Eifelschleife Frühstücksbuche

Eifelschleife Frühstücksbuche
Nettersheim, 4. August 2020

Reste eines Kleinkastells an der ehemaligen Römerstraße von Trier nach Neuss in der Nähe der Urft

Bevor es bei uns im Rheinland für zehn Tage richtig heiß wird (bis zu 35°), waren wir heute noch einmal bei lieblichen Temperaturen in der Eifel wandern.

Unsere Tour beginnt in Nettersheim und führt uns zunächst durch das Tas des Genfbachs. Am Enzenberg steigen wir durch Felder und Wiesen bis zur Wanderhütte “Waldmusik” auf.

Dann folgt ein langer Abschnitt durch schönen Mischwald, wobei wir den Schatten der Bäume genießen, denn die Sonne steht hoch am Himmel.

Eine Infotafel weist darauf hin, dass der Nettersheimer Wald in der Nacht vom 28. Februar auf den 1. März 1990 besonders schwer vom Orkan Wiebke getroffen wurde.

Die entstandenen Schäden waren immens und der Wald musste anschließend unter erheblichen Mühen und Aufwändungen wieder aufgeforstet werden konnte.

Nur die hier angepflanzte Frühstücksbuche, der die Tour ihren Namen verdankt, hat es leider nicht geschafft. Sie steht vertrocknet neben der Infotafel.

Weiter folgen wir dem Wellenbach durch sein schönes Tal hinunter zur Urft. Uns fällt auf, dass in diesem Bereich viele Schmetterling unterwegs sind. Schön ist das!

An der Urft treffen wir entlang der historischen Römerstraße von Trier nach Neuss auf verschiedene Bodendenkmäler. Dort soll sich einstmals die Siedlung “Vicus Marcomagus” befunden haben.

Ausgegraben wurden unter anderem ein Kleinkastell, Fundamente von Landhäusern und Kalkbrennöfen. Auf einem Hügel ober der Urft befindet sich die Görresburg, ein gallorömischer Tempelbezirk mit einem Heiligtum der Matronae Aufaniae.

Dahinter laufen wir zurück nach Nettersheim, wobei wir an dem hübschen kleinen Wohnmobilstellplatz der Gemeinde vorbei kommen. Nach dreieinhalb Stunden und 14 Wanderkilometern erreichen wir schließlich wieder unseren Startpunkt in Nettersheim.

( MITI )

LAGA 2020 Kamp-Lintfort

LAGA 2020 Kamp-Lintfort
Kamp-Lintfort, 29. Juli 2020

Wahrzeichen der Landesgartenschau 2020

Heute mal ein Ausflug ohne Doxi. Mit meiner Mom und meiner Schwester besuche ich die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort.

Die Veranstaltung verteilt sich auf zwei Areale: Den Zechenpark im Süden von Kamp-Lintfort und den drei Kilometer entfernten Barockgarten des Klosters Kamp. Verbunden sind sie durch neu angelegte Fuß- und Radwege entlang der “Erlebnisachse WandelWeg”.

Das Kloster Kamp mit seinem bezaubernden, an Sanssouci erinnernden Terrassen- und Barockgarten kenne ich gut. Das Gelände ist sonst kostenlos zugänglich und ich habe es in den vergangenen Jahren bereits mehrfach besucht.

Der Zechenpark ist neu und wurde auf dem 25 Hektar großen Gelände der ehemaligen Steinkohlenzeche Friedrich Heinrich angelegt.

Der 70 Meter hohe Förderturm und das historische Stahlgerüst des kleinen Förderturms stehen noch. Sie bilden das weithin sichtbare Wahrzeichen der Landesgartenschau.

Der Zechenpark soll zukünftig den grünen Mittelpunkt der städtebaulichen Entwicklung bilden und viel Raum für Bewegung, Erholung und Aktivitäten bieten. Im Zentrum des Parks finden sich zwei begehbare Erhebungen, der Kleine und der Große Fritz. Rundherum gibt es viele offene Wiesenflächen, Blumenbeete und Stände.

Man kann nicht behaupten, dass sich die Veranstalter keine Mühe gegeben hätten, aber auf mich wirkt das Ganze doch noch etwas unfertig: zu wenig Gehölz, zu viele offene Rasenflächen, zu wenig gewachsene Struktur.

Für Kamp-Lintfort ist die Neugestaltung dieser früheren Industriebrache sicher ein großer Gewinn. Aber als Besucher von außerhalb muss ich sagen: Da habe ich schon wesentlich schönere Landesgartenschauen erlebt.

( MITI )

Dreitälerweg bei Hennef

Dreitälerweg bei Hennef
Blankenberg, 27. Juli 2020

Blick von der Burg Blankenberg ins Siegtal.

Wie schon am Dienstag vor einer Woche bin ich erneut an der Sieg unterwegs: Diesmal mit meiner Wanderfreundin Gabi auf dem 17 km langen Dreitälerweg, der unweit des hübschen Ausflugsortes Blankenberg beginnt. Und Doxi ist natürlich auch wieder mit von der Partie.

