Schlagwort-Archive: OberpfalzBayerWald2016

Im Oberpfälzer und im Bayerischen Wald

Blick vom Ossergipfel in Richtung Tschechien
1. August 2016

Blick vom Ossergipfel in Richtung Tschechien

Im Südosten Deutschlands, an der Grenze zu Tschechien, war ich noch nie. Deshalb hat es mich schon länger in die Region des Oberpfälzer Waldes und des Bayerischen Waldes gelockt. Nun hatte ich Gelegenheit, zwei Wochen mit Doxi und dem Wohnmobil dort zu verbringen.

Wir sind täglich rund 20 Kilometer gewandert, haben schöne Berge bestiegen und interessante Städte besucht. Das alles bei herrlichem Wetter und ganz viel Sonnenschein, manchmal sogar etwas zu viel in Bezug auf das Wandern (schwitz, schwitz).

Unterwegs mussten wir zwei Mal mit dem Womo in die Werkstatt, einmal in Bayreuth und einmal in Passau, aber davon haben wir uns die Laune nicht verderben lassen.

An folgenden Orten haben wir auf dieser Reise Station gemacht: Rauher Kulm, Kemnath, Steinwald, Windischeschenbach, Weiden i.d. Oberfalz, Waldnaabtal, Flossenbürg, Bayreuth, Amberg, Kallmünz, Steinberger See, Regensburg, Walhalla, Cham, Lam, Bad Kötzting, Bayerisch Eisenstein, Passau, Kalteneck, Kellenberg und Vilshofen.

Hier haben wir haben bei dieser Tour mit dem Wohnmobil gestanden:

