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Art Cologne 2022

Heute habe ich mit Heike und unserem Freund Bruno die älteste und vielleicht größte Kunstmesse der Welt besucht. Nach zwei Jahren Corona-Pause findet die Art Cologne endlich wieder statt. Und das Angebot an zeitgenössischer Kunst ist riesig, genau wie die Preise. Hier alle Werke, die mir auf unserem vierstündigen Messerundgang am besten gefallen haben.

( MITI )

Let it Glow 2022

Let it Glow 2022
Eindhoven (NL), 17. November 2022

„The Reed“ von Cindy Lo im Villenviertel Nachtegaal

Heute haben wir einen tollen Abendausflug in das 100 km entfernte Eindhoven unternommen. Immer im November findet in der 240.000-Einwohner Stadt das Lichtfestival „Glow“ statt, das jährlich tausende von Besuchern anlockt und die halbe Innenstadt einbezieht.

Eine Woche lang ziehen nach Einbruch der Dunkelheit Heerscharen von Menschen auf einer rund acht Kilometer langen Route durch das Zentrum.

Mehr als zwanzig Lichtinstallationen gibt es in diesem Jahr zu bewundern. Teilweise sind es Projektionen an Häusern, animierte Skulpturen, Lasershows oder 3D-Objekte – das Spektrum ist wirklich vielfältig.

Anfangs fragten wir uns noch, ob wir als Ortsunkundige denn auch alle Installationen wirklich entdecken würden, aber man muss nur den Besucherströmen folgen. Es herrscht eine überaus angenehme und friedliche Stimmung.

Schwer zu sagen, was uns am besten gefallen hat, aber besonders eindrücklich war sicherlich die Installation „Shylight“ der Lichtkünstler Lonneke Gordijn und Ralph Nauta in der Paterskerk.

Lichtdurchflutete Medusen aus Seide gleiten von der Kirchendecke herab, entfalten sich dabei im Windstrom und ziehen sich beim Wiederaufstieg erneut zusammen. Unterlegt mit meditativer Musik, ergibt sich aus dem choreografierten Wechselspiel der Objekte eine überaus poetische Installation.

( MITI )

Mondrian Evolution im K20

Mondrian Evolution im K20
Düsseldorf, 10. November 2022

Mondrian, wie wir ihn heute kennen: Komposition mit Rot, Gelb, Blau und Schwarz, 1921.

Eine neue Ausstellung in der Kunstsammlung NRW zeigt die künstlerische Entwicklung des Malers Piet Mondrian von klassischer Landschaftsmalerei über den Fauvismus und Kubismus bis zu den abstrakten Farbflächen, für die er heute berühmt ist.

Als Protagonist der klassischen Moderne wird Mondrian gerne mit seinen strengen geometrischen Kompositionen mit rechtwinkligen Linien in Schwarzweiß und Farbfeldern in Rot, Blau oder Gelb assoziiert. Doch dieser Stil steht am Ende eines langen Weges, der mit Windmühlen, Leuchttürmen, Dünen und Bauernhöfen begann.

Die Ausstellung in Düsseldorf zeigt, dass sowohl das frühe naturalistische Werk als auch die spätere Abstraktion das Resultat eines intuitiv gelenkten Vorgehens sind und keineswegs das Ergebnis mathematischer Rationalität.

Mondrian, der vor 150. Jahren im niederländischen Amersfoort geboren wurde, begann um 1900 im impressionistischen Stil der Haager Schule zu malen. Ab etwa 1908 arbeitete er unter dem Einfluss von Vincent van Gogh und des Fauvismus.

Nach seiner Übersiedlung 1911 nach Paris wandte er sich unter dem Einfluss von Georges Braque und Pablo Picasso dem Kubismus zu. Ab den 1920er Jahren schuf Mondrian die bekannten streng geometrischen Gemälde, die dem Neoplastizismus zugerechnet werden.

Auch sein Pariser Atelier gestaltete er vollkommen im Stil seiner geometrischen Bilder und zog damit viele Besucher an. Als Kunsttheoretiker und Mitbegründer der Künstlervereinigung De Stijl gab Mondrian wichtige Impulse für die Bauhausbewegung.

1938 emigrierte er nach London, ab 1940 lebte er in New York, wo er 1944 an einer Lungenentzündung verstarb. Das pulsierende Leben der Metropole und seine Begeisterung für den zeitgenössischen Jazz lieferten ihm wichtige Impulse für sein Spätwerk.

