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Eine Woche an der Mosel

Eine Woche an der Mosel
12. Mai 2019

Blick hinunter auf Piesport

Man, ist das schön hier. Ich weiß gar nicht, wie es kommt, dass ich zehn Jahre gebraucht habe, um endlich einmal mit dem Womo entlang der Mosel zu touren. Vielleicht gerade deshalb, weil die Mosel bei Womo-Fahrern so beliebt ist und ich ja so ein schlimmer Antizykliker bin 🙂

Wir sind jeden Tag zwei Mal gewandert, mehr als 170 Kilometer insgesamt, und haben dabei viele schöne Weindörfer, gepflegte Weinberge und Wälder auf den Moselhöhen gesehen. Ein Moselblick schöner als der andere …

Eigentlich wollte ich auch ein wenig auf der Mosel paddeln, aber dazu ist es nicht gekommen, weil ich so viel mit Doxi gelaufen bin.

Bei herrlichem Frühlingswetter haben wir Zell, Traben-Trabach, Zeltingen-Rachtig, Bernkastel-Kues, Piesport und Saarburg besucht. Und ich habe mir einen lang gehegten Traum erfüllt und war in Schengen, wo wir eine Dreiländerwanderung durch Deutschland, Luxemburg und Frankreich gelaufen sind.

Zum Abschluss der Tour waren wir dann noch im Hunsrück, wo ich einige interessante Ziele herausgesucht hatte. Aber als das Wetter schlechter wurde, sind wir heimgekehrt. Müssen wir in der Zukunft noch einmal wieder komen.

Hier haben wir haben bei dieser Tour mit dem Wohnmobil gestanden:

OrtBezeichnungAnfahrtPreisSt
Perl
Eine Woche an der MoselEinfacher Schotterplatz hinter der Sporthalle neben dem Schwimmbad. Weniger als zwei Kilometer bis zur Moselbrücke bei Schengen.
Stellplatz am PerlbadAuf dem Sabel 4
66706 Perl
5 €Eine Woche an der MoselStrom verfügbar
Piesport
Eine Woche an der MoselHerrlich gelegen direkt an der Mosel mit Blick in die Weinberge. Super Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren. V/E vorhanden. Mobilfunktempfang nicht so gut. aber kostenloses WLAN verfügbar.
Stellplatz Piesporter GoldtröpfchenMoselstraße
54498 Piesport
8 €Eine Woche an der MoselStrom verfügbar
Saarburg
Eine Woche an der MoselBelibter und vollständig ausgestatteter Platz an der Saar mit Strom, V/E, Café und Sanitäreinrichtungen. Etwas mehr als 1000 Meter zur Altstadt. WLAN im Preis inbegrifffen. Immer gut besucht.
Reisemobilpark Saarburg Am Saarufer 18
54439 Saarburg
11,5 €Eine Woche an der MoselStrom verfügbar
Zell/Mosel
Eine Woche an der MoselFeiner, terrassierter Platz mit Blick auf die Mosel etwas außerhalb von Zell am Fuße der Moselschleife. V/E vorhanden. Guter Ausgangspukt für Wanderungen und Radtouren entlang der Mosel. Zentrum von Zell fußläufig erreichbar.
Stellplatz RömerquelleAm Freizeitzentrum
56856 Zell/Mosel
7 €Eine Woche an der MoselStrom verfügbar
Zeltingen-Rachtig
Eine Woche an der MoselHübscher Platz direkt an der Mosel gleich neben der Moselbrücke. Tagsüber etwas Lärm, nachts aber ruhig. Strom im Preis enthalten. Schöne Umgebung, gute Wandermöglichkeiten.
Stellplatz an der MoselbrückeUferallee
54492 Zeltingen-Rachtig
10 €Eine Woche an der MoselStrom verfügbar
( MITI )

Die doppelte Mosel

Die doppelte Mosel
Zell/Mosel, 12.05.2019

In der Bildmitte die Marienburg an der schmalsten Stelle der Zeller-Moselschleife. Links davon Pünderich und rechts davon Bullay.

Tag
1
Heute früh am Morgen bin ich mit Doxi zu einer einwöchigen Womo-Tour an die Mosel und in den Hunsrück aufgebrochen. Nach zwei Wochen mit sehr nassem, April-haftem Wetter verspricht die kommende zweite Maiwoche viel Sonne – das möchte ich ausnutzen.

