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Die Elbe hoch bis Lauenburg

Hier schlägt die Elbe einen Bogen um den Lilienstein
Lauenburg, 2. September 2016

Hier schlägt die Elbe einen Bogen um den Lilienstein

Irgendwann im letzten Winter habe ich auf ARTE eine zweiteilige TV-Dokumentation über die Elbe gesehen, die mich sehr fasziniert hat. So ist der Wunsch entstanden, viele der dort gezeigten Orte und Stationen einmal live zu erleben und dem Lauf des Flusses von der Sächsischen Schweiz bis hinauf nach Hamburg zu folgen.

Jetzt hatte ich die Gelegenheit dazu. Mit dem Wohnmobil und Doxi im Schlepptau habe ich viele Städte und Sehenswürdigkeiten an der Elbe besucht.

Und zwischendurch haben wir noch einen kleinen Abstecher in den hundert Kilometer entfernten Spreewald unternommen.

Wir waren in Dresden, Pirna, Königstein, Bastei, Riesa, Torgau, Burg und Lübbenau (Spreewald), Wittenberg, Coswig, Wörlitz, Dessau, Magdeburg, Tangermünde, Stendal, Havelberg, Wittenberge, Lenzen, Hitzacker und Lauenburg. Und das bei perfektem Spätsommerwetter. Eine wunderbare Tour!

Hier haben wir haben bei dieser Tour mit dem Wohnmobil gestanden:

