vor zwei Wochen:
Ankochen gegen Kälte & Dauergrau

Hier entstehen Zitronen-Spaghetti mit Riesengarnelen
So anhaltend grau und kalt habe ich lange keinen Winter mehr erlebt. Sonnentage Mangelware. Da wird es Zeit, die warme Jahreszeit bei einem kräftigen Herdfeuer herbei zu beschwören. Am besten mit einem Essen, das intensiv nach Sommer duftet und schmeckt, genauer gesagt nach mediterraner Zitrone.
Bei uns gibt es heute Zitronen-Spaghetti mit Riesengarnelen, ein ganz einfaches, aber wirkungsvolles Rezept. Die Spaghetti normal kochen und nach dem Abseihen im Topf mit Sahne, frisch geriebener Zitrusschale, Zitronensaft und geriebenem Parmesankäse vermengen. Dann noch etwas frisch gemahlenen Pfeffer und Chiliflocken dazugeben.
Obenauf kommen die Riesengarnelen, die wir in einer Pfanne mit gutem Olivenöl, gehacktem Knoblauch, Petersilie und frischem Rosmarin kurz und scharf angebraten haben. Das schmeckt, als säße man bei einer frischen Brise im Schatten eines duftenden Zitronenheins ganz nah am Meer und ließe es sich sommerlich gutgehen.
vor einem Monat:
Goethes „Märchen“ heute

Goethe-Museum Düsseldorf im Schloss Jägerhof
In seiner Winterausstellung nimmt sich das Goethe-Museum Düsseldorf einem ganz und gar wundersamen Stück deutscher Literaturgeschichte an, über dessen Interpretation bis heute debattiert wird: Goethes geheimnisvolles „Märchen“, verfasst in einer Zeit voller Umbrüche, Kriege und Flucht, ist keine gewöhnliche volkstümliche Erzählung, sondern ein Kunstmärchen.
Wunder, Magie, sprechende Tiere, tödliche Pflanzen, das alles kommt darin vor. Erstmals erschien die fantastische Erzählung 1795 in der von Friedrich Schiller herausgegebenen Zeitschrift „Die Horen“ als letzter Beitrag zu Goethes Novellenzyklus „Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten.“
Die stark verkürzte und um einige Nebenstränge reduzierte Handlung geht in etwa so:
Schauplatz des Geschehens ist eine erst allmählich erkennbare antike Landschaft, die durch einen Fluss geteilt ist. Überquert werden kann dieser nur mithilfe des Fährmanns oder der Schlange, wenn sie sich am Mittag in eine Brücke verwandelt, oder über den abendlichen Schatten eines gewaltigen Riesen. Unterirdisch befindet sich nahe dem Fluss ein Tempel, der vier Könige in Form von Statuen beherbergt.

Die schöne Lilie hat den Tod ihres geliebten Kanarienvogels zu betrauern und der Jüngling richtet sich selbst durch die freiwillige Berührung der schönen Lilie, die er liebt. Um beide zu retten, opfert sich die grüne Schlange auf. Aus ihren Überresten entsteht eine dauerhafte Brücke über den Fluss.
Obendrein setzt sich der unterirdische Tempel in Bewegung, unterquert den Fluss, steigt am gegenüberliegenden Flussufer wieder empor und nimmt die Hütte des Fährmanns als Altar in sich auf. Der Jüngling wird zum König ernannt und nimmt die schöne Lilie zu seiner Frau. Das Volk ist begeistert, drängt in den Tempel und bestaunt dort seinen König, seine Königin und deren Gefolge. Soweit die Erzählung.
Die Ausstellung im Goethe-Museum Düsseldorf thematisiert die Handlung und die Figuren des Märchens, zeigt Zeitzeugnisse und geht Fragen nach, etwa: Warum wählte Goethe hier einmalig die Literaturform des Märchens? Was sagen uns solche Geschichten inmitten von Krisen und Konflikten heute? Oder: Kann KI Märchen so erzählen wie einst Goethe oder die Brüder Grimm?
Das alles ist liebevoll inszeniert, aber die wesentliche Erkenntnis war für mich heute, dass Goethe überhaupt eine solch fantastische Geschichte verfasst hat. Davon hatte ich bis dato noch nie etwas gehört. Alles so ganz anders, als in Goethes sonstigen Werken. „Wenn da vor 230 Jahren nicht auch mal Drogen im Spiel waren“, kam es mir spontan in den Sinn. Sollen abends am lauschigen Kaminfeuer ja gerne mal geknastert haben, die Herren Goethe und Schiller…
vor drei Monaten:
Zwei Jahre Gitarrelernen