OrtBezeichnungAnfahrtPreisSt
Amberg
Im Oberpfälzer und im Bayerischen WaldGut ausgestatteter und beliebter kostenloser Stellplatz in unmittelbarer Nähe zur historischen Altstadt. Großes Lob an die schöne Stadt Amberg!
Stellplatz an der FeuerwacheSchießstätteweg 13
92224 Amberg
0€
Bad Kötzting
Im Oberpfälzer und im Bayerischen WaldGroßer Asphaltparkplatz am Weißen Regen. Wohnmobile stören dort nicht. Innenstadt fußläufig erreichbar.
Großparklatz Jahnstraße Im Oberpfälzer und im Bayerischen Waldkein offizizeller StellplatzJahnstraße
93444 Bad Kötzting
0€
Bayerisch Eisenstein
Im Oberpfälzer und im Bayerischen WaldSchotterparkplatz im Ort am Park mit großem Kinderspielplatz. Wohnmobile stören dort nicht, für lange Mobile jedoch nicht geeignet.
Parkplatz im Ort am Park/Spielplatz Im Oberpfälzer und im Bayerischen Waldkein offizizeller StellplatzAnton-Pech-Weg 12
94252 Bayerisch Eisenstein
0€
Cham
Im Oberpfälzer und im Bayerischen WaldSchotterplatz vor dem Kanu-Heim direkt am Regen. Alles vorhanden, was man braucht. Innenstadt zu Fuß in wenigen Minuten erreichbar. Für Paddler ideal.
Stellplatz am Kanu ClubBadstraße 31
93413 Cham
11€Im Oberpfälzer und im Bayerischen WaldStrom verfügbar
Donaustauf
Im Oberpfälzer und im Bayerischen WaldParkplatz für PKW und Busse unterhalb der Gedenkstätte. Keine ausgewiesenen Womo-Parkflächen. Teilweise mit herrlichem Blick ins Donautal. Gebührenpflichtig von 09:00-21:00. Zu Stoßzeiten sehr voll. Nachts leer und wunderbarer Übernachtungsplatz.
Parkplatz Walhalla Im Oberpfälzer und im Bayerischen Waldkein offizizeller StellplatzWalhallastraße 48
93093 Donaustauf
3€
Falkenberg
Im Oberpfälzer und im Bayerischen WaldSchotterparkplatz im Wald. Viel Platz, aber wenige ebene Stellen. Wohnmobile stören dort nicht.
Wanderparkplatz Waldnaabtal Im Oberpfälzer und im Bayerischen Waldkein offizizeller Stellplatz- kein Straßenname -
(49°50'24.6"N 12°10'48.4"O)
0€
Kallmünz
Im Oberpfälzer und im Bayerischen WaldWenig Parkmöglichkeiten im Ort und sehr enge Gassen. Wir waren froh, dass wir uns auf dem Friedhofsparkplatz stellen konnten. Lange Wohnmobile passen dort nicht hin.
Parkplatz vor dem Friedhof Im Oberpfälzer und im Bayerischen Waldkein offizizeller StellplatzFriedhofsplatz 6
93183 Kallmünz
0€
Kemnath
Im Oberpfälzer und im Bayerischen WaldKemnath ist ein hübsches kleines Städtchen. Schöner gepflegter Platz mit V/E und Strom. Zentrumsnah mit kleinem Weiher nebenan. Sogar Störche sind da!
Stellplatz am EisweiherAm Eisweiher 8
95478 Kemnath
0€Im Oberpfälzer und im Bayerischen WaldStrom verfügbar
Lam
Im Oberpfälzer und im Bayerischen WaldSchotterparkplatz neben den Fußballplätzen. Am Rand Bäume. Wohnmobile stören dort nicht.
Parlplatz am Osserbad Im Oberpfälzer und im Bayerischen Waldkein offizizeller StellplatzGinglmühlrweg 9
93462 Lam
( 49°11'39.7"N 13°02'54.4"O)
0€
Neustadt/Kulm
Im Oberpfälzer und im Bayerischen WaldSchöner ruhiger Schotterparkplatz am Ortsrand bei der Feuerwehr. Keine Infrastruktur. Guter Ausgangspunkt zum Aufstieg auf den Rauhen Kulm.
Stellplatz am Rauhen KulmJahnstraße
95514 Neustadt/Kulm
0€
Passau
Im Oberpfälzer und im Bayerischen WaldRuhiger Stellplatz am alten Hafen. In den ersten Reihe hat man einen schönen Blick in Richtung der historischen Innenstadt, die allerdings mehr als drei Kilometer entfernt liegt. Fußweg dorthin teilweise durch Gewebeviertel. Das ist nicht so schön, aber dafür ist der Platz kostenlos.
Stellplatz am Winterhafen Racklau
94032 Passau
0€
Regensburg
Im Oberpfälzer und im Bayerischen WaldGroßparkplatz gegenüber der Altstadt auf der Donauinsel. Wohnmobile werden dort geduldet. Fußläufig zehn Minuten bis zur Steinernen Brücke.
Großparkplatz auf der Donauinsel Im Oberpfälzer und im Bayerischen Waldkein offizizeller StellplatzWöhrdstraße 60
93059 Regensburg
0€
Steinberg
Im Oberpfälzer und im Bayerischen WaldSchotterparkplatz auf dem Damm zwischen Knappensee und Steinberger See bei der kleinen Marina für Sportboote. Direkter Blick auf den Knappensee. Nachts sehr ruhig. Wohnmobile stören dort nicht.
Parkplatz bei den Sportbooten Im Oberpfälzer und im Bayerischen Waldkein offizizeller StellplatzZufahrt über: Industriestr.
92449 Steinberg am See
(49°17'14.7"N 12°10'12.1"O)
Vilshofen
Im Oberpfälzer und im Bayerischen WaldAusgewiesene Womo-Stellflächen auf PKW-Asphaltparkplatz direkt an der Donau neben der Bundesstraße. Innenstadt fußläufig erreichbar. Nachts kann es hier laut werden, wenn die Jugendlichen aus dem Ort mit ihren Mofas richtig aufdrehen.
Stellplatz an der Donau Obere Donaulände
94474 Vilshofen
0€
Weiden/Oberpfalz
Im Oberpfälzer und im Bayerischen WaldRuhiger Stellplatz hinter der Therme. Ohne Stromanschluss und V/E ist der Platz kostenlos. Sonst 15€ inklusive 5€-Wertgutschein für die schöne Therme. Vom Stellplatz fußläufig 20 Minuten bis zu sehr schönen Altstadt.
Stellplatz am Freizeitzentrum/ThermeRaiffeisenstraße 7
92637 Weiden/Oberpfalz
Im Oberpfälzer und im Bayerischen Wald0€ / 15€Im Oberpfälzer und im Bayerischen WaldStrom verfügbar
Windischeschenbach
Im Oberpfälzer und im Bayerischen WaldBesucherparkplatz am Bohrturm. Keine Infrastruktur, aber Übernachtung dort möglich.
Parkplatz am Geo-Zentrum an der KTB Im Oberpfälzer und im Bayerischen Waldkein offizizeller StellplatzAm Bohrturm
92670 Windischeschenbach
0€
( MITI )

