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Die Vier-Täler-Runde im Frühling

Die Vier-Täler-Runde im Frühling
Vossenack, 7. Mai 2020

Doxi im Tal des Richelsbachs

Zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren war ich heute auf der wunderschönen Vier-Täler-Runde bei Vossenack in der Rureifel unterwegs. Erstmals bin ich die Tour im Frühling gelaufen, was noch einmal ganz andere Impressionen liefert.

Auf der 12 km langen Wanderung geht es immer am Wasser entlang durch die malerischen Täler des Bosselbachs, des Richelsbachs, der Kall und des Tiefenbachs. Im Laufe der Jahrtausende haben sich die Bäche tief in das weiche Schiefergestein eingeschnitten und an ihren Rändern steile bewaldete Hangflanken entstehen lassen.

Einige davon sind in jüngster Zeit großflächig abeholzt worden. Ausschließlich die artfremden Fichten und Kiefern hat man entfernt – ich vermute, um auf den frei gewordenen Flächen wieder vemehrt einheimische Laubhölzer anzupflanzen.

Wir begegnen diesen Kahlflächen zunächst im Tal des Bosselbachs, dem Heike und ich über mehrere Kilometer folgen. Biber haben den Bach an mehreren Stellen aufgestaut und so kleine Tümpel entstehen lassen. Teilweise sucht sich das Wasser bereits neue Wege um die künstlichen Staumauern herum.

Im zweiten Abschnitt führt der Weg parallel zum mäandernden Tiefenbach durch ein schönes Tal mit Feuchtwiesen.

Die Vier-Täler-Runde im Frühling

Am Richelsbach

Weiter geht es im dritten Abschnitt entlang der Kall zur alten Mestrenger Mühle. Das Haupthaus in traumhafter Lage stammt aus dem Jahr 1633. Leider ist die beliebte Außengastronomie wegen der Corona-Pandemie derzeit geschlossen.

Genau an dieser Stelle im Hürtgenwald fand zwischen Ende 1944 und Anfang 1945 die längste und eribttertste Schlacht des Zweiten Weltkriegs auf deutschem Boden statt. Mehr als 20.000 deutsche und amerikanische Soldaten ließen dabei ihr Leben. Erst danach war der Weg der US-Armee zum Rhein frei.

Nahe der Mestrenger Mühle erinnert auf der Kallbrücke eine Gedenkskulptur an verwundete US-Soldtaten, die von einem deutschen Sanitätsoffizier behandelt und gerettet wurden. Ein seltener Ausdruck von Menschlichkeit in einer erbarmungslosen Schlacht, die fast vier Monate währte.

Im letzten Abschnitt verlassen wir schließlich die Kall und wandern durch das vierte Tal des Richelsbaches zurück zu unserem Ausgangspunkt in Vossenack an der Kirche.

Die Vier-Täler-Runde im Frühling

US-amerikanische Ehrung für einen deutschen Soldaten

Auf dem Heimweg besuchen wir noch den deutschen Soldatenfriedhof beim Dorf Hürtgen. Erschütternd, wie viele Menschen hier begraben liegen und wie viele davon namenlos geblieben sind, weil ihre Körper vollkommen entstellt waren.

Rührend das Ehrenmal am Eingang zum Friedhof, das amerikanische Veteranenverbände 1994 für einen deutschen (!) Soldaten errichtet haben. Der Leutnant Friedrich Lengfeld war beim Versuch, einen schwerverletzten amerikanischen Soldaten aus einem deutschen Minenfeld zu retten, selbst getötet worden.

Wieder einmal denke ich, in was für einer glücklichen Zeit wir doch heute Leben. Corona ist ein Witz dagegen – auf jeden Fall.

( MITI )

Hürtgenwald: Vier Täler im Schnee

Hürtgenwald: Vier Täler im Schnee
Vossenack, 4. Februar 2018

Am Bosselbach bei Vossenack

Heute waren wir mit meinen Schwiegereltern auf dem beliebten Vier-Täler-Wanderweg bei Vossenack unterwegs. Vor genau zwei Jahren bin ich die Tour am Rande des Hürtgenwaldes schon einmal gelaufen – damals allein und bei sonnigem, trockenem Hochdruckwetter.