Jetzt sind auch wieder die Weihnachtslieder dran
Heute vor zwei Jahren habe ich begonnen, autodidaktisch das Gitarrespielen zu erlernen. Erst mit einem Lehrbuch, dann auch mithilfe von Online-Videos, die u.a. auf YouTube Legion sind. Jetzt ist es an der Zeit, ein erstes Fazit zu ziehen.
Die positive Nachricht: Ich kann einstimmige Melodien – Pop-Songs, Volkslieder, Weihnachtslieder, Kirtans – mittlerweile vom Blatt spielen. Mein Repertoire umfasst mehr als 50 Songs und wenn ich die nacheinander durchspiele, bin ich fast zwei Stunden beschäftigt.
Das macht richtig Freude, sorgt für gute Laune und hat insbesondere bei Kirtans und christlich-religiösen Liedern auch einen wohltuenden Effekt auf die Seele. „Maria durch ein Dornwald ging“, das „Jaya Ganescha“ und viele weitere Songs aus dem Yoga Vidya Kirtanbuch gehören da zu meinen Lieblingsliedern.
Die weniger positive Nachricht: Mit den Akkorden in der linken Hand ist es noch nicht richtig vorangegangen. Da tue ich mich beim Greifen schwer, obwohl ich doch Linkshänder bin und das Akkordspiel an der Orgel seit Kindertagen gewöhnt. Doch irgendwann im zweiten „Lehrjahr“ habe ich das Üben in diesem Bereich auf Pause gestellt, weil es mit dem Melodiespiel so viel besser voranging.
Beim Akkordspiel muss ich also demnächst wieder anknüpfen. Im Moment steht das jedoch noch nicht auf dem Programm, weil ich so intensiv mit dem Studium beschäftigt bin. Ich hoffe, die Zeiten werden in dieser Hinsicht wieder besser, denn das Gitarrespielen ist wirklich etwas Feines, das ich nicht mehr aufgeben möchte. So viel habe ich in den letzten zwei Jahren gelernt 🙂
vor sechs Monaten:
Malen wie Mark Bradford

Alle Bilder erstellt nach meinen Vorgaben
Neu aus der KI auf meiner Festplatte: Frisch imaginierte Bilder in der Art von Mark Bradford (*1961).
Bradford, der in Los Angeles aufwuchs und ursprünglich eine Friseurlehre absolviert hatte, studierte später Kunst am Santa Monica College und am California Institute of the Arts. Der heute vielfach ausgezeichnete afroamerikanische Künstler ist bekannt für seine strukturierten abstrakten Gemälde, die Collage mit Farbe kombinieren.
Die teils großformatigen Arbeiten bestehen aus Schichten von Papier und manchmal auch Schnüren, die er mit verschiedenen Werkzeugen und Techniken formt, darunter Reißen, Zerkleinern, Kleben, Waschen und Schleifen.
Regelmäßig sammelt er dafür in den Vierteln seiner Umgebung Plakate, die sich an ärmere Bevölkerungsschichten richten und diesen günstige Übergangswohnungen, Nahrungsmittelhilfe, Schuldenerlass, schnelles Geld oder Rechtsberatung bei Scheidung und Sorgerechtsstreits versprechen.
Bradford betreffen solche Sorgen nicht. Seit 2015 ist er der lebende afroamerikanische Künstler mit den höchsten Auktionspreisen. Sein monumentales Gemälde Helter Skelter I wurde im März 2018 für 12 Millionen US-Dollar verkauft. Einige seiner Werke hängen auch bei uns um die Ecke in den Ausstellungshallen der Museuminsel Hombroich, aber diese Arbeiten sind älter und kleinformatig. Von daher waren sie ganz sicher nicht so teuer.
vor neun Monaten:
Hier blüht der Kartoffelbrei