OrtBezeichnungAnfahrtPreisSt
Dresden
Die Elbe hoch bis LauenburgZentrumsnaher Platz nur wenige Schritte von der Elbe entfernt, teilweise unter Bäumen. An Wochenenden wirds recht eng. Wir fanden die Lage super.
Stellplatz SachsenplatzKäthe-Kollwitz-Ufer 4
01067 Dresden
10€Die Elbe hoch bis LauenburgStrom verfügbar
Havelberg
Die Elbe hoch bis LauenburgGroßer Asphaltparkplatz am Ortsrand oberhalb der Havel und des Sportboothafens. Nicht weit zur historischen Altstadt. Sehr schöne Umgebung.
Parkplatz BahnhofstraßeBahnhofstraße
39539 Hansestadt Havelberg
0€
Hitzacker/Elbe
Die Elbe hoch bis LauenburgFeiner Platz am Ortstrand nahe der Elbe. Asphaltparkplatz mit ausgewiesenen Stellflächen für Wohnmobile.
Wohnmobilparkplatz Bleichwiese Marschtorstr. / Neues Elbufer
29456 Hitzacker/Elbe
0€Die Elbe hoch bis LauenburgStrom verfügbar
Königstein
Die Elbe hoch bis LauenburgDirekt neben dem Parkhaus für PKW gibt es eine Parkspur exklusiv für Wohnmobile. Keine schöne Aussicht, aber man steht ganz nah an der Festung. Für eine Nacht okay.
Parkhaus Festung KönigsteinAm Königstein
01824 Königstein
6€
Lauenburg
Die Elbe hoch bis LauenburgPrima Stellplatz direkt am Yachthafen mit Blick auf das Wasser. Schöne historische Altstadt von Lauenburg nur wenige Fußminuten entfernt.
Stellplatz Marina LauenburgHafenstraße 14 B
21481 Lauenburg
10€Die Elbe hoch bis LauenburgStrom verfügbar
Lenzen/Elbe
Die Elbe hoch bis LauenburgToller Platz in schöner, ruhiger Umgebung. Prima für Hunde.
Stellplatz beim Haus am SeeRekener Straße 1
19309 Lenzen/Elbe
10€Die Elbe hoch bis LauenburgStrom verfügbar
Lübbenau
Die Elbe hoch bis LauenburgSchöner Platz in herrlicher Umgebung. Nahe am touristischen Hotspot, von daher nicht ganz günstig.
Spreewald WohnmobilparkDammstraße 62
03222 Lübbenau
18€Die Elbe hoch bis LauenburgStrom verfügbar
Magdeburg
Die Elbe hoch bis LauenburgTolle Lage direkt am Elbufer, wo die Fahrgastschiffe anlegen. Nur wenige Schritte bis zur Innenstadt.
Stellplatz an der Anlegestelle Petriförder 1
39104 Magdeburg
8€
Meißen
Die Elbe hoch bis LauenburgPrima Lage direkt an der Elbe unweit der Altstadt. Nachts hat man einen schönen Blick auf das beleuchtete Schloss.
Parkplatz an der ElbeHochuferstraße
01662 Meißen
5€
Pirna
Die Elbe hoch bis LauenburgFeiner kleiner Platz auf der anderen Elbseite gegenüber der Altstadt von Pirna. Schöner Blick über die Elbe und guter Ausgangspunkt für Wanderungen zum Elbdurchbruch. Noch dazu kostenlos.
Parkplatz P 7 Hauptplatz 14
01796 Pirna
0€
Riesa
Die Elbe hoch bis LauenburgParkplatz am Rande der Innenstadt an den Elbwiesen in der Nähe des Stadtparks. Keine Infrastruktur. Für einen kostenlosen Platz super!
Stellplatz am ElbeparkplatzElbstraße
01589 Riesa
0€
Rühstädt
Die Elbe hoch bis LauenburgNetter kostenloser Stellplatz am Ortsrand beim NABU-Besucherzentrum. Toll, wenn die Störche da sind. Zwei Kilometer weiter fließt die Elbe durch eine weitgehend unberührte Landschaft. Traumhaft!
Stellplatz am NABU-Besucherzentrum Neuhausstraße 9
19322 Rühstädt
0€
Stendal
Die Elbe hoch bis LauenburgZentral gelegen am Rande der Innenstadt und eines großen Parks. Für die Erkundung der Stadt ideal.
Stellplatz auf dem Schützenplatz Nordwall
39576 Stendal
0€
Tangermünde
Die Elbe hoch bis LauenburgSuper Platz am Ortsrand direkt im Grünen und nahe der Elbe. Strom im Preis inbegriffen.
Stellplatz am TangerparkplatzKlosterberg/Stendaler Straße
39590 Tangermünde
8€Die Elbe hoch bis LauenburgStrom verfügbar
Torgau
Die Elbe hoch bis LauenburgAusgewiesene Womo-Stellplätze auf einem Parkplatz direkt an der Elbe und unterhalb des Schlosses. Historische Altstadt nur wenige Schritte entfernt. Wir fanden es super!
Stellplatz am Parkplatz P 4 Pestalozziweg
04860 Torgau
0€
Wittenberg
Die Elbe hoch bis LauenburgKein offizieller Stellplatz, aber Womos werden geduldet (nach meiner Erfahrung). Nur wenige Schritte bis zu historischen Altstadt.
Parkplatz für Busse/Womos am Sportplatz Die Elbe hoch bis Lauenburgkein offizizeller StellplatzPlatz der Jugend 1A
06886 Lutherstadt Wittenberg
0€
Wittenberge
Die Elbe hoch bis LauenburgAuf Rasenfläche direkt an der Elbe. Herrlich!
Stellplatz am Nedwighafen Elbstraße 65
19322 Wittenberge
10,50€Die Elbe hoch bis LauenburgStrom verfügbar
Wörlitz
Die Elbe hoch bis LauenburgAusgewiesene Womo-Stellflächen auf dem großen Asphaltparklatz für Besucher des Gartenreichs Dessau-Wörlitz. Platzzustand in Relation zum Preis verbesserungswürdig, aber dafür ist man nach wenigen Schritten in der wunderbaren Parklandschaft.
Stellplatz SeespitzeSeespitze 25
06785 Oranienbaum-Wörlitz
10€Die Elbe hoch bis LauenburgStrom verfügbar
( MITI )

Dresden – Im großen Garten

Luftbilldaufname des Großen Garten (Foto Patrick Ribeiro)
Dresden, 2. September 2016

Luftbilldaufname des Großen Garten (Foto Patrick Ribeiro | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Tag
1
Am Ende eines heißen und staubeladenen Freitagnachmittags sind wir glücklich in Dresden angekommen. Wir stehen auf dem Womo-Stellplatz in der Nähe des historischen Zentrums. Um zur Elbe zu gelangen, müssen wir nur einmal die Straße überqueren, und so nutzt Doxi gleich die Möglichkeit, ihre Beine ins kühlende Nass zu halten.