Aufstieg zum Rauhen Kulm

Vorne Neustadt an der Kulm, im Hintergrund der Rauhe Kulm
Neustadt am Kulm, 1.08.2016

Vorne Neustadt an der Kulm, im Hintergrund der Rauhe Kulm

Tag
1
Was für ein Tag! Auf dem letzten Teilstück meiner Reise in den Oberpfälzer Wald stimmt irgendetwas mit dem Womo nicht. Alles vibriert während der Fahrt, viel stärker als sonst. Also steuere ich eine Fachwerkstatt in Bayreuth an.

Nach einer Testfahrt scheint die Angelegenheit klar: Ein beschädigtes Radlager vorne rechts. Die Ersatzteile werden bestellt, ich kann vorerst noch kurze Strecken weiterfahren, bis die Ersatzteile in zwei Tagen da sind.

Gesagt, getan, doch nach wenigen Fahrkilometern Richtung Kemnath überholt mich ein Autofahrer und gibt mir Zeichen: Der hintere rechte Reifen eiere total. Tatsächlich fühlt es sich bei der Fahrt auch genauso an.

Also Warnblinkanlage angeschaltet und in ganz ganz langsamer Fahrt zurück zur Werkstatt nach Bayreuth. Ich komme ordentlich ins Schwitzen, doch das Rad hält. In der Werkstatt stellt man fest: Der besagte Reifen ist tatsächlich kaputt, zwar nicht platt, aber mit der inneren Struktur stimmt etwas nicht. Also neuen Reifen bestellen, Ersatzreifen aufziehen und zwei Tage in der näheren Umgebung bleiben, bis der neue Reifen montiert werden kann.

So vergeht mehr als ein halber Tag, ohne dass es richtig weitergeht. Am späten Nachmittag erreichen wir dann aber doch noch das erste Ziel in der Oberpfalz: Neustadt am Kulm direkt neben einem der markantesten Berge des Oberpfälzer Waldes: Dem Rauhen Kulm.

Dabei handelt es sich um einen Vulkan, der nie zum Ausbruch kam. Tiefe Risse in der Erdkruste, die im Zusammenhang mit der Auffaltung der Alpen entstanden, bedingten vor 21 Millionen Jahren seine Entstehung.

Das dunkle Magma entstammt direkt aus dem Erdmantel, aus rund 50 Kilometer Tiefe. Auf seinem Weg nach oben erstarrte das Magma, bevor es die Erdoberfläche erreichte. Der so entstandene Basalt bildet heute eine große steinerne Barriere in Form eines steilen Hanges rund um die Spitze des Berges.

Das sieht sehr eindrucksvoll aus, wenn man darunter steht und auf dem Wanderweg durch das Basaltfeld läuft. Im Mittealter thronte auf der Spitze des Berges eine Burg, heute befindet sich dort ein 25 Meter hoher Aussichtsturm, der einen eindrucksvollen Rundblick auf das Fichtelgebirge, die Fränkische Alb und die nördliche Oberpfalz bietet. Doxi nimmt die 110 Stufen bis zur Turmspitze im Sturm, ich komme kaum hinterher.

Anschließend wandern wir noch durch den sehr schönen Wald rund um den Rauhen Kulm und laufen ein wenig durch Neustadt am Kulm. Das versöhnt mich ein wenig mit den unangehmen Erlebissen an diesem Tag.