Unser erste Ziel ist Zell, das an einer imposanten Flussschleife der Mittelmosel liegt. Wir haben Glück und erwischen einen Womo-Stellplatz mit direktem Blick auf den Fluss.

Unmittelbar nach der Ankunft breche ich mit Doxi zu einer ausgedehnten Wanderung entlang der Mosel-Schleife auf. Die 24 Kilometer lange Tour folgt in vielen Abschnitten dem beliebten Moselsteig. Allerdings sind hier heute nur wenige Wanderer unterwegs, was ich sehr angenehm finde.

In der ersten Stunde ist der Himmel noch grau, doch dann lockern die Wolken immer mehr auf und geben den Blick auf einen blauen Himmel frei. Bei knapp 15 Grad Lufttemperatur kommt schon bald die Sonne heraus. Es dauert nicht lange, und wir können zwischen den Weinstöcken die ersten wunderbaren Fernblicke von den Moselhöhen genießen.

Auf dem Weg zum ehemaligen Kloster Marienburg sehen wir die Mosel dann tatsächlich doppelt. Der Strom kommt von links aus Richtung Trier, windet sich hinter uns um die Moselschleife von Zell, um dann auf der rechten Seite weiter in Richtung Koblenz zu strömen. Toll sieht das aus!

Wir laufen bis zur Marienburg, blicken von dort auf Pünderich herab und steigen dann hinunter zur Eisenbahnbrücke bei Bullay. Die 1888 eröffnete, zweistöckige Eisenkonstruktion war seinerzeit die erste Brücke in Deutschland, auf der Eisenbahnen, Automobile und Pferdegespanne ungestört voneinander gleichzeitig verkehren konnten.

Wir laufen entlang der Uferpromenade ein Stück flussabwärts, um dann durch die Weinberge in den Wald oberhalb von Bullay aufzusteigen. Flußaufwärts geht es nun in Richtung Merl und weiter nach Zell, wo wir auf den Berg Collis aufsteigen. Oben erwartet uns der Collis-Turm mit einer tollen Aussicht hinunter nach Zell – und einem schwierigen Abstieg über steile, schmale Stufen, die in den Schieferfels gehauen sind.

Ich habe ein wenig Angst um Doxi, die das Gekraxel jedoch souverän meistert. Dennoch beschließe ich nach dem ersten Abschnitt, lieber einen Umweg zu laufen, als weiter über den Collis-Steilpfad nach Zell hinabzusteigen.

So vergehen am Ende tatsächlich mehr als sechs Stunden, bis wir wieder am Wohnmobil eintreffen. Fast 1000 Höhenmeter haben wir auf dieser tollen Tour erklommen. Ein supertoller Auftakt für die kommende Wanderwoche. Ich freue mich auf mehr.

( MITI )

Rund um Traben-Trarbach

Rund um Traben-Trarbach
Traben-Trarbach, 13. Mai 2019

Blick von der Grevenburg hinunter nach Traben-Trarbach

Tag
2
Die zweite Station auf unserer Mosel-Tour ist Traben-Trabach an einer Moselschleife im Tal der Mittelmosel, rund 40 km nordöstlich von Trier und etwa 60 km südwestlich von Koblenz. Wir parken direkt an der Moselbrücke mit dem markanten Brückentor und brechen von dort zu einer 16 Kilometer langen Wanderung in die Wälder und Höhen südlich der Stadt auf.

Zunächst erklimmen wir den steilen Anstieg zur Ruine der Burg Grevenburg oberhalb der Stadt. Dort befindet sich ein beliebter Biergarten mit fantastischem Blick hinunter zur Mosel und in den Hunsrück. Weiter geht es hinunter in den historischen Ortskern von Trarbach, vorbei am Kriegerdenkmal und dem Friedhof, bevor es wieder hinauf auf die bewaldeten Moselhöhen geht.

Wir passieren die Laacher Hütte und später das Unheller Küppchen, wo sich vor uns ein herrlicher Blick ins Moseltal auftut. Kurz dahinter erreichen wir die Hochebene und laufen durch Wald und ausgedehnte Feldflächen, bevor unser Abstieg ins Kautenbachtal beginnt. Die Pfade am steilen Waldhang sind schmal und rutschig und werden mehrmals von reißenden Bächen unterbrochen, die nach dem Regen der vergangenen Woche viel Wasser führen.

