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Im Goldenstedter Moor

Die Moorbahn für den Abtransport des gestochenen Torfs: Eine der Attraktionen im Naturinformationszentrum Goldenstedt.

 Goldenstedt, 4. Juli 2021

Heute sind wir ins große Barnstorfer Vechtaer Moor zehn Kilometer östlich von Vechta geradelt. Dort gibt es mit dem “Haus im Moor” ein Naturinformationszentrum, das über die Entstehung und die Nutzung der Moore durch den Menschen informiert.

Das Goldenstedter Moor ist ein Hochmoor und Teil der Diepholzer Moorniederung, eine der größten noch zusammenhängenden Hochmoorlandschaften Deutschlands.

Einst bedeckten Moore gut zehn Prozent der Fläche Niedersachsen. Doch die Menschen sahen in ihnen nur Ödland. Sie fürchteten in dem unzugänglichen Gelände unter zugehen – Schauergeschichten von Moorleichen und Irrlichtern machten die Runde.

Durch Entwässerung wurden jahrhundertelang die Flächen urbar gemacht, der Torf als Brennmaterial oder Einstreu für Tierställe abgebaut, die Flächen wurden dezimiert und verloren ihren ursprünglichen Charakter – auch im Goldenstedter Moor. Doch 1984 wurde es unter Schutz gestellt und mit der Wiedervernässung begonnen.

Heute kann man dort wieder auf ausgewählten Wegen ein Moor durchstreifen, das an vielen Stellen sein natürliches Aussehen zurückgewonnen hat. Wollgras und der insektenfressende Sonnentau wachsen dort und die Torfmoose lassen das Moor wieder rund einen Millimeter pro Jahr in die Höhe wachsen.

Das Haus im Moor, ein Naturschutz- und Informationszentrum, informiert über alle Themen rund um das Moor. Außerdem bietet es Moorbahnfahrten und einen 900 Meter langen Moorlehrpfad an. Im Moortunnel kann man das Moor aus einer unterirdischen Perspektive erkunden oder von einem Aussichtsturm weite Blicke über die Moorlandschaft werfen.

Ein Muss für Besucher sind die Buchweizenpfannkuchen, die dort mit Blauberen und Schwarzbrot serviert werden – eine traditionelle kalorienreiche Nahrung für die früheren Bewohner dieser kargen Gegend.

( MITI )