Mit der tiefstehenden Sonne im Rücken laufen wir ein Stück die Elbe aufwärts, schauen hinüber zur neuen Waldschlösschenbrücke und biegen dann stadteinwärts ab, weg von der Elbe. Ich möchte unbedingt noch in den Stadtpark von Dresden, den “großen Garten”, den ich bei meinem letzten Dresden-Besuch vor ein paar Jahren verpasst hatte.

An diesem lauen Spätsommerabend ist der Park gut frequentiert: Spaziergänger, Fahrradfahrer, Jogger, und Skater bevölkern die breiten Alleen und Asphaltwege. Zahlreiche Jugendliche sitzen in kleinen Gruppen auf den Rasenflächen beisammen,

Der im Jahr 1676 erstmals angelegte Park ist so groß, dass es hier sogar eine zweigleisige Eisenbahnstrecke gibt, eine Schmalspurbahn, die die Menschen durch den Park befördert. Die Loks pfeifen warnend, bevor sie einen der vielen Spazierwege kreuzen. Ganz süß ist das anzuschauen.

Im Zentrum des Parks befindet sich als bedeutendstes Bauwerk das um 1680 errichtete Sommerpalais. Hier findet an diesem Abend eine Theatervorstellung statt. Als ich stehenbleibe, um ein Foto von dem Palais aufzunehmen, werde ich von einem Paar in festlicher Garderobe fast umgerannt. Die Beiden haben es offensichtlich sehr eilig. Sind wohl spät dran. Jetzt aber hurtig 🙂

( MITI )

Dresden im Zeichen des Barocks

Die Altstadt von Dresden bei Spnenunergang (Foto Nikater)
Dresden, 3.09.2016

Die Altstadt von Dresden bei Sonenunergang (Foto Nikater | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Tag
2
Heute bin ich ganz früh am Morgen mit Doxi zu einem ausgedehnten Spaziergang durch das historische Dresden aufgebrochen. Leider war das Licht um diese Uhrzeit nicht so gut zum Fotografieren geeignet, aber dafür waren die Straßen noch leer. So konnte ich mich überall in aller Ruhe umschauen und auch Doxi an vielen Stellen frei laufen lassen. Das war sehr schön,

( MITI )

Galerie der sächsischen Herrscher

Der Fürstenzug mit den sächsischen Herrschern zwischen 1127 und 1873
Dresden, 3. September 2016

Der Fürstenzug mit den sächsischen Herrschern zwischen 1127 und 1873 (Foto Kora27 | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Tag
2
Dresden ist reich an Kunstwerken, Skulpturen und anderen kulturellen Schätzen. Ein Werk, das mich besonders fasziniert, ist der sogenannte “Fürstenzug”, ein mehr als 100 Meter langes Porzellanbild an der Rückseite des alten Stallhofs, ganz in der Nähe der Frauenkirche.

Das überdimensionale Bild besteht aus rund 23.000 Fliesen aus Meißner Porzellan. Es stellt die Ahnengalerie der zwischen 1127 und 1873 in Sachsen herrschenden 34 Markgrafen, Herzöge, Kurfürsten und Könige aus dem Geschlecht des Fürstenhauses Wettin dar und gilt als das größte Porzellanbild der Welt.

Das ganze Werk soll einen Wandteppich darstellen. Oben wird der Teppich von 38 unterschiedlich gestalteten Befestigungsknöpfen an einer vom Künstler gedachten Wand gehalten. Unten zieren 38 große und 999 kleine Quasten in unregelmäßigen Abständen das gesamte Bild.

m Fürstenzug werden insgesamt 94 Personen dargestellt, davon reiten 45 Personen zu Pferd und 49 Personen gehen zu Fuß. Neben den Herrschern sind 59 Wissenschaftler, Künstler, Handwerker, Soldaten, Kinder und Bauern, fünfundvierzig Pferde und zwei Windhunde dargestellt. Unter den Kindern befindet sich die einzige weibliche Person im Bild. Ansonsten sind nur Männer abgebildet.