Wir erreichen den ehemals florierenden Kurort Bad Wildstein und steigen von dort zum Wildenstein auf, einer beeindruckenden Felsformation, die als Naturdenkmal gilt. Durch den Wald geht es anschließend hinab in den Ortsteil Trarbach mit einigen noblen Villenvierteln aus dem 19. Jahrhundert. Nach fünf Stunden und mehr als 900 Höhenmetern erreichen wir schließlich wieder unseren Startpunkt.

Obwohl die Wanderung durchaus anstrengend war, brechen wir gleich wieder auf, denn in Traben-Trarbach ist mir touristisch einfach zu viel los. Entlang der Bundesstraße B53 geht es weiter durch das Moseltal in Fahrtrichtung Trier. Mal sehen, wo wir den nächsten Halt einlegen …

( MITI )

An der Schleuse Zeltingen-Rachtig

An der Schleuse Zeltingen-Rachtig
Zeltingen-Rachtig, 13.05.2019

Die Schleuse Zeltingen-Rachtig. Im Vordergrund: Die Reste der Ruine Rosenburg, dahinter der Ort Zeltingen-Rachtig.

Tag
2
Bei der Weiterfahrt entlang der Mosel sind wir in Zeltingen-Rachtig gelandet. Hier gibt es einen schönen Womo-Stellplatz direkt an der Mosel, der nicht ganz so überlaufen ist, wie viele andere Stellplätze in der Region. Außerdem habe ich in meinem Wanderführer eine vielversprechende Wanderung entlang des Moseltals entdeckt, die ich mit Doxi am späten Nachmittag in Angriff nehme.

Wir laufen zunächst entlang der hübschen Uferpromenade und passieren bald den alten Marktplatz mit einigen sehenswerten Häusern. Hinter dem Friedhof geht es in die Weinberge und in Richtung der Ruine der Rosenburg, von der allerdings nur noch wenige Grundmauern erhalten sind. Rechts von uns blicken wir auf die große Moselschleuse von Zeltingen-Rachtig.

Dahinter erblicken wir den Ort Wehlen und am Horizont Bernkastel-Kues. Immer höher steigen wir durch die Weinberge auf, bis wir an einem Rastplatz mit einem großen weißen Kreuz auf den Zuweg zum Moselsteig treffen. Der Weg entlang des Waldsaums bietet uns willkommenen Schatten, denn die tiefstehende Nachmittagssonne hat uns in den Weinbergen bereits mächtig eingeheizt.

Wir laufen weiter in Richtung Bernkastel-Kues, drehen aber an der kleinen Siedlung Graacher Schäferei in den Weinbergen um und laufen hinunter in den urigen Ort Graach. Dahinter geht es auf halber Strecke in Richtung Zeltingen-Rachting auf der Moselbrücke hinüber nach Wehlen, das bereits zu Bernkastel-Kues gehört.

Unsere Wandertour sieht eigentlich den Aufstieg auf die bewaldeten Moselhänge hinter Wehlen vor, aber nachdem wir heute schon fast neun Stunden gelaufen sind, reicht es mir langsam. Spontan beschließe ich, stattdessen an der Mosel entlang nach Zeltingen-Rachtig zurückzulaufen. So sparen wir uns einige Höhenmeter und kommen außerdem an der großen Moselschleuse vorbei, die sehr modern wirkt, so als sei sie erst vor wenigen Jahren erneuert worden.

Als wir wieder das Wohnmobil erreichen, haben wir an diesem Tag mehr als 33 Wanderkilometer und 1100 Höhenmeter in den Beinen. Eigentlich wolle ich ja noch Yoga machen, aber das muss heute leider ausfallen. Ich bin doch ein wenig k.o., und Doxi hat für heute auch genug, glaube ich 🙂

( MITI )

Auf dem Bernkasteler Bärensteig

Auf dem Bernkasteler Bärensteig
Bernkastel-Kues, 14. Mai 2019

In der malerischen Altstadt von Bernkastel-Kues

Tag
2
Puh, heute Morgen bin ich doch mal ein wenig k.o. Waren vielleicht etwas zu viele Wanderkilometer gestern bei unseren Touren rund um Traben-Trabach und Zeltingen-Rachtig. Für den heutigen Vormittag habe ich mir deshalb eine etwas kürzere Wanderung vorgenommen – ausnahmsweise 🙂

Von Zeltingen-Rachtig fahren wir fünf Kilometer weiter stromaufwärts nach Bernkastel-Kues – einem der absoluten Touristenmagneten an der Mosel. Die romantische Altstadt mit ihren zahllosen Weinlokalen ist schon morgens um zehn Uhr gut mit Touristen gefüllt. Enge Gassen mit hübschen Fachwerkhäusern reihen sich aneinander und münden in kleinen Plätzen mit kunstvollen Brunnen.