Doch als wir zum Wohnmobil zurückkehren, das einsam auf einer Weise steht, sehe ich schon von weitem Feuerwehrwagen und Feuerwehrmänner, die direkt neben dem Wohnmobil hektisch mit Schläuchen hantieren. Für einen Moment befürchte ich fas Schlimmste, aber nein, mein Wohnmobil brennt nicht. Ich habe lediglich dort geparkt, wo die Feuerwehrjugend des Dorfes gerne übt. Alles andere wäre auch wirklich die passende Krönung dieses anstrengenden und aufregenden Tages gewesen …

( MITI )

Morgenspaziergang durch Kemnath

Die Fischzucht in künstlichen Teichen ist ein Merkmal dieser Region
Kemnath, 2.08.2016

Die Fischzucht in künstlichen Teichen ist ein Merkmal dieser Region

Tag
2
Wir sind früh unterwegs heute, denn vor unserer langen Tageswanderung im Steinwald möchte ich noch einen kurzen Abstecher nach Kemnath unternehmen. Leider beginnt es zu regnen und das Licht will keine schönen Fotos gelingen lassen, doch dafür sind die Straßen morgens um Sieben noch total leer.

Kemnath gilt als das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des westlichen Landkreises Tirschenreuth in der Oberpfalz. Die Stadt ist umgeben von den Naturparks Fichtelgebirge und Steinwald. Nur wenige Kilometer entfernt befindet sich der Rauhe Kulm, den wir am gestrigen Tag besucht haben.

Wir parken auf dem total süßen, kostenlosen Womo-Stellplatz der Stadt, direkt am “Eisweiher”. Dort begegnet uns die erste von mehreren Karpfen-Skulpturen, die über das Stadtgebiet und die umliegenden Dörfer verteilt sind Eine Reminiszenz an die intensiv betriebene Fischzucht in dieser Region. Nett ist das hier.

( MITI )

Unterwegs im Steinwald

Burg Weißenfels im Steinwald
Marktredwitz, 2. August 2016

Burg Weißenfels im Steinwald ist auf Granit erbaut

Tag
2
Heute habe ich mit Doxi eine große 22 KM-Wanderung durch den Naturpark Steinwald im Regierungsbezirk Oberpfalz zwischen Marktredwitz und Erbendorf unternommen.

Naturräumlich gehört der Steinwald zur Haupteinheit Hohes Fichtelgebirge und besteht genau wie dieses aus vulkanischem Granitgestein. Das besondere Merkmal im Steinwald sind die zahlreichen Granitblöcke und Felsbastionen, die oft kuriose Formen und klingende Namen wie “Katzentrögel,” “Zipfeltannenfelsen” oder “Saubadfelsen” tragen.

Der Steinwald ist ein beliebtes Wandergebiet, doch an diesem grauen und regnerischen Dienstagvormittag sind wir fast alleine im Wald unterwegs. Von unserem Startpunkt in Pfaben unweit des Steinwaldhauses steigen wir zunächst auf zur “Platte”, der zentral gelegenen und mit 946 Metern ü.N.N höchsten Erhebung des Steinwaldes.

Sie wird vom 35 Meter hohen Oberpfalzturm gekrönt, von dessen Spitze man einen wunderbaren Fernblick genießen kann, wenn es nicht gerade so diesig ist, wie heute. Weiter geht es durch den endlos scheinenden Wald zur Burgruine Weißenstein auf 863 Metern, Sie wurde im 13. Jahrhundert in die bizarren Steinformen des Granits hineingebaut und ist deshalb ein beliebtes Wanderziel und Fotomotiv. Auch für uns an diesem Tag.

( MITI )

Windischeschenbach – am tiefsten Loch Europas

Forschungsstätte für das Kontinentale Tiefenbohrprogramm bei Windischeschenbach in der Oberpfalz
Windischeschenbach, 2.08.2016

Forschungsstätte für das Kontinentale Tiefenbohrprogramm bei Windischeschenbach in der Oberpfalz

Tag
2
Auf dem Weg vom Steinwald nach Weiden in der Oberpfalz machen wir einen kurzen Abstecher nach Windischeschenbach. Dort befindet sich seit 1995 mit 9101 Metern Tiefe das tiefste Bohrloch in Europa und eines der tiefsten weltweit.