Die Herstellung des Wandbildes in einer speziellen Putzkratztechnik dauerte von 1872 bis 1876. Um die Gesichtszüge und historische Einzelheiten so genau wie möglich wiederzugeben, waren der Erstellung jahrelange Studien vorausgegangen.

Der anfänglich gefeierte schwarz-weiße Bilderfries war jedoch nicht sehr witterungsbeständig. Um die Jahrhundertwende zeigte er bereits massive Schäden. In den Jahren 1904 bis 1907 ersetzte man das Freis deshalb durch fugenlos angepasste Keramikfliesen der Meißner Porzellanmanufaktur, die nach einer zwischenzeitlichen Restauration in den 1980er Jahren bis heute Bestand haben.

( MITI )

Wanderung zum Elbdurchbruch

Hier bricht die Elbe durch das Elbsandsteingebirge, dahiner weitet sich das Tal Richtung Dresden
Pirna, 3. September 2016

Hier bricht die Elbe durch das Elbsandsteingebirge, dahinter weitet sich das Tal Richtung Dresden

Tag
2
Pirna gilt als Tor zur Sächsischen Schweiz, weil die Elbe hier durch das Mittelgebirge bricht und sich das Tal hinter Pirna in Richtung Dresden weitet. Vor Pirna ist das Elbtal sehr eng. Neben dem Fluss ist gerade einmal Platz für eine Straße und ein oder zwei Häuserzeilen, dann geht es schon beinahe senkrecht bergauf.

Mit Doxi wandere ich am Abend einige Kilometer flussaufwärts und steige dann über eine steile Treppe fast einhundert Meter hoch zur Abbruchkante. Ein schmaler und sehr alt wirkender Trampelpfad führt direkt an der Kante entlang zurück in Richtung Pirna. Teilweise läuft man nur dreißig Zentimeter vom Abgrund entfernt. Als die Dämmerung einsetzt, wird mir die Sache zu heiß und ich wende mich nach rechts auf das Hochplateau.

Um diese Uhrzeit sind bereits die ersten Rehe unterwegs. Um uns herum raschelt es verdächtig und plötzlich stehen zwei prächtige Exemplare direkt gegenüber und schauen uns überrascht an. Gut, dass ich Doxi bereits vorsorglich angeleint habe, denn der Anblick und der Geruch der beiden Wildtiere versetzt sie mächtig in Wallung.

Langsam müssen wir uns ranhalten, denn es wir schneller dunkel, als ich erwartet hatte. Und ich weiß noch nicht, wie wir Richtung Pirna wieder zum Fluss absteigen können. Glücklich erwischen wir schließlich einen Wanderweg, der wiederum durch den Wald über steile Treppen nach unten führt. Ich trage mein Handy am ausgestreckten Arm wie eine Laterne vor mir her, damit wir in der vollkommenen Dunkelheit zumindest ein wenig die Stufen erkennen können.

Als wir endlich wieder die Elbstraße erreichen, amte ich erst mal durch. Das war ganz schön aufregend. Warum habe ich mir nur keine Taschenlampe eingesteckt?

( MITI )

In der Altstadt von Pirna

Blick vom Schlossberg hinunter auf die Altstadt von Pirna
Pirna, 4.09.2016

Blick vom Schlossberg hinunter auf die Altstadt von Pirna

Tag
2
Wir stehen mit dem Womo im Stadtteil Copitz auf der anderen Elbseite mit Blick auf die Altstadt und das Schloss Pirna. Am Morgen überquere ich mit Doxi die Elbe für einen Spaziergang durch Pirna, bevor es weiter zur Festung Königstein geht.