So sieht es in diesen Wochen auf bis zu 300.000 Hektar Ackerfläche in Deutschland aus
Ende Mai, viele Garten- und Wildpflanzen haben ihre Blüte bereits hinter sich, doch bei uns im Rheinland sind jetzt zahlreiche Feldflächen mit rosa-gelben Kronen übersät. Es sind die Kartoffeln, die jetzt erblühen, obwohl aus den Blütenständen gar keine Früchte erwachsen.
Denn die wachsen ab der Blütezeit bekanntlich unterirdisch heran – von kleinen Knoten zu satten, stärkehaltigen Knollen. Von nun an in 100 bis 150 Tagen – je nach Sorte – sind die neuen Kartoffeln des Jahrgangs 2025 erntereif. Und dann gibt’s bestimmt auch mal wieder leckeren Kartoffelbrei. Wenn nicht schon zuvor 🙂
vor zwei Jahren:
Hypeobjekt Sneaker

Inszenierung im Forum NRW
Als ob’s nur Schuhe wären: Der Sneaker, ursprünglich ein reiner Sportschuh, genießt seit den 1980er Jahren Kultstatus. Durch Einflüsse aus dem Basketball- und der Hip-Hop-Kultur eroberte er die Straßen. Später wurde zum Designobjekt der Massenkultur und schaffte es sogar auf die Laufstege großer Luxusmarken.
In Zusammenarbeit mit bedeutenden Stars und Künstler*innen entstehen heute Modelle, die weltweit gesammelt werden, zuweilen tausende Euro kosten und via Internet binnen weniger Augenblicke ausverkauft sind.
Das Forum NRW widmet dem Kultschuh eine Ausstellung, in der vor allem der Hype um die schönsten, coolsten und ausgefallensten Sneaker thematisiert wird. Daneben wird gezeigt, wo der Sneaker herkam und wie alles begann.
vor zwei Jahren:
Tim Berresheim im Forum NRW

Tumblewweed Moon, 2014
Es gibt Kunstausstellungen, die erschlagen einen regelrecht durch die Anzahl der Exponate und die Intensität der Objekte. So ist es uns ein wenig mit der Ausstellung von Tim Berresheim im Forum NRW gegangen. Hinterher mussten wir erst einmal eine Runde durch den angrenzenden Stadtpark drehen, um die Vielzahl der Reize zu verarbeiten.
Tim Berresheim (*1975) hat an der Kunstakademie Düsseldorf studiert und gilt heute als einer der Pioniere computerunterstützten Kunst. Seine Arbeiten sind schwer zu beschreiben und teilweise auch nicht einfach zu fassen.Beim Rundgang durch die Ausstellung fragt man sich eingangs vielleicht „was soll das?“. Aber dann entdeckt man nach und nach in den Bildern einen roten Faden aus Elementen der Kunstgeschichte, Technologie, Wissenschaft und Natur. Berresheim selbst spricht von „Künstlerischer Gegenwartsarchäologie“.
Der gebürtige Aachener ist ein äußerst produktiver Künstler. Seine neuesten Arbeiten bezeichnet er als „Fundleere Schicht“ – ein Begriff aus der Archäologie, wenn zwei aufeinandertreffende Epochen keine gemeinsamen Artefakte hinterlassen. Berresheims will mit seinen Werken diese Lücke schließen.
Immerhin hat er es damit bereits in die Sammlungen des Museum of Modern Art (New York), und die Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland (Bonn) geschafft. Vielleicht gefallen seine Werke nicht auf den ersten Blick, aber sie sind in jedem Fall beeindruckend.
vor drei Jahren:
Bezauberndes Arras

