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In der Universitätsstadt Göttingen

Das alte Auditorium Maximum (Foto Daniel Schwen)
Göttingen, 31.08.2016

Das alte Auditorium Maximum (Foto Daniel Schwen | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Tag
1
Wir sind ja eigentlich auf dem Weg ins sächsische Elbsandsteingebirge, um von dort dem Lauf der Elbe bis zur Nordsee zu folgen. Aber erst Mal machen wir auf halbem Wege halt und statten der Universitätsstadt Göttingen und dem schönen Harz einen Besuch ab.

Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass in Göttingen jetzt in den Semesterferien nicht ganz so viel los sein würde. Doch weit gefehlt: Tausende Studenten bevölkern heute die Straßen. In der Innenstadt herrscht an diesem sonnigen Dienstagnachmittag regelrecht Gedränge. Und auf dem Wall rund um die Altstadt ziehen Karawanen von Joggern ihre Runden.

Ich hatte gar keine Vorstellung, wie Göttingen wohl ausschaut. Der Stilmix aus mittelalterlichen Fachwerkhäusern, neoklassizistischen Universitätsgebäuden, neugotischen Gründerzeitvillen und Nachkriegsbausünden aus den 1950er Jahren überrascht mich.

Mancherorts riecht es nach Verfall. An vielen Stellen sind Schilder, Stangen, Geländer und auch so manche Hauswand mit Aufklebern und Graffiti übersät. Mir kommt es ein wenig vor wie Kreuzberg in Südniedersachsen …

( MITI )

Von Schierke hinauf zum Brocken

Blick vom Brocken hinunter in die Landschaft
Schierke, 31. August 2016

Blick vom Brocken hinunter in die Tiefebene

Tag
2
Nach unserem Besuch in Braunlage fahren wir zehn Kilometer weiter nach Schierke. Der kleine Ort gilt als das “Tor zum Brocken”, dem höchsten Berg im Harz (1141 Meter ü. N.N.). Hier hält die Brockenbahn, die hinauf zur Bergspitze fährt, hier geht die Brockenstraße für Betriebs- und Versorgungsfahrzeuge durch und von hier starten die verschiedenen Wanderwege hinauf zum Gipfel.

Ich entscheide mich für den kürzesten (6 Km), aber steilsten und steinigsten Wanderweg hinauf zum Brocken. Der Weg erinnert mich an unseren Aufstieg zum Osser im Bayerischen Wald. Man hat das Gefühl, durch ein ehemaliges Bachbett angefüllt mit großen Granitsteinen zu laufen. Das ist wirklich anstrengend und in der Sonne auch ganz schön warm.

Auf dem Gipfel des Brockens werden wir mit einer herrlichen Fernsicht in den Harz und in die Norddeutsche Tiefebene belohnt. Als wir gerade Rast machen, läuft eine Dampflok der Brockenbahn in der Gipfelstation ein.

Spontan beschließe ich, den Rückweg nach Schierke mit der Bahn zu absolvieren. Die Fahrkarten für die 30-minütige Fahrt kosten für Doxi und mich stolze 37,50 Euro, aber egal. Wann hat man heutzutage schon die Gelegenheit, mit einem Dampfzug zu fahren?

Doxi kommt das alles erst ein wenig komisch vor, aber sie gewöhnt sich schnell an das Schlingern der Wagen. Auf halber Höhe macht der Zug auf einem Nebengleis halt, um einen entgegenkommenden Zug auf der eingleisigen Strecke durchzulassen. Die Lok schnaubt und dampft, überall klicken die Fotoapparate. Ein toller Ausflug.

( MITI )

Braunlage im Harz

Blick von Bruanlage hinauf zum Wurmberg (Foto 'Derzno)
Braunlage, 31. August 2016

Blick von Braunlage hinauf zum Wurmberg (Foto ‘Derzno | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Tag
2
Wir sind auf unserer ersten Station im Harz angekommen. Braunlage (550 m ü. NN) liegt im Nationalpark Harz am Rande des Wurmbergs (971 m ü. NN) und bildet traditionell eines der Zentren des Fremdenverkehrs in dieser Region. Ein touristisches Highlight ist die 1963 eröffnete Wurmbergseilbahn, die längste Seilbahn Norddeutschlands

Bis 1989 lag der Ort direkt an der Grenze zur DDR, die ihn vom Nachbarort Elend trennte. Heute erinnert ein Mahnmal an der ehemaligen innerdeutschen Grenze daran. War Braunlage bis zur deutschen Einheit ein gut besuchter Ferienort, so geriet es in den Folgejahren durch den Wegfall der Zonenrandförderung und die zunehmende Konkurrenz aus dem Ostharz in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten. Und das merkt man dem Ort heute auch an.