Auch wenn Heike und mir die ab 1920 entstandenen geometrischen Werke mit Abstand am besten gefallen, ist es interessant zu sehen, wie und unter welchen Einflüssen sich der Maler entwickelt hat. Eine spannende Ausstellung.

( MITI )

Die Kunst der Arps

Die Kunst der Arps
Remagen-Rolandseck, 31. Oktober 2022

Bewegtes Tanzgeschmeide (1960/70). Plastik von Hans Arp vor dem Arp-Museum.

Hans Arp (1886-1966) und Sophie Taeuber-Arp (1889-1943) waren bedeutende Künstler des 20. Jahrhunderts, deren Werke u. a. im Arp-Museum in Remagen bei Bonn in einer Dauerausstellung präsentiert werden.

Die Künstlerehepaar arbeitete unabhängig voneinander, wirkten jedoch im Bereich von Surrealismus, Konstruktivismus und Dadaismus vielfach zusammen.

Hans Arp gilt als einer der Mitbegründer des Dadaismus, der 1916 in Zürich als eine literarische und künstlerische Bewegung in Opposition zum Ersten Weltkrieg und dessen sozialen Konventionen entstand.

Er wurde in Straßburg als Sohn eines vermögenden Zigarrenfabrikanten geboren und schuf als Maler, Grafiker, Bildhauer und Lyriker ein umfangreiches Werk.

Seine Frau Sophie Taeuber-Arp war eine Schweizer Malerin, Bildhauerin, Textil-Gestalterin, Architektin und Tänzerin der Avantgarde.

Mit ihrem Mann gehörte sie zu den Protagonisten des Dadaismus. Als Vertreterin der konkreten, rhythmisch-geometrischen Kunst gilt sie heute als eine bedeutende Künstlerin des 20. Jahrhunderts. Obwohl viele ihre Werke bald 90 Jahre alt sind, wirken sie immer noch modern. Faszinierend ist das.

( MITI )

Wunderbares Arp-Museum

Wunderbares Arp-Museum
Remagen-Rolandseck, 30. Oktober 2022

Blick von der Bundesstraße B9 hinauf zum Bahnhof und Museum

Am Tag der offenen Tür haben Heike und ich heute das Arp-Museum im Bahnhof Rolandseck am Rhein, zehn Kilometer südlich von Bonn besucht.

Das Museum wurde 2007 im Remagener Ortsteil Rolandseck eröffnet. Es setzt sich aus dem klassizistischen Bahnhofsgebäude und einem dahinter im Hang platzierten Neubau des amerikanischen Architekten Richard Meier zusammen.

Man betritt das Museum über die unterste Ebene des Bahnhofs, unterquert in einem Museumstunnel die Bahngleise und fährt dann in den ganz in weiß gehaltenen Neubau auf.

Das Gebäude beinhaltet vier Ausstellungsebenen mit großen, lichtdurchfluteten Räumen und malerischen Blickachsen auf den Rhein und das gegenüber liegenden Siebengebirge. Darin kommt die Kunst von Hans Arp und seiner Frau Sophie-Taeuber Arp wunderbar zur Geltung.

Daneben werden regelmäßig Wechselausstellungen mit internationaler bildender Kunst, klassische Konzerte sowie Künstlergespräche sowie Lesungen prominenter Autoren im Haus angeboten. Ein ganz toller Ort!

( MITI )

Ein Lüpertz für Düsseldorf

Ein Lüpertz für Düsseldorf
Düsseldorf, 29. Oktober 2022

Lüpertz-Skulptur von Robert und Clara Schumann vor dem Ratinger Tor

Er zählt zu den bekanntesten deutschen Künstler der Gegenwart, war mehr als 20 Jahre Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie und gilt als perfekter Selbstvermarkter: Markus Lüpertz, geboren 1941 im böhmischen Reichenberg.

Schon mehrfach bin ich bei meinen Wanderungen im Rheinland markanten Lüpertz-Skulpturen begegnet. Etwa auf der Mercator-Insel im Rheinhafen von Duisburg („Echo des Poseidon“) oder im Nordsternpark der ehemaligen Zeche Gelsenkirchen („Herkules“).

Nun hat der geschmeidige Selbstdarsteller der Stadt Düsseldorf eine Skulptur von Robert und Clara Schumann geschenkt, dem Musiker- und Komponistenehepaar, das lange in Düsseldorf lebte.

Aufgestellt wurde die Plastik am Ratinger Tor, dem historischen Eingangstor zum alten Düsseldorf, wo Lüpertz von 2008 bis 2017 sein Atelier hatte. Das mussten wir uns natürlich gleich anschauen …

( MITI )