Rathaus von Arras mit mächtigem Belfried
Wir beenden den Tag in Arras auf halbem Weg zwischen Amiens und Lille. Es ist die dritte Stadt mit dem Anfangsbuchstaben A heute, nach Abbeville und Amiens.
Arras liegt in der Region Hauts-de-France und ist Verwaltungssitz des Départements Pas-de-Calais, rund 50 km südlich von Lille.
Die Stadt lebte lange vom Handel sowie dem Anbau und der Verarbeitung von Zuckerrüben. Große Bedeutung hatte auch die Tapisserie-Herstellung, deren Erzeugnisse bis heute unter dem Namen „Arrazzi“ vertrieben werden.Überregional bekannt wurde die Stadt im Mittelalter durch ein schlimme Phase von Denunziationen, Ketzer- und Hexenjagden, die der polnische Schriftsteller Andrzej Szczypiorski in seinem Roman „Eine Messe für die Stadt Arras“ verarbeitete.
Im Zentrum der Stadt beeindruckt vor allem das prächtige historische Rathaus mit einem riesigen Belfried, sowie zwei große Plätze, die Grande Place und die Place des Héros.
Beide sind von einem Ensemble restaurierter barocker Gebäude umgeben und sehen wirklich chic aus. Außerdem gibt es eine spätbarock-klassizistische Kathedrale, die zwischen 1778 und 1833 erichtet wurde.
Spannend ist aber auch, was man nicht sieht, denn 10 Meter unterhalb der Stadt erstreckt sich mit den „Boves“ ein gut erhaltenes Tunnelnetz, das ab dem 10. Jahrhundert erbaut wurde.
Ziel war es, die Keller aller Einwohner durch Tunnel miteinander zu verbinden. Der Aushub wurde zum Bau weiterer Häuser verwendet.
Während der Weltkriege wurden die Boves als unterirdischer Bunker genutzt, um dort Soldaten, Bewohner und wertvolle Gegenstände vor Bomben zu schützen. Das bewahrte die Stadt im Ersten Weltkrieg vor der Eroberung durch deutsche Truppen.
vor drei Jahren:
Amiens, Hauptstadt der Picardie

Palais Picardi, heute ein Museum
Ich bin wegen der Kathedrale nach Amiens gekommen, doch auf meinem zweistündigen Stadtspaziergang mit Doxi entdecke ich viele weitere sehenswerte Gebäude. Nur die Hortillonnages, ein von Kanälen durchzogenes, jahrhundertealtes Obst- und Gemüseanbaugebiet im Osten der Stadt haben wir leider verpasst.
Amiens war und ist die Hauptstadt der Region Picardie im Norden Frankreichs, die rund 2 Millionen Einwohner umfasst. Die Stadt liegt an der Einmündung der Flüsse Selle und Avre in die Somme, rund 120 km von Paris entfernt.Bevor die Römer sich in dieser Region festsetzten, hatten dort die keltischen Ambiani gelebt. Auf deren Stammesnamen geht die Bezeichnung „Amiens“ zurück. Die ältesten Siedlungsspuren in der Region weisen allerdings bereits 700.000 Jahr zurück, wie die Funde von Faustkeilen zeigen.
Bereits in römischer Zeit war Amiens ein wichtiger Knotenpunkt auf dem Weg von Südfrankreich an die nordfranzösische Küste und weiter nach Brittanien.
Die Stadt prosperierte im Mittelalter als Handelszentrum, was den Bau der berühmten Kathedrale Notre Dame d’Amiens möglich machte – bis heute der größte Sakralbau Frankreichs.
Bei der Annäherung an die Stadt von Norden ist die Kathedrale bereits aus einer Entfernung von mehr als 30 km sichtbar.
Daneben erscheint ein zweiter hoher Turm, der auf den Wiederaufbau der Stadt zurückgeht, nachdem das Zentrum im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört wurde: Der 1952 fertiggestellte Tour Perret des gleichnamigen Architekten und Wiedererbauers von Le Havre. Er überragt mit 104 Metern Höhe die Kathedrale und ist ein prägendes Element der Stadtsilhouette.
Wir stehen mit dem Womo rund 15 Fußminuten von der Kathedrale entfernt nicht schlecht auf einem kostenlosen Parkplatz am Zoo. Doch es ist nach früh am Nachmittag und deshalb beschließe ich, weiterzufahren. Das war auf jeden Fall schon einmal das zweite A an diesem Tag. Nun kommt das dritte.
vor drei Jahren:
Die Kathedrale von Amiens