Wir durchqueren die Altstadt und erreichen schon wenige hundert Meter weiter den Übergang zwischen den Weinbergen und dem Wald. Von nun an sind wir ganz allein unterwegs – eine echte Wohltat.

Entlang des Kallenfelsbaches geht es stetig bergauf, immer begleitet vom Rauschen des Baches und zahllosen Vogelstimmen aus dem Wald um uns herum.

Auf der Hochfläche angelangt stehen wir unvermittelt vor der neuen Autobahntrasse, deren imposante Moselquerung auf einer neu errichteten Hochtalbrücke wir gestern schon bei Zeltingen-Rachtig bewundert haben. Es ist unerwartet ruhig, denn noch ist die Autobahn nicht eröffnet.

Nach einer kurzen Waldpassage stellen sich unvermittelt wunderbare Fernblicke in den Hunsrück ein. Zwischen grünen Kornfeldern und gelben Rapsflächen erscheint am Horizont der Ort Longkamp.

Wir drehen an dieser Stelle wieder in Richtung Bernkastel-Kues ab. Es geht steil durch den Wald hinab, vorbei am “goldenen Kreuz” auf einem exponierten Felssporn, und weiter zum Aussichtspunkt “Kaiserstuhl”. Von dort blicken wir wunderbar hinunter ins Moseltal nach Bernkaste-Kues und weiter bis nach Zeltingen-Rachtig, wo wir gestern unterwegs waren.

Auf dem Bernkasteler Bärensteig

Blick beim Abstieg nach Bernkastel-Kues hinauf zur Burg Landshut

Zwischendurch können wir durch die Bäume einen Blick auf die Burgruine Landshut oberhalb von Bernkastel-Kues erhaschen. Aus der Altstadt führt der langgezogen Burgweg direkt hinauf zur Burg. Doch auf diese Passage verzichte ich heute, weil mir dort zu viel los ist.

Nach “nur” 9 Streckenkilometern und 400 Höhenmeter stehen wir wieder vor dem Wohnmobil. Für den Vormittag soll es das erst einmal gewesen sein. War eine sehr schöne Tour, und Bernkastel-Kues haben wir nun auch einmal gesehen.

( MITI )

Von der Moselloreley zur Weißley

Von der Moselloreley zur Weißley
Piesport, 14.05.2019

Blick hinunter auf Piesport (rechts). Davor am gegenüberliegenden Moselufer: Alt-Piesport.

Tag
3
Unsere nächste Station entlang der Mosel ist der Winzerort Piesport, rund 15 Kilometer stromaufwärts von Bernkastel-Kues. Der Rother-Wanderführer “Mosel”, der uns auf dieser Reise begleitet, führt hier eine vielversprechende Tour auf.

Wir starten am späten Nachmittag an unserem wunderschönen Womo-Stellplatz an der Mosel und laufen zunächst bis zur Moselbrücke an der Pfarrkirche St. Michael in Alt-Piesport.

Anschließend geht es durch die Weinberge hinauf auf die Höhen über der Mosel – hier allerdings nicht auf Serpentinenwegen, sondern auf steilen Treppen, die gefühlt kein Ende nehmen wollen.

Entlang eines Kreuzwegs geht es zur Spoar-Kapelle, die einen schönen Ausblick hinunter nach Piesport bietet. Weiter laufen wir durch den Wald zur Weißley, einem Aussichtspunkt, ,von dem man die gesamte Moselschleife bei Piesport überblicken kann.

Es folgt eine lange Passage durch den Wald, teilweise mit herrlichen Fernblicken in den Hunsrück. Am Ende des Weges erreichen wir das Winzerdorf Osann-Manzel. Von dort blicken wir durch die Weinberge wieder in das Moseltal, wobei der Blick bis nach Bernkastel-Kues reicht.

