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Kloster Knechtsteden

Kloster Knechtsteden
Delhoven bei Dormagen, 21. März 2020

Blick vom Krigesgefallenen -Friedhof auf die Basilika des Klosters

Gemeinsam mit meiner Wanderfreundin Gabi habe ich heute eine große Waldrunde im Neusser Süden gedreht. Unser Ziel war das Kloster Knechsteden, das rund 15 Kilometer nördlich vor den Toren von Köln liegt.

Das pittoreske Kloster mit seiner hübschen Basilika, diversen Nebengebäuden und einem beliebten Biergarten ist bei gutem Wetter regelmäßig das Ziel zahlreicher Besucher von nah und fern.

Doch aufgrund der Corona-Krise sind wir an diesem wunderbar sonnigen Frühlings-Samstag fast die Einzigen auf dem Gelände.

Beim Kloster handelt es sich um eine ehemalige Prämonstratenserabtei aus dem frühen 12. Jahrhundert, die sich seit 1896 im Besitz des Spiritanerordens befindet.

Die Klosteranlage liegt auf einer sanften Anhöhe neben der Senke eines ehemaligen Rheinarmes. Auf dem Klostergelände inmitten eines Naherholungs- und Naturschutzgebiets befindet sich auch das katholische Norbert-Gymnasium.

Die Baugeschichte und Architektur der Basilika und der gesamten Klosteranlage sind von besonderer kulturhistorischer Bedeutung. Die Basilika wurde in zwei Bauabschnitten zwischen 1138 und 1181 im romanischen Stil errichtet.

Nach der Schlacht von Worringen (1288) und der Belagerung von Neuss durch den burgundischen Herzog Karl den Kühnen (1474) kam es zu Zerstörungen an den Gebäuden des Klosters und an der Basilika. Da das Kloster Anfang des 18. Jahrhunderts finanziell gut ausgestattet war, wurden in dieser Zeit die meisten Gebäude in barockem Stil neu errichtet, darunter auch das Torhaus (1723).

Auf dem Klostergelände befindet sich auch ein kleiner Bauernhof mit Mufflon-Schafen. Die Ostrlämmchen sind bereits geboren und sehen so süß aus. Hoffentlich kommt niemand auf den Gedanken, sie zu essen …

( MITI )

An der Rheinfähre Hitdorf

An der Rheinfähre Hitdorf
Worringen, 28. März 2018

Alles so schön grau hier: Schwäne an der Rheinfähre Langeln-Hitdorf

Oh, Mann, in drei Tagen ist Ostern, aber draußen fühlt es sich an wie im November an Allerheiligen. Wir sind an der Rheinfähre Langeln-Hitdorf zwischen Köln-Worringen und Dormagen unterwegs. Der Himmel ist grau, es regnet und im feuchten Dunst verschwimmen die Häuser auf der anderen Rheinseite.

Der mächtige Strom hat sich längst wieder in sein normales Bett zurückgezogen, doch am Ufer sind noch überall die Hinterlassenschaften des letzten Hochwassers zu erkennen.

Mit Doxi laufe ich rund vier Kilometer in südlicher Richtung am Ufer entlang. Wir blicken auf die vielen Schornsteine und Verladekräne des Bayer Werks Dormagen, die mit jedem Schritt etwas mehr auf uns zukommen. Bald füllt das riesige Werksgelände fast den gesamten Horizont aus. Aber auch hier: Alles grau.

Beim Rückweg entdecke ich dann doch noch die ersten Zeichen des nahenden Frühlings: An einigen Bäumen grünt es schon, Das muss ich natürlich gleich festhalten. Würde man ja sonst gar nicht glauben – bei diesem Wetter 🙂

( MITI )

Zwischen Piwipp und Zons

Zwischen Piwipp und Zons
Piwipp, 9. März 2018

An der Piwipper Fähre gegenüber von Monheim

Eigentlich dachte ich ja, ich kenne das gesamte Rheinufer zwischen Düsseldorf und Köln, aber an diesem Abschnitt bei Dormagen war ich irgendwie noch nie. Eine Wandertour aus dem Internet hat mich an den Rheindeich bei Piwipp geführt, wo sich im Mittelalter ein Kloster befunden haben soll. Auf der anderen Rheinseite liegt Monheim, wo wohl schon ab 1257 eine Rheinfähre mit angeschlossener Landzollstelle existierte.

Spätestens ab 1374 ist der Fährbetrieb zwischen Monheim und “ahm Wittenberg aufem Cöllnischen” urkundlich belegt. Zu dieser Zeit gehörte Piwipp zu Worringen und damit zum Einflussbereich von Köln.

Im Jahre 1566 wurde die Fähre von der Monheimer Kirche verpachtet. 1666 gehörte die Piwipper Fähre dem St. Pantaleonkloster zu Köln. Seit 1809 beförderte der Pächter der Piwipp auch Personen und Vieh von der linken Seite zum rechten Rheinufer. 1977 wurde der Fährverkehr eingestellt, jedoch ab 2013 vom Verein Piwipper Böötchen e.V.” an Wochenenden und Feiertagen zwischen April und Oktober wieder aufgenommen.

Wir laufen am Rhein entlang in südlicher Richtung auf Zons zu, dessen charakteristisches Stadtbild mit Wehrturm, Stadtmauer und Mühle sich alsbald zeigt. In den Bäumen am Rheinufer sind noch die Hinterlassenschaften des letzten Hochwassers zu sehen. Doxi genießt es, aus dem Rhein zu trinken und sich von mir Stöckchen ins Wasser werfen zu lassen.

An Wochenenden ist hier bestimmt eine Menge los, aber an diesem Freitagmittag sind wir fast allein am Ufer unterwegs. Habe ich wieder ein bis dato unbekanntes Stück meiner Heimatregion kennengelernt. Das finde ich gut.

( MITI )