Man spürt, dass seit der Wende eine Menge Geld in die Stadt geflossen ist. In der Altstadt und am Schloss ist alles fein renoviert und hübsch anzusehen. Sicher auch, weil die Elbschiffe von Dresden kommend viele Touristen in die Stadt bringen.

( MITI )

Auf der Festung Königstein

Historisches Bild der Festung Königsstein
Königstein, 4.09.2016

Historisches Bild der Festung Königstein

Tag
3
Neben der Bastei ist die Festung Königstein eines der touristischen Highlights in der Sächsischen Schweiz. Wir sind früh am Morgen von Pirna zur Festung aufgebrochen, um den ganz großen Besucherströmen ein wenig aus dem Weg zu gehen.

Die Festung ist eine der größten Bergfestungen in Europa und liegt inmitten des Elbsandsteingebirges auf dem gleichnamigen Tafelberg am linken Ufer der Elbe. Mit Doxi wandere ich zunächst auf dem sogenannten Patrouillenweg am Fuße der mächtigen Festungsmauern einmal rund um die Festung. So bekommen wir schon einmal einen Eindruck von der enormen Größe und Mächtigkeit der Anlage.

Von unten scheinen die Mauern mehr als vierzig Meter hoch zu sein und jenseits des Patrouillenweges bricht das Gelände sofort steil nach unten ab. Kein Wunder, dass die Festung in ihrer vierhundertjährigen Geschichte niemals belagert oder gar eingenommen wurde.

Der Eindruck setzt sich beim Gang in die Festung fort. Die Wege sind breit und steil und gut gesichert. Das Plateau ist so groß, dass dort innerhalb der Festungsmauern neben zahlreichen Häusern, Ställen, Kasernen, Depots, Lazarett- und Festungsgebäuden sogar ein kleiner Wald Platz hat. Viele Gebäude besitzen tiefe Keller oder sind gleich in den Berg eingelassen, um bei Artilleriebeschuss Schutz zu bieten. Die große Brunnenanlage der Festung reicht mehr als 150 Meter tief in den Felsen.

Mehr als 500.000 Besucher kommen jedes Jahr zur tadellos rekonstruierten Festung. Die meisten Gebäude stehen Besuchern offen. Wer nicht nach oben laufen möchte, den bringen zwei Aufzüge schnell hinauf auf das Plateau. Ein Besucherzentrum informiert sehr lebendig über die Geschichte und die Nutzung der Anlage.

Darüber hinaus beeindrucken die weiten Blicke in das Elbtal und die Sächsische Schweiz. Eine absolut sehenswerte Anlage.

( MITI )

Elbblick von der Bastei

Basteibrücke im sächsischen Elbsandsteingebirge (Foto, Thomas Wolf, www.foto-tw.de, Lizenz CC BY-SA 3.0 DE)
Pirna, 4. September 2016

Basteibrücke im sächsischen Elbsandsteingebirge (Foto, Thomas Wolf, www.foto-tw.de | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Tag
3
Eigentlich mag ich ja keine touristisch überlaufenen Orte, aber wo ich schon einmal in der Region bin, konnte ich die Bastei nicht links liegen lassen.

Die berühmte Felsformation am rechten Ufer der Elbe zehn Kilometer von Pirna entfernt zählt zu den meistbesuchten Touristenattraktionen der Sächsischen Schweiz. Ein schmales Felsriff aus Elbsandstein fällt hier 194 Meter steil zur Elbe ab. Der Ort bietet eine weite Aussicht ins Elbtal und über das Elbsandsteingebirge.

So richtig genießen konnte ich die einmalige Perspektive allerdings nicht – einfach zu viel los hier an diesem Sonntagnachmittag.

( MITI )

In der Porzellanstadt Meißen

Burgberg mit Albrechtsburg und Dom von der Elbe aus gesehen (Foto Leander Wattig)
Meißen, 4.09.2016

Schlossberg mit Albrechtsburg und Dom von der Elbe aus gesehen (Foto Leander Wattig | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Tag
3
Meißen, damit verbindet man gemeinhin die berühmte Porzellanmanufaktur. Aber zumindest mir wir nicht klar, dass zu Meißen auch eine gut erhaltene Altstadt mit Schlossberg und Dom gehört.