Wir steigen weiter hinab zur Mosel beim schönen Ort Kesten. Von dort geht es wieder hinauf in den Wald am mächtigen Brauneberg. Nun folgen wir dem Minheimer Römerweg und passieren dabei im Wald einen alten römischen Sauerbrunnen. Das Wasser ist stark eisenhaltig, aber trinkbar. Ich nehme einen kräftigen Schluck. Für mich schmeckt es ein wenig wie Mineralwasser mit Kohlensäure. Nur Doxi mag das Brunnenwasser gar nicht – angwidert wendet sie sich ab, wo sie doch sonst aus jedem “Drecksloch” trinkt 🙂

Von der Moselloreley zur Weißley

Wir müssen uns ranhalten: Die Sonne steht schon tief, langsam wird es dunkel.

Oberhalb der Mosel geht es nun am Waldsaum entlang in Richtung Wintrich. Bald rückt die Schleuse Wintrich ins Bild, wo gerade ein langes Frachtschiff die Schleuse stromabwärts verlässt und ein anderes bereits auf seine Einfahrt in die Schleuse wartet.

Wir überqueren die Landzunge der Moselschleife zwichen Wintrich und Piesport und steigen auf schmalen Pfaden und Treppen unterhalb der Monzellay (“Moselloreley”) durch die Weinberge wieder nach Piesport hinab. Kurz vor dem Eintreten der Dunkelheit erreichen wir nach fünf Stunden wieder unseren Startpunkt.

Obwohl ich heute eigentlich etwas kürzer treten wollte, sind es in der Tagesbilanz doch wieder 29 Wanderkilometer und 1.100 Höhenmeter geworden. Ich bin ganz schön geschafft und verschwinde nach dem Abendessen gleich im Bett. Doch die Anstrengungen haben sich gelohnt, denn das waren wirklich zwei ganz tolle Touren heute.

( MITI )

Die Moselschleife bei Minheim

Die Moselschleife bei Minheim
Minheim, 15. Mai 2019

Blick hinunter zur Moselbrücke, die Piesport und Minheim verbindet

Tag
4
Zum ersten Mal auf dieser Womo-Tour bin ich länger als eine Nacht auf einem Stellplatz geblieben. Hier in Piesport ist es einfach wunderschön und außerdem möchte ich heute mal etwas langsamer machen. Die letzten Tage waren sehr erlebnisreich und auch ein wenig anstrengend.

Am Morgen praktiziere ich erst einmal neben dem Womo ganz gemütlich Yoga und mache mich dann mit Doxi auf, um von Piesport in Richtung Wintrich zu wandern. Wir laufen am Fluss entlang nach Minheim und weiter bis zur Schleuse Wintrich, immer mit Blick auf die Steilhänge am gegenüberliegenden Ufer.

Auf dem Rückweg geht es dann auf dem alten Römerweg durch die Weinberge und den Ort Minheim. Die Sonne lacht uns entgegen. Perfektes Wanderwetter!

( MITI )

Wieder in Saarburg

Wieder in Saarburg
Saarburg, 16.05.2019

Blick vom Saarufer auf die historische Altstadt von Saarburg

Tag
5
Wir haben die Mosel verlassen und sind von Piesport nach Saarburg an der Saar weitergefahren, rund 20 Kilometer von Trier entfernt. Vor vier Jahren waren wir schon einmal hier, und es hat mir so gut gefallen, dass ich unbedingt wiederkommen wollte.

Dank seiner historischen Altstadt mit der Ruine der Saarburg vor der malerischen Kulisse der Weinberge “Saarburger Rausch” und einem 18 Meter tiefen Wasserfall mitten im Ort, gehört Saarburg zu den romantischsten Orten in Rheinland-Pfalz.

Mit dem Wohnmobil stehen wir auf dem beliebten und immer gut besuchten Womo-Stellplaz direkt an der Saar. Von dort sind es nur etwas mehr als tausend Meter Fußweg bis zur historischen Saarbrücke, die in die Altstadt von Saarburg führt.

Erstmals erwähnt wurde die Saarburg im Jahre 964. Die zwischenzeitlich von Trierer Erzbischöfen als Residenz genutzte Burg wurde im Laufe der Zeit vielfach umgebaut und nach Zerstörungen immer wieder instand gesetzt.

Sehenswert ist insbesondere die Oberstadt von Saarburg im Bereich des Buttermarktes. Mehrere Brücken führen dort über die Leuk, die sich tosend in die Tiefe stürzt und mit ihrem Wasser mehrere Wasserräder antreibt, die zu historischen Mühlen gehören.