Das Loch entstand im Rahmen des “Kontinentalen Tiefbohrprogramms der Bundesrepublik Deutschland” (KTB), einem zwischen 1987 und 1995 durchgeführten geowissenschaftlichen Großforschungsprojekt, für das mehr als 500 Millionen DM aufgewandt wurden.

Das Tiefbohrprogramm brachte umfangreiche Erkenntnisse zur Struktur der Erdkruste und konnte einige bis dahin anerkannte Hypothesen aus dem Bereich der Geowissenschaften widerlegen.

Geplant war eine Bohrung bis zu einer Tiefe, in der eine Temperatur von 300°C herrscht, da die elektronischen Messgeräte für Druck, Temperatur, Magnetfeld etc. nur bis zu dieser Schwelle arbeiten würden. Man hoffte, 12.000 Meter Tiefe zu erreichen, doch diese Temperatur wurde bereits wesentlich früher erreicht.

Markante Sichtmarke des Forschungsprojekts ist der 83 m hohe Bohrturm, der immer noch die weltweit größte Landbohranlage darstellt. Ein Besucherzentrum informiert über das Projekt und seine Ergebnisse.

Ich finde das alles total spannend. Als Jugendlicher habe ich mit großer Begeisterung Jules Vernes “Reise zum Mittelpunkt der Erde” gelesen. Hier und jetzt bin ich im wahrsten Sinne des Wortes “tief” beeindruckt.

( MITI )

Weiden – die Altstadt der bunten Fassaden

Altes Rathaus am Oberen Markt
Weiden, 2.08.2016

Altes Rathaus am Oberen Markt

Tag
2
Heue übernachten wir in Weiden in der Oberpfalz. Wir stehen mit dem Wohnmobil an der Therme Weiden und nutzen den Abend für einen Spaziergang in die historische Altstadt. Was mir dort auffällt sind die vielen bunten Häuserfassaden. Und zwar nicht nur in den Gelb- und Orangetönen, die man in Süddeutschland oft antrifft. Grün, Blau, Rot, Dunkelgrau, Violett: Viele Farben sind hier vertreten. Schön sieht das aus.

( MITI )

Grünes Paradies Waldnaabtal

Blick vom Naabtaladweg über die Waldnaab zum Uferweg
Windischeschenbach, 3.08.2016

Blick vom Naabtaladweg über die Waldnaab hinweg zum Uferweg auf der anderen Seite

Tag
3
Heute habe ich mit Doxi eine große Wanderung im Wadnaabtal südlich von Windischeschenbach unternommen, einem der beliebtesten Wanderreviere in der Oberpfalz.

Der 99 km lange Quellfluss der Naab zeigt sich hier auf einer Länge von zwölf Kilometern von seiner schönsten Seite. Die Erosionskräfte des Wassers haben im graniten Untergrund ein von Wald umsäumtes Tal mit intensiver und vielfältiger Vegetation geschaffen .

Im Flussbett liegen an zahlreichen Stellen mächtige Felsbrocken, die vom Wasser in vielen tausend Jahren glatt und rund geschliffen wurden. An einigen Stellen hat der stete Tropfen sogar eimergroße Löcher in die Steine gefräst, durch die das Flusswasser nun – einem Tunnel gleich – hindurchströmt.

In Nordsüdrichtung folgt dem Flusslauf am rechten Ufer der gut ausgebaute Naabtalradweg, auf dem es sich bequem fahren und laufen lässt. Am linken Ufer erstreckt sich dagegen der wildromantische Uferweg, der dem Wanderer volle Konzentration abverlangt.

Denn der Weg ist eng, geschwungen, glitschig, mit Wurzeln und vielen Anstiegen und Abstiegen über die Granitfelsen durchsetzt. An mehreren Stellen müssen massive Felsvorsprünge mit Hilfe von Metalltreppen überwunden werden. Ein echtes Wandererlebnis, das wir sehr genossen haben.

