Christo-Werkschau in Düsseldorf

Christo-Werkschau in Düsseldorf
Düsseldorf, 2. Oktober 2022

Verhüllung des Reichstags 1995, Heike war mit dabei 😉

Heute haben Heike und ich die umfassende Werkschau des „Verhüllungskünstlers“ Christo im Düsseldorfer Kunstpalast besucht.

Die letzte Ausstellung, der Christo vor seinem Tod im Mai 2020 zugestimmt hat, zeichnet die kunsthistorische Entwicklung von Christo und Jeanne-Claude seit Mitte der 1950er Jahre bis heute nach.

Außerdem stellt sie das in Frankreich ent­standene frühe Schaffen im Kontext mit Arbeiten von Weggefährt*innen vor.

Gezeigt werden zahlreiche Objekte sowie großformatige Zeichnungen, grafische Arbeiten und Fotografien.

In der Ausstellung werden sämtliche von Christo und Jeanne-Claude realisierten Projekte seit Wrapped Coast von 1968/69 vorgestellt.

Gezeigt werden auch Zeichnungen und Skizzen von Projekten, die nicht zustande kamen, beispielsweise die Verhüllung des Kölner Doms oder das gigantische Projekt „Mastaba“ in Abu Dhabi. Dort wollten Christo und Jean Claude 410.000 Ölfässern zu einem Objekt auftürmen, dessen Dimensionen die Pyramide von Gizeh übertroffen hätte.

Ich habe Christos Arbeiten immer bewundert und die Reichstagsverhüllung 1995 in Berlin erlebt. Das Leitmotiv von Christo und Jean Claude taugt in meinen Augen als Blaupause für alles künstlerische Schaffen: „Unsere Kunst dient keinem Zweck. Sie gehorcht keiner Moral. Sie ist absolut frei.“ Verehrter Christo, ruhe in Frieden.

( MITI )

Rund um Melick

Rund um Melick
Melick / Roerdalen (NL), 30.09.2022

Die Rur bei Melick

Auf einer hübschen kleinen Wanderung waren Heike und ich heute rund um Melick unterwegs.

Das Dorf an der Rur östlich von Roermond liegt nur wenige Kilometer hinter der deutsch-niederländischen Grenze und war bereits zu römischer Zeit unter dem Namen „Mederiacum“ bekannt.

Viele der 3.600 Einwohner von Melick sprechen neben niederländisch auch deutsch, wie wir auf dieser Tour bei verschiedenen Gelegenheiten feststellen konnten. Vermutlich ist das der Nähe zur Grenze geschuldet.

Die Rur ist hier nur noch wenige Kilometer von ihrer Mündung in die Maas bei Roermond entfernt. Sie präsentiert sich bereits als breiter Fluss, mäandert aber lieblich durch die mit Feldern und Wiesen durchsetzte Landschaft. Unspektakulär, aber schön ist es hier.

( MITI )

Rhein und Duisburger Stahlwerke

Rhein und Duisburger Stahlwerke
Duisburg, 25. September 2022

Blick vom Rheindeich am Alsumer Berg zum modernen Stahlwerk von Thyssen-Krupp

Auf einer großen Rundtour bin ich heute 20 km durch den Duisburger Norden gelaufen. Die Wanderung startet in Rheinnähe im Stadtteil Beekerwerth und führt zunächst in südlicher Richtung über den Rheindeich, mit weiten Blicken entlang des Stroms nach Duisburg-Ruhrort.

Bald geht es durch Grünanlagen und städtischer Bebauung zur Alten Emscher und dahinter zum Landschaftspark Duisburg-Nord mit dem ehemaligen Stahlwerk Meiderich.

Ein Stück des Weges ist wirklich abenteuerlich: Zwischen zwei verfallenden Bahndämmen links und rechts laufe ich auf zugewachsenen Pfaden an einem Altarm der Emscher entlang.

Mehrmals überlege ich, ob ich nicht besser umdrehen sollte. Einmal rutsche ich unangenehm auf dem Schutt des abbröckelnden Bahndamms aus. Aber am Ende schlage ich mich erfolgreich durch die Büsche und erreiche den Südrand des Landschaftsparks Nord.

Nach einer Runde durch das weitläufige und gut besuchte ehemalige Stahlwerkgelände geht es in nördlicher Richtung zum botanischen Garten und ein Stück durch den Stadtwald.

Rhein und Duisburger Stahlwerke

An einem Altarm der Emscher

Dahinter folgt die Tour der Autobahn A42 in westlicher Richtung durch Arbeitersiedlungen im Stadtteil Bruckhausen zum modernen Stahlwerk von Thyssen-Krupp. Das riesige Stahlwerk mit der Größe von drei Stadtteilen erstreckt sich zwischen Bruckhausen und Beeckerwerth bis zum Rhein.

Nach so viel dampfender Stahlkulisse, bin ich froh, als ich dahinter am Alsumer Berg die Rheinwiesen an der Kniep-Alsumer-Ward erreiche. Unter der aus Schutt errichteten Halde liegt ein kompletter historischer Duisburger-Stadtteil begraben, der im Zweiten Weltkrieg durch Bombenangriffe vernichtet wurde.

Nun geht es sechs Kilometer immer am Rhein entlang zurück zu meinem Startpunkt, den ich nach knapp 5 Stunden wieder erreiche. Bevor ich mich wieder ins Auto setze, lege ich mich noch ein paar Minuten am Rheindeich in die Sonne, denn ich bin doch ein wenig k.o.

