Bruder-Klaus-Feldkapelle

Bruder-Klaus-Feldkapelle
Wachendorf, 21. April 2021

Dem Schweizer Friedensheiligen Nikolaus von Flüe gwidmet: Die Bruder-Klaus-Feldkapelle oberhalb von Wachenberg

Auf meiner Burgen- und Schlösserwanderung im Gebiet der Stadt Mechernich besuche ich auch die überregional bekannte Bruder-Klaus-Feldkapelle bei Wachendorf.

Die privat fiananzierte und zwischen 2005 und 2007 errichtete römisch-katholische Kapelle steht mitten in den Feldern der Stifterfamilie Trudel und Hermann-Josef Scheidtweiler.

Sie ist dem “Bruder Klaus” genannten Schweizer Friedensheiligen Nikolaus von Flüe gewidmet, dem Schutzpatron der Katholischen Landvolkbewegung und der Katholischen Landjugendbewegung.

Die Kapelle weist im Äußeren und im Inneren eine bemerkenswerte Architektur auf, die in Zusammenarbeit mit Schweizer Architekten Peter Zumthor entstand.

Bei der Annäherung durch die Felder präsentiert sich die Kapelle von außen als minimalistischer, blockhafter und fensterloser Turmbau mit einem fünfeckigem Grundriss.

Der Innenraum, den man durch eine schwere, dreieckige Edelstahltüre betritt, wirkt wie eine Höhle aus in den Himmel gerichteten Fichtenstämme, die in Beton gegeossen wurden.

Der Raum ist nach oben offen, so daß durch eine Rundung in der Decke der Himmel erscheint und Licht und Regen in den ansonsten dunklen Raum fallen.

Es gibt keine elektrische Anlagen und auch keinen Altar, sondern lediglich eine kleine Bank, einen Opfertock und eine bronzene Stele mit einer Halbfigur des Bruder Klaus. Das Ganze wirkt überaus meditativ und erhaben.

Schon einige Male habe ich von dieser Kapelle gehört und gar nicht damit gerechnet, sie auf dieser Wanderung anzutreffen. Ganz toll ist das.

( MITI )

Schlösser und Burgen in der Nordeifel

Schlösser und Burgen in der Nordeifel
Antweiler, 21. April 2021

Wasserschloss Burg Veynau am Rande des Billiger Walds

Das hat sich gelohnt heute: Auf einer 20 km langen Wanderung im Gebiet von Mechernich in der Nordeifel habe ich drei Burgen, ein Schloss und eine berühmte Kapelle besucht.

Die viereinhalbstündige Wanderung startet an der Kirche St. Johann Baptist in Antweiler. Durch die Felder mit weitem Blick auf die Erhebungen der Nordeifel geht es von dort ins Nachbardorf Wachendorf.

Ich passiere das schöne Schloss Wachendorf, das um etwa 1780 errichtet wurde und heute unter anderem als Trauort des Standesamts Mechernich sowie als Zen-Tempel genutzt wird.

Hinter Wachendorf laufe ich bergauf bis zur bekannten Bruder-Klaus-Feldkapelle, einem architektonisch bemerkenswerten Bau mitten in den Feldern.

Ich passiere den Weiler Rissdorf und wende mich in Richtung Satzvey. Kurz vor der Unterquerung der Autobahn A1 treffe ich auf eine Ausgrabunsstätte der antiken römischen Wasserleitung aus der Eifel nach Köln.

Ich wandere durch den großen Wald vor Satzvey und folge dann dem lieblichen Veybach bis zur bekannten Burg Satzvey. Unter Fachleuten gilt sie als besterhaltene Wasserburg des Rheinlandes, als Kleinod des rheinischen Burgenbaus und Denkmal adliger Kultur und Lebensform.

Schlösser und Burgen in der Nordeifel

Wunderschöne Frühlingsblüte, gesehen in Satzvey

Immer am Veybach entlang geht es dann auf schmalen Uferpfaden bis Wasserburg Veynau. Die Burg wurde etwa um 1340 begründet und war einst die stärkste Festung der Region.