Mit Doxi verbringe ich einen schönen Abend mit einem langen Spaziergang durch die Stadt, gerade noch rechtzeitig, bevor das angekündigte Gewitter eintrifft. Auf der Weiterfahrt nach Torgau erlebe ich dann noch einen beindruckend kontrastreichen Himmel zwischen Sonnenuntergang und Gewitterfront.

( MITI )

Riesa im Regen

Blick von userem Womo-Stellplatz über die Elbe
Riesa, 5.09.2016

Blick von userem Womo-Stellplatz über die Elbe

Tag
3
Spätabends sind wir im Regen in Riesa an der Elbe eingetroffen. Am nächsten Morgen regnet es immer noch. Doch das hält uns nicht von einem schönen Stadtspaziergang ab, bevor wir am frühen Vormittag weiterfahren.

Riesa liegt an einem Elbbogen und an der Einmündung der Flüsse Jahna und Döllnitz, wobei der Hafen dem Ende des Flussverlaufs der Döllnitz folgt.

Riesa wurde früh industrialisiert. 1912 wurde am Rande der Stadt die erste 110 KV Hochspannungsleitung der Welt errichtet.

Zu DDR-Zeiten prägte das Stahlwerk, mit über 13.000 Beschäftigten das größte metallurgische Kombinat der DDR, das Gesicht der Stadt.

Die Wende 1989 führte zum Zusammenbruch der alten Industrien und zu einer starken Abwanderung der Einwohner aus Riesa.

( MITI )

Mühlberg an der Elbe

Das Rathaus von Mühlberg eben der Frauenkirche
Mühlberg, 5. September 2016

Das Rathaus von Mühlberg neben der Frauenkirche

Tag
4
Wir folgen weiter dem Lauf der Elbe stromabwärts. Mühlberg liegt direkt am Fluss auf halber Strecke zwischen Riesa im Süden und Torgau im Norden. Die zu Mühlberg gehörende Gemarkung um die Fähranlegestelle an der Mündung der Dahle westlich der Elbe ist das einzige linkselbische Gebiet Brandenburgs.

In Mühlberg bekommt man noch einen Eindruck, wie es zu DDR-Zeiten in den Dörfern auf dem Lande aussah: Die Straßen nicht asphaltiert, sondern grob gepflastert, wie zur Kaisers Zeiten, manche Häuser nahe am Verfall oder bereits von ihren Bewohnern aufgegeben. Ein wenig scheint die Zeit hier stehen geblieben zu sein.

( MITI )

Bei den Bären von Torgau

Luftbildaufahme von Shloss Hartenfels in Torgau (Foto Wolkenkratzer)
Torgau, 5.09.2016

Luftbildaufahme von Shloss Hartenfels in Torgau (Foto Wolkenkratzer | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Tag
4
Torgau an der Elbe erlangte am Ende des Zweiten Weltkrieges internationale Berühmtheit, als sich am 25. April 1945 vorrückende Truppenteile der Sowjetischen Armee und der US-Army hier trafen. Dieser “Elbe Da”Y wurde von der Weltpresse als Vorbote für die kommende Niederlage des Dritten Reiches gefeiert. Daran erinnert heute an Denkmal vor den Toren der Stadt.

Mich beeindruckt bei meinem Besuch von Torgau aber vor allem das wunderbar restaurierte Schloss Hartenfels am Rande der Altstadt und die drei Braunbären, die im Burggraben leben. Die repräsentative Anlage gilt als das größte vollständig erhaltene Schloss der Frührenaissance in Deutschland.

Schon seit 1452 werden hier von den Burgherren Bären gehalten, 1624 waren es mehr als 30 Tiere. Zehn Jahre später im Dreißigjährigen Krieg bedienten sich durchziehende Schwedische Truppen und verspeisten alle Tiere. Später wurde die Tradition der Bären wiederaufgenommen und bis 1771 fortgesetzt.