Seitlicher Blick auf die Katehdrale von Amiens von Norden
Ich habe auf dieser Reise bereits einige mächtige und prunkvolle Kirchen, Döme und Kathedralen gesehen, in Metz, Nancy, Rouen, Reims und Paris. Aber ein Bauwerk fehlt noch, der größte Sakralbau Frankreichs: die gotische Kathedrale von Amiens.
Der Grundstein für die Errichtung von „Notre Dame d’Amiens“ wurde im Jahre 1220 gelegt. Erstmals in der Bautradition der damaligen Zeit sollte nach einem gezeichneten und detailliert ausgearbeiteten Plan gearbeitet werden.Die Länge der Kathedrale beträgt 145 Meter, die Höhe 42 Meter. Die Grundpfeiler ragen bis zu neun Meter in die Tiefe und sind als eine Art Raster verbunden, um dem Bau mehr Stabilität zu verleihen.
Zu ihrer Zeit war dies der höchste Kirchenraum der christlichen Welt, was den Bischof von Beauvais herausforderte. Er initiierte der Errichtung einer noch höheren Kirche, die dann 1284 – noch im Bau befindlich – aufgrund statischer Mängel einstürzte.
Die Kathedrale von Amiens weist eine Fläche von 7700 Quadratmetern auf, das Volumen beträgt 200.000 Kubikmeter. Das entspricht dem Doppelten von Notre-Dame de Paris und lässt sie im Inneren wirklich gewaltig wirken, vor allem in der Höhe. Der Bau strebt dem Himmel entgegen.

Der Innenraum ist mit viel Gold, prunkvollen Figuren und aufwändig gestalteten Gittern ausgestattet, die die zahlreichen Seitenkapellen und auch den Chor abgrenzen.
Der Fußboden ist ornamental mit hellen und dunklen Steinfliesen belegt. Berühmt wurde das 12 Meter mal 5 Meter messende Bodenlabyrinth. Gläubige, die sich eine Pilgerfahrt nach Jerusalem nicht leisten konnten, wurde nach dem Abgehen und Beten auf dem Labyrinth ein Ablass ihrer Sünden gewährt.
Ich war zwar schon im heiligen Land, aber das Labyrinth bin ich dennoch abgeschritten. Man weiß ja nie … 🙂
vor drei Jahren:
Abbeville an der Somme

Palais im Stadtzentrum
Noch einem wunderbaren Morgenspaziergang an den Salzwiesen der Somme-Mündung in Le Crotoy mache ich mich auf den Weg ins Landesinnere, nach Amiens. Die Fahrt führt entlang der Somme über Abbeville, wo wir einen kleinen Spaziergang durch die Innenstadt unternehmen.
In den 1830er-Jahren nahe Abbeville entdeckte altsteinzeitliche Faustkeile belegen eine Besiedlung der Region durch den Homo heidelbergensis bereits vor mehr als 650.000 Jahren.Wirtschaftlich gesehen war Abbeville im Mittelalter seit dem 12. Jahrhundert ein wichtiger Handelshafen am Ärmelkanal. Hier blühte das Tuchmacherhandwerk und die Stadt war im 13. Jahrhundert Mitglied der Londoner Hanse.
Schätzungen zufolge hatte Abbeville damals bis zu 40.000 Einwohner – heute sind es noch 20.000.
Die zunehmende Versandung der Somme-Bucht drängte das Meer im späten Mittelalter weit nach Norden zurück. Damit ging seit dem 17. Jahrhundert ein ökonomischer Verfall der Stadt einher.
Vom einstigen Wohlstand zeugt noch heute die prunkvolle Stiftskirche Sankt Wulfram im Herzen der Stadt. Eindrucksvoll vor allem die drei Portale der Westfassade im Stil der Spätgotik.
Bald verlassen wir Abbeville in Richtung Amiens. Das war das erste A heute.
vor drei Jahren:
Die Türen von AAA

Heute habe ich drei Städte im Norden Frankreichs besucht, die mit einem A beginnen, und das auch noch in alphabetisch korrekter Reihenfolge: Abbeville, Amien und Arras. Hier die schönsten Türen und Portale aus diesen drei Städten.
vor vier Jahren:
Rund um Schin op Geul