Wieder in Saarburg

Unten sammelt sich das Wasser im Leukkessel. Rechts die alten Mühlen.

Das Wasser sammelt sich im sogenannten “Leukkessel”, der auf der einen Seite durch die 15 m hohe Tümpelsmauer sowie auf der anderen Seite durch das langgezogene Gebäude der Hackenberger Mühle begrenzt wird. Früher wurden dort Getreide, Öl und Lohe gemahlen, heute ist darin ein Museum untergebracht. Weitere sehenswerte Objekte in der Oberstadt sind der Fruchtmarkt, das Anfang des 20. Jahrhunderts neu errichtete Rathaus sowie der Boemundhof.

Nach einem Rundgang durch die Altstadt breche ich mit Doxi zu einer 18 km langen Wanderung in südlicher Richtung auf die Höhen oberhalb der Saar auf. Es geht hinauf auf den Kruterberg und anschließend in einer langgezogenen Schleife durch den frisch ergrünten Buchenwald.

Nach einigen Kilometern spüre ich, dass meine Wander-Motivation heute ein wenig zu wünschen übrig lässt. Vielleicht bin ich etwas verwöhnt von unseren fantastischen Touren an der Mosel. Vielleicht bin ich aber auch einfach ein wenig k.o, nachdem wir in fünf Tagen fast 150 Kilometer gelaufen sind. Aber Abkürzen ist hier nicht. Wieder einmal nehme ich mir vor, morgen endlich mal etwas kürzer zu treten. Hat aber in den vergangenen Tagen schon nicht geklappt 🙂

( MITI )

Abendrunde nach Serrig

Abendrunde nach Serrig
Serrig, 16. Mai 2019

Flusslandschaft an der Saar

Tag
5
Direkt an unserem heutigen Womo-Stellplatz in Saarburg fließt die Saar vorbei. Auf meiner Abendrunde mit Doxi folge ich dem Saarradweg in südlicher Richtung und lasse mich dabei ein wenig treiben. In der Abendsonne wirkt die Landschaft am Fluss malerisch. Immer wieder ziehen Fracht- und Passagierschiffe in langsamer Fahrt an uns vorbei.

Wir laufen bis zum Weinort Serrig und verlassen dort den Uferweg. In Serrig befinden sich die südlichsten Weinberge an der Saar. Der Ort wird deshalb als das „Tor zum Saarwein“ bezeichnet. Überwiegend wird Riesling angebaut.

Oberhalb von Serrig erhebt sich das ehemalige Schloss Saarstein, seit mehr als einhundert Jahren ein Weingut. Die Anbauflächen wurden bis in die 1980er Jahre mit einer Feldbahn bewirtschaftet, dem “Feurigen Elias”. Er ist heute am Ortseingang ausgestellt.

Wir laufen durch die Weinberge unterhalb von Schloss Saarstein und steigen dann hinauf in den Kammerforst, einem Naherholungsgebiet von Saarburg. Jetzt, am frühen Abend, ist der Wald mit Vogelstimmen erfüllt. Die Wegführung ist unübersichtlich, doch mein Wandernavi führt mich zuverlässig nach Saarburg und zu unserem Startpunkt zurück. Ich liebe das!

( MITI )

Dreiländerwanderung bei Schengen

Dreiländerwanderung bei Schengen
Schengen, 17.05.2019

Blick von der Moselbrücke hinüber nach Schengen und zum Europa-Museum am Ufer.

Tag
6
Lange schon wollte ich einmal nach Schengen, jenem kleinen Winzerort im Länderdreieck von Deutschland, Luxemburg und Frankreich, der durch das Schengener Abkommen von 1985 zum Synonym für die Reisefreiheit in Europa geworden ist.

Meine erste bewusste Grenzerfahrung als Kind war eine traumatische bei der Einreise in die DDR in den 1970er Jahren, als wir unsere Verwandten in Erfurt besuchen wollten: Die martialisch gesicherten Grenzanlagen, die strenge Ansprache der DDR-Grenzbeamten und mein armer Papa, nahe am Herzinfarkt, weil wir verbotene West-Propaganda (einige Ausgaben des SPIEGEL und des STERN) dabei hatten – das alles hat meine Vorstellungen von Landesgrenzen nachhaltig geprägt.