( MITI )

KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Kirchenfenster in der Gedenkstätte mit Häftlingsnummer und rotem Winkel
Flossenbürg, 3. August 2016

Kirchenfenster in der Gedenkstätte mit Häftlingsnummer und dem roten Winkel für politische Gefangene

Tag
3
Nach der schönen Wanderung durch das Waldnaabtal hat mich ein Hinweisschild auf der Autobahn zur KZ-Gedenkstätte Flossenbürg geführt. Es ist lange her, dass ich das KZ Dachau bei München und später Buchenwald bei Erfurt besucht habe. Doch der Schrecken über das Elend und die Menschenverachtung der Nazis ist mir noch präsent.

Ich bin deshalb anfangs ein wenig überrascht, denn Flossenbürg wirkt auf den ersten Blick so harmlos: Die Kommandantur der SS am Lagereingang erinnert an ein schmuckes Verwaltungsgebäude aus den 30er Jahren, von den ehemaligen Häftlingbaracken stehen nur noch weiß gestrichene Fundamente und der Steinbruch am Ende des Lages, in dem tausende zu Tode kamen, wirkt fast parkartig. Außerdem reicht die heutige Wohnbebauung unmittelbar an das Lagergelände heran und ist von diesem nicht durch Bauelemente getrennt.

Doch die Dauerausstellung im ehemaligen Waschhaus des Lagers hat es in sich. Hier wird der ganze Horror der Nazi-Diktatur lebendig: Flossenbürg war von Anfang an als ein Konzentrationslager zur Ausbeutung von Zwangsarbeitern, als ein Lager zur „Vernichtung durch Arbeit“ geplant. Der Terror richtete sich nicht mehr nur gegen politische Gegner, sondern auch gegen gesellschaftliche Randgruppen von Homosexuellen bis zu den Zeugen Jehovas.

Mehr als einhunderttausend Menschen sind durch diese Hölle gegangen, wurden zu einer Nummer degradiert, ausgebeutet, ausgehungert, erniedrigt und umgebracht. Es war die Generation unserer Großväter, die das verschuldet und verursacht hat. Man kann es nicht begreifen und man darf es nicht vergessen. Scheiß Nazis!

( MITI )

Einmal quer durch Bayreuth

Doxi vor dem Alen Scbloss in der Eremitage
Bayreuth, 4. August 2016

Doxi vor dem Alten Scbloss in der Eremitage

Tag
4
Heute hatte ich einen Werkstatttermin mit meinem Womo in Bayreuth. Das Radlager vorne rechts wurde erneuert und ein neuer Reifen hinten rechts aufgezogen. Dreieinhalb Stunden waren dafür veranschlagt.

In dieser Zeit habe ich mit Doxi eine ganz lange Runde durch Bayreuth gedreht. Erst durch die Innenstadt, dann an der aktuellen Landesgartenschau vorbei hinaus ins Umland und zur berühmten Eremitage Im März waren wir schon einmal dort. Da waren alle Figuren im Park noch eingepackt und die Brunnen und Teiche leer. Nun erstrahlt alles in sommerlicher Pracht.

Nach einer Tour durch die Eremitage ging es auf einem etwas abweichenden Weg wieder retour – insgesamt 15 Kilometer. So haben wir ganz schön viel von Bayreuth gesehen. Pünktlich um 12 Uhr mittags waren wir wieder an der Werkstatt und da war der Wagen auch fertig. Das hat gepasst.

( MITI )

In der Festungsstadt Amberg

Das Wahrzeichen von Amberg, die sogenannte "Bille" (Foto RobRoskopp)
Amberg, 5.08.2016

Das Wahrzeichen von Amberg, die sogenannte “Brille” (Foto RobRoskopp | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Tag
5
Die Stadt Amberg in der mittleren Oberpfalz liegt rund 60 Kilometer östlich von Nürnberg an der Vils. Ihre Altstadt zählt zu den besterhaltenen mittelalterlichen Stadtanlagen Europas. Von Bayreuth kommend, mache ich mit Doxi hier für einen Tag Station.