Blick auf die Geul
Heute sind wir bei herrlichem Vorfrühlingswetter ganz im Süden der Niederlande unterwegs. Die Gegend rund 12 km westlich von Maastricht ist ein beliebtes Urlaubsziel, bildet sie doch die einzige Hügellandschaft in unserem ansonsten sehr flachen Nachbarland.
Die Region wird durch die Geul (dt. Göhl) geprägt, einem 58 km langen Fluss, der auf belgischem Gebiet in der Nähe von Aachen entspringt und nördlich von Maastricht in die Maas mündet.Zahlreiche historische Schlösser reihen sich im Geultal aneinander. Sie alle füllen ihre Verteidigungsgräben mit dem Wasser des Flusses.
Wir laufen vom Fluss hinauf auf die Höhen, durchqueren kleine Wald- und Feldabschnitte und stoßen am Rande von Valkenburg auf den Biesbosch. Dahinter steigen wir für einen Abstecher nach Valkenburg wieder ins Tal hinab.
Nach unserem Streifzug durch Valkenburg erreichen wir am Ortsrand erneut den Fluss und laufen parallel zur Bahnstrecke von Heerlen-Maastricht zurück nach Schin op Geul. In dem kleinen Ort wird heute Karneval gefeiert. Viele Häuser sind geschmückt und auf den Straßen sind Jecken unterwegs.
Wir schauen uns das bunte Treiben ein wenig an und erreichen bald nach vier Stunden und knapp 14 km Wegstrecke wieder unseren Startpunkt im Grünen. Eine kurzweilige und aussichtsreiche Wanderung durch eine liebliche Gegend.
vor vier Jahren:
Bummel durch Valkenburg

Blick über den Campingplatz am Wilhelminaturm hinunter nach Valkenburg. Im Hintergrund die Ruine der Valkenburg.
Eigentlich dreht unsere Wanderung rund um Schin op Geul kurz vor Valkenburg ab und lässt die Altstadt von Valkenburg links liegen. Doch wir sind neugierig und unternehmen einen Schlenker, der uns von den Höhen am Biesbosch hinunter nach Valkenburg führt.
Valkenburg war seit 1840 eines der beliebtesten Ausflugsziele in den Niederlanden und über Jahrzehnte das Zentrum des Tourismus im Süden des Landes.Die Stadt verfügt über eines von 14 Kasinos in den Niederlanden, eine quirlige Altstadt mit vielen Bars und Restaurants und zahlreiche teils luxuriöse Hotels.
Wir stoßen zunächst auf den Wilhelminatoren (Wilhelminaturm), der die Stadt weithin sichtbar überragt. Von dort hat man einen herrlichen Blick hinunter nach Valkenburg.
An den Turm schließt sich eine Sommerrodelbahn an, ein Minigolfplatz, ein kleiner Vergnügungspark und ein Campingplatz unmittelbar an der Ruine Valkenburg oberhalb der Altstadt. An diesem sonnigen Sonntagvormittag ist dort überall richtig viel los.
Wir laufen hinunter in die Altstadt und gönnen uns dort eine holländische Spezialität: Pommes Spezial mit Zwiebeln, Mayo und Ketchup. Anschließend geht es über den Geulpark am Ostrand von Valkenburg wieder auf unsere Wanderstrecke rund um Schin op Geul.
vor neun Jahren:
In der Teverener Heide

Typische Heidelandschaft in winterlichem Rotbraun
Der Rosenmontag ist da! Bevor bei uns im Dorf der Karnevalsumzug um 14:14 startet, breche ich mit Doxi am frühen Morgen zu einer Wanderung durch die Teverener Heide auf.
Das Naturschutzgebiet aus Heide, Moor und Wald erstreckt sich auf einer Fläche von rund 4,5 km² westlich des Ortes Teveren im südlichen Kreis Heinsberg entlang der deutsch-niederländischen Grenze.
Die Heide bietet einen guten Lebensraum für viele zum Teil seltene Pflanzen und Tierarten. Zahlreiche kleinen Seen, die durch den Abbau von Sand und Ton im 20. Jahrhundert entstanden sind, tragen zu einem abwechslungsreichen Landschaftsbild bei.Gemeinsam mit den nahegelegenen Naturschutzgebieten Rodebach und der Brunssumer Heide bildet die Teverener Heide den Heidenaturpark.
Auf deutscher Seite grenzen die Städte Geilenkirchen, Übach-Palenberg und Gangelt an das Gebiet. Auf niederländischer Seite liegt die Stadt Brunssum.
Am nördlichen Rand der Heide befindet sich die NATO-Airbase Geilenkirchen, der Heimatflugplatz des NATO-E-3A-Verbandes mit seinem Frühwarnsystem AWACS.
Wir laufen ein Stück weit entlang des gut gesicherten Schutzzauns der Airbase und können dabei auch zwei AWACS-Flugzeuge mit ihrem charakteristischen Radarpilz („Radom“) auf dem Rücken ausmachen. Ein interessanter Kontrast zur naturbelassenen Heidelandschaft.
vor zehn Jahren:
Auf der Festung Ehrenbreitstein