“Burgen, Bäche und Barock” lautet das Motto dieser Tour. Aallerdings kommen wir zunächst gar nicht mit dem Auto zum gewünschten Startpunkt durch.

Unterhalb von Blankenberg wird an der Straße nach Eitorf gebaut. Also lassen wir das Auto dort stehen und laufen einfach los.

Mein Wandernavi weist uns den Weg zur Tour, die sich dadurch auf 21 km verlängert. Und wir kommen ordentlich ins Schwitzen, denn die Sonne steht hoch am Himmel und zunächst ist ein Anstieg hinauf zur Burg Blankenberg mit dem angeschlossenen historischen Ortskern zu bewältigen.

Oben vom Burgberg genießen wir den schönen Fernblick über das Siegtal in Richtung Westen. Am Talende ist deutlich die Siegburg zu erkennen, die der Stadt Siegburg ihren Namen verliehen hat.

Wir schlendern durch das hübsche Fachwerkstädtchen Blankenberg, das komplett von einer mittelalterlichen Stadtmauer mit Türmen umgeben ist. An den Südhängen vor der Stadtmauer wächst Wein und bereits wunderbar reife Brombeeren, die wir uns schmecken lassen. Ich glaube, ich habe seit Ewigkeiten nicht mehr so große und pralle Brombeeren gegessen. Herrlich ist das.

Dreitälerweg bei Hennef

Modell von Blankenberg vor dem Bergfried der Burg

Dann geht es auf schmalen Pfaden hinab ins stille Ahrenbachtal. Wir genießen den Schatten unter Bäumen.

Anschließend laufen wir zwischen Feldern und Wiesen hindurch bis zum südlichsten Punkt der Tour kurz hinter der Ort Süchterscheid.

Nun folgen wir dem mäandernden Ravensteiner Bach durch das gleichnamige Bachtal, das später in das ruhige Krabachtal übergeht.

Hinter dem Örtchen Bach queren wir die Sieg und erreichen bald das Dorf Merten mit dem ehemaligen Kloster Merten (heute eine Seniorenresidenz) und der Burg Merten. Leider darf Beides in Corona-Zeiten nicht betreten werden.

Hinter Merten stoßen wir erneut auf die Sieg, der wir auf einen schmalen Pfad entlang ihrer Schleife rund um den Ort Bülgenauel folgen. Zwischen Auel und Stein überqueren wir auf dem schmalen Fußweg am Rande der Eisenbahnbrücke zum letzten Mal die Sieg und erreichen schließlich nach etwas mehr als viereinhalb Stunden wieder unseren Startpunkt.

Durch die drückende Hitze sind wir zwar ein wenig geschafft, aber das war auf jeden Fall eine sehr schöne Tour, die ich sehr gerne irgendwann einmal in Herbst oder Frühling wiederholen möchte.

( MITI )

Museum Abteiberg

Museum Abteiberg
Mönchenbladbach, 24. Juli 2020

Calder-Skulptur auf derm Dach des Museums

Wenn man sich Kunstfreund schimpft, sollte man vielleicht die Museen in seiner unmittelbaren Umgebung kennen. Wie preinlich, dass ich mehr als dreißig Jahre benötigt habe, um das wunderschöne Museum für Moderne Kunst der Stadt Mönchengladbach am Abteiberg zu besuchen. Aber besser spät als nie.

Das Museum liegt an einem steilen Südhang gleich hinter dem dem Gladbacher Münster und in unmittelbarer Nähe zum Alten Markt.

Es wurde 1982 nach zehnjähriger Bau- und Planungszeit unter großer öffentlicher Anteilnahme eingeweiht.

Und Heike war als 18-jährige dabei, wie ich heute erfahren habe, und hat damals Joseph Beuys live erlebt. Ich hatte damals – als pickeliger 15-jähirger Computer-Freak – (fast) nur meinen Commodore 64 im Kopf 🙂

Der lichtdurchflutete Bau gilt heute als eines der Hauptwerke des Wiener Architekten Hans Hollein.

Rückblickend markiert das Museum Abteiberg den Beginn einer Entwicklung in der internationalen Museumsarchitektur, in der das Gebäude selbst zum Kunstobjekt wurde. Der Architekt Frank O. Gehry sagte dazu: “Ohne das Museum Abteiberg wäre das von mir entworfene Guggenheim–Museum in Bilbao nicht denkbar gewesen.”

Museum Abteiberg

Muesumsbesuch in Corona-Zeiten: Alles nur mit Maske!

So mitten in der Woche und noch dazu in Corona-Zeiten haben Heike und ich an diesem Morgen viel Raum, um uns die zahlreichen sehenswerten Exponate namhafter zeitgenössischer Künstler und vielversprechender Newcomer anzuschauen.

Uecker, Polke, Warhol, Tinguely, Calder, Marck – einige Werke erkenne ich auf Anhieb, bei anderen wundere ich mich: Was, von dem/der ist das?

Wie so oft bei Museumsbesuchen fühle mich am Ende unseres 90-minütigen Rundgangs richtig beseelt. Es muss einem ja nicht alles gefallen, aber Kunst ist auf jeden Fall etwas ganz Großartige, das denke ich immer wieder.