Wie ich erfahre, kann man die Oberpfalz Im historischen Rückblick als das Ruhrgebiet des Mittelalters beschreiben. Zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert war Amberg ein bedeutender Umschlagplatz für Eisen und Eisenerz. Das Erz wurde im Amberger Land abgebaut, verhüttet und als Eisen über die Vils nach Regensburg verschifft. Auf der Rückfahrt waren die Schiffe mit Salz beladen und wurden von Pferden flussaufwärts getreidelt.

Durch den Bergbau reich geworden, leistete sich Amberg eine gigantische Stadtbefestigung, die noch heute an vielen Stellen erhalten ist. Über 100 Türme und mehrere Kilometer zweireihige Stadtmauern beschützten die Amberger.

Die ganze Stadt wurde durch den stets gefüllten und aufgestauten Stadtgraben zu einer Wasserfestung. In einer Chronik von 1564: heißt es „München seyn die schönst, Leipzig die reichist, Amberg die festeste Fürstenstatt“. So kommt es, dass Amberg bis zum Ende des zweiten Weltkriegs niemals von fremden Truppen eingenommen werden konnte. Ganz schön beeindruckend, finde ich.

( MITI )

Kallmünz – wo Naab und Vils zusammen kommen

Blick über die Naab nach Kallmünz und hinauf zur Burg
Kallmünz, 6.08.2016

Blick über die Naab nach Kallmünz und hinauf zur Burg

Tag
6
Am sechsten Tag unserer Tour durch die Oberpfalz sind wir an einem ganz bezaubernden Ort angelangt; Kallmünz am Zusammenfluss von Naab und Vils gilt als die “Perle des Naabtals”. Der kleine Ort liegt rund 25 Kilometer nördlich von Regensburg. Die Häuser der Altstadt schmiegen sich eng an den „Schlossberg“, auf dessen Spitze sich die Ruinen der alten Burg Kallmünz befinden. Die Burg stellt eine markante Landmarke im Naabtal dar.

Von Kallmünz aus wandere ich mit Doxi durch das malerische Vilstal. Wir folgen dabei dem Jurasteig entlang steiler Abbrüche der Kalkfelsen, die der Fluss in das Tal gegraben hat. Am Ort Rohrbach verlassen wir die Vils und steigen zunächst den Meilerberg hinauf und anschließend über den Himmelsberg. Dort können wir in rund 12 Kilometer Entfernung die ersten Berge des Bayerischen Waldes ausmachen.

Dem Kamm des Himelsberges folgend, gelangen wir zu einem herrlichen Aussichtspunkt auf den Höhen über den Naabtal. Von dort ist es nicht mehr weit zur Burgruine Kallmünz. Nun geht es einen steilen Weg von der Burg hinab ins Dorf und zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Eine herrliche Wanderung bei perfektem Wanderwetter. Schöner gehts nicht.

( MITI )

Im Oberpfälzer Seenland

Auf dem Damm zwischen dem Steinberger See und dem Knappensee
Steinberg am See, 6.08.2016

Auf dem Damm zwischen dem Steinberger See und dem Knappensee

Tag
6
Vom Fluss an den See. Nach unserer Wanderung bei Kallmünz sind wir in den Kreis Schwandorf weitergefahren. Südlich von Wackersdorf ist nach dem Ende des Braunkohletagebaus Anfang der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts durch Flutung und Rekultivierung eine Seenlandschaft mit hohem Freizeitwert entstanden.

Wir stehen mit dem Wohnmobil auf dem künstlichen Damm, der den großen Steinberger See vom kleineren Knappensee trennt. Während der flache Knappensee still und ruhig daliegt, ist auf dem bis zu 50 Meter tiefen Steinberger See ordentlich was los. Hier wird gesegelt, geschwommen, getaucht, und gepaddelt.

An einer großen Wasserskianlage am Nordufer pflügen Wasserskifahrer durch die Wellen und springen kunstvoll über Schanzen. Es macht Spaß, dabei zuzuschauen.