Ich wandere am Mittag mit Doxi durch den Ort, Wir passieren den schönen Kurgarten und steuern auf das liebliche Bodetal zu. Doxi nimmt erst Mal einen kräftigen Schluck aus dem Fluss Bode. Anschließend wandern wir durch den Fichtenwald in einer Schleife um Braunlage herum. An der Basisstation der Bergseilbahn erreichen wir wieder den Ort. Alles ganz nett, aber länger bleiben müssen wir hier nicht unbedingt.

( MITI )

Die Türen von Clausthal-Zellerfeld

In Clausthal-Zellerfeld gibt es viele Teiche und Wasserflächen
Clausthal-Zellerfeld, 31.08.2016

In Clausthal-Zellerfeld gibt es viele Teiche und Wasserflächen – hier der Eulenspiegler Teich

Tag
2
Nach unserem Aufstieg zum Brocken verbringen wir den Abend und die Nacht in der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld auf der Oberharzer Hochebene. Wir stehen auf dem kostenlosten Womo-Stellpatz im Ortsteil Zellerfeld und unternehmen von dort einen Abendspaziergang durch den Ort.

Die Umgebung erscheint mir im Vergleich zu Braunlage und anderen Orten im Harz weniger bergig, sondern eher hügelig. Es gibt viele Wiesen, Acker- und Wasserflächen und nicht überall einfach nur Wald.

Die Stadt besteht aus den beiden Stadtteilen Clausthal im Süden und Zellerfeld im Norden. Die Grenze dazwischen bildet der Zellbach. Dass die beiden Gemeinden 1925 nur auf Druck der Obrigkeit zusammengekommen sind, spürt man bis heute.

Die Gegend war seit dem Mittelalter durch den Bergbau geprägt, der heute jedoch nicht mehr existiert. Zellerfeld wurde bei einem Brand im Jahre 1672 fast vollständig zerstört und anschließend mit neuem, schachbrettartigem Grundriss wiederaufgebaut. Mich faszinieren vor allem die vielen teils verfallenen Holzhäuser im Ort und ihre farbenfrohen Portale.

( MITI )

In der Altstadt von Goslar

Die wiederaufgebaute Kaiserpfalz am Rande der Altstadt
Goslar, 1.09.2016

Die wiederaufgebaute Kaiserpfalz am Rande der Altstadt

Tag
3
Von den Hochlagen des Harz sind wir an den Übergang zur Norddeutschen Tiefebene hinabgestiegen, um Goslar zu besuchen. Die Altstadt sowie das am südlichen Stadtrand liegende ehemalige Erzbergwerk Rammelsberg zählen seit 1992 zu den Weltkulturerbestätten der UNESCO.

Schon seit der Römerzeit wurde in der Gegend Erz abgebaut und weiterverarbeitet. im Jahr 1009 n. Chr. begann die für Goslar wichtige Periode als eine zentrale Pfalz des Heiligen Römischen Reiches. Bereits im 12. Jahrhundert hatte die Stadt etwa das Ausmaß der heutigen Altstadt erreicht.

Mit dem Kirchenkreuz aus sieben Kirchen, der Stadtbefestigung und dem Ensemble aus Stiftskirche und Pfalz bildete Goslar eine Residenzstadt, die von zeitgenössischen Chronisten als das „Nordische Rom“ gepriesen wurde.

Ich bin ganz angetan von den vielen Sehenswürdikgeiten, historischen Bauten und lauschigen Gassen. Ich glaube, so viele Fotos habe ich lange nicht mehr an einem Ort aufgenommen.

( MITI )

Wernigerode am Abend

Blick aus der Altstadt hinauf zum Schloss
Wernigerode, 1.09.2016

Blick aus der Altstadt hinauf zum Schloss

Tag
3
Nach meinem beeindruckenden Besuch in Goslar war ich auf Wernigerode gespannt. Die beiden Städte am Nordrand des Harzes trennen nur 40 Kilometer Luftlinie, doch dazwischen lag mehr als 40 Jahre die unüberwindliche innerdeutsche Grenze.

Dass wir uns nun auf ehemaligem sozialistischem Gebiet befinden, signalisieren mir die Plattenbauten am Rande der Altstadt sowie die DDR-typischen Ampelmännchen an den Verkehrskreuzungen.

Doch in der Altstadt von Wernigerode ist 25 Jahre nach der Einheit von der langjährigen Trennung kaum mehr etwas zu spüren: alles hübsch saniert und schön anzusehen.

Mit Doxi erkunde ich zunächst die sehenswerte Altstadt. Anschließend steigen wir zum Schloss Wernigerode oberhalb der Stadt auf. Von dort hat man einen wunderbaren Blick in den Harz und hinüber zum Brocken.

( MITI )