( MITI )

Sieg-Tour bei Dreisel

Sieg-Tour bei Dreisel
Dreisel / Windeck, 21. Juli 2020

Die Sieg an unserem Startpunkt in Dreisel

Auf einer traumschönen Tour war ich heute mit Doxi an der Sieg zwischen Dreisel, Alt-Windeck und Dattenfeld in der Verbandsgemeinde Windeck unterwegs. Zwei Burgen, ein Museumsdorf, mehrere Siegquerungen, der Siegtaldom und immer wieder herrliche Blick auf den Fluß säumten unseren Weg.

Wir starten in Dreisel an einem Parkplatz direkt an der Sieg, auf dem auch drei Wohnmobile für bis zu 2 Tage kostenlos stehen dürfen. Nach der Siegquerung steigen wir gleich steil auf den Berg Dreisel auf. Anschließend geht es zwischen Pferdewiesen hindurch nach Alt-Windeck.

Wir steigen hinauf zu Ruine der Höhenburg Windeck, die als „castrum novum in windeke“ 1174 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Früher lag die Burg unmittelbar oberhalb der Sieg, doch die alte Siegschleife bei Schladern wurde im Zuge der Errichtung der Eisenbahnstrecke von Köln-Deutz nach Giessen 1857 abgeschnitten.

Von der Burg haben wir einen wunderbaren Fernblick in das Siegtal rund um Schladern. Nach dem Abstieg von der Burg laufen wir durch das Gelände des Heimatmuseums von Alt-Windeck, auf dem mehrere historische Bauernhäuser mit schönen Bauerngärten präsentiert werden.

Weiter geht es durch Feldflächen nach Dattenfeld. Dort stoßen wir auf die hübsche Burg Dattenfeld, die auf mich wie ein Herrensitz wirkt. Die ursprüngliche Burg entstand zwischen 1619 und 1629 und wurde im 19. Jahrhundert durch mehrere An- und Umbauten erweitert. Heute befindet sie sich in Privatbesitz.

Sieg-Tour bei Dreisel

Wir sind auf dem Siegsteig unterwegs

Dahinter blicken wir zwischen den Häusern von Dattenfeld auf die fast 60 Meter hohen Türme der neuromanischen Pfarrkirche St. Laurentius. Aufgrund ihrer mächtigen Frontseite wird die Kirche gerne als „Siegtaldom“ bezeichnet.

Wenig später erreichen wir wieder die Sieg an einem pittoresken Wehr, an dem seit mehr als dreihundert Jahren Wasser für den Antrieb einer Wassermühle abgezweigt wird.

Nun geht es entlang der Sieg über schmale und steile Uferpfade zurück in Richtung Dreisel.

Obwohl die Wanderung nur 12 km lang ist, bin ich doch ein wenig geschlaucht, als wir wieder an unserem Startpunkt eintreffen. Nicht nur, weil auf der Tour einige steile Anstiege zu bewältigen waren, sondern weil es sommerlich heiß ist und die Sonne steil am Himmel steht.

Doxi nimmt denn auch erst einmal ein Bad in der Sieg, bevor es zurück geht. Hätte ich doch nur eine Badehose dabei – ich würde es ihr gleichtun.

( MITI )

Abendtour nach Düsseldorf

Abendtour nach Düsseldorf
Düsseldorf, 18. Juli 2020

Annäherung an das Zentrum von Düsseldorf auf den Rheinwiesen zwischen Neuss und Düsseldorf-Heerdt

Wochenende, eine lauer Sommerabend. Unter normalen Umständen wäre ich jetzt gerne in “kultureller Mission” in Düsseldorf unterwegs, in “meiner” geliebten Jazz-Schmiede beispielsweise, oder im Theater oder bei einer anderen Veranstaltung. Nur fällt das wegen Corona ja alles im Moment aus, genau wie die Düsseldorfer Kirmes, die sonst an diesem Wochende gestartet wäre.

Aber über den Rhein zieht es mich dennoch. Also mache ich mich gemeinsam mit Heike auf, um in die 14 Kilometer entfernte Landeshauptstadt zu radeln.

Schon auf den Rheinwiesen am Übergang zwischen Neuss und Düsseldorf-Heerdt wirft die Abendsonne ein überaus schmeichelndes Licht auf die Shilouette der großen Stadt.

Noch eindrucksvoller wird es beim Überqueren der Rheinknie-Brücke: Rechts der Landtag, der Funkturm, die Gehry-Bauen und der Medienhafen, links die Altstadt-Promenade am Rheinufer. Tolls sieht das aus.

Und es ist richtig viel los. Corona, war da was? Ich wundere mich über die Sorglosigkeit vieler Menschen.

Wir cruisen erst durch das Stadtzentrum und anschließend lange durch die nördlichen Stadteile von Düsseldorf. Dann wählen wir den Weg über die Flughafenbrücke und Meerbusch-Büderich zurück nach Büttgen. So werden es am Ende doch fast 45 Kilometer auf dieser schönen Abendrunde bei herrlichem Sommerwetter.

( MITI )