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Die Türen von Neuss

Die Türen von Neuss
Neuss, 15. November 2020

Halländisch wirkendes Portal am Stadtpark

In so vielen deutschen Städten habe ich schon Ausschau nach schönen und historischen Haustüren und Portalen gehalten – aber noch nicht in der Stadt vor meiner Haustür, in Neuss.

Das habe ich heute nachgeholt, bei einer sonntäglichen Fahrradttour durch die noch schlafende Quirinusstadt am Rhein. Dabei bin ich auf eine überraschende Vielfalt verschiedener Stile gestoßen.

Und wo ich schon einmal unterwegs war, konnte ich es nicht lassen, und habe auch gleich einige schöne Streetart-Motive fotografiert. Hier also meine Ausbeute einer dreistündigen Tour durch Neuss:

( MITI )

Doxi macht in Kunst

Doxi macht in Kunst
Hombroich, 10. November 2020

Doxi vor dem Eingang der Langen Foundation

Mit Doxi habe ich heute die Raketenstaion Hombroich auf den Kapellener Höhen zwischen Neuss-Holzheim und Kapellen besucht. Dort, vor den Toren von Düsseldorf, befindet sich das international anerkannte Museum “Langen Foundation”, das derzeit wg. des Corona-Lockdowns geschlossen ist.

Aber das große Freigelände der Raketenstation mit seinen Ateliers und Künstlerhäusern ist zugänglich.

Es ist Teil des visionären Projektes des Sammlers Karl-Heinrich Müller (1936 – 2007), auf einem „vernachlässigten Fleckchen Erde“ in Nordrhein-Westfalen Kunst und Natur zu einer einmaligen Synthese zusammenzubringen.

Jahrzehntelang diente das auf keiner Landkarte verzeichnete Gelände in den Erftauen bei Neuss der NATO zu Abwehrzwecken und zur Lagerung von Spreng-Köpfen für Cruise Missiles und Pershing-Raketen.

1992/93 wurde die Einrichtung im Zuge der Abrüstungsabkommen zwischen den NATO-Staaten und der ehemaligen UdSSR stillgelegt.

1994 erwarb Karl-Heinrich Müller die 13 Hektar große Fläche und entwickelte gemeinsam mit Erwin Heerich, Oliver Kruse und Katsuhito Nishikawa ein einmaliges Kultur- und Kunstraumprojekt.

1994 besuchte der Star-Architekt Tadao Ando die Raketenstation und sah diese in ihrem Urzustand. Begeistert von Müllers Plänen entwickelte Ando ein Architekturmodell, das 1996 auf der Biennale in Venedig vorgestellt und bis heute in wesentlichen Teilen umgesetzt wurde.

Die Architektur ist ein Meisterwerk aus Glas, Beton und Stahl, in dem die Besucher ein faszinierendes Spiel von Innen und Außen, Kunst und Natur, Licht und Schatten erleben. Ein wirklich einzigartiger Ort, der sich bei unserem Besuch heute durch die kräftige Herbstsonne in all seiner Strahlkraft präsentieren konnte.

( MITI )

Heimatrunde Richtung Hombroich

Heimatrunde Richtung Hombroich
Lüttgenglehn, 10. November 2020

Herbstsonne hinter einem bunt gefärbten Laubbaum

Erst war ich fünf Tage krank, dann wollte sich die Sonne nicht zeigen. Aber heute Morgen passt endlich wieder alles für eine große Runde durch unsere Region.

Es geht zu Fuß und mit Doxi an meiner Seite von Büttgen über Grefrath, Holzheim, Kapellener Höhen (Hombroich), Lüttgenglehn und dem Rittergut Birkhof zurück nach Büttgen – insgesamt 17 km.

Und die ganze Zeit erstrahlt über uns ein tiefblauer Himmel, während die Sonne die herbstlich bunt gefärbte Landschaft zum Leuchten bringt. Einfach herrlich ist das.

( MITI )

Herbst im Rhein-Kreis Neuss

Herbst im Rhein-Kreis Neuss
Kapellen, 30. Oktober 2020

Tief steht die Herbstsonne über der Langen-Foundation zwischen Neuss-Holzheim und Kapellen

Mehr als 300 km bin ich in diesem Monat gewandert, größtenteils von zu Hause aus und immer auf der Suche nach den Farben des Herbstes.

Am Monatsanfang trugen die meisten Bäume noch ihr grünes Sommerkleid. Doch zwei Wochen später wurde es unübersehbar bunt an den Wegen, in den Gärten und in den Baumschulen rund um mein Heimatdorf Büttgen.

Der Himmel war meist grau, doch die Natur leuchtete in immer kräftigeren Gelb- und Rottönen dagegen an. Und in den Vorgärten konnte man sogar noch die eine oder andere spätblühende Pflanze entdecken.

Hier eine kleine Auswahl meiner schönsten Herbstimpressionen des Monats Oktober aus dem Rhein-Kreis Neuss.

( MITI )

Streetart Neuss

Streetart Neuss
Neuss, 17. Juli 2020

08/15 einmal anders interpretiert

Eine der beliebtesten Flächen für Streetart in Neuss ist die Hammer Eisenbahnbrücke auf den Rheinwiesen in Richtung Düsseldorf. Der Zufall will es, dass ich hier bei einer Radtour Unterschlupf suche, um einem überraschenden Starkregen aus dem Weg zu gehen.

Auf Neusser Seite ist Jeder der zwölf massiven Brückensockel aus Beton beidseitig bemalt, und ich staune nicht schlecht beim Anblick der aktuellen Motive. Denn vor einigen Jahren wirkten die Graffitis noch viel fröhlicher und strahlten richtig viel Lebensfreude aus.

Die alten Motive sind längst übermalt, mehrfach vermutlich. Die aktuellen “Paintings” haben eine eher dystopische, teilweise verstörende Anmutung. Zwei Arbeiten bringen es auf den Punkt: Endzeit.

Ja, so ändert sich der Zeitgeist und mit ihm die Motive und Inpsirationen der Streetart-Künstler. Sogar das Thema Corona hat hier bereits seinen Niederschlag gefunden. Interessant.

( MITI )

Kirschblüte an der Langen Foundation

Kirschblüte an der Langen Foundation
Neuss-Holzheim, 24. März 2020

Zugang zum Hauptgebäude der Langen-Foundation

Wieder ein kalter Frühlingstag mit herrlichem Sonnenschein. Mit dem Fahrrad mache ich mich auf zur sieben Kilometer entfernten ehemaligen NATO-Raketenstation bei Neuss. Dort hat seit 2004 die Langen Foundation ihren Sitz, eine private Kunststiftung, die der Kunstsammlung von Marianne und Viktor Langen gewidmet ist.

Der Ausstellungskomplex mit einigen bemerkenswerten Bauwerken wurde von dem japanischen Architekten Tadao Ando entworfen. Charakteristisch ist die sichtbare Struktur der Schaltafeln an den Wänden aus geglättetem Beton.

Das aus Beton, Glas und Stahl errichtete Hauptgebäude verbirgt sich, von der Ferne kaum sichtbar, hinter begrünten Erdwällen und gräbt sich zum Teil tief in den Boden ein. Im Moment ist die Ausstellung wegen der Corona-Kirse geschlossen, doch auf dem Zugangsweg am Rande einer künstlichen Wasserfläche blühen derzeit die Zierkirschen. Ganz wunderbar sieht das aus.

( MITI )