( MITI )

Reinhard Mucha in der Kunstsammlung NRW

Werk aus der Ausstellung mit Spiegelung von Besucher und Saalwächter

Es gibt ja Kunst, die kommt einem zunächst merkwürdig banal vor. Doch wenn man sich die Zeit nimmt und intensiver darauf einlässt, entdeckt man, dass mehr dahinter steckt.

So ist es mir mit dem Werk Düsseldorfer Künstlers Reinhard Mucha ergangen, das derzeit in der Kunstsammlung NRW gezeigt wird.

Mucha arbeitet seit fast vierzig Jahren sujetübergreifend in den Bereichen Konzeptkunst, Bildhauerei, Objekte, Installationen, Fotografie und Mail-Art. Er ist zweimaliger Documenta-Teilnehmer und stellte 1990 im Deutschen Pavillon der Biennale in Venedig aus.

Die Kunstsammlung NRW präsentiert Mucha (*1950) als einen der wichtigsten Bildhauer seiner Generation und konstatiert: „Insbesondere seine vielfältigen Installationen aus Möbeln und Gegenständen des alltäglichen Gebrauchs können als grundlegende Neubestimmung von Skulptur und Installation gelten.“

Seine größeren Kunstobjekte aus Wohnungsinterieur wie Holzmöbeln oder Badezimmerkeramik erinnern ein wenig an das Werk von Marcel Duchamp. Doch bei Mucha sind dies keine Readymades, sondern Bearbeitungen, die bei Standortwechseln regelmäßig neu zusammengesetzt werden.

( MITI )

K21 – Das Museum ist der Star

K21 – Das Museum ist der Star
Düsseldorf, 22. September 2022

Die Installation Spheres unter der Kuppel des Ständehauses

Als ich 1995 die Georg Baselitz-Ausstellung im Guggenheim-Museum New York besuchte, erlebte ich zum ersten Mal, dass nicht nur der Künstler und sein Werk, sondern auch das Museum der Star sein kann.

Heute beeindrucken weltweit zahlreiche Ausstellungsgebäude durch ihre Architektur und ihre Ausstrahlung. Und das K21 in Düsseldorf ist eines davon.

Das ehemalige Ständehaus am Rande der Düsseldorfer Altstadt war von 1880 bis zur Machtergreifung der Nazis Sitz des Provinziallandtags der preußischen Rheinlande.

Nach dem Zweiten Weltkrieg tagte dort bis 1988 der nordrhein-westfälische Landtag.

Ab 1996 wurde das Gebäude umfassend saniert und umgebaut. Heute beherbergt es die Abteilung „Zeitgenössische Kunst“ der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen mit Wechselausstellungen und festen Installationen.

Ein besonderes Highlight ist die begehbare Rauminstallation „in Orbit“ des Künstlers Tomás Saraceno, die seit 2013 direkt unter der lichtdurchfluteten Glaskuppel des Gebäudes hängt.

Die Konstruktion aus nahezu transparenten Stahlnetzen schwebt in mehr als 25 Meter Höhe über der Piazza des K21. Die Installation mutet je nach Betrachter wie eine surreale Landschaft, ein Wolkenmeer oder wie der Weltraum mit seinen Planeten an.

Innerhalb der 2.500 Quadratmeter umfassenden Netzstruktur sind fünf luftgefüllte ‚Sphären‘ platziert. Besucher sind eingeladen, die Installation zu betreten und kletternd zu entdecken.

Gleichzeitig hat man von dort oben durch die Glaskuppel einen fantastischen Rundumblick über Düsseldorf. Beeindruckend, aber auch ein wenig aufregend, wenn man nicht vollkommen schwindelfrei ist.

( MITI )

Gartenpark Dyck

Gartenpark Dyck
Jüchen, 21. September 2022

Zugang zum Gartenpark Schloss Dyck

Schloss Dyck zwischen Neuss und Grevenbroich ist von einem wunderbaren englischen Landschaftsgarten umgeben, dessen Wurzeln in das 17. Jahrhundert zurückreichen.

Im Jahre 2002 bildete das Schloss und sein Park das Zentrum der dezentralen Landesgartenschau Nordrhein-Westfalens, sowie der Schau der Europäischen Gartenregion „EUROGA 2002plus“.

Auf dem 53 Hektar großen Areal befinden sich wertvolle Gehölze, die in Alter und Artenreichtum europaweit ihresgleichen suchen.

Rieseneibe und Mammutbaum, Sumpfzypresse und Tulpenbaum präsentieren sich als majestätische Erscheinungen, die vor der Kulisse des Schlosses hervorragend zur Geltung kommen.

Weite Wiesen, sanft modellierte Hügel und Wasserflächen lassen ein liebliches Landschaftsbild entstehen und führen die Blicke immer wieder sanft zum Schloss. Zahlreiche Bänke, Liegestühle und zwischen Bäumen aufgespannte Hängematten laden die Parkbesucher zum Verweilen ein.

Für die Landesgartenschau wurden im historischen Park diverse Themengärten angelegt. Diese sind erhalten geblieben und wurden seitdem weiter gepflegt und ergänzt, etwa durch einen Asia-Schaugarten.

Auch jetzt, zu Beginn des Herbsts, blüht im Park noch einiges, beispielsweise die Dahlien. Alles wirklich sehr ansprechend, finde ich.

( MITI )