Seit Mitte der 1950er Jahre leben dank des tatkräftigen Engagements der Torgauer Bürger wieder Bären im Burggraben. Heute sind es drei Stück, Bea, Benno und Jette, von denen zwei im Wildtierpark Gangelt in NRW geboren worden.

Doxi ist mindestens genauso fasziniert wie ich, als sie von der Burgbrücke auf die Bären herabschaut. Sie will gar nicht weitergehen. Was sind das nur für riesengroße Hunde?

Darüber hinaus war Torgau mit Schloss Hartenfels zur Zeit der Reformation das politische Zentrum der Bewegung. Heute  gilt es deshalb als eine wichtige Lutherstätte in Sachsen. Überliefert ist der Spruch: „Wittenberg ist die Mutter, Torgau die Amme der Reformation“.

Im März 1530 verfasste Martin Luther hier gemeinsam mit Jonas, Melanchthon und Bugenhagen die Torgauer ArtikelSeine Frau, Katharina von Bora, ist in Torgau verstorben und hier in der Marienkirche begraben. Ein ganz geschichtsträchtiger Ort, also. Schön, dass ich einmal hier sein kann.

( MITI )

Ausflug in den Spreewald

Boostschleuse
Burg/Spreewald, 6. September 2016

Die Waldschlösschen-Boostschleuse am Fontaneweg in Burg (Foto Assenmacher | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Tag
5
Von Torgau an der Elbe sind wir einhundert Kilometer ostwärts in den Spreewald gefahren. Unsere erste Station: Die Gemeinde Burg, 20 Km nordwestlich von Cottbus.

Das Besondere an der Landschaft im Spreewald sind die mehr 300 Wasserläufe und Kanäle, die Fließe genannt werden. Sie sind durch das geringe Gefälle der Spree entstanden, die dadurch ein Binnendelta gebildet hat, das heute viele Touristen anlockt.

Burg liegt im Zentrum des Oberspreewaldes und ist eine für die Region typische Streusiedlung mit einem Dorfkern und vielen darum verteilten Höfen. Die Gehöfte sind auf Grund der Relief- und Wasserverhältnisse von Feldern, Wiesen und Waldflächen umgeben, so dass der Eindruck einer Parklandschaft entsteht.

Die Gemeinde liegt im angestammten Siedlungsgebiet der Sorben. Öffentliche Gebäude und Einrichtungen, Straßen, Wege, Plätze und Brücken sind deshalb vielfach zweisprachig beschriftet.

Um mir einen Eindruck von der Gegend zu verschaffen, unternehme ich mit Doxi eine ausgedehnte 15 Km-Wanderung rund um den Ort. Die Landschaft mit ihren vielen Wasserflächen ist wirklich hübsch anzusehen.

An zahlreichen Stellen begegnen uns auf den Kanälen Paddler und Langboote mit bis zu 20 Personen, die vom Steuermann mit einer langen Stange gestakt werden. Schon oft habe ich das im TV gesehen, jetzt habe ich es endlich einmal live erlebt.

( MITI )

Rund um den Hafen von Lübbenau

hafen
Lübbenau, 6.09.2016

Der Spreehafen von Lübbenau

Tag
5
Lübbenau wird als Tor zum Spreewald bezeichnet. Die Gemeinde ist das touristische Zentrum der Region. Rund um den Hafen reiht sich ein Bootsvermieter an den anderen.

Schon die enorme Größe der Busparkplätze am Ortsrand lässt erahnen, wie viel hier an guten Tagen los sein muss. Doch als wir an diesem sonnigen Abend gegen 17:30 in Lübbenau eintreffen, sind die meisten Touristen bereits wieder auf dem Heimweg.

Im schönen Licht der Abendsonne drehe ich mit Doxi eine Runde durch den Ort. Wir besuchen den Hafen, das angrenzende Schloss mit seinem bezaubernden Schlosspark, sowie die kleine Altstadt von Lübbenau. Anschließend treten wir unseren Rückweg in die Elbregion an, denn wir haben noch einige Stationen bis Hamburg vor uns und dafür nur noch wenige Tage Zeit.