Wie schön, dass ich heute mit Doxi entlang der Mosel von einem Land ins andere laufen kann – ohne Passkontrollen, Grenzschilder oder Schranken . Herrlich ist das!

Wir parken im deutschen Grenzort Perl am Schwimmbad und laufen von dort nach Schengen hinunter. Die Mosel bildet hier die Grenze zwischen Deutschland und Luxemburg. Gleich hinter der Moselbrücke liegt Schengen mit dem Europa-Musuem und zwei angemalten Betonsegmenten der ehemaligen Berliner-Mauer.

Wir wandern durch den Ort und steigen in die Weinberge auf. Nach einer Weile passieren wir die Grenze zu Frankreich. Aber würde mein Handy jetzt nicht eine Willkommen-SMS des Netzbetreibers empfangen – ich würde es gar nicht bemerken. Erst im nächsten Dorf an der Mosel fallen dann die Unterscheide auf: eine leicht andere Architektur und Wohlstandsniveau, veränderte Strommasten und Straßenlaternen und natürlich die französischen Kfz-Kennzeichen.

Im Weinort Contz-les-Bains wechseln wir wieder zurück auf die andere Seite der Mosel und laufen am Ufer entlang nach Sierck-les-Bains. Der Ort wird vom Chateau der Herzöge von Lorraine überragt.

Weiter geht es nach Apach, dem alten französischen Grenzort zu Deutschland. In den Weinbergen hinter dem Ort wechseln wir fast unmerklich über die grüne Grenze und sind am Ortsrand von Perl wieder in Deutschland. So einfach ist das heute. Eine echte Errungenschaft der europäischen Idee, finde ich.

( MITI )

Rauf zum Schaumbergturm

Rauf zum Schaumbergturm
Tholey, 17. Mai 2019

Links der Schaumbergturm, rechts das Himmelszeit, in dem bei unserem Besuch gerade eine katholische Messe gefeiert wurde

Tag
6
Nach unserem Besuch in Schengen fahren wir am Nachmittag weiter über Saarlouis, Dillingen und St. Wendel ins nördliche Saarland nach Tholey. Unser Ziel ist der Schaumbergturm auf dem Gipfel des Schaumbergs. Der Berg gilt als „Hausberg des Saarlands“, weil er er der höchste Berg des ehemaligen Saargebietes war.

Wir parken unterhalb des Bergs am Freizeitzenturm und wandern über die “Tafeltour” hinauf zum Turm. Der Weg ist gesäumt von zahlreichen Kunstwerken, die in der Natur platziert sind.

Der fast 40 Meter hohe Fernseh- und Aussichtsturm ermöglicht einen weiten Blick in das Umland. Die Aussicht reicht bei guten Bedingungen bis zum Hunsrück im Norden, bis in den Saargau im Westen und bis nach Saarbrücken im Süden. Leider ist an diesem Nachmittag zu viel Feuchtigkeit in der Luft, um tatsächlich so weit zu blicken.

Der Schaumbergturm enthält in seinem Fuß eine Gedenkstätte für die in den Weltkriegen gefallenen Soldaten Deutschlands und Frankreichs. Als deutsch-französische Begegnungsstätte soll er ein Zeichen der Freundschaft zwischen beiden Ländern sein. In den Tagen nach den Terroranschlägen vom 13. November 2015 in Paris erstrahlte der Schaumbergturm nachts in den französischen Nationalfarben blau-weiß-rot, um die Solidarität mit dem Nachbarland auszudrücken.

( MITI )

Am Keltenpark Otzenhausen

Am Keltenpark Otzenhausen
Otzenhausen, 18. Mai 2019

Die rekonstruierte Keltensiedlung in Otzenhausen

Tag
7
Die letzten beiden Tage unserer Womo-Tour an Mosel, Saar und Hunsrück sind angebrochen und wie angekündigt hat das schlechte Wetter Einzug gehalten. Es ist feucht und diesig, als wir ganz früh am Morgen an unserem Übernachtungsplatz in Tholey aufbrechen. Ich habe für heute mehrere Besichtigungspunkte im hohen Hunsrück heraus gesucht.

Als erstes steuern wir den Keltenpark Otzenhausen bei Nonnweiler im Norden des Saarlands an. Der Park liegt zwischen der Talsperre Nonnweiler und einer mehr als zweitausend Jahre alten, mächtigen keltischen Befestigungsanlage am Hang des Dollberges. Nach heutiger Lehrmeinung handelt es sich dabei um die Überreste der Befestigung einer Siedlung des keltischen Stammes der Treverer (nach denen Trier benannt ist).