Von der weitläufigen Burganlage sind die äußere und innere Vorburg mit zwei runden Schalentürmen und die Kernburg mit Palas und zwei Ecktürmen erhalten.

Dahinter unterquere ich erneut die Autobahn A1 und erreiche den zu Euskirchen gehörenden Billiger Wald. Nach der Durchquerung des Walds erreiche ich an dessem Südrand den Golfclub Burg Zievel.

Ich unternehme einen kurzen Abstecher zur namensgebenden Burg Zievel. Weiter geht es am Rand es Billiger Waldes entlang und bald durch die waldnahen Feldlächen zurück zu meinem Startplatz in Antweiler.

Eine lange, aber mit vielen sehenswerten Motiven und schönen Wechseln von Wald- und Feldlflächen gespickte Wanderung. Einiges davon habe ich schon oft von der Autobahn aus gesehen. Aber nun war ich einmal mittendrin. Sehr schön!

( MITI )

Im Himmelgeister Rheinbogen

Im Himmelgeister Rheinbogen
D-Himmelgeist, 20. April 2021

Zufahrt zum Schloss Mickeln in Düsseldorf-Himmelgeist

Auch das gibt es noch: Schöne Stellen am Rhein, kaum 20 km von meinem Zuhause entfernt, die ich noch nie aufgesucht habe. Jetzt aber …

Mit Heike bin ich heute durch den Himmelgeister-Rheinbogen im Süden von Düsseldorf gewandert.

Zwischen der großen Fleher-Rheinbrücke und dem Schloss Benrath erstrecken sich die beiden kleinen Düsseldorfer-Ortsteile Himmelgeist und Itter und dahinter ganz viel Natur.

Auf der gegenüber liegenden Flussseite liegen Uedesheim, Stürzelberg und der Zonser Grind, die zu Neuss bzw. Dormagen gehören. Dort war ich schon ganz oft unterwegs, aber eben nicht auf der anderen Seite, der “schäl’ Sick”.

Dabei git es hier auf der Innenseite des großen Rheinbogens einen kilometerlangen Sand- und Kiesstrand und dahinter schöne Weide- und Feldflächen, die auch als Überflutungsflächen bei Rheinhochwassern dienen.

Und Himmelgeist mit seinem Schloss Mickeln, heute Tagungszentrum und Gästehaus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, ist auch total süß. Hat sich also voll gelohnt, dass wir endlich einmal rübergemacht haben 🙂

( MITI )

Rurauen bei Barmen

Rurauen bei Barmen
Barmen, 17. April 2021

Wehr an der Rur

Auf einer schönen Auenwanderung mit ganz viel Wasser und ausgedehnten Bärlauchbeständen waren Heike und ich heute nördlich von Jülich an der Rur (ohne H) unterwegs.

Die Rur kommt aus der Eifel und strebt über Düren, Jülich und Hückelhoven in nordwestlicher Richtung der Maas entgegen, in die sie beim niederländischen Roermond mündet.

Im Bereich zwischen Barmen und Rurdorf zeigt die Rur noch ihr ursprüngliches, mäanderndes Gesicht. Der Auenlandschaft links und rechts des Flusses ist naturbelassen mit sumpfigen Niederungen und viel Bruchwald. Entsprechend viel Vogelgezwitscher liegt hier in der Luft. Ein wunderbares Stück Natur.

( MITI )

Sonsbecker Schweiz & Tüschenwald

Sonsbecker Schweiz & Tüschenwald
Sonsbeck, 16. April 2021

Blühender Winterraps auf den Feldflächen in der Sonsbecker Schweiz

In der flachen Landschaft des nördlichen Niederrheins erhebt sich zwischen Xanten und Kalkaer ein markanter Höhenzug, der bei Sonsbeck endet.

Genau hier kam vor etwa 120.000 Jahren in der Saaleeiszeit der bis zu 100 Meter dicke Eispanzer auf seinem Weg von Skandinavien Richtung Süden zum Stehen. Und wie jeder Gletscher schob auch dieser massive Endmoränen aus Steinen, Sand und Kies vor sich her, die beim Rückzug des Eisschildes liegen blieben.

