaligen Berliner-Mauer.

Wir wandern durch den Ort und steigen in die Weinberge auf. Nach einer Weile passieren wir die Grenze zu Frankreich. Aber würde mein Handy jetzt nicht eine Willkommen-SMS des Netzbetreibers empfangen – ich würde es gar nicht bemerken. Erst im nächsten Dorf an der Mosel fallen dann die Unterscheide auf: eine leicht andere Architektur und Wohlstandsniveau, veränderte Strommasten und Straßenlaternen und natürlich die französischen Kfz-Kennzeichen.

Im Weinort Contz-les-Bains wechseln wir wieder zurück auf die andere Seite der Mosel und laufen am Ufer entlang nach Sierck-les-Bains. Der Ort wird vom Chateau der Herzöge von Lorraine überragt.

Weiter geht es nach Apach, dem alten französischen Grenzort zu Deutschland. In den Weinbergen hinter dem Ort wechseln wir fast unmerklich über die grüne Grenze und sind am Ortsrand von Perl wieder in Deutschland. So einfach ist das heute. Eine echte Errungenschaft der europäischen Idee, finde ich.

( MITI )

Abendrunde nach Serrig

Abendrunde nach Serrig
Serrig, 16. Mai 2019

Flusslandschaft an der Saar

Tag
5
Direkt an unserem heutigen Womo-Stellplatz in Saarburg fließt die Saar vorbei. Auf meiner Abendrunde mit Doxi folge ich dem Saarradweg in südlicher Richtung und lasse mich dabei ein wenig treiben. In der Abendsonne wirkt die Landschaft am Fluss malerisch. Immer wieder ziehen Fracht- und Passagierschiffe in langsamer Fahrt an uns vorbei.

Wir laufen bis zum Weinort Serrig und verlassen dort den Uferweg. In Serrig befinden sich die südlichsten Weinberge an der Saar. Der Ort wird deshalb als das „Tor zum Saarwein“ bezeichnet. Überwiegend wird Riesling angebaut.

Oberhalb von Serrig erhebt sich das ehemalige Schloss Saarstein, seit mehr als einhundert Jahren ein Weingut. Die Anbauflächen wurden bis in die 1980er Jahre mit einer Feldbahn bewirtschaftet, dem „Feurigen Elias“. Er ist heute am Ortseingang ausgestellt.

Wir laufen durch die Weinberge unterhalb von Schloss Saarstein und steigen dann hinauf in den Kammerforst, einem Naherholungsgebiet von Saarburg. Jetzt, am frühen Abend, ist der Wald mit Vogelstimmen erfüllt. Die Wegführung ist unübersichtlich, doch mein Wandernavi führt mich zuverlässig nach Saarburg und zu unserem Startpunkt zurück. Ich liebe das!

( MITI )

Wieder in Saarburg

Wieder in Saarburg
Saarburg, 16.05.2019

Blick vom Saarufer auf die historische Altstadt von Saarburg

Tag
5
Wir haben die Mosel verlassen und sind von Piesport nach Saarburg an der Saar weitergefahren, rund 20 Kilometer von Trier entfernt. Vor vier Jahren waren wir schon einmal hier, und es hat mir so gut gefallen, dass ich unbedingt wiederkommen wollte.

Dank seiner historischen Altstadt mit der Ruine der Saarburg vor der malerischen Kulisse der Weinberge „Saarburger Rausch“ und einem 18 Meter tiefen Wasserfall mitten im Ort, gehört Saarburg zu den romantischsten Orten in Rheinland-Pfalz.

Mit dem Wohnmobil stehen wir auf dem beliebten und immer gut besuchten Womo-Stellplaz direkt an der Saar. Von dort sind es nur etwas mehr als tausend Meter Fußweg bis zur historischen Saarbrücke, die in die Altstadt von Saarburg führt.

Erstmals erwähnt wurde die Saarburg im Jahre 964. Die zwischenzeitlich von Trierer Erzbischöfen als Residenz genutzte Burg wurde im Laufe der Zeit vielfach umgebaut und nach Zerstörungen immer wieder instand gesetzt.

Sehenswert ist insbesondere die Oberstadt von Saarburg im Bereich des Buttermarktes. Mehrere Brücken führen dort über die Leuk, die sich tosend in die Tiefe stürzt und mit ihrem Wasser mehrere Wasserräder antreibt, die zu historischen Mühlen gehören.

Wieder in Saarburg

Unten sammelt sich das Wasser im Leukkessel. Rechts die alten Mühlen.

Das Wasser sammelt sich im sogenannten „Leukkessel“, der auf der einen Seite durch die 15 m hohe Tümpelsmauer sowie auf der anderen Seite durch das langgezogene Gebäude der Hackenberger Mühle begrenzt wird. Früher wurden dort Getreide, Öl und Lohe gemahlen, heute ist darin ein Museum untergebracht. Weitere sehenswerte Objekte in der Oberstadt sind der Fruchtmarkt, das Anfang des 20. Jahrhunderts neu errichtete Rathaus sowie der Boemundhof.

Nach einem Rundgang durch die Altstadt breche ich mit Doxi zu einer 18 km langen Wanderung in südlicher Richtung auf die Höhen oberhalb der Saar auf. Es geht hinauf auf den Kruterberg und anschließend in einer langgezogenen Schleife durch den frisch ergrünten Buchenwald.

Nach einigen Kilometern spüre ich, dass meine Wander-Motivation heute ein wenig zu wünschen übrig lässt. Vielleicht bin ich etwas verwöhnt von unseren fantastischen Touren an der Mosel. Vielleicht bin ich aber auch einfach ein wenig k.o, nachdem wir in fünf Tagen fast 150 Kilometer gelaufen sind. Aber Abkürzen ist hier nicht. Wieder einmal nehme ich mir vor, morgen endlich mal etwas kürzer zu treten. Hat aber in den vergangenen Tagen schon nicht geklappt 🙂

( MITI )