Archäologen datieren ihre Entstehung in die frühe La-Tène-Zeit (5./4. Jahrhundert v. Chr.). Im 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. wurde die Anlage beträchtlich erweitert. Um das Jahr 51. v. Chr. wurde der Ringwall schließlich von den Römern erobert und anschließend aufgegeben – das Marschlager der Römer befindet sich bei Hermeskeil und liegt in unmittelbarer Nähe.

Wahrscheinlich hätte ich mir denken können, dass die rekonstruierte Keltensiedlung aus diversen Holzhäusern und einer Umfriedung aus mächtigen Baumstämmen morgens um 7:30 Uhr noch nicht zugänglich ist. Aber daß der Park erst um 13:00 Uhr öffnet, damit hatte ich nicht gerechnet.  Also wandere ich mit Doxi erst einmal zur Talsperre Nonnweiler, die früh am Morgen ganz ruhig da liegt. Das Wetter ist nicht wirklich einladend und irgendwie sind wir Beide – Doxi und ich – nicht richtig motiviert.

Also kehren wir zum Wohnmobil zurück und fahren weiter. Ich bin unschlüssig, ob es bei diesem Wetter Sinn macht, tiefer in den Hunsrück vorzustoßen. Schöne Fernblicke sind da auf jeden Fall nicht zu erwarten.

Fahren wir doch erst mal weiter auf der Autobahn richtig Norden und schauen, was passiert. Denn das ist ja schließlich das Schöne am Wohnmobil-Reisen, dass man so flexibel ist … sofern einen das eigene Denken nicht daran hindert 🙂

( MITI )

Tourausklang am Laacher See

Tourausklang am Laacher See
Maria Laach, 18. Mai 2019

Abtei Maria Laach

Tag
7
Wir haben den Hunsrück und die Mosel verlassen und sind wieder in Richtung Norden gefahren, bis die grauen Wolken Platz gemacht haben und der blaue Himmel zum Vorschein kam. Gelandet sind wir in der Vulkaneifel am Laacher See auf einem Waldparkplatz unter mächtigen Buchen.

Im prächtigen Sonnenschein laufe ich mit Doxi um den See zur Abtei Maria Laach, einem vielbesuchten Pilgerort. Die Kirche wurde als Abbatia ad Lacum („Abtei am See“) zwischen 1093 und 1216 als Stiftung Heinrichs II. von Laach und seiner Frau Adelheid erbaut. Der Bau steht in der Tradition der großen rheinischen Kaiserdome in Speyer, Mainz und Worms. Ihren heutigen Namen erhielt die Abtei im Jahre 1863.

Die sechstürmige Klosterkirche, das Laacher Münster, ist eine gewölbte Pfeilerbasilika mit prachtvollem Westeingang, dem sogenannten Paradies . Sie gilt als eines der schönsten Denkmäler der romanischen Baukunst aus der Salierzeit in Deutschland.

Ein Teil des Baumaterials stammt aus den Steinbrüchen am See, der vulkanischen Ursprungs ist. Dies zeigt sich noch heue in Form von Ausgasungen. Der ovale See ist mit rund 3,3 km² der größte See in Rheinland-Pfalz und wird vollständig von einem mehr als 100 m hohen bewaldeten Wall umgeben.

Wie ich aus den Infotafeln am See erfahre, handelt es sich geologisch gesehen um eine wassergefüllte Caldera – ein mehr oder weniger kreisrundes Becken, das durch das Absacken der Decke der entleerten Magmakammer unterhalb des Vulkans entstanden ist.

Am Mittag ist in der Abtei und auf den Uferwegen rund um den See richtig viel los. Als wir später am Tag zu einer Abendrunde um den See aufbrechen, hat sich der Trubel längst wieder gelegt. Allerdings fängt es auf halber Strecke richtig stark an zu regnen. Als wir nach einer knappen Stunde im Regen wieder am Wohnmobil eintreffen, bin ich bis auf die Unterhose durchnässt. Aber kein Problem, ich habe im Wohmobil genug Anziehsachen dabei. Und für Doxi gibt es ein feines Handtuch zum Abtrocknen.

( MITI )