So entstand die hügelige Landschaft mit bis zu 80 Meter hohen Erhebungen, die heute als Sonsbecker Schweiz bekannt ist. Dort war ich heute auf einer 14 km langen Wanderung unterwegs.

Der größte Teil des Höhenzuges nördlich von Sonsbeck ist unbewaldet und wird als Feldflächen genutzt, wodurch sie das Landschaftsrelief markant gegenüber dem flachen Umland abhebt.

Immer wieder säumen hübsche Bauernhöfe meinen Weg und gelbe Flächen mit Winterraps leuchten in der Sonne.

Im nördlichen Teil befindet sich der Tüschenwald, der später in den Uedemer Hochwald übergeht. Dort konnte ich beobachten, wie der Frühling nun endlich auch im Wald Einzug hält: Die ersten Laubbäume strecken der Sonne bereits frische grüne Knospen entgegen oder sind schon ergrünt.

Auf dem Rückweg passiere ich den erst vor wenigen Jahren angelegten Findlingsweg. Dort sind Steine aus den verschiedensten Regionen ausgestellt, die die Gletscher auf ihrer langen Reise von Skandinavien bis hierhin geschleppt haben.

Mein Fazit: Eine ganz und gar liebliche Landschaft, die man so am Niederrhein gar nicht unbedingt erwarten würde. Gerne komme ich später im Jahr noch einmal wieder.

( MITI )

Rund um die Zeche Zollverein

Rund um die Zeche Zollverein
Essen, 15. April 2021

“Eifelturm” des Ruhrgebiets: Der ikonische Förderturm der Zeche Zollverein

Ich bin weiterhin auf Tagestouren im Ruhrgebiet unterwegs. Als Teil einer Wanderung durch die Parks und Grünflächen von Essen-Altenessen habe ich heute die Zeche Zollverein besucht.

Das von 1851 bis 1986 betriebene Steinkohlebergwerk in Essen ist nach dem 1834 gegründeten Deutschen Zollverein benannt. Est ist heute ein Architektur- und Industriedenkmal und zählt seit 2001 zum Welterbe der UNESCO.

Zollverein ist Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur und Standort verschiedener Kultureinrichtungen sowie der Folkwang Universität der Künste.

Das riesige Gelände am Rande von Essen-Altenessen umfasst die Schachtanlagen 12 und 1/2/8 der Zeche, sowie die angrenzende Kokerei, einst eine der modernsten in Europa.

Die Gründung der Zeche ging von dem Industriellen Franz Haniel aus. Zur Produktion des Brennstoffs Koks, der für die Stahlerzeugung benötigt wurde, war er auf der Suche nach geeigneten Kokskohlevorkommen. Im Jahr 1834 gelang es ihm in Essen-Schönebeck zum ersten Mal, die Mergelschicht zu durchstoßen, unter der sich die Steinkohle befindet.

Rund um die Zeche ZollvereinÜber die Jahrzehnte wuchs die Zeche immer weiter an. Am Höhepunkt der Förderung im Jahr 1937 waren auf der Zeche 6.900 Menschen beschäftigt und es wurden 3,6 Millionen Tonnen Steinkohle gefördert. Im Jahr 1972 wurde der tiefste Punkt des Vortriebs erreicht und Kohle aus einer Tiefe von bis zu 1000 Metern unter der Erdoberfläche gefördert.

Zur Zeche gehörten im Laufe ihrer Geschichte auch die im Radius von etwa 2 km um die Anlage gruppierten Schachtanlagen 3/7/10 , 4/5/11 und 6/9. Die meisten Teile dieser Anlagen wurden jedoch nach Aufgabe der Schächte abgerissen und mit Wald und Neubausiedlungen bedeckt.

Ich bin beeindruckt von der Größe der Anlage. Zwar habe ich schon einige Zechen im Ruhrgebiet besucht, doch so imposant wie Zollverein ist keines dieser Relikte aus der industriellen Vergangenheit unseres Bundeslandes. Gerne hätte ich mir auch die verschiedenen Ausstellungen auf Zollverein angeschaut, aber das muss bis nach der Corona-Krise warten.

( MITI )