Heute stapfen wir durch zentimetertiefen Schnee, der die Wiesen und Bäume in ein grenzenloses Weiß taucht. Der Himmel ist wolkenverhangen, so dass die Landschaft fast wie auf einem Schwarz-Weiß-Foto wirkt. Doch es geht auch anders: Plötzlich lichten sich für einen Moment die Wolken und die Sonne kommt zum Vorschein. Und mit ihr kehren die Farben zurück. Was für ein Kontrast!

Wir starten an der Kirche in Vossenack und verlassen den Ort in nördlicher Richtung. Zunächst geht es hinunter in das Tal des Bosselbachs, dem wir mehrere Kilometer folgen. Doxi und Bentley laufen vergnügt voraus und freuen sich über den Schnee.

Im zweiten Abschnitt führt der Weg parallel zum mäandernden Tiefenbach durch ein Tal mit Feuchtwiesen, in dem u.a. Biber zu Hause sind. Weiter geht es im dritten Tal entlang der Kall zur Mestrenger Mühle. Das frisch renovierte Haupthaus in traumhafter Lage stammt aus dem Jahr 1633.

Noch bis in die 1930er Jahre wurde hier mit Hilfe der Wasserkraft Getreide gemahlen und Öl aus Buchenhecken gepresst. Heute residiert auf dem Gelände eine beliebte Schankwirtschaft. Wir machen dort kurz Rast und stärken uns mit einem warmen Getränk.

Im letzten Abschnitt des knapp 12 Kilometer langen Rundweges verlassen wir schließlich die Kall und wandern durch das vierte Tal entlang des Richelsbaches zurück zu unserem Ausgangspunkt in Vossenack an der Kirche. Wir sind alle ganz angetan, so schön im Schnee unterwegs gewesen zu sein, denn bei uns in den tieferen Lagen des Rheinlands liegt schon seit vielen Wochen kein Schnee mehr. Das hat richtig Spaß gemacht.

( MITI )

Von Vossenack durch das Kalltal

Von Vossenack durch das Kalltal
Vossenack, 14. Oktober 2017

Blick hinunter nach Simonskall im Kalltal

Eifel statt Schwarzwald. Eigentlich wollte ich gerade zwei Wochen im südlichen Schwarzwald unterwegs sein. Doch aufgrund eines Defekts meines Wohnmobils bin ich nach nur 36 Stunden zurück im Rheinland. Das Wetter ist so schön heute, da gehen wir halt in der Eifel wandern.

Und zwar im Kalltal auf der 16 km langen Tour 2 aus dem Rother Wanderführer “Eifel” von Vossenack über Simonskall zur Mestrenger Mühle. Eine sehr schöne Tour entlang der Kall und durch viel Wald oberhalb des Tales mit wunderbaren Fernblicken. Kaum zu glauben, dass in dieser Gegend kurz vor dem Ende des zweiten Weltkriegs noch mehr als 60.000 deutsche und amerikanische Soldaten bei der Schlacht im Hürtgenwald starben.

( MITI )

Vier-Täler-Runde in der Rureifel

Blick in das Kalltal nahe Vossenack
Vossenack, 8. Januar 2016

Blick in das Kalltal nahe Vossenack

Endlich mal wieder Sonne! Die erste Sichtung seit Beginn des neuen Jahres. Das wollten wir nutzen und sind gleich zu einer Wanderung in die Rureifel aufgebrochen. Nahe des Hürtgenwaldes ging es von Vossenack auf der 4-Täler-Runde immer am Wasser entlang durch die Täler des Bosselbachs, des Richelsbachs, der Kall und des Tiefenbachs.

An vielen Stellen der Wanderung begegneten wir der in der Rureifel typischen Terrassenbildung. Sie entsteht, wenn ein Fluss seine Geröllfracht in der Talaue ablagert. Vertieft sich der Fluss durch einen Klimawechsel Jahrhunderte oder Jahrtausende später wieder, zerschneidet er die vorher aufgebaute Terrasse.

Außerdem trafen wir immer wieder auf Erinnerungsstücke an die große Schlacht im Hürtgenwald Anfang des Jahres 1945. So erinnert auf der Kallbrücke bei der Mestrenger Mühle eine Gedenkskulptur an verwundete US-Soldtaten, die von einem deutschen Arzt behandelt und gerettet wurden. Ein seltener Ausdruck von Menschlichkeit in einer erbarmungslosen Schlacht, die weit mehr als 20.000 Tote forderte.

( MITI )