Festung Ehrenbreitstein von Rhein aus gesehen (Foto Holger Weinandt | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)
So oft kommen wir auf unseren Reisen an Koblenz vorbei, doch noch nie war ich auf der Festung Ehrenbreitstein.
Deshalb habe ich heute das herrliche Wetter genutzt, um in Anschluss an unsere Wanderung entlang der Our noch einen Abstecher an den Zusammenfluss von Rhein und Mosel zu unternehmen.
Und das hat sich wirklich gelohnt: Die massive Festung und der Ausblick hinunter auf den Rhein und auf das Deutsche Ecke haben mich wirklich beeindruckt. Was für ein imposantes Denkmal der Zeitgeschichte.
vor zehn Jahren:
An der Our

Europadenkmal im Dreiländereck von Deutschland, Belgien und Luxemburg
Heute waren wir im Deutsch-Luxemburgischen Grenzgebiet entlang der Our unterwegs. Der wild-romantische Fluss entspringt in Belgien unweit der Kyll-Quelle und bildet im nördlichen Teil Luxemburgs die Grenze zu Deutschland.
Die Region in den Ardennen links und rechts des Flusses ist sehr wald- und wasserreich und deshalb ein beliebtes Wandergebiet.
Unsere Wanderung begann am Europadenkmal nahe dem Dreiländereck Belgien–Deutschland–Luxemburg.Von dort ging es mehrere Kilometer in südlicher Richtung an der Our entlang bis zur Kalbermühle. Dann verließen wir den Fluss und wanderten durch den Wald, an einem Steinbruch vorbei, bis zum Dorf Lieler auf einer Anhöhe.
Von dort ging es zwischen Wiesen und Kuhweiden hindurch wieder hinab in den Wald und entlang des Reibachs, der die Grenze zwischen Luxemburg und Belgien bildet, wieder zurück zu unserem Startpunkt.
Anschließend fuhren wir mit dem Auto noch ein wenig entlang der Our und genossen das schöne Panorama.
Wir passierten eines der größten Pumpwasserspeicherbecken Europas und machten einen kurzen Abstecher in den Grenzort Vianden, einem der wichtigsten Touristenorte Luxemburgs.
Über der Stadt thront die mächtige Burg Vianden, die in den letzten Jahrzehnten liebevoll restauriert wurde.
Ihre Geschichte ist eng mit dem niederländischen Herrscherhaus von Oranien-Nassau verbunden. Sie ist deshalb ein Anziehungspunkt für viele Besucher aus den Niederlanden. Und auch wir kommen gerne noch einmal wieder in diese schöne Gegend.
vor zwölf Jahren:
Der ultimative Treppentest, Teil II
Rothenburg hat so viel zu bieten, u. a. eine komplett erhaltene Stadtmauer.
Auf mehr als zwei Kilometer Länge wird die mächtige Maueranlage von einem überdachten Wehrgang in fünf bis sieben Metern Höhe gekrönt wird.Entlang dieses Wehrgangs kann man die Altstadt wunderbar aus allen Winkeln von oben betrachten.
Hinauf führen an zahlreichen Stellen enge, steile und ziemlich ausgetretene Treppen. Überall stehen Warnschilder „Betreten auf eigene Gefahr“.
Der Wehrgang selbst ist ziemlich schmal. Als uns eine Gruppe Asiaten auf Europa-Tour entgegenkommt, wird es richtig eng.
Dann wird der Weg zu einem hervorragenden Übungsparcours für Doxi, den wir in den drei Tagen insgesamt sechsmal absolviert haben, davon zweimal in der Nacht mit Taschenlampe.
Das war richtig aufregend, aber Doxi hat die Aufgabe gut gemeistert. An einigen Stellen blieb sie stehen, um Menschen und Tiere auf der Straße unter uns zu beobachten. Ich fand es auch toll.