( MITI )

Regensburg im Renovierungsrausch

Blick über die Donau zur steinernen Brücke und Altstadt (Foto HH58)
Regensburg, 7.08.2016

Blick über die Donau zur Steinernen Brücke und Altstadt (Foto HH58 | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Tag
7
Sonntagmorgen 7:30 in der Altstadt von Regensburg: Wir sind früh unterwegs, um ungestört Fotos aufnehmen zu können. Außer uns sind um diese Uhrzeit nur die Obdachlosen, Junkies und Bettler schon auf der Straße.

Schnell wird deutlich: In Regensburg wird gerade heftig saniert und restauriert. Ob der Dom, die Straßen am Markt oder die berühmte Steinerne Brücke über die Donau: Alles eingerüstet, gesperrt und verhängt.

Drei große Reisebusse mit dem Ortskennzeichen PAN haben sich an einer der vielen Baustellen festgefahren. Die Busfahrer kommen auf mich zu, nein, ich weiß leider auch nicht, wie sie hier wieder rauskommen.

( MITI )

An der Walhalla

Die Walhalla (Foto Michael J. Zirbes)
Donaustaufen, 7.08.2016

Die Walhalla (Foto Michael J. Zirbes | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Tag
7
So schön leer es heute Morgen in Regensburg war, so voll und überlaufen ist es an der Walhalla, als wir dort gegen 11:30 eintreffen. Die berühmte Gedenkstätte für große deutsche Persönlichkeiten liegt rund 15 Kilometer stromabwärts von Regensburg in den Donauhängen auf dem Gemeindegebiet von Donaustaufen. Von dort hat man einen herrlichen Blick in das Donautal.

In der an ein griechisches Pantheon erinnernden Gedenkstätte werden seit 1842 bedeutende Persönlichkeiten „teutscher Zunge“ mit Marmorbüsten und Gedenktafeln geehrt. Benannt ist sie nach Walhall, der Halle der Gefallenen in der nordischen Mythologie.

Gegenwärtig umfasst die Sammlung 130 Büsten und 65 Gedenktafeln, die an Personen, Taten und Gruppen erinnern. Zwölf der Geehrten sind Frauen, darunter auch Sophie Scholl, die Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime.

Jedermann kann eine zu ehrende Persönlichkeit aus der germanischen Sprachfamilie frühestens 20 Jahre nach deren Tod vorschlagen und trägt dann gegebenenfalls die Kosten für die Anfertigung und Aufstellung der Büste. Über die Neuaufnahmen entscheidet der Bayerische Ministerrat.

Mehr als zwanzig Jahre ist es her, dass ich zum letzten Mal an diesem Ort war. Weil es heute so voll ist, erspare ich mir den Eintritt in die Gedenkhalle und wandere stattdessen mit Doxi durch das ausgedehnte Waldgebiet hinter der Walhalla. Gut, dass ich mein Wandernavi dabeihabe, denn in den zwei Stunden unserer Wanderung treffe ich nicht einmal auf ein Wanderschild, Das erleben wir auch selten.

( MITI )

Beim Kanuclub Cham

Der Regen bei Cham
Cham, 7.08.2016

Der Regen bei Cham

Tag
7
Wohnmobil-Stellplätze bei Kanuclubs liebe ich ja besonders!  In der Regel liegen sie direkt an einem Fluss oder See, so dass ich mein Faltboot leicht zu Wasser lassen kann.

Der Stellplatz beim Kanuclub Cham macht da keine Ausnahme. Er liegt nicht nur idyllisch am Fluss Regen, sondern ist auch mit ganz modernen Sanitäreinrichtungen ausgestattet. Super ist das!

Nach einem Abendspaziergang mit Doxi durch Cham baue ich geschwind mein Faltboot auf und paddle stromaufwärts. Erst auf dem Regen und dann auf seinem Zufluss Cheb, der von Tschechien kommend wenige Kilometer vor Cham in den Regen mündet.

Das Wasser ist total still und glatt. Im Abendlicht spiegeln sich die sattgrünen Bäume auf dem Fluss. Hin und wieder sehe ich Biber abtauchen. Ein wunderbares Bild.

( MITI )